lesen - Brennerei Ziegler

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150 Jahre
Edelobstbrennerei Ziegler –
eine Erfolgsstory
Bewegte
Geschichte
im Familienbesitz der
Generationen Gebrüder Josef
und Matthäus Ziegler
bis 1985
1865
Gründung der Firma Ziegler in
Freudenberg durch Josef Ziegler
als Bierbrauerei mit Brennrecht
und Schankwirtschaft
I
1985
Übernahme durch Thomas
Ziegler Umwandlung der
Konsumbrennerei in eine
Edelobstbrennerei
Thomas Ziegler verkauft
Firmenanteile an die
Familie Willi Leibbrand
1991
Übernahme durch Hawesko - Ziegler investiert in eine neue
computergesteuerte Maischegäranlage sowie in eine neue
Brennanlage: Doppelbrennverfahren: Mehr Fruchterlebnis mit
moderner Technologie
1998
1992
Die Familie Leibrand
übernimmt das komplette
Unternehmen, Alain Langlois
wird zum Geschäftsführer
ernannt
2003
Eröffnung eines
Verkaufsshops in der
Brennerei
2015
150-jähriges
Firmen­
jubiläum
sommelier SPECIAL
Tradition und Innovation:
150 Jahre jung
Tradition ist ein Wert, der in unserer heutigen schnelllebigen Zeit immer stärkeres
Gewicht erlangt. Die Edelobstbrennerei
Ziegler blickt 2015 auf ihr 150-jähriges Jubiläum und kann damit eine umfassende
Geschichte in Sachen nobler Destillate vorweisen. Noch heute produziert Ziegler am
ursprünglichen Unternehmensgelände im
baden-württembergischen
Freudenberg,
inmitten der idyllischen Landschaft an der
Mainschleife nahe Miltenberg. Seit 1992 leitet mit Alain Langlois ein echter Genuss-Experte und Vertriebs-Routinier als Geschäftsführer die Edelobstbrennerei.
Gemeinsam mit Brennmeister Jürgen Marré
hat er seitdem stetig an der Qualitätsschraube weitergedreht und die Ziegler-Brände
in der Spitze der deutschen Genuss-Landschaft etabliert. Langlois ist als Vollblut-Vertriebsprofi immer viel „on tour“ und schätzt
dennoch die feste regionale Verbindung der
Brennerei Ziegler. Der aus dem Burgund
stammende Wein-, Spirituosen- und Zigarren-Fachmann Langlois macht sich übrigens
auch heute noch bei jeder Lieferung persönlich ein Bild von der Qualität des Obstes.
Der Untermain, eine milde und mediterrane
Region, ist die Heimat der Brennerei Ziegler. Freudenberg, an der Grenze von BadenWürttemberg und Bayern gelegen, lockt in
seiner Umgebung mit blühenden Kirschbäumen, breiten, naturbelassenen Uferpromenaden und in Sandstein gefassten
Weinbergen. In dieser Stadt nahm im 19.
Jahrhundert die Ziegler´sche Brennkunst
ihren Anfang. Herkunft und Terroir sind für
Ziegler daher auch heute noch maßgebliche
Größen.
Ohne diese traditionellen Werte zu vergessen, geht der Blick bei den Edelobst-Brennern in die Zukunft, denn auch die Innovation spielt eine Schlüsselrolle. Und so widmet
man sich bei Ziegler inzwischen längst nicht
mehr „nur“ den Obstbränden – auch Whisky
(seit 2008) und Gin (seit 2015) sind zu einem
festen Bestandteil des Sortiments geworden.
Und damit ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen, wie Brennmeister Jürgen Marré im Interview verrät. Ein wichtiger Schritt
in der Geschichte der Brennerei war in den
1980er-Jahren jedoch zunächst die Einführung des Edelbrandes Wildkirsch Nr. 1.
