Hundegesundheit

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Hundegesundheit
Damit nicht der Wurm drin ist …
Mag. med. vet. Silke Mlejnek
Tierklinik König GmbH
LABOKLIN GmbH&Co.KG
Fachbereich Allergologie und
Dermatologie
Fütterung
• Sollte immer der Rasse, der Größe, dem Alter und dem
Leistungsbedarf entsprechen!
• Hunde-Senior kein Welpenfutter und umgekehrt!
• Gebrauchshund, Sporthund, „Spaziergehhund“
• Welpe
• Laktierende Hündin
• Riesenrassen
• Spezielle Diäten für individuellen Gesundheitsstatus:
Gelenke, Herz, Leber, Niere, Allergie
• Vorsicht Kochen/Barfen: Mineralstoffe, Vitamine,
Fettsäuren und Spurenelemente ergänzen!
Richtig oder falsch?
Das Futter
• Hochwertiges Futter – Qualität
• Das teuerste ist nicht unbedingt das Beste!
• Vorsicht bei Futterzusatzstoffen (z.B.
Futterkalk)!
• Bekannte Hersteller: Royal Canin, Hill´s, Happy
Dog, Perro, Eukanuba, etc.
Wie entwurme ich richtig?
ENTWURMUNG
• hygienische Pflicht (Kinder!)
• oft mehrmalige Entwurmung notwendig
– 1. Entwurmung tötet adulte Würmer
– 2. Entwurmung tötet heranreifende Würmer
• Welpen haben v.a. Spulwürmer, Hakenwürmer
 Übertragung bereits im Mutterleib (pränatale
Infektion)
 Übertragung Saugakt (Spülwürmer,
Demodexmilben; postnatale Infektion)
SPULWÜRMER
(Askarididae)
Toxascaris leonina
Toxocara canis
Toxocara canis
Toxascaris leonina
•
•
•
•
Jungtierinfektion (Alter 2-3 Wo.)
Körperwanderung
große, gelbliche Würmer
3 Lippen am Vorderende
Symptome
• „Askaridenbauch“
• Kolikerscheinungen
• aufgeblähter, druckempfindlicher
Bauch
• schleimig-blutiger Durchfall
• +/- Erbrechen (bei hohem
Verwurmungsgrad können sogar
Würmer erbrochen werden!)
• Abmagerung, Kümmerer
• Entwicklungsstörungen
• struppiges Haarkleid
HAKENWÜRMER
(Ancylostomatidae)
Uncinaria stenocephala
Ancylostoma caninum
• eher selten
• Jungtierinfektion (Alter 2-3 LWo.)
• Körperwanderung
Hygienemaßnahmen
• Beseitigung Kot
• gründliche mechanische Reinigung von
Hundestallungen und Ausläufen
• Abtötung der Würmer bei > 70°C
• keine Kontamination öffentlicher Anlagen und
Kinderspielplätze mit Hundekot
• Regelmäßige Entwurmungen!
• Entwurmen von schwangeren und säugenden
Hündinnen!
Entwurmungsschema
• trächtige Hündin
– während Läufigkeit
– 10 Tage vor der Geburt
– 14 Tage nach der Geburt (gemeinsam mit Welpen)
• Welpen
– 14. Lebenstag
– Danach alle 2 Wo. (bis Abgabe der Welpen)
– nach 1-2 Wochen beim neuen Besitzer nochmalige Entwurmung
• Generell: 4 mal jährlich (Jagdhunde ev. noch öfter)
• Optimal: 2 Wochen vor Schutzimpfung
Präparate (Bsp.)
