Jahrbuch der Schweizer Hotellerie 2015

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Jahrbuch der Schweizer Hotellerie 2015
Jahrbuch der Schweizer Hotellerie 2015
Annuaire de l’hôtellerie suisse 2015
Jahrbuch der Schweizer Hotellerie
Annuaire de l’hôtellerie suisse
2015
Zu Gunsten der Leserlichkeit wird im vorliegenden Jahrbuch das
generische Maskulinum verwendet, welches auch weibliche Personen einbezieht.
Par souci de lisibilité, le masculin générique est utilisé pour désigner les deux sexes dans le présent annuaire.
Editorial
Sehr geehrte Leserin
Sehr geehrter Leser
Chère lectrice,
Cher lecteur,
Wie bereits im Vorjahr blickt die Schweizer Hotellerie auch
2014 auf ein positives Logiernächte­Resultat zurück. Die mas­
sive Aufwertung des Schweizer Frankens stellt die Hotellerie
allerdings vor gewaltige Herausforderungen. Als Reaktion da­
rauf ist die Branche gefordert, künftig noch mehr auf Inno­
vation, Qualität und Kooperationen zu setzen.
Comme l’année précédente, l’hôtellerie suisse affiche pour
l’année 2014 un bilan positif en nombre de nuitées. Mais la
forte valorisation du franc suisse place aujourd’hui l’hôtellerie
devant d’énormes défis. Pour y répondre, la branche est appe­
lée à miser encore plus sur l’innovation, la qualité et la coopé­
ration à l’avenir.
Einige Beispiele für innovative Lösungsansätze werden im Jahr­
buch der Schweizer Hotellerie präsentiert. Um das Jahrbuch
noch praxisnäher und leserfreundlicher zu gestalten, gibt es im
zweiten Teil neu zu jedem Themenblock konkrete Umset­
zungsbeispiele.
L’annuaire de l’hôtellerie suisse donne quelques exemples de
solutions innovatrices. Pour axer davantage l’annuaire sur la
pratique et le rendre encore plus agréable à lire, des exemples
concrets de mise en œuvre sont présentés dans la deuxième
partie pour chaque thématique.
Seit über einem Jahrhundert zeigen Hotelplakate, die im Zent­
rum des Bildkonzepts stehen, die Vielfalt des Schweizer Touris­
mus: Achtung vor der Natur, Spass bei Sport und Abenteuer als
Ausgleich zu kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten,
bodenständige Werte, die mit einem ausgesprochenen Sinn
für Modernes kontrastieren – oft mit einer Nasenlänge Vor­
sprung auf die Konkurrenz. Die Schweizer Hotellerie hat immer
wieder ihre Wandlungs­ und Erneuerungsfähigkeit bewiesen,
indem sie die Gäste in den Mittelpunkt stellt und Innovations­
kraft und Qualitätsstreben walten lässt. Sie hat diese zeitlosen
Herausforderungen in der Vergangenheit gemeistert und – da­
von sind wir überzeugt – wird dies auch in Zukunft tun.
Depuis plus d’un siècle les affiches des hôtels, au centre de
l’iconographie, sont autant d’indicateurs de la diversité du tou­
risme suisse : l’éloge et le respect de la nature, le plaisir de
l’aventure et du sport en contrepoint aux découvertes cultu­
relles et patrimoniales, la constance des valeurs helvétiques qui
s’entrechoquent avec le sens de la modernité, souvent en pré­
curseurs des concurrents. Les acteurs de l’hôtellerie suisse ont
su prouver leur capacité d’adaptation et de renouvellement en
mettant au centre leurs hôtes, avec le respect de la qualité et
le sens de l’innovation. Enjeux intemporels auxquels notre
branche a su répondre par le passé et, nous en sommes cer­
tains, saura y faire face dans le futur.
Wir wünschen Ihnen viel Spass bei der Lektüre und freuen uns
auf Ihre Rückmeldungen und Anregungen.
Nous vous souhaitons une agréable lecture et nous réjouissons
de recueillir vos réactions et suggestions.
Dr. Christoph Juen
Philippe Pasche
CEO hotelleriesuisse
Direktor Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit SGH
Directeur Société suisse de crédit hôtelier SCH
Inhaltsverzeichnis
Sommaire
2014 in Zahlen
2014 en chiffres
Wirtschaftliches Umfeld
Environnement économique
2014 – die Ruhe vor dem Sturm? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2014 – le calme avant le tempête? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Tourismuspolitischer Rückblick 2014 . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Rétrospective de la politique touristique 2014 . . . . . . . . . . 13
Der Tourismus als Querschnittsbranche . . . . . . . . . . . . . . . 16
Le tourisme – une branche transversale. . . . . . . . . . . . . . . 16
Angebot und Nachfrage
Offre et demande
Hotellerie im internationalen Vergleich . . . . . . . . . . . . . . . 19
L’hôtellerie en comparaison internationale . . . . . . . . . . . . 19
Entwicklung des Angebotes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Evolution de l’offre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Investitionen und Unterhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
Investissements et entretien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
Entwicklung der Nachfrage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
Evolution de la demande . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
Entwicklung der Preise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Evolution des prix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Arbeit und Bildung
Travail et éducation
Beschäftigung in der Hotellerie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Emploi dans l’hôtellerie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Bildungsmarkt in Bewegung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Le marché de la formation en mouvement . . . . . . . . . . . . 47
Aktuelle Forschungsthemen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
Thèmes de recherche actuels . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
Hotel-Benchmark
Benchmark hôtelier
Best Practice ERFA­Gruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Groupes EXPER – best practices . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Best Practice Löhne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
Salaires – best practices . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
Best Practice Wellness . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
Wellness – best practices . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
Inhaltsverzeichnis
Sommaire
Schwerpunktthemen / Thèmes principaux
Crowdfunding / Financement participatif
Crowdfunding – eine Option für die Hotellerie? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
Erfolg mit Crowdfunding im Tourismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
Best Practice: Maya Boutique Hôtel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
Finanzierungen / Financements
Swiss Hospitality Investment Forum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89
Potentiel d’innovation dans le financement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92
Best Practice: Alternative Finanzierungen für kleine Hotels . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95
Buchungs- und Bewertungsportale / Portails de réservation et d’évaluation
Zufriedene Gäste sorgen für starke Performance. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99
Qualitätsanalyse von Online­Bewertungsportalen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102
Best Practice: Mehr Direktbuchungen, weniger Kommissionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
Arbeitsmarkt / Marché du travail
Monitoring der Wirkungen des L­GAV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
111
Massnahmen gegen den Fachkräftemangel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
Best Practice: RIESCO, un programme d’intégration des réfugiés. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118
2014 in Zahlen
2014 en chiffres
Wirtschaftliches Umfeld
Environnement économique
Angebot und Nachfrage
Offre et demande
Arbeit und Bildung
Travail et éducation
Hotel-Benchmark
Benchmark hôtelier
Wirtschaftliches Umfeld
Environnement économique
CHRISTIAN L AESSER , PIETRO BERITELLI
CHRISTIAN L AESSER , PIETRO BERITELLI
IMP­HSG, Universität St. Gallen
IMP­HSG, Université de Saint Gall
2014 – die Ruhe vor dem Sturm?
2014 – le calme avant la tempête ?
Das Wirtschaftsjahr 2014 war geprägt von einer steigenden
Zahl von Wachstumsimpulsen, hoher Volatilität und Ungewiss­
heiten. Notenbanken versuchten, mit hoher Liquidität eine De­
flation abzuwenden, womit sie einen Abwertungswettbewerb
in Kauf nahmen. Mit der Aufgabe der Wechselkurs­Unter­
grenze des Euros zum Franken hat sich unsere Notenbank von
dieser Politik verabschiedet. Damit haben die Herausforderun­
gen für den Schweizer Tourismus zugenommen.
L’année économique 2014 a été caractérisée par une multipli­
cation des impulsions de croissance et par une forte instabilité
avec les incertitudes qui s’y rattachent. Les banques centrales
ont tenté d’écarter la menace déflationniste en injectant beau­
coup de liquidités – au prix d’une véritable course à la dévalu­
ation. En abandonnant le taux plancher de l’euro au début
2015, la BNS a rompu avec cette politique. Du coup, le touris­
me suisse s’est trouvé confronté à de nouvelles difficultés.
Weltwirtschaftlicher Rückblick
Rétrospective de l’économie mondiale
Sechs Jahre nach der Finanzkrise scheint sich die Wirtschaft in
den USA nachhaltig zu erholen. Die Gründe sind unterschied­
lich: Zum einen zeichnet sich ein Boom in der Förderung eige­
ner fossiler Energieträger ab. Dieser Boom vergünstigt Energie
und führt seit Kurzem auch zu einer Verlagerung von Arbeits­
plätzen ins Inland. Zum anderen hat die expansive Geldpolitik
(Quantitative Easing) der Federal Reserve der Wirtschaft wei­
tere Wachstumsimpulse verliehen und die wachstumsdämp­
fenden Sparanstrengungen der privaten Haushalte mindestens
teilweise kompensiert. Die Beendigung dieses Programms lässt
vermuten, dass die USA heute auf einem nachhaltigeren
Wachstumspfad sind als noch vor ein bis zwei Jahren.
