àjour

Commentaires

Transcription

àjour
SCHWEIZERISCHER
VERBAND
DIPLOMIERTER
CHEMIKER FH
WWW.SVC.CH
ASSOCIATION
SUISSE
DES CHIMISTES
DIPLÔMÉS HES
À JOUR
Nr. 1/14 | März / Mars 2014
SVC – Chemie, Life Sciences & Biotechnologie
Erfahren Sie viele interessante Fakten
aus der Analyse der Lohnumfrage
2013.
➞ Seite 12 – 13
➞ Seite 4 – 5 ➞ Page 20 – 21
Bildquelle: Patrick Keller
Wer braucht ihn nicht, den Kaffee am
Morgen oder nach dem Mittagessen?
In dieser Ausgabe widmen wir uns
dem Molekül Coffein.
Neue Tools wurden in die SVCHomepage integriert. Lesen Sie
mehr darüber.
➞ Seite 6 ➞ Page 22
Coffein als Trinkgenuss
Das papierlose Studium. Was nach Zukunft tönt, wird heute als Projekt schon
in der Klasse 12 des Bachelorstudienganges Biotechnologie an der zhaw am
Standort Wädenswil umgesetzt.
➞ Seite 7 ➞ Page 23
À JOUR 1/14
Inhalt + Impressum
Inhalt
Deutsch
SVC
Ein Wort des Präsidenten
Wie wirkt sich ein Zusatzstudium auf den Lohn aus?
5
Neue Tools für die SVC-Homepage
6
Das papierlose Studium oder - Wie sieht der Hochschulunterricht
der « digital natives » aus?
Lean & Six Sigma für schlanke & fehlerfreie Prozesse
Naturwissenschaft
Français
SVC
4 – 5
Verteilung der SVC-Diplompreise
Korrigendum
Wirtschaft + Politik
3
18
7
8 – 11
Coffein – Was hat Johann Wolfgang Goethe zur Entdeckung
des Coffeins beigetragen?
12 – 13
Synthese chiraler Halomethane und Oxirane
14 – 16
Synthese von neuen Verbindungen zur Behandlung spinaler
Muskelatrophie
17 – 18
Le mot du président
Quel effet ont des études complémentaires sur le salaire?
19
20 – 21
Remise du prix diplôme de la SVC
21
De nouveaux outils pour la page d’accueil SVC
22
Économie + politique Les études sans support papier ou – À quoi ressemblent les cours à la
Haute École Spécialisée des «digital natives»?
23
Dies ist schon die 10. Ausgabe, die ich für Sie als Chefredaktor herausgeben durfte.
Vieles hat sich in diesen fünf Jahren mit dem À JOUR getan. Vom Gestalten des neuen
Layouts über die Auswahl der verschiedenen Themen entwickelte sich das À JOUR
weiter. Auch die Umstellung von Schwarzweiss auf Farbig war ein voller Erfolg.
Eine spannende Lesezeit wünscht Ihnen
Ihr Chefredaktor
Patrick Keller
Impressum
Das À JOUR erscheint zweimal jährlich als offizielles Bulletin des SVC / À JOUR parait deux fois par an
Schweizerischer Verband diplomierter Chemiker FH / Association suisse des chimistes diplomés HES
Redaktion À JOUR
CH-4000 Basel
www.svc.ch
Chefredaktor / Rédacteur en chef: Patrick Keller; [email protected]
Übersetzungen / Traduction: FORTUNA ÜBERSETZUNGEN, Yves Santa Eugenia, Alexis Delacrétaz, Heidi Hopp
Nächste Ausgabe / Prochain numéro: August / août 2014; Redaktionsschluss / Clôture de la rédaction: 19. Juli / juillet 2014
Nachdruck von Texten nur unter Quellenangabe / Pas de publication des textes sans source d’information
Verantwortlich für den fachlichen Inhalt sind die Autoren der Artikel / Les auteurs des articles sont responsables du contenu spécialisé
Die Einteilung der Sprachen erfolgte nach dem Alphabet / La répartition des langues se fait selon l’alphabet
In manchen Texten wird nur die männliche Anrede verwendet; dies dient dem Lesefluss und soll niemanden diskriminieren /
Dans les textes, seule le genre masculin est utilisé: cela contribue à une meilleure lisibilité et nul ne doit y voir une quelconque discrimination
Beiträge und Feedbacks sind erwünscht. Es besteht jedoch kein genereller Anspruch auf Abdruck. /
Les commentaires et les feedbacks sont les bienvenus. Il n’y a toutefois aucune obligation générale de publication.
2
xxxx
SVC
À JOUR 1/14
x/xx
Ein Wort des Präsidenten
Bildung und Forschung, eine sehr positive Rede über die Stellung und die Rolle der FH auf dem Feld der beruflichen
Bildung und der Programme der angewandten Forschung gehalten. Trotzdem bleibt der Finanzierungsanteil für
die FH und die Forschungsprogramme
weit unter dem für die Wirtschaft geleisteten Beitrag. Wir würden gerne einen faktischen Niederschlag dieser Anerkennung sehen, nämlich in den
Haushaltsmitteln, die den Fachhochschulen gewährt werden.
Ich denke, dass nach Einführung des
angelsächsischen Systems mit Bachelor
Bildquelle: SBFI
Politische Fragen
Eine gute Nachricht für Fachhochschulabsolventen (FH) in Chemie und Biotechnologie: Die Diskriminierung der
Fachhochschulabsolventen in der Verordnung über die Betäubungsmittelkontrolle schlägt sich nicht vor Ort nieder. Ein Mitglied hat uns über seine Situation berichtet: Durch seine Kompetenzen und seine Erfahrung konnte er
in seinem Unternehmen auf seinem
Posten als zuständiger Leiter für Betäubungsmittel bleiben, und zwar trotz
des Wortlauts der Durchführungsverordnung. Aber er versäumt es nicht zu
betonen, dass die Diskriminierung im
Im Rahmen der BFI-Botschaft 2013-2016 genehmigte Mittel (Mrd. CHF)
* Geschätzte Mittel, die zu einem späteren Zeitpunkt beim Parlament beantragt werden.
Berufsleben deshalb noch lange nicht
nicht beobachtet werden kann. Wir
müssen also noch kämpfen, damit die
in der Industrie gängige Praxis sich tatsächlich in den Gesetzestexten niederschlägt.
Fachhochschule?
Bei der Bürgenstock-Konferenz der
Fachhochschulen in Luzern am vergangenen 10. Januar hat Bundesrat Schneider-Ammann, Leiter des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft,
und Master ein Schlussstrich gezogen
werden sollte unter den Begriff Fachhochschule, wobei der Ausdruck
« Fach- » an sich schon diskriminierend
ist, wie man in den Gesetzestexten ersehen kann, und wir sollten unsere wissenschaftlichen Fachhochschulen umbenennen, entweder in Hochschule für
angewandte Wissenschaft (wie bei der
ZHAW bereits geschehen) oder Universität der angewandten Wissenschaft.
Eine Technical University im angelsächsischen Sinne ist meines Erachtens nicht
wünschenswert, weil die praktischen
Anforderungen der Ausbildung in der
Schweiz nicht gleichwertig sind. Die
Debatte ist eröffnet.
Bildung
2014 stehen die Kurse der Analytischen
Abteilung der Schweizerischen Chemischen Gesellschaft nunmehr den Mitgliedern des SVC vergünstigt zur Verfügung. Wir sollten das nutzen, denn es
ist gestern wie heute niemals überflüssig, in seinem Bereich auf dem Laufenden zu bleiben. Es geht um unsere Vermittelbarkeit! Schauen Sie regelmässig
in die Rubrik Fortbildung auf Ihrer
Homepage www.svc.ch. Weitere Bildungsangebote gibt es in anderen Chemiebereichen, bei Life Sciences und bei
der Biotechnologie.
Vorstandsposten frei
Der SVC profitiert von den beruflichen
Kompetenzen des Vorstandes. Diese
Kollegen, die bei grossen Firmen angestellt oder als Selbstständige tätig sind,
sind ganz typisch für unsere Branche.
Wir sind ein anerkannter Partner, den
man bei Gesetzgebungs- und Bildungsfragen zu Rate zieht und anhört. Für
ein gutes Verbandsmanagement benötigen wir einen vorausschauend handelnden Kassenführer. Hansjörg Hirt ist
ein erfahrener, besonnener Kassenführer, der es uns beispielsweise ermöglicht hat, uns vor der Finanzkrise von
unseren Risikokapitalanlagen zu trennen. Im kommenden Oktober wird er
sein Mandat zurückgeben. Sind Sie in
Buchführung und Finanzen kompetent
und könnten Sie Ihren SVC davon profitieren lassen oder möchten Sie diese
Kompetenzen erwerben?
Sprechen Sie mich auf diesen Schlüsselposten an: [email protected]
oder telefonisch unter 079 429 47 16.
Yves Santa Eugenia
Übersetzung: Fortuna
3
À JOUR 1/14
x/xx
xxxx
SVC
Wie wirkt sich ein Zusatzstudium auf den Lohn aus?
Die Salärumfrage 2013 bringt
Ihnen viele interessante Antworten auf Salärfragen. Stattliche 264 Antworten wurden
ausgewertet. Diese repräsentieren rund 13 % aller in der
Schweiz arbeitenden Chemiker /
Biotechnologen FH resp. fast
30 % aller Verbandsmitglieder.
Autor: Simon Giese
Der SVC hat im 2013 die sehr detaillierte und informative Branchen- und Regionen-Salärumfrage
für Chemiker / Biotechnologen FH
schweizweit durchgeführt.
Teilgenommen haben Frauen und
Männer mit einer FH-Ausbildung
als Chemiker / -in oder Biotechnologe / -technologin aus der ganzen
Schweiz. Einige haben Weiterbildungen absolviert – wie zum Beispiel ein Nachdiplomstudium in
fachnaher Richtung, Betriebswirtschaft, IT, Umwelt etc., andere haben ein weiterführendes Studium
als Master oder ein Studium an der
ETH oder Uni abgeschlossen.
Die Umfrage zeigt die vielfältigen
Weiterbildungsmöglichkeiten eines FH-Studiums.
Haben Sie gewusst, dass bereits
8% ein Master-Studium absolviert
haben?
2010 waren es erst 3.2%. Wie
wirkt sich ein Zusatzstudium auf
den Lohn aus?
Sowohl das FH-Studium wie auch
das breite Spektrum von Weiterbildungen führen zu einer grossen
Vielfalt von Tätigkeiten in unterschiedlichen Industrien. Der grösste
Teil arbeitet in einem Unternehmen der Branchen Pharma, Arzneimittel oder Medizinaltechnik.