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•
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•
Flubenol®- Paste
Panacur®- Paste
Banminth® - Paste/Tabletten
Drontal Plus® - Tabletten
Welpan® - Suspension
Milbemax ® - Tabletten
Profender ® - Tabletten
Dolpac ® - Tabletten
CAVE Paste: ideal für Welpen,
aber keine Schutzwirkung
gegen Bandwürmer!
weitere Parasiten
• Bandwürmer
• Peitschenwürmer
• Ektoparasiten (Zecken, Flöhe, Milben, Haarlinge,
Läuse)
• Lungenwürmer
• Kokzidien (Einzeller)
• Giardia
Impfung
IMPFUNG
• unverzichtbare prophylaktische Maßnahme
• Welpen keiner Infektion aussetzen, wenn
noch nicht vollständig geimpft
• Hund muss gesund sein
• Entwurmung im Idealfall 2 Wochen vorher
• Abstand zwischen 2 Impfungen: 3-4 Wochen
• wichtig: Impfung nach 1. Jahr (Abschluss GI)
• Schutzwirkung von Impfungen zeitlich
begrenzt
 Wiederholungsimpfungen in
regelmäßigen Abständen
IMPFUNG
= Auseinandersetzung des Organismus mit
abgeschwächten od. abgetöteten Erregern
• Bildung von schützenden Antikörpern und Helferzellen
(Erinnerungszellen, memory cells)
• mit Kolostrum/Muttermilch auf Welpe übertragen
• Welpe nach Geburt geschützt
• Schutz hält aber nur wenige Wochen
• Jungtiere durch Impfung zu Bildung eigener
Schutzstoffe (Ak) angeregt
IMPFUNG
CORE
NON-CORE
Staupe
Zwingerhusten
Parvovirose
Herpes
Tollwut
Borreliose
Corona
HCC
Piroplasmose
Leptospirose
NICHT AUJESZKY !!!
IMPFSCHEMA UNI
Wochen
6.
CPV
(x)
x
x
x
x
1-3J.
CDV
(x)
x
x
x
x
1-3J.
CAV
x
x
x
x
1-3J
Lepto
x
x
x
x
max. 1J
x
x
x
1J
Tollwut
8.-9. 12. 16. (18.)
Boost
TOLLWUT
(Rabies, Lyssa)
STAUPE
(Canine Distemper)
HEPATITIS
CONTAGIOSA
CANIS
(Infektiöse
Hepatitis)
PARVOVIROSE
INFEKTIÖSE
WELPENSTERBLICHKEIT
(Herpesvirus)
Impfprophylaxe
Infektiöse Welpensterblichkeit
• passive Immunisierung
– trächtige Hündin
• 1.Impfung: zwischen 1. Tag der Läufigkeit bis 10. Tag
nach Decktermin
• 2. Impfung: 1-2 Wo vor Geburtstermin
• jede Trächtigkeit wiederholen
• Welpen: maternale Antikörper über Muttermilch
– Neugeborene
• Immunseren von gut immun durchseuchten Hunden
Impfschema Hund
5.-6. Woche
immunologische Lücke
6. Woche
Nobivac Puppy
9.-10. Woche
7er Impfung (Canigen7)
12.-14. Woche
Auffrischung 7er +/- T
16.-18. Woche
Tollwut Auffrischung
Frühjahr (Feb./März) Borreliose (2 GI, 4 Wo)
Piroplasmose: Hund nüchtern, 2 GI, 4 Wo
Abstand
Borreliose
•
•
•
•
Eine durch Zecken übertragene Erkrankungen
Impfungsmöglichkeit beim Hund
Mensch: nur FSME-Impfung, Hund nicht
Symptome: wechselnde Lahmheiten, Fieber,
Arthritis (Gelenksentzündungen)
• Prophylaxe:
- Impfung
- Antiparasitika
Babesiose/Piroplasmose/
“Hundemalaria“
• Aktive Immunisierung der Hunde gegen die durch Babesia
canis verursachte Piroplasmose (lebensgefährliche
Erkrankung)
• Erstimpfung: 2 Injektionen im Abstand von 3-4 Wochen ab
einem Alter von 5 Monaten (nach anderen Grundimpfungen)
• Wiederholungsimpfungen: Jährlich oder halbjährlich, je nach
epidemiologischer Situation
• Impfstoffe: Pirodog (Merial),
Nobivac Piro (neu)
• Nüchtern (12h) und ca. 10 Tage entwurmt vor Impftermin!
