einschiessen von jagdwaffen in der praxis

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einschiessen von jagdwaffen in der praxis
Schweizer
®
Das aktuelle
Monatsmagazin
für den Jäger
Nr. 7 Juli 2014
99. Jahrgang
Fr. 9.80 (inkl. MWST)
ISSN 0036-8016
Berner Weidkameraden
feierten
20
Wieselflink
durch den
Tunnel
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Leupold VX-R
Zielfernrohre
im Test
60
Interview:
Claudine Winter
26
EINSCHIESSEN
6
VON JAGDWAFFEN
IN DER PRAXIS
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C:J
Editorial
Der beste Lehrmeister ist die Vergangenheit. Dies nicht nur, wenn
wir die Weltgeschichte betrachten, sondern auch, wenn wir den
Focus auf unsere Jagd in der Schweiz richten. Diese Gedanken
gingen mir durch den Kopf, als ich an der 100. Delegiertenversammlung der Bündner Jäger in Davos oder am 125-Jahr-Jubiläum
des Berner Jagdverbandes anwesend war. Obwohl 100 Jahre
zeitgeschichtlich nichts Besonderes sind, so ist es auf Jägergenerationen heruntergebrochen eben doch viel – besonders in unserem
schnelllebigen Zeitalter. Waren es anfangs des letzten Jahrhunderts
die Glaubenskriege zwischen Patent- und Revierkantonen, das
Obligatorium einer Haftpflichtversicherung oder die Kaliberfrage,
so müssen wir uns heute mit einer Vielzahl von Gesetzen bei der
Jagdausübung oder mit dem Dauerbrenner Grossraubwild herumschlagen. Aber nicht nur das: Unsere Gesellschaft ist vom Wohlstand
so aufgebläht, dass die Jagd an sich in Frage gestellt wird.
Die Gründung einer Dachorganisation, die alle Jäger und deren
Interessen gegen aussen vertritt, war denn auch die richtige
Entscheidung. Dass JagdSchweiz von der Jägerschaft akzeptiert und
getragen wird, zeigte die Generalversammlung vom vergangenen
14. Juni in Winterthur. Die dringend notwendige Beitragserhöhung
wurde denn auch von den Kantonalverbänden gutgeheissen. Dieses
geschlossene Auftreten von Patent- und Revierkantonen wäre vor
hundert Jahren wohl unvorstellbar gewesen und ist ein Zeichen der
Zeit.
Was wir uns in Erinnerung rufen sollten, ist der Weg, der dazu
geführt hat. Unsere Vorfahren haben Grosses geleistet und nur ihrem
unermüdlichen Einsatz zum Wohle des Wildes und unserer Jagd ist
es zu verdanken, dass wir heute an diesem Punkte stehen. Neben
all dem jagdpolitischen Geschehen dürfen wir aber die Werte und
Traditionen, durch die unsere Jagd bis heute lebt, nicht vergessen.
Denn diese haben, so hat es die Geschichte bewiesen, alle «Grabenkämpfe» überstanden. Thomas Morus (†1535), englischer Staatsmann und humanistischer Autor, zitierte es folgendermassen:
«Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben
der Flamme». Gerade dies sollten wir für unsere Jagd tun – und
dazu gehört auch ab und zu ein Rundumblick vom eigenen Hochsitz
zum Horizont hin.
Mit Weidmannsgruss
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Traditionen bewahren
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6
Monatsthema
Einschiessen von Jagdwaffen in der Praxis
Das Kontrollschiessen vor der Jagd ist inzwischen bei der Mehrheit
der Jäger die Regel und einige Kantone haben das Schiessobligatorium
in die Praxis umgesetzt. Was ist zu tun, wenn die Treffer nicht da
liegen, wo man sie gerne haben möchte?
Veranstaltungen
Am 14. Juni fand auf
dem Gelände des
Waffenplatzes «Sand»
in Schönbühl ein
besonderes Jägerfest
statt. Zum einen das
35. Kantonale Jagdhornbläsertreffen und am
Abend der Jubiläumsanlass
125 Jahre Berner
Jägerverband.
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Schweizer Jäger 7/2014
Foto: Kurt Gansner
Die Berner
Weidkameraden
hatten Grund
zu feiern
20
Wildkunde
Wieselflink
durch
den Tunnel
INHALT
38
Mauswiesel, Hermelin, Iltis sind in
den letzten Jahrzehnten bei uns
deutlich seltener
geworden. Weil sie
ein Leben im Verborgenen führen,
weiss man aber nur
vage Bescheid über
ihre Häufigkeit und
Verbreitung in der
Schweiz. Ein
Beitrag von Hansjakob Baumgartner.
Jagd & Wild
Monatsthema
Wildkunde
Jagdgeschichte
Lebensraum
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Foto: Reiner Bernhardt
Waffen & Ausrüstung
Neuheiten für den Jäger
Leupold VX-R Zielfernrohre
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Jäger & Hund
Berichte und Termine
Tierarzt
Jägermarkt
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Ausrüstung
Leupold VX-R Zielfernrohre:
Schussfest, robust und wasserdicht
Während in Amerika die Firma Leupold & Stevens
eine bekannte Grösse in der Jägerwelt ist, fristen
diese Optik-Produkte bei uns eher ein Schattendasein. Wir haben uns die VX-R Zielfernrohre
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60
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Jagdspektrum
Veranstaltungen
Satire
TV-Tipps
Auflösung Wissens-Test
Die Berner Weidkameraden
hatten Grund zu feiern
Interview: Claudine Winter
Kinderseite «Frechdachs»
Leserforum
Literatur
Jagdschiessen
Bund und Kantone
Sonne Mond Solunar
Abschied
Ausland
Impressum
Wettbewerb
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Vorschau 8/2014
• Gewehrläufe: kurz oder lang?
• Heilendes Murmeltierfett
• Han Wag-Bergschuh im praktischen
Einsatz
Schweizer Jäger 7/2014
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Monatsthema
EINSCHIESSEN
VON JAGDWAFFEN
IN DER PRAXIS
6
Schweizer Jäger 7/2014
Monatsthema
Foto: Kurt Gansner
Das Kontrollschiessen vor der Jagd ist inzwischen
bei der Mehrheit der Jäger die Regel und einige Kantone haben das Schiessobligatorium in die Praxis
umgesetzt. Was ist zu tun, wenn die Treffer nicht da
liegen, wo man sie gerne haben möchte? Verschiedene Waffen verlangen unterschiedliches Vorgehen
bei der Korrektur. Ein Beitrag von Büchsenmacher
Peter Kammermann aus Menznau.
Schweizer Jäger 7/2014
7
Monatsthema
Sicherheit hat oberstes Gebot. Beim Betreten
des Schiessstandes ist der Verschluss der Waffe
offen oder die Kipplaufwaffe gebrochen.
Vor jedem Einschiessen ist eine
allgemeine Waffen- und Laufkontrolle durchzuführen.
Von Peter Kammermann
Nicht erst im Schiessstand gilt
es ernst. Schon zu Hause wird das
Fundament für das sichere und erfolgreiche Einschiessen der Jagdwaffe gelegt. Rechtzeitig vor der
Jagd wird die Waffe gereinigt und
kontrolliert (siehe auch «Schweizer Jäger», Ausgabe 01/2013).
Dabei wird die Waffe auf unverhältnismässig viel Rost, auf Dellen oder Bauchungen im Lauf
– speziell im Schrotlauf – kontrolliert. Ist die Schäftung spielfrei
mit dem System verbunden? Sitzt
die Zielfernrohr-Montage richtig
und wackelt nicht? Sollten bei
dieser Kontrolle Zweifel aufkommen, so ist ein Gang zum Büchsenmacher klärend und dringend
zu empfehlen.
Ist soweit alles in Ordnung und
genügend Zeit zum Einschiessen vorgesehen, kann es losgehen. Einschiessen bei Übermüdung oder unter Zeitdruck schlägt
sich im Resultat nieder und sorgt
können Patronen mehrere Jahre gelagert werden. Es empfiehlt
sich, jeweils 60–100 Patronen
vom gleichen Fertigungslos zu
kaufen. So werden unterschiedliche Treffpunktlagen vermieden
und man spart Munition beim
Einschiessen.
Schiessauflage und
Schiessposition
Sicheres und wackelfreies Zielen wird mit einer guten Schiessauflage, wie z.B. einem Sandsäcklein, Schiesskissen oder
handelsüblichen
verstellbaren
Schiessböcken erreicht. Ist nichts
anderes vorhanden, kann auch
eine gut gefüllte Sporttasche oder
ein Rucksack gute Dienste leisten.
Ein besonderes Augenmerk
gehört der Stellung des Schützen. Bevorzugt wird die sitzende oder liegende Schiessstellung.
Eine stehende Schiessposition ist
bei sehr grosskalibrigen Waffen
zu empfehlen.
Tipp: Beim Kauf von grösseren Mengen
Munition dürfen Sie Ihren Büchsenmacher auch
höflich um einen Barzahlungsrabatt fragen.
höchstens für die eigene Verunsicherung.
Auch genügend Munition sollte vorrätig sein, so dass nach dem
Einschiessen genügend Munition
für die ganze Jagdsaison zur Verfügung steht. Trocken und ohne
grosse Temperaturschwankungen
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Schweizer Jäger 7/2014
Die richtige Auflage macht
den Unterschied
Nicht unbedeutend ist es, wie
die Waffe gehalten und aufgelegt wird. Als Grundsatz dient für
den Rechtshänder: linke Hand
am Vorderschaft, rechte Hand am
Pistolengriff, Ellenbogen aufge-
stützt. Die Schiessauflage unterstützt die linke Hand/Unterarm.
Diese Schiesshaltung ist zwingend anzuwenden bei sehr leichten, grosskalibrigen Waffen oder
Doppelbüchsen. Grund dafür ist
der hohe Mündungsimpuls, welcher bei anderen Schiessstellungen erhebliche Höhenabweichungen zur Folge hätte.
Bei schwachen bis mittleren
Kalibern und/oder sehr schweren Waffen kann direkt auf der
Eine passende Auflage gewährleistet
ein verwacklungsfreies Einschiessen.
Beim Einschiessen
sollte mindestens
eine «Dreipunktauflage» vorhanden sein: Gewehrauflage vorne
– linker Ellenbogen – rechter
Ellenbogen.
IERLÄNDERMESSE
I
5. – 7. SEPTEMBER 2014
Die Hand gehört an den Vorderschaft
und nicht auf das Zielfernrohr.
Schiessunterlage aufgelegt werden
und die linke Hand unter dem Hinterschaft positioniert werden, um eine solide und wackelfreie Stellung zu erhalten. Die vordere Auflage befindet sich
vorzugsweise auf Höhe des Patronenlagers.
Lauf ist dies nicht der Fall. Es können
also mehrere Schüsse in Folge abgegeben werden, ohne dass sich eine Veränderung der Treffpunktlage einstellen sollte.
Tipp: Verschiessen sie nur ihre eigenen Patronen – «Probiere
einmal die» ist eine Marke mit ungewissem Hintergrund und hat
schon mehr als einmal für «böse» Überraschungen gesorgt.
Es kann losgehen
Um eine Waffe zuverlässig einzuschiessen ist es wichtig, dass zuerst
ermittelt wird, ob eine gute Präzision
vorhanden ist. Je nach Qualität von
Waffe und/oder Schütze kann diese
unterschiedlich sein.
Die beste Präzision wird aus dem
kalten Lauf erreicht. Das heisst: Nach
jedem Schuss wird so lange gewartet,
bis der Lauf der Waffe wieder kalt ist.
Je nach Wetter und Kaliber sind so 10–
15 Minuten nötig, um einen Lauf nach
dem Schuss abkühlen zu lassen.
Bei verlötetem Laufbündel, wie das
z.B. bei Bockbüchsflinten und Drillingen der Fall ist, muss zwingend aus
kaltem Lauf geschossen werden. Wird
dies nicht befolgt, «klettern» die Treffer. Das heisst, dass der durch den
Schuss erwärmte untenliegende Lauf
eine Ausdehnung aufweist, sich dadurch das Laufbündel verbiegt und bei
jedem Schuss eine andere Treffpunktlage aufweist. Wie viel das ist, ist waffenabhängig. In der Regel beträgt die
Abweichung vom ersten zum zweiten
Schuss 5–10 Zentimeter.
Bei einläufigen Büchsen oder kombinierten Waffen mit freiliegendem
Wie gut soll die Präzision
einer Jagdwaffe sein?
Ein sicherer Schütze kann mit einer
guten Waffe und passender Munition problemlos mit dem Zielfernrohr
3-Schuss-Gruppen von unter 5 Zentimeter auf 100 Meter halten. Auch ein
mässiger Schütze muss in der Lage
sein, auf 100 Meter vom Anschiesstisch «die Zehn» (also 10 Zentimeter)
halten zu können. Sind die Schussbilder schlechter und Schützenfehler auszuschliessen, sollte die Waffe
einem Büchsenmacher zur Kontrolle
gebracht werden, welcher überprüft,
ob waffenseitig etwas gegen eine gute
Schussleistung spricht.
Tipp: Regelmässiges Schiessen
erhöht die Treffsicherheit
und den sicheren Umgang
mit der eigenen Waffe.
Einschiessen
Normalerweise wird auf 100 Meter
eingeschossen. Es sollten jeweils für
ein aussagekräftiges Trefferbild 3–5
Schuss abgegeben werden. Anschliessend wird korrigiert und eine weitere
Gruppe geschossen. Dies ist solange zu
Artenreich heißt die neu konzipierte
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Monatsthema
wiederholen, bis die gewünschte
Treffpunktlage erreicht ist.
Die Korrekturangaben an der
Höhen- und Seitenverstellung
des Zielfernrohres sind normalerweise auf 100 Meter angegeben. Wird weiter oder näher geschossen, verändern sich diese
entsprechend. Beträgt die Korrektur pro Klick 1 Zentimeter auf
100 Meter, so sind es 2 Zentimeter auf 200 Meter und 0.5 Zentimeter auf 50 Meter.
Die GEE-Daten sind auf den Munitionspackungen jeweils angegeben.
Dieselbe Munition muss aus
verschiedenen Läufen nicht zwingend
dasselbe Schussbild aufzeigen.
Tipp: «Mouche hoch» eingeschossen ergeben
bei einer kontrollierten Schussabgabe
bis 150 Meter sichere Abschüsse.
Kontrollschuss
Der Kontrollschuss dient dazu,
die Präzision von Waffe und
Schütze zu bestätigen. Fällt die
Waffe um oder sitzt nach einem
Abschuss der Treffer nicht da,
wo erwartet, so ist ein Kontrollschuss zwingend nötig. Nur so
kann einen weidgerechter Schuss
gewährleistet werden.
Wo sollen die Treffer liegen?
GEE?
GEE steht für die «Günstigste
Einschuss Entfernung». Vereinfacht bedeutet dies, dass auf 100
Meter mit 4 Zentimeter Hochschuss eingeschossen wird und
so den Fleckschuss auf die mit
der GEE angegebenen Entfernung erhalten. Dies tönt einfach
und sicher, ist es aber nicht in jedem Falle.
Verschiedene äussere Einflüsse
können die Treffpunktlage erheblich beeinflussen. Die grössten
Abweichungen in der Treffpunktlage verursachen beträchtlicher
Höhenunterschied zwischen dem
Einschiessort und dem Jagdgebiet
oder steile Winkelschüsse. Wird
z.B. im Flachland eingeschossen
und im Gebirge gejagt, kann der
Höhenunterschied einen Hochschuss von zusätzlichen 2–3 Zentimeter betragen. Ist dann noch
ein Schuss «steil bergauf» nötig
10
Schweizer Jäger 7/2014
und gegebenenfalls noch Wind
vorhanden, bedarf es grosser Erfahrung, um zuverlässig und
weidgerecht auf Distanzen von
über 150 Meter zu schiessen.
Welche Munition
schiesst am besten?
Nicht jeder Lauf verträgt alle
Patronen gleich gut. Patrone 1
kann aus der einen Waffe hervorragend schiessen und aus
einer andern nur mässige oder
schlechte Trefferbilder ergeben.
Die Gründe dafür können unterschiedlich und ab und an auch
nicht erklärbar sein.
Die Laufmasse und die daraus entstehenden Schwingungen
und Abläufe im Schuss spielen
eine grosse Rolle in der Verträg-
Tipp: Schwere Geschosse =
lange Führung = sehr gute Präzision.
lichkeit von verschiedenen Munitionssorten. Die Laufinnenmasse
können aufgrund von Fertigungstoleranzen und/oder Abnutzung
sehr unterschiedlich sein und so
die Munitionswahl nicht unerheblich beeinflussen.
Wenn verschiedene Patronen
und Geschosse probiert werden,
ist vorzugsweise vor jedem neuen Testschiessen der Lauf sauber
zu reinigen. Insbesondere beim
Wechsel auf bleifreie Geschosse
ist dies nötig.
Sonderfall Doppelbüchse
Beim Einschiessen von Doppelbüchsen werden immer beide
Läufe in Folge geschossen, ohne
den Verschluss nach dem ersten
Schuss zu öffnen. Der 2. Schuss
erfolgt also aus geschossen verriegeltem Verschluss.
Die Schussfolge ist wie folgt:
erst vorderer Abzug, dann hinterer Abzug. Ab Werk werden Doppelbüchsen auf 75 Meter reguliert und der zweite Schuss wird
mit ca. 7–10 Sekunden Verzögerung abgegeben. Da 75 Meter bei
uns keine übliche Schussdistanz
ist, empfehle ich das Einschiessen
von Doppelbüchsen auf 50 Meter.
Es werden zwei bis drei Doubletten aus kaltem Lauf geschossen
bevor eine Korrektur vorgenommen wird. Der zuerst abgefeuerte
Lauf ist der Präzisionslauf, dieser
wird «Fleck» eingeschossen. Dies
hat sich für die allfällige Ansitzjagd am besten bewährt. Die Treffpunktlage vom 2. Lauf soll auf 50
Meter im Idealfall nicht mehr als
4–5 Zentimeter abweichen.
Tipp: Genügend
Patronen vom gleichen
Los = bessere Präzision
und weniger Ärger.
Sonderfall Bergstutzen – grosse
und kleine Kugelpatrone
Der Bergstutzen wird mit
unterschiedlichen Kugelkalibern
jagdlich im Einzelschuss eingesetzt. Die Läufe werden einzeln
aus kaltem Lauf eingeschossen,
also aus ungeschossen verriegeltem Verschluss. Das heisst beide Patronen laden, einen Schuss
schiessen, entladen, kühlen lassen, neu laden und erneut schiessen.
Zentimeter «Tiefschuss» mit eingebautem Einstecklauf. Abhängig
davon, ob die Waffe vorwiegend
mit oder ohne Einstecklauf geführt
wird, wird das Ein- und Zusammenschiessen des Kugellaufes mit
oder ohne Einstecklauf gewählt.
Das Einschiessen erfolgt im
Normalfall auf 100 m. Da die
kleine Kugel oft für Raubzeug
eingesetzt wird, ist dieser Priorität zu geben und ich empfehle für
.222Rem, 5.6x50R oder 5.6x52R
das Einschiessen einer «Mouche
hoch». Die grosse Kugel soll bei
einer gut regulierten Waffe noch
immer die «Zehn» halten.
Kombinierte Waffe
mit Einstecklauf
Heute werden, bis auf wenige Ausnahmen, nur noch «mündungsbündige» Einsteckläufe verwendet. Das heisst, dass der Einstecklauf so lange wie der Schrotlauf ist und bündig mit dessen
Mündung abschliesst. Die Verstellung der Treffpunktlager erfolgt
normalerweise am Mündungsstück und der Einstecklauf muss
dazu nicht ausgebaut werden.
Gute Präzision bei Einsteckläufen ist von vielen Faktoren abhängig. Ein dichter Verschluss sowie
genaue Einpassung bei der Montage sind Grundvoraussetzungen.
Das Einschiessen von Einsteckläufen erfordert viel Gefühl und
Erfahrung. In den meisten Fällen
ist der Kunde am besten beraten,
es seinem Büchsenmacher in Auftrag zu geben.
Der sauber und präzise eingebaute Einstecklauf kann aus- und
eingebaut werden und hält die
«Zehn» ohne Kontrollschuss. Vorausgesetzt, der Schrotlauf wird
vor jedem Einbau sauber gereinigt. Bis auf ganz wenige Ausnahmen verändert sich jedoch die
Treffpunktlage der zweiten Kugel mit oder ohne Einstecklauf.
Im Normalfall entsteht ein paar
Schrotschuss aus
kombinierten Waffen
Ist der Kugellauf der kombinierten Waffe eingeschossen,
geht es über zum Kontrollschuss
des Schrotlaufes. Dieser erfolgt
ebenfalls aus kaltem Lauf. Bei
Drillingen werden jeweils beide
Läufe nacheinander geschossen.
Die Treffpunktlage wird vorzugsweise auf 25 Meter ermittelt. So
ist die Schrotgarbe eng und sie
sollte Fleck sein oder einen leichten Hochschuss aufweisen. Eingeschossen werden die Schrotläufe mit der verwendeten Zielhilfe,
etwa dem Rotpunkvisier. Treten
starke Abweichungen in der Höhe
auf, steht das oft im Zusammenhang mit lichtstarken und schweren Ansitz-Zielfernrohren. Eine
Korrektur ist nur durch fachkundige Regulierarbeiten am Laufbündel möglich.
Die Deckung des Schrotschusses wird auf 30–35 Meter ermit-
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Schweizer Jäger 7/2014
11
Monatsthema
Treten bei
Drillingen starke
Abweichungen zwischen Kugel- und
Schrotlauf auf, so ist
eine Korrektur nur
durch eine fachkundige Arbeit am
Laufbündel möglich.
Monatsthema
telt. Dazu werden jeweils 2–3
Schuss geschossen. Treten keine
handgrossen Flächen ohne Schrote auf, kann die Schrotpatrone
ohne Bedenken jagdlich verwendet werden.
Flintenlaufgeschosse aus
kombinierten Waffen
Wenn die kombinierte Waffe auf Drückjagden geführt wird
und Flintenlaufgeschosse eingesetzt werden, ist ein korrektes
Kontrollschiessen unumgänglich.
Hier macht die korrekte Schussfolge den Unterschied. Grundsätzlich wird immer zuerst der
Kugellauf abgefeuert und dann
der Schrotlauf – also so, wie es
im jagdlichen Einsatz der Fall
ist. Geschossen wird «in Folge»
wie bei einer Doppelbüchse, also
aus geschossen verriegeltem Verschluss.
Beispiel Drilling: Kugel (vorderer Abzug) – Flintenlaufgeschoss linker Schrotlauf (hinterer
Abzug) – Kugel-/Schrotumschal-
Flintenläufe mit
Stahlschrotbeschuss sind
mit einem eingestempelten
Lilienblatt
versehen.
Tipp: Liegen Zweifel vor, ob Ihre Flinte
für Stahlschrot geeignet ist, lassen Sie dies
durch einen Büchsenmacher kontrollieren.
Grundregeln mit dem Umgang mit Waffen
1. Betreten sie den Schiessstand mit «offenem Verschluss». Bei
Repetierbüchsen ist somit der Verschluss offen, Halbautomaten in der hinteren Position arretiert und Kipplaufwaffen sind
«gebrochen».
2. Wird die Waffe im Futteral oder Koffer transportiert, zeigt die
Mündung der «verpackten» Waffe und beim Entnehmen immer in eine sichere Richtung.
3. Überprüfen Sie, ob der Zielhang/Kugelfang für das verwendete Kaliber geeignet ist und ob sich keine Personen im Gefahrenbereich befinden.
4. Sehen Sie vor dem Schiessen durch den Lauf, ob dieser sauber
und «hindernisfrei» ist. Zuviel Fett, ein Stück Reinigungswerg
oder eine steckengebliebene Bürste können eine Laufblähung
oder sogar eine Laufsprengung verursachen.
5. Kontrollieren Sie vor dem Laden, ob das Kaliber der Waffe und
die verwendeten Patronen übereinstimmen. Es ist nur diese
Munition am Anschusstisch und zu verwenden.
6. Beim Schliessen des Verschlusses/der Kipplaufwaffe zeigt die
Mündung immer Richtung Kugelfang.
7. Wenn sie mit «Stecher» schiessen, wird erst eingestochen,
wenn die Waffe in Zielrichtung zeigt.
8. Bei einem Zündversager bleibt die Mündung auf dem Ziel. Entladen Sie die Waffe erst nach etwas Wartezeit, um allfällige
Zündverzögerungen von alten und/oder feuchten Patronen
zu kompensieren.
9. Nach dem Schuss ist der Verschluss unverzüglich zu öffnen.
10. Das erneute Laden erfolgt erst unmittelbar vor der nächsten
Schussabgabe.
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Schweizer Jäger 7/2014
tung zurückstellen – Flintenlaufgeschoss rechter Schrotlauf (vorderer Abzug).
Der dritte Schuss mit dem
Flintenlaufgeschoss kann jedoch
mehr oder weniger vernachlässigt
werden, da dieser jagdlich wohl in
den seltensten Fällen noch zum
Einsatz kommt oder zuverlässig
angebracht werden kann.
Die Präzision von Flintenlaufgeschossen aus kombinierten Waffen kann mit sehr gut eingestuft werden, wenn Kugel- und
Flintenlaufgeschosse auf 35 Meter einen Streukreis von 15 Zentimeter oder weniger aufweisen. Ist
dies nicht der Fall, kann ein «lottriger» Verschluss ein massgebender Faktor sein. Guten Rat erhält
man auch hier beim fachkundigen
Büchsenmacher.
Sonderfall Stahlschrot
Dazu gibt es immer wieder entsprechende Diskussionen. Hier
ein paar Grundregeln:
– Kaliberabhängig dürfen aus
Schrotläufen ohne Stahlschrotbeschuss bis zur Schrotgrösse
von 3.2 mm Stahlschrotpatronen
mit einem Normalgasdruck von
740 bar verschossen werden.
– Hat der Lauf Stahlschrotbeschuss, ist er mit einem Lilienblatt markiert und es dürfen
alle Grössen von Stahlschrot
verschossen werden.
– Patronen, welche mit Wolfram
(Tungsten) oder Verbindungen
damit geladen sind, sind wie
Stahlschrotpatronen zu behandeln.
– Stahlschrot schiesst normalerweise enger und ein 1/2 Choke
für Blei gilt als Vollchoke. Engere Choke ergeben oft eine
grössere Streuung.
– Wer sehr viel Stahlschrot verschiesst und eine Waffe mit
Wechselchoke besitzt, sollte diese zur Kontrolle regelmässig ausbauen. Laufen diese
schwergängig, müssen sie ersetzt werden.
– Mit Stahlschrot sollte wegen der hohen Abprall-Gefahr
nicht auf Stahlziele wie Klapphase oder Stahl-Anschussscheiben geschossen werden.
Selber Einschiessen oder
es dem Büchsenmacher
überlassen?
Wer oft schiesst – schiesst besser. Ihr Büchsenmacher schiesst
sicher hervorragend und wird
die Waffe perfekt einschiessen.
Jedoch auf sein Auge und seine Statur. Wer keine Zeit findet
oder schlechte Möglichkeiten
hat, seine Waffe einzuschiessen,
ist gut beraten, dies vom Büchsenmacher durchführen zu lassen.
Tipp: Den Lauf nach
jedem Schiessen und
nach jedem Jagdtag (mit
oder ohne Schussabgabe)
trocken durchziehen.
Eine damit verbundene allgemeine Kontrolle der Waffe und
eine Laufreinigung sind zu empfehlen. Ein Schussbild ist gut investiertes Geld und man weiss,
was von einer Waffe und sich erwartet werden kann. Es ist aber
unerlässlich, mit der Waffe anschliessend ein paar Kontrollschüsse abzugeben, um die Sicherheit und das Vertrauen in die
Waffe und die eigene Schiessfertigkeit zu erlangen.
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Fr. 8900.–
Fr. 4200.–
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Fr. 4500.–
Fr. 1600.–
Fr. 1450.–
Fr. 3900.–
Fr. 3600.–
Fr. 4800.–
In besonders weitläufigem Terrain wie der Steppe oder
dem Gebirge ist die Schussdistanz meist sehr groß und
das Wild läuft nach dem Schuss oft außer Sichtweite. Idealerweise tritt das Geschoss aus dem Wildkörper aus und
legt so eine Schweißspur für die Nachsuche.
Fr. 1750.–
Das einzigartige Geschossdesign der Kalaharis, ohne Verwendung von Blei, setzt hier neue Maßstäbe.
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E. Kesselring AG
8500 Frauenfeld
Tel. 052 721 56 35 [email protected]
Importeur: Glaser Handels AG
www.glaser-handels.ch
Veranstaltungen
Veranstaltungen
Ausstellungen Ausflüge
Bis Ende Juli
Jägerinnenwochen bei
Andrist Sport in Klosters
(siehe auch Seite 57)
26. Juli
20 Jahre Secziun da
Chatscheders Albris
und Einweihung der
neuen Wildwarnanlage
im Festzelt beim Kongresszentrum Rondo in Pontresina
ab 10–22 Uhr. Interessantes
Programm mit Informationen
rund um die Bündner Jagd,
Festwirtschaft, Eintritt frei
8./9. August
6. Walliser Jägertag
im Berg- und
Schneesportcenter
in Brig-Glis
www.bergsportcenter.ch
(siehe auch Seite 18)
5.–7. September
Artenreich
Vierländermesse für Jagd,
Forst und Fischerei
Messe Dornbirn, Vorarlberg,
Österreich. Öffnungszeiten:
Fr bis So 10.00 bis 18.00 Uhr
Mehr Informationen unter:
artenreich.messedornbirn.at/
(siehe auch Seite 18)
13. September
Jägerlotto
Diana Sense Oberland
im Hotel Alpenclub, Plaffeien
20.00 Uhr
25.–27. September
7. Rotwildsymposium
der Deutschen Wildtier
Stiftung in RostockWarnemünde
www.rothirsch.org
(siehe auch Seite 17)
Naturama, das Aargauer
Naturmuseum
Bahnhofplatz, Aarau
Öffnungszeiten: täglich
ausser Montag 10–17 Uhr
Führungen auf Anfrage
Sonderausstellung
bis 22. März 2015:
Auen – Die wilden
Seiten des Aargaus –
20 Jahre Auenschutzpark
www.naturama.ch
Schweiz. Nationalpark
Zernez
Tel. 081 851 41 11
Aktuelle Zusammenstellung
aller Anlässe und Tagesprogramm unter:
www.nationalpark.ch/
veranstaltungskalender
Naturmuseum St. Gallen
Museumstrasse 32
Tel. 071 242 06 70
Öffnungszeiten:
Di–So 10–17, Mi 10–20 Uhr.
Sonderausstellung
bis 19. Oktober 2014
Sexperten – Flotte Bienen
und tolle Hechte
Sonderausstellung des Amtes
für Umwelt Liechtenstein
und des Liechtensteinischen
Landesmuseums
www.naturmuseumsg.ch
Naturmuseum Solothurn
Klosterplatz 2, Solothurn
Telefon 032 622 70 21
Öffnungszeiten:
Di–Sa 14–17 Uhr
So 10–17 Uhr
Sonderausstellung
bis 26. Oktober 2014
Eine Chance für den
Fischotter
Eine Ausstellung des Bündner
Naturmuseums, der Stiftung
Pro Lutra, des Zoos Zürich
und des Zürcher Tierschutzes
www.naturmuseum-so.ch
Der Pfad, Natursteine und
Adernsteine erleben
Sattel-Hochstuckli
www.sattel-hochstuckli.ch
Natur-Museum Luzern
Kasernenplatz 6, 6003 Luzern
Telefon 041 228 54 11
Öffnungszeiten: Di–So
10–17 Uhr, Mo geschlossen,
geöffnet an Feiertagen
Sonderausstellungen
bis 26. Oktober 2014:
Überwintern –
31 grossartige Strategien
Krummer Schnabel,
spitze Krallen – Greifvögel
und Eulen. Sonderausstellung
der Naturmuseen Olten
und St. Gallen und der
Schweizerischen Vogelwarte
Sempach
www.naturmuseum.ch
Museum für
Urgeschichte(n)
Hofstrasse 15, 6300 Zug
Telefon 041 728 28 80
Öffnungszeiten:
Di–So 14–17 Uhr
Sonderausstellung: Einfach
tun – Archäologie vom
Experiment zum Erlebnis
www.museenzug.ch/
urgeschichte
Schweizer Museum für
Wild und Jagd
Schloss Landshut
3427 Utzenstorf BE
Saison 2014: bis 12. Oktober
Veranstaltungen unter:
www.schlosslandshut.ch
Öffnungszeiten:
Di bis Sa 14–17 Uhr,
So 10–17 Uhr. Geschlossen:
Montags sowie 1. August und
Eidg. Bettag (21. September)
28. August: Hannoverscher
Schweisshund «Ares» im
Einsatz. Wir erfahren, wie
diese hoch spezialisierten
Hunde gezüchtet und trainiert werden und erleben den
Schweisshund Ares bei der
Arbeit. Dr. Walter Müllhaupt,
Präsident Arbeitsgemeinschaft Jagdhundewesen.
Engadiner Museum
Via dal Bagn, St. Moritz
Telefon 081 833 43 33
Öffnungszeiten:
täglich 10–12 und 14–17 Uhr;
Sa geschlossen. Jeden
Mittwochabend öffentliche
Führung mit Degustation.
Sonderausstellung
bis 31. August:
Vom Feinsten – Bindenfleisch, Bündnerfleisch
www.engadiner-museum.ch
14
Schweizer Jäger 7/2014
Jagdhornbläser
Hubertusmessen
30. August
Tag der Jagdmusik in
der Stadt Luzern
9–11 Uhr: Auftritte im Freien
an der Reuss: JHB Auerhahn
Luzern, Hubertusbläser
Luzern, JHB Lindenberg,
JHB Waldkautz Schüpfheim
14 Uhr: Auftritte im Konzertpavillon am See: Hubertusbläser Luzern, Bläsergruppe
Albtal (D)
17.15 Uhr: Grosse Hubertusmesse mit Orgelbegleitung
in der Hofkirche Luzern:
JHB Auerhahn, Gämsjäger
Entlebuch, Luzerner JHB,
Orgel: Wolfgang Sieber
14. September
Hubertusmesse in der
Bruderklausen-Kirche
Emmenbrücke, 10.00 Uhr
Jagdhornbläsergruppe
Auerhahn Luzern
20. September
Wildsaisoneröffnung
(Wildbuffet) Hotel Aarehof, 5103 Wildegg mit den
Jagdhornbläsern SonatES
19.00 Uhr
12. Oktober
Hubertusmesse
mit den Jagdhornbläsern
SonatES, in der Klosterkirche
St. Martin, Muri AG
19.30 Uhr
Veranstaltungen
12. Juli
Oberwalliser
Jagdhornbläsertreffen
in Zermatt
Beginn: 10.00 Uhr
Organisation: Bläsergruppe
der «Diana Mettelhorn»
(siehe auch Seite 17)
18. Oktober
Matinee-Konzert in
Stans, 11.00 Uhr
Jagdhornbläsergruppe
Auerhahn Luzern
19. Oktober
Hubertusmesse in der
Pfarrkirche Nebikon LU
10.00 Uhr
Jagdhornbläsergruppe
Auerhahn Luzern
19. Oktober
Hubertusmesse
in der katholischen Kirche St.
Nikolaus, Bremgarten AG
10.30 Uhr, mit den
Jagdhornbläsern SonatES
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26. Oktober
Jägergottesdienst
in der Kirche Unterkulm
09.15 Uhr
Jagdhornbläsergruppe
Freiwild/Wiggertal
26. Oktober
Hubertusmesse
in der St.Ursen-Kathedrale,
Solothurn, 10.00 Uhr
mit den Jagdhornbläsern
SonatES
28. September
Hubertusmesse
der Entlebucher Gämsjäger
in der Pfarrkirche Flühli
10.00 Uhr
26. Oktober
Hubertusmesse in der
Wallfahrtskirche Hergiswald
Kriens, 10.00 Uhr
Jagdhornbläsergruppe
Auerhahn Luzern
5. Oktober
Hubertusmesse in
der Kath. Pfarrkirche
in Bonstetten ZH
10.00 Uhr
Jagdhornbläser Züri-Falke
26. Oktober
Hubertusmesse in
der Kath. Pfarrkirche
in Adliswil ZH
10.00 Uhr
Jagdhornbläser Züri-Falke
5. Oktober
Hubertusmesse
mit den Jagdhornbläsern
SonatES, in der katholischen
Kirche Laufenburg AG
10.30 Uhr
2. November
Jägergottesdienst
in der Kirche Vordemwald
09.30 Uhr
Jagdhornbläsergruppe
Freiwild/Wiggertal
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Die Jagd im Gebirge ist rau und schön, mit steilen Pirschpfaden,
die durch anspruchsvolles Gelände führen. Als Bergjäger sind Sie
körperlich und mental gefordert, auch beim Schiessen im Winkel und
auf grössere Distanzen. Unterstützung erhalten Sie vom EL Range, das
mit seiner optischen Meisterleistung das beste seiner Klasse ist. Dieses
Spitzenfernglas zeigt Ihnen mit seiner hochpräzisen Messfunktion
die korrigierte Schussentfernung bzw. den Winkel an.
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Schweizer Jäger 7/2014
15
Veranstaltungen
TV-Tipps
für den Jäger
Tödliche Wildnis –
Mensch in Gefahr
Sonntag, 13. Juli
13.40 Uhr
National Geographic WILD
Der US-Milliardär Tom
Siebel ist mit seiner Familie
von Kalifornien nach Afrika
gereist, um die weiten Ebenen
der Serengeti zu entdecken.
Während sich seine Frau und
seine Töchter von der Anreise ausruhen, unternimmt Tom
mit einem Führer eine Safari.
Plötzlich werden die beiden
Männer von einem Elefanten
angegriffen.
Falken: Meister der Jagd
Dienstag, 15. Juli
15.00 Uhr, 3sat
Raimund Weinhappl war
noch ein Kind, als er seine Faszination für Falken entdeckte. Heute züchtet er die edlen
Vögel selbst und betreibt auf
zwei Burgen in der Steiermark
Greifvogelwarten. Sein Hand-
Testen Sie Ihr Wissen
Auflösung
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16
A+B+C
A+B
B
A+B+C
auf die Schusszeichen
B
A+B+C
B+C
B
durch einen Pfiff, kurzen Ruf,
Fiepton (Schrecken)
B+C
A+C
C
Kontrollsuche mit Jagdhund
A+B
C
A+B+C+D
Schnitthaarbuch
nein
auf einen Streifschuss
A
in der Brunftzeit
B
C
A
am Anschuss, auf der Fährte,
im Wundbett
A+B+C
A
Schweizer Jäger 7/2014
werk, die Falknerei, ist jahrtausendealt und voller Traditionen: So erhält ein Falke
seinen Namen erst, wenn er
sein erstes Beutetier erlegt hat
– und den müssen sich die beiden Jungfalken von Raimund
Weinhappl erst verdienen.
Im Reich des Steinadlers
Dienstag, 15. Juli
15.25 Uhr, 3sat
Drei Folgen. Vor 75 Millionen Jahren kollidierten Afrika
und Europa und hoben die Erdkruste himmelwärts. Mehrere Eiszeiten hinterliessen eine
radikal umgeformte Gebirgswelt: die Alpen. Das Hochgebirge stellt extreme Anforderungen an alle Lebewesen.
Mit einer Vielzahl biologischer Tricks schaffen es Tiere und Pflanzen, im Schatten
der grossen Gipfel, auf steilen
Hängen oder in tief verschneiten Wäldern, zu überleben.
Ob Steinadler, Schneemäuse, Steinböcke, Murmeltiere oder die zarten Blüten des
Gletscherhahnenfusses: Sie
alle trotzen niedrigen Temperaturen, kurzen Sommern und
einem kargen Nahrungsangebot.
Wilder Wald im
Land des Eisens
Nationalpark Kalkalpen
Mittwoch, 16. Juli
14.45 Uhr, 3sat
Im Herzen Europas, an der
steirisch-oberösterreichischen
Grenze gelegen, verströmen
die Kalkalpen immer noch den
Zauber einer menschenleeren Urlandschaft. Der grösste Nationalpark Mitteleuropas
ist ein Land aus kahlen Gebirgsstöcken, unzugänglichen
Schluchten und Wäldern. Das
mächtigste Karsthochplateau der Ostalpen, ein Meer aus
Fels und Stein, ist der letzte Zufluchtsort für bedrohte Tier- und Pflanzenarten: In
den Wäldern konnten die alten
Könige der Alpen ihre Herrschaft bis heute aufrechterhalten – Auerhahn, Rothirsch,
Steinadler und Bär.
Gebissen! Wenn dir
eine Stunde bleibt
Bären-Attacke
Freitag, 18. Juli
22.25 Uhr, Animal Planet
De erbarmungslose Attacke eines wilden Bären –
nach einem solchen Angriff
bleibt einem Menschen nur
ein kleines Zeitfenster, das
über Leben oder Tod entscheidet. «Gebissen! Wenn dir eine
Stunde bleibt» dokumentiert
tragische Unfälle und brutale Angriffe wilder Tiere und
zeigt Menschen, die in Todesangst um ihr nacktes Überleben kämpfen.
W wie Wissen
Arten-Check – Was passiert mit unserer Natur?
Sonntag, 20. Juli
17.00 Uhr, ARD
Geplantes Thema: Harmlose Einwanderer: Damhirsch.
Der Damhirsch – er ist für viele ein typischer Vertreter der
urdeutschen Tierwelt. Doch
falsch gedacht: Der Damhirsch ist ein Bewohner mit
Migrationshintergrund! Von
Phöniziern und Römern wurde
er in der Antike in Südeuropa
als Jagdwild angesiedelt. Und
erst vor 1200 Jahren brachten ihn Jagdliebhaber nach
Deutschland!
Der Bauer und
das liebe Vieh
Freitag, 25. Juli
15.15 Uhr, hr-fernsehen
Das Landschaftsbild Europas ist in weiten Teilen von
der Landwirtschaft geprägt
– grossteils von hoch spezialisierten und leistungsorientierten Unternehmen. In den
siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts setzte jedoch eine Gegenbewegung
ein: Ökologisches Wirtschaften wurde ein Thema. Hauptdarsteller des Films sind ein
Biobauernhof im Jahreskreislauf, die Haus- und Nutztiere,
die hier leben, und die Wildtiere, die regelmässig die Wiesen und Felder im Umkreis
besuchen. Wie sieht das Herdenverhalten bei Kühen aus?