Aber es gibt sogar ausgebildete
4
Chemiker in der Uhrenindustrie, in
einer Klinik für psychisch Kranke,
im Polizeidienst oder in der Automobilindustrie, um nur ein paar
« Exoten » aufzuzählen.
Haben Sie gewusst, dass « FHler /
-innen » auch den Weg zu einer
Tätigkeit im Personalwesen eingeschlagen haben?
Rund 5% arbeiten in der Forschung. Wie ist der Verdienst in
der Forschung, verglichen mit der
Analytik?
Die Umfrage gibt nicht nur zum
Verdienst Auskunft, sondern auch
über das Arbeitsverhältnis: Wie ist
die Zufriedenheit am Arbeitsplatz,
welche Vergünstigungen werden
geboten, wie ist das Arbeitszeitmodell, wie wurde die derzeitige
Stelle gefunden und wie viele Ferientage werden gewährt?
Haben Sie gewusst, dass über
80% Arbeitnehmende Vergünstigungen im durchschnittlichen Gegenwert von CHF 772.– erhalten?
2010 waren es noch CHF 1190.–.
Fast die Hälfte der Befragten profitiert von Vergünstigungen in der
Kantine.
Interessiert Sie, wie hoch das Lohnniveau in einer bestimmten Region
ist – z.B. im Kanton Aargau? Die
Auswertung gibt darüber Auskunft. Nebst den Grafiken für verschiedene Regionen / Kantone finden
Sie auch Grafiken zum Lohnniveau
für einen bestimmten Jahrgang,
für ein bestimmtes Diplomjahr für
Absolventen eines Nachdiplomstudiums für verschiedene Tätigkeitsbereiche und verschiedene Funktionen.
Können Sie sich vorstellen, dass Sie
bis CHF 200’000.– verdienen
könnten?
Vergleichen wir die Umfragen der
letzten Jahre, sehen wir zum einen, dass sich die Salärkurve über
alle Jahrgänge nach oben verschoben hat. Zum anderen sehen wir
auch, dass die Erhöhung zwischen
2009 und 2012 mit einer durchschnittlichen Erhöhung von CHF
9653.– kleiner geworden ist als
jene zwischen 2006 und 2009,
welche CHF 12’742.– betrug. Besonders bei älteren Jahrgängen
gab es einen deutlichen Einbruch
in der Salärkurve.
Das durchschnittliche Jahressalär
betrug 2006 CHF 103’405.– gegenüber CHF 125’800.– im Jahr
2012. Dies entspricht einem jährlichen Zuwachs von durchschnittlich 2.8% (linear gerechnet).
Wie bei vielen anderen Berufsausbildungen hat sich auch beim FHStudium zum Chemiker und Biotechnologen in den letzten Jahren
vieles verändert. So kann nun an
einen Bachelor-Studiengang ein
Master angehängt werden. Trotz
nur wenigen Daten können wir
doch feststellen, dass das Salär von
einem Master deutlich höher ist als
jenes von einem Bachelor. Die Differenz sieht jedoch kleiner aus als
erwartet (Zahlen dazu in der Auswertung). Dazu muss aber bedacht
werden, dass bei einer so kleinen
Anzahl ausgewerteter Daten die
Einflussfaktoren wie Arbeitsort,
Firmengrösse, Sparte und Tätigkeit
einen viel grösseren Einfluss haben.
Wir sind überzeugt, dass bei der
nächsten Umfrage – wenn mehr
Daten zur Verfügung stehen – eine
À JOUR x/xx
1/14
Bildquelle: Simon Giese
xxxx
SVC
differenziertere Auswertung gemacht werden kann.
Im Weiteren wurden bei dieser
Umfrage auch zum ersten Mal die
Daten der Biotechnologen separat
ausgewertet. Bei nur drei Teilnehmern sind diese Daten allerdings
nicht sehr repräsentativ.
Weil diese Auswertung im Schlussbericht nicht zu finden ist, hier ein
paar Eckpunkte:
Druckexemplare können beim Mitgliedersekretariat (Simon Giese,
[email protected]) für einen Unkostenbeitrag von CHF 25.– (Mitglieder)
resp. CHF 60.– (Nichtmitglieder)
bestellt werden.
Kontakt zur Umfrage:
Simon Giese, [email protected]
Auch im Jahr 2013 hat der SVC die erfolgreichsten Diplomanden
wieder mit SVC-Diplompreisen ausgestattet.
Durchschnittsalter: 31 Jahre
Mittleres Diplomjahr: 2007
Mittleres Salär 2012: CHF 94’766.–
Mittlerer Bonusanteil: CHF 9303.–
Mitglieder können die Salärumfrage (Umfang = 32 Seiten) im
Mitgliederbereich auf www.svc.ch
downloaden.
Bildquelle: zhaw
Extrapoliertes mittleres Anfangssalär für das Diplomjahr 2013:
CHF 77’653.–
Patrick Keller übergibt den begehrten Diplompreis Christian
Suppiger
5
À JOUR 1/14SVC
x/xx
xxxx
Neue Tools für die SVC-Homepage
Stillstand ist Rückschritt. Getreu diesem Motto ist der SVC
bemüht,
seine
Homepage
immer auf dem neusten Stand
der Technik zu halten. Einerseits wurden die Sicherheitsstandards erhöht, andererseits
können Sie nun festlegen, ob
Sie Ihre Korrespondenz an Ihre
Geschäfts- oder Privatadresse
erhalten möchten.
Autor: Patrick Keller
Mitgliednummer bzw. Login
vergessen?
Falls Sie Ihre Mitgliednummer vergessen haben oder Ihr Passwort
zum Mitgliederbereich nicht mehr
kennen, können Sie dieses auf un-
pro Jahr über Anlässe, Aktivitäten
und sendet Ihnen 2-mal pro Jahr
das À JOUR mit interessanten Artikeln zu.
Bisher hat der SVC Ihnen diese Unterlagen an Ihre Privatadresse gesandt. Neu haben Sie die Möglichkeit, sich diese Unterlagen auch an
Ihre Geschäftsadresse senden zu
lassen. Möchten Sie diese Möglichkeit nutzen? Dann können Sie im
Mitgliederbereich unter « Geschäftlich » Ihre Geschäftsadresse eintragen.
Besuchen Sie den SVC-Mitgliederbereich und nutzen Sie die Gelegenheit gleich, um Ihre Mitgliederangaben zu überprüfen. Stimmt
Bildquelle: © Nmedia - Fotolia.com
Loginname und Passworteingabe erweitert
Damit Ihre Mitgliederdaten vor
fremdem Zugriff geschützt sind,
wird die SVC-Website laufend aus-
Möglichkeit, Ihren Loginnamen frei
zu wählen. Dies kann zum Beispiel
name.vorname oder Ihre Mailadresse sein. Sie können natürlich wie bis
anhin Ihre Mitgliednummer verwenden.
Zusätzlich wurden die Anforderungen an das Mitglieder-Passwort erhöht. Wenn Sie Ihr Passwort ändern, werden die neuen Anforderungen angewendet. So sind Ihre
Daten noch besser geschützt.
Weltweit auf die Daten des SVC über den Mitgliederbereich der Homepage zugreifen
gebaut, modernisiert und neuen
Bedrohungen angepasst.
serer Website anfordern. Ganz einfach.
Bisher konnten Sie sich mit Ihrer
vierstelligen Mitgliednummer anmelden. Neu haben Sie nun die
Versand Korrespondenz und
À JOUR
Der SVC informiert Sie mehrmals
6
Ihre Anschrift noch? Möchten Sie
unseren monatlichen Newsletter
bestellen? Ist Ihr Mitgliederprofil
vollständig und aktuell?
««Thema»»
xxxx
Wirtschaft
+ Politik
ÀÀJOUR
JOURx/xx
1/14
2/09
Das papierlose Studium oder – Wie sieht der Hochschulunterricht der « digital natives » aus?
Autoren: Susanne Dombrowski
und Patrick Keller
Dass ein papierloses Studium funktioniert, beweist die Klasse 12 des
Bachelorstudienganges Biotechnologie an der Zürcher Hochschule
für Angewandte Wissenschaften
(ZHAW) am Standort Wädenswil.
Im Rahmen eines Pilotprojektes
wurden dort im Herbst 2013 rund
30 Studierende des 3. Semesters
wahlweise mit Apple iPads oder
mit Microsoft Surface Pro Tablets
ausgestattet und arbeiten seither
mehrheitlich papierlos.
Die Ziele des Pilotprojektes am
Standort Wädenswil sind zum
einen ein nachhaltiger Unterricht
durch den weitestgehenden Verzicht auf Papierskripte, da bei
wachsenden Studierendenzahlen
beträchtliche Mengen an Papier
als Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt werden müssen.
Zum anderen stellt sich der Studiengang Biotechnologie an der
ZHAW damit konsequent auf kommende Generationen von Lernenden ein. In der gelebten Unterrichtsrealität des ersten papierlosen Herbstsemesters wurden die
Skripte und Präsentationen der
Dozierenden nicht mehr ausgedruckt, sondern digital auf dem
Learning Management System
« Moodle » den Studierenden spätestens 24 Stunden vor Lektionsbeginn als PDF-Datei zur Verfügung gestellt. Die Studierenden
können ihre Unterrichtsnotizen in
Form von Kommentaren und
handschriftlichen Notizen erfassen. Die Vorteile dieses Systems
sind vielfältig. Die Daten sind online verfügbar und somit auch
unter dem Semester aktualisierbar.
Das Tragen von Skript-Papiermengen gehört der Vergangenheit an.
Eine erste Evaluation des Pilotprojektes im November 2013 hat ergeben, dass 60 Prozent der Teilnehmenden jeden Tag auf das Papier im Studium verzichten konnten. Eine Rückkehr zum bisherigen papierbasierten Studium
wünscht keine/
keiner der teilnehmenden
Studierenden.
der Prüfung unterbunden werden?
Dieses Projekt stellt ein gutes Beispiel dar, wie Fachhochschulen
ihre Verantwortung im Unterrichten der Digital-Natives-Generation
erkannt haben und den Weg zur
Realisierung vorantreiben. Sollte
sich das Pilotprojekt in der Biotechnologie als Erfolg herausstellen,
liegt es nahe, dass das papierlose
Studium auch auf andere Studiengänge ausgeweitet wird.
