Informationsblatt: Virusgrippe / Influenza

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Informationsblatt: Virusgrippe / Influenza
Virusgrippe / Influenza
Allgemeines
Influenza ist eine im Winter gehäuft auftretende Viruserkrankung, die bei typischem Verlauf durch
plötzlich auftretendes hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Beschwerden der oberen
Atemwege gekennzeichnet ist. Die schnelle Entwicklung der Symptome im Laufe weniger Stunden
und das oft schwere allgemeine Krankheitsgefühl ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur
einfachen "Erkältung".
Krankheitserreger
sind Influenza-Viren. Man teilt sie in die unterschiedlichen Typen A, B und C ein. Für den Menschen
bedeutsam ist der Typ A. Ihm gelang es vor vielen Jahren von den Vögeln auf den Menschen
"überzuwechseln". Seither sind einige seiner "Untertypen" nur für den Menschen krankmachend, andere
wiederum nur für die Vögel, wie z.B. das inzwischen berühmte H5 N1 Virus, Erreger der Vogelgrippe.
Das Schwein ist als einziges Säugetier für alle Untertypen empfänglich. Aus diesem Umstand und der
großen Wandlungsfähigkeit dieser Viren nährt sich die Sorge, dass beim zufälligen Zusammentreffen
eines Vogelvirus und eines Menschenvirus im Schwein ein völlig neuer Keim entstehen könnte. Gegen
diesen hätte dann noch kein Geschöpf auf der Welt Abwehrkräfte und die Gefahr einer weltweiten
Ausbreitung, einer Pandemie, wäre gegeben.
Beispielhaft hierfür ist die Schweinegrippe (Typ A, H1 N1), die sich in 2009 über die Kontinente
ausbreiten konnte, glücklicherweise aber meist sehr milde verlief.
Übertragungsweg
Ist hauptsächlich die Tröpfcheninfektion. Das heißt, dass die Viren beim Niesen, Husten und Sprechen in
Form feinster Tröpfchen freiwerden und auf dem Luftwege eingeatmet werden.
Von vergleichsweise geringer Bedeutung, aber gerade im Rahmen einer Grippewelle nicht zu
vernachlässigen, ist die Übertragung durch direkten Kontakt z.B. beim Händereichen oder Küssen.
Ansteckungsrisiko
Die Infektiosität ist sehr hoch. Während der jährlichen Grippewellen werden 10 bis 20% der Bevölkerung
infiziert.
Wer sich angesteckt hat, kann die Viren bereits 1 Tag bevor er erkennbar erkrankt ist, weitergeben.
Nach Auftreten der Symptome hält das Ansteckungsrisiko meist 3 bis 5 Tage an. Bei Kleinkindern
können sich diese Zeiträume verlängern.
Inkubationszeit
Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung beträgt 1 bis 3 Tage.
Krankheitsbild
Typisch sind
• ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit Fieber über 38,5 °C
• trockener Reizhusten, häufig mit Halsschmerzen
• Muskel- und/oder Kopfschmerzen
• häufig schweres allgemeines Krankheitsgefühl
Wie bei vielen anderen Infektionen, hängt die Schwere der Erkrankung nicht nur von Art und Menge
der Erreger, sondern auch von der Abwehrstärke des infizierten Menschen ab.
Kinder, alte Menschen, aber auch Personen mit chronischen Krankheiten sind deshalb besonders
gefährdet.
Komplikationen
sind zum einen die durch die Viren selbst hervorgerufene Lungen-, Hirn- oder Herzmuskelentzündung.
Zum anderen ebnen die Viren aber auch vielen Bakterien den Weg in den Körper, wodurch dann
bakterielle Entzündungen verschiedener Organe auftreten können.
Diagnose
Sie wird im Rahmen einer Grippewelle mit hinreichender Wahrscheinlichkeit meist anhand der
vorliegenden Symptome gestellt.
Im Einzelfall kann durch einen Abstrich aus dem Nasen-Rachenraum innerhalb weniger Stunden der
Virusnachweis geführt werden.
Therapie
Wie bei anderen Virusinfektionen erfolgt sie symptomatisch. Die nur gegen Bakterien wirksamen
Antibiotika werden eingesetzt, wenn entsprechende bakterielle Zusatzinfektionen vorliegen oder ein
schwerer Verlauf zu befürchten ist.
Seit einigen Jahren stehen Medikamente zur Verfügung, die eine Virusvermehrung wirksam verhindern
können. Diese setzt jedoch ihre Anwendung bis spätestens 48 Stunden nach Beginn der Symptome
voraus.
Vorsorglich kann (fast) jeder
sich gegen die Grippe impfen lassen!
Impfung
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sie ist sehr gut verträglich(nur bei der sehr seltenen Hühnereiweißallergie oder einer
akuten Erkrankung ist Vorsicht geboten),
der Impfschutz setzt nach ca. 14 Tagen ein,
sie muss alljährlich neu verabreicht werden,
eine banale Erkältung ist kein Hinderungsgrund,
sie ist nur gegen die Grippeviren, nicht gegen eine einfache Erkältung, wirksam.
Unbedingt geimpft werden sollte, wer.....
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ein chronisches Grundleiden hat, insbesondere auch Immunschwäche, z. B. HIV-Infektion
älter als 60 Jahre ist
in medizinischen Einrichtungen arbeitet, oder sonst
beruflich mit vielen Menschen Kontakt hat, insbesondere auch in Schulen und
Kindergärten
letzte Änderung: Juli 2015 / 5
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