Wie agieren Schweine, wenn
ihnen ein Freiraum zugestanden wird? Wie viele Hühner
und Küken fallen dem Bussard
oder dem Marder zum Opfer?
die nordstory
Der Hirschrufer
Freitag, 25. Juli, 20.15 Uhr
NDR Fernsehen
Immo Ortlepp liebt die Natur, sie ist sein Zuhause. Am
Rande eines kleinen Dorfes in
der Wedemark bei Hannover hat
sich der passionierte Jäger und
Naturfreund seinen Traum verwirklicht. Er führt Jagdscheinanwärter zum «Grünen Abitur», gibt Seminare, präpariert
Trophäen und bringt Kindern
und Jugendlichen die heimische Natur nahe. Sein «Biologieunterricht zum Anfassen»
ist legendär. Kerstin PatzschkeSchulz zeigt die unterschiedlichen Lebenswelten dieses besonderen Menschen. Das NDR
Team hat den Niedersachsen
durch das Jahr begleitet. Höhepunkt dieser «nordstory» ist
die Teilnahme von Immo Ortlepp an der Deutschen Meisterschaft im Hirschrufen und sein
spektakulärer Sieg.
Böhmerwald – Wildnis im Herzen Europas
Dienstag, 29. Juli
17.45 Uhr, 3sat
Im Herzen Europas liegt
das weitläufige Gebiet des
Böhmerwalds. Jahrzehntelang
durchschnitt der Todesstreifen
des Eisernen Vorhangs dieses Gebiet. Was für die Menschen oft Verlust der Heimat
und grosses Leid bedeutete,
war für Flora und Fauna eine
ausgedehnte Erholungspause. Heute umschliessen Nationalparks die geschützten Bereiche des Böhmerwaldes an
den Grenzen Oberösterreichs,
Bayerns und Tschechiens.
Wälder, Seen und Moore beherrschen die Landschaft, in
der wieder Luchse, Wölfe und
vereinzelt sogar Elche ihre
Heimat gefunden haben.
Panamericana:
Die Highlights
Von Alaska nach Feuerland mit Reto Brennwald
Freitag, 1. August
23.10 Uhr, 3sat
Bei der eisigen Jagd mit
den modernen Inuit und auf
der Pirsch nach wildlebenden Bären mit dem Schweizer
Tierfotografen Peter Dettling.
Kurzfristige Programmänderungen sind möglich.
Oberwalliser
Jagdhornbläsertreffen
see, Zermatt, mit einer heiligen Messe und erfährt seine
Fortsetzung mit den Darbietungen der Vereine am Nachmittag nördlich der Kirche, im
sogenannten Pfarreigarten.
Alle Jagdhornbläser, Jäger
und Jagdbegeisterten sind zu
diesem Anlass recht herzlich
eingeladen.
DÄMMERUNG!
Veranstaltungen
Turnusgemäss im Zwischenjahr zum Eidgenössischen Jagdhornbläsertreffen
ist die Bläsergruppe der «Diana Mettelhorn» an der Reihe,
das Oberwalliser Jagdhornbläsertreffen zu organisieren.
Dieses findet am 12. Juli in
Zermatt statt. Das Fest beginnt
um 10.00 Uhr auf Schwarz-
GEMACHT FÜR DIE
Bildquelle: ArcoImages / D. Mahlke
Ethischer Umgang mit
grossen Wildtieren
Das 7. Rotwildsymposium
der Deutschen Wildtier Stiftung findet in diesem Jahr
vom 25. bis 27. September in
der Yachthafenresidenz Hohe
Düne in Rostock-Warnemünde statt. Unter dem Titel «Ethischer Umgang mit unseren
grossen Wildtieren» greift die
Stiftung ein heisses Eisen auf
und stellt die umstrittene Frage nach der «Gleichheit» im
Umgang mit Wildtieren.
«Während die Ausbreitung
von Wolf und Biber begrüsst
wird, ist die des Rotwildes vor
allem im Süden Deutschlands
umstritten», sagt Dr. Andreas
Kinser von der Deutschen
Wildtier Stiftung. «Damit ist
Georg Orwells Farm der Tiere,
auf der alle Tiere gleich, aber
manche gleicher sind, in unserem Land allgegenwärtig!»
Auf dem 7. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier
Stiftung werden die verschieden Facetten eines ethischen
und moralischen Umgangs
mit grossen Wildtieren in
Deutschland beleuchtet und
jagdpraktische Aspekte des
Tier- und Artenschutzes diskutiert. Den Abschluss des Symposiums bildet eine Exkursion
zur Rotwildbrunft in den Nationalpark Vorpommersche
Boddenlandschaft.
Das 7. Rotwildsymposium
wird unterstützt durch die Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern
und
durch das Land MecklenburgVorpommern. Schirmherr der
Tagung ist Dr. Till Backhaus,
Minister für Landwirtschaft,
Umwelt und Verbraucherschutz. Zu den Referenten gehören Kapazitäten wie Prof.
Dr. Dr. Sven Herzog, Prof. Dr.
Konrad Ott, Prof. Dr. Friedrich
Reimoser, Dr. Helmuth Wölfel
oder Dr. Florian Asche.
" Nitrogengasfüllung
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Tel.: (061) 3 22 27 74 . www.askari-jagd.ch
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"(/()$:
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5(48,&($5.$4,-$*'&+
065*(4,&+62(5)(/'
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$7/4<**(0$11
(,.(#$*1(4 <',*(4#$/6(4
Nähere Informationen unter: www.rothirsch.org
Schweizer Jäger 7/2014
17
6. Walliser Jägertag
im Berg- und Schneesportcenter
Veranstaltungen
Am 8./9. August 2014 finden im Berg- und Schneesportcenter zum 6. Mal die
beliebten Walliser Jägertage statt. Am Freitag um 18.30
Uhr referiert Eric von Schulthess, Inhaber der HUNTINGADVENTURE.CH zum Thema «Jagen im Ausland» mit
anschliessendem Jägerapéro.
Während beider Tage gibt
es Jägertag-Aktionen und 10%
auf Jagdartikel. Jeder Einkauf
nimmt automatisch an der
Tombola teil, die mit tollen
Preisen aufwartet. Hauptpreis
ist eine zweitägige Drückjagd
in Deutschland im Wert von
695.– Euro.
Am Samstag verwöhnen
wir unsere Besucher ab 10.00
bis 16.00 Uhr mit gratis Raclette vom besten Walliser Raclette-Käse. Die Verlosung der
Wild, Wald und Wasser
auf der 1. Artenreich
Schwerpunkte Jagd, Forst
und Fischerei
Vorarlberg zählt 490 Jagdgebiete und 2100 Mitglieder
beim
Landes-Jagdverband.
Bayern verzeichnet 51 000
Jäger, 30 000 gibt es in der
Schweiz und 250 in Liechtenstein. Helga Ginzinger, angehende Jägerin und Projektleiterin der Artenreich: «Mit der
Jagd werden Wildbestände reguliert und bedrohte Wildtiere
geschützt. Deswegen ist dieses
Thema ein zentraler Bestandteil auf der Artenreich. Sie ist
ein jagdlicher Treffpunkt und
zeigt eine enorme Vielfalt, von
Jagd- und Sportwaffen bis zur
Jagdbekleidung, von der Falknerei bis zum Hundewesen,
von Revier und Hegeeinrichtungen bis zu Tierpräparationen.»
Neben der Jagd zeigt das
Thema Forst die Schutz- und
Nutzfunktion des Waldes. Die
Schlüsselfelder Holzbearbei-
Berg- und Schneesportcenter, 3902 Brig-Glis, Tel.
027 924 84 84, www.bergsportcenter.ch
tung, Holzernte, Forstmaschinen, Waldpflege und Walderneuerung bilden hier die
zentralen Elemente. Fischereibedarf, Bekleidung, Boote und
Vereine decken den Bereich
der Fischerei ab und komplettieren das Spektrum der Artenreich in Dornbirn.
Umfassendes
Rahmenprogramm
Neben der Ausstellungsfläche von rund 8000 m2 bietet die Messe Dornbirn eine
Plattform für Experten und
Fachleute. Ziel ist es, den
Austausch zu fördern und bei
Fachdiskussionen umfassend
zu informieren. Natürlich dürfen auf der Artenreich auch
die kulinarischen Freuden, in
Form von Wild- und Fischspezialitäten sowie die musikalische Begleitung nicht fehlen.
Öffnungszeiten: 5. bis 7. September 2014, jeweils von
10.00 bis 18.00 Uhr
Weitere Infos: http://artenreich.messedornbirn.at/
Bildquelle: Messe Dornbirn
Premiere auf der Messe Dornbirn. Zum ersten Mal
findet die «Artenreich» statt,
die einzige Vierländermesse
für Jagd, Forst und Fischerei.
Das Fachpublikum und Interessierte können sich vom 5.
bis zum 7. September 2014 informieren, vernetzen, austauschen und neue Produkte und
Dienstleistungen entdecken.
Die Region um Vorarlberg
bietet eine einzigartige Naturvielfalt. Vom Niederwild bis
zum alpinen Steinbock, vom
Bodensee bis zum Alpenrhein
ist die Region mit ihren vie-
len Wald- und Wassergebieten
ein Schlaraffenland für Jagd-,
Forst- und Fischereibegeisterte. Dem Naturreichtum im
Vier-Länder-Eck Österreich,
Deutschland, Schweiz und
Liechtenstein trägt die Messe Dornbirn Rechnung und
veranstaltet im Herbst 2014
erstmals ein eigenes Messeformat. In stimmiger Atmosphäre zeigt die Artenreich
den Vorarlberger Lebensraum
im Spannungsfeld von Wild,
Wald und Wasser.
Tombola findet Samstag um
16.00 Uhr statt.
Während dem ganzen Wochenende können die Bergschuhe von Lowa getestet werden.
Besuchen Sie den Walliser
Jägertag – wir freuen uns auf
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Veranstaltungen
35. Kantonales Jagdhornbläsertreffen
und 125 Jahre Jubiläum BEJV
20
Schweizer Jäger 7/2014
Foto: ©Bern Tourismus
Veranstaltungen
BERNER
WEIDKAMERADEN
HATTEN GRUND
ZU FEIERN
Am 14. Juni fand auf dem Gelände des Waffenplatzes
«Sand» in Schönbühl ein besonderes Jägerfest statt.
Zum einen das 35. Kantonale Jagdhornbläsertreffen
und am Abend der Jubiläumsanlass 125 Jahre Berner Jägerverband. Ein würdiger Doppelanlass, der in
ebensolcher Umgebung vom Jagd- und Wildschutzverein Hubertus Bern und vom Berner Jägerverband
BEJV organisiert und durchgeführt wurde.
Schweizer Jäger 7/2014
21
Foto: Daniela Jost
Foto: Daniela Jost
Von: Daniela Jost, Leiterin
Geschäftsstelle BEJV
Am Vormittag fand das 35.
Kantonale Jagdhornbläsertreffen
mit dreizehn Gruppen aus dem
Kanton Bern, fünf Gastgruppen
und, als Überraschungsgäste, den
«Trompes du pays de Fribourg»
statt. Unter schattenspendenden
Kastanienbäumen bei der Alten
Reithalle im «Sand» gaben die
Bläsercorps ihr Bestes und erfreuten die Besucherinnen und
Besucher und die drei Juroren Lorenzo Civatti, Heiner Krause und
Lars Magnus mit ihren wunderschön intonierten Klängen.
Reinhold Zundel, Oberbürgermeister von Baden-Württemberg
findet genau die richtigen Worte,
Foto: Kurt Gansner
Veranstaltungen
Gute Stimmung
herrschte in der
Mehrzweckhalle
in Schönbühl.
22
Schweizer Jäger 7/2014
um das wichtige Jagdkulturgut,
das Jagdhornblasen, zu beschreiben: «Wenn die Signale der Jagdhörner auf den Höhen erklingen,
fühlen sich nicht nur die Jäger,
sondern auch zahlreiche Bewohner des Umlandes in ganz besonderer Weise berührt.»
Vielfältige Darbietungen
auf hohem Niveau
Pünktlich um 08.30 Uhr erklangen die ersten Töne des Jägermarsches Nr. 1 durch die frische Morgenluft, angestimmt
von der Jagdhornbläsergruppe Hubertus Bern. Und genauso pünktlich beendete das Stück
«Sortie de Messe» für Parforce
Es, intoniert von den Gürbetaler
Parforcehornbläser die Darbie-
tungen der 17 Gruppen den Vormittag. Anschliessend vermochte die Formation «Trompes du
pays de Fribourg» mit ihren französischen D-Parforcehörnern die
Gäste mit ihrer Darbietung zu begeistern. So ganz anders tönen die
über vier Meter langen Hörner
als die uns bekannten Fürst Pless
und Parforcehörner! Nach den
Darbietungen durften BEJV- und
Foto: Daniela Jost
Die Jury, gut gelaunt
und zufrieden.
«BEGEISTERUNG HEISST,
AUCH DINGE ZU TUN,
DIE KEINER SIEHT.»
Martin Ischi, Präsident
der Vereinigung Kantonalbernischer Jagdhornbläsergruppen und
Lorenz Hess, OK-Präsident des Jubiläumsfestes,
haben mit ihren Helfern
Grosses geleistet.
Gesamtchor
unter der Leitung
von Martin Ischi,
Präsident der
Vereinigung Kantonalbernischer
Jagdhornbläsergruppen.
OK-Präsident Lorenz Hess und Martin
Ischi, Präsident der Vereinigung Kantonalbernischer Jagdhornbläsergruppen (VkJ), die geladenen Gäste bei der
Mehrzweckhalle in Schönbühl zum
Apéro, gesponsert von der Gemeinde
Urtenen-Schönbühl, und zum Mittagessen begrüssen. Vize-Gemeindepräsident
Stefan Schafroth begrüsste die Bläserinnen und Bläser und die geladenen Gäste von Seiten Gemeinderat und wünschte allen einen schönen,
kameradschaftlichen Abschluss des
35. Kantonalen Bläsertreffens.
Die Juroren durften feststellen, dass
das musikalische Niveau der Jagdhornbläser erneut erfreulich angestiegen ist.
Von den 18 teilnehmenden Bläsergruppen konnten deren acht mit dem Prädikat «Vorzüglich» bewertet werden. Alle
übrigen Bläsergruppen wurden für ihr
unermüdliches Üben mit dem Prädikat
«Sehr gut» belohnt.
Krönender Abschluss dieses Anlasses
war wie immer der imposante Gesamtchor mit über 200 Jagdhornbläserinnen
und Jagdhornbläsern unter der Leitung
von Martin Ischi. Ein hervorragend organisiertes Bläserfest fand so gegen
Abend seinen würdigen Abschluss! Das
nächste «Kantonale» findet 2016 statt.
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Schweizer Jäger 7/2014
23
Foto: Kurt Gansner
Foto: Kurt Gansner
Auch das
Küchenteam
trug zur guten
Stimmung
mit bei.
Ein gut gelauntes Festpublikum
Ab 18.00 Uhr trafen die Ehrengäste und die Gäste des Jubiläumsanlasses 125 Jahre BEJV bei
der Mehrzweckhalle in Schönbühl ein. Sympathisch begrüsst
wurden sie von Gerhard Friedli
und seiner Drehorgel!
Lorenz Hess begrüsste die anwesenden Ehrengäste und Gäste des BEJV und erläuterte kurz,
wie das Programm des Jubiläumsabends aussieht. Neben einem
feinen Dreigang-Menü wartete eine Top-Preis-Verlosung auf
alle Gäste. Musikalisch umrahmt
wurde der ganze Abend mit Auftritten verschiedener Jagdhornbläserformationen, einem ad hoc
zusammengestellten Mini-Gesamtchor und der Ländler-Formation von Kurt Rufener.
Dr. Markus Meyer, Präsident
des Bernisch Kantonalen Fischereiverbandes BKFV, gratulierte dem Jubilar als erster zu sei-
24
Schweizer Jäger 7/2014
nem hohen Geburtstag und zeigte
verschiedene Parallelen zwischen
der Jagd und der Fischerei auf.
Insbesondere betonte er in seiner Grussbotschaft, dass sowohl
die Jäger als auch die Fischer zunehmend unter Druck der Gesellschaft stehen und man sehr genau hinschaut, was draussen in
der Natur gemacht wird! Markus
Meyer munterte die Gäste auf, am
30. August 2014 den Weg in die
Matte in Bern unter die Füsse zu
nehmen, denn an diesem Tag feiert der BKFV ebenfalls sein 125
Jahre Jubiläum mit einem grossen Fest an der Aare, in der Matte in Bern.
Urs Zaugg, Amtsvorsteher im
Amt für Landwirtschaft und Natur LANAT in der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons
Bern, überbrachte dem BEJV die
besten Grüsse und Wünsche des
Volkswirtschaftsdirektors Andreas Rickenbacher und des Kantons Bern. Er widmete sich in
seinen Ausführungen der etwas
philosophisch anmutenden Frage, ob ein moderner Mensch
überhaupt Jäger sein kann und ob
ein Jäger ein moderner Mensch
sein kann. Wer den Ausführungen von Urs Zaugg genau zugehört hat, weiss, dass beide Fragen schwierig zu beantworten
sind, denn es kommt immer sehr
auf den Standpunkt drauf an, den
man einnimmt. Zur ersten Frage: Für ein Ja spricht: Dank mo-
Foto: Kurt Gansner
Veranstaltungen
Jägerinnen
und Jäger in
fröhlicher
Runde.
Urs Zaugg, Amtsvorsteher im
Amt für Landwirtschaft und Natur
LANAT ...
derner Technik ist die Jagd heute
längst nicht mehr so beschwerlich
und gefährlich wie zu Ötzis Zeiten. Andere würden nein sagen:
Die Jagd ist mit vielen Emotionen
verbunden – dies macht sie auch
politisch. Im Gegensatz zu vielen
anderen Themen, wo eine grosse
Anzahl von befragten Personen
keine Meinung hat, äussern sich
bei der Jagd fast alle dafür oder
dagegen. Dies stellt die Jägerinnen und Jäger, den Verband, aber
auch die Verwaltung vor die dauernde Herausforderung, auch die
mehrheitlich nicht jagende Bevölkerung vom Nutzen der Jagd zu
überzeugen.
Zur zweiten Frage: Eine Jägerin, ein Jäger ist geduldig und
kann warten, kann mit unsicheren
Foto: Kurt Gansner
Foto: Kurt Gansner
Versteckte Fähigkeiten
von Lorenz Hess. Gekonnt
imitierte er Persönlichkeiten
aus Politik und Sport.
… und Dr. Markus Meyer, Präsident des
Bernisch Kantonalen Fischereiverbandes,
überbrachten dem BEJV die besten Grüsse
und Wünsche.
Situationen umgehen und sieht auch die
kleinen Veränderungen in der Natur. In
unserer heutigen Multioptionsgesellschaft, wo alles immer sofort und überall sein soll, findet man die Eigenschaften der Jäger kaum. Also müsste man
sagen, dass die Jägerschaft heillos veraltete Werte vertritt, die nicht mehr in
unsere moderne Zeit zu passen scheinen. Wenn man aber etwas dazu beitragen will, diese Welt in einem besseren
Zustand zu verlassen, als man sie vorgefunden hat, so wie es Berthold Brecht
einmal gesagt, hat, muss man die zweite Frage mit einem Ja beantworten: Gerade wegen dieser Werte ist die Jägerin, ist der Jäger ein moderner Mensch!
Urs Zaugg bedankte sich für die
stets sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit des BEJV mit der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern,
dem LANAT und dem Jagdinspektorat
und schloss mit dem Wunsch, dass das
in Zukunft, auch in den nächsten 125
Jahren so sein möge!
Auch Sepp Blatter und
Christoph Blocher waren
«anwesend»
Lorenz Hess überraschte bei seiner
Grussbotschaft als hervorragender Imitator! Wer nicht ganz genau hinhörte,
glaubte tatsächlich, dass Fifa-Präsident
Sepp Blatter und Alt-Bundesrat Christoph Blocher ihre Gratulationen persönlich überbrachten! Lorenz Hess zitierte in seiner Ansprache Johann Wolfgang
von Goethe, der einmal gesagt hat:
«Wenn Du es nicht spürst, dann kannst
Du es auch nicht erjagen». Will heissen:
Wer nicht das nötige Gespür hat auf der
Jagd aber auch in ihrem Umfeld, der
wird kaum ein erfolgreicher, die Natur
respektvoll behandelnder Jäger sein.
«Lottomatch» als weiterer Höhepunkt
Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumsabends war die Verlosung der
Top-Preise! Alle Anwesenden erhielten dafür gratis eine Lotto-Karte. In gut
bekannter Lotto-Manier wurde so lange «glottölet», bis die Browning Flinte,
die Gutscheine für das Schiesskino bei
Brünig Indoors, der Einkaufsgutschein
der Firma ActivTex André Maire, der
Gutschein für das Schiessen im Jagdschiessstand Bergfeld und die Magnumflasche Wodka an den Mann bez. an
die Damen gebracht waren! Der Hauptpreis, die Browning Flinte, wollte partout nicht in Jägerhände übergehen und
so gewann sie einer unserer Hauptsponsoren und ein Nicht-Jäger: Herr Aeschlimann, Gebrüder Aeschlimann Schuhservice in Ostermundigen!
Bei gemütlichen Gesprächen unter
Gleichgesinnten und einem Schlummertrunk in der von Monika Schüpbach betriebenen gemütlichen Bar fand der Jubiläumsanlass 125 Jahre BEJV einen
guten und zufriedenen Abschluss. An
dieser Stelle sei all den treuen Helfern,
es sind ja immer die gleichen, die anpacken, ganz herzlich gedankt! Ohne
sie wäre ein solcher Gross-Event nicht
durchführbar! Ebenfalls ein herzlicher
Weidmannsdank geht an die Schweizer
Armee, die uns den Waffenplatz «Sand»
Schönbühl zur Verfügung gestellt hat!
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Claudine Winter:
Interview
DIE LETZTEN JAHRE
HABEN MICH
POSITIV GEPRÄGT
Der «Schweizer Jäger» traf sich mit Claudine Winter, der ehemaligen Jagdverwalterin des Kantons Schwyz, und wollte mehr über ihre Arbeit und
gemachten Erfahrungen wissen. Wo lagen die Schwerpunkte und wo die
Highlights ihrer neunjährigen Amtsdauer?
«Schweizer Jäger»: Claudine, du wurdest 2005 vom Kanton Schwyz als Jagdverwalterin
gewählt und übtest dieses Amt
bis Ende April dieses Jahres aus.
Kannst du dich unseren Lesern
kurz vorstellen und deinen beruflichen Werdegang vor dieser Zeit
schildern?
Claudine Winter: Von Haus
aus bin ich Biologin, mit Schwerpunkt Evolutions- und Verhaltensbiologie. Meine Diplomarbeit machte ich in der Karibik,
wo ich am Korallenriff die Verhaltensbiologie eines Fisches studierte. Wieder zuhause, habe ich
beim Bundesamt für Umwelt in
Bern ein Konzept für die Errichtung einer nationalen Koordinationsstelle für den Biberschutz
in der Schweiz eingereicht und
das Mandat dazu wurde mir dann
auch erteilt.
Mit den Jahren kamen noch
weitere Aufträge dazu. So arbeitete ich zum Beispiel im Luchsumsiedlungsprojekt LUNO oder
wirkte auch mit bei der Erarbeitung der Praxishilfe Schwarzwild
des Bundes.
26
Schweizer Jäger 7/2014
Über den Beruf kam ich zur
Jagd. Die Jägerprüfung absolvierte ich 2005 im Kanton Bern.
Als die Stelle zur Leitung der
Jagd und Fischerei im Kanton
Schwyz ausgeschrieben wurde,
bewarb ich mich kurzerhand.
Wo lagen die grossen Herausforderungen, als du dieses Amt
übernahmst?
Die
grössten
Herausforderungen waren nicht fachlicher, sondern organisatorischer
und zwischenmenschlicher Art.
Gleichzeitig mit meinem Stellenantritt wurde der Bereich Jagd
und Fischerei in das Kantonsforstamt verlegt.
Ich hatte zu dieser Zeit keinerlei Kenntnisse über Verwaltungsabläufe, das war eine neue Welt
für mich. Irgendwelche substantiellen Vorbereitungen zur Eingliederung der Jagd und Fischerei
ins neue Amt waren keine erfolgt.
Zudem musste ich denn die ganzen Arbeitsabläufe und Prozesse
kennenlernen.
Das alles stellte mich schon
vor eine beträchtliche Heraus-
forderung. Am schwierigsten gestaltete sich der Integrationsprozess der Fachbereiche Jagd und
Fischerei aber auf der zwischenmenschlichen Eben – es fehlte an
Vertrauen.
Heute bin ich überzeugt, dass
der Vollzug der Jagd- und Fischereigesetzgebung am runden
Tisch und auf gleicher Augenhöhe mit den Interessensvertretern
aus Forst, Landwirtschaft, Naturschutz oder Wasserbau erfolgen
muss.
In welchen Bereichen siehst du
deine beruflichen Erfolge?
Ich bin sehr stolz darauf, dass
es mir gelungen ist, im Rahmen
der Departementsreform die Jagd
und Fischerei mit dem Natur- und
Landschaftsschutz zu einem neuen Amt für Natur, Jagd und Fischerei zusammen zu führen, welches heute als funktionierende
Einheit und auf der gleichen Augenhöhe mit anderen wichtigen
Partnern im Umweltbereich auftreten und operieren kann. Und
das bei allem politischen Gegenwind, der einem in diesem Voll-
www.schweizerjaeger.ch
des Schutzes in den Naturschutzschutzgebieten wurden in meinem Amt Nutzungsplanungen
und Schutzverordnungen erarbeitet.
Meine Mitarbeitenden haben dabei immer ausgezeichnete
Arbeit geleistet.
«Renaturierungen bleiben
ein sehr schwieriges Thema im
Kanton Schwyz.»
Wo hättest du gerne noch mehr
erreicht?
Ich hätte gerne mehr für die Fische und ihre Lebensräume in den
Fliessgewässern erreicht. Immerhin ist es mir gelungen, einen sehr
guten neuen Mitarbeiter für den
Bereich zu gewinnen. Auf diese Weise wurde es möglich, dass
sich in unserem Amt eine Person
fachlich vollumfänglich den fischereilichen Themen widmen
kann. Das ist sehr viel wert und
bildet die notwendige Grundlage überhaupt etwas zu erreichen,
denn es setzt die dazu notwendigen Kapazitäten frei.
Renaturierungen bleiben aber
ein sehr schwieriges Thema im
Kanton Schwyz. Es fehlt wie
auch andernorts oft am politischen Willen und Einsatz.
Wenn wir zurückblicken, dann
kann von einer Verschärfung der
Wald-Wild-Politik in den letzten
Jahren gesprochen werden und
der Umgangston wurde härter.
Wie wurden die Schwerpunkte gelegt und wo wurden Lösungen gefunden?
Leider vertreten auch im Kanton Schwyz einige die Ansicht,
dass – zumindest im Schutzwald
– der mittlerweile völlig überholte Grundsatz «Wald vor Wild»
Schweizer Jäger 7/2014
27
Interview
zugsbereich zwischendurch um
die Ohren braust.
Dass am Ende der Regierungsrat diese Zusammenführung beschlossen hat, war für die Jagd
und Fischerei im Kanton Schwyz
ein sehr wichtiger Schritt und für
mich eine grosse Bestätigung.
Schliesslich konnte ich zusätzliche Stellen für den Bereich Jagd
und den Bereich Fischerei erwirken. Das war ein riesiger Gewinn
für diese Fachbereiche.
Auf fachlicher Ebene habe ich
viel Gewicht auf die Erarbeitung
von Grundlagen für die Jagdplanung gelegt. Die Datenbanken für
die Fischerei- und Jagdstatistiken
wurden eingerichtet, womit die
zahlreichen vorhandenen Daten
für wichtige Auswertungen zur
Verfügung standen.
Eine Zeit lang stand die völlige Überarbeitung der Fischereigesetzgebung im Vordergrund.
Als Grundlage für den Vollzug
Interview
gelten soll. Dabei wird übersehen, dass solche Signale nur die
Fronten verhärten, wo vertrauensvolle Zusammenarbeit die zentrale Voraussetzung für erfolgreiche
Lösungsansätze wäre.
Wald-Wild-Konzepte beinhalten heute mehr als nur die Symptombekämpfung durch erhöhte
Abschussvorgaben. Auch deshalb
waren Themen wie Besucherlenkung, intakte Wildkorridore und
Wildruhezonen während meiner
Amtszeit ein zentrales Dauerthema.
Im ersten Mitberichtsentwurf
des neuen Jagd- und Wildschutzgesetzes, welchen ich noch erarbeiten konnte, habe ich diesen
Themen deshalb auch entsprechend Rechnung getragen. Es
braucht mehr gesetzliche Verbindlichkeit, wenn wir hier langfristig etwas erreichen wollen.
Ich hoffe, dies wird meinem
Nachfolger bis zum Erlass des
neuen Gesetzes gelingen und dass
die Jägerschaft sich auf politischer Ebene für diese Ziele spürbar einsetzen wird. Diese Signale
sind sehr wichtig!
Und das Grossraubwild? Wie
stark hat dich dies beansprucht?
Nicht so stark wie in anderen
Kantonen, aber doch auch immer
wieder. 2009 hatten wir den ersten und während meiner Amtszeit
einzig sicheren Wolfsnachweis.
Daraufhin habe ich – gestützt auf
das Konzept des Bundes und anderer Kantone – ein kantonales
Wolfskonzept erarbeitet, welches
den Umgang im Falle der Rückkehr des Wolfs und bei Übergriffen auf Nutztiere regelt. Zudem
wurde, unterstützt von Spezialisten, letzten Winter eine Informationstagung zum Thema Herdenschutz durchgeführt.
Was den Luchs betrifft, so hatte ich nicht viel Aufwand. Dies
deshalb, weil wir zwar wissen,
dass immer wieder einzelne Luchse auftauchen, wir aber während
meiner Amtszeit nicht von einer
Besiedelung des Kantons durch
Luchse reden konnten. Der Luchs
beschäftigte uns demnach deutlich
weniger als in den Kantonen mit
etabliertem Luchsbestand.
28
Schweizer Jäger 7/2014
Selbstverständlich waren die
Wildhüter all die Jahre immer
wieder mit dem Thema konfrontiert und gingen gezielt Hinweisen nach. Sie wirkten am Fotofallenmonitoring des Bundes mit
und entnahmen Rissen von Wildtieren genetische Proben, wenn
ein entsprechender Verdacht bestand.
Welche Themen waren dir während deiner Amtszeit besonders
wichtig?
Der Schutz des Wildes vor
Störung und der Schutz bedrohter Arten. Mit dem Kreisforstamt
Einsiedeln unterstützten wir zum
Beispiel das regelmässige Monitoring der Auerwildbestände im
Kanton. Aber mit dem Thema
Wild- und Artenschutz waren wir
in allen Tagesgeschäften immer
wieder konfrontiert.
Sowohl die Fischerei- und
Jagdgesetzgebung aber auch
das Natur- und Heimatschutzgesetz verpflichten die Kantone zu
Schutzmassnahmen für Tier- und
Pflanzenarten sowie für Lebensräume. Schutzmassnahmen sind
hingegen weniger einfach umzusetzen als Massnahmen, die den
Menschen direkten Nutzen bringen. Das waren Dauerbrenner im
Tagesgeschäft unseres Amtes und
gleichzeitig unsere grösste Herausforderung!
tentjägerverband war immer ausgezeichnet. Die Vorstandsmitglieder und die Jagdverwaltung
standen im regelmässigen, offenen Dialog. Es bestand eine Vertrauensbasis, die ich sehr geschätzt habe.
«Das schönste Erlebnis
dauerte uneingeschränkte
neun Jahre lang!»
«Meine Zusammenarbeit mit
dem Schwyzer kantonalen
Patentjägerverband war immer
ausgezeichnet.»
Wie hast du den Kanton
Schwyz als Patentjagdkanton und
den Kontakt zu den Jägern wahrgenommen?
Sehr positiv. Die Patentjagd im
Kanton Schwyz ist im Grundsatz
eine gute Jagd. Künftig dürften
allerdings Anpassungen notwendig werden, um den wachsenden
Hirschbeständen oder den regional rückläufigen Gamsbeständen und deren ungünstigem Geschlechterverhältnis zu begegnen.
Meine Zusammenarbeit mit
dem Schwyzer kantonalen Pa-
Wenn du die letzten neun Jahre Revue passieren lässt: welches
ist dein schönstes berufliches Erlebnis?
Das schönste Erlebnis dauerte uneingeschränkte neun Jahre
lang! Es waren die Zusammenarbeit und die Stütze durch mein
Team aus Wildhütern, Fischereiaufsehern, Schutzgebietsaufsehern und den Mitarbeitern im
Amt. Und ich durfte wie erwähnt
auch eine tolle Zusammenarbeit
mit den Kantonalverbänden
der Jäger und Fischer sowie der
Schutzorganisationen erfahren.
Ich glaube, das ist nicht selbstverständlich und ich bin darüber
sehr glücklich. Alle schönen beruflichen Erlebnisse, die ich aus
dem Kanton Schwyz mitnehme,
sind auf diese guten Kontakte und
Personen zurückzuführen!
Und was war das negativste
Erlebnis?
Schnee von gestern! Darüber
spreche ich nicht mehr.
Welche Bedeutung haben diese neun Jahre, die du in Schwyz
Jagd- und Fischereiverwalterin
warst, für dich persönlich?
Diese Jahre würde ich keinesfalls missen wollen. Sie waren
lehrreich, oft schön – aber auch
oft sehr schwierig und intensiv.
Da ist einiges an Substanz von
mir zurück geblieben, glaube ich.
Aber ich bin dankbar für alles,
was mir diese Zeit gebracht hat,
und was ich gelernt habe, nehme ich in meinem Rucksack mit
auf meinen Weg. Es war eine sehr
wichtige Etappe meines Lebens –
sie hat mich geprägt. Aber vieles,
das mir sehr wichtig ist, kam da-
Wie sieht dein jetziges Arbeitsleben aus und was für Pläne stehen noch an?
Mir schweben verschiedene
Dinge vor, an deren Umsetzung
ich im Moment arbeite. Natürlich hoffe ich, dass ich in irgendeiner Form auf meinem Beruf als
Biologin tätig bleiben kann. Aber
eine Vollzeitstelle wie bisher strebe ich vorderhand nicht mehr an,
weil ich auf selbständiger Basis einige eigene Ideen verfolgen
möchte. Schreiben und Tiere werden dabei zentral sein.
«Ich überlege mir natürlich
schon, ob ich das Berner Patent
wieder löse.»
«Mein Leben befindet sich
in einem spannenden Umbruch.»
Auch privat möchte ich denjenigen wieder mehr Zeit schenken können, die mir am wichtigs-
Abschliessend noch zwei Fragen, die unsere Leser/innen sicher brennend interessieren:
Hast du jetzt vermehrt Zeit, aktiv die Jagd auszuüben? Wo liegt
die Faszination deiner jagdlichen
Passion?
Ich überlege mir natürlich
schon, ob ich das Berner Patent
wieder löse. Ich bin beim Jagen manchmal sehr gerne allein
unterwegs. Dann ist alles stiller
und der Augenblick wird massiv
«entschleunigt»... Wenn ich dann
im Wald unterwegs bin, erlebe ich
alles anders. Die Geräusche, die
Gerüche – einfach alles! Das ist
ein echtes Phänomen, das schwer
zu erklären ist! Aber auch die
Jagd in der Gruppe ist für mich
ein ganz wichtiger und schöner Aspekt, den ich natürlich am
liebsten mit Menschen verbringe, die ich gut mag. Ja, ich freue
mich darauf, bald wieder mit meinen Jagdkollegen am Feuer zu sitzen und im Augenblick zu leben.
Geschätzte Claudine, ich bedanke mich für das Interview und
wünsche dir für die Zukunft alles
Gute!
Kurt Gansner
Der Moment, in dem die vielseitigste Optik jeder Situation gewachsen ist.
Für diesen Moment arbeiten wir.
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Interview
ten sind: Meine Familie, meine
Freunde und natürlich meine Tiere, allen voran meine Hündinnen
Ivy und Kia. Du siehst, mein Leben befindet sich ganz grundsätzlich in einem spannenden Umbruch. Das ist toll!
bei zu kurz. Und das wurde mir
in den letzten zwei bis drei Jahren
immer gegenwärtiger.
Jolanda Hug mit ihrer Hündin
Cleo vom Rotholz.
Hund
Roger Wetli mit seiner BGS-Hündin
Belga von der Vidameida.
Jagdgesellschaft
Wildberg II
NEUE BESTLEISTUNGEN
Schweissprüfung ohne
Richterbegleitung
Die von der Jagdgesellschaft Wildberg II zum siebten
Mal durchgeführte Schweissprüfung ohne Richterbegleitung durfte dieses Jahr drei
Meldungen entgegennehmen.
Die Gespanne wurden durch
eine Führerin und zwei Führer
mit je einem Deutsch Langhaar, Deutsch Kurzhaar und
einem Bayerischen Gebirgsschweisshund repräsentiert.
Ein Gespann wollte sich der
ultimativen Herausforderung
einer 40-Stunden-Fährte stellen. Zwei Gespanne orderten
eine 20-Stunden-Fährte. Die
Fährte weist eine Mindestlänge von einem Kilometer aus.
In ihr eingebaut sind drei Haken, drei Wundbetten und fünf
Verweiserpunkte. Die Prüfung
ist bestanden, sofern das Gespann innert 90 Minuten mit
mindestens zwei Verweiser
zum Stück findet.
Die Prüfungsordnung fordert vom Hund einen Schussfestigkeitsnachweis, den man
vor der Prüfung dokumenta-
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30
Schweizer Jäger 7/2014
risch nachweisen muss oder
vor Arbeitsbeginn auf der
Schweissfährte
überprüfen
lassen kann. Der Hund soll
unangeleint, mindestens 30
Meter vom Führer entfernt,
sich frei bewegen. Dabei werden zwei Schrotschüsse abgegeben. Ziel ist, dass der Hund
den akustischen Reiz, ohne
ängstlich zu reagieren, absorbiert. Nicht auszudenken, sollte ein Hund z.B. nach einem
gefehlten Fangschuss bei der
Nachsuche, die ihm auferlegte Arbeit wegen Schussangst
nicht mehr aufnehmen wollen.
Die Erfolgsquote der letzten
Jahre von einem Viertel konnte dieses Jahr überboten werden. Zwei Gespanne waren erfolgreich. Diese Prüfung, bei
der kein Richter dem Führer
bei einem allfälligen Verlassen der Fährte ein Kundgeben
dieser Tatsache übermitteln
kann, erfordert ein grosses
Mass an Können von Führer
und Hund. Auch die unbeabsichtigte Körpersprache von
Richtern und Revierkundigen
an konventionellen Schweissprüfungen hilft vielfach, dem
Führer heikle Klippen zu überwinden. Mutterseelenallein in
einem fremden Revier mit seinem vierbeinigen Kameraden
eine solche Aufgabe anzugehen und erfolgreich zu lösen,
ist eine immens hohe Hürde.
Dieses Jahr war Ruedi Bänninger, Richter des SVC, mit
von der Partie.
Neue Bestleistungen
Das eine erfolgreiche Gespann stammt aus dem Kanton St. Gallen. Roger Wetli
mit seiner BGS-Hündin Belga von der Vidameida legte eine hervorragende Arbeit
auf den Waldboden. Mit allen
fünf Verweiser in den Händen und in 50 Minuten erreichte er das Fährtenende.
Noch nie konnte ein Gespann
alle fünf Verweiser beibringen! Eine neue Bestleistung.
Dies nach 48 Stunden Stehzeit
auf einer topographisch äusserst anspruchsvollen Fährte.
Schlichtweg phänomenal! Roger Wetli ist mit Belga erst das
fünfte Gespann, das die über
40-Stunden-Fährte meistern
konnte. Zudem ist es das zwei-
Nidwaldner
Schweisshundeprüfung
te Gespann, das in Wildberg
die 20- und die 40-StundenFährte bewälltigen konnte.
Jolanda Hug mit ihrer
DL-Hündin Cleo vom Rotholz zeigten eine überzeugende Leistung auf der 20-Stunden-Fährte. In 33 Minuten
am Stück, mit drei gefundenen Verweiser zeigt auf, dass
dieses Gespann makellos und
fährtentreu über alle Klippen
die Schweissfährte meisterte.
Auch hier ist eine Premiere zu
konstatieren: Jolanda Hug ist
die erste Führerin überhaupt,
die in Wildberg die Schweissprüfung ohne Richterbegleitung mit Erfolg abschliessen
konnte. Sie scheint auch über
das notwendige konditionelle Rüstzeug, für eine in anspruchsvollem Gelände zu
absolvierende Arbeit, zu verfügen.
Was nach dieser Prüfung
bleibt, ist die Frage nach der
Aussagekraft von Schweissprüfungen mit Richterbegleitung. Ohne der Fährten
kundige Richter, die direkten Einfluss auf das Geschehen nehmen, sollte sich das
Gespann zu weit von der
Schweissfährte entfernen, erscheint ein Grossteil der Teilnehmenden der gestellten
Aufgabe nicht mehr gewachsen zu sein. Entspricht eine
Schweissprüfung mit Richterbegleitung den Erfordernissen
in der rauhen Praxis?
Im Namen aller Teilnehmenden möchten wir der Jagdgesellschaft Wildberg II für
die grosszügige Gastfreundschaft, in diesem fantastischen
Revier diese Prüfung ausrichten zu dürfen, einen kräftigen
Weidmannsdank aussprechen.
Robert Osterwalder,
Prüfungsleiter
Am Samstag, 9. August
2014, führt der Patentjägerverein Nidwalden eine Schweissprüfung 500m/1000m nach
TKJ durch. Die Prüfung findet
im Raum Nidwalden statt.
Anmeldungen an den Prüfungsleiter Ruedi Merz bis am
19. Juli 2014 unter:
Telefon 079 641 93 95 oder
E-Mail: [email protected]
NV.60.40
Offene
Schweissprüfung
500 m und 1000 m gemäss
Richtlinien der TKJ/AGJ
Datum: Samstag, 26. Juli
2014. Ort: Raum Rechthalten
FR. Organisator: Rote Fährte
Sense RFS.
Fährten
500-m-Fährte,
1000-mFährte. Anlage der Fährte: mit
Fährtenstock.
Anmeldung
Anmeldeschluss ist der 10.
Juli 2014. Anmeldeformulare können bezogen werden bei
Nathalie Ravaz, Sekretariat
RFS, Sur la Scie 12, 1642 Sorens FR, Tel. 079 255 80 49,
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Wir gratulieren den Mitgliedern zum Geburtstag
Juli
Zum 65.
Zum 70.
Zum 71.
Zum 72.
Zum 73.
Zum 74.
Zum 76.
Zum 81.
Zum 82.
Zum 92.
Julius Stöckli, Luthern (4.)
Erich Schiess, Zollikerberg (14.)
Günther Eckstein, Seon (14.)
Jacques-François Dorsaz, Fully (10.)
Bernhard Hunziker, Buchs (17.)
Peter Frey, Langendorf (21.)
Beat Urech, Hallwil (10.)
Urs Jucker, Illnau (13.)
Josef Keller, Kriens (25.)
Willi Strübin, Maisprach (6.)
Josef Waller, Büron (13.)
Josef Gschwend, Küssnacht (27.)
Albert Müller, Uitikon Waldegg (6.)