Europa dagegen verharrt weiter nahe der Stagnation
(durchschnittliches Wachstum 2014 in der Eurozone: +0,8 Pro­
zent). Eine Ausnahme bilden Grossbritannien (Wachstum:
+3 Prozent) und die Schweiz (Wachstum: +1,6 Prozent). Der
letzte grosse Motor Deutschland (Wachstum: +1,4 Prozent)
scheint nach einem kurzfristigen Stottern – nicht zuletzt dank
der Euro­Abwertung – wieder ins Laufen zu kommen. Struktu­
ren harren in vielen insbesondere grossen Ländern wie Frank­
reich und Italien einer Reform und tragen zum Erstarren der
Wirtschaft bei (Wachstum in Italien und Frankreich 2014: –0,3
bzw. +0,4 Prozent). Im Süden Europas sowie in Frankreich
bleibt die Arbeitslosenquote weiterhin hoch bis sehr hoch
(bspw. Frankreich 11 Prozent; Italien 13 Prozent; Spanien
24 Prozent). Die Arbeitslosigkeit in der Gruppe der unter
Six ans après la crise financière, l’économie des Etats­Unis
semble retrouver durablement des couleurs, sous l’effet de
multiples facteurs : l’extraction de sources d’énergie fossiles
semble connaître un véritable essor, lequel induit une baisse
des prix de l’énergie et, depuis peu aussi, un transfert d’em­
plois vers l’intérieur du pays. D’autre part, la politique moné­
taire expansive (quantitative easing) de la Réserve fédérale a
créé de nouveaux stimulateurs de croissance et compensé, en
partie du moins, l’action freinante de l’épargne des ménages
privés sur la croissance. La fin de ce programme nous autorise
à penser que les Etats­Unis ont repris le chemin d’une crois­
sance plus durable qu’il y a un ou deux ans.
L’Europe peine par contre toujours à retrouver son souffle
et reste à un niveau de quasi­stagnation (croissance moyenne
en 2014 dans la zone euro : 0,8 %). Font exception la Grande­
Bretagne (croissance : 3 %) et la Suisse (croissance : 1,6 %).
Après quelques brefs toussotements, dus essentiellement à la
perte de valeur de l’euro, la locomotive économique allemande
semble repartir (croissance : 1,4 %). Dans beaucoup de pays, à
commencer par les grands pays tels que la France ou l’Italie, les
structures, qui ont besoin d’être réformées, contribuent à sclé­
roser l’économie (croissance –0,3 et 0,4 % resp.). Dans le sud
de l’Europe ainsi qu’en France, le taux de chômage demeure à
un niveau élevé, voire très élevé (France 11 % ; Italie 13 % ; Es­
pagne 24 %). On observe en outre une nette aggravation du
chômage des moins de 25 ans. Dans le sud de l’Europe, c’est
8
JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
25­Jährigen ist nochmals deutlich höher. Damit wächst im Sü­
den Europas eine ganze Generation ohne Arbeits­ und damit
Lebensperspektive heran. Die Verschuldung nimmt weiter zu.
Es scheint, dass die EU auch mit dem Ende letzten Jahres ver­
kündeten Wachstumsprogramm den Kurs nicht zu ändern ge­
denkt. Lichtblick in diesem Jahr war Irland, welches eindrück­
lich gezeigt hat, dass nach Jahren der mehrheitlich von aussen
aufgezwungenen Austerität die Zeiten auch wieder besser
werden können. In Griechenland dagegen wollen die Zeichen,
dass das Land nach einem Staats­Default nun doch die Euro­
zone verlassen könnte, partout nicht verschwinden.
Der Blick nach Osten hinterlässt einen gemischten Ein­
druck. Russland leidet unter der rasanten Abschwächung sei­
ner immer noch rohstofflastigen Wirtschaft (Wachstum 2014:
+0,6 Prozent). Manche glauben, dass sich hier die Geschichte
wiederholt: In den Achtzigerjahren leiteten nicht zuletzt die
fallenden Rohstoffpreise die wirtschaftliche Misere und dann
den politischen Umsturz in der damaligen Sowjetunion ein.
Der Rubel geriet deshalb zunehmend unter Druck, wobei das
Embargo der Währung zusätzlich zugesetzt hat (es kam zu ei­
ner Abwertung gegenüber dem US­Dollar um zwischenzeitlich
fast 50 Prozent).
Weiter nach Osten, und in China, wird versucht, der Wirt­
schaft mit einer immer noch hohen staatlichen Investitionstä­
tigkeit (v. a. in Infrastruktur) und verschiedenen Reformen bzw.
deren Ankündigung weitere Wachstumsimpulse zu verleihen
(Wachstum 2014: 7,2 Prozent). Diese Investitionen fliessen nun
zusehends ins mittlere und südwestliche China. Hier sind auch
die Provinzen mit den höchsten Wachstumsraten zu finden. Zu
den Domänen der Reformen gehören etwa politische (bspw.
Aufweichung des immer noch starren und wachstumshem­
menden Familienregistrationssystems), Umweltschutz (Reduk­
tion CO2­Ausstoss und Smog), Finanzen und Banken (Möglich­
keit zur Eröffnung privater Banken und damit Verkleinerung
des unkontrollierten Graumarkts) oder auch schärfere Mass­
nahmen gegen Korruption. Dennoch wächst die Wirtschaft in
diesem Land seit einigen Monaten deutlich weniger stark als
zuvor. Gründe liegen insbesondere in der immer noch sehr
hohen Sparquote der Bevölkerung (je nach Berechnungsart
zwischen 30 und 50 Prozent). Viele dieser ersparten Gelder
fliessen zusammen mit Krediten in Immobilien und führen ört­
lich zu beträchtlichen Blasen. Darüber hinaus gibt es die Mei­
nung, dass die schärferen Massnahmen gegen Korruption bei
vielen staatlichen, aber auch bei privaten Firmen grosse Un­
sicherheit und damit Entscheidungsblockaden hervorrufen.
Japan steckt seit dem Konsumgipfel Anfang Neunziger­
jahre in der demografischen Falle und damit weiterhin in der
Stagnation (Wachstum 2014: +0,5 Prozent). Hinzu kommt,
dass keine nachhaltigen Wachstumsimpulse in Sicht sind. Das
Land ist zunehmend ein Showcase, wie die Zukunft in anderen
Teilen der entwickelten Welt, insbesondere in Europa, ausse­
hen könnte.
Indien wächst seit Längerem nicht mehr so schnell wie frü­
her (nicht zuletzt wegen des jahrelangen Reformstaus). Glück­
licherweise wirken seit Kurzem deutlich tiefere Rohstoffpreise
donc une génération tout entière qui grandit sans perspectives
d’emploi et sans perspectives de vie. L’endettement se creuse
de plus en plus. L’UE, malgré le programme de croissance an­
noncé à la fin de l’année dernière, ne semble pas vouloir s’en­
gager sur une autre voie. La lueur d’espoir est venue cette an­
née de l’Irlande qui fournit la preuve évidente que l’on peut
aller vers des temps meilleurs après plusieurs années d’austéri­
té imposée pour l’essentiel de l’extérieur. En Grèce, en re­
vanche, les signes indiquant que le pays risque de quitter la
zone euro suite à un défaut de paiement n’ont pas encore du
tout disparu.
Un regard vers l’Est nous laisse sur une impression miti­
gée. La Russie souffre du rapide affaiblissement de son écono­
mie, encore fortement dépendante des matières premières
(croissance 2014 : 0,6 %). D’aucuns pensent que l’histoire tend
ici à se répéter, dans la mesure où dans les années 80, c’est es­
sentiellement la chute des prix des matières premières qui a
plongé l’ex­Union soviétique dans la misère économique et
précipité les bouleversements politiques. La pression sur le
rouble s’est accentuée et l’embargo a pesé davantage encore
sur la monnaie rouble (qui a perdu entre­temps près de la moi­
tié de sa valeur par rapport au dollar US).