Neugierig geworden? Dann können Sie sich gerne unter dem folgenden Projekt-Blog über den
weiteren Verlauf des Projektes informieren:
http://blog.zhaw.ch/papierlosesstudium/
Mit
Engagement wird im
Pilotprojekt an
noch zu klärenden
Punkten
gefeilt: Sollen
die Prüfungen
auch komplett
papierlos ablaufen? Wenn ja,
wie können das
unerlaubte Austauschen von
Daten untereinander und der
Informationsgewinn durchs Internet während Studentin Tanja Djuric beim papierlosen Studium
Bildquelle: zhaw
Das papierlose Büro liegt für
viele von uns zwar noch in weiter Ferne, unsere Gesellschaft
wird jedoch immer mobiler und
viele stören sich an den Unmengen von Papier, die sie täglich umgeben. So auch die neue
Generation von Studierenden,
die mit mobilen Geräten und
digitalen Inhalten aufgewachsen ist. Werden die künftigen
Generationen also papierlos
studieren? Wie würde ein solches papierloses Studium aussehen?
7
À JOUR1/14
JOUR x/xx
Wirtschaft + Politik
xxxx
Lean & Six Sigma für schlanke & fehlerfreie Prozesse
Lean & Six Sigma – aktueller
denn je – wie schlanke & fehlerfreie Prozesse die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens verbessern
Bildquelle: Foto BeeWaTec, Referenz 4
Bildquelle: Christof Jud
Autor: Christof Jud
Abbildung 1: Beispiel einer schlanken Fertigung
Christof Jud
Problematik
Natürlich wird oft argumentiert,
dass die Schweiz sehr hochwertige
Produkte und Dienstleistungen im
internationalen Markt offeriere
und trotz hoher Preise wettbewerbsfähig sei. Ich teile diese Ansicht nur bedingt.
« Die Unternehmen, die
den Kundennutzen in den
Mittelpunkt stellen und
sich ausschliesslich auf
diejenigen Tätigkeiten
beschränken, die einen
Kundennutzen bewirken,
werden ERFOLG
haben. »
(Referenz 2: cetpm, FH Ansbach)
8
Trotzdem haben zwischen 2007
und 2009 14.7% der Schweizer
Unternehmen (Gesamtindustrie ab
20 Mitarbeitende) ihre Produktion
ganz oder teilweise ins Ausland
verlegt. Im gleichen Zeitfenster
haben nur 4.4% der Unternehmen eine Rückverlagerung in die
Schweiz
vorgenommen.
Als
Hauptgrund der Auslagerung werden hohe Kosten in der Schweiz
genannt, als Hauptgrund für die
Rückverlagerung Qualität und Flexibilität. (Referenz 3)
Diese Tatsache der Auslagerung
sollte alarmieren und die genannten Gründe für die Rückverlagerung sollten Chancen aufzeigen.
Weitreichende Optimierungen mit
dem klaren Ziel, alle Prozesse, Produkte und Dienstleistungen kosteneffizient, schlank und fehlerfrei
zu erreichen, sind also dringend
angebracht; Optimierungen, die
weder mit dem bekannten « littletweekhereandthere » noch mit der
Entlassung eines Mitarbeiters und
einer damit erhofften kurzfristigen
Kosteneinsparung zu tun haben.
Nur mit geplant ausgewählten
LEAN und Six Sigma tools ist es
möglich, Prozesse, Produkte und
Dienstleistungen entlang der ganzen Wertschöpfungskette kosteneffizient, schlank und fehlerfrei zu
gestalten. Nur mit schlanken und
fehlerfreien Prozessen, Produkten
und Dienstleistungen kann ein Unternehmen langfristig konkurrenzfähig sein.
Was ist der Wert von Optimierungen mit Lean und Six
Sigma?
Eine schlanke und fehlerfrei funktionierende Organisation erreicht
viele Dinge, die sowohl für Ihre
Kunden als auch für das Unternehmen selber elementar wichtig sind.
 Entwicklungszeiten werden
drastisch reduziert. ( Lean Innovation)
 Sie haben Ihre Kosten unter
Kontrolle.
 Sie produzieren mehr auf
xxxx
Wirtschaft
+ Politik
À JOUR x/xx
1/14
Bildquelle: Lean4Value GmbH
2 / 14 unter dem Thema Lean-Innovation aufgezeigt.
Abbildung 2: Zeitverteilungsdiagramm einer Fertigung
Ihren bestehenden Anlagen. Die
Stückgutkosten sinken. ( Lean)
 Sie produzieren fehlerfrei. Reprocessing verschwindet. ( Six
Sigma)
 Ihre Dienstleistungen funktionieren fehlerfrei. ( Six Sigma)
 Sie können Ihre Kunden mit
viel kürzeren Lieferzeiten bedienen. « Just in time » wird ein Wettbewerbsvorteil. ( Lean)
Wieso will das ein Kunde? Weil
auch er mit den gleichen Problemen kämpft wie Ihr Unternehmen.
Dies gilt sowohl
 für chemische Produkte, die
unser Kunde weiter verarbeitet, als
auch
 für Geräte, Maschinen und
Anlagen, in die Ihr Kunde investiert.
dessen bewusst; das Produkt mit
seiner Spezifikation und seinem
Analysezertifikat ist ein wichtiger
Teil der Leistung für den Kunden;
aber bei Weitem nicht der einzige.
« Just in time » für Ihren Kunden
kann sehr wichtig sein, damit auch
der Kunde gegenüber seiner Konkurrenz bestehen kann. Die obige
Darstellung zeigt ebenfalls, dass
nur « Lean » alleine oder nur « Six
Sigma » alleine eben sehr oft nicht
reichen, um Verbesserungen nachhaltig zu erreichen; es braucht
Lean und Six Sigma in Kombination. Wie wir effizient Wert generierende Lösungen entwickeln können, wird voraussichtlich in der
nächsten Ausgabe des À JOURs
Schlanke Produktion & Fertigung
Ein Prozess muss immer ganzheitlich analysiert werden. Vom Gesamtprozess und jedem Prozessschritt wird gemessen, wie lange
er dauert. Ganz wichtig dabei ist,
den Mitarbeitern dabei im Vorfeld
zu erklären, dass es bei dieser Zeitanalyse darum geht, ganzheitliche
Verbesserungen zu erreichen und
das Unternehmen konkurrenzfähiger zu trimmen. Es soll nicht sein,
dass sich dabei ein Einzelner exponiert fühlt. Das Schlimmste wäre,
wenn sich ein Mitarbeiter bei der
Analyse extra Mühe gäbe oder gar
noch extra schnell arbeiten wollte.
Das ergäbe für den Lean-Berater
und die Unternehmensleitung unrealistische Zeiten, die langfristig
nicht haltbar wären.
Abbildung 3 zeigt eine Zeitverteilung von aufeinanderfolgenden
Arbeitsschritten im Ist-Zustand.
Wichtig dabei ist zu wissen, dass
der Kundentakt bei 60 Sekunden
liegt. Das heisst, dass ein Arbeitsschritt maximal 60 Sekunden dauern darf, wenn das Unternehmen
seinen
Kundenverpflichtungen
nachkommen will. Der Kundentakt wird für jede Fertigung und
Den Kunden morgen zu bedienen
kann ein elementar wichtiger Konkurrenzvorteil sein. Seien wir uns
Bildquelle: Lean4Value GmbH
Wie soll ein ideales und optimiertes Szenario aussehen?
Das ideale Szenario ist aus MakroSicht bestechend einfach. Idealerweise kann ein Unternehmen
 den Kunden mit Wert generierenden Lösungen
 morgen fehlerfrei bedienen
und
 damit noch Geld verdienen.
Abbildung 3: Analyse der Taktzeiten der Montage
9
À JOUR 1/14
x/xx
Produktion aus dem Kundenbedarf und der Anlagenverfügbarkeit
errechnet.
Des Weiteren ist es augenfällig,
dass die verschiedenen Taktzeiten
in Abbildung 3 sehr unterschiedlich sind. Das mag auf den ersten
Blick nicht stören; das Nieten dauert 40 s, das Bohren im vorgehenden Schritt 240 s; dann wartet der
Mitarbeiter beim Nieten eben einen Moment, bis das Bohren fertig
ist; dauert ja nicht lange; eine
absolute Todsünde. Materialstau,
Zwischenlager oder Engpässe sind
jedoch in diesem Fall vorprogrammiert. Hohe Lagerbestände binden
unnötig Kapital und verlangsamen
den Durchlauf durch den gesamten Herstellungsprozess. Dabei
spielt es keine Rolle, ob Zwischenprodukte in einem Tank vorliegen
wie in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie oder Halbfabrikate in einer Kiste wie in der
mechanischen Fertigung.
Oft höre ich: « Ja, aber Herr Jud,
ich muss doch den Reaktor reinigen; und Reaktor reinigen ist doch
ein Schritt, der keinen Wert generiert. » Eine gute Nachricht vorweg:
« Sie werden auch in Zukunft den
Reaktor reinigen dürfen. » Zum
Zweiten zeigt die Behauptung,
dass Reaktor reinigen kein Wert
generierender Schritt sei, nicht die
ganze Wahrheit. Reaktor reinigen
ist ein « unterstützender Schritt ».
Das heisst, er ist absolut notwendig, obwohl er dem Produkt, das
vorher darin reagiert hat, keinen
direkten Wert zufügt. Welche Unterteilungen machen wir also?
1. Wert generierender Schritt
2. Unterstützender Schritt
3. Nicht Wert generierender
Schritt
Meistens, um nicht zu sagen immer, sind in jedem Arbeitsschritt
10
Wirtschaft + Politik
xxxx
Zeiten auszumachen, die Wert generieren, die unterstützend sind
und die nur Verluste bringen. Gehen wir auf jede dieser Unterteilungen im Detail ein. Abbildung 3
illustriert dies bestens.
Wert generierender Schritt
Ein jeder Schritt, bei dem das Produkt für den Kunden einen Mehrwert erzielt, ist Wert generierend.
Die Wert generierenden Schritte
sind der wahre Grund, wieso ein
Unternehmen überhaupt existiert.
Das Ablaufen der Reaktion selber
ist ein gutes Beispiel dafür. Interessanterweise zielen sehr viel Unternehmen in einer Optimierung ihres
Betriebes darauf, diesen bereits
Wert generierenden Schritt noch
schneller zu machen. Das ist nicht
grundsätzlich falsch; jedoch ist es
nur bedingt effizient, weil die
möglichen Zeitgewinne bei den
unabdingbaren und den nicht
Wert generierenden Prozessschritten ungleich höher sind. Dass nur
zehn Prozent der Durchlaufzeit
Wert generieren, mag überraschen, ist jedoch keine Seltenheit.