Präsident SNLC: Fredy Kuster, Gräbackerstrasse 117, 5735 Pfeffikon, Tel. 062 771 82 01
Sekretariat SNLC: Elisabeth Duss, Aurora Dorf 7, 6166 Hasle, Tel. 041 480 20 55
Zuchtwart: Samuel Kaderli, Kreuzfeldstrasse 44, 4932 Lotzwil, Tel. 062 922 16 87
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Wildkunde
BEGEHRTE JAGDBEUTE
UND SYMBOL DER
BEDROHTEN NATUR
Das Auerwild in Geschichte und Gegenwart
Zweiter Teil – Jagd und Bestandsentwicklung
Repro:Verfasser
Seit Jahrhunderten gilt der Auerhahn als ein Vogel von besonderer Anziehungskraft und vielfältigem Symbolwert. Allein seine
beeindruckende Grösse und die Schönheit des Gefieders, die
bei seinem eigenartigen Balzritual in imponierender Weise zur
Geltung kommt, machten ihn stets zur begehrten Jagdbeute.
Von Klaus Böhme
Jagd und Wilderei
Damit spricht der gelehrte
Forstmann und Jäger eine Ursache an, die in gut besetzten und
jagdlich attraktiven Revieren
schon frühzeitig zu einer merklichen Reduzierung der Auerwildbestände führten: Das fatale Zusammenwirken von Jagd
und Wilderei. Nur selten nämlich
wurde die Jagd, ganz besonders
nach Einführung und Verbreitung
weitreichender und treffsicherer
Feuerwaffen, unter Beachtung
der heute selbstverständlichen
Grundsätze der Bestandserhaltung und Hege betrieben – obwohl es erstaunlicherweise schon
um die Mitte des 16. Jahrhunderts zum Beispiel im Nürnberger Reichswald und im Kohlwald
im Fichtelgebirge strenge Hegeund Schutzvorschriften für das
Auerwild gab und die Jagd nicht
etwa nur für den Adel reserviert,
32
Schweizer Jäger 7/2014
Wildkunde
Repro:Verfasser
Der österreichische Künstler Anton Strassgschwandtner
(1826–1881) zeigt hier in seinem «Jagdalbum», dass um
die Mitte des 19. Jahrhunderts die Jagd auf Auerwild
«vor dem Beller», insbesondere auf junge Vögel, durchaus
bekannt und üblich war.
Repro:Verfasser
sondern auch tatsächlich auf Jahre hinaus untersagt wurde.
Doch schon das halbe Dutzend wittgensteinscher Hähne pro
Morgen in den Erinnerungen des
preussischen Oberlandforstmeisters erscheinen bei einer potentiellen Hochrechnung als eine
recht ansehnliche Zahl.
Der österreichische Kaiser
Franz Josef I. jedoch erbeutete in seinem Leben sogar über
600 Hähne und wurde mit seiner
höchsten Jahresstrecke von 31
Stück noch von König Friedrich
August III. von Sachsen übertroffen, der es auf 50 Stück brachte. Sein Nachfolger König Albert schoss in der Sächsischen
Schweiz in einer Balzsaison 71
Hähne – zu einer Zeit, als in diesem malerischen Mittelgebirge
die Population schon sichtbar und
merklich gefährdet war.
Wie man sieht, waren nicht alle
adligen Jäger jener Zeit sich ihrer
Verantwortung bewusst – was
keine neue Erkenntnis ist.
Dazu blieben diejenigen, die
nach den geltenden Regalien
und Edikten allein befugt waren,
ihre Büchse auf den Auerhahn
und anderes «hohe Wild» anzulegen, dann eben doch nicht allein mit ihrer Jagdleidenschaft.
Aus vielerlei Gründen stand der
Auerhahn bei den Wilderern aller Zeiten hoch im Kurs – und
in manchen entlegenen Bergregionen soll sich bis heute daran
nicht so sehr viel geändert haben.
Im Gegensatz zu anderem, nahrhaften Wild spielte die heimliche
Bereicherung des Speisezettels
angesichts der erwähnten Erfahrungen im Küchenbetrieb dabei
sicher nur in aussergewöhnlichen
Notzeiten eine Rolle.
Die enorme Bedeutung des
Vogels und seiner Körperteile in
der Volksmedizin dürfte da schon
wesentlich mehr Gewicht gehabt
haben, sei es zum unmittelbaren Eigenbedarf oder sei es zum
lukrativen Schwarzhandel mit
In Anton Strassgschwandtners «Jagdalbum»,
das lebendige Einblicke in die Jagd um die
Mitte des 19. Jahrhunderts bietet, ist hier die
Dramatik des Anspringens auf den Auerhahn
anschaulich dargestellt.
dubiosen Apothekern und selbst
ernannten
Naturheilkundigen
bis in weit entfernte Städte. Und
letztlich war der Urhahn wie
jedes Hochwild ein Symbol der
oft verhassten Feudalherrschaft,
das es zu beseitigen galt, und sei
es nur, um «es denen da oben zu
zeigen …»
Jagdmethoden
Die spannendste, körperlich
anspruchsvollste und weithin beliebteste Art der Jagd auf den
Auerhahn war immer und ist dort,
wo er noch bejagt werden kann,
noch heute die Balzjagd, das Anspringen, die ebenso rasche wie
vorsichtige Annäherung an den
balzenden Hahn unter Ausnutzung seiner stark verminderten Wahrnehmung während des
«Schleifens» oder «Wetzens».
Diese Art der Jagd – einschliesslich des «Verhörens», der Vorbereitung des Anspringpfades am
vorherigen Tag und dem genauen
Ablauf der Balz – ist in der Literatur dermassen häufig und ausführlich beschrieben und erörtert
worden, dass sich hier eine erneute Darstellung erübrigt.
In vielen älteren jagdlichen
Lehrwerken wird jede andere Art der Auerhahnjagd als unweidmännisch abgetan und erst
gar nicht näher beschrieben. Eine
weitere, dennoch recht verbreitete Jagdmethode ist der Ansitz, besonders in deckungsarmen Moorund Heidegebieten auch hinter
einem eigens dazu errichteten
Schirm.
Die meisten herrschaftlichen
Jäger früherer feudaler Epochen
aber liebten bei der Jagd weder
die Anstrengung des Anspringens
noch hatten sie die Geduld für
die Ansitzjagd. Vielmehr waren
sie es gewohnt, dass ihnen Wild
jeder Art zum bequemen Schuss
vor die Flinte getrieben oder soSchweizer Jäger 7/2014
33
Aussterben durch die Jagd?
In der älteren Literatur, besonders vor der Wende vom 19. zum
20. Jahrhundert, als man noch
nicht den heutigen Blickwinkel
auf die Umwelt und ihre Entwicklung hatte, wurde die überzogene
und rücksichtlose Jagdausübung
meist als die hauptsächliche oder
gar einzige Ursache für den Rückgang der Bestände oder gar das
Aussterben der Auerhühner in begrenzten Gebieten angeprangert.
Auch wenn man heute davon
ausgeht, dass schon sehr viel früher als damals erkannt ganz andere Gründe, vor allem Veränderungen des Lebensraumes deutliche
Auswirkungen auf Wildtier- und
Vogelpopulationen hatten, werden
Jagd und Wilderei lokal doch eine
wesentliche Rolle gespielt haben.
34
Schweizer Jäger 7/2014
In Schottland mit seinen guten
Auerhuhnhabitaten hatte ganz offensichtlich allein die Jagd schon
um 1760 zu einer völligen Ausrottung geführt – eines der frühesten überlieferten Daten dieser
Art. Andere Ursachen sind jedenfalls für die damals noch dünner
als heute besiedelten, kaum und
dann extensiv genutzten Landstriche im Norden der britischen
Insel nicht ohne weiteres denkbar.
Auch das recht frühe Aussterben in einem so grossen Waldgebiet wie den Ardennen um 1820
kann angesichts der jagdhistorischen Bedeutung dieser Region
seit dem Frühmittelalter nicht
losgelöst von der Bejagung betrachtet werden, ebenso das Verschwinden der Auerhühner aus
dem heutigen Niedersachsen, wo
sie wohl vor allem in der Lüneburger Heide lebten und es bereits
um 1850 kein einziges Paar mehr
gegeben haben soll.
Bestände im 19. und 20.
Jahrhundert in Deutschland
In einem der Lüneburger Heide
durchaus ähnlichen Biotop hingegen, in den Lausitzer Kiefernheiden im Süden Brandenburgs
zählte man um die gleiche Zeit
noch 18 Balzplätze mit etwa 200
Hähnen, was auf einen Bestand
von über 400 Vögeln schliessen
lässt. Noch bis weit ins 20. Jahrhundert gab es dort und in den
angrenzenden Gebieten Sachsens und der Lausitzer Neisse das
grösste Vorkommen der Art im
mitteleuropäischen Flachland. In
der Rochauer Heide, einem Teil
der Kiefernheiden, balzten bis in
die 90er-Jahre Auerhähne und in
der Muskauer Heide im nordöstlichen Sachsen, wo sich auch die
ersten Wölfe aus Polen ansiedelten, waren sie niemals völlig ausgestorben. Auch in Thüringen, im
Schiefergebirge, im Buntsandsteinwaldland bei Paulinzella und
im Saale-Sandsteingebiet gab es
um 1970 noch einen Bestand von
Foto: Naturpix.ch/A.Deutz
Wildkunde
gar eingefangen und an übersichtlicher Stelle präsentiert wurde, um es noch leichter erlegen zu
können.
Zu diesem Zweck gehörten
zu ihrem Jagdpersonal unter anderem auch «Hanenfenger», wie
sie in einer Quelle aus der hessischen Jagdgeschichte heissen
und zudem war in vielen Gegenden der Einsatz von so genannten «Auerhahnenbellern» üblich, kleinen Bracken, besonders
Steinbracken oder Dachshunden,
die zuvor an Putern oder ähnlichen Vögeln abgerichtet worden
waren und das Auerwild, insbesondere junge, noch ziemlich unerfahrene Vögel ausmachten und
verbellten, so dass sich der Jäger
an das durch die Hunde abgelenkte Wild auf Schussweite leichter
heranpirschen konnte.
In Skandinavien und in Russland kennt man die dieser Methode ähnelnde Jagd mit Vogelhunden, spitzartigen Jagdhundrassen
wie Finnenspitz und Laika, noch
heute und auch in Schottland ist
das Buschieren – wie auf Moorhühner – unter Einsatz von Hunden üblich.
etwa 300 Auerhühnern, der jedoch in den folgenden zwanzig
Jahren bis 1990 auf nur 20 bis 30
Tiere schrumpfte, aber immerhin
noch existierte.
Im Hochsauerland hingegen,
wo noch in den 20er-Jahren Auerwild ein häufiger Anblick und
eine Gemeindejagd wegen des
guten Bestandes bis in die 60erJahre sogar ein Pachtrevier des
Erzherzogs von Österreich war,
gab es zehn Jahre später keine gesicherten Vorkommen mehr. Auf
einer Hochheide nahe den heute
durch Bobbahn und Skisprungschanze bekannten Orten Winterberg und Willingen soll jedoch
noch im Jahre 1970 ein Schmalfilm über die Balz gedreht worden
sein. Im angrenzenden nordhessischen Upland jedoch wurden
schon Jahrzehnte früher nur noch
einzelne Hähne und Hennen gesichtet.
Im gesamten Schwarzwald
schätzte man um 1900 den Bestand auf 3800 balzende Hähne,
von denen fünf bis sechs Jahrzehnte später noch 1200 bis 1300
übrig waren. Weitere nennenswerte Populationen gab es im
Harz, gut besetzt war zu Beginn
des 20. Jahrhunderts auch noch
das Fichtelgebirge, sehr hohe Bestandsdichten sogar gab es im
Seit 1971 steht
das Auerwild
gesamtschweizerisch unter
Schutz. Trotzdem
sind die Bestände
gefährdet.
Quelle:Wikipedia
Nach einer Radierung aus
Johann Andreas Naumanns
«Naturgeschichte der Vögel Deutschlands» entstand diese kolorierte Abbildung eines Auerhuhns.
Repro:Verfasser
Die Bundesrepublik Deutschland
erinnerte im Jahre 1965 mit einer
Zuschlagsmarke für die Jugend an
die zunehmend bedrohte Vogelart.
Bayerischen Wald und in vielen Regionen der Alpen – überall aber offenbar mit abnehmender Tendenz ab den
30er- und ganz besonders ab den 70erJahren.
Im Übrigen sind Zahlen zum Bestand an Auerwild und Angaben zu
dessen Erlöschen offensichtlich mit
allergrösster Vorsicht zu geniessen.
Bernhard Grzimek gibt in einem Buch
aus dem Jahre 1965, leider ohne direkte Quellenangabe, für das Vorjahr und
die Bundesrepublik in den damaligen Grenzen einen Bestand von genau
6002 Exemplaren an, davon 4572 für
Bayern, 1065 für Baden-Württemberg,
255 für Hessen, 140 für RheinlandPfalz und 30 für Nordrhein-Westfalen; die Summe ergibt dann allerdings
6062 Exemplare und in der damaligen Tschechoslowakei sollen danach
in 1961 genau 4029 Auerhühner gelebt haben.
«Verwunderlich, wer diese scheuen Hühner im Wald so genau zu zählen vermag», setzt der unvergessene
«Tierprofessor», zuvor selbst Entwickler der Methoden für Tierzählungen in der ostafrikanischen Serengeti, aber gleich – wohl etwas ironisch
- hinzu und das kann auch niemand
bewerkstelligt haben, wie die Probleme und deren Lösungsansätze bei
aktuellen Bestandsermittlungen und
Schätzungen in der Schweiz und im
Schwarzwald zeigen. Die genannten
Zahlen erscheinen daher eher unzuverlässig.
Bestandsentwicklung in der Schweiz
Zu den Populationen an Auerhühnern und anderen Wildhühnern in der
Schweiz gibt es aus früheren Zeiten
bis in das 20. Jahrhundert hinein leider keine Zahlen und Daten und seien sie auch nur so vage wie manche
derartiger Angaben aus Deutschland.
Für die Zeit um 1800 wird eine Gesamtstrecke an Wildhühnern von rund
8000 Stück genannt, allerdings nicht
nach Arten unterteilt und daher nicht
aussagekräftig.
Aus einem Dokument aus dem Jahre 1888 geht bereits hervor, dass «die
Berichte über den Stand der Wildhühner immer sehr ungünstig» ausfielen
und «Witterung und Raubwild» dafür verantwortlich gemacht wurden.
Obwohl die Jagd also nicht als Ursache für die Bestandsrückgänge gesehen wurde, regte man bereits um diese
Zeit erste Schutzmassnahmen an, die
jedoch nur lokal und sehr schleppend
in Gang kamen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts
wurde die Population in einem 1914
erschienenen Werk zur «Tierwelt der
Schweiz in der Gegenwart und in der
Vergangenheit» auf «ca. 4000 Hähne»
geschätzt, allerdings ohne jegliche Anhaltspunkte zur Ermittlung oder Schätzung dieser Zahl. Immerhin kann man
Wildkunde
1900
1970
Die Verbreitung
des Auerwildes in
der Schweiz im
Zeitablauf von
1900, 1970 und
2001.
36
2001
Quelle: Schweizerische Vogelwarte Sempach
nach dieser Quelle davon ausgehen, dass es damals noch deutlich mehr Auerhühner gab als um
1970; vor rund 45 Jahren nämlich
wurde für das «Handbuch der Vögel Mitteleuropas» eine realistische Bestandsermittlung durchgeführt, die auf 1100 Hähne als
Mindestgrösse kam.
Interessant sind dabei auch
die vergleichbaren Angaben zum
Verbreitungsgebiet, die aus früherer Zeit ausführlicher sind als
die Bestandszahlen; gewisse Unsicherheiten, die aus der Zuverlässigkeit und Interessenlage der
Autoren resultieren, sind allerdings einzukalkulieren. In der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts scheint danach die räumliche Ausdehnung der Habitate in
etwa den Verhältnissen um 1970
entsprochen zu haben. Besiedelt
waren der gesamte Jurabogen, der
Alpennordrand und einige Täler
Graubündens, ferner das Tessin
und in geringem Mass das Mittelland.
Ungefähr ab 1850 kam es
dann aber sogar zu einer echten
Ausweitung des Verbreitungsgebietes, zunächst vor allem in
Graubünden, gegen Ende des
Jahrhunderts auch ins Engadin,
in weitere Bündner Südtäler und
ins Veltlin; darüber hinaus hatten sich offenbar die bis dahin
nur sporadischen Vorkommen im
Mittelland vorübergehend stabilisiert. Anzunehmen ist, dass sich
damit auch die Populationen vergrösserten, durch Zahlen belegbar ist dies aber nicht.
In diesem Zeitraum nämlich,
also in den zwei bis drei Jahrzehnten vor und nach der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert
waren deutlich höhere Bestände
auch aus dem Schwarzwald, aus
Schweizer Jäger 7/2014
Oberösterreich, dem Salzburger
Land und der Steiermark sowie
aus dem Trentino zu vermelden.
Bis in die 40er-Jahre blieben die
Populationen vor allem in Graubünden stabil oder stiegen sogar
noch an, im Tessin jedoch und in
den meisten Regionen des Mittellandes erloschen sie in dieser Zeit
bereits wieder.
Nach der oben erwähnten, in
den Jahren 1968 bis 1971 für
das ornithologische Handbuch
durchgeführten Bestandserhebung waren der Jurabogen sowie
der Alpennordrand noch durchgehend besiedelt. Wiederum 15
Jahre später, in 1985 kam man
nur noch auf 550 bis 650 balzende Hähne bei einer erstmals deutlich festzustellenden Verkleinerung des Verbreitungsgebietes; in
beiden Regionen gab es keine zusammenhängenden Lebensräume
mehr, sondern die Habitate waren auf einige Inseln geschrumpft
und die Populationen hatten sich
entsprechend verkleinert, vereinzelt und damit vermutlich bereits
räumlich voneinander isoliert.
Im Jahre 2001 wurde die bisher
letzte Erhebung durchgeführt, die
einen tatsächlich gezählten Bestand von nur noch 252 Hähnen
ergab, der unter Einbeziehung der
nicht kontrollierbaren Gebiete die
Grundlage für eine solide, in der
Literatur ausführlich beschriebene Schätzung von 450 bis 500
balzenden Hähnen bot, mithin
150 bis 200 Exemplare weniger
als in 1985.
Damit war also ein weiterer,
wenn auch gebremster Rückgang
zu verzeichnen, allerdings bei regional unterschiedlichen Entwicklungen. Am zentralen und
westlichen Alpennordrand sowie im Jura und in Graubünden
waren, abgesehen von regionalen Ausdünnungen der Bestände und Aufgabe einzelner, meist
am Rand der Habitate gelegener
Lebensräume keine wesentlichen
Veränderungen zu verzeichnen,
am westlichen Alpennordrand
hingegen war das Auerhuhn so
gut wie verschwunden.
Aktuelle Populationen
Somit wird also der Bestand an
Auerhühnern in der Schweiz nach
der aktuellsten Erhebung bei maximal 500 balzenden Hähnen auf
rund 1100 Individuen geschätzt,
die in fünf voneinander getrennten Populationen leben – in den
höheren Lagen des Jura, in drei
voneinander getrennten Habitaten des Alpennordrandes und in
einigen Tälern Graubündens. Damit hat sich deren Zahl in etwa 40
Jahren ungefähr halbiert, bei zwar
jüngst verlangsamt, aber dennoch
weiter abnehmender Tendenz.
Diese Tendenz gilt auch für
Österreich, obwohl dort nach
einer Schätzung des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und
Ökologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien in
2007 noch rund 25 000 Individuen in relativ stabilen Verhältnissen lebten und im Gegensatz
zur Schweiz die Jagd regional
und zeitlich begrenzt erlaubt ist.
Ausserhalb des Alpenraums in
Oberösterreich allerdings hat das
Auerhuhn offenbar keine Zukunft
mehr, besonders der Restbestand
im Mühlviertel gilt als äusserst
labil.
Streng geschützt wie in der gesamten Schweiz seit 1971 sind die
Auerhühner auch in Deutschland.
Die vermutlich grösste Population ausserhalb der Alpen findet
sich im Schwarzwald mit noch
leben und möglicherweise auch mit
Populationen im angrenzenden Bregenzerwald im Austausch stehen
könnten, werden dort vermutet.
In den Bayerischen Alpen finden
sich teils grössere und vernetzte, teils
kleinere und isolierte Auerhuhnpopulationen schwerpunktmässig natürlich
im Nationalpark Berchtesgaden, weiter in den angrenzenden Chiemgauer
Alpen und im Mangfallgebirge sowie
im Ammergebirge und der Umgebung
des Eibsees bei Garmisch-Partenkirchen.
Insgesamt wurde der Bestand in
Deutschland für 2005 auf 570 bis 770
Brutpaare bzw. 1300 bis 1700 Vögel
geschätzt – mit allen Unschärfen, die
bei Schätzungen zu berücksichtigen
sind.
In Frankreich, wo nur in den Pyrenäen noch eine begrenzte Bejagung
stattfindet, sowie in Italien, wo die
Auerhühner geschützt sind, sollen jeweils zwischen 4000 und 6000 Individuen leben – bei gleichfalls abnehmenden Tendenzen. Dies gilt auch für
die nur noch vereinzelten Auerhühner
in Liechtenstein, während der Bestand
in Slowenien, wo sie seit 1993 unter
Schutz stehen, mit rund 1200 Individuen als stabil eingestuft wird.
Die grössten Populationen an Auerhühnern finden sich im Norden Eurasiens, in den borealen Nadelwäldern
von Skandinavien bis weit in die sibirische Taiga. Der gesamte Bestand
in dieser riesigen Region wird von der
IUCN auf 1,5 bis 2 Millionen Vögel
geschätzt, davon etwa die Hälfte im
europäischen Teil dieses Raumes und
als «nicht gefährdet» eingestuft – trotz
ebenfalls lokal zu bemerkender Rückgänge, die dort nach Einschätzung von
Experten vor allem auf das Konto der
devisenbringenden Jagd gehen dürften.
WEITSICHT
UND EINBLICK
ADMIRAL TRANSIT FELDSTECHERSERIE BY GMC SWITZERLAND
über 330 balzenden Hähnen, was allerdings eine kontinuierliche Verminderung gegenüber 550 Hähnen um
1971 bedeutet. Dennoch ist der Nordschwarzwald – aber auch nur dieses
abgrenzbare Gebiet – eine der wenigen Regionen in Mitteleuropa, vielleicht die einzige, in denen sich der
Bestand an Auerhühnern in jüngerer
Zeit aus eigener Kraft erholt hat und
von 110 Brutpaaren im Jahre 1998 auf
190 in 2007 stieg; im südlichen und
östlichen Schwarzwald hingegen sind
die Auerhühner zwischen 1972 und
1999 fast völlig verschwunden.
Im Fichtelgebirge, einem einst gut
besetzten Habitat, wird nur noch von
einer kleinen Restpopulation ausgegangen, um deren Schutz man sich mit
Wegeverboten und ähnlichen Massnahmen bemüht. Besser sieht es im
Bayerischen Wald aus, wo nach hohen Bestandsdichten bis in die erste
Hälfte des 20. Jahrhunderts im Jahre 1982 im Bereich des Nationalparks
nur noch ganze 16 Exemplare gezählt
werden konnten.
Durch die «Schutzgemeinschaft
Auerhuhn», bestehend aus dem Landesjagdverband, den Forstverwaltungen und dem Nationalpark wurden
zwischen 1982 und 2000 über 1300
Auerhühner ausgewildert und in Kooperation mit dem angrenzenden
tschechischen Nationalpark Šumava,
in dessen hervorragenden Auerhuhnbiotopen in geringerem Umfang auch
ausgewildert wird, ein Forschungsprojekt gegründet.
Nach neuesten Untersuchungen für
den Zeitraum von 2009 bis 2011 kann
der Bestand im gesamten deutschtschechischen Grenzgebirge auf etwa
570 Auerhühner geschätzt werden
Für den Bereich der deutschen
Alpen wird von einem Gesamtbestand
von etwa 800 bis 1000 Vögeln ausgegangen. Aus dem Allgäu allerdings
konnte bei einem Treffen der Raufusshuhnexperten in Balderschwang im
September 2010 nur noch von einem
geringen Restvorkommen im dortigen Raum, im Bereich des Forstamtes Sonthofen berichtet werden. Etwa
50 Hähne, die allerdings im Verbund
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Foto: Sven Eric Arndt
Wildkunde
WIESELFLINK
38
Schweizer Jäger 7/2014
Von Hansjakob Baumgartner
Das Mauswiesel verbringt einen Grossteil seines Lebens unter
dem Boden. Es ernährt sich von
kleinen Wühlmausarten, hierzulande hauptsächlich von der Feldmaus, die es durch die Mäusegänge verfolgt. Obschon auch tagsüber aktiv, bleibt das kleinste einheimische Raubtier deshalb weitgehend unsichtbar − zumal es die
schützende Deckung auch dann
kaum verlässt, wenn es oberirdisch
unterwegs ist. Jährlich werden dem
Schweizer Zentrum für die Kartografie der Fauna (SZKF) in Neuenburg denn auch bloss etwa ein Dutzend Beobachtungen gemeldet.
Manches deutet darauf hin,
dass das Mauswiesel heute unser
Land in viel geringerer Zahl bewohnt als in der ersten Hälfte des
20. Jahrhunderts. Seine Vorkommen in der offenen Landschaft
konzentrieren sich auf Gebiete mit einem ausreichenden Angebot an Hecken, Gebüschen,
Steinmauern und -haufen sowie
Hochstauden- und Unkrautfluren – Strukturen, die in der hiesigen Agrarlandschaft rar geworden
sind. Auf der Roten Liste der bedrohten Arten wird es deshalb als
gefährdet verzeichnet.
Letzteres gilt auch für den
Iltis. Die Art, die einst als heimlicher Wintergast in der Scheune
oder im Stall nahezu jedes Bau-
Noch gilt das
Hermelin als nicht
bedroht.
Foto: naturpix.ch/Rolf Giger
www.schweizerjaeger.ch
ernhofs zugegen war, leidet nicht
zuletzt unter dem Rückgang der
Amphibienbestände. Ihre wichtigsten Beutetiere sind Grasfrosch
und Erdkröte.
Als derzeit noch nicht bedroht
gilt das Hermelin, das in den vergangenen Jahrzehnten aber ebenfalls seltener geworden ist. Wie
dem Mauswiesel macht ihm der
Mangel an Deckung im intensiv genutzten Landwirtschaftsgebiet zu schaffen. Dies ergab
beispielsweise eine Studie, die
Carine Vogel in den Jahren 2002
bis 2004 im Val de Ruz im Neuenburger Jura durchführte. Die
Biologin verfolgte mittels Peilgerät die Wege von 13 Tieren, die
sie in Kastenfallen gefangen und
mit einem Halsbandsender versehen hatte. Dabei zeigte sich,
dass sich das Hermelin hauptsächlich im Bereich von Hecken,
grösseren Steinhaufen, Bachufern
und Waldränder bewegt und diese Strukturen auch als Tageseinstände und Wurfplätze bevorzugt
nutzt.
Es scheint, dass sich der Bestand im Val de Ruz seit Mitte
der 1980er-Jahre vermindert hat:
1986 hatte der Wildtierbiologe
Jean-Marc Weber bei einer Untersuchung im gleichen Gebiet pro
Falle und Zeit, während der diese
scharf gestellt waren, noch dreiSchweizer Jäger 7/2014
39
Wildkunde
Mauswiesel, Hermelin und Iltis sind in den letzten Jahrzehnten bei uns
deutlich seltener geworden. Weil sie ein Leben im Verborgenen führen,
weiss man aber nur vage Bescheid über ihre Häufigkeit und Verbreitung
in der Schweiz. Eine Erhebung mit so genannten «Spurentunnel» erbrachte hierzu erste verlässliche Erkenntnisse. Die 2012 gegründete Stiftung
«WIN Wieselnetz» hat ein landesweites Lebensraumförderungsprogramm
für Mauswiesel und Hermelin lanciert.
Gestempelte Trittsiegel
Bis anhin fehlten verlässliche Daten über die Häufigkeit
und Verbreitung von Mauswiesel, Hermelin und Iltis in der
Schweiz. Um diese Wissenslücke
zu schliessen, führte das SZKF
2010 im Auftrag des BAFU eine
erste gesamtschweizerische Erhebung zu den Vorkommen der drei
Kleinraubtiere durch.
Dabei machte man sich deren
Neigung zunutze, sich möglichst
im Verborgenen zu bewegen und
in engen Durchgängen nach Beute zu suchen: Man verteilte sogenannte Spurentunnel im Gelände.
Das sind rechteckige Tunnel aus
Holz, 1 Meter lang, 16 Zentimeter
hoch, 12 Zentimeter breit. In der
Mitte wird ein Tintenkissen aus
Filzstoff befestigt, flankiert von
zwei Papierstreifen. Passiert ein
Tier den Tunnel und tritt dabei auf
das «Stempelkissen», hinterlässt
es seine Trittsiegel auf dem Papier.
Platziert wurden die Spurentunnel vorwiegend entlang von
Hecken, Bachborden, Brachstreifen oder Wiesenrändern sowie bei
Stein- oder Asthaufen.
Die Erhebung erfolgte in acht
über die ganze Schweiz verteilten Untersuchungsgebieten (siehe Karte 1). Pro Untersuchungsgebiet bestimmte man zehn je 1
Quadratkilometer grosse Probeflächen, auf denen jeweils zehn
Spurentunnel zum Einsatz kamen. Eine Ausnahme bildet das
Unterengadin, wo nur acht Probeflächen bearbeitet werden konnten. Die Spurentunnel standen
fünf Wochen im Einsatz und wurden wöchentlich kontrolliert.
40
Schweizer Jäger 7/2014
Foto: Reiner Schilling
Die Bestände des Mauswiesels unterliegen starken
Schwankungen.
Noch landesweit verbreitet
Ergebnis: Noch sind Hermelin,
Mauswiesel und Iltis praktisch im
ganzen Land zugegen (siehe Tabelle). Einzig im Tessiner Untersuchungsgebiet erfolgte kein
Nachweis. Das heisst nicht, dass
die drei Kleinraubtiere hier gänzlich fehlen würden, doch sind sie
offensichtlich selten. Am häufigsten und am weitesten verbreitet ist das Hermelin. Der Iltis ist
an Feuchtgebiete und Gewässer
gebunden. Das Mauswiesel war
2010 nur im Unterengadin relativ häufig.
Die Erhebung erbrachte indessen bloss eine grobe Übersicht
über die Verbreitung der drei Ar-
Karte 1:
Untersuchungsgebiete der SZKF-Erhebung
über die Verbreitung von
Mauswiesel, Hermelin
und Iltis.
3
ten in der Schweiz. Genaue Angaben über die Häufigkeit lässt sie
nicht zu. Und sie zeigt bloss eine
Momentaufnahme.
Denn insbesondere die Bestände des Mauswiesels können stark
schwanken. Die Populationen seines wichtigsten Beutetiers, der
Feldmaus, unterliegen sogenannten Massenwechseln: Einer starken Vermehrung folgt jeweils der
Zusammenbruch. Entsprechend
auf und ab geht es mit dem Mauswiesel. In einem Jahr mit geringem Feldmausbestand sinkt sein
Bestand auf einen Bruchteil, in
guten Mäusejahren kompensiert
es den Verlust: Als einziges hiesiges Raubtier kann sich das Maus-
5
4
6
7
1
2
8
Quelle: CSCF
Wildkunde
mal mehr Hermeline gefangen als
Carine Vogel.
Nebst dem Mangel an deckenden Strukturen und – beim Iltis
– Beute wirkt sich wohl auch die
Fragmentierung der Landschaft
durch Strassen, Bahnen und Siedlungsgürtel negativ auf alle drei
Arten aus.
1 Glâne-Gruyère (FR)
2 Bas-Valais (VS/VD)
3 Zentraler Jura (JU/BE)
4 Rottal (LU)
5 Klingnau (AG/ZH)
6 Linthebene (GL/SG/SZ)
7 Unterengadin (GR)
8 Riviera-Magadino (TI)
Glâne-Gruyère (FR)
Bas-Valais (VS/VD)
Zentraler Jura (JU/BE)
Rottal (LU)
Klingnau (AG/ZH)
Linthebene (GL/SG/SZ)
Unterengadin (GR)
Riviera-Magadino (TI)
Der Iltis ist auf Feuchtgebiete und
Gewässer angewiesen.
Anteil der Probeflächen mit Nachweisen in Prozent
Hermelin
Mauswiesel
Iltis
90
10
80
30
30
10
90
20
40
70
10
50
20
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50
10
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0
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Häufigkeit von Hermelin, Mauswiesel und Iltis in den verschiedenen
Untersuchungsgebieten.
wiesel in einem Jahr zweimal
fortpflanzen.
Auch beim Hermelin sind
Populationsschwankungen abhängig von den Beutebeständen
in der Schweiz dokumentiert.
Weil sein Nahrungsspektrum
breiter ist als jenes des Mauswiesels, sind die Folgen von Massenwechseln bei einzelnen Beutearten für das Hermelin jedoch
weniger drastisch.
Brauchbare Aussagen über die
Häufigkeit und die Populationstrends wird man erst nach mehreren Spurenfallenerhebungen
in regelmässigen Abständen machen können. «In fünf bis spätestens zehn Jahren müsste die gan-
Karte 2:
Populationsräume der ersten Etappe
des Programms «Wiesellandschaft
Schweiz».
ze Übung erstmals wiederholt
werden», sagt Simon Capt, Säugetierfachmann im SZKF. Sollte dies aus finanziellen Gründen
nicht möglich sein, wäre zumindest ein Monitoring in einer reduzierten Anzahl von Untersuchungsgebieten angezeigt.
Überleben in Metapopulationen
Sinnvoll wäre ein Monitoring
nicht zuletzt auch als Erfolgskontrolle für bereits angelaufene
Förderungsmassnahmen für die
drei Arten. Bereits 2006 startete das Projekt «Wieselnetz», mit
dem namentlich dem Hermelin
und dem Mauswiesel geholfen
werden soll. Wegleitend dafür ist
4
9
6
8
5
3
2
1
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Quelle: CSCF
11
1
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3
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Fürstenland SG/TG
Kemmental TG
Weinland-Seerück TG/ZH
Schaffhausen SH
5
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7
8
Irchel ZH
Studenland-Bachsertal AG/ZH
Freiamt-Seetal AG/LU
Bözberg AG
ein von der Biologin Helen Müri
verfasstes Konzept zur Stärkung
von Wieselpopulationen im Mittelland.
Überlebensfähige Wieselpopulationen benötigen mindestens 50
Quadratkilometer grosse Räume.
Diese müssen indessen nicht flächendeckend bewohnbar sein.
Die Tiere besiedeln darin einzelne
Teilgebiete, sogenannte Patches,
die ihnen günstige Lebensbedingungen bieten. Dazwischen liegt
Niemandsland – intensiv genutzte Agrarflächen, die aber ein paar
naturnahe, vernetzende Strukturen aufweisen, über welche die
Tiere von einem Patch zum anderen wandern können.
Diese Daseinsform wird als
Metapopulation bezeichnet. Bei
Nahrungsmangel kommt es immer wieder vor, dass einzelne Patches verwaisen, doch werden diese erneut besiedelt, wenn wieder
reichlich Beute verfügbar ist.
Förderungsmassnahmen müssen diese Dynamik berücksichtigen: Es gilt, eine Balance
zwischen Erlöschen und Neuentstehung der Teilpopulationen zu
erhalten. Dies setzt voraus, dass
• Kernpopulationen bestehen, in
denen die Arten auch in mäusearmen Zeiten überleben können
• genug Lebensraumpatches vorhanden sind, und
• diese untereinander und mit den
Kerngebieten gut vernetzt sind.
9 Tafeljura AG/BL/SO
10 Kettenjura Ost BL/JU/SO
11 Pfaffern-, Rot- und Wiggertal AG/BE/LU
Schweizer Jäger 7/2014
41
Wildkunde
Foto: Reiner Bernhardt
Untersuchungsgebiet
Foto: Kurt Gansner
Wildkunde
Ast- und Steinhaufen
Förderungsmassnahmen müssen gewährleisten, dass diese Bedingungen in einem ausreichend
grossen Metapopulationsraum
stets erfüllt sind.
Hierzu braucht es genug wieselfreundliche Strukturen sowohl
im Kerngebiet wie auch in den
einzelnen Patches und entlang
der Vernetzungsachsen. Kernelemente sind dabei eigens nach den
Bedürfnissen der Kleinraubtiere
gestaltete Ast- und Steinhaufen.
Hier sind Wiesel sicher vor grösseren Raubsäugern, Eulen und
Greifvögeln, die ihnen nachstellen und sie können ihren Wurf unbehelligt grossziehen.
Die Verstecke müssen Bereiche mit gröberem Material aufweisen, so dass Gänge mit einem
Durchmesser von 4 Zentimetern
vorhanden sind, durch die sich die
Wiesel bewegen können. Wenn
zudem die Unterlage aus trockenem pflanzlichem Material –
Laub, Streue, Schilf – besteht, das
bei der Verrottung Wärme abgibt,
sind die Tiere auch gut vor Kälte
geschützt.
Deckungsreiche Jagdgebiete bieten Altgrasböschungen
und Buntbrachen, und als Vernetzungsstrukturen eignen sich
Bäche mit naturnahen Ufern,
Hecken, stufige Waldränder, Altgras- und Brachstreifen oder von
Hochstauden gesäumte Gräben.
Pilotprojekt im Aargauer Seetal
In einem Pilotprojekt im Aargauer Seetal wurde das Förderungskonzept erstmals umgesetzt.
Das eigentliche Projektgebiet
umfasst bloss 25 Quadratkilometer und ist damit eigentlich zu
klein, um dauerhaft lebensfähige Bestände von Mauswiesel und
Hermelin zu beherbergen. Über
Wildtierkorridore bestehen jedoch Verbindungen zu benachbarten Lebensräumen, so dass
eine einigermassen zusammenhängende Metapopulationsfläche
42
Schweizer Jäger 7/2014
von rund 100 Quadratkilometern
erreicht wird.
Im Rahmen des Pilotprojekts
wurden in Zusammenarbeit mit
den Landwirten insgesamt 23 Patches aufgewertet. An sieben Stellen konnten mehrere Patches zu
grösseren Kerngebieten zusammengeführt werden.
Zur Erfolgskontrolle kamen
auch hier Spurentunnel zum Einsatz. Sie ergab, dass die Tiere die
neu angelegten Lebensraumelemente rege nutzen.
Die im Seetal gemachten Erfahrungen sollen nun für ein landesweites Projekt «Wiesellandschaft Schweiz» genutzt werden.
Federführend ist die 2012 gegründete Stiftung «WIN Wieselnetz».
«Die Idee ist, durch das ganze Land von Osten nach Westen
und von Norden nach Süden je
ein Band von Populationsräumen
zu schaffen, in denen die Wiesel
langfristig überleben können und
zwischen denen ein genetischer
Austausch erfolgen kann», sagt
die Biologin Cristina Boschi, Geschäftsführerin von «WIN Wieselnetz».
Begonnen wird mit einem
Band, das vom Fürstenland im
Kanton St. Gallen bis in den Jura
im Raum Delémont (JU) reicht.
Es umfasst 11 Populationsräume
(siehe Karte 2).
In jedem dieser Räume sind
ein oder mehrere Förderprojekte
geplant. In späteren Etappen will
man sich dann der Weiterführung
des Ost-West-Bandes bis nach
Lausanne sowie dem Nord-SüdBand von Basel ins Tessin widmen.
Buntbrachen, Säume entlang
von Ackerrändern, Extensivwiesen, Hecken, Feld- und Ufergehölze sowie Wiesen entlang von
Bächen sind beitragsberechtigte
Biodiversitätsförderungsflächen
gemäss Direktzahlungsverordnung für die Landwirtschaft. Sie
werden deshalb durch Ökobeiträge aus der Bundeskasse vergütet.
Doch ausgerechnet bei den
wichtigsten Elementen im Lebensraum von Wieseln – den
Ast- und Steinhaufen – ist dies
nicht der Fall. Zur Finanzierung
des Projekts «Wiesellandschaft
Schweiz» braucht es deshalb weitere Geldgeber. Über Gelder aus
dem Budget der kantonalen Jagdund Fischereiverwaltung ist gebietsweise auch die Jägerschaft
dabei. Die Geschäftsführung der
Stiftung «WIN Wieselnetz» wird
vom BAFU und von Stiftungen
bezahlt.
«Mit dem Ansatz von Wiesellandschaft Schweiz sollte es gelingen, zumindest das Hermelin im ganzen Land zu erhalten»,
glaubt Cristina Boschi. «Beim
selteneren Mauswiesel wird es
schwieriger, aber wir hoffen, dass
es auch bei ihm klappen wird».
Q
www.wieselnetz.ch
Totholz und Steinhaufen sind wichtige Elemente im
Lebensraum der
Wiesel. Hier finden
sie Schutz vor
grösseren Fressfeinden und können ihre Würfe
unbehelligt grossziehen.
Dazu braucht ihr griechischen Joghurt
(mit oder ohne Honig), Fruchtsaft
und/oder Dessert-Saucen aller Art
(mit Früchten, Caramel oder Schokolade). Ihr könnt den Joghurt
zuerst auch noch mit der jeweiligen
Dessert-Sauce vermischen, um ihm
noch mehr Geschmack und etwas
Farbe zu verleihen.
Hallo Kinder
Die ersten Sommertage mit viel Sonne und hohen Temperaturen konnten wir schon geniessen – und auch der Bergsommer ist schon da. Sogar der
Schneehase freut sich über sein schickes Saisonkleid und hoppelt fröhlich über
all die vielen frischen Kräuter und Blumen.
Was gehört für uns zum Sommer wie der Punsch zum Winter? Genau… kalt,
kälter, Eis! Glacé ist nicht nur eine süsse Köstlichkeit, sondern auch eine perfekte
Erfrischung. Natürlich schmeckt die Glacé, die man im Kühlregal findet, total
gut. Viel mehr Spass macht es allerdings, eigene Glacé herzustellen – und es
geht ganz einfach, ich zeig’s euch….
Euer Frechdachs
Gebt nun abwechslungsweise
wenig Saft oder Dessert-Sauce in
die Glacéform und löffelweise griechischen Joghurt, bis die Form
voll ist. Mit einer Gabel könnt ihr
(11)
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vorsichtig ein Muster einrüho
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Wenn ihr keine Glacéformen aus Plastik
habt, könnt ihr einfach kleine, leere
Quarkbecher (z.B. Fruchtzwerge) nehmen. Allerlei Fruchtsäfte können über
Nacht zu einer leckeren Erfrischung
eingefroren werden, spannender
wird’s aber mit Joghurt.
Kinderseite
Foto: Stockfoto
FrechDachs
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Schweizer Jäger 7/2014
43
Leserforum
Mehr Spiel
als Kampf?