Plus à l’Est, la Chine s’efforce de relancer la croissance au
moyen d’investissements étatiques qui demeurent importants
(dans les infrastructures essentiellement) et par diverses ré­
formes ou l’annonce de réformes (croissance 2014 : 7,2 %). Ces
investissements profitent de plus en plus à la région centrale et
au sud­ouest de la Chine, c’est­à­dire, aux provinces qui af­
fichent, précisément, les taux de croissance les plus élevés. Les
réformes envisagées sont d’ordre politique (assouplissement
du système d’enregistrement de la population qui freine la
croissance), écologique (réduction des émissions de CO2 et du
smog), financier et bancaire (possibilité d’ouverture de banques
privées pour diminuer le marché gris échappant au contrôle) à
quoi s’ajoutent des mesures anticorruption plus sévères. En dé­
pit de ces efforts, la croissance chinoise s’essouffle considéra­
blement depuis quelques mois. Le ralentissement peut être im­
puté au taux d’épargne de la population qui reste élevé (entre
30 et 50 % selon le mode de calcul). Combinée aux crédits, la
grande partie de cette épargne alimente le secteur immobilier
et est à l’origine de grande bulles localisées. D’aucuns estiment
par ailleurs que le durcissement des mesures de lutte contre la
corruption a engendré, dans de nombreuses entreprises, éta­
tiques surtout, mais aussi privées, de grandes incertitudes qui
ont bloqué les décisions.
Après avoir connu un pic de consommation au début des
années 90, le Japon se trouve aujourd’hui pris dans un piège
démographique avec une économie en stagnation (croissance
2014 : 0,5 %). On n’y distingue aucun moteur de croissance du­
rable. Le pays fait peu à peu figure de cas d’école et nous
montre à quoi pourraient ressembler bientôt les autres parties
du monde développé, à commencer par l’Europe.
L’économie indienne ne progresse plus à un rythme aussi
rapide qu’autrefois (surtout en raison d’un lent enlisement des
réformes). Par chance, la nette baisse des prix des matières pre­
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
9
wie ein Impulsprogramm. Das Wachstumsbudget der neuen
Regierung sowie die digitale Revolution geben dem Land wei­
tere Wachstumsimpulse (Wachstum 2014: +6 Prozent) und in­
takte Zukunftsaussichten.
Der Blick auf die südliche Halbkugel zeigt ein Bild der Ver­
langsamung, sei es aus Gründen des Endes des Rohstoffbooms
(bspw. Australien, Brasilien, verschiedene Länder in Afrika),
mangelnder Reformen (bspw. Argentinien, Venezuela, ver­
schiedene Länder in Afrika) oder allgemein aufgrund der Ver­
langsamung der globalen wirtschaftlichen Aktivitäten.
mières agit depuis peu à la manière d’un programme d’impul­
sion. Le budget de croissance du gouvernement et la révolu­
tion numérique donnent au pays de nouvelles impulsions
(croissance 2014 : 6 %) et lui assurent des perspectives intactes.
Dans l’hémisphère sud, le tableau fait état d’un ralentisse­
ment général, en raison de la fin du boom des matières pre­
mières (Australie, Brésil, différents pays africains, p. ex.) ou du
fait de l’absence de réformes (Australie, Venezuela, différents
pays africains) et, plus généralement, en raison du ralentisse­
ment de l’activité économique à l’échelle mondiale.
Wirtschaftliches Umfeld in der Schweiz
Situation économique en Suisse
Das wirtschaftliche Umfeld in der Schweiz war 2014 nach wie
vor gut. Mit einem Wachstum von 1,6 Prozent zählte das Land
zu den Spitzenreitern in Europa. Relativierend sei angeführt,
dass wesentliche Teile dieses Wachstums durch eine weiterhin
starke Immigration getrieben wurden. Der Arbeitsmarkt konn­
te diese Immigration jedoch gut absorbieren. Das belegt die
weltweit rekordtiefe Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent.
Es gibt handfeste wirtschaftliche Gründe für diese Prospe­
rität: So wirkte die von der Schweizerischen Nationalbank bis
zum 14. Januar 2015 erfolgreich (aber teuer) verteidigte Wech­
selkurs­Untergrenze von 1.20 Franken pro Euro – gepaart mit
Produktivitätsfortschritten und einer hohen Qualität vieler
Schweizer Produkte – positiv auf die preisliche Konkurrenz­
fähigkeit unserer Exporte in den Euroraum (55 Prozent aller
Exporte). Ein in der Tendenz schwächer werdender Euro (ge­
genüber dem US­Dollar: –12 Prozent) förderte die preisliche
Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Exporte in viele andere Re­
gionen dieser Welt. Die Schweiz ist hierbei zunehmend eine
zentraleuropäische Veredelungsdrehscheibe: Sie importiert
mehr aus der EU, als sie dorthin exportiert (Handels­ und
Dienstleistungsbilanzdefizit mit der EU von 21 Milliarden Fran­
ken bzw. 25 Milliarden Franken), exportiert sodann aber in
Länder ausserhalb der EU mehr, als sie importiert (gesamter
Handelsbilanzüberschuss: gut 45 Milliarden resp. 11,3 Prozent
des BIP). Nicht überraschend wurden auch Stimmen laut, die
den Zeitpunkt als gekommen sahen, den Euro als Referenzwäh­
rung für eine Kursuntergrenze des Schweizer Frankens allen­
falls mit einem Währungskorb (welcher diesen realwirtschaftli­
chen Verflechtungen eher Rechnung trägt) zu ersetzen oder
sogar ganz zu streichen. Diesem Ruf kam die Schweizerische
Nationalbank mit ihrem Entscheid vom 15. Januar 2015, die
Wechselkursuntergrenze aufzuheben, quasi nach.
Le climat économique est resté favorable en Suisse en 2014.
Avec une croissance de 1,6 %, le pays s’est placé dans le pelo­
ton de tête européen. On précisera qu’une grande partie de la
croissance a été portée par une immigration qui reste soute­
nue, mais que le marché de l’emploi a réussi à bien absorber,
comme en témoigne le faible taux de chômage de 3,1 %, taux
record s’il en est au niveau mondial.
La prospérité de la Suisse s’explique par une série de fac­
teurs économiques concrets. Ainsi, le taux plancher de 1.20
pour un euro que la Banque Nationale suisse a réussi à dé­
fendre (à grands frais) jusqu’au 14 janvier 2015 – conjugué à
des gains de productivité et à la qualité de nombreux produits
suisses – a exercé des effets positifs sur la compétitivité des prix
de nos exportations dans la zone euro (55 % de toutes les ex­
portations). L’affaiblissement tendanciel de l’euro (–12 % par
rapport au dollar US) a favorisé la compétitivité prix des expor­
tations suisses dans de nombreuses autres régions du monde.
A cet égard, la Suisse fait de plus en plus office de plaque tour­
nante du trafic de perfectionnement : elle importe plus de
biens et services des pays de l’UE qu’elle n’en exporte vers ces
pays (déficit de la balance commerciale et de la balance des
services avec l’UE : 21 et 25 milliards de francs resp.), mais elle
totalise plus d’exportations vers les pays hors de l’UE que d’im­
portations en provenance de ces pays (excédent de la balance
commerciale : 45 milliards de francs au minimum, soit 11,3 %
du PIB). Dans ce contexte, il n’est guère étonnant que d’aucuns
jugent le moment venu de remplacer l’euro en tant que mon­
naie de référence pour le cours plancher du franc suisse par un
panier de monnaies (reflet plus fidèle des relations écono­
miques réelles), voire de le supprimer entièrement. Le 15 jan­
vier 2015, la BNS a répondu en quelque sorte à ces appels en
abandonnant le taux plancher.
Weltweite Entwicklung des Tourismus
Evolution mondiale du tourisme
Der Tourismus entwickelt sich derzeit weltweit ähnlich unter­
schiedlich wie die regionalen Wirtschaften. Während die Nach­
frage aus Europa in der Tendenz stagniert, nicht zuletzt auch
aus wirtschaftlichen und demografischen Gründen, nimmt
diese in verschiedenen Regionen Asiens weiterhin rasant zu.
Treiber dieser Entwicklung sind erstens die zunehmende Ur­
banisierung (vor allem in China und Indien), zweitens das
Wachstum der Mittelklasse (in den grossen Ländern Asiens
vergrössert sich die Mittelklasse jedes Jahr um insgesamt
Le développement du tourisme à l’échelle mondiale est aussi
inégal que celui des différentes économies nationales. Tandis
que la demande piétine de manière générale en Europe, pour
des motifs à la fois économiques et démographiques, elle se
développe à un rythme rapide dans plusieurs régions asia­
tiques. Parmi les moteurs de croissance, on retiendra l’urbani­
sation croissante (en Chine et en Inde notamment), le dévelop­
pement de la classe moyenne (dans les grands Etats d’Asie, la
classe moyenne compte chaque année quelque 25 millions de
10 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
ca. 25 Millionen Personen) sowie drittens die immer besser
werdende Gesundheitsvorsorge (welche die Menschen nicht
nur älter werden lässt, sondern sie auch mobil hält). Dazu
kommt, dass die Mittelklasse in Asien – anders als in Europa
und USA – über grosse Ersparnisse und damit über potenzielle
Mittel zum Reisen verfügt.