Da gibt es enormes Potential bei
den nächsten beiden Schritten.
Abbildung 3 zeigt die Analyse der
Montage 1 und Montage 2 aus
der Fertigung in Abbildung 2. Diese Analyse bezieht sich nur auf die
beiden Montageschritte; über den
ganzen Betrieb analysiert liegt der
Anteil der Wert generierenden Zeit
deutlich tiefer.
Unterstützender Schritt
Ein jeder Schritt, der zwar keinen
Wert für den Kunden generiert
und trotzdem eben notwendig ist,
wie zum Beispiel das Schreiben
von Rechnungen oder eben das
Reinigen des Reaktors. Wenn diese
unterstützenden Schritte schon
nicht weggelassen werden können, obschon sie keinen Mehrwert
schaffen, muss deren Zeitdauer
reduziert werden. Eine gute LeanBeratung zielt darauf ab, diese
unterstützenden Schritte zu erkennen, deren Zeiten zu analysieren
und zu reduzieren. Diese Schritte
sollen weder eliminiert werden,
noch darf die Qualität dieser Arbeiten leiden. Trotzdem darf GMP
nicht herhalten, eine Optimierung
nicht anzugehen.
Nicht Wert generierender
Schritt
Diese Schritte stellen, auch wenn
dies überraschen mag, den Hauptanteil der Zeiten dar, die ein Produkt, ein Gerät oder eine Dienstleistung im Betrieb verbringen.
Alle Lagerbestände zählen hier
mit; deshalb sind « just in time »
und Kanban-Lagersysteme so
elementar wichtig für eine schlanke Organisation. Ebenso gute Beispiele finden sich bei den Dienstleistungen; so werden Kundenreklamationen ins System eingegeben und verharren dort, ohne dass
daran aktiv gearbeitet würde. Zu
den nicht Wert generierenden
Schritten zählen das Warten, Lagern, Suchen, Laufen und so weiter wie Abbildung 4, Referenz 5,
sehr gut anhand der Arbeitsvorbereitung (SMED) einer Laborarbeit
illustriert. Die für eine bestimmte
Arbeit notwendigen Chemikalien
und Werkzeuge müssen dort vorhanden sein, wo sie gebraucht
werden (Abbildung 1 zeigt dies
deutlich), wobei bei den Chemikalien die genauen Vorschriften bezüglich der Lagerung zu befolgen
sind.
Nicht Wert generierende Schritte
sollen und müssen gnadenlos eliminiert werden. Um es vorweg zu
sagen: Dieser Teil eines Lean-Projektes ist der schmerzhafteste. Es
ist wichtig, diese nicht Wert generierenden Schritte zu erfassen und
sie mit den Mitarbeitenden zu besprechen. Der Widerstand, Lieb-
xxxx
Wirtschaft
+ Politik
À JOUR x/xx
1/14
 Referenz 5, Abbildung 4: Spaghetti map
einer Laborarbeit; Details wurden abgeändert
 Referenz 6: Dr. Jürg Krebser, CEO von
inspire und Vorstandsmitglied von ManuFuture anlässlich der Preisverleihung « Bestes
Lean Six Sigma Zertifizierungsprojekt 2010 – Bildquelle: Lean4Value GmbH
2012 » am Lean Six Sigma Dialog Summit an
Abbildung 4: Spaghetti map einer Vorbereitung (SMED) einer Laborarbeit
gewordenes loszulassen, ist gross.
Wir trennen uns von alten Glaswaren, bei dessen Anblick das Herz
eines jeden Laboranten höher
schlägt; allein, die Firma ist kein
Museum. Was immer benötigt
wird, kommt nach vorne; was wenig benötigt wird, gehört nach
hinten. Nicht benötigtes Material
und Chemikalien oder Werkzeuge
werden eliminiert (5S). Der Werksdirektor einer bekannten Schweizer Industriefirma sagte beim
Rundgang: « Wir haben Werkzeug
an die Mitarbeiter verschenkt im
Wert von mehreren Tausend Franken. »
verselle Management-Methode,
welche in allen Bereichen von
schweizerischen
Unternehmen
nutzenstiftend eingesetzt werden
kann. » Dr. Jürg Krebser, CEO von
inspire und Vorstandsmitglied von
Manu Future anlässlich der Preisverleihung « Bestes Lean Six Sigma
Zertifizierungsprojekt 2010 – 2012 ».
(Referenz 7)
Querverweise, Referenzen, Literaturverweise
Referenz
1: www.lean4value.com, Geschäftsführer: Christof Jud. Lean4Value ist ein Unternehmen basierend auf Partnerschaften und strategischen Allianzen und erbringt Dienstleistungen zum Thema Lean Six Sigma in Entwicklung, Herstellung
Zusammenfassung
Als Zusammenfassung seien ein
paar wenige Schlüsselzitate vom
Lean Six Sigma Dialog Summit an
der ETH Zürich vom 15. Mai 2013
widergegeben.
und Produktion und Launch von Entwicklungen
im B2B-Markt.
 Referenz 2: cetpm, FH Ansbach, cetpm,
Fachhochschule Ansbach, www.cetpm.de
 Referenz 3: « Internationalisierungsstrategien und Verlagerungstrends von Schweizer Produktionsunternehmen », Prof. Bruno R. Waser,
 « Die Auswahl der Green- und
Black Belts ist sehr sorgfältig vorzunehmen » und der
 « Partner (Master Black Belt),
mit dem man zusammenarbeitet,
ist ein sehr zentraler Punkt für den
Erfolg .» Stephan Froidevaux, Leiter Group QM Ammann / KVP-Manager Ammann Schweiz AG (Referenz 6)
 « Lean Six Sigma ist eine uni-
Christoph Hanisch, Die Volkswirtschaft, das Magazin für Wirtschaftspolitik 11-2011, pg. 51–54
 Referenz 3, Abbildung 1: schlanke Fertigung mit BeeWaTec-Systemen, Foto mit freundlicher Genehmigung der Firma BeeWaTec in
D-Pfullingen, www.beewatec.de
der ETH Zürich vom 15. Mai 2013. ManuFuture wurde 2006 als Verein gegründet und ist
die Wissens- und Technologietransferstelle
für Manufacturing-Themen. Mitglieder sind
neben vielen Unternehmen u. a. die EPFL,
verschiedene FHs, HES die SUPSI, die empa.
www.manufuture.ch
*Christof Jud ist zertifizierter
« Lean Production Master » (cetpm,
FH Ansbach in Deutschland) und
zertifizierter Lean Six Sigma Master
Black Belt. Er war mehrere Jahre
bei Dow Chemical als Senior Consulting Manager tätig. Dort war er
verantwortlich für die globale
fachliche Führung von über 100
Green-Belt- und Black-Belt-Projektleitern über die verschiedensten Bereiche Produktion, Einkauf,
Entwicklung, supplychain etc. So
konzipierte er u.a. Labors für Mikrobiologie, Analytik und Formulierungsentwicklung unter LeanRichtlinien und führte Lean Six Sigma von der Produktion in die R&D / angewandte Entwicklung ein. Zuvor hatte sich Christof Jud viele
Jahre Erfahrung angeeignet als
Leiter von Entwicklungsprojekten
auf der ganzen Welt und im technischen Verkauf in der mechanischen und chemischen Industrie
bei Sulzer. Christof Jud ist Inhaber
und Geschäftsführer der Firma
Lean4Value GmbH, die spezialisiert ist für Lean- und Six-SigmaBeratung, Schulung und Dienstleistungen über den gesamten
Wertstrom.
(www.lean4value.
com, Referenz 1)
 Referenz 4: Stephan Froidevaux, Leiter
Group QM Ammann / KVP-Manager Ammann
Schweiz AG, anlässlich des Lean Six Sigma Dialog Summit an der ETH Zürich vom 15. Mai
2013
11
À JOUR 1/14Naturwissenschaft
x/xx
xxxx
Coffein – Was hat Johann Wolfgang Goethe
zur Entdeckung des Coffeins beigetragen?
Autor: Patrick Keller
Die erste Tasse Kaffee
Wo die erste Tasse Kaffee hergestellt wurde, ist umstritten. Eine
oft zitierte Legende besagt, dass
Hirten aus dem Königreich Kaffa,
das im heutigen Äthiopien lag, um
das Jahr 850 n. Chr. aufgefallen
sei, dass ein Teil einer Ziegenherde
in der Nacht noch munter war,
während der Rest der Herde müde
war. Dieser Teil der Ziegenherde
hatte im Lauf des Tages rote Früchte von einem Strauch gefressen.
Diese Früchte probierte ein Hirte
aus und stellte fest, dass er sich dadurch belebt fühlte. Daher brachte
er die Früchte zu Mönchen und erzählte ihnen die Geschichte. Die
Mönche bereiteten aus diesen
Früchten einen Aufguss und konnten durch den Trank bis spät in die
Nacht wach bleiben und beten.
Obwohl diese Legende einige logische Widersprüche enthält, wie
zum Beispiel die Hirten wussten,
welche Beeren die Tiere gefressen
hatten und welche nicht, wurde
Kaffee das erste Mal im Königreich
Kaffa schriftlich erwähnt und dies
im 9. Jahrhundert. Oft wird auch
das Hochland von Abessinien als
Ursprungsort des Kaffees erwähnt.
12
Kaffee geht nach Osten
Der Kaffee verbreitete sich vermutlich durch Sklavenhändler im
14. Jahrhundert nach Arabien. Im
15. Jahrhundert begann der Kaffee als Genussmittel in Arabien
Fuss zu fassen. Der Kaffee feierte
1511 in Mekka und 1532 in Kairo
seinen Einzug. Doch der Genuss
von Kaffee war nicht immer gerne
gesehen. Dieser wurde in Arabien
mehrmals verboten und dann wieder stillschweigend toleriert. Sultan Murad IV verhängte für Kaffeetrinker im 17. Jahrhundert die
Todesstrafe als Höchststrafe. Sein
Vorgänger, Murad III, hatte zwar
ein Kaffeeverbot eingeführt, welches aber nur wenig kontrolliert
wurde.
Abschliessend anerkannt wurde
der Kaffee ab dem Jahr 1839 im
osmanischen Reich.
ansammlungen in den Kaffeehäusern. Doch den Siegeszug des Kaffees konnte niemand stoppen.