Leser Kurt Kressig, Pfäfers, konnte diese spannende
Begegnung zwischen einem
Fuchs und einem Murmeltier
festhalten. Welche Absichten der Fuchs wirklich hatte,
kann nur erahnt werden, ist der
«Mungg» doch ähnlich schwer
und wehrhaft wie Meister Reineke. Nach einigen Minuten
war das Spektakel vorbei und
das Murmeltier verjagte genervt den Ruhestörer.
HIGA 2014 –
Sonderschau Hund
Wildhüter Karl-Heinz Jäger aus Jenins/GR sandte uns
dieses Foto, welches die Jagdhorngruppe Falknis während
ihres Auftrittes an der HIGA
in Chur zeigt. Die Sonderschau «Hund» wurde ebenfalls
vom «Schweizer Jäger» unterstützt. Herzlichen Dank für die
Einsendung! Die Redaktion
Erfolgreiche
Rehkitzrettung
Rubrik «Leserforum»
Unter dieser Rubrik bieten wir unseren Abonnenten eine Plattform für Lesereinsendungen
und Kurzbeiträge, aber auch nützlicheTipps oder
Ideen rund um die Jagd sind willkommen.
Die Meinungen dieser Einsendungen müssen
nicht mit denen der Redaktion und des Verlages
übereinstimmen. Die Verantwortung liegt beim
Einsender.
44
Schweizer Jäger 7/2014
Kontaktadresse
für Einsendungen
«Leserforum»
[email protected]
oder per Post:
Redaktion Schweizer Jäger
Parschientschstrasse 12
7212 Seewis
Toni Müller und Otti Burri
aus Schwarzenberg/LU konnten am 4. Juni 2014 im Gebiet
Chräjen diese zwei Rehkitze
vor dem angesetzten Mähtermin finden und in Sicherheit
bringen.
Herzlichen Dank an Irene
Müller für die Einsendung des
Fotos und den beiden Hegern
für ihren wertvollen Einsatz.
Die Redaktion
Leserforum
Da schlägt das
Jägerherz höher
Unser treuer Leser und leidenschaftlicher Jäger und
Fotograf Johann Hartmann
aus Grüsch, konnte diesen ca.
12 Jahre alten, ihm bekannten,
Hirschstier im Gefolge eines
www.glaser-handels.ch
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Ein Klick lohnt sich!
ebenfalls starken Kronenhirsches fotografieren.
Das wäre doch etwas für
die Bündner «Kröndlertage»?!
Wir wünschen jetzt schon
Weidmannsheil!
Die Redaktion
Tierarzt
Warum wird der
LUNGENWURM
BEIM HUND
immer häufiger diagnostiziert?
In den letzten Jahren häuften sich auch in der Schweiz die Meldungen von Hunden, bei denen Lungenwürmer (Angiostrongylus vasorum oder Crenosoma vulpis) nachgewiesen wurden. In einer Übersicht soll dargestellt werden, warum
diese Parasiten bei Hunden plötzlich zunehmen und warum sie eine nicht zu
unterschätzende Gefahr darstellen. Welche Anzeichen deuten auf eine Ansteckung mit Lungenwürmern hin? Kann der Hund vorbeugend geschützt werden?
Antworten auf diese Fragen finden Sie in diesem Artikel.
Lungenwürmer
sind in ganz
Europa auf dem
Vormarsch.
46
Lungenwürmer auf
dem Vormarsch
Bei Untersuchungen von Füchsen konnten schon seit einigen
Jahren Lungenwürmer gefunden
werden. Berichte aus Dänemark,
Frankreich und England liessen
darauf schliessen, dass das Vorkommen regional begrenzt ist.
In diesen Gebieten konnten diese Lungenwürmer auch immer
wieder bei Hunden diagnostiziert
werden. Das Auftreten bei Füchsen und bei Hunden korreliert
stark.
In den letzten Jahren häuften sich nun auch Meldungen
Schweizer Jäger 7/2014
von erkrankten Hunden aus
der Schweiz, Italien und auch
Deutschland. Daraus muss geschlossen werden, dass sich das
Verbreitungsgebiet der Parasiten
ausgedehnt hat. A. vasorum und
C. vulpis haben ein natürliches
Reservoir in der Fuchspopulation
und verbreiten sich so über ganz
Europa.
In Untersuchungen von Füchsen zwischen 2003 und 2007
konnten die beiden Parasiten bei
1 bis 2% der Füchse nachgewiesen werden. Neuere Untersuchungen zeigen, dass diese Häufigkeit wesentlich zugenommen hat.
In einer Studie aus England aus
dem Jahre 2008 betrug sie 23%,
zwei Jahre danach im Norden von
Spanien (Baskenland) 33.3% und
Wissenschaftler aus Norditalien
haben dieses Jahr Zahlen veröffentlicht, wonach bei 78.2% der
Füchse A. vasorum und bei 15.8%
C. vulpis nachgewiesen werden
konnten. Durch die hohe Prävalenz der Parasiten in der Fuchspopulation und die Nähe dieser
Tierart zu urbanen Gebieten verbreiten sich die Parasiten immer
mehr auch unter den Hunden.
Ansteckung eines Hundes
Im Kot von mit A. vasorum
und C. vulpis angesteckten Füchsen und Hunden werden Larven
der Parasiten ausgeschieden. Diese werden von Schnecken aufgenommen, die als Zwischenwirte, sogenannte Vektoren, dienen.
Die Larven entwickeln sich in der
Schnecke weiter und werden auf
andere Hunde übertragen, wenn
diese etwas fressen, auf dem sich
die Schnecken befinden.
Bei der Befragung von Hundebesitzern, deren Tiere von Lungenwürmern befallen sind, wird
selten bestätigt, dass der Hund
Schnecken verzehrt. Diese können so winzig klein sein, dass sie
von blossem Auge schlecht sichtbar sind. Zudem kann es sogar
ausreichen, wenn auf dem vom
Hund gefressenen Gras Schleim
solcher Schnecken haftet, worin die Larven der Lungenwürmer
Tierarzt
kommt daher, dass die Larven zuerst die Körperwanderung durchmachen, und erst Krankheitssymptome auftreten, wenn sich die
Würmer stark vermehrt haben.
Die Symptome sind vielfältig
Im Vordergrund stehen Symptome des Herzens und der Lunge. Meistens fällt den Besitzern
als erstes auf, dass die Ausdauer des Hundes abnimmt. Er wird
nach kleinsten Anstrengungen
schon kurzatmig, z.T. begleitet
von Reizhusten, welcher sogar
blutiges Sputum zur Folge haben kann. Die Atemfrequenz ist
erhöht und Untersuchungen des
Herzens weisen auf eine Vergrösserung hin.
Rund ein Drittel der erkrankten Hunde hat zudem Blutgerinnungsstörungen. Diese äussern
sich nicht nur durch den blutigen
Auswurf beim Husten, sondern
können auch in Form von Nasenbluten oder anderen ersichtlichen
Blutungen in die Schleimhäute
des Auges oder im Maul und so-
Oben links:
Die Übertragung
des Lungenwurmes erfolgt über
die Aufnahme von
Schnecken.
gar als Blutungen unter der Haut
augenfällig sein. Diese Symptome führen nicht selten zum Tod
des Tieres.
Es ist aber auch möglich, dass
Larven sich in innere Organe verirren und so z.B. im Fall des Gehirns zu neurologischen Störungen führen, was als Schwindel,
Störung der Bewegungskoordination oder sogar zu epileptischen Anfällen führen kann. Besitzer beschreiben immer wieder
auch Wesensänderungen ihres
Hundes, die auf die oben erwähnten Gründe zurückzuführen sind.
Nicht immer stehen die Symptome des Herzens und der Lunge
im Vordergrund. Es ist auch möglich, dass Blutungen und Veränderungen des Verhaltens dominieren. Es kann sogar sein, dass das
Tier innert kurzer Zeit stirbt, bevor die Diagnose gestellt werden
konnte.
Wie erfolgt die Diagnose
Wenn der Verdacht besteht,
dass ein Befall mit Lungenwür-
Qualität am Wild dank professioneller Wild-Kühlsysteme
für 2 Stück Rehwild bis zu 12 Stück Schwarzwild
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Jagd Hund
und
enthalten sind. Nach deren Aufnahme verlassen die Larven den
Magen-Darm-Trakt und wandern
durch den Körper des Hundes.
Während der Wanderung durch
Lymphknoten, Leber, durch das
Herz zur Lunge, entwickeln sich
die Larven zu den erwachsenen
Würmern. Diese scheiden Eier
aus, woraus wieder neue Larven
entstehen, die hochgehustet, abgeschluckt und anschliessend mit
dem Kot ausgeschieden werden.
So schliesst sich der Kreislauf.
In Abbildung 1 ist der Zyklus des
Lungenwurmes dargestellt.
Kranke Hunde sind meist recht
jung. Am häufigsten wird eine Ansteckung bei Tieren bis zu einem
Alter von zwei Jahren festgestellt.
Vermutlich ist dies darauf zurückzuführen, dass junge Hunde aus
einem Spieltrieb heraus vieles anknabbern und abschlucken. Obwohl Schnecken die Larven übertragen und Schnecken ja nur in
der warmen Jahreszeit vorhanden sind, sind Hunde häufiger in
den Wintermonaten krank. Dies
Oben: Blutgerinnungsstörung bei
einem Hund mit
Lungenwürmern.
Jagdeinrichtungen.ch
Tierarzt
mern bei einem Hund vorliegt,
so können die Larven mikroskopisch im Kot nachgewiesen werden, weil die Larven intermittierend ausgeschieden werden. Dazu
muss über drei Tage Kot gesammelt werden. In einem speziellen,
aufwändigen Verfahren werden
die Larven aus dem Kot extrahiert
und sind anschliessend im Mikroskop sichtbar.
Neu gibt es auch einen Test,
mit dem im Blut Antigene von A.
vasorum, dem am häufigsten vorkommenden Lungenwurm, nachgewiesen werden können. Dies
ist ein Test der mittels ELISA im
Plasma oder Serum einen Nachweis ermöglicht.
Klinische Untersuchungen, vor
allem bildgebende Verfahren wie
Röntgen, Ultraschall und andere,
können bei der Diagnosestellung
ergänzend eingesetzt werden und
den Verdacht auf eine Lungenwurminfektion erhärten.
Vorbeugung und Behandlung
Zu verhindern, dass der Hund
Larven von A. vasorum aufnimmt,
ist fast nicht möglich, ohne ihn in
seinem natürlichen Verhalten einzuschränken. Und mit der nor-
malen Entwurmung werden diese
Parasiten leider nicht eliminiert.
Früher wurden zur Behandlung der Lungenwürmer, nach
gestellter Diagnose, über drei
Wochen täglich Benzimidazole
verabreicht. Heute gibt es Tierarzneimittel mit Substanzen einer
anderen Wirkstoffgruppe, den
makrozyklischen Laktonen, die
eine einfachere Therapie ermöglichen. Mit einem Spot-on Präparat, d.h. der Wirkstoff wird mit
einer Pipette auf die Haut des Tieres aufgetropft und anschliessend
resorbiert, können die Parasiten
durch eine einmalige Behandlung eliminiert werden. Zudem
gibt es auch Tabletten mit makrozyklischen Laktonen, die wöchentlich über vier Wochen verabreicht werden müssen.
Im Rahmen einer Studie wurde gezeigt, dass das Spot-on auch
zur Vorbeugung eingesetzt werden kann. Wenn monatlich eine
Pipette appliziert wird, kann eine
klinisch manifeste Angiostronylose verhindert werden und bereits angesteckte Hunde scheiden
keine Larven mehr aus und helfen
so, die Verbreitung des Parasiten
einzudämmen.
Kurz gesagt
Lungenwürmer breiten sich
in Europa immer mehr aus. Das
Reservoir dieser Parasiten ist in
der Fuchspopulation. Die Larven
der Lungenwürmer werden von
Schnecken übertragen, über deren
Aufnahme sich die Hunde anstecken. Die Krankheitssymptome
sind vielfältig, meist ist ein Leistungseinbruch mit Husten und
Blutgerinnungsstörungen festzustellen. Es ist aber auch möglich,
dass nur Wesensänderungen vorliegen oder der Hund sogar ohne
wesentliche Krankheitsanzeichen
stirbt. Die Diagnose kann über
Untersuchung des Kotes oder
einen spezifischen Test im Blut
gestellt werden. Die Elimination
erfolgt heute über makrozyklische Laktone. Die einmalige Applikation eines Spot-on’s oder die
viermal wöchentliche Gabe von
Tabletten können zur Behandlung eingesetzt werden. Die monatliche Anwendung des Spoton’s dient auch als Vorbeugung.
Die normalen Entwurmungspräparate in der üblichen Dosierung
reichen nicht aus, um diese Parasiten zu bekämpfen.
Provet AG
Dr. med. vet. Manfred J. Lang,
3421 Lyssach
Zyklus des Lungenwurm.
(Literaturhinweise beim Autor)
48
Schweizer Jäger 7/2014
Zweite, überarbeitete Auflage mit ergänzender Website
erschienen
Jagd- und Fischereiverwalterkonferenz der Schweiz
JFK-CSF-CCP Herausgeber
rbeitete
2., übera
Auflage
JAGEN IN DER SCHWEIZ
Auf dem Weg
zur Jagdprüfung
Martin Baumann
Josef Muggli
Dominik Thiel
Conny Thiel-Egenter
Max Thürig
Philippe Volery
Peter A. Widmer
Sven Wirthner
Urs Zimmermann
Das erfolgreiche schweizerische Basislehrmittel für
die Jagdausbildung geht in die
zweite Runde. Nachdem die
deutschsprachige Erstauflage
im Buchhandel nach drei Monaten ausverkauft war, hatten
die kantonalen Jagdverwaltungen ihre Buchreserven für
den Verkauf freigegeben. Zu
Beginn dieses Jahres sind nun
auch diese letzten Bücher verkauft worden.
Die Jagd- und Fischereiverwalterkonferenz der Schweiz
nutzte diese Chance, um das
Lehrmittel zu überarbeiten
und eine zweite Auflage von
«Jagen in der Schweiz – Auf
dem Weg zur Jagdprüfung»
herauszugeben.
Zusätzliche Grafiken,
grössere Bilder
Die überarbeitete Auflage
zeichnet sich durch zusätzliche Grafiken, grössere Bilder und eine bessere Leseführung aus. Erstlingsfehler
wurden korrigiert und Ergän-
zungen angebracht: Das Kapitel Wildtierbiologie wurde u.a.
mit den Steckbriefen von Rebhuhn, Haselhuhn und Tannenhäher ergänzt und Konflikte
und Lösungsansätze im Umgang mit Grossraubtieren vertieft. Erweitert wurde auch der
Aspekt der Sicherheit im Umgang mit Waffen in den Kapiteln «Das jagdliche Handwerk» und «Waffen, Munition,
Optik». Ein kurzes Unterkapitel widmet sich neu der Pelzgewinnung am Beispiel des
Fuchses.
Lernvideos
Bildreiche Themen, wie das
Aufbrechen oder das Abbalgen, werden durch kurze und
einfach verständliche Lernvideos unterstützt. Mittels QRCodes können diese Videos im
Buch abgerufen werden.
Die überarbeitete Auflage
zeichnet sich unter
anderem auch durch zusätzliche
Grafiken aus.
www.jageninderschweiz.ch
Begleitend zum Buch wurde die Website www.jageninderschweiz.ch aufgeschaltet.
Hier finden Jungjägerinnen
und Jungjäger sowie weitere
Natur-Interessierte Informationen zum Buch, zur Jagdausbildung in der Schweiz,
Übungsfragen, Lernkärtchen,
Lernvideos und vieles mehr.
Die ausbaubare Website dient
als Basis für weitere Lernmaterialien und als Plattform für
zukünftige Weiterbildungsthemen.
In einem Passwort-geschützten Bereich der Website
finden die von den Kantonen
beauftragten Ausbildungsorgane Unterrichtsmaterialien.
Die Konferenz stellt den Ausbildenden hier zusätzlich eine
Änderungsliste zur Verfügung,
mit allen wichtigen Korrekturen und Ergänzungen der
Zweitauflage. Nur die kantonalen Jagdverwaltungen können ihren bezeichneten Ausbildungsorganen den Zugang
zu diesen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellen.
Literatur
Jagen in der Schweiz –
Auf dem Weg zur Jagdprüfung
Bewährter Rahmen bleibt
erhalten
Trotz Anpassungen und
Ergänzungen: Der bewährte Rahmen von «Jagen in der
Schweiz» bleibt erhalten.
Jagdverwaltungen und Ausbildende haben Kursinhalte und Prüfungsstoff auf die
Erstauflage ausgerichtet. Mit
der zweiten Auflage soll diese
wertvolle Arbeit erhalten und
punktuell unterstützt werden.
LH
RH
RV
LV
Wir wünschen allen Jungjägerinnen und Jungjägern,
Kursleitenden und «alten
Füchsen» viel Freude beim
Durchblättern und Durchklicken, sowie viel Erfolg … auf
dem Weg zur Jagdprüfung!
Dr. Conny Thiel-Egenter,
Geschäftsleiterin der Jagdund Fischereiverwalterkonferenz der Schweiz,
Mitautorin des Lehrmittels
Bezugsquellennachweis siehe 1. Seite «Jägermarkt»,
oben links (Preis: CHF 86.–).
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Ein Privileg:
DIE STEINWILDJAGD
Die Steinwildjagd 2013 war der Höhepunkt meiner über 40-jährigen
Jägerlaufbahn. Weil ich immer wieder darauf angesprochen wurde, habe
ich mich entschlossen, der interessierten Jägerschaft meine Erlebnisse zu
schildern.
52
Schweizer Jäger 7/2014
Blick auf den
Silsersee.
Bei herrlichem Wetter ging
es Richtung Lunghin. Eine gute
Kondition war Voraussetzung,
um in diesem Gebiet erfolgreich
jagen zu können. Nach ca. zwei
Stunden erreichten wir den Lunghinsee. Wir genossen einen wunderschönen Ausblick in die Engadiner Bergwelt.
Dann machten wir uns ans Absuchen nach Steinwild. Nach einiger Zeit konnten wir Steingeissen
erblicken. Gian Cla hatte eine säugende Steingeiss im Fernrohr, die
wir gut beobachten konnten. Nach
einer Marentpause setzten wir uns
in Richtung Piz Lagrev fort. Nach
ungefähr einer Stunde Marsch
konnten wir einige Böcke im Alter
von 6 bis 10 Jahren beobachten.
Mit den gewonnenen Eindrücken und dem Bewusstsein, was
für ein Privileg wir haben, hier
jagen zu dürfen, ging es bergabwärts nach Maloja. Ich hatte
das Glück, dass ich bei meiner
Schwester und meinem Schwager
(auch Jäger) in Sils-Maria logieren durfte.
Endlich Oktober
Am Abend des 3. Oktober
2013 begab ich mich vollbepackt
und in guter körperlicher Verfassung ins Engadin. Unser Gebiet
umfasste die steilen Bergflanken um den Tscheppasee. Auf der
einen Seite die Berge Bolaschin,
auf der andern Seite die Crutscharölgruppe mit Piz Mez. Bei einem
Glas Wein besprachen mein Neffe und ich die morgige Jagdtaktik.
Um 07.00 Uhr war mit vollbepacktem Rucksack Abmarsch
in Richtung Tscheppasee. Es war
neblig und dementsprechend war
die Sicht. Als wir die Waldgrenze erreichten, zeigte sich die Sonne und wir erlebten einen wunderschönen Tag mit guter Sicht.
Immer wieder hielten wir nach
Steinwild Ausschau. Wir stiegen
bis zum Tscheppasee auf 2600
Meter hoch.
Gestärkt machten wir uns ans
Spiegeln. Nach einiger Zeit machte sich etwa 300 Meter von uns
entfernt Steinwild bemerkbar.
Mein Neffe Fadri hatte einige Meter von den anderen Steingeissen
entfernt eine ältere Geiss entdeckt.
www.schweizerjaeger.ch
Die Jagdstrategie war, auf
Schussdistanz an sie heranzukommen. Leider verzog sich das
Steinwild in die Felsen des Crutscharöl. Wir harrten bis gegen
18.00 Uhr aus, mussten dann unverrichteter Dinge, aber um eine
Erfahrung reicher, den Abstieg
ins Tal antreten.
Zweiter Tag, gleiches Wetter,
gleiches Ziel. Beim Aufstieg zum
Tscheppasee konnten wir ein Rudel Gämsen beobachten, aber leider kein Steinwild. Wir beschlossen, uns zu trennen, um uns nicht
gegenseitig zu blockieren. Fadri
entschied sich, in Richtung des
grossen Kessels des Crutscharöl zu gehen, ich stieg auf bis zu
unserer Jagdgrenze.
Ein paar hundert Meter unter
mir sehe ich zwei Seen, der eine
ist stahlblau, der andere mit einfliessendem
Gletscherwasser
weisslich gefärbt. Sie sind eingebettet in eine riesige Steinwüste.
Es war ein herrlicher Anblick, leider konnte ich kein Steinwild ausmachen.
Beim Abstieg hörte ich in weiter Ferne einen Schuss hallen. Ich
war mir sicher, dass der Schuss
aus dem Stutzer von Fadri kommen musste. Nach einer halben
Stunde kam die Bestätigung von
Fadri. Er habe eine 15-jährige
Steingeiss erlegen können, was
auch mich sehr freute. Er orientierte mich, dass er noch einen
beschwerlichen Abstieg habe und
wir in Verbindung bleiben.
Als ich ihn erreichte, war es bereits schon fast dunkel. Nach den
Gratulationen und dem obligaten
Schnaps machten wir uns mit der
Stirnlampe auf den Heimweg.
Erfolgloser dritter Jagdtag
Der dritte Jagdtag war ein
Samstag. Andrea war an diesem Tag mein Jagdbegleiter. Um
07.00 Uhr war wieder Abmarsch
in Richtung Tscheppasee. Das
Wetter war wie in den Tagen zuvor. Als wir die letzten verfärbten
Lärchen hinter uns liessen, hatten
wir nach oben freie Sicht. Da wir
kein Steinwild ausmachen konnten, beschlossen wir, den grossen Kessel unter dem Crutscharöl
aufzusuchen.
Schweizer Jäger 7/2014
53
Jagdgeschichten
Am 21. April 2013 war die
obligatorische Orientierung zur
Steinwildjagd im alten Schulhaus
in Pontresina. Uns wurden die
Wildhüter für das jeweilige Jagdgebiet vorgestellt. Unser Wildhüter war Gian Cla König.
Am 22. August 2013 um 07.00
Uhr war in Maloja Abmarsch zur
Besichtigung des zugeteilten Gebietes. Fünf Jäger waren für dieses Gebiet ausgelost worden, davon zwei Jüngere, einer davon
war mein Neffe Fadri. Ein Jäger
war mittleren Alters und wir zwei
älteren. Uns beiden wurde ein
Steinbock in der Altersklasse 6
bis 10 Jahre zugeteilt.
Jagdgeschichten
Endlich lichtete
sich der Nebel.
54
Nach etwa einer Stunde erreichten wir den Felsen, von dem
aus der Steinkessel unter uns und
die Felsen des Piz Mez sehr gut
überschaubar waren. Das Geräusch von losen Steinen machte
uns aufmerksam. Zirka 200 Meter
von uns entfernt zeigten sich eine
Geiss mit ihrem Kitz, ein eineinhalb jähriger Bock und auch eine
Geiss im selben Alter. Die Geiss
steuerte den Kessel mit den noch
grünlich aussehenden Flächen an.
Der junge Bock und die Geiss bevorzugten einen Felskopf, auf
dem sich noch etwas Grünes
zeigte. Der Distanzmesser zeigte
eine Distanz von 188 Metern. Der
Felskopf, auf dem die Geiss stand,
erwies sich als zu hoch und somit
war wieder Geduld gefragt.
In der Zwischenzeit gesellte sich der Wildhüter zu uns. Der
Wildhüter unterbreitete den Vorschlag, dass wir uns in die Mitte
des grossen Steinkegels verschieben sollten. Gesagt, getan. Hinter
einem grossen Stein setzten wir
uns auf die Lauer und warteten geduldig auf das Steinwild, das sich
in den Felsen des Piz Mez aufhielt.
Mittlerweile war es 17.00 Uhr.
Das Steinwild machte keinerlei
Anstalten, die Felsen zu verlassen. So beschlossen wir, den steilen und nicht ganz ungefährlichen
Abstieg anzutreten.
Meine dreitägige Jagdplanung
ging somit zu Ende. Als passionierter Niederjäger gönnte ich
Schweizer Jäger 7/2014
mir zu Hause mit meinem Jagdkameraden Stefan und unserer
Laufhündin Fiona ein paar schöne Niederjagdtage.
Der Wetterbericht meldete in
den nächsten Tagen Schnee bis
500 Meter ü.M. Dies veranlasste mich, mit Wildhüter Gian Cla
Kontakt aufzunehmen. Wir vereinbarten, dass er mich informiert, sobald es die Wetterverhältnisse zulassen würden, die
Jagd wieder aufzunehmen.
Am 15. Oktober klingelte das
Telefon. Der Wildhüter teilte mir
mit, dass ich es versuchen könne.
Er würde mich begleiten. Also
packte ich meine Sachen und verabschiedete mich von Familie und
Hund und fuhr nach Sils-Maria.
Steingeissen gesichtet!
Am Morgen kam mir Wildhüter Gian Cla schon entgegen und
erzählte, dass er Steinwild gesehen habe. Dabei seien auch zwei
jüngere Steingeissen.
Der Aufstieg in Richtung Lagrev war steil und es hatte immer
noch bis zu einem halben Meter
Schnee. Gian Cla übernahm die
Führung. Als wir unterhalb des
Felsplateaus ankamen, sahen wir
das Steinwild vor uns. Schnell
das Fernrohr zur Hand, um die
Tiere sicher anzusprechen. Eine
1½- und eine 2½-jährige Steingeiss waren dabei. Der Distanzmesser zeigte 180 Meter. Da sich
das Steinwild weiter von uns ent-
fernte, war es nicht mehr verantwortbar, einen Schuss abzugeben.
Wir entschlossen uns, den
Steingeissen den Weg abzuschneiden, bevor sie die offene Flanke
überquerten. Wir überquerten ein
Felsplateau und hofften, dass sich
die Geissen unter dem Felsen aufhielten, aber nichts war auszumachen. Verschwunden! Wie vom
Erdboden verschluckt.
Wir gingen noch höher hinauf
und überquerten die offene Halde,
die mit Schnee bedeckt war, was
das Gehen sehr erschwerte. Der
Energiespeicher musste wieder
gefüllt werden, vor allem mit Flüssigkeit. Als ich mich gestärkt hatte, ging es wieder ans Absuchen
nach Steinwild. Gian Cla, der junge Wildhüter und Bergsteiger mit
einer topp Kondition, brauchte
keine lange Erholungspause.
Mittlerweile war es Nachmittag geworden. Zirka 200 Meter
oberhalb von uns hat sich Steinwild bemerkbar gemacht. In diesem Moment hörten wir rechts
von uns Steine rollen. Aus einem
Couloir kamen Steingeissen mit
Kitzen und auch eine Geiss ohne
Kitz. Der Blick durch das Fernrohr bestätigte, dass diese erlaubt sein musste, Gian Cla meldete 174 Meter. Sie befand sich
in einem Winkel von ca. 30° aufwärts.
Jetzt musste es schnell gehen,
denn die Geissen mit Kitz waren
schon auf den Felskopf gestiegen.
Ich legte den Rucksack auf einen
vor mir liegenden Stein, stellte mein Swarovski-Zielfernrohr
2-12x50 mit Leuchtpunkt auf 10fach ein, nahm die Geiss ins Visier, konnte aber nicht schiessen,
denn ich sah nur das Hinterteil
der Geiss. So musste ich warten,
bis sie mir die Breitseite zeigte.
Ich versuchte ganz ruhig zu
bleiben. Es ging nicht lange, die
Geiss bewegte sich vorwärts,
drehte sich um und zeigte mir die
Breitseite und blieb stehen. Ich
fasste sie auf diese Distanz auf
Hochblatt und liess die Kugel fliegen. Durch das ZF sah ich, wie sie
zeichnete. Die Geiss machte ein
paar Schritte und blieb unter dem
Felskopf liegen. Also abwarten.
Gian Cla begab sich zur Geiss.
Ich packte meine Sachen zusammen und wartete auf das Echo von
Gian Cla. Lange musste ich nicht
warten bis die Bestätigung kam.
Erlaubt, 8½-jährig. Ich nahm meine Finnenmütze ab, bedankte mich
und liess einen Jauchzer hören.
Nach der roten Arbeit machte ich noch ein paar Fotos. Gian
Cla nahm die Geiss ans Seil und
runter gings über Dürrgras, das
mit Steinen und Schnee überdeckt
war, Richtung Tal. Dann fuhren
wir nach Maloja, wo Gian Cla die
Geiss wog und ausmass.
Ich verabschiedete mich von
Gian Cla und bin überzeugt, dass
dieser junge Mann alle Voraussetzungen für einen guten Wildhüter
Nach dem Jagdglück steht ein
beschwerlicher
Absieg bevor.
Auf zur grossen Bockjagd
Der Morgen des 17. Oktober
war wieder ein herrlicher Engadinertag. Für mich war es der erste Tag auf den grossen Steinbock.
Weil ich alleine war, ich aber wusste, dass mein Cousin und Jagdkollege Hampa am Abend nach Sils
kommen würden, entschloss ich
mich, den Tag vor allem mit Auskundschaften zu verbringen. Als
sich mein Natel bemerkbar machte, teilte Andrea mir mit, das Willy,
ein einheimischer Jäger den grossen Bock ob den Felswänden sehe.
Meine Uhr zeigte 16.00 Uhr. Für
mich zu spät, den Bock anzugehen. Ich packte meine Sachen und
machte mich auf den Heimweg.
Am nächsten Tag war um
06.00 Uhr Tagwache, Morgenessen, packen und Abmarsch Richtung Tscheppasee. Diesen Weg
kannte ich mittlerweile recht gut.
Es herrschte Kaiserwetter und die
Motivation war hervorragend. Als
wir aus dem lichten Lärchenwald
heraus traten, ästen etwa 100 Meter vor uns zwei Steingeissen. 1½und 2½-jährig. Das ist eben Jagd.
Und weiter ging es.
Der Schnee war in dieser Höhe
immer noch etwa 40 cm hoch.
Unser Ziel war das Felsplateau
unterhalb des Crutscharöl. In dieser Gegend sollte sich der Steinbock aufhalten. Wir traversierten
die grosse Flanke bis zum Felsplateau. Mittlerweile war es Mittag. Nach langem Spiegeln entdeckten wir ca. 300 Meter unter
uns Steinwild. Geissen mit Kitz
und jüngere Böcke, aber keinen
grossen Bock.
Wir mussten uns nach unten
verschieben. Siehe da, der Bock
zeigte sich liegend unter einer
Felskuppe. Fernrohre in Stellung,
Distanz 300 Meter. Wir versuchten, die Jahrringe zu zählen, was
auch recht gut gelang. Für mich
hatte er ein Alter zwischen 8½bis 9½-Jahre. Aber sicher nicht
über 10 Jahre. Auch Kollege
Hampa kam auf dieses Alter.
Ein paar hundert Meter unter
uns machten sich Fadri und sein
Kollege bemerkbar, sie hielten
nach einem jüngeren Bock Ausschau. Den grossen Bock haben
sie sicher auch gesehen. Geduld
war angesagt.
Der schneebedeckte Steinkessel bot kaum Deckung, also mussten wir uns gut überlegen, welche
Taktik sich am besten eignen würde. Die Geissen mit den jüngeren Böcken unter uns hatten freie
Sicht und so war es unmöglich,
an den Bock auf Schussdistanz
heranzukommen. So gegen 15.00
Uhr kam der Bock aus seiner Deckung hervor und blieb oberhalb
der Felskuppe stehen, mit Blick
gegen uns, so dass sich ein Angehen noch schwieriger gestaltete.
Die Geissen mit ihren Kitzen
und die jungen Böcke bewegten
sich Richtung Fadri. Auf dieser
Seite hatte die Sonne für schneefreie Äsungsflächen gesorgt. Wir
stiegen in das schneebedeckte Couloir ein. Nach ca. 50 Metern war Schluss, wir hatten keine
Deckung mehr. An einen kleinen
Felsen festgeklammert, warteten
wir auf eine erfolgversprechende
Gelegenheit.
Der Bock stand wie angeschraubt, bewegungslos und das
schon über eine Stunde. Die Distanz 250 Meter, für einen Schuss
zu weit. Der Anblick auf ein so
stolzes Tier löste in mir ein Gefühl aus, das ich nicht beschreiben kann. Jetzt aber keine Sentimentalitäten aufkommen lassen,
denn ich bin ja auch noch Jäger.
Der Uhrzeiger ging Richtung
17.00 Uhr, nun musste ich etwas
unternehmen. So besprach ich
mit Hampa die Taktik und die war
so, dass ich die Deckung verlassen würde. Er sollte sich bemerkbar machen, um den Bock abzulenken.
Ich kontrollierte nochmals
mein Gewehr und los gings. Das
schneebedeckte Couloir hinunter,
das Gewehr sicher in der Hand,
um ja keinen Schnee in das ZF zu
bekommen. Das Ablenkungsmanöver gelang nur bedingt. Als der
Bock mich bemerkte, verliess er
augenblicklich seinen Standort.
Ich sah nur noch die Hörner, die
Schweizer Jäger 7/2014
55
Jagdgeschichten
hat. Grazia fitg. Mit einem guten
Nachtessen und einem guten Tropfen Wein und ein paar Grappa endete ein wunderschöner Tag. Ein
Leben wie Gott in Frankreich!
Jagdgeschichten
sich unterhalb der Felskante von
mir fortbewegten.
Den Rucksack warf ich in den
Schnee und machte einen Spurt
in Richtung Bock. Es überschlug
mich, das Gewehr aber immer
noch in der Hand. Kurz sah ich
sein Haupt hinter einem grossen
Stein verschwinden. Ich steuerte
einen vor mir liegenden Stein an
und warf mich nieder, den Stutzer
im Anschlag. Ich wusste, wenn er
jetzt nicht auftaucht, verschwindet er in den Felsen und alles ist
vorbei. Kaum gedacht, kam er
hinter dem grossen Stein hervor,
um zu schauen, wo das menschliche Wesen sich befindet.
Blitzschnell nahm ich den
Bock ins Visier und liess die Kugel fliegen. Der Bock zeichnete,
überschlug sich und nichts mehr
war von ihm zu sehen. Als ich
aufstand, hörte ich den Schuss
von Fadri in den Felsen hallen.
Ich bin überzeugt, dass er gewartet hatte, bis ich den Bock erlegen konnte. Das zeugt von grossem weidmännischem Verhalten.
Mein Bock lag etwa 30 Meter
unter uns, aufgehalten von grösseren Steinen. Beim Bock angekommen, betrachteten wir das
schöne Tier und bestimmten das
Alter. Wir kamen auf 8½ Jahre, also erlaubt. Ich liess einen
Jauchzer los, den man in den Felsen widerhallen hörte. Nach ca.
einer Viertelstunde kam Fadri. Er
hatte einen 3½-jährigen Bock erlegen können.
Wir umarmten uns, gratulierten und waren unserer Jagdgöttin
Diana sehr dankbar. Es waren
sehr emotionale Gefühle, meine
Augen wurden feucht und es gab
ein paar Freudentränen. Und dies
nach einer über 40-jährigen Jagdtätigkeit.
Nun mussten wir uns beeilen,
denn es ging schon ans Eindunkeln. Ausweiden war angesagt,
ein paar Fotos und ab ins Tal. Aus
Sicherheitsgründen verzichteten
wir auf den Abtransport meines
Bocks. Fadri und Gian Reto kannten die Stellen, wo wir zwischen
den Felsen ins Tal gelangen konnten.
Meine Schwester hatte schon
ein wunderbares Nachtessen für
56
Schweizer Jäger 7/2014
Die Steinwildjagd ist ein
Privileg der
Bündner Jagd.
uns bereit, welches wir sehr genossen. Nach dem Essen lud ich
alle in die nahe gelegene Bar zu
einem «Steinbockwasser» ein.
Wohlwissend, dass wir am nächsten Tag einen beschwerlichen und
nicht ganz ungefährlichen Transport vor uns hatten, gingen wir
zeitig zu Bett.
Gefährlicher Transport
Nach dem Morgenessen packten wir nur das Nötigste in den
Rucksack. Als wir die Waldgrenze erreicht hatten, zeigte sich bereits die Sonne. Einfach ein herrlicher Anblick, diese Bergwelt.
Beim Bock angekommen, ging
es an den Abtransport.
Wir befestigten zwei Seile und
liessen den Bock Meter um Meter den Felskopf hinunter. In den
steilen Grashalden angekommen,
mussten wir traversieren, um den
Felsen auszuweichen. Danach
ging es einen Graskanal hinunter.
Wir sicherten das Seil um Steine und liessen den Bock so Stück
für Stück hinunter gleiten. Als
wir keine Sicherungsmöglichkeiten mehr hatten, sicherten wir zu
zweit. Ich schlug meine Tricouni
in die Grashalde, um einen sicheren Halt zu haben.
Plötzlich gab die Erde unter
meinen Füssen nach, ich rutschte mit grosser Geschwindigkeit
Richtung Hampa, der auf der Seite sicherte. Ich schlug ihm die
Füsse zur Seite und krachte mit
voller Wucht auf den Steinbock.
Das war mein grosses Glück, so
konnte ich mich festhalten. Das
Seil konnte ich in letzter Sekunde von den Händen befreien, denn
der Bock gleitete mit grosser Geschwindigkeit die steile Grasflanke hinunter, danach über eine
etwa 10 Meter hohe Felswand.
Unsere Gesichtsfarbe hatte
sich für eine gewisse Zeit verändert. Meine Ellenbogen bluteten,
aber sonst war alles in Ordnung.
Einmal mehr wurde mir wieder
bewusst, dass hier Hubertus alleine nichts ausrichten konnte. Hier
brauchte es eine höhere Macht,
der ich sehr dankbar war.
Als wir zwischen den Felsen
hinunter kamen, sahen wir den
Bock unterhalb eines Schneefeldes. Mein Handy machte sich
bemerkbar. Der Wildhüter informierte mich, dass er uns entgegen komme. Beim Bock angekommen, war Gian Cla bereits
beim Ausmessen. Ausser ein paar
Rippenbrüchen und einer leichten Hornbeschädigung war alles
ganz. In Sils angekommen, ging
es ans Packen, Abschied nehmen
und nochmals Danke sagen.
Während der Fahrt über den
Julier ging mir vieles durch den
Kopf. Wäre die Jagd ein Sport,
hätte ich alles erreicht. Da die
Jagd aber kein Sport ist, sondern
eine Passion mit grosser Verantwortung, jage ich weiter, solange
es die Gesundheit zulässt.
Hans Friedli,
Passugg-Araschgen
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57
Ausrüstung
X JAGD Demorphing Camouflage –
Die 5. Dimension der Jagd
Mit der neuen weltweit patentierten X JAGD Demorphing Camouflage-Kollektion
will X JAGD durch Tarnung
die Wahrnehmung des Wildes
überlisten. Die Oberflächenstruktur der Camos soll den
Jäger in seiner Umgebung optisch auflösen und für Wild unsichtbar machen.
X JAGD Demorphing Camouflage übernimmt das
Prinzip der natürlichen Tarntracht und perfektioniert es
mit funktionaler Technik und
den jüngsten Erkenntnissen
der Tarnforschung. Diese liefert ein eindeutiges Ergebnis:
Das Wild nimmt differenzierter wahr als bis vor kurzem angenommen wurde.
Unser Jagd- und Forschungsteam hat sich deshalb
intensiv mit den unterschiedlichsten Camouflage-Mustern
am Markt und mit der Wahrnehmung des Wildes auseinandergesetzt. Beinahe alle
herkömmlichen CamouflageMuster haben ihren Ursprung
im «menschlichen Einsatz».
Sie zielen darauf ab, den
Menschen für das menschliche Auge zu tarnen. So haben ja Camouflagemuster erst
über ihren ursprünglich militärischen Verwendungszweck
Einzug in den Jagd- und Outdoorbereich gehalten.
Nahezu alle Tierarten haben ein verschobenes Farbspektrum im Vergleich zur
menschlichen Farbwahrnehmung. Das Auge des Wildes
sortiert aus und passt sich dadurch optimal an die jeweili-
58
Schweizer Jäger 7/2014
ge Situation an. Dazu gehört
die Weite des Gesichtsfeldes,
Farb- und Dämmerungssehen,
scharfes und räumliches Sehen
sowie schnelles Erkennen von
Bewegungen.
X JAGD Demorphing Camouflage schafft mit seinen
Mustern eine möglichst räumliche Visualisierung. Diese wird im Besonderen durch
die breite Streuung der Helligkeitsstufen verursacht. Diese
Streuung simuliert die Lichteinstrahlung auf natürliche
Strukturen wie etwa Büsche
oder diffuse Baumensembles
und fördert massgeblich die
Auflösung der menschlichen
Kontur.
Die meisten herkömmlichen
Camouflage-Muster
funktionieren zumindest bei
Bewegungslosigkeit in bestimmtem Ausmass. X JAGD
Demorphing Camouflage hat
nun eine komplett eigenständige Struktur der Muster-Oberflächen (Surface) entwickelt,
die auch bei langsamer Bewegung das Wahrnehmungsspektrum des Wildes zum Vorteil
des Jägers beeinträchtigt.
So funktioniert die sogenannte 5. Dimension, die X
JAGD Demorphing Camouflage zu einem einzigartigen und
hochfunktionellen Jagd-Camouflage unserer Zeit macht.
Die instinktive Wahrnehmung
des Wildes beschränkt sich
auf unscharfe Kontraste und
Lichtreflexionen. Es entstehen quasi «verschwommene»,
nicht zuordenbare Bildfragmente, welche die herkömm-
liche Gefahrenwahrnehmung
des Wildes aushebeln. Die der
Natur angepassten X JAGD
Demorphing
CamouflageMuster haben keine klaren
Konturen und abgegrenzten
Farbzonen, so dass deren Anblick beim Wild keinerlei Gefahrensignale auslöst.
Mit drei eigenständigen
Muster-Varianten bietet X
JAGD Demorphing Camouflage ansprechende und vor allem
hochfunktionelle Tarnbekleidung für Europa und internationale Jagdregionen:
– X JAGD Demorphing Camouflage Woodland: für
überwiegend bewaldete Gebiete in Zentraleuropa
– X JAGD Demorphing Camouflage Mountain: für
mittlere bis hohe mit Fels
durchsetzte Gebirgslagen
– X JAGD Demorphing Camouflage Savanna: für verschiedene Savannen-Typen
von China über Kasachstan
bis Afrika
Die Modellpalette ist so
gross wie einfach: die Kollektion umfasst hochwertige
Softshelljacken, Fleecejacken
und extrem abriebfeste Cordurahosen in jeweils allen drei
Designs. Um die Volltarnung
zu komplementieren gibt es
entsprechende Kappen, Hüte,
Handschuhe oder Gesichtsschutz.