• Überträger: Auwaldzecke (Dermacentor r.) und braune
Hundezecke (Rhipicephalus s.)
• Empfehlenswert für „reisende“ Hunde und Epidemiegebiete
Tollwut jährlich impfen?
•
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•
•
•
Hunde im Wald, jagdlich geführte Hunde
Zuchthunde
Hunde, die auf Hundeplätze gehen
Ausstellungshunde
Polizei-, Bundesheer-Diensthunde
• Zwingerhusten?
• Leptospirose?
Läufigkeit
• 1. Läufigkeit: ab dem 6. - 12. Lebensmonat oder noch später (Rasse!)
• Hündinnen alle 6 – 7 Monate läufig
• Dauer: meist 3 Wochen
• Abschnitte: Proöstrus, Östrus („Stehzeit“), Metöstrus
(gravid, pseudogravid)
• blutiger Scheidenausfluss (Fluor) ≠ Regelblutung
Mensch
• Rüden: Pubertät ab 8. Lebensmonat (jederzeit
paarungsbereit)
Kastriert oder nicht?
• Hündin ist trotz Kastration attraktiv für Rüden
• Läufigkeitssymptome nach Kastration?
- Vaginitis
- Ovarian remnant syndrom (Restovar)
- Tumor Nebenniere, Eierstock oder Analdrüsen
- Hormonbestimmung: Östradiol, Progesteron, LH
(luteinisierendes Hormon)
• Auch für Hündinnen mit unbekannter
Vorgeschichte!
Kastration PRO
• ungewollte Schwangerschaft
dauerhaft verhindern
• Kein Pyometra-Risiko mehr!
• Kein Läufigkeitsstress mehr
• Auftreten von Brustkrebs im Alter deutlich minimiert
(zwischen 1.+2. Lfgkt)!
• Zeitpunkt: große Rassen erst nach der 1. Läufigkeit!
• In jedem Alter zwischen zwei Läufigkeiten
• Keine Scheinträchtigkeit mehr (Brustdrüsen
angeschwollen, Milch schießt ein, Nestbauverhalten,
Bemutterung von Spielsachen, Futterverweigerung)
Kastration CONTRA
• Hormoninjektionen/-implantate auch
möglich (nicht auf Dauer!)
• mehr Hunger – Risiko Übergewicht
• gezielte Fütterung und genügend Auslauf
• Harninkontinenz (Harnträufeln): im Alter, große
Rassen
• Fehlen der Geschlechtshormone Schwäche des
Blasenschließmuskels, behandelbar (Tabletten)
• „Welpenfell“: v.a. Langhaardackel, Irish Setter,
Spaniel, unerwünschtes längeres, wolligeres
Haarkleid
Kastration Rüde 1
• sexuelle Hyperaktivität (Stress: Hund + Besitzer)
• ständiger Paarungsdrang, Weglaufversuche,
Futterverweigerung, erhöhte Aggressivität (andere
Rüden), Aufreiten auf Gegenstände + Menschen auf
• Vorbeugung: Kastration (Vollendung 1. Lebensjahr)
bzw. jederzeit
• Beseitigung hormonbedingter + lästiger
Verhaltensmuster
• Sexualtrieb deutlich gedämpft
• Risiko für Prostataerkrankungen minimiert
(Prostatvergrößerung/-hyperplasie)
Kastration Rüde 2
• verhindert Entstehen von Hodentumoren
• Vorhautentzündungen werden seltener!
• Mögliche Nebenwirkungen beim Rüden: mehr
Hunger, Neigung zu Übergewicht
• restriktive Fütterung (Light-Produkte) und
ausreichendem Auslauf
• Problemfaktor ist meist männlicher Besitzer!