Europa und der Einzug
des Kaffees
In Europa wurde der Kaffee ab
dem Jahr 1558 in medizinischen
und botanischen Werken beschrieben, war jedoch nicht als
Genussmittel bekannt. Im 17. Jahrhundert war der Kaffee auch als
Getränk in Europa etabliert. Die
Ärmsten konnten sich Kaffee
höchstens zu besonderen Anlässen leisten. Die Verlierer waren die
Alkoholhersteller, wie zum Beispiel
die Bierbrauer. Statt, wie früher
üblich, den ganzen Tag Alkohol zu
trinken, wurde der Genuss dieses
Getränks auf den Abend verschoben. Auch in Europa wurde sowohl um 1676 in England durch
Karl II als auch im 17. Jahrhundert
in Deutschland versucht, den Kaffeekonsum zu untersagen. Als
Vorwand galten gesundheitliche
Bedenken der Mediziner gegen
Kaffee. Aber der Hauptgrund war
die Unterbindung der Menschen-
Friedlieb Ferdinand Runge
Die Entdeckung des Coffeins
Gifte für die Beseitigung von Menschen waren auch im frühen 19.
Jahrhundert eine beliebte Mord-
Bildquelle: Wikipedia
Kaffee ist heutzutage nicht
mehr aus dem Büroalltag wegzudenken. Ebenso ist es ein
Getränk für zuhause oder für
auswärts. Schnell oder gemütlich einen Kaffee im Café um
die Ecke trinken? Welches andere Getränk hat es geschafft,
eine komplette Restaurantart
zu benennen? Normaler oder
doch lieber entcoffeinierter
Kaffee, da sind die Geschmäcker verschieden. Doch wie
kam der Siegeszug des Coffeins
in Gestalt des Kaffees?
methode. Aber anstatt Arsen- und
Quecksilberverbindungen wurden
Naturstoffe beliebter. Mit deren
Nachweisung hat sich Friedlieb
Ferdinand Runge beschäftigt.
Ihm gelang der Nachweis von Atropin, indem er ein Spinatgericht
mit Bilsenkrautblatt vergiftete. Den
Saft dieser Speise tropfte er in das
Auge einer Katze. Dieses reagierte
mit einer Pupillenerweiterung. Mit
dieser Katze, welche ein durch das
Atropin erweitertes Auge hatte,
ging Friedlieb Ferdinand Runge im
Jahre 1819 zu Johann Wolfgang
Goethe. Dieser war beeindruckt
von Runges Leistung und gab ihm
eine Schachtel mit Kaffeebohnen,
welche zu dieser Zeit noch sehr
wertvoll waren. Goethe vermutete,
dass die Kaffeebohnen ein natürliches Gegengift gegen Atropin
waren. Dies stellte sich zwar als Irr-
xxxx
Naturwissenschaft
À JOUR x/xx
1/14
Das Molekül Coffein
oder auch 1,3,7-Trimethyl-2,6-purindion,
1,3,7-Trimethylxanthin
oder Thein genannt, wurde in der
selben Zeit noch dreimal durch
unterschiedliche Zeitgenossen von
Runge entdeckt .
Die Entdeckung der Struktur
des Coffeins
Mittels Verbrennungsdaten konnten im Jahr 1832 Justus von Liebig
Die Synthese von Coffein
und Christoph Heinrich Paff die
Summenformel von Coffein nachweisen. 1875 wurde die chemische Struktur von Ludwig Medicus entdeckt und im Jahr 1895
durch Hermann Emil Fischer mittels der Synthese von Coffein bestätigt. Erst im 20. Jahrhundert
wurde der Wirkungsmechanismus
von Coffein nachgewiesen.
Gewinnung von Coffein
Grosse Mengen von Coffein werden durch die Entkoffeinierung
von Kaffee gewonnen. Dabei wird
als Extraktionsmittel Dichlormethan, Essigsäureethylester oder
überkritisches Kohlenstoffdioxid
verwendet. Um den weiteren Bedarf zu decken, wird mittels Traube-Synthese Coffein industriell
hergestellt. Diese ist auch unter
dem Namen Traubesche-PurinSynthese bekannt. In mehreren
Schritten wird aus den Edukten
Chloressigsäure und Harnstoff
Coffein synthetisiert.
In der einen der zwei Vorstufen
wird Cyanessigsäure durch eine
Bildquelle:
Patrick Keller
Substitutionsreaktion von Chloressigsäure mit Natriumcyanid hergestellt.
In der anderen Vorstufe wird Dimethylharnstoff mittels einer Substitutionsreaktion von Harnstoff
und Methylamin gebildet.
Mittels einer Kondensation von
Cyanessigsäure und Dimethylharnstoff kommt es zur Amidbildung.
Es folgt die Ringbildung. Mit sal-
Bildquelle:
Patrick Keller
Vorstufe B
petriger Säure erfolgt die Nitrosylierung. Mit Wasserstoff wird die
Verbindung reduziert. Die nächste
Stufe ist die Synthese einer Ameisensäure. Mittels Natronlauge erfolgt die Imidazoliumsalzbildung
und der zweite Ringschluss. Coffein wird durch Zugabe von Chlormethan erhalten.
Quellen:
Von Alkohol bis Zucker – Zwölf Substanzen, die
die Welt veränderten; Christian Mähr; DuMont
Buchverlag; 2010; ISBN 978-3-8321-9549-6
Wikipedia
http://www.swisseduc.ch
www.coffein.ch
suite101.de
http://www.darboven.com
http://www.therapeut-berlin.de
http://www.euleev.de
Vorstufe A
Bildquelle: Patrick Keller
Bildquelle: Patrick Keller
tum heraus, aber dadurch erhielt
Runge die Chance, das Coffein,
welches er Kaffeebase nannte, zu
entdecken und ein Jahr später darüber zu berichten. Das Coffein
13
À JOUR 1/14Naturwissenschaft
x/xx
xxxx
Synthese chiraler Halomethane und Oxirane
Autoren: Yannick Stöferle und
Jürgen Stohner
Ziele
Im Rahmen dieser Bachelorarbeit
[4] sollten verschiedene isotopenchirale Halomethane (CHCl2F,
CDCl2F, CHDCl2), chirale Halomethane (CHDClF und CHBrClF)
14
und ein achirales Halomethan
(CH2ClF) für 2D-massenspektroskopische
Messungen
und
COLTRIMS-Experimente [5] (Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt) in ausreichender Menge und
Reinheit synthetisiert werden. Die
Chiralität der ersten drei Halomethane kommt durch die zwei
unterschiedlichen
Chlorisotope
35
37
Cl und
Cl zustande. Bei
COLTRIMS-Experimenten
(Cold
Target Recoil Ion Momentum Spectroscopy) handelt es sich um Coulomb-Explosionsexperimente, mit
denen die absolute Konfiguration
massenspektrometrisch identifiziert und quantifiziert. CHCl2F und
CDCl2F wurden in grösserer Menge und hoher Reinheit durch die
Fluorierung von Chloroform bzw.
d-Chloroform hergestellt. Diese
beiden Verbindungen wurden darüber hinaus noch infrarotspektroskopisch in der Gasphase zwischen
400 cm-1 und 7000 cm-1 mit
einer Auflösung von 0.5 cm-1
gemessen und die erhaltenen
Schwingungsbanden (Spektrenausschnitt in Abbildung 1) wurden
den Fundamentalschwingungen
zugeordnet; ein Vergleich mit der
Bildquelle: Yannick Stöferle
Halomethane und Oxirane sind
als kleine chirale Moleküle für
die hochauflösende FourierTransform Infrarotspektroskopie und die Untersuchung der
molekularen Paritätsverletzung
(PV) von Interesse [1]. Die PV
zeigt sich in Enantiomerenpaaren durch einen geringen Energieunterschied zwischen den
zwei isolierten Enantiomeren
in der Gasphase. Dieser Energieunterschied kann als Reaktionsenthalpie der Stereomutation
interpretiert
werden.
Tatsächlich überwiegen die
chiralen Verbindungen in der
belebten Natur die optisch inaktiven Stoffe, da Moleküle mit
zunehmender Grösse oft eine
Vielzahl chiraler Zentren besitzen. Die Halomethane finden
als Stoffklasse zudem eine
breite Anwendung in der Industrie. Sie werden als Kühlmittel, Treib- und Schäumungsmittel, Lösemittel und als Feuerlöschmittel verwendet [2].
Die Begeisterung über die Halomethane nahm allerdings
während der 1970er Jahre stark
ab, da sie in Verbindung mit
dem Ozonabbau in der Stratosphäre gebracht werden konnten (in diesem Zusammenhang
vor allem als FCKWs bezeichnet) [3]. Zusätzlich leisten die
Halomethane auch ihren Beitrag zum anthropogenen Treibhauseffekt [2].
Abbildung 1: IR-Spektren von CHCl2F (gestrichelt) und CDCl2F (durchgezogen)
zwischen 600 und 900 cm-1
von Molekülen bestimmt werden
kann. Für Bromchlorfluormethan
war eine Synthesestrategie hin
zum enantiomerenreinen Molekül
auszuarbeiten. Zusätzlich wurden
Darstellungsmöglichkeiten
von
2-Bromoxiran in Anlehnung an
diejenigen von 2-Chloroxiran für
spätere Arbeiten gesichtet.
Resultate
Die erhaltenen Halomethane und
Zwischenstufen wurden NMR- und
Literatur [6] zeigt sehr gute Übereinstimmung (soweit bisher gemessen). Im Spektrenausschnitt in
Abbildung 1 sind die CCl-Schwingungen der beiden Halomethane
CHCl2F und CDCl2F abgebildet (je
zwei). Es ist zu erkennen, dass die
Banden für CDCl2F deutlich zu tieferen Wellenzahlen verschoben
sind. Dies kommt von der unterschiedlichen reduzierten Masse,
welche der Austausch eines Protiumatoms durch ein Deuterium-
xxxx
Naturwissenschaft
À JOUR x/xx
1/14
Bildquelle: Yannick Stöferle
atom bewirkt. CDCl2F wurde bisher spektroskopisch noch nicht im
Abbildung 2: CHBrClF-Molekül
rolyse der Amidbindung eines reinen Diastereomers wird ein bestimmtes Enantiomer der Bromchlorfluoressigsäure (4) erhalten
(markiert durch einen Stern (*) in
der Struktur). Dieses kann danach
durch Decarboxylierung in das entsprechende Enantiomer des Bromchlorfluormethans (5) überführt
werden, wobei die absolute Konfiguration erhalten bleibt.
Die Herstellung von 2-Bromoxiran,
wie sie in Schema 2 dargestellt ist,
kann durch eine radikalische Bromierung von Ethylenoxid mit tertButylhypobromit erfolgen [7]. Das
tert-Butylhypobromit kann vorgängig aus Hypobromiger Säure
(BrOH) und tert-Butylalkohol hergestellt werden. Unter Lichtausschluss und gekühlt gelagert, ist
das tert-Butylhypobromit lange
Zeit stabil.