Die touristischen Ströme sind jedoch nach wie vor v. a. re­
gional: Der Anteil an internationalen und interkontinentalen
Reisen ist tief und entwickelt sich nur sehr langsam. So haben
gemäss der jährlich erscheinenden Outbound­Studie der Chi­
na Tourism Academy1 beispielsweise «nur» ca. 100 Millionen
von 1,36 Milliarden Chinesen im vergangenen Jahr eine Aus­
landsreise unternommen. Dies entspricht einer Bruttoreise­
intensität (international) von 7 Prozent; in den USA beträgt die­
ser Wert bspw. gut 20 Prozent (Vergleiche mit Europa sind
aufgrund dessen kleinstaatlicher Struktur wenig aussagekräf­
tig). Man kann also annehmen, dass wir hier immer noch jun­
ge und wenig entwickelte Märkte haben.
Diese Regionalität lässt sich sehr gut am Beispiel der
für die Schweiz wichtigen Wintersportreisen illustrieren. So
herrscht gemäss dem International Report on Snow & Moun­
tain Tourism in vielen europäischen und nordamerikanischen
Wintersportgebieten bestenfalls Stagnation oder sogar ein
Rückgang bei den Skierdays vor (dramatisch insbesondere in
Japan). Dagegen nehmen die Skierdays in Ländern wie bspw.
China oder auch Indien, getrieben durch eine mehrheitlich re­
gionale wachsende Nachfrage, rasant zu. Dies befördert denn
auch entsprechende Investitionen in diesen Ländern, hat aber
nach wie vor nur sehr beschränkte nachfrageseitige Implikati­
onen für einen internationalen Wintersporttourismus.
personnes en plus) et, enfin, une nette amélioration de la prise
en charge sanitaire (avec à la clé un allongement de l’espérance
de vie et une plus grande mobilité). A cela s’ajoute que la classe
moyenne asiatique – à la différence de la classe moyenne eu­
ropéenne et américaine – dispose d’une épargne importante
et donc de moyens potentiels pour voyager.
Les flux touristiques demeurent essentiellement régio­
naux. La part des voyages internationaux et intercontinentaux
reste faible et ne progresse que très lentement. Selon l’étude
outbound que publie chaque année la China Tourism Acade­
my1, une centaine de millions de Chinois « seulement » sur les
1,36 milliard d’habitants que compte le pays ont entrepris un
voyage à l’étranger en 2014, ce qui correspond à une intensité
brute des activités de voyage (international) de 7 %. Aux Etats­
Unis, cette proportion atteint au moins 20 % (les comparaisons
avec l’Europe, composées de petits pays, ne sont guère perti­
nentes). Il est donc permis de supposer que nous sommes ici
en présence de marchés naissants encore peu développés.
La prépondérance régionale du tourisme est parfaitement
illustrée par le tourisme d’hiver dont le rôle est essentiel pour
la Suisse. Ainsi, selon l’International Report on Snow & Moun­
tain Tourism, on observe dans de nombreuses régions de
sports de neige d‘Europe et d’Amérique du Nord, au mieux
une stagnation de la demande ou un recul des journées skieurs
(d’ampleur dramatique au Japon). En revanche, les journées
skieurs sont en progression dans les pays comme la Chine et
l’Inde, sous l’effet notamment d’une hausse de la demande es­
sentiellement régionale. Si cette hausse favorise les investisse­
ments dans ces pays, elle exerce peu d’effets sur la demande
internationale du touristique d’hiver.
Entwicklung des Schweizer Tourismus seit der
Finanzkrise
Evolution du tourisme suisse depuis la crise
financière
Mit 37,3 Millionen Logiernächten erreichte die Schweiz im Jahr
2008 den Nachfragehöhepunkt. Seither hat die Schweiz zum
Teil deutlich eingebüsst, insbesondere ging die Nachfrage aus
ihren ursprünglichen Stammmärkten in Europa zurück (Tabel­
le 1). Auch wenn im Vergleich zu 2013 die Logiernächte wieder
zugenommen haben, beträgt der strukturelle (und damit an­
dauernde) Nachfragerückgang je nach Jahr im Vergleich zu
2008 zwischen –5 und –7 Prozent (2014: –4,8 Prozent). Dass
dieser Wert nicht höher ausfällt, ist auf eine massive Nachfra­
geausdehnung in verschiedenen neuen Märkten zurückzu­
führen, so u. a. in China (+383 Prozent seit 2008 auf derzeit
1,03 Millionen), in den Golfstaaten (+85 Prozent auf derzeit
0,75 Millionen) oder in Indien (+48 Prozent auf derzeit 0,49 Mil­
lionen). Das leichte Wachstum der Nachfrage aus USA in der
Periode 2008–2014 (+8 Prozent) wird durch ein Schrumpfen
der Nachfrage aus Japan, dem anderen «alten» Fernmarkt,
(–11 Prozent) teilweise egalisiert.
Diese Entwicklung wird im Wesentlichen getrieben von
den touristischen Leuchttürmen in der Schweiz. Sie sind mass­
Avec un total de 37,3 millions de nuitées, la Suisse a enregistré
en 2008 un record absolu. Depuis, le pays souffre d’un recul
en partie sensible de la demande, notamment du côté de ses
marchés sources traditionnels en Europe (tableau 1). Quand
bien même les nuitées sont reparties à la hausse par rapport à
2013, la baisse structurelle (et donc durable) de la demande at­
teint selon les années entre –5 et –7 % par rapport à 2008
(2014 : –4,8 %). Si la baisse n’a pas été de plus grande ampleur,
on le doit essentiellement à une expansion massive de la
demande des différents marchés émergents, notamment de la
Chine (383 % depuis 2008 pour atteindre aujourd’hui
1,03 mio.), des pays du Golfe (85 %, pour 0,75 mio.) ou de
l’Inde (48 % pour atteindre 0,49 mio.). La légère progression
de la demande des Etats­Unis entre 2008 et 2014 (8 %) est pra­
tiquement neutralisée par le tassement de la demande en pro­
venance cet autre marché lointain traditionnel qu’est le Japon
(–11 %).
Cette évolution est essentiellement portée par les hauts
lieux touristiques suisses. Ceux­ci concourent grandement à
1
China Tourism Academy (2012–2014). Annual Report of China
Outbound Tourism Development. Beijing: China Tourism Academy.
1
China Tourism Academy (2012–2014). Annual Report of China
Outbound Tourism Development. Beijing : China Tourism Academy.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
11
geblich für die zunehmende Internationalisierung der Nachfra­
ge verantwortlich und profitieren zuerst davon (das Jungfrau­
joch verzeichnete 2014 mit 866 000 Besuchern einen Rekord).
l’internationalisation croissante de la demande et en sont en
quelque sorte les premiers bénéficiaires (le Jungfraujoch a en­
registré en 2014 un record de 866 000 visiteurs).
Tabelle 1 Logiernächteentwicklung der grössten Ländermärkte
der Schweiz 2008 (letzter Peak)–2014
Tableau 1 Evolution des nuitées des principaux marchés
nationaux de la Suisse en 2008 (dernier pic)–2014
Land
Schweiz
Logiernächte
Nuitées
2014
Logiernächte
Nuitées
2008
Veränderung
Variation
2008–2014
Anteil Logiernächte
Part de nuitées
2014
Anteil Logiernächte
Part de nuitées
2008
Pays
16 026 135
15 825 473
1,3 %
44,6 %
42,4 %
Suisse
Deutschland
4 394 457
6 313 240
–30,4 %
12,2 %
16,9 %
Allemagne
UK
1 667 437
2 281›70
–26,9 %
4,6 %
6,1 %
UK
USA
1 644 424
1 518 376
8,3 %
4,6 %
4,1 %
USA
Frankreich
1 337 882
1 439 158
–7,0 %
3,7 %
3,9 %
France
Italien
1 014 058
1 157 902
–12,4 %
2,8 %
3,1 %
Italie
China
1 034 275
214 349
382,5 %
2,9 %
0,6 %
Chine
Niederlande
681 671
1 080 840
–36,9 %
1,9 %
2,9 %
Pays­Bas
Belgien
625 580
829 194
–24,6 %
1,7 %
2,2 %
Belgique
Russland
532 775
456 995
16,6 %
1,5 %
1,2 %
Russie
Japan
439 894
493 901
–10,9 %
1,2 %
1,3 %
Japon
Indien
485 216
327 300
48,2 %
1,4 %
0,9 %
Inde
Golf­Staaten
747 542
403 590
85,2 %
2,1 %
1,1 %
Etats du Golfe
14,8 %
13,4 %
Autres
übrige
5 302 166
4 991 750
6,2 %
Total
35 933 512
37 333 769
–3,8 %
Quelle: Eigene Berechnungen basierend auf Daten
des Bundesamtes für Statistik
Logiernächte sind nur bedingt aussagekräftige Mengenindika­
toren. Ein Rückgang muss sich nicht zwingend wirtschaftlich
niederschlagen. Dies gilt insbesondere für die letzten zwei
Jahre, in welchen sich die Ertragslage der Hotels über höhere
Erträge pro Logiernacht (RevPAR) deutlich verbessert hat, so
eine aktuelle Studie von STR Global. Während diese Erholung
2013 vor allem in der Stadthotellerie zu beobachten war, hat
2014 auch die Ferienhotellerie von dieser Entwicklung profi­
tiert (Steigerung des RevPAR um ca. 6 Prozent). Es mehren sich
damit die Zeichen, dass die seit 2008 lauernde Preiserosion in
der Schweizer Hotellerie gestoppt worden ist. Das dürfte nicht
zuletzt damit zusammenhängen, dass in den letzten Jahren
stark preissensitive Gäste aus ehemaligen Stammmärkten
( Tabelle 1) in andere Destinationen abgewandert sind.