• Kryptorchiden=
Hunde mit
innenliegenden
Hoden sollten
unbedingt
kastriert werden!
Pro oder contra?
• Positive Effekte sind den möglichen
Nebenwirkungen wesentlich überlegen!
• Im Sinnes des Tieres und auch im Sinne des
Tierbesitzers
• Kastration: Entfernung von Hoden und Nebenhoden
bzw. von Eierstock und gesamter Gebärmutter
• Hündin Sterilisation (umgangssprachlich)
• Generell sollten Rüden wie Hündinnen, welche
nicht zur Zucht verwendet werden, aus
medizinischer Sicht kastriert werden!
Hormonzyklus
Ovulation
Östradiol ingravid
Östradiol gravid
Progesteron ingravid
Progesteron gravid
Luteinisierendes Hormon
Relaxin ingravid
Relaxin gravid
Präpartale Luteolyse
Geburt
Absetzen der
Welpen
Follikelphase
Später
Anöstrus
bis 3 Wochen
ProÖstrus
3-9
Tage
Lutealphase
Östrus
Diöstrus
3-9
Tage
Gravidität: 59-63 Tage
Anöstrus
15 - 265 Tage
Ingravid: 90-110 Tage
Ektoparasiten
•
•
•
•
•
Zecken
Flöhe
Milben
Haarlinge
Therapie:
Spot on Präparate oder
Sprays (Tierarzt!)
… was sie übertragen
• Flöhe: Bandwürmer
• Zecken:
- Babesien
- Anaplasmen
- Ehrlichien
- Borrelien
- FSME-Viren
- Mikrofilarien (Herzwurm)
- etc.
• Sandmücken: Leishmanien (CAVE Urlaubsreisen)
Hüftgelenksdysplasie
• HD = Hüftgelenksdysplasie
• Fehlbildung/Inkongruenz der Hüftgelenke
• Erbanlage, Ernährung, zu frühe (Über-)Belastung
• Hohe Ca/Phosphor-Verhältnis, Eiweiß
• Winkelmessung nach Norberg/Olsen
• entzündliche + degenerative Veränderungen
• Arthrosen, (Sub)-Luxationen
• Symptome: mühsames Aufstehen, häufiges
Liegen, schwankender Gang, „Bunny hopping“,
Belastungsschmerz, Bewegungsunlust, Muskelschwund, erschwertes Treppensteigen, etc.
Vergleich
Normal
Hüftgelenksdysplasie
Rasseprädisposition: Landseer, Labrador + Golden Retriever,
Deutscher Schäferhund, Cane Corso, Bernhardiner, Berner/Schweizer
Sennenhund, Rottweiler, etc.
Hüftgelenksdysplasie allgemein
• HD entwickelt sich in ersten 15 Lebensmonaten,
später verändert sich nur noch Ausmaß der Arthrose
• witterungsabhängig: schlechter bei Kälte + Nässe
• Verlauf abhängig von Schweregrad + Beanspruchung
(Bewegung, Gewicht)
• Diagnose: Röntgen in Narkose! (genau definierte
Lage)
• Kriterien: Geschlossenheit Gelenk (Oberschenkelkopf
+ Beckenpfanne), Winkel nach Norberg/Olsen (Tiefe
der Beckenpfanne) und entzündliche Veränderungen
Graduierung
• A = HD-frei: unauffällige Gelenke, NW ≥ 105°
• B = HD-Verdacht: Schenkelkopf oder Pfannendach sind
leicht ungleichmäßig + NW ≥ 105° ODER NW ≤ 105°, aber
gleichförmiger Schenkelkopf und Pfannendach
• C = leichte HD: Schenkelkopf + Gelenkpfanne sind
ungleichmäßig, NW ≤ 100°, leichte arthrotische
Veränderungen
• D = mittlere HD: Schenkelkopf + Gelenkpfanne sind
deutlich ungleichmäßig, Sub-Luxation, NW ≥ 90°,
arthrotische Veränderungen, auch Pfannendach
• E = schwere HD: auffällige Veränderungen, Luxationen,
NW ≤ 90°, Pfannenrand deutlich abgeflacht, Exostosen
Ellbogengelenksdysplasie
• Ursachen ähnlich HD: starke
Überbelastung, übermäßiges
Treppensteigen, energiereiche Fütterung
(„hochwertiges“ Welpenfutter oder
Zusatzfütterung von extra
Mineralstoffpräparaten), genetische
Prädisposition
• Auswärtsstellung der Vorderpfoten
• Rassen: Rottweiler, großer Schweizer
Sennenhund, Retriever
3 Erscheinungsformen ED
• OCD = Osteochondrosis dissecans:
Knorpelwachstumsstörung (zu
hohe Wachstumsgeschwindigkeit),
Schuppenablösung (FK!)