Diese Bromierungsmethode kann
über das Ethylenoxid hinaus noch
für andere Synthesen von bromierten Kohlenwasserstoffen angewendet werden.
Ausblick
Obwohl auf dem Weg zur Herstellung diverser halogenierter Methanderivate einige Fortschritte erzielt wurden, bleiben immer noch
viele synthesetechnische Schwierigkeiten und Herausforderungen.
An erster Stelle steht dabei das rasche Vorantreiben und Optimieren
der enantioselektiven Synthese
von CHBrClF. Des Weiteren ist bisher lediglich der Grundstein zur IRspektroskopischen Aufklärung von
CHCl2F und CDCl2F gelegt. Hierzu
beinhaltet das weitere Vorgehen
die Analyse und Zuordnung der
Oberton- und Kombinationsschwingungsbanden.
Bildquelle: Yannick Stöferle
Detail analysiert. CHDCl2 konnte in
kleiner Menge mit ausreichender
Reinheit durch die Reduktion von
d-Chloroform mit Tri-n-butylzinnQuellen
hydrid
synthetisiert
werden.
[1] M. Quack, J. Stohner. Parity Violation in
CH2ClF wurde lediglich stark verChiral Molecules. Chimia, 59, 2005, S. 530 – 538
unreinigt aus einer Substitutionsre[2] G. M. Rusch. Ullmann’s Encyclopedia of
aktion von CH2ClI mit KaliumfluoIndustrial Chemistry – Organic Chlorofluoro
rid erhalten und erste CHDClFHydrocarbons. Volume 6, Wiley-VCH, 2002
Syntheseversuche blieben ohne
[3] F. Sherwood Rowland. Der Abbau des straErfolg. Für das enantiomerenreine
tosphärischen Ozons durch FluorchlorkohlenCHBrClF (5) (Abbildung 2) wurde
wasserstoffe (Nobel-Vortrag). Angewandte
eine mehrstufige neue SyntheseChemie, 108, 1996, S. 1908 – 1921
strategie (Schema 1) ausgehend von Trichlorfluorethen
(1) entwickelt
und bis und mit
der dritten Stufe erfolgreich
durchgeführt.
Zwischenprodukt 2 wird
über die entsprechende
C a r b o n s ä u re
ins diastereomere Amid 3
überführt. Die
beiden Diastereomere
(3)
können durch
Säulenchromatographie getrennt werden. Schema 1: Teilansicht der Synthesestrategie für die Herstellung von enantiomerenreinem BromchlorfluorDurch die Hyd- methan
15
ÀÀJOUR
JOURx/xx
1/14Naturwissenschaft
xxxx
J. Org. Chem., 27, 1962, S. 2976 – 2977
und Oxirane. Bachelorarbeit, ZHAW Wädenswil,
ICBC, 2013
[5] M. Pitzer, M. Kunitski, A. Johnson, T. Jahnke,
H. Sann, F. Sturm, L. Schmidt, H. Schmidt-Böcking, R. Dörner, J. Stohner, J. Kiedrowski, M.
Reggelin, S. Marquardt, A. Schiesser, R. Berger,
M. Schöffler. Direct Determination of Absolute
Molecular Stereochemistry in Gas Phase by
Coulomb Explosion Imaging. Science, 341,
2013, 1096 – 1100
[6] M. Snels, M. Quack. High resolution Fouriertransform infrared spectroscopy of CHCl2F
in supersonic jets: Analysis of v3, v7 and v8.
J. Chem. Phys., 95, 1991, S. 6355 – 6361
[7] C. Walling, A. Padwa. Positive Halogen
Compounds. V. t-Butyl Hypobromite and Two
Bildquelle: Yannick Stöferle
New Techniques for Hydrocarbon Bromination.
*Yannick Stöferle, geboren
1989, absolvierte eine Lehre als
Chemielaborant von 2006 bis
2009 bei Vifor (international) AG
und besuchte zeitgleich die technische Berufsmaturitätsschule in
St. Gallen. Nach einem Zwischenjahr, in dem er als Chemielaborant
in der chemischen Entwicklung tätig war, begann er sein Bachelorstudium in Life Sciences im Fachbereich Chemie an der ZHAW in
Wädenswil. Die Diplomarbeit
schloss er 2013 auf dem Gebiet
der Physikalischen Chemie in der
Gruppe von Prof. Dr. Jürgen Stoh-
ner ab. Seit September 2013 befindet er sich im Masterstudium in
Chemie an der ETH Zürich.
Bildquelle: Yannick Stöferle
[4] Y. Stöferle. Synthese chiraler Halomethane
Schema 2: Synthesestrategie für 2-Bromoxiran. Aus Hypobromiger Säure und tert-Butylalkohol wird tertButylhypobromit hergestellt, welches nachher als Bromierungsreagenz für das Ethylenoxid dient.
16
xxxx
Naturwissenschaft
À JOUR x/xx
1/14
Die spinale Muskelatrophie
(SMA) ist eine autosomal-rezessiv vererbbare Krankheit,
die durch einen Mangel des
SMN-Proteins (SMN = « survival
of motor neuron ») verursacht
wird und die Degeneration von
Motorneuronen hervorruft. In
Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung ist die Lebenserwartung mehr oder weniger deutlich reduziert. Zurzeit
gibt es leider nur palliative Therapiemöglichkeiten. Ein möglicher Ansatz für die Behandlung
von SMA besteht darin, ein Medikament zu entwickeln, dass
das alternative Spleissen des
SMN2-Gens bewirkt und somit
die Menge an erforderlichem
SMN-Protein erhöht.
Autorin: Agnes Baron
Rückenmarkes sowie teilweise
auch der motorischen Hirnnervenkerne des Hirnstamms gekennzeichnet sind [1]. Motorneuronen
verlieren den Kontakt zum Muskel
und sterben ab. Lähmungen sind
die Folge. SMA ist eine seltene Erkrankung, die mit einer Häufigkeit
von 1:6000 bei Neugeborenen die
zweithäufigste autosomal rezessiv
vererbte Erkrankung beim Menschen darstellt [2]. Jede 40. Person
in der Bevölkerung ist Anlageträger
für SMA [3]. Die SMA kann klinisch
in vier Subtypen unterschieden
werden (Tabelle 1). Diese Einteilung beruht auf dem Erkrankungs-
beginn, bestimmten Fähigkeiten in
der motorischen Entwicklung und
der Lebenserwartung.
Der genetische Hintergrund
Spinale Muskelatrophie wird durch
eine Deletion oder Mutation des
SMN1-Gens verursacht, was zu
einem Mangel des für Motorneuronen essentiellen SMN-Proteins
führt. Nichtsdestotrotz besitzen
Menschen ein nahezu homologes SMN2-Gen. Jedoch führt eine
Cytosin-zu-Thymin-Transition im
Exon 7 des SMN2-Gens zum alternativen Spleissen und somit
zum Ausschluss von Exon 7 [4].
Bildquelle: Agnes Baron
Hintergrund
Bei der spinalen Muskelatrophie
handelt es sich um eine klinisch
und genetisch heterogene Gruppe von Erkrankungen, die durch
den progredienten Untergang von
motorischen Vorderhornzellen des
Abbildung 1: Schema der SMN1- und SMN2-Gene mit resultierender
mRNA sowie Proteine
Bildquelle: Roche
Synthese von neuen Verbindungen zur Behandlung
spinaler Muskelatrophie
Tabelle 1: Subtypen der SMA [2, 4 bearbeitet]
17
ÀÀJOUR
JOUR1/14Naturwissenschaft
2/09««Thema»»
x/xx
xxxx
Ungefähr 70 – 90% der SMN2Transkripte sind verkürzt, was dazu
führt, dass das dazugehörige Protein weniger stabil ist und schnell
abgebaut wird [2]. Nur ein kleiner
Prozentsatz der SMN2-Transkripte
beinhaltet das Exon 7 und codiert
für das vollständige und funktionsfähige SMN-Protein (Abbildung 1).
Aus dem Grund ist das SMN2-Gen
nicht in der Lage, den Verlust des
SMN1-Gens zu kompensieren.
Eine mögliche therapeutische
Strategie
In einem gemeinsamen Projekt
streben PTC Therapeutics, die
SMA Foundation und F. HoffmannLa Roche danach, ein Medikament zu entwickeln, das als « splicing modifier » eingesetzt werden
kann. Das alternative Spleissen des
SMN2-Gens soll damit gefördert
werden, sodass vollständige Transkripte entstehen und in einem
nächsten Schritt funktionsfähiges
SMN-Protein (Abbildung 2).
Im Rahmen der Bachelorarbeit
durfte ich im Labor von Dr. Hassen Ratni an der Entwicklung eines
möglichen Wirkstoffes mitarbeiten
und somit einen Einblick in die
Medizinalchemie gewinnen.
Literatur:
[1] S. Langer, S. Rudnik-Schöneborn, K. Zerres, Prof. Dr. T. Grimm, Med Genet 2013, 25,
3, 337 – 346
[2] R R.S. Anderton, B.P. Meloni, F.L. MastaBildquelle: Agnes Baron
glia and S. Boulos, Mol Neurobiol 2013, 47, 2,
*Agnes Baron absolvierte eine
Lehre zur Chemielaborantin in
der Fachrichtung Synthese bei der
Ciba Spezialitätenchemie in Basel.
Im Herbst 2010 begann sie an der
FHNW in Muttenz das Bachelorstudium Molecular Life Sciences
(MLS) mit der Vertiefungsrichtung
Chemie. Die Bachelorarbeit wurde
von Prof. Dr. Gerhard Grundler der
FHNW betreut und bei der F. Hoffman-La Roche in Zusammenarbeit
mit den Herren Dr. Andrew Thomas und Dr. Hassen Ratni durchgeführt. Die Diplomarbeit wurde mit
dem SVC-Diplompreis ausgezeichnet. Seit Herbst 2013 absolviert
Agnes Baron das Master-Studium
Molecular Technologies an der
FHNW.
821 – 32
[3] S.J. Kolb and J.T. Kissel, Arch Neurol 2011,
68, 8, 979 – 84
[4] J. Cherry and E.J. Androphy, Future Med
Chem 2012, 13, 1733 – 50
S
ehr geehrte Leser,
wie Sie vielleicht bereits bemerkt haben, hat sich in der
letzten Ausgabe ein Fehler in
die Printversion eingeschlichen. Das Molekül Acetylsalicylsäure war falsch abgebildet.