Die andere Leitbranche des Schweizer Tourismus, die
Bergbahnen, hatten mehr zu kämpfen. Ihnen macht eine
Stagnation der Skierdays (derzeit ca. 25 Millionen; das ent­
spricht –4 Millonen resp. –14 Prozent seit dem letzten Höhe­
punkt von 2008) bei stabilen oder nur leicht höheren Erträgen
zu schaffen. In der gleichen Periode hat die Zahl der Logier­
nächte aus den Kernmärkten der Schweiz um mindestens 25
bis 35 Prozent abgenommen. Aus diesen Daten kann geschlos­
sen werden, dass das Wintersportangebot in der Schweiz
nach wie vor stabilisierend auf die insgesamt rückgängige
Nachfrage wirkt.
Total
Sources : Calculs propres établis sur la bases des données
de l’Office fédéral de la statistique
Les nuitées ne constituent pas toujours des indicateurs quanti­
tatifs pertinents, dans la mesure où leur diminution n’a pas for­
cément des retombées économiques directes. Une étude ré­
cente de STR Global montre en effet que ces deux dernières
années, le rendement des hôtels s’est nettement amélioré
grâce à un meilleur revenu par chambre (RevPAR). Alors que
pour 2013, cette reprise s’observait surtout dans l’hôtellerie ur­
baine, l’hôtellerie de vacances a aussi profité de cette évolution
en 2014 (hausse du RevPAR de 6 % env.). Il semble toujours
plus évident que la lente érosion des prix dans l’hôtellerie suisse
est désormais enrayée. Cela tient sans doute principalement au
fait que la clientèle très sensible aux prix en provenance des an­
ciens marchés traditionnels s’est tournée vers d’autres destina­
tions (tableau 1).
Quant aux remontées mécaniques, autre branche phare
du tourisme suisse, elles ont connu de plus grandes difficultés.
Elles doivent faire face à une stagnation des journées skieurs
(actuellement au nombre de 25 millions ; –4 millions ou –14 %
depuis le dernier pic de 2008) alors que leurs rendements sont
restés stables ou n’ont que légèrement progressé. Dans la
même période, le nombre des nuitées des principaux marchés
de la Suisse a chuté de 25 à 35 % au bas mot. On peut en
conclure que l’offre de sports d’hiver exerce encore et toujours
un effet stabilisateur sur la demande qui s’inscrit globalement
en baisse.
12
JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Aussichten 2015
Perspectives 2015
Die Verschiebungen im Marktportfolio der Schweiz zugunsten
der Fernmärkte in Asien und Middle East und zulasten der tra­
ditionellen Nahmärkte (auch getrieben durch die Aufwertung
des Frankens) dürften sich kurzfristig wie auch langfristig
fortsetzen. Verschiedene Argumente unterstützen diese An­
nahme:
– Aus demografischen und auch wirtschaftlichen Gründen
ist bzgl. Reisetätigkeit der Europäer im besten Fall mit ei­
ner Stagnation zu rechnen. Wahrscheinlich ist eher eine
schleichende Abnahme, von welcher auch die Schweiz be­
troffen sein wird.
– Personen, die aus Europa am Reiseverkehr teilnehmen,
werden aus immer mehr Destinationen auswählen kön­
nen. Reisen von Europäern werden immer interkontinen­
taler, sofern sich der Flugverkehr nicht massiv verteuert.
– The Rise of the middle class in Asien, speziell in China und
Indien, aber auch Indonesien und Ländern Südostasiens,
wird einen konstant wachsenden Fluss an international
Reisenden und damit auch an Reisenden nach Europa ge­
nerieren. Voraussetzung dafür ist, dass bestehende admi­
nistrative Reisehemmnisse (bspw. Visa) soweit wie mög­
lich eliminiert oder wenigstens verringert werden und die
notwendigen Flugkapazitäten zur Verfügung stehen.
– Kurzfristig wird ein eher schwacher Euro eine Volumen­
ausdehnung bei Reisenden aus dem Nicht­Euroraum nach
Europa befördern. Auch wenn der Franken nicht mehr an
den Euro gekoppelt ist, wird die Schweiz von dieser wäh­
rungsbedingten Zusatznachfrage profitieren.
Les mouvements observés dans le portefeuille de marché de la
Suisse en faveur des marchés lointains de l’Asie et du Moyen­
Orient et au détriment des marchés de proximité traditionnels
(mouvements accentués par l’envolée du franc) devraient se
confirmer aussi bien à court terme que sur la durée. Plusieurs
raisons militent pour cette hypothèse :
– Pour des considérations à la fois démographiques et éco­
nomiques, il faut s’attendre, dans le meilleur des cas, à une
stagnation de l’activité touristique des Européens. Une
lente érosion de la demande apparaît ici comme le scéna­
rio le plus probable
– Le choix de destinations ne cessera de s’élargir pour les Eu­
ropéens, qui voyageront de plus en plus sur d’autres conti­
nents, à condition que le trafic aérien ne renchérisse pas
massivement.
– L’essor de la classe moyenne en Asie, en Chine et en Inde
notamment, mais aussi en Indonésie et dans plusieurs
pays de l’Asie du Sud­Ouest, va grossir en continu le flux
des voyageurs internationaux et par conséquent des tou­
ristes à destination de l’Europe. Encore faut­il miser sur
une réduction, sinon une suppression des obstacles admi­
nistratifs au voyage (visas par exemple) et disposer de ca­
pacités suffisantes dans le transport aérien.
– A court terme, la relative faiblesse de l’euro attirera en Eu­
rope un volume croissant de voyageurs en provenance des
pays hors de la zone euro. Même si le franc n’est plus cou­
plé à l’euro, la Suisse profitera de cette demande supplé­
mentaire créée à la faveur des variations monétaires.
In der Tendenz sind die Aussichten also verhalten positiv, auch
wenn sich der Schweizer Tourismus aufgrund der Marktver­
schiebungen auf eine steile Lernkurve begeben und seine An­
strengungen verdoppeln muss.2
Il se dessine globalement des perspectives modérément favo­
rables pour le tourisme suisse, même si au vu de l’évolution des
marchés, celui­ci devra redoubler d’efforts pour franchir les
obstacles et rester dans la course.2
2
Für diesen Artikel benutzte Quellen:
Gertschen, A. (2014). Hotels wirtschaften besser. htr hotel revue,
50 / 2014, S. 11–13.
Vanat, L. (2014). International Report on Snow & Mountain Tourism –
Overview of the key industry figures for ski resorts. Genève: Laurent
Vanat Consultant.
Die Wirtschaftsdaten stammen aus: The Economist (verschiedene
Ausgaben) und dort angegebene Quellen.
2
Sources utilisées pour cet article :
Gertschen, A. (2014). Hotels wirtschaften besser. htr hotel revue,
50 / 2014, p. 11–13.
Vanat, L. (2014). International Report on Snow & Mountain Tourism –
Overview of the key industry figures for ski resorts. Genève : Laurent
Vanat Consultant.
Les données économiques sont tirées de : The Economist (diverses
éditions) et des sources indiquées dans cette publication.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
13
CHRISTOPHE HANS hotelleriesuisse
CHRISTOPHE HANS hotelleriesuisse
Tourismuspolitischer
Rückblick 2014
Rétrospective de la politique
touristique 2014
Das Jahr 2014 markiert einen Wendepunkt in der seit der Ein­
führung der Personenfreizügigkeit im Jahr 2002 praktizierten
Ausländerpolitik. Die Annahme der Volksinitiative gegen Mas­
seneinwanderung führte zu neuen politischen und wirtschaft­
lichen Unsicherheiten, deren Auswirkungen Ende Jahr alles an­
dere als klar waren. Die Stabilität der bilateralen Beziehungen
der Schweiz mit der Europäischen Union steht auf dem Spiel
und mit ihr zwölf Jahre des Aufschwungs und Arbeitsmarkt­
wachstums. Trotzdem kann nicht von einem Kurswechsel ge­
sprochen werden. So lehnte das Volk im Dezember denn auch
die Ecopop­Initiative ab, die eine radikale Beschränkung der
Zuwanderung vorsah. Was die weiteren Dossiers betrifft, ist
2014 ein Übergangsjahr. Das Parlament nahm die Debatte
über das Inkrafttreten des Zweitwohnungsgesetzes oder die
Energiepolitik auf, und das Volk stimmte über Steuerprivilegi­
en ab, die eine in der Finanz­ und Wirtschaftskrise 2008 einge­
reichte Initiative verlangte.