• FPC = fragmentierter Processus coronoideus
medialis: verknöchert spät, innerer Kronfortsatz der
Elle (4)
• IPA = isolierter Processus anconaeus (3),
verknöchert mit 16-20 Wochen, danach IPA, häufig
DSH
• Folgeerscheinungen: schmerzhafte Arthrosen
Allergie
= überschießende
Abwehrreaktion des
Immunsystems auf
an sich harmlose
Umweltstoffe
(Allergene)
(z.B. Pollen)
Symptome Allergie
• Juckreiz!
• Sekundär dann Hautveränderungen (Rötungen, Krusten,
haarlose Stellen, Pfoten schlecken, etc.)
• Alter bei 1. Auftreten: 6 Mo – 3 Jahre
• Ursachen: Flöhe, Hausstaub- und Futtermittelmilben,
Pollen und Futterbestandteile
• Meist Frühling/Sommer
Pollen!
• Bis Spätherbst
Floh!
• Ganzjährig
Milben, Futter!
• Diagnose: serologischer Allergietest zur Bestimmung der
Einzelallergene
• Therapie: allergen-spezifische Immuntherapie
(„Allergiespritzen“)
Futtermittelallergie
• Sichere Diagnose via „Ausschlussdiät“
(Eliminationsdiät)
• mind. 8 Wochen: 1 Kohlenhydrat + 1 Eiweiß
bzw. spezielle hypoallergene/hydrolysierte
Diät (Tierarzt!)
• 100%ige Konsequenz !!!
• Provokationsdiät
• Sensi-Test: serologischer Futtermitteltest
Futtermittelallergietest
• 16 Allergene
• IgE und IgG
• Allergene: Rind, Schwein, Lamm, Ente, Huhn,
Pute, Weizen, Soja, Gerste, Reis, Kartoffel,
Mais, Hafer, Kuhmilch, Eier, Fisch
• Erweitertes/exotisches Panel: Pferd, Strauß,
Rentier, Wildschwein, Amaranth, Hirse,
Kaninchen, Rothirsch
Immuntherapie
• Medikamente (z.B. Kortikoide): viele NW!
• Bei atopischer Dermatitis (= Allergie auf Gräser-, Kräuterund Baumpollen, Hausstaub- und Vorratsmilben) Therapie
der Wahl!
• Individuelle Behandlungslösungen (Grundlage Allergietest)
• Verantwortliche Allergene in steigenden Konzentrationen
und Intervallen subkutan (unter die Haut) injiziert
• Höhere Toleranz gegenüber Allergenen
• Erfolgsquote: > 75%
• Allergie nicht heilbar
Immuntherapie lebenslang!
• Allergie wird vererbt
Zuchtausschluss!
• Rassen: WHWT, Boxer, Retriever, Dalmatiner, DSH, etc.
Erste Hilfe beim Hund
Hausapotheke
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Zeckenzange
Pfotenschutz (Walker)
Elastische Binde
Dreiecktuch
2 Mullbinden
Leukoplast
Schere mit abgerundeten Spitzen
Pinzette
Kochsalzlösung (Augenspülung)
Keine Medikamente für Hund
Maulkorb
verwenden, die HumanHausarzt verschrieben hat!