X JAGD ist Made in Austria. Als Österreichisches
Unternehmen setzt X JAGD
auf anspruchsvolle Sozialstandards sowie auf kurze und
umweltschonende Wege durch
Produktionspartner in Europa. Diese Strategie garantiert
Qualität auf höchstem Niveau.
Bei X JAGD gibt es übrigens alle Modelle, die es für
Jäger gibt, auch für die aktive
Jägerin.
www.glaser-handels.ch
www.dschulnigg.at
www.xjagd.at
Neuheiten bei
Herger-Sport in Altdorf
Seit ca. drei Jahren hat die
innovative Firma Herger-Sport
in Altdorf nebst der Marke
«Bestard» auch die Zusammenarbeit mit dem in Montebelluna (Italien) beheimateten
Schuhmacher «Andrew» verstärkt. Somit konnten mehrere
neue Ideen umgesetzt werden.
Wir möchten zwei Modelle
in jeweils zwei Varianten vor-
stellen. Beide Modelle gibt
es als normale, hochstehende Bergschuhe als auch mit
Kunststoffkappe und Schnittschutz als hochwertige Sicherheitsschuhe der Norm 17249
und Class 3. Damit kann sich
jeder Jäger bei der Arbeit
(Forst und Jagd, Landwirtschaft, Bauwirtschaft, etc.)
schützen, ohne spürbare Nach-
teile beim Tragen der Schuhe.
Auch das Tuning der Schuhe
wird prompt bei Herger-Sport
erledigt. Es gibt also «mehrere» Varianten von Beschlägen.
Alle Schuhe sind aus Perwanger-Leder, Sympatex und WinTherm gefertigt und mit einer
Vibram-Teton Sohle ausgerüstet. Für eine individuelle Beratung stehen wir gerne zur Verfügung.
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Mündungsbremsen
Die Firma LOTHAR WALTHER, der bekannte Hersteller
hochwertiger Läufe für Jagd
und Sport, bietet NEU Mündungsbremsen aus SpezialGewehrlaufstahl oder rostfrei
in verschiedenen Grössen und
Ausfertigungen an. Diese kön-
nen einzeln über den Fachhandel erworben und durch den
Büchsenmacher montiert werden oder im Rahmen des «custom made»-Programmes der
Firma LOTHAR WALTHER
direkt an neu gefertigte Läufe
angepasst werden.
Wärmebildgerät mit
hoher Reichweite
Pulsar Quantum HD 50 S
Wärmebildgeräte
bieten
manche Vorteile bei der Anwendung auf der Jagd, im Sicherheitsbereich und bei
Rettungseinsätzen. Für das
menschliche Auge unsichtbare
(Wärme-)Strahlung wird selbst
bei Dunst oder Rauch sichtbar
gemacht. Der Betrachter erkennt somit sogar teilverdeckte
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Tiere oder Objekte.
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grossen europäischen Optikherstellern. Mit
der Gründung der Navara Handels
GmbH im Jahre 2011, welche als Generalimporteur auftritt, soll sich
dies nun ändern.
60
Schweizer Jäger 7/2014
Text und Fotos:
Kurt und Nina Gansner
Im Focus dieses Beitrages steht
die neue VX-R-Zielfernrohr-Serie von Leupold, welche mit sechs
Modellen die verschiedenen Bedürfnisse der Jäger abdeckt. Uns
stand ein VX-R 4-12x50 mit
einem FireDot 4-Absehen zu Testzwecken zur Verfügung, welches
wir während einer Jagd in Polen
ausgiebig testen konnten. Aber
vorgängig etwas zur Geschichte
der Firma Leupold & Stevens.
Deutsche Wurzeln
Die Entstehung der Firma Leupold & Stevens ist eine richtige
amerikanische Geschichte, wie
sie im Buche steht. Fred Leupold
wanderte 1907 von Deutschland
nach Amerika aus, eröffnete dort
einen Ein-Mann-Shop und legte damit den Grundstein für ein
erfolgreiches Familienunternehmen. Später kam als Partner der
innovative Erfinder und Ingenieur
John Cyprian Stevens dazu. Die
kleine Firma überlebte den Ersten Weltkrieg und die Weltwirt-
schaftskrise. Aber es war der
Zweite Weltkrieg, der die Firma
für immer verändern sollte. Im
Auftrage der US-Armee wurden
neue Zielfernrohre und Optikgeräte für die Marine entwickelt.
Mit der Herstellung des ersten
beschlagfreien Zielfernrohres im
Jahre 1947 mittels Stickstoff-Füllung veränderte Leupold die Optikbranche. Heute, über hundert
Jahre später, beschäftigt das Familienunternehmen in der fünften Generation im Staate Oregon,
USA, über 600 Mitarbeiter.
Schweizer Jäger 7/2014
61
Ausrüstung
UND WASSERDICHT
Ausrüstung
Jagdgebiet
Gejagt wurde in Oberschlesien (Polen) über Bavetia Jagdreisen.
Das Bavetia Reise- und Jagdbüro kann auf über 30 erfolgreiche Jahre im Bereich der Jagdtouristik zurückblicken und versucht stets,
den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden.
Die polnische Landschaft bietet mit ihren endlosen Waldheiden
optimale Jagdgründe für spannende Jagdtage. Der «Schweizer Jäger» war im Jagdrevier Kup unterwegs, einem Staatsforstrevier mit
rund 10’000 ha auf 180 m Meereshöhe.
Die Unterkunft im Waldhaus «Hubertus» und die hervorragende
Bewirtung liessen keine Wünsche offen.
Weitere Infos unter: www.bavetia.ch
Schussfest, stabil und
wasserdicht
Leupold wirbt im Internet in
typisch amerikanischer Manier
mit diversen Filmen für ihre Zielfernrohre. Da werden solche aus
einem Helikopter aus mehreren
hundert Meter Höhe geworfen,
mit einem JetSki durchs Wasser
gezogen oder auf einen Spitzhammer geschraubt und auf eine
harte Probe gestellt, um gleich im
Anschluss daran wieder auf eine
Waffe montiert zu werden und
eindrückliche Schussbilder zu
schiessen.
Die Botschaft ist klar: Schussfest, stabil und wasserdicht sollen
die Zielfernrohre sein. Was ist davon zu halten?
Die VX-R Zielfernrohre
im Detail
Wer ein Leupold VX-R-Zielfernrohr das erste Mal in der
Hand hält, dem fällt sofort die robuste Verarbeitung, trotz geringem Gewicht, auf. Der goldene
Ring und das ebenfalls goldene
Leupold-Logo sollen auf die Exklusivität der Zielfernrohre mit
30 mm Mittelrohrdurchmesser
hinweisen. Der fingerbreite, griffige Drehring zur Grössenverstellung läuft satt und lässt sich allein durch ein Anstreifen, z.B. am
Rucksack, nicht verstellen.
Das Duplex-Fadenkreuzabsehen erscheint im ersten Moment,
im Vergleich zu anderen Optiken,
als sehr stark gehalten. Im jagdlichen Einsatz störte dies jedoch
nicht und kann durchaus auch gewisse Vorteile in der Dämmerung
bringen. Das Absehen sitzt in der
2. Bildebene und vergrössert oder
verkleinert sich demzufolge nicht
beim zoomen.
Der Leuchtpunkt, ein präzisionsgeschnittenes poliertes Glasfaserkabel, wird mittels einmaligem Drücken eingeschaltet.
Wird der Druckknopf etwa vier
Sekunden gehalten, schaltet sich
der Leuchtpunkt wieder aus. Die
Leuchtpunktstärke wird ebenfalls
mittels Drücken verändert und
umfasst acht Stufen. In der letzten Stufe blinkt der Punkt, um das
Minimum oder Maximum der erreichten Leuchtintensität anzuzeigen. Der Leuchtpunkt fällt nach
fünf Minuten in einen Stand-ByModus, sofern das Zielfernrohr
nicht bewegt wird, und reaktiviert
sich bei einer erneuten Bewegung
– sei sie auch noch so gering –
von selbst. Dies schont die Batterie bei langen Ansitzen.
Leupold setzt auf blei- und arsenfreie Glaslinsen. Die kratzfesten Beschichtungen sollen für
ein helles und über den gesamten
Bildbereich scharfes Bild sorgen.
Die geschwärzten Linsenränder
unterstützen diese Eigenschaften.
Die Klickverstellung zur Seiten- und Höhenkorrektur umfasst
einen Zentimeter auf 100 Meter.
Und in der Praxis?
Montiert wurde das VX-R
4-12x50 mittels einer Henneberger-Montage auf unsere Blaser
R93 im Kaliber 7x64. Das Einschiessen bereitete keine Probleme und die Präzisions-Klickverstellung überzeugte. Ebenfalls
positiv aufgefallen ist der sehr
Die LeupoldZielfernrohre
vermochten auch
in der Praxis zu
überzeugen.
Die jagdlich wichtigsten
drei Absehen.
Technische Daten
1,25-4x20
2-7x33
3-9x40
3-9x50
4-12x40
Sehfeld Meter (auf 100 Meter)
22,9-8,8
13,3-5,4
10,2-4,1
10,2-4,1
6,5-3,0
Länge in cm
23,9
28,2
32,0
31,0
32,0
Gewicht in Gramm
326
360
433
456
414
Augenabstand in mm
106 – 84
106 – 93
106-95
106-93
125-95
Mittelrohrdurchmesser (mm)
30
30
30
30
30
Absehen*
1*, 2*, 4*
1*, 3*, 4*, 5*
1*, 3*, 4*, 5*, 6*
1*, 3*, 4*, 5*, 6*
3*, 4*, 5*, 6*
Preis CHF
999.–
999.–
999.–
1231.–
1231.–
Absehen: 1* FireDot Duplex, 2* FireDot Circle, 3* Ballistic FireDot, 4* Fire Dot4, 5* Multi-FireDot, 6* FireDotDuples with CDS
62
Schweizer Jäger 7/2014
4-12x50
6,7-3,5
32,0
467
106-96
30
1*, 3*, 4*, 5*
1389.–
Der Drehring zur Grössenverstellung ist
genügend breit und griffig.
llen
e
t
s
e
b
e
n
i
l
on irkamera.ch
www.
Die Höhen- und Seitenverstellung
arbeitet äusserst präzise.
Bewertung
M
setzt neue
assstä
+ äusserst robust und wasserdicht
+ grosser Augenabstand
+ batteriesparende Bewegungssensor-Technologie (MST)
+ sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis
– keine Service-Stelle in der Schweiz
– kleines Sehfeld bei minimaler Vergrösserung
speichert. Etwas umständlich ist das
«Auf- und Abpumpen» der Belichtungsregelung. Dies kennen wir aber
auch von anderen Herstellern und dieser Negativpunkt ist mehr eine persönliche Einschätzung: Wir stehen eben
eher auf «Drehknöpfe».
Kurzum: Die Leupold VX-R Zielfernrohre halten ihr Versprechen und
wer nicht über CHF 1500.– für ein
Zielfernrohr ausgeben will, der erhält
ein zuverlässiges Glas zu einem hervorragenden Preis- Leistungsverhältnis.
IR 510
sFr 2‘350.00
384 x 288 Pixel
6 H Batterielaufzeit
Videoausgang
4 x Zoom
50 Hz
3 Jahre Garantie
Alle Preise inkl. MwSt. und Versandkosten.
grosse Augenabstand von rund 10 cm,
welcher besonders bei starken Kalibern und Steilschüssen seine Vorzüge
hat. Was auffiel, war das geringe Sehfeld. Dieses beträgt bei vierfacher Vergrösserung gerade mal 6,7 Meter/100
Meter und liegt somit deutlich hinter
vergleichbaren Zielfernrohren. Dies
kann bei Schüssen auf kurze Distanzen auf flüchtendes Wild nachteilig
sein.
Während einiger Tage setzten wir
das Zielfernrohr jagdlich ein und erlegten damit mehrere Rehböcke. Die
von Leupold hervorgehobene Robustheit, Schussfestigkeit und die Wasserdichtigkeit können wir nur unterstreichen – sie genügt auch den hohen
Ansprüchen wie z.B. auf einer Bergjagd.
Das angesprochene starke Fadenkreuz störte keineswegs und der
Leuchtpunkt kann der Dunkelheit
oder dem hellen Tageslicht entsprechend angepasst werden, ohne dass er
überstrahlt. Die letztverwendete Helligkeitseinstellung wird jeweils ge-
10
5
R
I
U
E
N
be
Importeur: www.navara-handel.ch
Weitere Infos unter: www.leupold.com
HennebergerHMSSWIFT-Montage
Für den Einsatz des Leupold VX-R Zielfernrohres auf der Blaser R93 wurde eine
von Henneberger entwickelte Schnellspann-Montage verwendet. Die aus
hochfestem Flugzeugaluminium gefertigte, äusserst stabile und präzise Montage
ist für alle gängigen Zielfernrohraufnahmen gefertigt:
Ringe mit 25,4/26 mm, 30 mm, 34 mm und
36 mm, Zeiss-, Swarovski-SR- und S&BConvex-Schiene sowie mit Weaverschiene. Die Ringvariante mit 30 mm ist auch
für das Aimpoint Comp verwendbar.
Die Montagen sind direkt über
www.navara-handel.ch erhältlich.
Weitere Infos: www.henneberger.de
www.schweizerjaeger.ch
PS-32
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Talacker 42
8001 Zürich Tel. 043 268 43 35 Fax 043 268 43 36
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Jagdschiessen
Jagdschiessen
Daten 2014
Jagdhof Felder
Entlebuch
Jagd- und Sportwaffen –
Schiesszentrum – Schiessschule
Die Innenschiessanlage ist
während der Geschäftszeit
geöffnet. Di–Fr: 8–12 und
13.30–18 Uhr, Sa 9–15
Uhr durchgehend, Do
Abendverkauf bis 20.30 Uhr,
Mo geschlossen
Bern
Pirschgang Rouchgrat
8./9. August
Fr 13–19 Uhr
Sa 8–12 und 13–17 Uhr
Auskunft: Franco Catocchia,
Tel. 079 235 43 43.
(siehe auch Seite 67)
Pirschgang Susten
23./24. August
Sa 8–19 Uhr
So 8–17 Uhr
Auskunft: Ruedi Rohrbach,
Tel. 0800 940 100
(siehe auch Seite 67)
Jagdschiessstand Berken
www.jagdschuetzen-berken.ch
Winterjagdschiessen
(Kugel)
22. November, 12.30–17 Uhr
anschliessend Racletteabend
Die Schiessnadel an
Hut oder Kittel ist das
sichtbare Zeichen des
weidgerechten Jägers,
dass er auch seine
Waffe beherrscht.
Die Nadel trägt Jahrzahl und das Logo von
JagdSchweiz. Sie kann an den bezeichneten Jagdschiessen erworben
werden. Bestellungen der Schiessnadel (es werden nur Sammelbestellungen für Schiessanlässe ausgeführt) sind so früh als möglich
zu richten an Verlag Schweizer Jäger, Pf. 261, 8840 Einsiedeln, Tel.
055 418 43 43, Fax 055 418 43 44,
E-Mail: [email protected],
wo auch jede gewünschte Auskunft
erhältlich ist.
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Schweizer Jäger 7/2014
Jägerschiessstand
Zollhaus
Diana Sense Oberland
ohne Gewähr
Kugelübung
16. August, 13–18 Uhr
30. August, 13–18 Uhr
13. September, 13–18 Uhr
27. September, 13–18 Uhr
Kugel
Reserviert JVO & JSB
14. Juli, 17.30–20 Uhr
11. August, 17.30–20 Uhr
Schiessstand Engi,
Brienz
Brienzer Jagdschiessen
9./10. August
Sa 13–18 Uhr
So 9–12, 13–16 Uhr
Ausführliche Schiesspläne
erhalten Sie bei
Bruno Franz, 079 338 08 04
Schiessstand Bütschwil,
Schüpfen
Tontaubenschützen Schüpfen
75-Tauben-Match
12. Juli, 8 Uhr bis Schluss
Teilnehmer-Anmeldung
erforderlich! Programm und
Anmeldung: Daniela Fahrni,
Dennli, 3537 Eggiwil, 079
345 23 23, [email protected]
bluewin.ch
Übungsschiessen
23. Juli, 18–20 Uhr
6. August, 18–20 Uhr
20. August, 18–20 Uhr
6. September, 13.30–16 Uhr
1. November, 13.30–16 Uhr
12. November, 18–20 Uhr
22. November, 09.30–12 Uhr
Freiburg
Schiessanlage Rebe/
Ulmiz (Nähe Murten)
Jägerverein des Seebezirks
Diana du Lac
Öffentliche Schiessen
30. Juli, 17.30–20 Uhr
2. August, 13.30–17 Uhr
13. August, 17.30–20 Uhr
23. August, 13.30–17 Uhr
3. September, 17.30–20 Uhr
Übungsschiessen
22. August, 17–20 Uhr
29. August, 17–20 Uhr
Glarus
Jagdschiessanlage
Aeschen
Vorstands- und
Funktionärencup
15. August, 18–20 Uhr
Training
12. August, 18–20 Uhr
Graubünden
11. Jagdschiessen
Jagdbezirk Moesa
Jagdbezirk Muccia,
auf dem S.Bernardino-Pass
16. August, 8.30–17 Uhr,
Kassenschluss 16 Uhr
Nachtessen: 19 Uhr,
Maccheronata gratis
Preisverteilung: 20 Uhr
Auskunft:
Walter Jörg, 079 455 43 82
Marco Boldini, 079 290 36 57
www.tirodicaccia.com
Jagdschiessverein
Casti Sut, Castrisch
Jagdparcours Schaniela,
Küblis
Verein Jagdschiessen
Schaniela, www.schaniela.ch
Jagdparcours-Schiessen
9./10. August
Sa 9–18 Uhr, So 9–16 Uhr
(siehe auch Seite 67)
Übungsschiessen
18. Juli, 17.30–20 Uhr
8. August, 14.30–20 Uhr
Luzern
51. Jagdschiessen Gfellen
30./31. August
Sa 8–17 Uhr
So 8.30–15.30 Uhr
Absenden: So ca. 17.15 Uhr
NEU: Schiessplan-Anpassung
zum Erfüllen des kantonalen
Schiessnachweises!
Elektronische Trefferanzeige
beim ganzen Kugelprogramm
(ausgenommen ziehender
Hirsch)!
Obwalden
Schiessstand Alpnach
(Schlieren)
Hubertusschiessen
8. November,
10–12, 14–16 Uhr
Internes Jagdschiessen
8. August, 14–19 Uhr
Schwyz
Training Kugel und Schrot
14. Juli, 17.30–20 Uhr
21. Juli, 17.30–20 Uhr
28. Juli, 17.30–20 Uhr
31. Juli, 17.30–20 Uhr
4. August, 17.30–20 Uhr
7. August, 17.30–20 Uhr
11. August, 17.30–20 Uhr
14. August, 17.30–20 Uhr
18. August, 17.30–20 Uhr
21. August, 17.30–20 Uhr
Jagd- und Sportschiessanlage Selgis
Ried/Muotathal
An Schiessen mit blauem Punkt
O kann die Schiessnadel erworben werden. Auskünfte über die
Schiessnadel und Bestellungen:
Verlag Schweizer Jäger, PF 261,
8840 Einsiedeln, Telefon 055
418 43 43, Fax 055 418 43 44,
[email protected]
Einladung PlauschSchiessen 2014
25./26. Juli
Verein Schweizer Metallsilhouetten-Schützen und
Jagd- und Sportschützenverein Selgis
Fr Standblattausgabe ab
13.30 bis 18.30 Uhr
Sa Standblattausgabe ab
8.30 bis 16 Uhr
Teilnahmeberechtigt sind alle
Schützen ab 12 Jahren
Reichhaltiger Gabentisch
Infos: www.vsms.org
Wallis
Jagdschiessstand
Oberboden,
Zumdorf bei Hospental
Schiessstand
Sauterôt - Euseigne
Übungsschiessen
jeden Mittwoch, jeweils
17 Uhr, Für Gruppen auch
an Samstagen möglich
(telefonische Abmachung).
Die Anlage bietet 100-m-,
Kugel-, Tontauben- und
Hasenanlage.
Peter Schmid
041 887 13 76, 079 219 65 38
Jagdschiessstand Standel,
Wassen
Grün-Bruch Schiessen
9. August,
09.30–11.30, 13–17 Uhr
Klausen-Cup
16. August,
9.30–11.30, 13–17 Uhr
5. Klausengarage-Cup
16. August, 10–17 Uhr
Sportlich attraktives Jagdschiessen mit schönem Gabentempel und 100% Spassfaktor.
Im Standblatt von CHF 80.–
sind Schrotmunition und ein
reichhaltiges Abendessen
dabei.
Hubertusschiessen
(nur Urner Jäger!)
25. Oktober,
10–12, 13–17 Uhr
Training
10. Juli, 18–20 Uhr
17. Juli, 18–20 Uhr
24. Juli, 18–20 Uhr
26. Juli, 9.30–11.30 Uhr
31. Juli, 18–20 Uhr
7. August, 18–20 Uhr
14. August, 18–20 Uhr
21. August, 18–20 Uhr
23. August, 9.30–11.30 Uhr
28. August, 18–20 Uhr
4. September, 17.30–19.30 Uhr
2. Oktober, 17.30–19.30 Uhr
10. Oktober, 17.30–19.30 Uhr
Kantonales Jagdschiessen
KWJV
22./23./24. August 2014
Fr 17.30–20.30 Uhr
Sa 9–12, 13.30–17.30 Uhr
So 10.30–12.30 Uhr
Viele tolle Preise – ein
Gamsabschuss wird verlost!
Programm und Reglement
unter: www.fvsc.ch oder
www.sauterot.ch
Oberwald (Gerental)
Besuchen Sie unsere top moderne Trainingsund Schiessanlage im schönen Muotathal SZ
Öffnungszeiten
Schiesstunnel
während des ganzen Jahres rund um die Uhr für
Vereinsmitglieder mit Vereinbarung, ausser montags von 08.00-16.00 Uhr (Unterhaltsarbeiten)
Jagdparcoursund Trapanlage
Dienstag bis Samstag, 08.00-12.00 und 13.30 bis
Dämmerung, max. 21.00 Uhr
Aussenanlage
Dienstag bis Donnerstag, 17.00- Dämmerung,
(neue Betriebszeiten) max. 21.00 Uhr, Freitag ab 13.30- Dämmerung,
max. 21.00 Uhr, Samstag, 08.00-12.00 und
13.30- Dämmerung, max. 21.00 Uhr
Benützung
Vereinsmitglieder mit Vereinbarung können die
Anlagen nach Anmeldung bei Waffen-Ulrich oder
online Buchung über das Internet selbständig
nützen.
10. Walliser Jagdparcours
24. August, 8–17 Uhr
Jagdschiessverein
Gampel und Umgebung
Trainingsschiessen
jeweils Freitag, 17.30–20 Uhr
August:
8. 22. 29.
September: 5. 12. 19.
3 Politronicscheiben
3-teiliger Kipphase
Einladung Plausch-Schiessen 2014
Freitag, 25. und Samstag, 26. Juli 2014
Verein Schweizer Metallsilhouetten Schützen
Jagd- und Sportschützenverein Selgis
Standblattausgabe ab
Letzte Standblattausgabe
13.30 / 08.30 Uhr
18.30 / 16.00 Uhr
Grillbuffet mit Beilagen und Salaten
Reichhaltiger Gabentisch mit faszinierenden Preisen
Jagdschiessstand
Mattmark Saas-Almagell
Übungsschiessen
jeden Dienstag und Freitag ab
18 Uhr (bis Mitte September)
150 m Kugel, Keiler,
Tontauben, laufender Hase
und Kipphase
Venetz Karl, Saas-Grund
Tel. 079 511 85 47
Schiessanlage Mattwald
Jagdschiessen
9. August, 8–12,13.30–17 Uhr
23. August, 8–12,13.30–17 Uhr
Einschiessen Jagdgewehre
30. August, 8–12,13.30–17 Uhr
6. September,
8–12,13.30–17 Uhr
20. September,
8–12,13.30–17 Uhr
Training Kugel
6. August, 18.30–20 Uhr
Training Kugel und Schrot
11. Juli, 18.30–20 Uhr
30. Juli, 17.30–20 Uhr
Anzeige
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Jagdschiessen
26./27. Juli
Programme: Peter Schmid
041 887 13 76, 079 219 65 38
Jagd- und Sportschützenverein
Selgis
6436 Ried (Muotathal)
www.selgis.ch
Jagdschiessen
Uri
Teilnahmeberechtigt sind alle Schützen ab 12 Jahren Das Schiessprogramm und
Reglement sind auf der Homepage www.vsms.org einsehbar
Schiesscenter Riedertal
www.oberwalliser
jagdschiessverein.ch
Kurs Ackermann
26. Juli, 13.30–17 Uhr
Riedertal-Stich Wettkampf
22./23. August
Fr 17–19.30 Uhr
Sa 13.30–17 Uhr
Jungjäger
6. Oktober, 17–19.30 Uhr
24. Oktober, 17–19.30 Uhr
25. Oktober, 13.30–17 Uhr
31. Oktober, 17–19.30 Uhr
Schiessprüfung
8. November, 13.30–17 Uhr
Kugel und Schrot
11. Juli, 17–19.30 Uhr
12. Juli, 13.30–17 Uhr
25. Juli, 17–19.30 Uhr
2. August, 13.30–17 Uhr
9. August, 13.30–17 Uhr
16. August, 13.30–17 Uhr
29. August, 17–19.30 Uhr
30. August, 13.30–17 Uhr
5. September, 17–19.30 Uhr
6. September, 13.30–17 Uhr
8. September, 17–19.30 Uhr
12. September, 17–19.30 Uhr
15. September, 17–19.30 Uhr
19. September, 17–19.30 Uhr
20. September, 13.30–17 Uhr
10. Oktober, 17–19.30 Uhr
11. Oktober, 13.30–17 Uhr
Schrot
14. Juli, 17–19.30 Uhr
18. Juli, 17–19.30 Uhr
19. Juli, 13.30–17 Uhr
21. Juli, 17–19.30 Uhr
28. Juli, 17–19.30 Uhr
4. August, 17–19.30 Uhr
11. August, 17–19.30 Uhr
18. August, 17–19.30 Uhr
25. August, 17–19.30 Uhr
1. September, 17–19.30 Uhr
13. Oktober, 17–19.30 Uhr
Kugel
8. August, 17–19.30 Uhr
9. September, 17–19.30 Uhr
10. September, 17–19.30 Uhr
13. September, 13.30–17 Uhr
16. September, 17–19.30 Uhr
17. September, 17–19.30 Uhr
Schweizer Jäger 7/2014
65
Heinrich M. Pfenninger (ganz rechts), der Präsident des Jagd und
Sportschützenvereins Selgis Muotathal, präsentierte die topmodernen
Jagd-Schiessanlagen im Selgis.
Am Samstag, 24. Mai, ging
im Selgis-Shooting RiedMuotathal der 4. Jagdschützenmeisterkurs über die Bühne. Das Interesse der Jäger und
Betreuer von Jagdschützenanlagen war gross, mehr über
Jagdwaffen, Munition, Sicherheitsbestimmungen, Waffenrecht usw. zu erfahren.
Für Bundesübungen wie
Obligatorisch und Feldschiessen sind laufend Schützenmeisterkurse vorgesehen und
auch obligatorisch, um in den
Schiessanlagen 300 m oder
Pistole für die Überwachung
und Sicherheit zu sorgen.
Vor vier Jahren wurde Hans
Wyrsch, der Eidg. Schiessoffizier Kreis 16, angehalten,
einen ähnlichen Kurs speziell
für Jagdschützen durchzuführen. Der damals ausgeschriebene Kurs, den er in Zusammenarbeit mit dem Jagd- und
Sportschützenverein Selgis
und der USS-Versicherung
anbot, stiess sofort auf grosses Interesse.
Am Samstag, 24. Mai, ging
bereits der vierte Kurs mit 31
Teilnehmern aus den Kantonen Schwyz, Uri, Nidwalden,
Obwalden, Baselland und erstmals auch Jäger aus dem Wallis, unter ihnen Egon Bayard,
Eidg. Schiessoffizier vom
Oberwallis, über die Bühne.
Inklusive Kurs 4 haben inzwischen 120 Jäger oder Jagdschützen den interessant gestalteten Kurs besucht und
sind befähigt, mit geschultem
Auge für mehr Sicherheit in
den Jagdschiessanlagen, aber
auch auf der Pirsch im offenen Gelände zu sorgen.
66
Schweizer Jäger 7/2014
Erstmals konnten auch Walliser
Jäger im Jagdschützenmeisterkurs
begrüsst werden. Als Gast und
aus Eigeninteresse war auch Egon
Bayard, der Eidg. Schiessoffizier
Oberwallis, anwesend.
Egon Bayard besuchte den
Kurs als Gast mit grossem Interesse. Die Kursteilnehmer
zeigten sich unisono motiviert
und waren sich einig: Mehr
Sicherheit dient allen und das
Image der Jäger wird damit
verbessert. Oberstes Ziel des
Kurses war es auch, die Sicherheit im Umgang mit Jagdwaffen möglichst hoch zu halten, Sicherheitsbestimmungen
einzuhalten, Gefahren zu er-
31 Jäger und Jagdschützen besuchten den Jagdschützenmeisterkurs
im Selgis-Shooting, Ried-Muotathal.
Ganz rechts Kursleiter Hans Wyrsch.
«Hend sorg zum Hobby» –
die Gegenseite wartet!
Während Hans Wyrsch die
Sicherheitsbestimmungen auf
Schiessplätzen, aber auch im
freien Gelände (Jagdzeit) näher
erläuterte, gab es eine Sicherheitsinstruktion zur selbständigen Benutzung der Schiessanlage Selgis durch Heinrich M.
Pfenninger, den Präsidenten
des Jagd und Sportschützenverein Selgis Muotathal.
Bisher wurden über 3,5
Mio. Franken in die Anlagen investiert, Erweiterungspläne liegen bereit und sind
in Abklärung. Die modernen
Anlagen im Selgis sind wohl
hauptverantwortlich, dass der
Mitgliederbestand des Jagdund Sportschützenverein Selgis Muotathal in kurzer Zeit
auf 1400 Vereinsmitglieder
angestiegen ist.
Peter von Flüe, von der
KAPO OW, referierte rund ums
Schweizer Waffenrecht, gesetzliche Grundlagen, Transport
und Aufbewahren von Waffen
und Munition, Waffenerwerbsschein, Europäischer Feuerwaffenpass usw. Er beendete sein
Referat mit den vielsagenden
Worten: «Hend sorg zum Hobby – die Gegenseite wartet!».
Wirklich «Sorg haben»
muss der Jagdschütze bei unbekannteren Waffen, hier
gilt nach wie vor der Grundsatz: «Jede Waffe ist als geladen zu betrachten, bis man
sich vom Gegenteil überzeugt
hat.» Auch hier gab es wertvolle Tipps vom Fachmann,
nämlich von Markus Ulrich,
dem Büchsenmacher im Selgis-Shooting.
Bei Waffenstörungen ist
richtiges und vorsichtiges Verhalten besonders wichtig. Ueli
Blaser, Sicherheitschef der
USS Versicherung, zeigte mit
Beispielen auf, wo besondere
Gefahren lauern. Unter anderem meinte er: «Dank guten
Jagd-Schützenmeistern und
damit guter Disziplin in Jagdschützenanlagen, kann die
USS Versicherung für Vereine nach wie vor gut und günstig sein.»
Auch praktische
Schiessausbildung
Am Nachmittag holten sich
die Kursteilnehmer wertvolle
Hinweise zu Schützenstellungen, Schussabgabe, Fehleranalysen, Schiesshilfen usw.
in praktischer Schiessausbildung im Jagdparcours und
im Aussenschiessstand. Mit
der Abgabe des Pflichtenheftes für Jagdschützenmeister,
das durch Hanspeter Schuler
erläutert wurde, schriftlichen
Grundlagen, Schützenmeister- Abzeichen und Kursbestätigung endete der JSM-Kurs
2014. Die Motivation und das
Interesse der Teilnehmer waren gross.
Georg Epp
Fotos: Georg Epp
Jagdschiessen
Zurück auf
der Schulbank!
kennen und im Keime zu ersticken.
Unter dem Motto «interessant – spannend und wichtig»
wurde der eintägige Kurs mit
Theorie und Praxis aufgebaut
und brennende Fragen konnten umgehend beantwortet
werden. Hans Spichtig brachte es auf den Punkt, er meinte: «Als Wildhüter der Jagdverwaltung Obwalden ist es
mir wichtig, immer auf dem
aktuellsten Stand in Sachen
Sicherheit zu sein. In diesem
Metier kann nie genug investiert werden, jeder Unfall ist
einer zu viel.»
Einstimmig war man auch
der Meinung, dass die Bevölkerung wissen darf, dass die
Jägerschaft aus Eigeninteresse Weiterbildung betreibt und
in die Sicherheit investiert.
Seither nehmen jährlich
rund 1000 Schützen an unseren Trainingsschiessen teil.
Knapp die Hälfte davon misst
sich jeweils an unserem, bereits zur Tradition gewordenen, internationalen Jagdparcours-Schiessen am ersten
Augustwochenende.
Wir freuen uns, auch Sie
schon bald im Schanielatobel
begrüssen zu dürfen und wünschen allen Besuchern guät
Schuss!
Jagdschiessen bieten praxisnahes Training und sind sehr beliebt
bei der Jägerschaft.
Trainingsschiessen
Freitag, 18. Juli 2014
17.30–20.00 Uhr
Freitag, 8. August 2014
14.30–20.00 Uhr
Jagdparcours-Schiessen
Samstag, 9. August 2014
09.00–18.00 Uhr
Sonntag, 10. August 2014
09.00–16.00 Uhr
Weitere Infos unter: www.schaniela.ch
Olympisch Trap
auf hohem Niveau
Praxisgerechte
Jagdvorbereitung
Jagdschützen Bern:
Grand Prix 2014
Der Trap-Wettkampf «Grand
Prix de Berne» im Bergfeld
bei Hinterkappelen BE erlebte
hochstehenden Schiesssport.
Einen eindrücklichen Sieg
im 48-köpfigen, international
gut besetzten Feld feierte der
Schweizer Hubert Zimmermann, der von 200 möglichen
Wurfscheiben deren 186 traf.
Rangliste:
Kat. A: 1. Hubert Zimmermann, CH, 186; 2.
Gregor Reich, CH, 185; 3. Roman Bischoff, CH, 184.
Kat. B: 1. Jose Lagoa, POR, 174; 2. Marcel
Bischoff, CH, 173; 3. Nelson Granata, POR, 173.
Kat. C: 1. Jürg Ettisberg, CH, 162; 2. Nadja
Casellini, CH, 161; 3. Francis Egger, CH, 157.
Walter Wenger, Jagdschützen
Bern, www.jsbern.ch
Veranstaltungen des Berner Jägerverbandes
Pirsch am Sustenpass
23./24. August
Sa 8–19 Uhr
So 8–17 Uhr
Schiessplatz ab Hotel Steingletscher (3863 Sustenpass,
Berner Seite) signalisiert.
Auskunft: Ruedi Rohrbach,
Tel. 0800 940 100
Pirsch Rouchgrat
8./9. August
Fr 13–19 Uhr
Sa 8–12 und 13–17 Uhr
Schiessplatz ab 3538 Röthenbach i. E. signalisiert.
Auskunft: Franco Catocchia,
Tel. 079 235 43 43.
Bei Absolvieren der praxisgerechten Pirschgänge gilt die obligatorische Einschiesspflicht BEJV für die Kugelwaffe als erfüllt. Zusätzlich zu den Pirschgängen stehen die Anlagen für den
Schrotschuss zur Verfügung, auf welchen die Einschiesspflicht
für Flinten erfüllt werden kann.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Han Wag Omega
Preis Fr. 549.–
Jokerpreis
Fr. 443.60
www.degiacomi.ch
Schweizer Jäger 7/2014
67
Jagdschiessen
Der Verein Jagdschiessen
Schaniela heisst Sie herzlich
willkommen im Schanielatobel am 9./10. August 2014.
Bereits vor langer Zeit ist
der Gedanke entstanden, im
Prättigau die Möglichkeit zu
bieten, das Schiessen unter
möglichst praxisnahen Bedingungen zu trainieren und
sich dabei auch regelmässig zu messen. Mit unzähligen Stunden Fronarbeit und
einer Investition von rund
CHF 200 000.– haben wir die
Schiessanlage im romantischen Schanielatobel realisieren und mit dem Standweihschiessen im August 2001
offiziell eröffnen können.
Foto: naturpix.ch/gansner-hemmi
Jagdparcours Schaniela
Herzlich willkommen!
DER
TARUKA
NORDANDENHIRSCH
Peru bietet weit mehr als alte Kulturen, bunte Folklore und Lamas. Das
riesige Land birgt eine immense, noch nicht restlos erforschte botanische
und zoologische Artenvielfalt.
Text und Fotos: Rolf Giger
Von der trockenen Westküste
am Pazifischen Ozean über den
Amazonas-Regenwald bis hin
zur imposanten Andenkette erstreckt sich ein Land, das gegensätzlicher kaum sein könnte. Peru
wird in seinen abwechslungsreichen Lebensräumen von unterschiedlichsten Pflanzen und Tieren besiedelt, die sich im Laufe
der Zeit perfekt an ihre Umgebung angepasst haben. Neben
68
Schweizer Jäger 7/2014
einer Vielzahl von Vögeln, Echsen und Insekten sind auch Säugetiere verschiedener Gattungen
vertreten. Neben Kameliden und
Tapire gehören auch Cerviden zu
den grossen Vertretern der Peruanischen Fauna.
Südamerikanische Cerviden
Unter den Peruanischen Hirschen sind bis heute etwa zehn
Südamerikanische Arten bekannt. Sie alle gehören, wie auch
das Europäische Reh, zur Unterart der Trughirsche. Obwohl alle
der gleichen Unterart angehö-
ren, unterscheiden sich ihre Lebensräume und dementsprechend
auch ihr Aussehen markant voneinander.
Die Kleinsten unter ihnen erreichen ein Körpergewicht von 6
bis 13 kg, und die Grössten 60 bis
68 kg.
Auch die Geweihbildung unter
den Arten variiert stark. Das Geweih des kleinsten Hirsches besteht aus zwei kurzen, völlig unverzweigten Spiessen, wobei
diese kaum aus der schopfartigen
Kopfbehaarung herausragen. Die
Geweihentwicklung der grösse-
Lebensraum
ren Hirsche schwankt je nach Art
und Alter zwischen Spiesser und
Achtender.
In jüngster Zeit durchgeführte Studien über das genetischbiogeografische Vorkommen der
Weisswedel- und Spiesshirsche
in Peru ergaben, dass anerkannte Unterarten tatsächlich auch
eigenständige Arten sein könnten. Mit den gesammelten Ergebnissen können jedoch keine eindeutigen Zuweisungen gemacht
werden.
In Anbetracht einiger Fälle
sind die Kenntnisse über die morphologische Variabilität innerhalb
der einzelnen Arten nicht oder
nur vereinzelt vorhanden. Durch
das Fehlen grundlegender Gewebe-, Fell- und Schädelproben, ist
immer noch nicht restlos geklärt,
wie viele Hirscharten in Peru tatsächlich vorkommen.
Hirscharten in Peru
Die weltweit kleinste Hirschart ist der hasengrosse Nordpudu
(Pudu mephistophiles). Über dessen Verbreitung und Verhalten ist
nur wenig bekannt. Ausser dass
er mit Vorliebe sehr nasse Hochgebirgswälder mit einer Niederschlagsmenge von mehr als 1400
mm pro Jahr besiedelt. Man findet ihn an den östlichen Anden
von 1500 bis auf 4000 Meter über
Meer. Es wird angenommen, dass
In den graslandtypischen Gebieten der Anden
fühlen sich die
Hirsche wohl.
Die Tarukas sind
schwer zu finden,
geschweige denn zu
fotografieren. Die
männlichen Tiere
tragen ein einfach
geteiltes Gabelgeweih.
diese Hirschart Trockengebiete
meidet.
Bei den Spiesshirschen in Peru
wurden bislang fünf Unterarten
der sogenannten Mazamas von
einander unterschieden: Mazama
americana, Mazama nemorivaga,
Mazama rufina, Mazama chunyi
und Mazama gouazoubira. Trotz
früherer genetischer Studien, die
Mazama gouazoubira klar als
eigenständige Art einstufte, wird
sie in der heutigen Wissenschaft
immer noch Mazama nemorivaga zugeordnet. Bislang ist die
genaue Anzahl der Mazama-Arten in wissenschaftlichen Kreisen
sehr umstritten.
In der Regel besiedeln sie die
Wälder an den Berghängen der
Nord- und Zentralanden. Manchmal erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet bis in Höhen von
4000 Meter über Meer. Durch
ihre heimliche Lebensweise sind
auch die Mazamas, wie der Nordpudu, sehr schwer zu beobachten
und kaum erforscht.
Der Weisswedelhirsch gehört
zu den am weitesten verbreiteten
Hirscharten überhaupt.
Er bevorzugt Galeriewälder,
küstennahes Buschland bis hin
zu den Nordhängen der peruanischen Anden, einschliesslich der
interandinen Täler über den gesamten Westhang. In einigen Fällen ist er sogar am Osthang bis
auf 1000 Meter über Meer beheimatet.
In Südamerika kommt der
Weisswedelhirsch generell sehr
viel seltener vor als in Nordamerika. In Peru sind drei Weisswedelhirsch-Unterarten
bekannt:
Odocoileus virginianus ustus,
Schweizer Jäger 7/2014
69
Lebensraum
Odocoileus virginianus tropicalis
und Odocoileus virginianus peruvianus.
Wahre
Überlebenskünstler
unter den Peruanischen Cerviden sind die Nordandenhirsche
(Hippocamelus Antisensis). Sie
werden auch Peruanische Huemul
oder Nördliche Andenhirsche genannt. Die Einheimischen nennen
diese mittelgrossen Hirsche Tarukas. Diese robusten Gabelhirsche
sind meist oberhalb der Baumgrenze in steinigen Berghängen,
auf Höhenlagen zwischen 2000
und 4000 Meter über Meer anzutreffen. In einzelnen Gebieten
steigen die Tarukas während der
Sommermonate bis auf 5000 Metern über Meer.
Vorkommen und
Verbreitung der Tarukas
Das Verbreitungsgebiet der Tarukas befindet sich ausschliesslich in den Anden. Es erstreckt
sich vom Norden Perus über Bolivien, in das nördliche Chile, bis
in den Nordwesten Argentiniens.
Dabei wird sowohl die vorwiegend feuchte Ostseite, als auch
die klimatisch trockenere Westseite des Gebirges besiedelt.
In kleinen Gruppen streifen
die Tiere auf der Nahrungssuche
durch graslandtypische Gebiete.
Meist befindet sich ihr Lebensraum in zerklüfteten, steinreichen Schluchten, Lagunen und
Marschen mit nahem Zugang zu
Wasser. Deckung und Schatten
für die Ruhephasen während der
späten Morgenstunden bieten die
zahlreich vorkommenden Stauden und Büsche.