L’année 2014 marque un tournant dans la politique des étran­
gers pratiquée depuis la mise en vigueur de la libre circulation
des personnes en 2002. L’acceptation par le peuple de l’initia­
tive contre l’immigration de masse ouvre un nouveau champ
d’incertitudes politiques et économiques, dont les consé­
quences sont tout sauf clarifiées en fin d’année. La stabilité des
relations bilatérales de la Suisse avec l’Union européenne est
mise en jeu tout comme douze ans de croissance et de succès
pour le marché de l’emploi. Sans que l’on puisse l’interpréter
comme un changement de cap, le peuple refuse cependant
Ecopop en décembre, une initiative autrement plus restrictive
en matière de politique des étrangers. Pour les autres dossiers,
2014 reste une année de transition. La mise en application de
la loi sur les résidences secondaires ou la politique énergétique
connaissent leur première passe d’armes au parlement, alors
que le peuple vote sur les privilèges fiscaux, une initiative issue
de la crise financière et économique de 2008.
Förderung der Beherbergungswirtschaft
Encouragement du secteur de l’hébergement
Der Bundesrat schlug bereits 2013 in seinem Bericht über die
strukturelle Situation des Schweizer Tourismus Massnahmen
vor, um die Beherbergungswirtschaft nach der Frankenstärke­
Krise 2011 und der Annahme der Zweitwohnungsinitia­
tive 2012 zu fördern. 2014 schickte der Bundesrat die Revision
der Verordnung über das Bundesgesetz über die Förderung
der Beherbergungswirtschaft sowie die revidierten Statuten
und das revidierte Geschäftsreglement der Schweizerischen
Gesellschaft für Hotelkredit (SGH) in die Vernehmlassung. Da­
mit bezweckt er, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die
Nachhaltigkeit des Sektors zu gewährleisten.
Zum einen modernisiert die Verordnung den Beherber­
gungsbegriff, um neue Geschäftskonzepte einzubinden und
Kooperationen zu fördern, zum anderen erweitert sie den Wir­
kungsbereich der SGH. In Zukunft können Darlehen bis zu
6 Millionen Franken (bisher 2 Millionen Franken) und bis zu
40 Prozent des Ertragswerts (bisher 25–30 Prozent) gewährt
werden. Zudem sind zahlreiche Ausnahmefälle vorgesehen,
um Innovationen zu fördern und strukturschwache Regionen
verstärkt zu unterstützen Schliesslich kann die SGH nun auch
in der Investitions­, Finanzierungs­ und Strategieberatung für
private und öffentliche Akteure des Beherbergungssektors tä­
tig sein. Die neue Verordnung wird im Frühling 2015 in Kraft
treten.
Dans son Rapport sur la situation structurelle du tourisme
suisse de 2013, le Conseil fédéral avait déjà évoqué les pistes à
suivre pour optimiser l’encouragement du secteur de l’héber­
gement après la crise du franc fort en 2011 et l’acceptation de
l’initiative sur les résidences secondaires de 2012. En 2014, le
gouvernement a lancé la procédure de consultation pour la ré­
vision de l’ordonnance relative à la loi fédérale sur l’encourage­
ment du secteur de l’hébergement ainsi que la refonte des sta­
tuts et du règlement interne de la Société suisse de crédit
hôtelier (SCH). Son but est d’augmenter la capacité concurren­
tielle et la durabilité du secteur.
L’ordonnance redéfinit d’une part la notion d’héberge­
ment pour inclure de nouveaux concepts commerciaux et la
promotion de coopérations. Elle élargit, d’autre part, le péri­
mètre d’action de la SCH. En ce qui concerne les montants
accordés, les prêts pourront aller jusqu’à 6 millions francs
(contre 2 auparavant) et jusqu’à 40 % de la valeur de rende­
ment (25–30 % auparavant). Toute une série d’exceptions sont
prévues pour favoriser l’innovation ou les régions structurelle­
ment faibles. Enfin, la SCH peut désormais conseiller les ac­
teurs privés et les collectivités publiques en matière d’investis­
sement, de financement, mais aussi de stratégies concernant
le secteur de l’hébergement. La nouvelle ordonnance entrera
en vigueur au printemps 2015.
Lex Koller
Lex Koller
Das Parlament hält klar am Bundesgesetz über den Erwerb von
Grundstücken durch Personen im Ausland fest und lehnte
Le parlement a clairement décidé le maintien de la loi sur
l’acquisition d’immeubles par des personnes à l’étranger et a
14
JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
sowohl die Lockerung als auch die Verschärfung der Bestim­
mungen ab. Nach der Ablehnung durch den Nationalrat im
Mai wies auch der Ständerat die vom Bundesrat 2007 unter­
breitete Vorlage zur Aufhebung der Lex Koller zurück. Die Sa­
che ist somit vom Tisch. Vor dem Hintergrund des Paradigmen­
wechsels aufgrund der Finanzkrise 2008 sowie der Annahme
der Zweitwohnungsinitiative erachtete das Parlament die Lex
Koller weiterhin als gerechtfertigt, da sie den spezifischen re­
gionalen Bedürfnissen Rechnung trägt. Die Räte folgten somit
dem Bundesrat, der seine Position inzwischen revidiert hatte.
Im Herbst lehnte der Nationalrat einen Vorstoss der Frak­
tion CVP / EVP mit 159 gegen 22 Stimmen definitiv ab. Dieser
verlangte, dass auf ein begründetes Gesuch eines Kantons hin
eine Erhöhung der Bewilligungskontingente für den Erwerb
von Ferienwohnungen und Wohneinheiten, insbesondere für
Aparthotels, möglich ist. Da die Kantone ihre Kontingente je­
weils nicht aufgebraucht haben und das Gesetz ihren Bedürf­
nissen ausreichend Rechnung trägt, stellten sich die Parlamen­
tarier auf die Seite des Bundesrats. Im Winter lehnten sie
schliesslich auch einen Vorstoss der Zürcher SP­Nationalrätin
Jacqueline Badran ab. Sie verlangte, dass betrieblich genutzte
Immobilien wieder der Bewilligungspflicht unterstellt werden,
wobei für Hotelliegenschaften Ausnahmen gelten sollten.
rejeté tant les velléités d’assouplissement que de durcisse­
ment de ses dispositions. Après le Conseil national en mai, le
Conseil des Etats a rejeté en hiver le projet d’abrogation de la
lex Koller, initié par le Conseil fédéral en 2007. L’objet est ainsi
classé. Compte tenu des changements de paradigmes dus à la
crise financière de 2008 et à l’acceptation de l’initiative sur les
résidences secondaires, les députés ont estimé que le maintien
de la loi est justifié, d’autant qu’elle tient compte des besoins
spécifiques des régions. Les Chambres ont ainsi suivi le Conseil
fédéral, qui avait entretemps revu sa position.
A l’automne, le Conseil national a définitivement rejeté
par 159 voix contre 22 une motion du groupe PDC­PEV. La mo­
tion demandait que les cantons puissent obtenir, sur présenta­
tion d’une demande motivée, un relèvement des contingents
d’autorisations pour l’acquisition de logements de vacances et
d’appartements, notamment en appart­hôtels. Comme les
contingents ne sont pas épuisés par les cantons, et que la loi
tient compte de leurs besoins, les députés se sont rangés à
l’avis du Conseil fédéral. En hiver, ils ont rejeté une motion de
la socialiste zurichoise Jacqueline Badran. Elle demandait que
les immeubles destinés à une activité commerciale soient de
nouveau soumis au régime d’autorisation obligatoire, tout en
permettant des exceptions pour l’hôtellerie.
Gesetz über Zweitwohnungen
Loi sur les résidences secondaires
Für die Beherbergungswirtschaft hält der vom Bundesrat vor­
gestellte Entwurf des Zweitwohnungsgesetzes die richtige Ba­
lance zwischen den Forderungen der Initiative und den Bedürf­
nissen der betroffenen Regionen und der Hotelbranche. Der
Entwurf unterstützt einerseits den Strukturwandel, da sich die
Hoteliers – unter strengen Bedingungen – über den Verkauf
von Zweitwohnungen refinanzieren können. Andererseits wird
der Umbau von Hotels in Zweitwohnungen – ebenfalls unter
strengen Bedingungen, die von der Branche begrüsst wer­
den – gestattet und so zur Sanierung der Branche beigetragen.
Der Ständerat, in erster Lesung, und die Kommission für
Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (UREK­N)
lockerten gewisse Bestimmungen stark. Die einzige vom Stän­
derat eingeführte Verschärfung bestand in der Abschaffung
der Möglichkeit, nicht rentable Hotelbetriebe in Appartements
umzubauen. Ende Jahr leitete die UREK­N diesbezüglich eine
Korrektur ein und passte diesen Punkt wieder der Vorlage des
Bundesrats an. Das Gesetz wird in der ersten Jahreshälfte 2015
vom Nationalrat behandelt.