Weil jedes Molekül nur einmal
abgebildet und dann überall
eingesetzt wird, hat sich der
Fehler überall wiederholt. Eigentlich dient diese Massnahme zum Vermeiden von Fehlern. Ich möchte mich nochmals herzlich bei den Lesern
bedanken, welche auf den
Fehler aufmerksam gemacht
haben.
m in Zukunft solche Fehler
zu vermeiden, suche ich
einen fachlichen Korrektor,
welcher die Artikel auf ihre
Richtigkeit überprüft. Interessierte melden sich bitte bei mir
unter
U
[email protected]
Ihr Chefredaktor
Bildquelle: Roche
Hier das richtige Molekül:
Abbildung 2: Schema eines Medikaments,
das als « splicing modifier » agiert
18
««Thema»»
xxxx
SVC
ÀÀJOUR
JOURx/xx
1/14
2/09
Le mot du président
tion et la recherche, a fait un discours très positif sur la place et le
rôle des HES dans l’échiquier de la
formation professionnelle et des
programmes de recherche appliquée. Pour autant, le part de financement des HES et des programmes de recherche, reste très
en-deçà des apports pour l’économie. On aimerait bien voir cette
reconnaissance se traduire dans les
faits à savoir dans les budgets alloués aux hautes écoles spécialisées.
Source: SBFI
Questions politiques
Une bonne nouvelle pour les diplômés des HES en Chimie et Biotechnologie: la discrimination des
diplômés HES dans l’ordonnance
sur le contrôle des stupéfiants ne
se traduit pas sur le terrain. Un
membre nous a fait part de sa situation: ses compétences et son
expérience lui ont permis de rester
habilité au poste de responsable
des produits stupéfiants dans son
entreprise et cela malgré le texte
de l’ordonnance d’application.
Mais il ne manque pas de souli-
Crédits votés à la suite du message FRI 2013 – 2016 (Mia. CHF)
* Moyens estimés; ils seront l’objet des demandes ultérieurs auprès du parlement
gner que la discrimination n’en pas
pour autant latente dans le parcours professionnel. Il nous faut
donc nous battre encore pour que
la pratique en cours dans l’industrie se traduise bien dans les textes
législatifs.
HES ou HESA
Lors de la conférence du Bürgenstock des hautes écoles spécialisées
à Lucerne le 10 janvier dernier, le
conseiller
fédéral
SchneiderAmmann chef du département fédéral pour l’économie, la forma-
Je pense qu’en ayant adopté le
système anglo-saxon des bachelors et masters, il faudrait tirer un
trait sur la notion de haute école
spécialisée dont le terme spécialisée est, en soit, déjà discriminatoire comme on le voit dans les
textes et renommer nos HES scientifiques soit en Haute Ecole en
Science Appliquée (comme la
ZHAW l’a déjà fait) ou Université
en Science Appliquée. La Technical University anglo-saxonne n’est
pas à mon sens souhaitable car le
bagage pratique de l’apprentis-
sage en Suisse n’est pas équivalent. Le débat est ouvert.
Formation
En 2014, les cours de la Division
Analytique Société Suisse de Chimie sont désormais accessibles aux
membres de la SVC à prix réduits.
Profitons-en car il n’est jamais superflu aujourd’hui comme hier de
se tenir à jour dans son domaine. Il
en va de notre employabilité!
Consultez régulièrement la rubrique Formation continue sur
votre Homepage www.svc.ch.
D’autres offres de formation sont
proposées dans d’autres domaines
de la chimie, les sciences de la vie
et la biotechnologie.
Poste vacant au comité
La SVC bénéficie des compétences
professionnelles du comité de direction. Employées par de grandes
firmes ou auto-entrepreneurs, ces
collègues sont bien représentatifs
de notre branche. Nous sommes un
partenaire reconnu, consulté et
entendu lors de questions législatives et de formation. Il nous faut
aussi pour une bonne gestion de
l’association pouvoir compter sur
un trésorier pro-actif. Hans-Jörg
Hirt est un trésorier expérimenté et
avisé qui nous a permis, par
exemple, de nous dégager, avant la
crise financière, de nos placements
en fonds risqués. Il remettra son
mandat en octobre prochain. Avezvous des compétences en comptabilité et en finance dont vous pourriez faire bénéficier votre SVC ou
souhaitez-vous les acquérir?
Contactez-moi pour ce poste-clé:
[email protected] ou par
téléphone au 079 429 47 16.
Yves Santa Eugenia
19
ÀÀJOUR
JOURx/xx
1/14SVC
xxxx
Quel effet ont des études complémentaires sur
le salaire?
Le sondage de 2013 sur les salaires vous apporte de nombreuses réponses intéressantes
sur les salaires. La somme considérable de 264 réponses a pu
être évaluée. Celles-ci représentent environ 13% de tous les
chimistes / biotechnologues HES
travaillant en Suisse voire
presque 30% de tous les
membres de l’association.
Auteur: Simon Giese
Traduction: Fortuna
En 2013, le SVC a effectué une
enquête très détaillée et informative-parsecteurs et régions sur les
salaires des diplômés des Hautes
Écoles Spécialisées de chimie et de
biotechnologie dans toute la
Suisse.
Des femmes et des hommes venant de la Suisse entière, ayant une
formation de chimiste ou de biotechnologue d’une Haute École
Spécialisée, y ont participé. Certains ont effectué une formation
complémentaire, comme par
exemple, des études post-grade
dans un secteur proche de leur
spécialisation, des études de gestion, d’informatique, d’environnement, etc., d’autres ont entrepris
des
études
supplémentaires
comme un Master ou ont obtenu
un diplôme à l’EPF ou à l’université.
L’enquête présente les nombreuses
possibilités de formation complémentaire après des études faites à
une Haute École Spécialisée.
Saviez-vous que 8% ont fait des
études de Master?
Ils n’étaient que 3,2% en 2010.
Quel effet ont des études complémentaires sur le salaire?
Les études à l’HES ainsi que le vaste
20
spectre des formations complémentaires offrent une grande diversité d’activités dans les différentes industries. La plupart des
diplômés travaille dans les entreprises des secteurs pharmaceutiques, des médicaments ou des
techniques médicales. Mais il existe
aussi des chimistes de formation
dans l’industrie horlogère, dans
une clinique pour malades psychiques, dans la police ou dans
l’industrie automobile, pour ne
parler que de ces «originaux».
Saviez-vous que «les étudiants et
étudiantes des HES ont également
opté pour une activité dans le secteur des ressources humaines»?
Environ 5% ont choisi pour la recherche. Quelle est la rémunération dans le domaine de la recherche par rapport au secteur
analytique?
L’enquête n’informe pas seulement sur le salaire, mais également
sur le contrat de travail, la satisfaction sur place, les avantages proposés, le modèle de temps de travail, la manière dont le poste actuel
aété trouvé et le nombre de jours
de vacances octroyés.
Saviez-vous que plus de 80% des
travailleurs perçoivent des remises
d’une valeur moyenne de 772,00
CHF?
En 2010, elles s’élevaient encore à
1190,00 CHF. Près de la moitié des
personnes interrogées profite de
remises à la cantine.
Êtes-vous intéressé par le niveau
de salaire dans une région spécifique, par exemple dans le canton
d’Argovie? Les résultats vous en
informent. Outre les graphiques
pour différentes régions/différents
cantons, vous trouverez également
des diagrammessur le niveau de
salaire d’une année spécifique,
d’une promotion spécifique de diplômés post-grade pour différents
secteurs d’activités et différentes
fonctions.
Pouvez-vous imaginer que vous
pourriez gagner jusqu’à 200’000
CHF?
Si nous comparons les enquêtes
des dernières années, nous voyons
d’une part que la courbe des salaires s’est déplacée vers le haut au
long des promotions. D’autre part,
nous voyons aussi, qu’avec une
augmentation moyenne de 9653
CHF, l’augmentation entre 2009 et
2012 a diminué par rapport à celle
qui a eu lieu entre 2006 et 2009 et
qui était de 12 742 CHF. La courbe
de salaire chute, en particulier
pour les promotions plus anciennes.
Le salaire annuel moyen était de
103 405 en 2006 et de 125 800
CHF en 2012. Cela correspond à
une augmentation annuelle de
2,8% en moyenne (calcul linéaire).
Comme dans beaucoup d’autres
formations professionnelles, de
nombreuses choses ont changé
dans les études HES de chimie ou
de biotechnologie ces dernières
années. Il est maintenant possible
de compléter des études Bachelor
par un Master. Malgré la rareté des
données, nous avons quand même
pu constater que le salaire d’un
Master est bien plus élevé que celui d’un Bachelor. Mais l’écart est
quand même plus petit qu’escompté (voir les chiffres dans les
résultats). Il faut en outre tenir
compte du fait que pour le petit
nombre de données évaluées, les
facteurs comme le lieu de travail,
la taille de l’entreprise, le secteur
et l’activité ont une influence bien
plus grande.
ÀÀJOUR
JOUR1/14
x/xx
Source: Simon Giese
SVC
xxxx
Nous sommes convaincus que lors
de la prochaine enquête (lorsque
les données disponibles seront plus
nombreuses), il sera possible d’effectuer une évaluation différenciée.
En outre, lors de cette enquête, les
données des biotechnologues ont
été évaluées séparément pour la
première fois. Avec seulement trois
participants, ces données ne sont
évidemment pas très représentatives.
32 pages) dans le Domaine des
membres sous www.svc.ch.
Les exemplaires imprimés peuvent
être commandés au secrétariat des
membres (Simon Giese, [email protected]
ch) pour une participation aux frais
de 25 CHF (membres) ou de 60
CHF (non membres).
Contact pour l’enquête:
Simon Giese, [email protected]
En 2013, le SVC a de nouveau récompensé les meilleurs diplômés
avec des prix SVC.
Comme ces résultats ne se trouvent
pas dans le rapport final, voici
quelques chiffres clés:
Âge moyen: 31 ans
Année moyenne du diplôme: 2007
Salaire moyen 2012: CHF 94’766
Source: zhaw
Prime moyenne: CHF 9303
Salaire initial moyen extrapolé pour
un diplômeen 2013: CHF 77’653
Les membres peuvent télécharger
l’enquête sur les salaires (volume =
Patrick Keller remet le prix convoité par les diplômés à Christian
Suppiger
21
ÀÀJOUR
JOURx/xx
1/14SVC
xxxx
De nouveaux outils pour la page d’accueil SVC
Qui n’avance pas recule! Fidèle
à cette devise, le SVC engage
tous ses efforts pour maintenir
sa page d’accueil au niveau le
plus récent de la technique.