Obwohl das heutige Verbreitungsgebiet weitgehend dem
Historischen entspricht, ist die
Populationsdichte jedoch stark
zersplittert und zum Teil voneinander isoliert. Dies trifft vor allem bei den nördlich und südlich
gelegenen Verbreitungsgebieten
zu. Die Verbreitungsgebiete verstreuter Populationen überschnei-
70
Schweizer Jäger 7/2014
den sich lediglich an dünnen
Kontaktgebieten. Manche Populationen bleiben sogar komplett
voneinander isoliert.
Nicht nur die Spezialisierung
auf bestimmte Lebensräume, sondern auch stetig wachsende Siedlungsgebiete des Menschen haben zur starken Fragmentierung
des Nordandenhirschbestandes
geführt. Die Gesamtpopulationsgrösse der Tarukas wird auf
12 000–17 000 Individuen geschätzt.
Heute stellt die Zersiedelung
der Populationen eine ernstzunehmende Bedrohung für die Taruka-Bestände dar. Die Bestandeszahlen sind in weiten Teilen
des Verbreitungsgebietes schon
seit Jahrzehnten stark rückläufig.
Die anhaltende Zerstörung des
Lebensraums und die Konkurrenz
durch Nutztiere macht den Tarukas auch zu schaffen.
Der Puma ist der natürliche
Feind der Nordandenhirsche.
Doch weit gefährlicher als Grossraubkatzen sind streunende und
verwilderte Haushunde, die nicht
selten in kleinen Rudeln auf Beutesuche umherstreifen. Einzelnen
Hunden fallen dann meist weniger
als einen Monat alte Kälber zum
Opfer. Die ausgewachsenen Tiere
haben sich vor allem vor Hunderudel-Angriffen in Acht zu nehmen.
Neben Pumas und Hunden
stellt auch ein kleiner Teil der
einheimischen Bevölkerung den
Hirschen nach. Für sie hat das
schmackhafte Wildbret Vorrang,
Trophäen sind nicht von grosser
Bedeutung.
Tarukas werden im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Convention on Internatio-
Spuren und
Losung der
Hirsche.
nal Trade in Endangered Species
of Wild Fauna and Flora) als bedroht und in der Weltnaturschutzunion (International Union for
Conservation of Nature and Natural Resources) als gefährdet
eingestuft. Seit 2008 haben sich
die vier Staaten Peru, Bolivien,
Argentinien und Chile, in denen
der Nordandenhirsch vorkommt,
zum Schutz dieser Art zusammengeschlossen, Bestandeszahlen aufgezeichnet und Erfahrungen untereinander ausgetauscht.
Vor allem wird der hohen Kitzsterblichkeit nachgegangen.
Die wohl grösste Bedrohung
ist in Peru der illegale JagdBoom, welcher in den letzten 15
Jahren stetig zugenommen hat.
Offenbar hat das Verschwinden
von Terrorgruppen und die Erhöhung der Bergbaukonzessionen entlang der peruanischen Anden zu diesem Effekt geführt. So
genannte Sport-Jäger, wie auch
Minenarbeiter aus den an den
Lebensraum der Tarukas angrenzenden Gebieten, dringen in die
Streifgebiete der Hirsche ein, um
sie zu bejagen.
Eine mögliche Lösung des
Problems wäre ein Trophäenjagd-Angebot, das jährlich eine
beschränkte und kontrollierte Anzahl Hirsche zum Abschuss freigeben würde. Dieses könnte dann
den negativen Jagd-Trend umkehren.
Die Öffentlichkeitsarbeit spielt
heutzutage eine wichtige Rolle.
Deshalb wird die Bevölkerung
über die Medien ermutigt, die Tarukas zu schützen. Schutzgebiete sollen in Zusammenarbeit mit
Grundbesitzern errichtet werden. Mit Informationsveranstaltungen über die Tarukas wächst
sicherlich auch das Interesse der
Bevölkerung. Denn nur so kann
das Überleben des Nordandenhirsches langfristig gesichert werden.
Aussehen und Verhalten
Mit einem Gewicht von 46 bis
65 Kilogramm gehören die Tarukas bereits zu den mittelgrossen
Hirschen. Sie können eine Schulterhöhe von 69 bis 80 Zentimeter,
und eine Haupt-Rumpf-Länge
zwischen 140 und 165 Zentimeter erreichen. Die weiblichen Tiere sind in der Regel etwas kleiner
und leichter als die Männchen.
Der Nordandenhirsch ist sandgrau bis gräulich-braun gefärbt.
Die dunkle Färbung am hinteren
Rückenteil verläuft bis hin zum
Wedelansatz. Die Tarukas tragen
einen Wedel mit einer Länge von
etwa 15 cm. Dessen Unterseite
ist weiss und an der Spitze sitzen
weisse, lange Haare. Wie bei den
meisten Cerviden ist auch sein
Spiegel weiss. Die Bauchseite ist
von der Brust bis in den hinteren
Beckenbereich dunkelbraun.
Das allgemein grobe Fell besteht aus sehr dickem Deckhaar
und einer dichten, weissen Unterwolle. Die kurzen, kräftigen Läufe sind an der Innenseite weiss gefärbt.
Nur die männlichen Hirsche
tragen ein Geweih, welches nahe
der Rose gegabelt ist und eine
Länge von bis nahezu 30 Zentimeter erreichen kann. Im September wird das Geweih abgeworfen
und im Dezember stehen die Tarukas bereits wieder im Bast.
Gegen Mitte Februar ist das Geweih wieder voll ausgeprägt und
vom Bast befreit.
Das keilförmig zulaufende
Haupt ist mit einer charakteristischen schwarzen Maske gekennzeichnet, die unter Artgenossen
nie dasselbe Muster aufweist.
Die Kopfunterseite ist über die
Halsunterseite bis zum Brustansatz weiss gefärbt. Auffallend ist
die sehr grosse Vorderaugendrüse
der Tarukas. Die gräulich, braunen Lauscher sind lang und spitz.
Deren Aussenränder sind dunkel eingefasst und die Innenseite
braun mit weisslicher Behaarung
entlang der Innenkante.
Es ist erstaunlich, wie gut sich
diese Gabelhirsche über die Zeit
an ihren Lebensraum angepasst
haben. Ihre Färbung lässt sie
sprichwörtlich mit der Umgebung
verschmelzen.
Obwohl einzelne Tarukas feste
Streifgebiete bevorzugen, finden
sie durch die Überschneidung der
einzelnen Streifgebiete im Laufe des Jahres immer wieder Anschluss an gemischte Gruppen, die
bis zu 30 Tiere umfassen können.
Die Zusammensetzung solcher
Gruppen kann im Verlauf mehrerer Tage variieren. Vor allem sind
Die Tarukas sind
durch ihre sandgraue Färbung
hervorragend
getarnt.
Schweizer Jäger 7/2014
71
Lebensraum
es jedoch adulte Weibchen, Jährlinge und Jungtiere, die neben
den meist adulten Männchen, die
Mehrheit solcher Gruppierungen
bilden.
Saisonales Zusammentreffen
immer derselben Tiere ist auf die
festen Streifgebiete zurückzuführen. Das Leittier ist in der Regel
ein adultes Weibchen, das stets
vorangeht und als letzter folgt immer ein grosses Männchen.
Wird das Rudel aufgeschreckt,
spaltet es sich in kleinere Gruppen auf oder bildet eine geschlossene Linie. Die Jungtiere halten
sich dabei meist dicht an adulte
Männchen.
Die Brunft der Tarukas erreicht
ihren Höhepunkt im Juni während
der Trockenzeit. Die Tragzeit von
ungefähr 240 Tagen, was für Hirsche in der Grösse verhältnismässig lange dauert, ist mit höchster
Wahrscheinlichkeit auf die kalte Umgebung und den geringen
Nährwert der Nahrungsressourcen zurückzuführen.
Während der Regenzeit zwischen Januar und März wird jeweils ein Kalb gesetzt. Zu dieser Jahreszeit finden die Mütter
Nahrung im Überfluss, was zum
Überleben des Nachwuchses
einen bedeutenden Beitrag leistet.
Während der Setzzeit bilden sich
überwiegend gleichgeschlechtliche Gruppen.
Für gewöhnlich steigen die
Tiere während des Tages in höhere Lagen, wo sie ihre bevorzugten Weidegebiete aufsuchen. Zu
früher Abendstunde kehren die
Rudel wieder in tiefere Lagen
zurück, wo sie auch die Nacht
verbringen.
Sie ernähren sich mit Vorliebe von zweikeimblättrigen Pflanzen, die aus Felsspalten wachsen.
Zum Ärger der Landbevölkerung
sind in bewirtschafteten Gebieten
auch Kartoffelsprossen, Luzerne,
Mais und Gerste auf dem Speiseplan der Tarukas zu finden.
Q
Foto: Naturpix.ch/Gansner
Testen Sie Ihr Wissen…
Büchsenschuss
1
Welche Anforderungen werden
an moderne Büchsenpatronen
gestellt?
A
Die Wirkung muss der Wild- und
Jagdart angemessen sein
B
Das erlegte Stück sollte auch
verwertbar sein
C
Das Geschoss muss über eine
schnelle Tötungskraft verfügen
2
Was muss vor jeder Verwendung
einer Schusswaffe erfolgen?
A
Abgabe eines Probeschusses
B
Überprüfung der Funktionsfähigkeit
C
Einölen des Laufes
6
Wie nähert sich der Schütze einem
erlegten Stück Wild?
A
Mit entladener Waffe
B
Mit schussbereiter Waffe
C
Ohne Schusswaffe,
aber mit einer blanken Waffe
7
Wo sitzt die Kugel beim
Blatt- oder Kammerschuss?
A
In der Rippenpartie
B
Hinter dem Schulterblatt
C
Vor dem Zwerchfell
11
8
Welche lebenswichtigen Organe
werden dabei verletzt?
A
Leber
13
B
breitstehend, mit möglichst
erhobenem Haupt
C
breitstehend, mit tiefem Haupt, da es
in dieser Stellung unaufmerksam ist
C
In der Geschossbahn dürfen
sich keine Hindernisse befinden
5
Auf was muss der Schütze
während und nach dem Schuss
auf Wild achten?
72
Schweizer Jäger 7/2014
Was versteht man unter dem
«Zeichnen des Wildes»?
9
Rehwild 150 m, Rotwild 200 m
Kugelfang muss vorhanden sein
12
die oft typische Bewegung des Wildes
nach dem Schuss
B
B
Bei Schüssen steil nach oben und steil
nach unten wirkt die Erdanziehungskraft schlechter. Die Folge ist ein
Hochschuss.
C
Herz
Bei der Verwendung von modernen
Waffen ist dies unerheblich
Schussfeld muss übersichtlich sein
C
In welcher Stellung sollte
gesundes Schalenwild möglichst
beschossen werden?
C
A
A
Durch die dünnere Luft (geringer
Luftwiderstand) ergibt sich ein Hochschuss.
es handelt sich hierbei um die Schalenabdrücke, die das Wild beim Auftreffen des Geschosses verursacht
Lunge
Rehwild 100 m, Rotwild 150 m
4
B
B
B
A
Was muss der Schütze vor dem
Schuss auf Wild beachten?
Die Erdanziehungskraft wirkt stärker,
damit fällt das Geschoss schneller.
das Verhalten des Wildes im Schuss,
d.h. beim Auftreffen des Geschosses
Welche Schussentfernungen sollten nicht überschritten werden?
Rehwild 200 m, Rotwild 300 m
A
A
3
C
Was ist beim Schuss im
Hochgebirge zu beachten,
wenn die Waffe im Flachland
eingeschossen wurde?
10
Sie wollen einen Rehbock erlegen,
der vor Ihnen über eine Wiese
zieht. Wie können Sie erreichen,
dass er kurz verhoff t?
Welche Wildart zeichnet in der
Regel besonders deutlich?
A
Schwarzwild
B
Muffelwild
C
Rehwild
14
Auch Stücke, die nicht gezeichnet
haben, können trotzdem getroffen sein. Was muss der Schütze
veranlassen?
15
Was zählt u. a. zu den
Schusszeichen?
A
Das Zeichnen
B
Die Pirschzeichen
C
Der Schussknall
16
Was versteht man unter dem
Begriff «Kugelschlag»?
A
Den Rückstoss beim Schuss
B
Eine Bodenverwundung beim
Auftreffen des Geschosses
C
Das manchmal hörbare Geräusch,
wenn die Kugel auf den Wildkörper
auftrifft
17
Schweiss
B
Decken- bzw. Schwartenfetzen
C
Knochensplitter
D
Schnitthaare
19
20
sehr gut
22 Antworten
weniger
ausreichend
ungenügend
Abdruck aus den Lehrheften für Jungjägerausbildung
mit freundlicher Genehmigung von Heintges Lehrund Lernsystem GmbH. (Vervielfältigung,
Fotokopie und Nachdruck verboten!)
Bezugsquellennachweis siehe
Rubrik «Jägermarkt», Seite 1,
oben links. Antworten
In welcher Zeit gilt männliches
Seite 16.
Schalenwild als besonders
schusshart?
Was zählt zu den Pirschzeichen?
A
18
22
28 Aufgaben
15 Minuten
25 Antworten
Testen Sie Ihr Wissen
Testlänge:
Testzeit:
Auswertung:
Durch welches Hilfsmittel kann
der Jäger anhand von Schnitthaaren den möglichen Sitz der
Kugel bestimmen?
Sind Eingriffe am Anschuss ein
sicheres Zeichen, dass das Stück
tatsächlich getroffen wurde?
Beim Untersuchen eines An schusses finden Sie viele unverletzte und verletzte Haare. Auf
welchen Schuss deutet dies hin?
21
Bei einem beschossenen Stück
Rehwild konnte der Schütze kein
Zeichnen erkennen. Kann in
diesem Fall auf eine Nachsuche
verzichtet werden?
A
B
23
Im letzten Büchsenlicht wird auf
einer Schneise durch ein Maisfeld
eine einzelne starke Sau beschossen. Die Sau springt ab, und nicht
weit vom Anschuss ist auch nach
einer Wartezeit von 10 Minuten
immer noch ein Blasen, Brechen
der Maisstengel und Rascheln zu
hören. Wie verhalten Sie sich?
A
Auf jeden Fall den Anschuss suchen
und verbrechen
B
Den Anschuss nicht betreten und
erst am nächsten Morgen mit einem
brauchbaren Hund untersuchen
24
Was versteht man unter einem
«Ausriss»?
A
Einen Geschosseinschlag im Boden
B
Deckenfetzen, die beim Ausschuss
ausgerissen wurden
C
Aus den Eingriffen herausgeschleuderte Erde, Steinchen, Laub,
Pflanzenteile etc.
25
Auf einer Wiese wird zirka
½ Stunde vor Ende des Büchsenlichtes ein einzelnes Stück Rehwild beschossen. Nach dem
Schuss flüchtet es langsam in den
100 m entfernten Wald.
Wie verhalten Sie sich?
A
Nach einigen Minuten zum Anschuss
gehen, Anschuss untersuchen und
verbrechen
Nein, es muss eine Kontrollsuche mit
Jagdhund gemacht werden.
B
Erst am nächsten Morgen
zum Anschuss gehen
Ja, denn Rehwild zeichnet immer.
C
Am Anschuss sofort den Hund
schnallen
www.schweizerjaeger.ch
26
Wo können im Verlauf der Nach suche Pirschzeichen gefunden
werden?
27
Welche Ursachen können dazu
führen, dass das Wild nach dem
Schuss zeichnet?
A
Erschrecken durch den Schussknall
B
Herumfliegende Erdklumpen und
Holzteile bei Naheinschlägen
(Fehlschuss)
C
Geschosstreffer (auch Splitter)
28
Welches Wild zeichnet
in der Regel besser?
A
Vertrautes Wild
B
Wild, das eine Gefahr erkannt hat,
z. B. bei einer Drückjagd
Schweizer Jäger 7/2014
73
GWunderwald –
Der Erlebnispfad in Davos
Tarzisi Caviezel, Präsident
SPW, und ich als Stiftungsrat der SPW-Stiftung Naturland sind vom Erlebnispfad
«GWunderwald», im Speziellen aber vom Jagdposten, den
die SPW-Stiftung Naturland zu
einem wesentlichen Teil mitfinanziert hat, hell begeistert.
CH
Die Organisatoren resp. die
Ersteller haben einen alten,
verlotterten Stall hergerichtet
und einen mit verschiedenen
Präparaten und Trophäen bestückten Jagdposten eingerichtet. Mit Hinweistafeln wird auf
einfache, aber verständliche
Weise die Jagd im Zusammen-
Erlebnisreise
ins Elsass
Foto: Peter Giger
Bund und Kantone
STIFTUNG NATURLAND
spiel mit der Natur erklärt und
präsentiert. Es werden die verschiedenen Wildtiere vorgestellt und es wird aufgezeigt,
wie wichtig eine nachhaltige
Jagd für ein funktionierendes
Ökosystem ist.
Aber auch ausserhalb des
Stalles sind verschiedene Posten mit Wildsujets aufgestellt,
bei denen den Besuchern auf
spielerische Weise die Waldbewohner in ihrem Lebensraum näher gebracht werden.
Gerade dieser Posten ist ein
Musterbeispiel von aktiver Öffentlichkeitsarbeit für die Jagd
im Speziellen, weil davon ausgegangen werden kann, dass
die meisten Besucher Familien mit Kindern und nicht Jäger sein werden. André Kind-
schi und seinen Helfern ist es
gelungen, einen Jagdposten
einzurichten, der meiner und
Tarzisi‘s Meinung nach ein
einzigartiges Vorzeigebeispiel
darstellt, um die Jagd und die
ökologischen Zusammenhänge in der Natur der nicht jagenden Bevölkerung aufzuzeigen.
Ich möchte aber auch festhalten, dass der gesamte
Gwunderwald eine Reise wert
ist und entdeckt werden sollte.
Anlässlich der 100-JahrFeier des SPW vom 13. Juni
2015 in Davos bietet sich sicher die Gelegenheit, diesen
Erlebnispfad kennenzulernen.
Beat Angerer,
Stiftungsratsmitglied
Eine Erlebnisreise im Mai
führte 65 Teilnehmer von Jagd
Zürich, dem Verein Zürcher
Jagdaufseher und dem Verein Bündner Jagd und Heimat ins schöne Elsass, der
Perle Frankreichs. Einen ers-
ten Halt machten wir in Müllhausen, um im Automobilmuseum Schlumpf die vielen
Oldtimer wie Bugatti oder die
längst vergessenen Simcas zu
bestaunen.
Nach Café und Gipfel fuhren wir weiter nach Bollenberg. Dort wartete eine Weindegustation, präsentiert von
Monsieur Pierre, auf uns. Begleitet wurde diese mit Häppchen von Foie gras und Gugelhopf.
Am Nachmittag fuhren
wir nun zu unserem Hotel in
Strassburg. Der Abend stand
zur freien Verfügung. So konnten sich die Teilnehmer noch
in den gemütlichen Weinstuben in Petite France vertun.
Die Teilnehmer der Erlebnisreise
ins Elsass.
74
Schweizer Jäger 7/2014
Weitere Höhepunkte am
dritten Tag
Am Morgen fuhren wir zuerst nach Soulzern ins Val
Münster, wo der feine Münsterkäse gemacht wird. Familie Schmidt zeigte uns ihren
Bauernbetrieb mit der Käserei.
Eine Degustation mit einem
Glas Wein, der von einem Teilnehmer gesponsert wurde, lud
viele Teilnehmer dazu ein, etwas Käse mit nach Hause zu
nehmen.
Nun durfte natürlich der
berühmte Flammkuchen im
Elsass nicht fehlen. Gerade
richtig zum «Zmittag» genossen wir ihn in verschiedenen
Variationen im St.Martin in
Kintzheim. Zum Dessert mit
Apfel und Calvados flambiert
– einfach lecker!
Der Abschluss unserer Reise sollte etwas Jagdliches sein.
Er führte uns in das Wiedereinführungs-Zentrum nach Hunawihr. Seit seiner Gründung im
Jahre 1976 kümmert sich das
Zentrum um den Schutz bedrohter lokaler Arten. So erhielten wir während eines
Spaziergangs im 5 ha grossen Tierpark viele Informationen. Eindrücklich war das Geklapper der 200 frei lebenden
Störche oder die Einblicke ins
Leben des Fischotters, welche
ein gläserner Tunnel im Wasserbecken ermöglichten.
Mit vielen Eindrücken fuhren wir nach Hause. Es war
wieder eine tolle Reise mit
vielen netten Leuten und wir
freuen uns schon wieder auf
das nächste Jahr.
Bea Fuchs
Aus dem
Programm des AJV
AG
Juli
12./13. Juli, Schweisshundegruppe
Baden-Zurzach:
Hundeübung. Revier Tegerfelden.
19./20. Juli, Schweisshundegruppe Freiamt: Hundeübung. Revier Abtwil.
26. Juli, AJV-Beauftragter
für das Hundewesen: Meldeschluss für die Kant. Schweissprüfung und Fährtenschuhprüfung.
26./27. Juli, Schweisshundegruppe Aare-Reuss: Hundeübung. Revier Schafisheim.
August
2. August, Jagdschützen
Suhr: Schiesstraining. 13.30
bis 16.00 Uhr, Jagdschiessanlage Suhr.
9./10. August, Schweisshundegruppe
Aarau-Lenzburg-Kulm: Hundeübung. Revier Birch-Lind.
9./10. August, Schweisshundegruppe Fricktal: Hundeübung. Revier Wessenberg.
9./10. August, ZofingenAarau-Kulm: Hundeübung.
Revier Murgenthal.
Sonne Mond Solunar
Aufgang
Untergang
Aufgang
Untergang
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
29.
30.
31.
05.47
05.48
05.49
05.50
05.51
05.52
05.53
05.54
05.56
05.57
05.58
05.59
06.00
06.01
06.03
06.04
21.17
21.16
21.15
21.14
21.13
21.12
21.11
21.10
21.09
21.08
21.07
21.05
21.04
21.03
21.02
21.00
23.28
23.58
––
00.30
01.03
01.38
02.18
03.03
03.51
04.44
05.49
06.38
07.36
08.36
09.35
10.36
10.54
12.08
13.19
14.27
15.33
16.35
17.32
18.24
19.10
19.50
20.26
20.58
21.26
21.52
22.18
22.43
03.39
04.37
05.31
00.09
––
01.44
02.29
03.13
03.57
04.41
05.26
00.00
01.09
01.34
02.22
03.09
09.52
10.50
11.44
06.22
07.11
07.57
08.41
09.25
10.09
10.53
11.37
06.12
06.58
07.45
08.32
09.20
16.05
17.03
17.57
12.35
13.23
14.09
14.53
15.37
16.21
17.05
17.49
11.57
12.43
13.56
14.43
15.31
22.19
23.16
––
18.48
19.36
20.22
21.06
21.49
22.33
23.16
––
18.34
19.20
20.06
20.53
21.41
August
Fr
1.
Sa
2.
So
3.
Mo
4.
Di
5.
Mi
6.
Do
7.
Fr
8.
Sa
9.
So 10.
Mo 11.
Di 12.
Mi 13.
Do 14.
Fr
15.
06.05
06.06
06.08
06.09
06.10
06.11
06.13
06.14
06.15
06.17
06.18
06.19
06.20
06.22
06.23
20.59
20.58
20.56
20.55
20.53
20.52
20.50
20.49
20.47
20.46
20.44
20.42
20.41
20.39
20.37
11.37
12.39
13.42
14.47
15.51
16.54
17.53
18.47
19.34
20.16
20.52
21.26
21.58
22.31
23.04
23.09
23.38
––
00.10
00.47
01.31
02.24
03.26
04.36
05.52
07.10
08.29
09.46
11.01
12.13
03.57
04.45
05.34
00.10
01.02
01.49
02.41
03.34
04.29
05.25
00.09
01.10
02.11
03.11
04.09
10.08
10.57
11.46
06.23
07.13
08.04
08.56
09.49
10.43
11.40
06.24
07.23
08.24
09.24
10.23
16.19
17.08
17.58
12.36
13.26
14.18
15.10
16.04
16.58
17.54
12.38
13.37
14.37
15.37
16.36
22.30
23.20
––
18.49
19.40
20.32
21.25
22.19
23.13
––
18.52
19.51
20.51
21.51
22.49
Juli
Mi
Do
Fr
Sa
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
Mo
Di
Mi
Do
Solunarzeiten: Die fettgedruckten Zeiten erstrecken sich auf einen Zeitraum von 2½ Stunden, während die normal gedruckten Zeiten ungefähr 1½ Stunden andauern. Die Solunarzeiten sind Beisszeiten der Fische, können aber auch für den Jagderfolg günstig sein. Entsprechenden Rückmeldungen sehen wir mit Interesse
entgegen.
Die Redaktion
Schweizer Jäger 7/2014
75
Bund und Kantone
Töpfereien und eine seltene
Beobachtung
Am zweiten Tag stand eine
Fahrt nach Souffelheim auf
dem Programm. In diesem
schmucken Städtchen finden
sich viele Töpfereien, welche
alle Familienbetriebe sind.
Hier durften wir in einer Keramiktöpferei mehr über dieses Handwerk erfahren. Über
Mittag wurde im Le Boeuf ein
Königinnen-Pastetli, angeblich die besten vom Elsass,
serviert.
Nach der Rückfahrt nach
Strassburg machten sich die
Teilnehmenden schick, um
sich auf das Abendessen im
Maison Kammerzell zu freuen. Vorher wurde jedoch noch
eine stündige Rundfahrt mit
dem Schiff auf der Ill gemacht. Wir erfuhren dabei
über 20 Jahrhundert Geschichte von Strassburg.
Die vielen Fachwerkhäuser und das Euro Parlament
verzauberten uns mit ihrem
Charme. Am Ufer wurde auch
ein Tier gesichtet, das den
vielen Teilnehmern ein Rätsel aufgab. War es ein Biber?
Eine Bisamratte oder gar ein
Fischotter? Am Sonntag wurde dann das Rätsel gelöst, es
war eine Nutria.
Bund und Kantone
Bauern und Jäger schützen
junge Wildtiere vor dem Mähtod
Weit über 1000 Aargauer
Jäger und Bauern engagieren
sich jeden Frühling für den
Wildtierschutz und machen
die Aktion «Rettet die jungen
Wildtiere» zum grössten Umweltschutzprojekt des ganzen
Kantons im Frühling.
Die Stiftung Wildtiere Aargau setzt sich seit einigen Jahren intensiv für das Wohl der
Wildtiere ein. Das augenfälligste Projekt ist der Schutz
der Jungtiere vor dem Mähtod.
Ein Anliegen, das sowohl Bauern als auch Jägern sehr wichtig ist. Betroffen sind Tiere,
wie beispielsweise Reptilien,
Amphibien, Säuger wie Rehkitz, Feldhase oder Igel, über
bodenbrütende Vogelarten bis
hin zu der artenreichen Insektenwelt wie Bienen, Falter
oder Heuschrecken.
Es geht vor allem um die
Jungtiere, die ihre ersten Lebenstage oder -wochen oft
in der Wiese verbringen. Die
Das Absuchen der Felder mit
ausgebildeten Suchhunden ist sehr
effizient.
Wiesen leisten einen grossen Beitrag zur Biodiversität
nicht nur im Bereich der Flora.
Durch das Bewirtschaften entstehen Nutzungskonflikte. Insbesondere beim Mähen. Wittert beispielsweise ein Rehkitz
Gefahr, so flüchtet es nicht,
sondern duckt sich ins Gras,
um sich noch besser zu verstecken. Der Bauer hat so keine Chance, das Reh rechtzeitig
zu sehen. Damit die Jungtiere
eine bessere Überlebenschance haben, wurde das Projekt
«Rettet die jungen Wildtiere»
lanciert, welches dieses Jahr
bereits zum vierten Mal durchgeführt werden kann.
In einer eindrücklichen
Demonstration präsentierten
Jäger und Landwirt, wie auf
einfache, aber effektive Art viel
erreicht wird: Grundsätzlich
sollte der Bauer vor dem Mähen unbedingt die zuständige
Jagdgesellschaft informieren,
damit diese das Feld am Vortag
mit Scheuchen «verblenden»
kann. Die Vergrämungstechniken sind oftmals sehr verschie-
den – in ihrer Wirksamkeit jedoch genügend. Zum Einsatz
gelangen Fahnen, Folien, raschelnde Papiersäcke, aber
auch Ballone, Blinker oder Absperrbänder.
Wichtig ist, dass sich die
Materialien im Winde bewegen und wenn möglich Geräusche geben. Dadurch realisiert
die Rehgeiss, dass sich im Feld
etwas verändert hat und wird
ihre Kitze in der Nacht aus
dem Feld holen.
Aufwändig aber sehr effizient ist das Absuchen der Felder
mit ausgebildeten Suchhunden.
Diese werden an der langen
Leine durchs Feld geführt und
geben Laut, wenn sie ein Wildtier aufspüren. Wird die Wiese
regelmässig beobachtet, lässt
sich oft feststellen, wo Vogelgelege sind oder ob Rehgeissen zu ihrem Kitz hingehen.
In den letzten Jahren wurde das Mähen immer effizienter. Heute sind häufig Kreiselmäher an Front und Seite
im Einsatz. Diese können bis
zehn Meter Mähfläche schneiden und das in atemberaubender Geschwindigkeit.
Während dem Mähen gilt
die Regel «von innen nach
aussen» und es sollte ein Rückzugsstreifen erhalten bleiben.
Auch ein Anschnitt rund um
das Feld am Vortag zeigt der
Rehgeiss, dass sich etwas verändert hat. Für Insekten und
Reptilien ist es wichtig, dass
beim Mähen eine Schnitthöhe von 10–15 Zentimetern befolgt wird.
Wie viel die von der Fachwelt propagierten Massnahmen (von innen nach
aussen schneiden, Schnitthöhe, Rückzugsstreifen) tatsächlich nützen, hat Thomas
Baumann in einem Studienprojekt erforscht. In verschiedenen Feldern hat er auf
einem Quadratmeter die Anzahl Heuschrecken gezählt.
Vor, während und nach dem
Grasschnitt. So konnte er wissenschaftlich aufzeigen, dass
die erwähnten Massnahmen
auch tatsächlich von Nutzen
für die Fauna sind.
Die besten Resultate werden erreicht, wenn Jäger und
Landwirte eine gute Informations- und Gesprächskultur pflegen und auf ein gemeinsames
Ziel hin arbeiten. Das nützt
nicht nur den jungen Wildtieren, sondern dient auch dazu,
weitere heikle Schnittstellen
zwischen Landwirtschaft und
Jagd zu pflegen.
Die Broschüre 2014 und auch diejenigen der
Vorjahre stehen auf der Webseite www.wnll.ch zum
Download bereit. Weitere Auskünfte gibt gerne
Stiftungspräsident Thomas Laube, [email protected]
wohlen.ch
Froneinsatz
für Natur und Wild
BE
Die Hege am Waldrand und
in Waldbeständen zur Lebensraumerhaltung und Förderung
von Äsungsflächen wird immer wichtiger. Die Jäger leisten dabei, in Zusammenarbeit
mit den Forstbetrieben, einen
unentgeltlichen, aber nicht
minder wichtigen Beitrag für
die Biodiversität.
Nach einer Bauarbeit, wie
hier bei einem Projekt für die
76
Schweizer Jäger 7/2014
Geschiebesammlung geschehen, kann sich der Forstdienst
zusammen mit den Jagd- und
Hegeverantwortlichen für eine
artgerechte Bestockung solcher Flächen einsetzen. Hecken und Waldbestockungen
geben dem Wild nicht nur
Äsung, sondern bieten auch
Deckung vor Fressfeinden
und darüber hinaus Rückzugsflächen bei Störungen.
Auch der Biber hinterlässt seit kurzem seine Spuren im Gebiet.
Obwohl der Nistkasten schief
hängt, hat ihn ein Kohlmeisenpaar
als Bruthöhle angenommen.
Der Natur-, Jagd- und Wildschutzverein Stockental bei
der Altlastenentfernung eines Drahtzaunes.
Artenvielfalt beginnt bei der
richtigen Pflanzung
Eberesche, Weiden, Liguster, Schwarzdorn, Hartriegel
(gelb und rot) und Pfaffenhütchen sind nur einige Gehölze, die nie fehlen sollten! Es
darf auch hie und da ein Kernwuchs als Schattenbaum oder
für die Nachtgreifvögel ein
grösserer Tages-Ruhebaum
gepflanzt werden. Eine Weisstanne z.B. für die Insektennahrung – und vor allem auch für
die gefährdeten Bienen – lockern das ganze Projekt auf.
Ich konnte beobachten,
dass an einem Waldrand, welchen der Forst vor sechs Jahren gepflegt und ausgeholzt
hatte, sich eine Waldohreule
über Tag in einer ca. 10 Meter
hohen unbenadelten Europalärche aufgehalten hatte.
gelarten nutzen, wie andere
Tierarten auch, die Hecken als
Brut- und Nistplatz.
Zur Unterstützung helfen
auch Nistkästen, um den Höhlenbrütern zusätzliche Nistgelegenheiten anzubieten. Solche Nisthilfen werden in der
Regel bereits im ersten Jahr
angenommen. Wichtig ist
diesbezüglich aber auch die
Reinigung der Kasten zum
richtigen Zeitpunkt.
Hecken als wichtiger
Lebensraum
In einer vor mehr als 20
Jahren angelegten Hecke im
Stockental, welche immer
wieder durch wiederholte Eingriffe durch den StockentalerVerein gepflegt wird, wird zur
Zeit emsig gefüttert. Viele Vo-
Der gesellige Umtrunk mit einem
Aser nach solchen
Aktionen darf
nicht fehlen. Es ist
ein Zeichen der
Wertschätzung
gegenüber den
Mitwirkenden.
Ewiges Thema – Zäune
Eingewachsene Zäune, dazu gehören vornehmlich auch
Bund und Kantone
Der Bepflanzung des Bachlaufes und Schuttfanges wird besondere
Beachtung geschenkt.
Dieses Bild zeigt eindrücklich die «Beute» einer
solchen Räumungsaktion.
Stacheldraht-Kombinationen
mit anderen Zäunen, sind
nicht nur Stolperfallen für den
Menschen, sondern auch für
das Wild.
Besonders Jungwild verfängt sich immer wieder in
diesen Drahtknäueln und geht
kläglich ein. Also weg mit
diesen Altlasten!
Dabei sollte aber nicht vergessen werden, mit dem zuständigen Landwirt oder dem
Förster vorgängig Kontakt
aufzunehmen, auch um über
zukünftige Einfriedungen zu
diskutieren.
Dank
Jungjäger, Heger, Naturfreunde und Jäger verrichteten die strenge Handarbeit mit
Fleiss und grossem Einsatz.
Ein aufrichtiger Dank hier von
Seiten der Waldbesitzer, der
Gemeinden und dem Forstdienst. Die freiwilligen, unentgeltlichen Arbeiten sind neben
der körperlichen Ertüchtigung
auch für jeden überzeugten
Heger Pflicht. Mein bester
Dank gehört allen Hegerinnen
und Hegern!
Christian Habegger,
Revierförster Wattenwil
Schweizer Jäger 7/2014
77
Bund und Kantone
Wild und Jagd
im Rampenlicht
Der wilde Fluss Gore-Virat
bahnt sich seinen Weg durch
Felsen und Bäume und gestaltete über die Jahrhunderte
eine wunderschöne Schlucht
oberhalb der Gemeinde von
Corcelles (Berner Jura). Die
Wasserfälle und die kühle
Luft machen aus dieser Um-
FR
seren Rahmen, um das Thema
«Wild und Jagd» den Wanderern näher zu bringen.
Die Gemeinde von Corcelles kontaktierte die Confrérie
St Hubert du Grand-Val, eine
kleine Jägergruppe aus dieser Region, und ersuchte um
Unterstützung für die Umsetzung eines Lehrpfades. Ohne
Zögern hat Präsident René
Kaenzig aus Crémines die Herausforderung angepackt. Es
ist dies nicht das erste Projekt dieser Art, das die Gruppe realisieren konnte. Ein paar
Tage später war der Vorschlag
bereits auf dem Tisch des
Gemeinderates von Corcelles. Dieser erteilte umgehend
«Grünes Licht» und der Umsetzung des Projektes stand
nichts mehr im Wege.
Ein Lehrpfad zum Thema
«Wild und Jagd» (auf franzö-
sisch) wurde entlang des Wanderweges installiert. Die Informationstafeln geben Auskunft
über die lokale Fauna und
über den Zweck der Jagd. Die
Schönheit des Ortes lässt den
steilen und schweisstreibenden Weg vergessen. Dieser
führt die Wanderer am Fuss
einer imposanten Felswand
entlang und dann weiter bis
auf die Höhen des Mont Raimeux. Gerade jetzt, während
den heissen Sommertagen,
lädt der Wanderweg entlang
der Gore-Virat zu einem abwechslungsreichen und informativen Spaziergang ein.
Hervorragende Resultate
am Kantonalbernischen Bläsertreffen
Am Samstag, 14. Juni 2014,
fand auf dem Gelände des
Waffenplatzes Sand bei Urtenen-Schönbühl das 35. Jagdhornbläsertreffen statt. Beinahe 20 Gruppen, darunter fünf
Gastgruppen, hatten sich im
Sand eingefunden, um unter
einem strahlend blauen Himmel ihrer Passion zu huldigen.
Auch ein Anlass für jede
Gruppe, Bilanz zu ziehen.
Man war nach dem Spiel vor
den Richtern gespannt: Immerhin galt es, die vier Spielstücke, durch fleissiges Proben
einstudiert, dem kritischen Ohr
der drei Juroren Civatti, Krause und Magnus musikalisch so
darzubieten, dass möglichst
viele Punkte herausschauten.
Ein brillantes Resultat für
Hubertus Sense!
Aus Freiburg waren zwei
Jagdhorngruppen angereist:
die Jagdhornbläsergruppe Hu-
78
gebung einen idyllischen Ort.
Die Atmosphäre ist einmalig.
Zwei wunderschöne Holzbrücken gewähren uns einen direkten Blick über das Wildwasser. Entlang der Strecke
nimmt man sich die Zeit, der
Musik des Wassers zuzuhören.
Es gibt wohl kaum einen bes-
Schweizer Jäger 7/2014
bertus Sense unter musikalischer Leitung von Pius Kaeser
(St. Antoni) und die Trompes
de Chasse du Giblioux, die mit
ihren d-Horn-Klängen einen
neuen, einen etwas fremden,
aber doch schmissigen Ton in
das Konzert der Bläser hineintrugen.
Sie spielten als Gastgruppe
im Wettbewerb mit und traten
mit ihren Klängen auch beim
Apéro vor dem Mittagessen
und beim Mittagessen selbst
auf. Ihr Spiel wurde beifällig
aufgenommen.
Die Jagdhornbläsergruppe
Hubertus Sense kam erst kurz
Vor der alten Reithalle: Hubertus Sense beim Vortrag.
vor 12 Uhr an die Reihe und
trug im Wettbewerb vier Stücke vor: «Elch tot» und «Buechechäppeli» als Pflichtstücke
und «Sensler Marsch» und
«Jägerhut» als Stücke eigener
Wahl.
Der «Sensler Marsch» stellte eine Aufführungspremière
Nachspiel im «Senslerhof»
Nach dem Spiel fanden sich
die Bläser zum Apéro an der
Festwirtschaft ein. Sie waren
dankbar dafür, dass auch Herbert Jungo (Düdingen), Präsident des Jagdschutzvereins
Hubertus Sense, bei den Vorträgen und beim Mittagessen
anwesend war und damit der
Gruppe gegenüber die Sympathie des Vereins bekundete.
Nach dem Gesamtchor fuhr
man nach St. Antoni, wo bei
einem Glas Champagner das
Ergebnis gefeiert wurde. Henri Perroud, Obmann der Bläsergruppe, dankte den Bläsern
für die grossartige Leistung,
für den fleissigen Einsatz bei
den Proben, die Voraussetzung
für den Erfolg waren, und für
die gute Kameradschaft. Ein
spezieller Dank galt Pius Kaeser und seinem unermüdlichen
Bemühen um die Qualität des
Spiels.
Herbert Jungo, Präsident,
mit Hubertus-Bläsern vor
der «staubigen» Pinte.
Les Trompes de Chasse de Fribourg.
Pius Kaeser gab anschliessend das Resultat im Einzelnen bekannt und erläuterte
die Bemerkungen der Richter. Danach fand man sich im
«Senslerhof» zu einem guten
Glas und zu einer währschaften Platte Wurst und Schinken
zusammen, die von Jagdkamerad und Wirt des Senslerhofs
Claude Philipona spendiert
worden war. Weidmannsdank
auch ihm! «So ein Tag, so
wunderschön wie heute …!»
EM
Orientierungsversammlung
zur Jagd 2014/2015
Um es gleich vorwegzunehmen: Neu war, dass es –
im Vergleich mit bisherigen
Orientierungsanlässen – zur
Jagd nichts Neues zu berichten gab, sieht man vom kantonalen Konzept Wald – Hirsch
2014–2018 ab, das Sektorchef
Marc Mettraux ausführlich erläuterte. Dennoch konnte man
am Diskurs «zwischen den
Zeilen» einiges ablesen, was
sich am jagdlichen Horizont
Freiburgs abzeichnet. Wie
jede andere Orientierungsversammlung diente natürlich
auch diese – am 5. Juni im Hotel Bahnhof in Düdingen – für
die Jäger als eine Art «Kummerkasten» und «Klagemauer», um sich Bedenken, Sorgen, Zweifel und auch Ärger
von der Seele zu laden.
Gute Präsenz des Amtes
Herbert Jungo, Präsident
der ausrichtenden Sektion Hubertus Sense, konnte unter den
ca. 80 anwesenden Deutschfreiburger Jägern und Jägerinnen auch Dr. Walter Schwab,
Amtsleiter WaldAmt, Sektorchef Marc Mettraux und Jagdleiter Roman Eyholzer begrüssen. Die Wildhüter waren nicht
vertreten, was bedauert wurde.
Pascal Pittet, Verbandspräsident, schloss sich der Begrüssung an und eröffnete
die Versammlung. Mit Sympathie wurde wahrgenommen, dass er die Anwesenden
auf Deutsch ansprach. Er gab
seiner Freude über das zahlreiche Erscheinen der Jäger
Ausdruck. Er verwies auf die
gerade laufende wichtige Zeit
des Einsatzes der Jägerschaft
für Rehkitzrettungen und appellierte an alle, die Hegekarten sorgfältig auszufüllen, bestätigen zu lassen und an die
Präsidenten ihrer Sektionen
einzureichen.
Er nahm die Gelegenheit
auch wahr, Yolande Brünisholz, Ko-Vizepräsidentin ad
interim, vorzustellen, die gerne für Kontakte zur Verfügung
stehe. Schliesslich gab er Marc
Mettraux zum Konzept WaldHirsch das Wort.