Kult und Legende:
Ziegler Wildkirsch Nr.1
15 Kilogramm Frucht für eine einzelne Flasche: Das Wort „Essenz“ ist für den Wildkirschbrand Ziegler Nr. 1 mehr als angemessen. Die Wildkirschen bieten zwar wenig,
aber dafür außerordentlich intensiv-aromatisches Fruchtfleisch. In Steinbrüchen, Hecken oder Wäldern wild wachsende Früchte
aus der Region werden von den „Zapfenpflückern“ in luftiger Höhe geerntet und
sorgsam verarbeitet. Auch für die Reifung
gibt das Ziegler-Team ihrer „Nr. 1“ Zeit – die
Lagerung des Auslesedestillats dauert meist
zwischen drei und fünf Jahren. Im Duft zeigen sich viel sortentypisches Fruchtaroma,
leicht blumige Anklänge und fruchtige Frische. Am Gaumen folgen dann ein glatter,
langer und eleganter Abgang, bei gleichzeitig weicher und milder Art, hocharomatisch
mit rassiger Kraft. Die Einführung der „Nr.
1“ war ein Meilenstein in der Geschichte der
Brennerei und der Türöffner in die Welt der
Sternegastronomie. Sein nunmehr 30 Jahren ist er der ganze Stolz der Edelobstbrennerei Ziegler.
Die Wilden: Drei Spitzen-Cuvées
Neben der Wildkirsche nimmt sich die Brennerei Ziegler natürlich traditionell auch etlichen weiteren Edelobstbränden an. Die Kategorien tragen dabei glücklicherweise sehr
prägnante Namen: So gibt es zum Beispiel
II
Das Beste aus
der Beere:
„Die Königlichen“
„Die Klassiker“ à la Williamsbirnenbrand
oder Waldhimbeergeist, „Die Spezialitäten“ etwa aus alten Sorten wie dem Gravensteiner Apfel, und „Die Fassgelagerten“
als spannende Spielwiese für Brände mit
Holzfassreife. Mit der Serie „Die Wilden“ ist
seit Kurzem ein neues starkes Trio dabei.
Wie der Name schon andeutet, spielen hier
Wildbirne, Wildpflaume und Wildsauerkirsche eine zentrale Rolle. Für die Variante
„Williams & Wildbirnenbrand“ kommen Williams Christ und Wildbirnen aus vier Ländern zusammen. Williams Christ Birnen aus
den Hochlagen des Wallis und Vinschgaues,
die besonders fleischig und fruchtig sind,
treffen auf kleine slowenische Williams
Christ Birnen aus der Gegend von Maribor,
die sehr saftig und fruchtig sind. Außerdem
kommt hier noch die Mostbirnensorte Saubirne aus der Steiermark zum Einsatz. Für
den „Zwetschge & Wildpflaumenbrand“
sind es in der feinen, herb-rauchigen Cuvée
steirische Wildpflaumen gemeinsam mit
fränkischen Plantagenzwetschgen. Saftige,
süß-säuerliche Burgenländer Sauerkirschen
III
vereinigen sich mit Wildsauerkirschen, die
von Zapfenpflückern im Odenwald geerntet
werden und ergeben den „Sauerkirsch &
Wildsauerkirschbrand“, der mit Kakao- und
Zimtaromen sowie edelen Marzipantönen
zur kirschigen Komplexität aufwartet.
Bei den Edelbränden
sind Kern- und Steinobst
also gesetzt, doch auch
besondere Beerensorten gehören für Ziegler zur umfangreichen
Obstbrand-Palette. Vier
hochklassige
Beerenbrände versammeln sich
unter der Reihe „Die
Königlichen“: Himbeere,
Holunder, Vogelbeere und
Schwarze Johannisbeere.