Pour le secteur de l’hébergement, le projet de loi sur les rési­
dences secondaires présenté par le Conseil fédéral offre le
juste équilibre entre les exigences posées par l’initiative et les
besoins des régions principalement concernées, y compris ceux
de l’hôtellerie. Il soutient d’une part le changement structurel
en autorisant les hôteliers, sous de strictes conditions, à se re­
financer par la vente de résidences secondaires. D’autre part, il
autorise, également dans un cadre restrictif salué par la
branche, la transformation d’hôtels en résidences secondaires
et contribue ainsi à l’assainissement de la branche.
Le Conseil des Etats, en première lecture, et la Commission
de l’environnement, de l’aménagement du territoire et de
l’énergie du Conseil national (CEATE­N) ont nettement assou­
pli certains éléments. Le seul durcissement introduit par la
Chambre des cantons est la suppression de la possibilité de
transformer les établissements hôteliers non rentables en ap­
partements. En fin d’année, la CEATE­N corrige le tir en re­
venant sur ce point au projet du Conseil fédéral. La loi sera
traitée par le Conseil national au premier semestre 2015.
Umsetzung der Initiative «Gegen
Masseneinwanderung»
Mise en œuvre de l’initiative «Contre
l’immigration de masse»
Am 9. Februar hat sich die Bevölkerung mit 50,3 Prozent ganz
knapp für die Masseneinwanderungsinitiative ausgesprochen.
In der Initiative wird eine Beschränkung der Aufenthaltsgeneh­
migungen und eine Rückkehr zu Obergrenzen und Kontingen­
ten gefordert. Die Initiative ist mit dem Abkommen über den
freien Personenverkehr unvereinbar und bringt die bilateralen
Beziehungen der Schweiz mit der Europäischen Union in eine
Zwickmühle. Die Gastronomie­ und Beherbergungsbranche ist
Le 9 février, le peuple se prononce en faveur de l’initiative
« Contre l’immigration de masse » par une très courte majo­
rité : 50,3 % des voix. L’initiative exige une limitation des per­
mis de séjours par un retour à la politique des contingents
et des plafonds. Le projet est contraire à l’accord sur la libre­
circulation des personnes et met les relations bilatérales de la
Suisse avec l’Union européenne dans l’embarras. La branche
restauration / hébergement est particulièrement concernée
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
15
besonders stark betroffen, da 43 Prozent der Mitarbeitenden
ausländischer Herkunft sind (24 Prozent in der übrigen Wirt­
schaft). Die Initiative erschwert die in der Branche bereits
schwierige Rekrutierung von Fachkräften zusätzlich.
Im vergangenen Jahr hat sich hotelleriesuisse in mehreren
Arbeitsgruppen engagiert und konkrete Vorschläge zur Um­
setzung der Initiative unterbreitet. Der Verband fordert vom
Bundesrat einen Gesetzesentwurf, der den spezifischen Be­
dürfnissen der Branche Rechnung trägt. Er setzt sich für eine
unbürokratische Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen ein.
Um den saisonalen Schwankungen im Beherbergungssektor
gerecht zu werden, sollen Kurzaufenthaltsbewilligungen vom
Kontingentsystem ausgenommen sein. Bis Ende Jahr konnten
in diesem Dossier kaum Fortschritte erzielt werden, was unter
anderem auf Unwägbarkeiten in der Europäischen Kommissi­
on selbst zurückzuführen ist. Der Entwurf des Ausführungs­
gesetzes des Bundesrates wird Anfang 2015 erwartet.
par cette décision, car 43 % des employés sont d’origine étran­
gère (24 % dans l’économie). Le projet entrave les possibilités
de recrutement du personnel, et en particulier du personnel
qualifié, alors que la branche peine déjà à en trouver.
Au cours de l’année écoulée, hotelleriesuisse a participé à
plusieurs groupes de travail et fait des propositions concrètes
pour la mise en œuvre de l’initiative. L’association demande au
Conseil fédéral un projet de loi qui tienne compte des besoins
spécifiques de la branche. En particulier, elle s’engage pour
une attribution non bureaucratique des demandes de permis
de séjour et pour l’exclusion des permis de séjour de courte du­
rée du système de contingents, pour tenir compte de la saison­
nalité de l’industrie de l’hébergement. Le dossier n’a cepen­
dant guère évolué jusqu’à la fin de l’année, en raison aussi de
contingences propres à la Commission européenne. Le projet
de loi d’application du Conseil fédéral est attendu pour le
début 2015.
Abstimmungsempfehlungen: Nein zum
Mindestlohn und Nein zu Ecopop
Recommandations de vote : Non au salaire
minimum et non à Ecopop
Neben der Initiative zur Masseneinwanderung hat das Stimm­
volk über fünf andere Vorlagen abgestimmt, die für hotellerie­
suisse von Bedeutung sind. Am 18. Mai wurde die Initiative
«Für den Schutz fairer Löhne» (Mindestlohn­Initiative) von
76,3 Prozent der Stimmbevölkerung abgelehnt.
Im September haben Bürgerinnen und Bürger sowie Kan­
tone die Initiative «Schluss mit der MwSt.­Diskriminierung des
Gastgewerbes» von GastroSuisse mit 71,5 Prozent abgelehnt.
In der Initiative wurde ein gleicher Mehrwertsteuersatz für das
Gastgewerbe und für Grundnahrungsmittel gefordert.
Ende November haben Stimmvolk und Stände drei Vor­
lagen abgelehnt: Die Initiative Ecopop «Stopp der Überbevöl­
kerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen»
mit 74,1 Prozent, die Initiative «Schluss mit den Steuerprivilegi­
en für Millionäre» mit 59 Prozent und die Initiative «Rettet un­
ser Schweizer Gold» mit 77,3 Prozent. Mit dem Ziel, die Ein­
wanderung auf 0,2 Prozent pro Jahr zu begrenzen, hätte
Ecopop deutlich drastischere Folgen für die Wirtschaft gehabt
als die Initiative gegen die Masseneinwanderung. Die Ab­
schaffung der Steuervorteile hätte wirtschaftlich schwache
Tourismusregionen bestraft, die von Investitionen und Kon­
sumausgaben durch vermögende Ausländer profitieren. Die
Goldinitiative stellte eine Bedrohung für die Stabilität des
Frankens dar; dies in einer wirtschaftlich unsicheren Lage und
in einem für die Hotelbranche ungünstigen Wechselkurs­
Umfeld.
Outre l’initiative sur l’immigration de masse, cinq autres objets
soumis au souverain étaient d’importance pour le secteur de
l’hébergement. Le 18 mai, l’initiative « Pour la protection de
salaires équitables » (Initiative sur les salaires minimums) est re­
fusée par 76,3 % des votants.
En septembre, le peuple et les cantons refusent par 71,5 %
des voix l’initiative « Stop à la TVA discriminatoire pour la res­
tauration ! » lancée par GastroSuisse. Le texte demande que le
taux de TVA pour la restauration soit identique à celui appliqué
aux denrées alimentaires de base.
Fin novembre, peuple et cantons refusent trois objets :
l’initiative Ecopop « Halte à la surpopulation – Oui à la préser­
vation durable des ressources naturelles » par 74,1 % de non,
l’initiative « Halte aux privilèges fiscaux des millionnaires » par
59 % des voix et l’initiative « Sauver l’or de la Suisse ! » par
77,3 % des voix. En voulant limiter l’immigration à 0,2 % par
année, Ecopop aurait eu des conséquences encore plus dras­
tiques pour l’économie que l’initiative contre l’immigration de
masse. L’abolition des forfaits fiscaux aurait pénalisé certaines
régions touristiques au développement économique faible, qui
profitent des investissements et des dépenses de consom­
mation générées par les étrangers fortunés. Enfin, l’initiative
sur l’or constituait une menace sur la stabilité du franc,
dans un environnement économique incertain marqué par
un taux de change du franc particulièrement défavorable à
la branche.
16 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
JERRY SUK Bundesamt für Statistik (BFS)
JERRY SUK Office fédéral de la statistique (OFS)
Der Tourismus als
Querschnittsbranche
Le tourisme – une branche
transversale
In Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft
(SECO) erarbeitet das Bundesamt für Statistik (BFS) seit mehre­
ren Jahren Informationen zur monetären Tourismusstatistik.1
Während die grundlegende Synthesestatistik für die Messung
der ökonomischen Effekte des Tourismus das Satellitenkonto
Tourismus (Tourism Satellite Account TSA) ist, liefern die Indi­
katoren zum TSA erste Schätzungen der Hauptaggregate2 für
die wichtigsten Tourismusprodukte in nützlicher Frist und in
einfacher, reduzierter Darstellung. Die Resultate der Indikato­
ren zum TSA für die Jahre 2011 bis 2013 bestätigen ein etwas
schwächeres Wachstum der Wertschöpfung des Tourismus im
Vergleich zur Gesamtwirtschaft.