Wald und Hirsch im Kanton
Freiburg
Marc Mettraux hob einleitend hervor, dass dies sein
erster Informationsabend seit
Amtsantritt sei. Die Arbeit im
Amt bereite ihm viel Freude,
unterstrich er, bevor er zu seinem Thema kam. Natürlich in-
teressierte die Jäger und Jägerinnen besonders der Aspekt
Wald – Hirsch-Regulierung.
Marc Mettraux erläuterte das
Konzept ebenso anschaulich
wie ausführlich anhand einer
ppt-Präsentation und holte
dazu weit aus.
Anlass für die Ausarbeitung des Konzepts (verfasst
vom Spezialisten Elias Pesenti, Marc Mettraux, Walter Schwab und Robert Jenny)
ist das verstärkte Vorkommen
des Rotwilds im Kanton Freiburg. Um 1872 habe die Einwanderung des Rotwilds in die
Schweiz begonnen. 1978 wurden die ersten Individuen im
Kanton Freiburg gesichtet und
seit 2006 gebe es so etwas wie
eine komplette Besiedelung.
Die Gebiete des Einstandes
liegen östlich von der Autobahn, also im Voralpengebiet.
Ziel der Umsetzung des Konzepts sei es, ein Gleichgewicht
zwischen Wald und Rotwild
herzustellen, Konflikten mit
der Forstwirtschaft vorzubeugen und die Schäden am Forst
auf ein erträgliches Mass zu
mindern. Die dazu notwendigen Massnahmen betreffen
die Jagd (Regulierung des Bestands), die Forstwirtschaft
Schweizer Jäger 7/2014
79
Bund und Kantone
dar. Er stammt aus der Feder
des musikalischen Leiters Pius
Kaeser. Mit diesem anspruchsvollen Stück erreichte die Bläsergruppe von allen vier Stücken die höchste Punktzahl
(160.5) und verlor auf das Maximum von 12 Noten (Fünferwertung) nur 6.5 Punkte.
Alle vier Stücke wurden
rassig, sehr gut artikuliert und
mit ausdrucksvoller Dynamik
vorgetragen, was einen Richter
am Schluss sogar zu begeistertem Befall hochriss. «Buechechäppeli» und «Jägerhut» waren zudem auch eine Referenz
und ein «In memoriam» an
ihren Komponisten, den vor
einigen Jahren verstorbenen
früheren Dirigenten der Gruppe, Ernst Aregger. Die Bläsergruppe erreichte mit 746.5
Punkten das Prädikat «Vorzüglich». Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung!
Bund und Kantone
Präsident Pascal Pittet begrüsst die Versammlung. Links als nachdenklicher
Zuhörer: Sektorchef Marc Mettraux.
Marc Mettraux und Jagdleiter Roman Eyholzer
beantworten die Fragen.
(Verbesserung des Habitats
durch natürliche Verjüngung)
und die Landwirtschaft (Auszonung von Äsungsflächen für
die Äsung in Spätherbst und
Winter).
Eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung der
Massnahmen seien Zählungen (mobil mit Scheinwerfern,
stationär vom Ansitz aus) und
Schätzungen durch das Forstpersonal aufgrund von Sichtungen oder durch Feststellung
von Schlag-, Fege- und Schälschäden im Forst. Dabei sei zu
beachten, dass das Freiburger
Rotwild Wechselwild sei.
Neben einem «indigenen»
Bestand von ca. 80 Stück gebe
es noch ca. 100 Stück Rotwild,
die zwischen FR, VD und BE
wechseln. Das ergebe einen
Gesamtbestand von ca. 150 bis
210 Stück total. Sehr gut besiedelt sei das Intyamon.
Von den Zählungen abgeleitet werde die Abschussplanung. Für 2014 seien voraussichtlich wieder 60 Abschüsse
vorgesehen.
Werden Schäden an Bäumen im Freiburger Forst festgestellt, so stehe natürlich das
Schalenwild generell unter
Verdacht. Das WaldAmt konzentriert sich auf genaue Verbissanalysen. Dazu hat man
«Bewirtschaftungsräume» definiert. In diesen Gebieten, insgesamt sechs zwischen Voralpen und Greyerzersee, werden
vor allem forstwirtschaftlich
wertvolle, erwachsene Bäume
kontrolliert, Elitebäume, sogenannte Kandidatenbäume.
Man arbeite mit BE und VD
intensiv zusammen.
Wünschenswert beim Rotwild sei eine «natürliche Populationsstruktur» mit einem
«erträglichen Mass an Schä-
139 im Jahr 2012. Erfreulich
sei nur die Strecke am Rive
Sud: Hier seien 20 Stück erlegt worden.
Der Rehwildbestand sei
trotz der intensiven Bejagung
sehr gut und steigend. Die
nach oben weisende Kurve bei
den Abschüssen, im Jahr 2013
1576 Stück, sei ein gutes Indiz für den gesunden Bestand.
Probleme gebe es beim
Gamswild. Hier sei der Bestand abnehmend. Das Geschlechterverhältnis bei den
Abschüssen sei unausgewogen. Es müssen Lösungen für
die Erhaltung des Gamsbestandes gefunden werden. Es
ist der Jägerschaft bekannt,
dass darüber gegenwärtig Diskussionen im Amt und auch
mit der Jägerschaft laufen.
Das Rotwild werde in Zukunft dort, wo es verstärkt
auftrete, gezielter bejagt werden. Bestehende Schongebiete
würden dazu geöffnet werden.
Die Abschüsse seien während
der vergangenen Saison während der ordentlichen Jagdperiode ungenügend gewesen
(nur 39 von 60 freigegebenen). Die Nachjagd habe dann
noch eine zusätzliche Strecke
von 15 Stück erbracht, womit
das Abschussziel ungefähr erreicht worden sei.
80
Schweizer Jäger 7/2014
den». Es stelle sich natürlich
die Frage, wo dabei der Grenzwert liege und wieviel Schäden man tolerieren könne.
Wird Rotwild in seinen Einständen gestört, so nehmen
die Schäden zu. Die Einrichtung von Wildruhezonen sei
folglich eines von verschiedenen Mitteln, um die Schäden
am Wald zu reduzieren. Wichtig sei natürlich die Jagd, um
den Bestand zugunsten einer
gesunden Bestandsstruktur zu
regulieren.
Von den sechs Bewirtschaftungsräumen seien vor allem
drei (der Voralpenstreifen von
S nach N) vollständig vom
Rotwild besiedelt.
Der Abschussplan sollte
bei den vorgesehenen Entnahmen nach Alter, Geschlecht
und Gebiet differenzieren.
Man müsse für die ordentliche
Jagd auf den Hirsch eine kurze Jagdzeit vorsehen, auf die
Jagd während der Brunft verzichten und die Sonderjagd
vor dem 1. Dezember durchführen.
Die Forstarbeiter seien im
Übrigen gehalten, Schlagabfälle für die Äsung liegen
zu lassen und für genügend
Prossholz zu sorgen (Auslegen von Schnittmaterial von
Weichhölzern wie Espe, Weide, Apfel u. ä.).
Die Jagd 2014/2015
Jagdleiter Roman Eyholzer
fasste einleitend das Entscheidende zusammen: keine Änderungen in den Bestimmungen der Triennale, die noch in
Kraft ist und 2015 ausläuft!
Probleme schaffe weiterhin das Schwarzwild. In der
letzten Saison seien zu wenig
Schwarzkittel erlegt worden,
insgesamt nur 61 gegenüber
Emotionsgeladene Fragen
Die Anwesenden stellten
Fragen vor allem zu folgenden Themen: Zulassung des
Ansitzes auf Schwarzwild bei
Nacht, Einrichtung von Kirrungen und Futterstellen, Pläne einer selektiven Jagd auf
Rotwild nach Geschlecht, Alter und Sektor, Verdrängung
des Gamswildes durch das
Rotwild und zur Zusammenarbeit. Verschiedene Interven-
tionen am Schluss der Versammlung zeigten, dass viele
Jäger und Jägerinnen über die
Zusammenarbeit
zwischen
dem WaldAmt und dem Verband nicht informiert sind.
Walter Schwab ergriff das
Wort und wies daraufhin, dass
gerade dieser Informationsabend mit der starken Präsenz
des Amtes ein Zeichen für
gute Zusammenarbeit sei.
In der Tat ist es so, dass die
Zusammenarbeit zwischen der
Jägerschaft gut funktioniert,
auch wenn man sich in manchen Belangen nicht einig ist.
Man ist im Gespräch, obwohl
der neue Zusammenarbeitsvertrag mit der neuen Definition der Zuständigkeiten und
Modalitäten der gemeinsamen Arbeit für die Freiburger Jagd erst in der zweiten
Hälfte dieses Jahres zu Papier
gebracht wird. Der Verband
tut gut daran, in den Sitzungen des Kantonalkomitees zu
kommunizieren, dass die Zusammenarbeit funktioniere.
Die Sektionspräsidenten
werden diese Information sicher an die Vereinsmitglieder
weitergeben.
Bei der Frage nach der
Möglichkeit des Ansitzes bei
Nacht, der von den Wildhütern ausgeübt wird, gab Marc
Mettraux zu verstehen, dass es
dazu eine besondere Ausbildung brauche, über welche die
Wildhut verfüge. Futterstellen lehne man von Seiten des
WaldAmts ab, weil diese zu
einem unnatürlichen Äsungsverhalten beim Wild führen.
Dem Argument, die Jäger
würden sehr viel für die Rehkitzhege, die Nachsuche und
das Übungsschiessen leisten,
ohne dass das WaldAmt eine
Gegenleistung erbringe, be-
gegnete Marc Mettraux mit
dem Hinweis darauf, dass in
Zukunft für alle diese Leistungen der Jägerschaft aus
dem Wildfonds eine pauschale Zahlung an den Verband geleistet werde. Eine erfreuliche
Ankündigung!
Gleichgewicht im Wald
Das ist das Ziel: ein Gleichgewicht zwischen Wild und
Wald. Die Forderung nach
einer «natürlichen Populationstruktur» gilt nicht nur für
das Wild, sondern auch für den
Wald. Da gibt es sicher noch
einiges zu tun im Freiburger
Wald!
«Plantagen» aus Rotbuchen
und Tannen mit «viel Luft»
zwischen den Bäumen machen den Wald schadensanfällig. Plenterwald mit Ober-,
Mittel- und Unterschicht im
Bestand, ein Wald aller Generationen, mit einem reichen
stufigen Nebenbestand, auch
an Weichhölzern, führt zu
einer Verminderung der Schäden.
Der Jäger und die Jägerin, die mit dem Feldstecher
auf Pirsch sind, entdecken immer wieder entholzte Waldränder. Der gnadenlose Rückschnitt der Saumhecken, bis
hin zur Rodung, dient weder
dem Wild noch dem Wald.
Winde können ungebremst in
den Wald hineinfahren und
den Waldboden austrocknen.
Auch die Sonne kann eindringen. Sonneneinstrahlung auf
die Stämme erwachsener Bäume schadet dem Wald.
Der Waldsaum ist ein beliebtes «Esszimmer» des
Schalenwildes, er mindert
Verbissschäden im Wald. Gerade das vermehrte, ja wachsende Auftreten des Rotwildes
im Freiburger Voralpengebiet
wird die Phantasie der Förster
bei der Hege ihrer Wälder in
Zukunft sicher verstärkt beflügeln.
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100. DV des Bündner
Kantonalen
Patentjägerverbandes
GR
Die 100. DV vom 24. Mai
im Kongresszentrum Davos
war für den BKPJV ein historischer und wegweisender Anlass. Einerseits ging mit dieser DV die Ära des bisherigen
Vorstandes (mit Ausnahme
des Hegepräsidenten Hansruedi Andreoli) zu Ende, andererseits muss sich der neu
gewählte Vorstand dank der
Einführung eines Sekretariates nicht mehr mit der «Bürokratie» beschäftigen, sondern
kann sich voll den anstehenden Problemen widmen, wie
der Jagd- und Verbandspolitik
und der heute äusserst wichtigen Öffentlichkeitsarbeit.
Die Verbandsmitglieder beschlossen mit grosser Mehrheit
die Ablehnung der Initiative
(Absolutes Mehr 109 abgelehnt
mit 192 Stimmen) zur Abschaffung der Sonderjagd bei einer
eventuellen Volksabstimmung
und stimmten der Parolenfassung des Zentralvorstandes
mit überraschender Mehrheit
zu. Diese Mehrheit kam auf
demokratische Art und Weise
in den Sektionen des BKPJV
zu Stande. Da fragt man sich,
weshalb einzelne Mitinitianten, wohlverstanden Mitglieder des BKPJV, behaupten, die
Mehrheit der Bündner Jäger sei
gegen die Sonderjagd?
Im Vorfeld der Abstimmung zu diesem Traktandum
bat Zentralpräsident Angerer
die anwesenden Mitinitianten
um eine Wortmeldung. Mut
und die Grösse dazu hatte keiner. Nach der Abstimmung
meinte Präsident Angerer:
«Dies ist ein starkes Zeichen!
Die Bündner Jägerinnen und
Bündner Jäger nehmen ihren
Auftrag ernst und beweisen
mit diesem eindeutigen, überwältigenden Entscheid dass
sie die Verantwortung gegenüber dem Wild, dem Wald und
der Landwirtschaft erkannt
haben und auch wahrnehmen
wollen.»
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Bund und Kantone
Erstmals
wurde
eine
Schiesskommission gewählt.
Ihre erste wichtige Aufgabe
wird sein, die vom Bundesrat geforderten periodischen
Treffsicherheitsnachweise in
Zusammenarbeit mit dem Amt
für Jagd und Fischerei umzusetzen. Sie wird sich aber auch
mit den ökologischen und sicherheitstechnischen Anforderungen der Jagdschiessstände
beschäftigen.
Besten Dank an den abtretenden
Zentralvorstand
BKPJV für die sechsjährige
umsichtige und zielgerichtete
Führung des grössten Jägerverbandes der Schweiz und
für die Zukunft ein kräftiges
Weidmannsheil!
Vorbildliche Organisation
durch den Jägerverein Davos
Georg Flury als OK-Präsident hatte mit seinen unzähligen Helferinnen und Helfern
eine hervorragende DV auf die
Beine gestellt. Mehrere Trophäenwände und eine Ausstellung über die Fauna mit verschiedenen Präparaten konnten
bestaunt werden. Im Kongresszentrum standen Infrastrukturen und Plätze zur Verfügung,
die sonst kaum zu finden sind.
Grossen Anklang fanden
die musikalischen Darbietungen der Jagdhornbläsergruppe
Falknis, der Scheidner Buoba und Nadya Rosenberger
mit seltenen Instrumenten wie
Steinbock- oder Gamshorn.
Schümli & Joos hatten mit
dem Sketch «Jagdbetriebsvorschriften» die Lacher auf ihrer
Seite. Weidmannsdank an den
Jägerverein Davos für die beispielhaft organisierte 100. DV!
OK-Präsident Georg Flury und
die Helfer/innen haben Grosses
geleistet.
Regierungspräsident Mario Cavigelli (rechts) ehrt den abtretenden Zentralpräsidenten Beat Angerer mit einem Steinbockgehörn.
Polit- und Jagdprominenz
erwiesen die Ehre
Der scheidende Zentralpräsident BKPJV, Beat Angerer, durfte eine grosse Anzahl
verschiedener Prominenten
begrüssen. So u.a. Standespräsident Hans Peter Michel,
Regierungspräsident Mario
Cavigelli, Ständerat Stefan
Engler, den Landamann von
Davos, Tarzisius Caviezel –
Präsident des Schweizerischen
Patenjäger- und Wildschutzverbandes und Vorstandsmitglied von JagdSchweiz – den
Vorsteher des BFU (Eidg.
Jagdinspektor)
Reinhard
Schnidrig, den Vorsteher des
Amtes Jagd + Fischerei Graubünden, Dr. Georg Brosi, den
Vorsteher des Amtes für Wald
und Naturgefahren Reto Hefti,
die Vertreter von JagdSchweiz
Präsident Hanspeter Egli und
Geschäftsführer David Clavadetscher, den Direktor des
Nationalparkes Heinrich Haller und den Jagdverwalter des
Kanton St. Gallen Dominik
Thiel.
Traktanden
Das Protokoll der DV 2013
des Aktuars Hannes Parpan,
der Jahresbericht des Zentralpräsidenten Beat Angerer, die
Rechnung und der Voranschlag
2014 des Zentralkassiers Martin Carigiet sowie die Jahresberichte des Hegepräsidenten
Hansruedi Andreoli und der
Präsidentin der KoAWJ Gaby
Huber wurden einstimmig genehmigt. Erstmals wurde auch
für das neu einzuführende Sekretariat ein Kredit von Fr.
25 000.– der DV unterbreitet
und einstimmig gutgeheissen.
Singende Jagdverantwortliche (vlnr): Dominik Thiel, Amtsleiter
Jagd SG; Georg Brosi,Vorsteher Amt für Jagd GR; Mario Cavigelli, Regierungspräsident GR.
82
Schweizer Jäger 7/2014
Anträge des
Zentralvorstandes
Jagdzeiten 2015
Der Antrag des Zentralvorstandes, die Variante II zu bevorzugen, fand kein Gehör. Die
Delegierten bestimmten, dass
die Variante I an die Jagdkommission beantragt werden solle.
Variante 1: 1. Block: Donnerstag, 3. September 2015,
bis und mit Sonntag, 13. September 2015; Jagdunterbruch:
Montag, 14. September 2015,
bis und mit Sonntag, 20. September 2015.
2. Block: Montag, 21. September 2015, bis und mit Mittwoch, 30. September 2015
(Bettag am 20.09.2015).
Parolenfassung zur
Sonderjagdinitiative
Die Delegierten des Verbandes folgten mit 192 zu 11 Stimmen dem Zentralvorstand und
genehmigten die beantragte
Parolenfassung: «Der Bündner
Kantonale Patentjägerverband
beschliesst die Nein-Parole
und lehnt somit die Volksinitiative zur Abschaffung der Sonderjagd bei einer eventuellen
Volksabstimmung ab».
Der Zentralvorstand begründete vorgängig der Abstimmung die Ablehnung der
Sonderjagdinitiative mittels
eines Argumentariums (veröffentlicht im «Schweizer Jäger», Nr. 4 / April 2014).
Mitgliederbeitrag ab DV
2015
Der erweiterte Zentralvorstand beantragte, den Mitgliederbeitrag des BKPJV von
heute 20 Franken ab der Delegiertenversammlung 2015
auf neu 30 Franken pro Mitglied festzulegen.
Begründung: Der Dachverband JagdSchweiz plane
ab 2015 den Jahresbeitrag für
seine Mitglieder, zu denen der
BKPJV auch gehört, von heute zehn Franken auf neu 15
Franken pro Mitglied anzuheben. Um auf einen schlagkräftigen und wirkungsvollen
Dachverband zählen zu können, benötige es die notwendigen finanziellen Mittel. Damit unser Dachverband, im
Speziellen auf Bundesebene,
agieren könne und nicht mehrheitlich nur reagieren müsse,
benötige er die entsprechenden Ressourcen. Die geforderte Erhöhung von fünf Franken
pro Mitglied könne die Jahresrechnung des BKPJV ohne
eine Erhöhung des Jahresbeitrages nicht tragen.
Da auch beim BKPJV in
Zukunft mit einem finanziellen Mehraufwand, vor allem
bei der Öffentlichkeitsarbeit,
gerechnet werden müsse, sei
Antrag Sektion Sassauna
Um dem Ziel der Abschussplanerfüllung während der ordentlichen Hochjagd nachkommen zu können, sollen
Kälber die letzten drei Tage der
Hochjagd freigegeben werden,
Hirschkühe und Schmaltiere
sollen jedoch während dieser
drei Tage geschützt sein.
Dieser Antrag wurde mit
grossem Mehr abgelehnt.
Wahlen
In den neuen Vorstand des
BKPJV wurden einstimmig
gewählt:
Zentralpräsident: Robert
Brunold, JV Obersaxen. Hegepräsident: Hansruedi Andreoli, JV Traversina. Schützenmeister: Arnold Tiri, JV
Traversina. Präsidentin der
KoAWJ: Nina Gansner-Hemmi, JV Prättigau. Ohne Charge: Marco Schnell, JV Falknis; Flurin Filli, JV Lischana;
Christian Kasper, JV Madrisa.
Des Weiteren wurde die
neu eingeführte Geschäftsprüfungskommission mit Ste-
phan Kasper, JV Klosters,
sowie Martin Thöny, JV Prättigau und Andreas Derungs,
JV Calanda, besetzt. Auch die
Kandidaten für die Jagdkommission, die Delegierten von
JagdSchweiz, die Schiesskommission und für den KaHeKo
Vorstand wurden einstimmig
gewählt.
Ehrungen
Zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden: Beat Angerer, Hannes Parpan, Hans Peter Ambühl, Gabriela Huber,
Enrico Cola, Martin Carigiet,
verdiente Mitglieder des engeren Zentralvorstandes sowie
Lorenz Casutt, ein langjähriger Chargenträger innerhalb
seines Vereins und des BKPJV.
Mit der Verdienstauszeichnung des BKPJV wurden geehrt: Rinaldo Giger, Jöri Caprez, Gaudi Carisch, Toni
Cavelti, Lieni Hochholdinger,
Tumasch Wetter, Marcel Franziskus, Gian Carl Lutz, Gaudenz Domenig, Flavio Ruinatscha.
Mit der Hegeauszeichnung
des BKPJV wurden geehrt:
Othmar Capeder, Toni Cavelti, Fadri Guler, Hubert Tomaschett, Andri Wäger, Valentin
Caviezel und Bruno Spadin.
Die zum Ehrenmitglied ernannten (vlnr): Enrico Cola, Martin Carigiet,
Hanspeter Ambühl, Hannes Parpan, Gaby Huber, Beat Angerer.
Sichtlich erfreut über die Ehrenmitgliedschaft, Lorenz Casutt.
Grussworte und
Nachdenkliches
Kaum an einer der vergangenen Delegiertenversammlungen kamen so viele Persönlichkeiten zu Wort wie an der
Hundertsten. So u.a. der eidg.
Jagdinspektor Reinhard Schnidrig, Regierungspräsident Mario Cavigelli und Tarzisius Caviezel, Landammann von
Davos, gleichzeitig Präsident
des Schweizerischen Patentjäger- und Wildschutzverbandes
und auch Vorstandsmitglied
des Dachverbandes JagdSchweiz. Nachfolgend Auszüge aus den Reden.
Klare Feststellungen
des eidg. Jagdinspektors
Reinhard Schnidrig
«Ich möchte mich eigentlich nicht aus Bundes-Bern
in die politische Diskussion
um die Sonderjagd im Kan-
ton Graubünden einmischen,
aber wenn im Bündner Jäger
4/14 das Bundesgesetz von
den Urhebern der Sonderjagd-Abschaffungsinitiative
falsch interpretiert wird, fühle ich mich legitimiert, ja verpflichtet, zwei Sachen richtig
zu stellen:
• Im «Bündner Jäger»
4/2014 las ich, dass mit dem
Art.11 des Eidg. Jagdrechts
auch im Nationalpark der
Hirschbestand reguliert werden können soll. Das ist nicht
richtig; der Art.11 gilt für die
Eidg. Jagdbanngebiete und die
Wasser- und Zugvogelreservate. Was im Nationalpark im Engadin gemacht werden kann,
ist im Eidg. Nationalparkgesetz und in der Parkordnung
des Kantons GR geregelt. Gemäss Art. 1 des Nationalparkgesetzes sind dabei jeglichen
Eingriffe untersagt, die der
natürlichen Entwicklung zuwiderlaufen. Ausnahmebewilligungen sind allerdings möglich. In den 80er-Jahren des
letzten Jahrhunderts wurde
von dieser Möglichhkeit denn
auch betreffs Hirschregulation
Gebrauch gemacht, mindestens ein Mal wie ich weiss.
• Im selben «Bündner Jäger» wird gesagt, dass der
Ehrung mit der Hegeauszeichnung des BKPJV.
Sie wurden mit der Verdiensturkunde geehrt.
Schweizer Jäger 7/2014
83
Bund und Kantone
es zielführend, den Jahresbeitrag für unsere Mitglieder um
zehn Franken zu erhöhen.
Dem Antrag wurde mit
grosser Mehrheit zugestimmt.
Bund und Kantone
Kanton Graubünden mit seinen heutigen Jagdvorschriften
betreffs des Schutzes der Muttertiere und der Jungtiere das
Bundesgesetz verletze. Wenn
dem so wäre, hätte ja auch
der Bund über viele Jahre seine Oberaufsicht nicht wahrgenommen. Der Schutz der Muttertiere und der Jungtiere ist
in Artikel 7 Abs. 5 des Eidgenössischen Jagdgesetzes geregelt. Dort erhalten die Kantone die Verpflichtung, diesen
Schutz zu regeln; die Meinung
des Gesetzgebers ist dabei
klar, dass abhängigen Jungtieren aus Tierschutzgründen
nicht die Mutter weggeschossen wird und diese verwaisten
Jungtiere dann ihrem Schicksal überlassen werden. Es ist
aber explizit nicht gemeint,
dass keine Muttertiere zur
Jagd freigegeben werden dürfen.
Bei gewissen Tierarten
wäre ja dann in gewissen Situationen gar keine Bestandesregulation mehr möglich
(z.B. beim Reh im Unterland,
beim Wildschwein, beim Rothirsch). Etablierte Rothirschbestände, wie wir sie im Kanton Graubünden haben, sind
ohne die Jagd auf Kühe, auch
führende Kühe, nicht zu regulieren. Was aber die Kantone
machen müssen, wegen dem
Artikel 7 Abs. 5 JSG, ist dafür zu sorgen, dass nach der
Jagd keine verwaisten Kälber
zurückbleiben und alleine und
ohne Führung in den Winter
gehen. Eine Möglichkeit ist,
dass die Wildhüter nach der
Regulation und eingangs Winter verwaiste Kälber erlegen.»
Regierungsratspräsident
Mario Cavigelli
«Sie haben heute zur Sonderjagdinitiative mit deutlichem Mehr die NEIN-Parole
beschlossen. Sie haben damit
zu einem Thema Stellung genommen, das weit über einen
nur jagdpolitischen Positionsbezug hinausgeht. Dafür
mein ganz herzlicher Dank!
Sie stimmen mit mir überein: Die Jagd, sie steht heute
unter einer kritischen Beobachtung durch breite Kreise
in der Bevölkerung und damit
auch im Blickwinkel der breiten Öffentlichkeit. Zwei Initia-
84
Schweizer Jäger 7/2014
tiven befinden sich in der öffentlichen Diskussion. Beide
sind ein Indiz dafür, mit welcher Grundhaltung Teile der
Bevölkerung der Jagd gegenüberstehen: Die Sonderjagdinitiative, sie will das ZweiStufen-Konzept, nämlich eine
Hochjagd im September und
eine ergänzende Herbstjagd in
den Monaten November und
Dezember abschaffen, sowie
die Volksinitiative «Für eine
naturverträgliche und ethische
Jagd», sie zielt im Ergebnis
sogar darauf ab, der Bündner
Patentjagd den Boden unter
den Füssen wegzuziehen.
Es ist daher notwendiger
denn je,
– dass sich die Jägerinnen
und Jäger zusammentun,
– dass Sie die Themen, die
die Jagd betreffen, in der Basis diskutieren und dabei Beschlüsse fassen und
– dass Sie, wenn Sie dann
eine Meinung gefunden haben, geeint und kollegial zu
den getroffenen Mehrheitsbeschlüssen stehen.
Einheit macht stark. Das
gilt auch für die Jägerschaft.
Einheit setzt aber auch Teamfähigkeit und Kollegialität voraus. Nämlich die Fähigkeit,
gemeinsam an einem Ziel
zu arbeiten – gemeinsam an
einem Strick – am gemeinsamen Strick zu ziehen.
Es soll – auch nach Ihrem
Verständnis – nach wie vor
Ziel der Bündner Hochjagd im
September sein, den Hirschabschussplan so weit als möglich zu erreichen. Und so weit,
wie dies nicht gelingt, soll es
– wieder auch nach Ihrem Verständnis – eine zusätzliche,
gezielte Regulation in der Zeit
danach geben.
Selbstverständlich, die Entscheidung über das Vorgehen
bezüglich der Volksinitiati-
ve zur Abschaffung der Sonderjagd – diese Entscheidung,
sie liegt beim Grossen Rat,
bei unserem politischen Parlament, und nicht beim BKPJV,
beim Jägerparlament. Aber
dennoch: Das klare Votum der
DV von heute ist nicht anders
zu interpretieren, als dass die
Bündner Jägerinnen und Jäger
in der Abschaffung der Sonderjagd keine Lösung sehen,
um die Aufgabe der Jagd zu
erfüllen.
Zum Schluss seiner Rede
erklärte er: «Die Sonderjagdinitiative, sie bereitet mir als
politischem Vertreter unseres
Kantons, der für die Jagd und
den Wald zufällig in einem
und gleichzeitig politisch mit
zuständig ist, sehr ernsthafte Sorgen. Selbstverständlich
ist die jagdliche Aufgabe, die
wir hier bei uns in Graubünden zu lösen haben, auch anderswo nicht grundsätzlich anders. Die Jagd auf Rotwild in
den Wintereinständen im späten Herbst ist deshalb auch gar
kein ’Sonderfall Graubünden’.
Auch alle unsere Nachbarkantone und Nachbarländer kommen nicht umhin, die
Hirschbestände, die wegen der
in unseren Breitengraden immer länger werdenden Vegetationszeit stetig und leicht
wachsen, intensiv zu bejagen. Entsprechend dauert die
Jagdzeit auf Hirschwild bei
unseren Nachbarn St. Gallen,
Tessin und Glarus bis Mitte
Dezember, im Tirol bis Ende
Dezember und in Liechtenstein und im Vorarlberg sogar
bis zum 15. Januar.
Tarzisius Caviezel, Präsident
des SPW und Vorstandsmitglied JagdSchweiz
Er überbrachte die Grüsse
der Landschaft Davos (seine
Worte: «von der höchstgelegenen Stadt Europas oder dem
grössten Bergdorf der Welt»)
sowie des SPW und JagdSchweiz. Zum Thema Jagd erklärte er:
«Bei allen Modernisierungen und Veränderungen, der
ganzen Automatisierung und
Beschleunigung der Gesellschaft haben wir, liebe Jägerinnen und Jäger, uns unsere
Freude an der Natur und an der
Jagd nie nehmen lassen. Zu-
sammen dürfen wir eine Tradition pflegen, die über ein gewöhnliches Hobby hinausgeht
und deshalb auch mehr Verantwortung von uns verlangt.
Eine Tradition, die sich über
Jahrhunderte entwickelte, die
gelebt und geliebt, in ihrer
jüngeren Geschichte jedoch
auch oft kritisiert und hinterfragt wurde: die freie Volksjagd. Seien wir uns bewusst,
was für ein gewaltiges Privileg das ist und wahren uns
bei aller Kritik den Respekt
für einander, vor allem aber
die Freude am Jagen und die
Kameradschaft untereinander.
Zusammen stehen und zusammen gehören bedingt Engagement, zuweilen auch Zivilcourage und Zupacken. Das lässt
sich auch nicht einfach auf die
Verbandsoberen delegieren.»
Zur Erhöhung des Beitrages an den Dachverband JagdSchweiz äusserte er sich ebenfalls:
«Mit der beantragten Beitragserhöhung von 10 auf 15
Franken bekommen wir, liebe Jägerinnen und Jäger, eine
starke Stimme der Jägerschaft,
die beim Bund, vom eidgenössischen Parlament und von
den Naturschutzorganisationen gehört wird. Die Öffentlichkeitsarbeit und die Zusammenarbeit mit anderen
Organisationen dienen dazu,
den Nutzen der Jagd und die
Arbeit der Jäger zu erklären.
Nur so kann das Verständnis bei der nichtjagenden Bevölkerung verbessert, nur so
kann die freie Jagd auch künftig erhalten bleiben. Und nur
so werden unsere Nachkommen in hundert Jahren noch
die Jagd ausüben.»
ToPfi
Im Gespräch mit Robert Brunold, neuer Zentralpräsident
des Bündner Kantonalen Patentjägerverbandes
Robert Brunold, geb. 1969,
Treuhänder, Mitglied der Jägersektion Obersaxen, wohnhaft in Obersaxen, verheiratet,
zwei Töchter. Bündner Jägerprüfung 1989 und seither geht
er auf die Hoch- und Sonderjagd. Er betätigte sich bisher
als Chargenträger im Jägerverein Obersaxen, im Bezirk
II, in der Region Surselva sowie im erweiterten Zentralvorstand des BKPJV.
Was war die Motivation,
das Amt des Zentralpräsidenten zu übernehmen und welches werden deine Hauptaufgaben sein?
Seit ich aktiver Jäger bin
hatte ich entweder in der
Sektion, im Bezirk, der Region Surselva oder im Verband immer Chargen inne
und Verantwortung übernommen. Deshalb bin ich nach
reiflicher Überlegung zum
Schluss gekommen, für das
anspruchsvolle Amt des Zentralpräsidenten des BKPJV zu
kandidieren.
Ich möchte mich weiterhin für den Erhalt und die
Weiterentwicklung der freien
Bündner Patentjagd einsetzen. Nebst den statutarischen
Geschäften wird die Hauptaufgabe von mir und meinen
Vorstandskollegen sein, den
Verband und die Jagd vermehrt in der Öffentlichkeit zu
präsentieren. Wir müssen auch
im Kanton Graubünden vermehrt versuchen, offen über
die Jagd zu kommunizieren
und der Bevölkerung vermehrt
aufzeigen, was wir leisten, sowie die Wichtigkeit und Professionalität der Jagd darstellen und erklären.
Welche Veränderungen wird
es zukünftig in der Verbandsführung geben?
Durch die Möglichkeit, den
administrativen Aufwand zu
einem grossen Teil an das Sekretariat abzugeben, kann sich
der Vorstand mehr Zeit für die
Verbandsführung nehmen und
sich auf Themen wie Jagdpolitik, Öffentlichkeitsarbeit,
Medienpräsenz etc. konzentrieren. Weitere nötige Veränderungen werden sich im Laufe unserer Tätigkeit ergeben.
Mit überragendem Mehr
wurde durch die Delegiertenversammlung die Nein-Parole
gegen die Sonderjagdinitiative
beschlossen. Was wird der Verband deines Erachtens unternehmen müssen, damit auch
das Volk die Initiative ablehnt?
Unsere Aufgabe wird es
sein, dem Volk zu erklären,
dass das bisherige Zweistufensystem die beste Variante
ist (vor allem für das Wild),
die Rot- und Rehwildbestände dem Lebensraum anzupassen (was übrigens auch ein
Auftrag des Volkes an uns Jäger ist).
Wir müssen emotionslos
aufzeigen können, dass wir
mit einer Jagd, die im September und Oktober den ganzen
Abschuss erfüllen will, zu viel
in die Substanz des Standwildes eingreifen und Bestände,
welche erst Ende November
/ Anfang Dezember zuziehen, gar nicht bejagt werden
und nachher grosse Schäden
verursachen. Wir werden mit
sachlichen Argumenten gegen
Schlagwörter und emotionale Bilder ankämpfen müssen,
was immer schwierig ist. Für
den Abstimmungskampf werden wir auf verschiedene Partner wie z.B. die Forst- und
Landwirtschaft angewiesen
sein.
Die Sonderjagd stösst auch
bei einigen Jägern auf Ablehnung, es gibt sogar solche, die
sich aktiv an der Initiative beteiligten. Was gedenkt der Zentralvorstand zu unternehmen,
um auch bei diesen das entsprechende Verständnis für die
Sonderjagd zu wecken?
Solange von diesen Jägern
demokratisch gefällte Mehrheitsentscheide, wie sie an
der letzten DV gefällt wurden,
nicht respektiert werden können, wird es schwierig werden,
ein entsprechendes Verständnis für die Sonderjagd zu wecken. Ob es noch Gespräche
zwischen dem ZV und dem
Initiativkomitee geben wird,
kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.
Im 2013 wurde die Asylbewirtschaftung erweitert, um
mehr Hirsche zu erlegen. Dabei wurden Störaktionen in
den Wildasylen vorgenommen
und den Jägern die Möglichkeit geboten, Tiere von ausserhalb der Asyle gewisse Meter
ins Asyl zu erlegen. Bist du der
Überzeugung, dass dies zum
gewünschten Abschusserfolg
führt und dadurch in weniger Regionen eine Sonderjagd
durchgeführt werden muss?
Diese Massnahmen haben
im letzten Jahr zum Teil gewisse Erfolge gezeigt. Allerdings
werden diese Aktionen meiner
Meinung nach nicht dazu führen, dass in weniger Regionen
eine Sonderjagd durchgeführt
werden muss. Es hat höchstens
auf die Zahl noch zu erlegender Tiere einen Einfluss. Ob
die Aktionen mit der Asylbewirtschaftung auch nachhaltig
sind, wird die Zukunft zeigen.
Auf jeden Fall müssen
Massnahmen in Asylen vorsichtig angegangen werden
und die Auswirkungen müssen
beachtet werden. Da das Rotwild sehr lernfähig ist, wird es
auf längerfristige gleichbleibende Aktionen sehr schnell
reagieren.
Im Hintergrund sind sehr
viele Jäger gegen die Grossraubtiere. Welche Massnahmen gedenkt der Verband
unter deiner Führung zu ergreifen, um auch unter den Jägern eine gewisse Akzeptanz
der Grossraubtiere zu bewirken?
Wie klein oder wie gross
die Akzeptanz für die Grossraubtiere unter den Jägern ist,
ist für mich schwer zu beurteilen. Ich glaube, es hat auch
damit zu tun, ob das «eigene»
Jagdgebiet betroffen ist oder
nicht. Die Grossraubtiere lö-
Robert Brunold, neugewählter
Präsident des BKPJV, mit seiner
Gemahlin.
sen eben so viele Emotionen
aus wie die Jagd selber. Wenn
man das ganze sachlich und
ohne Emotionen betrachten
kann und will, dann ist auch
ein erster Schritt zu einer grösseren Akzeptanz gemacht.
Durch die Anwesenheit von
Grossraubtieren wird auf jeden Fall auch die Ausübung
der Jagd anspruchsvoller werden, da das Wild dadurch allgemein noch vorsichtiger
wird.
Die Jäger werden und dürfen meiner Meinung nach
auch die Frage nach der tolerierbaren Anzahl der Grossraubtiere in einem Gebiet stellen. Ich bin der Meinung, dass
auch bei diesen Wildarten eine
Bestandesregulation möglich
und nötig sein muss.
Weidmannsdank für das
Interview! Der «Schweizer Jäger» wünscht dir und dem neuen Zentralvorstand viel Erfolg.
ToPfi
Schweizer Jäger 7/2014
85
Sonderschau und Podiumsgespräch
an der HIGA in Chur
Bund und Kantone
GR
Am
Podiumsgespräch,
Ende Mai, anlässlich der Handels-, Industrie- und Gewerbeausstellung zum Thema
«Grossraubtiere in Graubünden – eine Gefahr für Jagdhunde?» zeigte sich einmal
mehr, dass die Fronten verhärtet sind. Man erhält den Eindruck, dass auf der einen Seite
die Prädatoren total abgelehnt
werden und auf der anderen
Seite will man mit allen Mitteln das Entwickeln und Ausbreiten der Populationen ermöglichen.
Leider kann man sich auch
nicht des Eindruckes erwehren, dass vor allem auf Seite
der Gegner keine Kenntnisse
über das Verhalten und die Lebensweise der Prädatoren vorhanden sind. Dies zeigte sich,
als Moderator Andreas Moser
bei einzelnen Behauptungen
sich erlaubte, an die Podiumsteilnehmer die Frage zu stellen, ob sie den Wolf oder Bär
in wildbiologischer Sicht kennen würden? Die Gegner wichen der Frage aus oder blieben eine Antwort schuldig.
Fest steht, dass ein Herdenschutz möglich ist, dieser jedoch einen massiven personellen und materiellen Aufwand
bedeutet. Auf Seite der Jäger
steht man den Prädatoren wohl
skeptisch gegenüber, aber eine
totale Ablehnung ist nicht festzustellen, man will abwarten,
was die Zukunft bringt.
Musikalisch wurde der Anlass durch die Jagdhornbläser
Falknis umrahmt. Herzlichen
Dank an den HIGA-Chef Marco Engel, an Florian Jörg, Leiter Sonderschau HIGA, und an
den «Schweizer Jäger».
Podiumsgespräch
Die HIGA führte im Rahmenprogramm das Podiumsgespräch «Grossraubtiere in
Graubünden – eine Gefahr für
Jagdhunde?» und die «Sonderschau Hund» durch. Als
Moderator amtete Andreas
Moser, Biologe SRF. Podiumsteilnehmer waren Benno Niggli, Landwirt und Grossrat,
Grüsch; Dr. Rudolf Helbling,
Lehrbeauftragter für Volkswirtschaftslehre HSG SG,
Obersaxen; Joggi Felix, Jäger und Schweisshundehalter,
Haldenstein; Rolf Hanimann,
Kantonstierarzt, Chur; Anita Mazzetta, Geschäftsleiterin
WWF GR, Chur; Dr. Georg J.
Brosi, Amtsvorsteher Jagd und
Fischerei GR, Chur; Fritz Keller, Juralaufhundezüchter und
Jäger, Trimmis; Jan Boner, Be-
ratung & Ausbildung Herdenschutzhunde, Landquart.
Die erste Frage des Moderators betraf die Einstellung der Podiumsteilnehmer
zu den Prädatoren in Graubünden. Der Bauernvertreter und Grossrat Boner sprach
sich klar gegen den Wolf aus.
Er bedeute eine erhebliche Gefahr für das Vieh und die Schafe. Anita Mazetta erklärte, der
Wolf sei eine Chance für die
Natur, ein Nebeneinander sei
möglich.
Die Hundehalter Felix und
Keller äusserten sich skeptisch. Für sie stellt sich die Frage, ob man die Jagdgebrauchshunde überhaupt noch für die
Schweissarbeit und für die
Niederjagd verwenden könne,
ob da nicht die Gefahr bestehe,
dass sie durch die Wölfe gerissen würden.
Auch Helbling äusserte
sich klar gegen den Wolf. Brosi meinte, dass durch die Anwesenheit des Wolfsrudels am
Calanda der Wildbestand abgenommen und das Verhalten des Wildes sich verändert
habe. Es habe aber auch eine
positive Seite. Der Wolf reisse vor allem krankes, schwaches und junges Wild. Der
Wolf treffe eine gute Auswahl
und sei sozusagen die Gesundheitspolizei.
Zum Herdenschutz erklärte Niggli, dass dieser zu aufwändig und kostspielig sei.
Die Alpen Graubündens seien weitläufig und man wolle die Herden, seien es Schafe
oder Vieh, «frei» laufen lassen. Dadurch sei es praktisch
nicht möglich, einen effizienten Herdenschutz zu betreiben. Boner, Herdenschutzspezialist, sagte, dass es für den
Herdenschutz keine einzelnen Lösungen gebe, man müsse vor Ort die jeweiligen Möglichkeiten klären. Sicher sei,
dass der Herdenschutz sehr
aufwendig sei, aber er sei sicher lösbar.