Jede davon fasziniert mit
ihrer ganz eigenen Charakteristik und hoher Qualität. In dieser Produktrange zeigt sich außerdem
einmal mehr, wie gut die
Brennerei auf ihre lange Zusammenarbeit mit
Obstbauern aus vielen europäischen Herkünften –
und aus der Region – bauen kann. Gearbeitet wird
für „Die Königlichen“ mit
Gartenhimbeeren vom
Plattensee, mit Wildholunder aus dem Rheingau,
schwedischen Vogelbeeren und Schwarzen Johannisbeeren aus Franken.
sommelier SPECIAL
Schätze aus dem
Felsenkeller
lons. Diese Brände haben einen
Alkoholgehalt von mindestens
47 %vol. und präsentieren sich
fruchttypisch dicht mit intensiver Fülle. Die edlen Destillate
werden bei Bestellung von Hand
direkt aus dem Glasballon in
die Ziegler-Karaffe gefüllt und
in einem aus Zinn gegossenen
Mantel mit Barockornamenten
verpackt. Im Keller befinden
sich übrigens Schätze bis zurück
in Jahrgänge wie 1924 (Wilde
Zwetschge) oder 1949 (Wildkirsch), auf Anfrage gibt es noch
viele mehr. —
Eine besondere Spezialität sind
schließlich die lange gereiften
Jahrgangsbrände aus dem hauseigenen Fasskeller der Brennerei
Ziegler, der seit der Gründung
1865 genutzt wird. Er diente früher schon der Brauerei als natürlicher Eiskeller, da der Sandstein im Sommer wie im Winter
eine konstante Temperatur hält.
Somit herrschen auch ideale
Bedingungen für die ruhige Reife der Raritäten in den Glasbal-
Interview mit Brennmeister Jürgen Marré
Edelobstbrennerei
Gebr. J. & M. Ziegler GmbH
Herr Marré, Sie sind mittlerweile seit rund 30 Jahren bei
der Brennerei Ziegler aktiv. Welches waren in der letzten Zeit aus Ihrer Sicht die wichtigsten Veränderungen?
Da gibt es einiges, was wichtig war: Besonders erfreulich
finde ich beispielsweise die Tatsache, dass wir viele junge
Leute für das Thema Brennerei begeistern konnten und
sich unsere Belegschaft deutlich verjüngt hat. Auch bei den
Konsumenten hat sich vieles geändert, durch das Internet
sind sie viel informierter geworden und wissen wesentlich
mehr über Brände als vorher. Es ist auch schön, dass wir als Brennerei vom Thema Obstbrand ausgehend immer offener geworden sind, etwa für Whisky und Gin.
Hauptstraße 26
97896 Freudenberg
Telefon: 0 93 75 / 92 88-0
Fax: 0 93 75 / 92 88-11
www.brennerei-ziegler.der
[email protected]
Was sind für Sie die entscheidenden Faktoren für einen hochwertigen Obstbrand?
Ich denke, über die handwerklich gute Produktion mit vollreifem Obst, schonender Verarbeitung, und kontrollierter, kühler Vergärung ist schon viel geschrieben worden – das
ist auch für uns die Grundlage. Davor kommt aber für mich das Thema Herkunft und
Lage, also das Terroir, ähnlich wie beim Wein. Wenn das Obst aus einer wirklich guten
Lage kommt, bemerkt man das sofort. Eine Schlüsselrolle nimmt neben allen handwerklichen und technischen Voraussetzungen vor allem die Sensorik ein, mit der wir letztlich
unsere Entscheidungen treffen. Ein enorm wichtiges Instrument ist meiner Meinung
nach auch die Reifung der Obstbrände. Hier braucht es ein feines Gespür, für den richtigen Zeitpunkt
In welchem Bereich des Brennens sehen Sie zukünftig noch großes Trendpotenzial?
Rum ist für mich ein sehr spannendes Thema: Viele Spirituosen-Fans sind inzwischen
von Cognac zu Rum gewechselt, und er passt
durch seine leichte Süße auch besonders zur
Zigarre richtig gut. Wir haben diese Entwicklung aufgegriffen und stellen gerade unseren
ersten Rum her. Ich bin schon gespannt, was
dabei herauskommt!
IV

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