D’un côté, les standards de sécurité ont été augmentés et de
l’autre, vous pouvez dorénavant préciser si vous voulez recevoir votre correspondance à
votre adresse privée ou à votre
adresse commerciale.
Entrée élargie du login et
du mot de passe
Dans le but de protéger les données
de vos membres à tout accès étran-
Vous avez oublié votre numéro
de membre ou votre login?
Si vous aviez par hasard oublié votre
numéro de membre ou votre mot
Envoi de la correspondance
et « À JOUR »
Le SVC vous informe plusieurs fois
par an sur les événements, les activités et vous envoie deux fois par an
le « À JOUR » avec d’intéressants articles.
Jusqu’à ce jour, nous vous avons
envoyé ces documents à votre
adresse privée. A partir de maintenant, vous pouvez les recevoir aussi
à votre adresse commerciale. Désirez-vous utiliser cette possibilité?
Alors, vous n’avez qu’à entrer votre
adresse commerciale dans l’espace
membres sous « professionnel ».
Rendez vous sur l’espace membres
du SVC et profitez en pour vérifier
toutes vos données. Votre adresse
Source: © Nmedia - Fotolia.com
Auteur: Patrick Keller
Traduction: Fortuna
quatre chiffres. Maintenant, vous
avez la possibilité de choisir votre
nom d’utilisateur en toute liberté.
Ceci peut être, par exemple, nom.
prénom ou votre adresse mail. Vous
pouvez naturellement continuer à
entrer votre numéro de membre
comme vous le faisiez jusqu’à présent.
En outre, les exigences relatives au
mot de passe de membre ont été
accrues. Si vous changez votre mot
de passe, les nouvelles exigences
seront appliquées. Ainsi, vos données sont encore mieux protégées.
Accéder dans le monde entier aux données du SVC par l’intermédiaire de l’espace membres de la page
d’accueil
ger, le site SVC est sans cesse étendu, modernisé et adapté aux nouvelles menaces.
Jusqu’ici, vous pouviez vous connecter avec votre numéro de membre à
22
de passe pour l’accès à l’espace
membres, vous pouvez le demander sur notre site web. C’est très
simple.
est-elle encore valable? Voulez-vous
commander notre Newsletter mensuelle? Est-ce que votre profile de
membre est complet?
Économie
xxxx
+ politique
ÀÀJOUR
JOUR1/14
x/xx
Les études sans support papier ou – À quoi ressemblent les
cours à la Haute École Spécialisée des «digital natives»?
Auteurs: Susanne Dombrowski et
Patrick Keller
Traduction: Fortuna
Que des études sans support papier fonctionnent, c’est ce que
nous prouve la classe 12 de la filière Bachelor en biotechnologie
de la Haute École Spécialisée de
Zurich pour les sciences appliquées
(Zürcher Hochschule für Angewandte
Wissenschaften
[ZHAW] ), sur le site de Wädenswil.
Dans le cadre d’un projet pilote,
environ 30 étudiants du 3ème semestre ont été équipés au choix
d’iPads Apple ou de tablettes Microsoft Surface Pro à l’automne
2013 et travaillent depuis pratiquement sans support papier.
Les objectifs du projet pilote sur le
site de Wädenswil sont d’une part
un cours respectant le développement durable par le renoncement
aux scripts papier. En effet, une
quantité considérable de matériel
pédagogique sous forme de papier
doit être mise à la disposition d’un
nombre toujours croissant d’étudiants.
D’autre part, la filière Biotechnologie de la ZHAW s’adapte de ma-
nière conséquente aux nouvelles oui, comment éviter les échanges
générations d’étudiants. Dans la interdits de données entre les éturéalité vécue des cours du premier diants et les informations trouvées
semestre d’automne sans support sur Internet pendant les examens?
papier, les scripts et les présenta- Ce projet est un bon exemple de la
tions des enseignants ne sont plus manière dont les Hautes Écoles
imprimés, mais mis à disposition Spécialisées ont pris conscience de
de manière numérique sur la plate- leur responsabilité lors de l’enseiforme d’apprentissage en ligne gnement de la génération des na« Moodle » au plus tard 24 heures tifs numériques et comment elles
avant le début du cours sous forme font avancer les méthodes de la
de fichiers PDF. Les étudiants réalisation. Si le projet pilote en
peuvent saisir leurs notes de cours biotechnologie réussit, il est prosous forme de commentaires et de bable que les études sans support
notices écrites à la main. Les avan- papier seront également étendues
tages de ce système sont multiples. aux autres filières.
Les données sont disponibles en
ligne et sont par là même actuali- Vous voulez en savoir plus? Vous
sables au cours du semestre. Les pouvez continuer à vous informer
étudiants n’ont plus besoin de por- grâce au blog du projet ci-dessous
ter de lourdes quantités de script sur le déroulement de ce projet:
papier.
Une première évaluation du projet http://blog.zhaw.ch/papierlosespilote en novembre 2013 a donné studium/
comme résultat
que 60% des
participants
peuvent se passer complètement de papier
pour les études.
Aucun des étudiants participants ne souhaite un retour
aux études basées papier traditionnelles.
Les points du
projet pilote qui
restent à clarifier sont approchés avec beaucoup d’engagement: les examens doivent-ils
également avoir
lieu
entièrement sans sup- Mlle Tanja Djuric, étudiante, pendant ses études sans
port papier? Si support papier
Source: zhaw
Pour beaucoup d’entre nous, le
bureau sans support papier
n’est pas pour tout de suite,
mais notre société est de plus
en plus mobile et nombreux
sont ceux qui réprouvent les
énormes quantités de papier
qui les entourent tous les jours.
C’est également le cas de la
nouvelle génération d’étudiants qui a grandi avec des
appareils mobiles et des contenus numériques. Les générations futures étudier ont-elles
sans support papier? À quoi
ressembleraient
de
telles
études?
23
130306_Kuvert_C5_111773_SVC-Couvert_B5
130306_Kuvert_C5_111773_SVC-Couvert_B5
06.03.13 15:28 Seite 1
06.03.13 15:28 Seite 1
SCHWEIZERISCHER
VERBAND
DIPLOMIERTER
CHEMIKER FH
CH-4000 BASEL SCHWEIZERISCHER
VERBAND
DIPLOMIERTER
www.svc.ch
CHEMIKER FH
ASSOCIATION
SUISSE
DES CHIMISTES
DIPLÔMÉS HES
CH-4000 BASEL
www.svc.ch
ASSOCIATION
Chemie, Life Sciences & BiotechnologieChemie, Life Sciences & Biotechnologie
SUISSE
DES CHIMISTES
DIPLÔMÉS HES
Beitrittserklärung / Beitrittserklärung
Demande d´adhésion
/ Demande d´adhésion
Der/die Unterzeichnete wünscht dem Der/die Unterzeichnete wünscht dem
Schweizerischen Verband dipl. Chemiker
Schweizerischen
FH (SVC) beizutreten.
Verband dipl. Chemiker FH (SVC) beizutreten.
Le/la soussigné(e) désire adhérer à
Le/la soussigné(e) désire adhérer à
l'association suisse des chimistes dipl.l'association
HES (SVC).suisse des chimistes dipl. HES (SVC).
Name / Nom
Name / Nom
Arbeitsgebiet
/ Domaine travail Herr / Monsieur
Ar
Frau / Madame
Vorname / Prénom
Vorname / Prénom
Firma
/ Firme
Deutsch
Geburtsdatum / Date de naissance
Geburtsdatum / Date de Arbeitsgebiet
naissance
PLZ/Ort (Ges.)
/ CP/Lieutravail
(Prof.)
/ Domaine
Strasse, Nr. / Rue, Numéro
Strasse, Nr. / Rue, Numéro
Tel. (Ges.)
/ Tél. (Prof.)
Firma
/ Firme
PLZ/Ort / CP/Lieu
PLZ/Ort / CP/Lieu
Tel. (Privat) / Tél. (Privé)
Tel.
(Geschäft)
E-Mail
/ E-mail/ Tél. (Prof.)
Tel. (Privat) / Tél. (Privé)
FH-Schule
/ HES
E-Mail / E-mail
FH-Schule / HES
Firma / Firme
Français
Tel. (Ges.) / Tél. (Prof.)
PLZ/Ort
(Geschäft)
/ CP/Lieu (Prof.) Fax (Ges.) / Fax (Prof.)
Fax Ges.)
/ Fax (Prof.)
Diplomjahr/ HES
/ Année de diplôme
FH-Schule
E-Mail / E-mail
Diplom
Datum, Unterschrift / Date, Signature Datum, Unterschrift / Date,
Signature/ Année de diplôme
Diplomjahr
Jahresbeitrag CHF 60.– / CotisationJahresbeitrag
annuelle CHFCHF
60.– 60.– / Cotisation annuelle CHF 60.–
Während des Studiums sowie im Beitrittsjahr
Während
sind
desdie
Studiums
Mitglieder
sowvon der Beitragspflicht befreit.
Pendant les études, ainsi que l'année dePendant
l'adhésion,
les études,
les membres
ainsi que
ne paient
l'annéepas
dede
l'adhésion,
cotisation.
les membres ne paient pas de cotisation.
Talon ausschneiden und senden an / Découper
Talon ausschneiden
le talon et envoyez-le
und senden
à an / Découper le talon et envoyez-le à
Schweizerischer Verband diplomierter
Schweizerischer
Chemiker FHVerband
(SVC) diplomierter Chemiker FH (SVC)
4000 Basel
4000 Basel
www.svc.ch
www.svc.ch
Sie erhalten umgehend Zugang zum geschützten
Sie erhalten
Mitgliederbereich
umgehend Zugang
im zum
Internet
geschützten
und profitieren
Mitgliederbereich
fortan von unzähligen
im
weiteren
Vorteilen als SVC-Mitglied. Noch einfacher
Vorteilen
und als
schneller
SVC-Mitglied.
geht die Anmeldung
Noch einfacher
überund
www.svc.ch.
schneller geht die Anmeldung über www.
Vous aurez immédiatement accès au domaine
Vous aurez
protégé
immédiatement
des Membresaccès
sur Internet
au domaine
et vous
protégé
pourrez
des ainsi
Memb
profiter d'innombrables
avantages supplémentaires en tant que avantages
Membre desupplémentaires
la SVC. L'inscription
en tantest
queencore
Membre
plusdesimple
la SVC.
et plus
L'inscription
rapide surestwww.svc.ch.
encore plus si
SVC – Chemie, Life Sciences & Biotechnologie
SVC – Chemie, Life Sciences & Biotechnologie
24