Mazetta stellte fest: «Wenn
die Landwirtschaft von Anfang an am Projekt ’Herdenschutz’ mitgearbeitet hätte,
wäre man weiter. Suche man
gemeinsam nach Wegen, wer-
Podiumsrunde zum Thema
Grossraubwild.
Die Hundeschau
stiess auf ein grosses
Publikumsinteresse.
86
Schweizer Jäger 7/2014
Hundeschau
Auf grosses Interesse
stiess die Hundeschau bei den
HIGA-Besuchern. Organisiert
wurde diese durch den Laufhundeclub Graubünden, unter
LU
der Leitung von Fritz Keller.
Die Schau zeigte ein Abbild
der vielen Hunderassen, die
in Graubünden für die Niederjagd und für Nachsuchen verwendet werden.
Einmal mehr erklärte
Christian Riffel aus Trimmis
mit viel Sachkenntnis die verschiedenen Jagdgebrauchshunde, deren Herkunft und deren Verwendungszweck.
Am Anfang der Hundepräsentation meinte Riffel: «Ja
meine Damen und Herren,
der Hund stammt vom Wolfe ab und der Mensch hat sich
durch entsprechende Züchtungen dessen Fähigkeiten für
einen vielseitigen Einsatz sich
zunutze gemacht.»
ToPfi
Wildbrethygiene –
ein wichtiges Thema
Im Restaurant Gfellen in
Entlebuch trafen sich die Luzerner Jäger zu einem Weiterbildungskurs zum Thema
Wildbrethygiene. Fast alle
Jagdreviere aus dem Kanton
Luzern waren an diesem Kurs
vertreten.
Pünktlich um 8 Uhr begann
am Samstag, 24. Mai 2014, der
Weiterbildungskurs zum Thema Wildbrethygiene. Organisiert wurde der Anlass durch
den Verband der Luzerner Jäger und stand unter dem Patronat der Abteilung Jagd und
Fischerei des Kantons Luzern.
Über hundert Jägerinnen und
Jäger aus dem ganzen Kanton
waren anwesend und die insgesamt 123 Jagdreviere waren
somit fast alle durch die Jägerschaft vertreten.
Das Kursprogramm stand
unter der Leitung von Christoph Bucher, welcher zu Beginn das Tagesprogramm bekannt gab und die Referenten
vorstellte. Der Kurs wurde
am Vormittag in drei Theorie-Teile aufgeteilt, mit den
Schwerpunkten der gesetzlichen Grundlagen, der Wildtierkrankheiten und einer anschliessenden Selbstkontrolle.
Roland Fischer, leitender
Tierarzt Fleischhygiene vom
Veterinäramt Luzern, erläuterte die gesetzlichen Grundlagen. Der Tierarzt stellte das
Tierschutzgesetz sowie die
Tierschutzverordnung genauer vor. Zudem informierte er
Roland Fischer, leitender Tierarzt Fleischhygiene vom Veterinäramt
Luzern, informierte zum Thema Schutz vor Seuchen, wie die Afrikanische
Schweinepest oder die Maul- und Klauenseuche.
die Kursteilnehmer zum Thema Schutz vor Seuchen, wie
die Afrikanische Schweinepest oder die Maul- und Klauenseuche.
Fischer zeigte auf, wie sich
eine solche Seuche ausbreitet
und wie schnell diese übertragen werden kann. «Vor allem
wenn mit Lebensmittel nicht
sauber umgegangen und gearbeitet wird, ist der Risikofaktor einer schnellen Verbreitung sehr gross und es kann
gefährliche Folgen haben.
Kranke Tiere dürfen auf keinen Fall in die Lebensmittelkette eingeschleust werden»,
betonte der FleischhygieneSpezialist.
Zusätzlich erklärte Roland
Fischer das Lebensmittelgesetz und seine Verordnungen
in Bezug auf die Verantwor-
tungen bei einer Schlachtung.
Insbesondere die Umsetzung
der Lebensmittelvorschriften
für die Jagd wurde genauer
behandelt. Die verschiedenen
Stufen von Töten und Erlegen, die Wildbretgewinnung
und das Inverkehrbringen von
Wild nahm man ins Visier.
Wildtierkrankheiten erkennen und beurteilen
Dr. Marie-Pierre Ryser vom
Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (WIFI) in Bern,
zeigte zum Thema Wildtierkrankheiten auf, was eine
Krankheit ist, wie man sie erkennt und wie eine solche klassifiziert wird. Zudem erklärte
sie, wie gesund oder krank definiert wird. Den Unterschied
zwischen was ist normal, gesund oder krank, brachte die
Schweizer Jäger 7/2014
87
Bund und Kantone
nehme sich, was er liebe. Seitens Brosi wurde eindringlich
gewarnt, Prädatoren zu füttern. Dies führe zu unnatürlichen Verhaltensweisen und
meistens erst dadurch zu Konflikten mit dem Menschen.
Fotos: Tobias Meyer
de man auch praktikable Lösungen finden. Hanimann findet den Herdenschutz mit
Hunden nicht ganz einfach.
Man müsse die Hunde selektieren und entsprechend ausbilden. Es dürfe nicht sein,
dass die Hunde Menschen und
andere Hunde beissen.
Zur Gefährdung von Wanderern und Hunden stellte Boner fest, dass auch der Wanderer eine Verantwortung
trage und entsprechend Rücksicht nehmen müsse, sei dies
bei Herdenschutzhunden oder
auch bei Viehherden mit Mutterkuhhaltung.
Zur Aussicht «Wie weiter
mit dem Wolf» erklärte Brosi,
dass es weiterhin eine Alpbewirtschaftung und den Tourismus geben werde. Man müsse
die Akzeptanz in der Bevölkerung finden. Ein Mittel könne auch die gezielte Regulierung des Wolfes sein. Ein
offizieller Eingriff in den Bestand verhindere vielleicht
auch eine allfällige Wilderei.
Hier sei aber das «Wie» zu
beachten. Wenn man in einen
Wolfsbestand eingreife, dürfe
man grundsätzlich nur Jungtiere dem Bestand entnehmen.
In der Publikumsrunde
wurde die Frage gestellt, ob
die Bauern mit Herdenschutzhunden auch den Sachkundenachweis erbringen müssten. Darauf antwortete Boner,
dass, wer heute einen Herdenschutzhund übernehme, den
Kurs auch besuchen müsse.
Ein Zuschauer stellte fest,
dass vor allem die Schafe in
der alpinen Zone Trittschäden hinterlassen, die zu enormen Erosionen führen können.
Auch stehe fest, dass Schafe verschiedene Krankheiten auf Wildtiere übertragen.
Hanimann als Kantonstierarzt erklärte, man unternehme sehr viel, um Krankheitsübertragungen zu vermeiden
und wolle durch verschiedene Massnahmen verhindern,
dass bereits kranke Tiere gealpt werden.
Leider blieb keine Zeit
mehr, auf den Prädator Bär
vertieft ein zugehen. Es wurde allseits festgestellt, dass der
Bär ein etwas «anderes» Problem darstelle. Er sei ein Wandergeselle, komme und gehe,
Philipp Amrein, Fachleiter Jagd und Fischerei (links), zählt die einzelnen
Punkte auf, was bei Unfall- und Fallwild zu beachten ist.
Tierärztin den Kursteilnehmern anhand von Bildern verschiedener Wildtiere näher.
«Bei einer Gesundheitsbeurteilung eines Wildtieres
muss der Faktor ’jahreszeitbedingte Veränderung’ bedacht werden. Zum Beispiel
ein schlechter Nährzustand
von Wild im Frühling bedeutet nicht, dass das Tier krank
ist. Denn es ist sehr wahrscheinlich auf einen strengen
Winter zurückzuführen, dass
das Tier mager ist. Das Gleiche gilt auch bei einem Fellwechsel. Beobachten, wie
sich das Tier verhält, ist also
vor dem Abschuss grundlegend, um beurteilen zu können, ob tatsächlich ein Krankheitsverdacht vorliegt», so Dr.
Ryser. «Die wichtigsten Informationen bei einer allfälligen
Krankheit liefern aber die Organe und deshalb ist die richtige Reihenfolge bei der Zerlegung einzuhalten. Bei einer
büchern und auch eines Freiburger Jägerhandbuches. Der
vielseitige Familienvater hält
unterschiedliche
Fachreferate und ist in Projekten der
Schweiz, betreffend Wildbretverwertung und Qualitätslabel
tätig. Die Luzerner Jäger durften also von einer weiteren
versierten Person lernen.
Volery zeigte die Aufbrechtechniken in der Praxis an
einem Damhirsch auf und vermittelte, wie wichtig die Produktions- und persönliche Hygiene sei. Ebenfalls erläuterte
er «die 13 Gebote» in Bezug
auf die Wildbrethygiene.
In einem weiteren Posten
hielt Philipp Amrein, Fachleiter Jagd und Fischerei, ein Referat zum Thema Unfall- und
Fallwild. Er sensibilisierte die
Jägerinnen und Jäger darauf,
was im Speziellen bei Unfallwild in Bezug auf Hygiene
und Ansteckungsgefahr von
Krankheiten zu beachten ist.
Untersuchung der Organe sind
Farbe, Form und Beschaffenheit ein Hauptkriterium», ergänzte die Fachärztin.
Praxis und Arbeitstechnik
Am Nachmittag galt es, die
Theorie in die Praxis umzusetzen. Ein Damhirsch wurde
vom Freiburger Philippe Volery fachgerecht aufgebrochen.
Volery ist seit 1995 als Berufsschullehrer an der Gewerblichen und industriellen Berufsfachschule (GIBS) in Freiburg
mit einer Grundausbildung als
Koch und einer Weiterbildung
als Restaurateur, diplomierter
Küchenchef, Berufsfachlehrer und Fleischkontrolleur tätig. Zudem gilt er als «angefressener» Jäger, wie er selber
bekräftigte.
Zusätzlich ist Philippe Volery Verantwortlicher der Jägerausbildung beim Freiburger Jägerverband, Projektleiter
und Autor von diversen Fach-
«Vor allem bei der Bergung
von Unfallwild ist es zudem
sehr wichtig, die eigene Sicherheit in Betracht zu ziehen
und die verkehrstechnischen
Gefahren sicher zu beurteilen
und abschätzen zu können»,
bekräftigte Amrein.
Nach einer Synthese und
einem kurzen Test ging der
sehr lehrreiche Weiterbildungskurs dem Ende entgegen
und die Jägerinnen und Jäger
machten sich auf den Heimweg, beziehungsweise trafen sich da und dort zu einem
gemeinsamen «Schlummertrunk». Dabei nutzten sie die
Zeit zum Fachsimpeln und
widmeten sich dem Jägerlatein.
Romana Meyer-Stöckli
Fotos: Tobias Meyer
Bund und Kantone
Dr. Marie-Pierre Ryser vom Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (WIFI)
in Bern, erklärt die wichtigsten Details zur Erkennung von Krankheiten bei
Organen. Hier anhand einer Lunge.
Von der Theorie zur Praxis: Ein Damhirsch wird vom Freiburger
Philippe Volery fachgerecht aufgebrochen und er demonstriert verschiedene Aufbrechtechniken...
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Schweizer Jäger 7/2014
...anschliessend entnimmt er ein Organ nach dem anderen und gibt Tipps,
in welcher Reihenfolge man diese am besten entnimmt, ohne das Wildbret
unnötig zu verunreinigen. Denn Wildbrethygiene ist das oberste Gebot!
Weidmännische Feier zur
bestandenen kantonalen
Jagdprüfung 2014
Prominente Gäste beehrten mit ihrer Anwesenheit die
würdig gestaltete Feier zur
Übergabe der Fähigkeitsausweise an die Absolventen des
anspruchsvollen Jaglehrganges 2013/14 im Kanton Luzern. Die Zeremonie wurde durch die Jagdgesellschaft
Escholzmatt-Sonnseite
bei
ihrem Jagdhaus perfekt organisiert.
Mit festlichen Klängen eröffneten die Jagdhornbläser des gastgebenden Reviers
«Sonnsite» die zahlreich anwesenden Gäste, im speziellen
die drei Neujägerinnen und die
34 Neujäger, die nach mindestens 100 Stunden gemäss dem
Lehrgangheft die Jagdprüfung
des Kantons Luzern erfolgreich bestanden haben.
Erlerntes in die Praxis
umsetzen
Gemeindepräsident Fritz
Lötscher überbrachte die
Grüsse des Gemeinderates,
stellte interessante Eckpunkte der Gemeinde EscholzmattMarbach vor und lobte das
gute Einvernehmen mit den
acht Jagdrevieren innerhalb
der Gemeinde. Walter Stef-
Jagdpraxis aus dem Revier
Hermann Studer-Bieri, Mitglied der kantonalen Jagdprüfungskommission, stellte
mit interessanten Worten die
gastgebende Jagdgesellschaft
«Sonnsite» vor, der er als einer
der 14 Pächter angehört.
Kantonal gibt es 123 Reviere, deren acht in der Gemeinde Escholzmatt-Marbach. Das
Revier in der Escholzmatter
«Sonnsite» ist ca. 1480 Hektaren gross und reicht von 800
bis 1200 Meter über Meer. Typisch sei auch, dass in diesem
Revier zehn Jäger wohnen und
sieben von insgesamt 14 Pächtern zugleich Grundbesitzer
von Land und Wald sind. «Wir
jagen also zum Teil auf eigenem Grund und Boden», sagte Studer.
Walter Steffen, Präsident Revierjagd
Luzern, gratuliert allen Neujägerinnen und Neujägern.
Prüfungspräsident Otto Holzgang
überreicht den Jagdfähigkeitsausweis seinem Vorgesetzten,
lawa-Dienststellenleiter Christoph
Böbner (rechts).
Speziell widme man sich
der Ausbildung guter Jagdhunde. Das Gesellige pflege
man traditionell, unter anderem auch mit Jagdhornblasen
in der Jagdhornbläsergruppe
Hubertus.
del, können Leute – vornehmlich aus städtischen Regionen
– eine jagdliche Nutzung nicht
mehr verstehen, was wiederum
in neuen gesetzlichen Anforderungen ihren Ausdruck finde.
Holzgang forderte die jungen
Jäger auf, stets mit Selbstverantwortung zu jagen und mit
gutem Beispiel voranzugehen.
Gesellschaftlicher Wandel
«Stets muss die Praxis auf
guter Theorie beruhen», zitierte Otto Holzgang als Präsident
der Prüfungskommission Leonardo da Vinci und ergänzte,
dass auch die Jagdpraxis einem
steten Wandel unterworfen sei.
So könne sich der Lebensraum
für Wildtiere durch Naturereignisse oder durch «neue Mitspieler, wie die Grossraubtiere» verändern. Bedingt durch
den gesellschaftlichen Wan-
Foto: Gody Studer
Alle Absolventen des
Jagdlehrganges 2013/14.
fen, Präsident Revierjagd Luzern, gratulierte den erfolgreichen Prüfungsabsolventen und
ermunterte alle zu einer vorbildlichen Jagdausübung, weil
dies die beste Öffentlichkeitsarbeit sei. «Sucht den Kontakt
zur nichtjagenden Bevölkerung», sagte der Präsident des
Dachverbandes aller Luzerner
Jäger, «denn nur mit gegenseitiger Toleranz ist eine tragfähige und lösungsorientierte
Gesprächsbasis möglich.» Er
spornte alle Neujäger an, das
erlernte Wissen in die jagdliche Praxis umzusetzen.
Fotos: Gody Studer
37 Grünröcke erhielten
ihren Jagdfähigkeitsausweis
www.schweizerjaeger.ch
Würdevoller Übergabeakt
Die drei jungen Jägerinnen
und die 34 Neujäger durften
nachfolgend ihren Jagdfähigkeitsausweis und ein von der
Sektion Entlebuch gesponsertes Schneidbrett aus Bergahorn mit einer WollschweinWurst als Andenken entgegen
nehmen. «100% aus dem
sonnseitigen Ballenbachtal»,
wurde betont. Otto Holzgang
überreichte die Urkunde jedem Absolventen mit einer jeweiligen persönlichen Würdigung zu jedem Neujäger.
Aussergewöhnlich
war,
dass Holzgang als Abteilungsleiter von Natur, Jagd und Fischerei seinem Chef, lawaDienststellenleiter Christoph
Böbner den Jagdfähigkeitsausweis überreichen konnte.
Böbner dankte anschliessend
im Namen aller JagdlehrgangAbsolventen den Organisatoren und Ausbildnern.
Bei einem feinen Aser nahm
die gelungene Feier weidmännisch ihren Abschluss.
Gody Studer
Schweizer Jäger 7/2014
89
SG
Jäger haben
nie ausgelernt
Erfolgreiche St.Galler Jagdprüfung 2014
Der Freitag, der 13. Juni
2014, wird 40 Männern und
Frauen in Erinnerung bleiben. Sie bestanden die St.Galler Jagdprüfung und erhielten
anlässlich der Prüfungsfeier
im Landwirtschaftlichen Zentrum Salez ihren Jagdfähigkeitsausweis.
40 Personen waren 2014 zu
den Theorieprüfungen angetreten, 35 davon bestanden in
allen Fächern und vier Personen können nächstes Jahr die
nicht bestandenen Fächer wie-
ZG
Die glücklichen und erfolgreichen
Absolventinnen und Absolventen
der St. Galler Jagdprüfung.
zeptiert ist und das Jagen Ihnen und uns allen weiterhin
Freude bereitet», mahnte Dominik Thiel.
Amt für Natur, Jagd und
Fischerei St. Gallen
Die erfolgreichen Kandidatinnen und Kandidaten
Virgil Aliesch
Katharina Amacker
Reto Bless
Urs Bless
Remo Boltshauser
Marcus Dintheer
Franco Freuler
Johann Ulrich Frey
Thomas Giger
Patrick Gloudie
Gmür Norbert
Roman Hinder
Kevin Inauen
Martin Inauen
Fabio Jud
Manfred Jud
Mario Kohler
Roman Kohler
Jeannine Kolb
Hannes Kundert
Christian Kuratli
Tobias Landolt
Jan Liebelt
Ueli Lutziger
Enrico Mattiello
Kurt Naef
Christian Renz
Urs Schönenberger
Emanuel Schwarz
Ralf Strauss-Bostelmann
Mathias Thür
William Tischhauser
Renaldo Vanzo
Ulrich Von Aarburg
Basil von Ah
Raphael Wenk
Marco Wildhaber
Andreas Zeller
Stephan Zimmermann
Simon Zürcher
Abschluss
Jagdlehrgang 2012–2014
Mit der feierlichen Übergabe der Jagdfähigkeitsausweise haben 20 von 24 Teilnehmenden den Jagdlehrgang
2012–2014 erfolgreich abgeschlossen. Die Jagd scheint
im Trend; verzeichnen zumindest in der Zentralschweiz die
Ausbildungskurse wachsendes
Interesse. Aber der Weg zum
Halali ist aufwändig und anspruchsvoll.
Im September 2012 haben
vier Frauen und 20 Männer
den fast zwei Jahre dauernden Zuger Jagdlehrgang begonnen. Im Kanton Zug werden Ausbildung und Prüfung
zur Jägerin/zum Jäger part-
90
derholen. Nur ein Absolvent
fiel in allen Fächern durch.
Sechs Kandidaten und Kandidatinnen stellten sich in ein
oder zwei Fächern den Nachprüfungen, wovon fünf im
zweiten Anlauf bestanden.
Mit einer Erfolgsquote von 88
Prozent ist die Jägerprüfungskommission sehr zufrieden.
Dominik Thiel, Leiter des
Amtes für Natur, Jagd und
Fischerei, überreichte gemeinsam mit Prüfungsobmann Alexander Arnold und
Rolf Domenig, Präsident Revierjagd St. Gallen, die Fä-
higkeitsausweise. In seiner
Ansprache lud er die neuen
Jägerinnen und Jäger ein, die
schönen Seiten der Jagd zu geniessen. Dafür müssten sie jedoch auch etwas leisten, dazu
lernen und ihr Können regelmässig beweisen. «Damit die
Jagd auch morgen noch ak-
Schweizer Jäger 7/2014
nerschaftlich durch den Patentjägerverein, eine kantonale Prüfungskommission und
das Amt für Wald und Wild getragen. «Die Zusammenarbeit
schafft Mehrwert», betont Peter Ulmann, Präsident der Prüfungskommission und Co-Leiter des Amtes für Wald und
Wild. «Die Ausbildung hat
einerseits starken Praxisbezug
und andererseits ist eine zeitgemässe und fachlich fundierte Wissensvermittlung sichergestellt.»
Auch Alfred Meier, Präsident des Zuger Kantonalen
Patentjägervereins, sieht die
Wissensvermittlung mit Pra-
xisbezug als Stärke des Zuger Lehrgangs: «Waffenkunde wird beispielsweise von
einem Büchsenmacher vermittelt, Wildkrankheiten von
einer Tierärztin. Wir streben
trotz Milizsystem eine hohe
Qualität der Ausbildung an.»
Zur Qualitätssicherung der
Ausbildung hat auch das 2012
mit dem Kursbeginn neu eingeführte, gesamtschweizerische Basislehrmittel «Jagen
in der Schweiz» beigetragen.
Der Wissensstoff, und das ist
bei der Jagd eine ganze Menge, ist darin attraktiv und gut
verständlich aufbereitet.
Jagd im Trend
Unter dem Titel «Junge wollen auf die Pirsch» berichtetet die «Zentralschweiz
am Sonntag» im März 2014
über wachsende Teilnehmerinnen- und Teilnehmerzahlen bei den Jagdausbildungen
in den Kantonen Zug, Schwyz
und Luzern. Die Anzahl von
24 Teilnehmenden am Zuger Lehrgang bedeutet für die
Lehrpersonen, die Prüfungsexpertinnen und -experten
und die organisatorisch Verantwortlichen eine echte Herausforderung.
Ob trendy oder nicht, die
Ausbildung ist anspruchsvoll
24 Jahre Prüfungsexperten
Mit dem Abschluss dieses Lehrgangs scheiden auch
zwei langjährige Mitglieder
der kantonalen Prüfungskommission für Jägerinnen und Jäger aus. Der Unterägerer Hans
Häusler und der Hünenberger
Ueli Eicher waren beide 1991,
also für insgesamt 24 Jahre, Mitglieder der kantonalen
Prüfungskommission für Jägerinnen und Jäger.
Hans Häusler hat die Themen Wildkunde und Wildkrankheiten geprüft, Ueli
Eicher die Themen Jagdkunde und Jagdhunde. Über 40%
der heute aktiven Jägerinnen
und Jäger sind von den beiden
Experten geprüft worden. Beide Experten haben über 150
Jagdprüfungen abgenommen.
Kaum eine Kandidatin oder
ein Kandidat wird die Prüfungssituation bei den beiden
Experten vergessen.
Bund und Kantone
und aufwändig. Vom Jagdrecht über Baumartenkenntnis, zur Hundeausbildung,
von den Hygienevorschriften zu den Wildkrankheiten
und der Wildtierbiologie, die
Ausbildung ist sehr breit und
verlangt Disziplin. Drei Personen sind im Laufe der Ausbildungszeit aus beruflichen
oder privaten Gründen ausgestiegen.
Trotzdem; die grösste
Hürde ist seit eh und je die
Schiessprüfung. Dort ist nicht
nur das Können gefragt, sondern auch die Gnade, der nervlichen Belastung am Prüfungsschiessen standzuhalten.
Die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen des Zuger
Jagdlehrgang 2012–2014 mit der Jagddirektorin (vlnr): Höskoldur
Hauksson, Andreas Ziswiler, Roger Gillmann, Priska Müller, Marco
Steiner, Anja Nussbaumer, Christoph Huth, Herbert Brunner, Marcel
Keiser, Samuel Bussmann, Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard,
Tom Rezny, Pascal Peter, Werner Brandenberg, Robin Bircher,
Adrian Zehnder, Martina Weber, Andreas Kaiser, Werner Limacher
und Armin Nussbaumer. (Es fehlt Michel Schneider.)
Ueli Eicher war dafür bekannt, die Kandidaten an der
Prüfung immer auch noch mit
dem Messer am Unfallwild
chirurgisch hantieren zu lassen. Hans Häusler seinerseits
hat die Artenkenntnis und das
Wildtierwissen der Prüflinge
jeweils anhand von Hunderten
Präparaten überprüft und auch
am Prüfungstag noch so manches «Aha-Erlebnis» hervorgerufen.
Mit Prüfungsausweis und
ermahnenden Worten zur
Jagdanmeldung
Die neu Brevetierten werden sich mit dem druckfrischen Jagdfähigkeitsausweis
umgehend für die im September 2014 startende Jagd anmelden; die Gesuchsfrist läuft.
Bei der Übergabe der Ausweise hat Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard als oberste
Jagdherrin den neuen Jägerinnen und Jägern ihre wichtigsten Anliegen mit auf den Weg
gegeben. «Neben Ihrem Respekt für die Natur und die
Wildtiere muss die Sicherheit
beim Ausüben der Jagd oberste Priorität haben», meint die
Regierungsrätin klipp und
klar. «Bei der Jagdausübung
teilen Sie die Natur mit zahlreichen Erholungssuchenden,
was grösste Umsicht und allerhöchste Verantwortungsbereit-
Die für die Jagdausbildung und -prüfung verantwortlichen (vrnl): Peter Ulmann,
Ruedi Bachmann, Bruno Baldegger, Hans Häusler, Oliver Häusler, Harald Frenademez,
Isabelle Zulauf, Peter Schön, Thomas Müller, Ueli Eicher, Jörg Rogenmoser,
Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard und Michael Peter. Es fehlt Alfred Meier,
Präsident ZKPJV.
Regierungsrätin Manuela WeicheltPicard überreicht Anja Nussbaumer
(l) den Zuger Jagdfähigkeitsausweis.
Unter den 20 erfolgreichen Absolventen des Lehrgangs 2012–2014
sind drei Frauen.
schaft erfordert. Ich vertraue
auf Sie und wünsche Ihnen
Weidmannsheil», verabschiedet Regierungsrätin WeicheltPicard die neuen Jägerinnen
und Jäger standesgemäss.
Direktion des Innern
Nach 24 Jahren als Jagd-Prüfungsexperten verabschiedeten
sich Hans Häusler (l) und Ueli Eicher (r) aus der Prüfungskommission für Jägerinnen und Jäger. Sie haben je rund 150
Zuger Jägerinnen und Jäger geprüft. Regierungsrätin Manuela
Weichelt-Picard bedankt sich für das grosse Engagement.
Schweizer Jäger 7/2014
91
Alex Hengartner
Abschied
24. Juni 1941 – 22. April 2014
Unser Freund und Jagdkamerad Alex ist am 22. April 2014 von uns gegangen.
Seine schwere Krankheit
hat ihm alle Kraft genommen und seinen ausgeprägten Lebenswillen allzu früh
besiegt.
Alex lässt uns traurig zurück mit seinen Worten:
«Behaltet mich so in Erinnerung, wie ich in den schönsten Stunden meines Lebens
bei euch war.»
Über 50 Jahre durfte ich
in seinem Freundeskreis
sehr viele dieser schönen,
unvergesslichen
Stunden
miterleben. Sei es auf der
Patentjagd in Appenzell
AR, auf der Gebirgsjagd in
der Schweiz und in Österreich
oder auf den verschiedenen
Jagdreisen im weiten Ausland.
Eine selten schöne Kameradschaft und Jagdethik hat
uns beseelt und zu unvergesslichen Erlebnissen geführt.
Die vielen Pirschgänge und
Aser-Freuden haben sich in
unsere Herzen geprägt und
werden uns für den Rest unseres Lebens begleiten.
Lieber Alex, die selten
grosse Trauergemeinde in der
Stadt Wil hat dir mit der wunderschönen Abschiedsfeier
für deine liebe Kameradschaft
herzlich gedankt.
Deiner Familie wünschen
wir alle viel Kraft und Trost
in dieser für alle sehr schweren Zeit.
Lieber Alex – die ewige Ruhe nach deinem grossen Leidenskampf sei dir gegönnt.
Ein fairer und guter Jäger ist von uns gegangen.
Mit einem herzlichen Weidmanns-Dank lässt du uns
alle zurück.
Dein alter Freund
Kari Zehnder
aushelfen und dort blieb er
auch seine ganze Dienstzeit.
Seit seiner Jugend führte Röbi den Schiesssport mit
grosser Leidenschaft aus. Den
Höhepunkt erlebte er im letzten
Jahr, wo er sich nach einer bestechenden Saison als Vereinsmeister 2013 des SV-Rothenbrunnen feiern lassen konnte.
Auch die Feuerwehr hatte
für Röbi einen grossen Stellenwert. Röbi spielte grossartig Theater, brachte für diverse Vereine und Gruppen
unzählige Rollen gekonnt auf
die Bühne.
Eine grosse Leidenschaft
war auch das Singen. Im Männerchor Scheid, aber auch privat, meistens aber ganz spontan erfreute er uns immer
wieder mit seiner schönen
Stimme.
Die grösste Passion war
für Röbi die Jagd und Fischerei. Schon früh als Mitläufer bei Papa Frank und später auch bei Rony, konnte er
im Jahr 1995 das Bündner
Hochjagdpatent sein Eigen
nennen. Seit ein paar Jahren hatte auch die Auslandjagd eine grosse Bedeutung. Im Schwarzwald und
in Tschechien konnte Röbi,
nebst dem Jagen, auch tolle
Freundschaften knüpfen.
Fast wichtiger als das Jagen war ihm das Drumherum. Das Kollegiale, die
Freundschaften und die Kameradschaft. Einfach zusammen sein und das eine
oder andere Gläschen trinken.
Am 26. Februar wurde
Röbi durch einen tragischen
Unfall viel zu früh aus dem
Leben gerissen.
Lieber Röbi, Weidmannsruh und danke für die vielen
schönen Stunden!
Bruno
Robert Frank
Feldis Veulden, 1972–2014
Am 16. Mai 1972 erblickte Röbi im Fontana Chur das
Licht der Welt. Er wuchs mit
seinen zwei älteren Brüdern
Bruno und Rony und Nachzügler Veith in einem alten
Haus mitten in Feldis, später im Cresta auf. Das «Haus
Cresta» blieb seine ganze
Kindheit und darüber hinaus sein Zuhause. Röbi war
stets ein aufgestellter, fröhli-
92
Schweizer Jäger 7/2014
cher Junge und seine gutmütige Natur bemerkte man schon
damals.
Er liebte das Skifahren und
die Verbundenheit zur Natur zeigte sich bei ihm schon
früh. Nach der obligatorischen
Schulzeit in Feldis und Rhäzüns absolvierte er eine Lehre
als Bäcker-Konditor in Thusis.
Die Lehre war eine harte und
entbehrungsreiche Zeit. Nach
ca. einjähriger Berufsfindung
kam Röbi wieder zurück nach
Feldis und fing in der Schreinerei als Handlanger an. Bald
einmal verlegte Röbi seinen
Wohnsitz nach Scheid.
Vor 13 Jahren trat Röbi bei
der Firma Bieler Teppichland
in Bonaduz eine Stelle als Bodenleger an. Diesem Job blieb
er bis zu seinem tragischen
Unfall mit ganzer Seele treu.
Die militärische Laufbahn
von Röbi verlief ziemlich einfach. Die Aushebung als Geb.
Füsilier war keine Überraschung. Im frühen RS-Stadium musste er in der Küche
Ordensbrüder des Internationalen St. Hubertus-Ordens
aus 13 Nationen trafen sich
vom 22.–25. Mai zu ihrem
jährlichen Restitutionsfest im
oberösterreichischen Kremsmünster.
Jagdorden mit langer
Tradition
Die Grundgedanken des
Sankt Hubertus Ordens basieren auf gut dokumentierten Überlieferungen aus dem
Jahre 1444. Das Archiv des
ursprünglichen Ordens fiel
einem Brand zum Opfer. Erhalten geblieben sind einige
künstlerisch
aufgearbeitete
Bücher. Graf Sporck belebte
nach den Türkenkriegen den
Ordensgedanken des Hubertus Orden und gründete 1695
in Kukus in Böhmen den Hubertusorden.
Er tat dies einerseits mit
dem Zweck, die alte Jagdkultur zu erhalten und zu ergänzen, anderseits den höfischen
Jagdexzessen- vor allem möglich durch die grosse Anzahl
an den damals modernen Waffen- entgegen zu treten und der
Jagd eine ethische Betrachtungsweise zu geben. Der Orden erlebte dann eine wechselvolle Geschichte und existierte
bis zum Ausbruch des zweiten
Weltkrieges.
Erst 1950 wurde in Österreich die Ordensidee am Restitutionsfest wieder aufgenommen und der Orden breitete
sich in vielen Ländern aus.
Anlässlich der diesjährigen
Feier an die Erinnerung der
Wiederentstehung des Ordens wurden am geistigen und
geistlichen Zentrum, dem Stift
Kremsmünster zu den bereits
bestehenden Ländern Belgien,
Deutschland Niederlande, Österreich und Schweiz neu die
USA, Kanada und Ungarn
in den Orden aufgenommen.
In einer eindrücklichen Feier nahm der Grossmeister des
Ordens aus vielen Ländern
neue Ordensbrüder auf und es
Ausland
Jagdorden
wird noch
internationaler
scheint, dass sich in noch mehr
Ländern der Ordensgedanken
breit macht und neue Balleien
(Ländergemeinschaften) entstehen werden.
Jagdliche Kleinode in der
Schweiz
Die Ballei Schweiz besteht
zurzeit aus 13 Ordensbrüdern,
die sich einige Male im Jahr
treffen, sei es zu jagdlichen
Fortbildungsanlässen oder zu
gesellschaftlich-freundschaftlichen Events. Kürzlich besuchten sie das Jagdschloss in
Landshut, wurden dort durch
eine exzellente Führung über
die Geschichte des Schlosses
und seine jagdlichen Schätze
eingeweiht und besuchten abschliessen die Jagdbibliothek.
DE
Feierlich wurden die neuen Ordensbrüder vereidigt.
Besonderes Interesse fand
die aktuelle Ausstellung zur
Freundschaft zwischen Hund
und Mensch. Sie vermittelt Einblicke in die Herkunft
und Geschichte der Jagdhunde. Die Ausstellung zeigt
sehr schön auf, wie Wolf und
Mensch zueinander fanden,
auf welche Weise der Mensch
das Wildtier zähmte, wie die
Jagdhunderassen entstanden
und was ein Hund alles lernen
muss, bis er seine Herrin oder
seinen Herrn auf die Jagd begleiten darf.
Interessierte Jäger finden
mehr Angaben über den Internationalen St. Hubertus-Orden
unter www.hubertus-orden.org
oder direkt beim Grossprior
der Ballei Schweiz, Tel. 079
688 03 01.
Werner Grond
Bleifreie Büchsenmunition
und Flintenlaufgeschosse
Als erstes deutsches Bundesland hat das nördlichste Land Schleswig-Holstein
– zwischen Nord- und Ostsee gelegen und an Dänemark
grenzend – jegliche Benutzung verbleiter Munition für
alle Jäger und alle Jagdarten
verboten. Die Entscheidung
mit nur einer Stimme Mehrheit des rot-grünen Landtags
(Sozialdemokraten und Grüne) gilt ab 1. April kommenden Jahres. Ab da darf nur
noch mit bleifreier Munition
mit Flinte und Büchse gejagt
werden.
Christdemokraten (CDU),
freie Demokraten (FDP) und
die Partei der Piraten sind
gegen das Verbot, sie sprechen
von einem Schnellschuss ohne
wissenschaftlichen Beleg. Die
Regierung sieht gesundheitliche Gefahren beim Genuss
von mit bleihaltiger Munition
geschossenem Wild. Die Op-
position übte Kritik, sprach
von «Schnellschuss», der Tierschutz bleibe auf der Strecke.
CDU, FDP und Piraten
führten an, dass bleifreie Munition nicht die gleiche Tötungswirkung wie bleihaltige
Geschosse habe, Tiere müssten länger leiden. Die CDU
kritisierte ein anderes Abprallverhalten, für die FDP hat
das Verbot «rein ideologische
Gründe» und führe zur Tierquälerei.
Für die mitregierenden
Grünen hat die deutsche Munitionsindustrie die Entwicklung verschlafen. Wissenschaftliche Untersuchungen
hätten gezeigt, dass sich Blei
beim Verzehr von Wild im
menschlichen Körper ansammelt, was allerdings nur die
halbe Wahrheit ist. Für Jagdminister Robert Habeck (Grüne) kommt es bei der schnellen
Tötung eines Tieres nicht auf
die Munition an, sondern darauf, wie gut man schiesst und
trifft. In den Landesforsten
werde bereits seit zwei Jahren
mit bleifreier Munition problemlos gejagt.
Der
Landesjagdverband
Schleswig-Holstein kritisiert
«eine völlig übereilte politische Entscheidung». Es sei
letztlich nicht abschliessend
geklärt, ob nicht durch die alleinige Verwendung bleifreier
Munition Mensch (Abprallverhalten) und Tier (Tötungswirkung) zusätzlich gefährdet
werden.
Das Fatale für die Jagd: Das
Verbot in dem nördlichsten
Bundesland könnte Vorbildwirkung für andere Bundesländer haben, wo dann auch
ein Verbot der Bleigeschosse
droht.
P.B.
Schweizer Jäger 7/2014
93
Die «Stiftung Wald, Wild
und Flur in Europa» fördert
seit 1991 die nachhaltige Nutzung der natürlichen Lebensgrundlagen und weidgerechtes
Jagen als wesentlichen Bestandteil europäischer Jagdkultur. Über 130 000 Euro
sind seitdem in Zuwendungen
für Projekte und Stiftungspreise ausgeschüttet worden.
Auf der Jahresversammlung (Konvent) des Stifters
«Landesgruppe
Deutschland im Orden der Silberne
Bruch» am 10. Mai 2014 im
Jagdschloss Springe wurde
der Verein Hirschmann als 17.
Preisträger mit der Antaiosmedaille und einem Preisgeld von
5000 Euro durch den Vorstand
der Stiftung Ulrich Prill, Hilden, ausgezeichnet. Die Antaiosmedaille symbolisiert in
Anlehnung an die griechische
Mythologie die Aufforderung
an uns Menschen, die Verbindung zur Natur zu bewahren,
um auch künftig bestehen zu
können.
Der seit über 120 Jahren
bestehende privatrechtliche
spezielle Jagdhundezuchtver-
Foto: Michael Stadtfeld
Ausland
Stiftungspreis und Antaiosmedaille
an Verein Hirschmann verliehen
Hannoverscher Schweisshund.
Preisübergabe mit Urkunde und Antaiosmedaille am 10. Mai 2014.Von links
nach rechts: Ulrich Prill (Stiftungsvorstand), Gunter Voss (Verein Hirschmann), Eckhard Elias (Stiftungsrat), Erich Schmidt (Stiftungsvorstand).
ein «Verein Hirschmann e.V.»
erhielt die Auszeichnung für
seine Verdienste um den Erhalt
und die Weiterentwicklung
der Rasse des Hannoverschen
Schweisshundes (Deutscher
Schweisshund).
Seine Förderung der gerechten Führung dieser Rasse
dient weid- und tierschutzgerechtem Jagen. Mit dem Hannoverschen Schweisshund haben die Mitglieder des Vereins
über Generationen dazu beigetragen, ein einmaliges und traditionsreiches jagdliches Kulturgut zu erhalten.
Der Verein erwarb und erwirbt sich diese Verdienste
in ganz Deutschland und im
europäischen Ausland, auch
als Gründungsmitglied des
Internationalen Schweisshundeverbandes (ISHV).
Der Preis wurde vom Vorstandsmitglied des Vereins,
Gunter Voss, Hemmingen,
entgegen genommen. Er bedankte sich für die materielle Förderung, besonders aber
ausdrücklich für die Würdigung der ideellen Arbeit der
Vereinsmitglieder als Beitrag
zu weidgerechtem Jagen. Das
Preisgeld wird der Verein in
seinem Fond für bei der Nachsuchenarbeit in Not geratene
Führer und Hunde verwenden.
Der Verein informierte die
Mitglieder des Konvents durch
Forstamtmann i. R. Wilhelm
Puchmüller ausführlich über
die Geschichte, die Zucht und
den Einsatz des Hannoverschen Schweisshundes.
Ulrich Prill, Vorsitzender
des Stiftungsvorstands
www.stiftung-wald-wildflur-in-europa.org
Promi-Jagd im Schwarzwildgatter sorgt für Empörung
AT
Antaiosmedaille
Der Künstler Walther Niedl (1910–
1999) schuf für die «Stiftung Wald,
Wild und Flur in Europa» die Antaios-Medaille, mit der herausragende
Aktivitäten im Sinne der Stiftungsziele ausgezeichnet werden. In kraftvoller Bildsprache mahnt er als eine
wesentliche Grundlage des menschlichen Seins an, stets die Verbindung
zur Natur zu bewahren. Sie bietet
dem Menschen grosszügige Spielräume zur nachhaltigen Nutzung
ihrer Schätze und Ressourcen. Die
Akzeptanz der dabei zu wahrenden
Grenzen wird zur zentralen Frage
des Überlebens.
94
Schweizer Jäger 7/2014
Eine Schwarzwildjagd in
einem 240 Hektar grossen Gatter, in dem neben den Sauen
auch noch Reh-, Muffel- und
Rotwild gehalten wird, empört
Österreichs Bürger. Wegen der
Jagd müssen sich Niederösterreichs Landesjägermeister Josef Pröll und seine Jagdfreunde schwerer Vorwürfe wegen
Tierquälerei erwehren.
Bei österreichischen Behörden wurden inzwischen
zwei Strafanzeigen, eine von
einem ökologischen Jagdverband, die andere von Tierschützern, erstattet. Die Behörden ermitteln.
Fotos des 240 Hektar grossen Gatterreviers in Kaumberg
in Tageszeitungen zeigen eine
Mondlandschaft mit geschälten Bäumen und abgefressenen Wurzelpartien. Die Vegetation wirkt abgestorben, alles
ist abgefressen. In dem viel
zu kleinen Gatter mit einem
zwei Meter hohen Zaun sollen 500 Wildschweine leben,
dazu Rot-, Reh- und Muffelwild. Ein Foto zeigte zwei riesige Futtersilos, mit denen die
Sauen gefüttert werden.
Eine Promi-Jagd brachte
das Fass zum Überlaufen. Eine
Gesellschaft von Ex-ÖVP-Fi-
nanzminister Josef Pröll, Waffen-Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly (bekannt aus
dem Eurofighter-Ankauf) und
hochrangigen Bänkern, bei
der 93 der Gattersauen erlegt
wurden, empörte. Nachbarjäger sprachen von Gemetzel,
berichteten von rund 60 angeschossenen Sauen, die erst
Tage später starben.
Obwohl etliche Jäger aus
dem Bezirk Lilienfeld die
Jagdmethoden strikt ablehnten, ist sich Jagdherr Pröll keiner Schuld bewusst.
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