Notfalltropfen (Bachblüten)
Kohletabletten (Durchfall, Vergiftung)
Kreislaufkontrolle
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Einfache Blutdruck- und Kreislaufkontrolle
Lid nach unten ziehen: Farbe Bindehaut (rosa)
Dunkelrot: hoher Blutdruck
Blass: niedriger Blutdruck, Blutarmut
Maul öffnen, Fingerdruck auf Zahnfleisch (Test
für kapilläre Füllungszeit)
• Schwierig bei pigmentierten
Schleimhäuten!
Puls- und Temperaturkontrolle
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Pulsmessung an A. femoralis (Oberschenkel Innenseite)
Norm: 80 – 160 pro Minute (Welpe bis 220)
Unregelmäßigkeit: respiratorische Sinusarrhythmie
15 Sekunden zählen – Ergebnis mal 4
IKT Hund: 38,0° – 38,5 ° großer Hund, kleine bis zu 39,0°
Digitales Fieberthermometer, rektal
Telefonnummer Tierarzt bzw. des
tierärztlichen Notdienstes immer mit
sich führen!
• Tierarzt vorher informieren!
• Ruhe bewahren!
Im Falle eines Notfalles
• Hund anleinen! Extremsituation!
• Tier steht unter Schock und kann oft unkontrolliert
panisch reagieren!
• Reihenfolge:
1. Atmung (Atemwege frei, Zunge vor!)
2. Puls
3. Ausschluss WS-Verletzungen
4. Stoppen von Blutungen
5. Versorgung offener Brüche Beatmung und Herzmassage dürfen
nur durchgeführt werden, wenn keine
6. Schockbehandlung
Atmung+Puls mehr vorliegen, und das
Tier ohne Eingreifen keine
Überlebenschance mehr hat!!!
Notfälle
• Bissverletzungen: IMMER tierärztliche Versorgung und Antibiotika hohes
Infektionsrisiko, Abszesse (BDSD-Syndrom)
• Autounfall: immer Gefahr Pneumothorax und
Lungenkontusion! (Bild)
• Schnittverletzungen: rechtzeitig zum Tierarzt, nur dann
chirurgische Versorgung möglich!
• Ballenverletzungen: IMMER chirurgische Naht (schlechte
Heilungstendenz)!
• Stockverletzungen: wenn möglich NICHT rausziehen!
• Besitzer: Druckverbände anlegen, Erstdesinfektion mit
Betaisodona (oder ähnlichem)!
Bedrohliche Blutungen
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•
•
Druckverband!
So sauber wie möglich!
Verbandsmaterial, Jacke, Halstuch, etc.
Nur, wenn kein Fremdkörper! Generell: FK NIEMALS
aus Wunde ziehen
Verblutungsgefahr!
• Abbinden umstritten: nicht länger als 2 h!
• Beißerei: Schütteln löst Haut großflächig ab, sieht
äußerlich meist nichts
Infektionsgefahr
Drainage + Antibiotika!
• Subkutanes Emphysem: „Knistern“ unter der Haut
Offene Brüche
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•
Gebrochener Knochen hat Haut durchtrennt
Hohes Infektionsrisiko (Osteomyelitis)!
Maulkorb – extrem schmerzhaft!
Bruch nicht bewegen!
Keine Schiene anlegen!
Hund auf unverletzte Seite legen
Bruch mit sauberem Tuch abdecken!
Hund warm halten – Schock (generell)!
Vergiftungen
• Für Laien schwierig zu erkennen – außer selber gesehen!
• Anzeichen unklare Vergiftung: starkes Speicheln,
Erbrechen, Reizung Augen- oder Maulschleimhaut,
Durchfall, Zittern, Schwäche, Kreislaufkollaps, Krämpfe,
Orientierungslosigkeit, nicht ansprechbar; Blut im
Erbrochenem, Stuhl oder Urin, Blaufärbung Zunge,
Atemnot, etc.
• Erstmaßnahmen: Probe Gift oder Erbrochenes,
Kohletabletten, nur nach Rücksprache Erbrechen lassen
(z.B. Salzwasser), keinen Beißkorb anlegen!
• Gift: Rattengift, Schneckenkorn, Säure-/Laugen (kein EB!)
Magendrehung
•
•
•
•
Lebensbedrohlicher Notfall, unbehandelt tödlich
Große Hunde mit tiefem Brustkorb
Pylorus (Magenausgang) dreht sich (Falte Röntgen)
Rassen: Deutscher Schäferhund, Dobermann, Doggen, Irischer
Wolfshund, Retriever, …
• Aufgetriebener Bauch, Erbrechenversuche meist 1-2 h nach
Fütterung
• Unruhe, Speicheln, Würgen, Atemnot,
Kreislaufzusammenbruch; rascher,
schwacher Puls, blasse Schleimhäute,
aufgetriebener Bauch!
• Auslöser für Magendrehung:
Stress, zu große Futtermengen, „falsches“ Futter bzw. die
Aufnahme von Dingen, die überhaupt nicht für den
Hundemagen gedacht sind (Katzenstreu) oder frisches
Brot (Gärung), Darmträgheit (alte Hunde), Toben und
Spielen nach der Fütterung (junge Hunde)
• Vorbeugung:
- Gesamtfutterration bei gefährdeten Rassen auf
mehrere Mahlzeiten aufteilen!
- Ruhepause nach Fütterung mind. 1 – 1,5 Stunden
- Einweichen von Trockenfutter minimiert Risiko
- Prophylaxe: präventive Gastropexie = Magen
wird vorsorglich an Bauchwand angenäht (meist
via Laparoskopie)
Adipositas
• Neueste Studien (USA, Europa +
Australien): 25 – 40 % der Hunde
• Eingeschränkte Aktivität (macht Gewichtsverlust
schwierig!)
• erhöhte Belastung von Herz und Atemsystem
• geringere Hitzeverträglichkeit
• Orthopädische Fehlfunktionen durch stärkere
Belastung der Gelenke (Osteoarthritis)
• Diabetes mellitus Typ 2 (Insulinresistenz)
• Anfälligkeit für andere Krankheiten: z.B.
Nierenschwäche, Bluthochdruck und Fettleber
Adipositas Ursachen 1
• übermäßige Aufnahme oder ein zu geringer Verbrauch
von Energie = positive Energiebilanz
• Fütterungsmethoden Tierbesitzer: Reste vom Tisch,
Leckereien, billiges Hundefutter, Häufigkeit!
• Halter übergewichtiger Hunde leiden häufig selbst an
Übergewicht!
• emotionale Faktoren: Futter ≠ Liebe (Schuldgefühle,
Übertragung eigener Situation auf Hund)
• Kastration
• Rasse (genetische Faktoren): Retriever, Beagles (!),
Bassets, Cocker Spaniel, Dackel, Shelties, Deutsche
Schäferhunde und Terrier
Adipositas Ursachen 2
• Gesundheitszustand des Tieres: Endokrinopathie (z.B.
Schilddrüsenunterfuktion, Nebennierenrindenüberfunktion), Gelenkprobleme, Herz-Kreislauferkrankungen,
Erkrankungen der Atemwege
• pharmazeutische Aspekte: z.B. Glukokortikoide,
Antikonvulsiva (Epilepsie-Medikamente), etc.
• Bei Gelenkerkrankungen, Atemwegs- sowie
Herzerkrankungen
Gewichtsverlust 1.
therapeutische Maßnahme!
Hunde mit einem optimalen
Gewicht leben länger als
Hunde mit Übergewicht!
Danke für die Aufmerksamkeit!

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