L’Office fédéral de la statistique (OFS) produit depuis plusieurs
années une statistique monétaire du tourisme, en collabora­
tion avec le Secrétariat d’Etat à l’économie (seco).1 Si le compte
satellite du tourisme (Tourism Satellite Account TSA) sert de
base pour mesurer l’impact économique du tourisme, les indi­
cateurs du TSA livrent les premières estimations des principaux
agrégats2 pour les produits touristiques les plus importants,
sous une forme sommaire mais dans un délai utile. Les résul­
tats des indicateurs du TSA pour les années 2011 à 2013 confir­
ment que la croissance de la valeur ajoutée dans le secteur du
tourisme est un peu plus faible que celle enregistrée dans l’en­
semble de l’économie.
Die touristische Bruttowertschöpfung seit 2011
La valeur ajoutée touristique brute depuis 2011
Im Satellitenkonto Tourismus der Schweiz wird nur die direkte
Wertschöpfung, nicht aber die sogenannte indirekte Wert­
schöpfung berücksichtigt. Die Wertschöpfung ergibt sich all­
gemein, indem vom Bruttoproduktionswert die für die Produk­
tion notwendigen Vorleistungen abgezogen werden. Die
direkte Wertschöpfung ist dabei die Wertschöpfung, welche
bei der Produktion derjenigen Produkte anfällt, die Objekt der
direkten touristischen Verwendung sind, zum Beispiel die tou­
ristische Nutzung von Bergbahnen. Die indirekte Wertschöp­
fung hingegen misst die Wertschöpfung, welche durch die
Produktion der für die Erzeugung der Tourismusprodukte not­
wendigen Vorleistungen ausgelöst wird, zum Beispiel die Pro­
duktion der Tragseile dieser touristisch genützten Bergbahnen.
Zwischen 2011 und 2013 stieg die Wertschöpfung im Sek­
tor Tourismus mit 2,1 Prozent etwas weniger stark als in der
gesamten Schweizer Wirtschaft (2,8 Prozent). 97 Prozent der
touristischen Wertschöpfung stammen von der Produktion
tourismusspezifischer Produkte, wobei im Jahr 2013 noch im­
mer knapp über drei Viertel der Wertschöpfung auf das An­
gebot von tourismuscharakteristischen Produkten entfallen.
Letztere wuchsen seit 2011 um 1,6 Prozent, während die tou­
rismusverwandten Produkte ihre Wertschöpfung um 4,2 Pro­
zent erhöhten. Die Wertschöpfungsschwergewichte Beher­
bergung, Verpflegung in Gaststätten und Hotels und Pas­
sagierverkehr behaupteten ihre Stellung und vereinten 2013
knapp 65 Prozent der Wertschöpfung des Tourismus auf sich.
Innerhalb der tourismuscharakteristischen Produkte entfielen
2013 sogar über vier Fünftel der Wertschöpfung auf die drei
wichtigsten Produkte. Ein unterdurchschnittliches Wachstum
Le compte satellite du tourisme ne retient que la valeur ajoutée
directe, et non la valeur ajoutée dite indirecte. La valeur ajou­
tée s’obtient de manière générale en déduisant de la valeur de
production brute les consommations intermédiaires néces­
saires à la production. La valeur ajoutée directe correspond
quant à elle à la valeur ajoutée générée lors de la production
des produits qui font l’objet de l’utilisation touristique directe,
par exemple l’utilisation touristique des remontées méca­
niques. La valeur ajoutée indirecte mesure, elle, la valeur ajou­
tée engendrée par la production des produits intermédiaires
nécessaires à l’obtention des produits touristiques, par exemple
la production du câble porteur des remontées mécaniques uti­
lisées à des fins touristiques.
Entre 2011 et 2013, la croissance de la valeur ajoutée a été
un peu moins soutenue dans le tourisme (2,1 %) que dans l’en­
semble de l’économie suisse (2,8 %). Les 97 % de la valeur
ajoutée touristique sont générés par la production de produits
spécifiques du tourisme, en 2013 à peine plus des trois quarts
de la valeur ajoutée étaient encore générés par l’offre de pro­
duits spécifiques du tourisme. La valeur ajoutée de ces derniers
a progressé depuis 2011 de 1,6 %, contre une hausse de 4,2 %
pour les produits connexes au tourisme. Les catégories qui
contribuent le plus à la valeur ajoutée, à savoir hébergement,
restauration et transport, ont pu renforcer leur prédominance
pour former en 2013 près de 65 % de la valeur ajoutée totale
du tourisme. Dans les produits caractéristiques du tourisme, la
part de ces trois produits primordiaux représente même plus
des quatre cinquièmes de la valeur ajoutée en 2013. L’héber­
gement a enregistré une croissance de la valeur ajoutée brute
1
2
STA, 2001 und 2005. Grundlagen, Methodik und Ergebnisse, BFS,
Neuchâtel (2008); Methodenbericht jährliche Indikatoren zum Satellitenkonto Tourismus, BFS Aktuell, Neuchâtel (2010).
Bruttowertschöpfung, Nachfrage und Beschäftigung.
1
2
TSA, 2001 et 2005, Principes, méthodes et résultats, OFS Neuchâtel
(2008); Indicateurs annuels du compte satellite du tourisme – rapport
méthodologique, Actualités OFS Neuchâtel (2010).
Valeur ajoutée brute, demande et emploi.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
Tabelle 1 Entwicklung der touristischen Bruttowertschöpfung in der
Schweiz nach Tourismusprodukten (zu laufenden Preisen, in Millionen)
Tableau 1 Evolution de la valeur ajoutée touristique brute
en Suisse par produits (à prix courants, en millions)
2011
in / en CHF
2012
in / en CHF
2013
in / en CHF
Tourismusspezifische
Produkte
15 428
15 455
15 762
Produits spécifiques
2,16 % du tourisme
Tourismuscharakteristische Produkte
12 162
12 109
12 358
1,61 % Produits caractéristiques du tourisme
4 332
4 312
4 359
2011–2013
Veränderung / Evaluation
1
Beherbergung
davon Beherbergung in der Hotellerie
2 435
2 399
2 430
–0,21 %
dont hôtels
2
Verpflegung in Gaststätten und Hotels
2 569
2 465
2 527
–1,63 % 2
Services de restauration
3
Passagierverkehr
3 584
3 663
3 746
4,52 % 3
Services de transport de voyageurs
524
516
533
1,72 %
dont téléphériques, funiculaires,
remontées mécaniques
1 801
1 846
1 878
4,28 %
dont services de transport aérien
0,38 %
davon Bergbahnen
davon Luftverkehr
17
0,62 % 1
4
Services d’hébergement
Services d’agences de voyages, de
voyagistes et de guides de tourisme
4
Reisebüros und Tourismusvereine
795
781
798
5
Kultur
131
123
128
–2,29 % 5
6
Sport und Unterhaltung
499
508
534
7,01 % 6
Services de loisirs et de divertissements
7
Diverse Dienstleistungen
252
258
266
5,56 % 7
Services touristiques divers
Tourismusverwandte Produkte (Detail­
handel, Tankstellen, etc.)
3 266
Nicht tourismusspezifische Produkte
Total
3 346
Services culturels
3 404
Produits connexes au tourisme (commerce
4,23 % de détail, stations­services, etc.)
–0,67 % Produits non spécifiques du tourisme
446
440
443
15 873
15 895
16 205
2,09 % Total
Quelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung BFS
Source : Comptabilité nationale OFS
der Bruttowertschöpfung verzeichnete die Beherbergung mit
einem Wachstum von 0,6 Prozent, obwohl die Wertschöpfung
in der Hotellerie mit –0,2 Prozent deutlich weniger wuchs als
die gesamte Wertschöpfung im Tourismus. Im Passagierver­
kehr (4,5 Prozent) führte die Wertschöpfungsentwicklung des
Luftverkehrs (4,3 Prozent) sowie der Bergbahnen (1,7 Prozent)
zu einem positiven Ergebnis. Das Produkt Reisebüros und Tou­
rismusvereine verzeichnet, vor allem wegen eines Rückgangs
im Jahr 2012 (–1,8 Prozent), von 2011 bis 2013 ein unterdurch­
schnittliches Wachstum von 0,4 Prozent.
au­dessous de la moyenne, avec 0,6 %, bien que la valeur
ajoutée dans l’hôtellerie qui s’établit à –0,2 % ait nettement
moins progressé que la valeur ajoutée globale dans le tou­
risme. Dans le domaine du transport de voyageurs (4,5 %),
l’évolution de la valeur ajoutée dans les services de transport
aériens (4,3 %) ainsi que le résultat des remontées mécaniques
(1,7 %) ont pérmis d’atteindre un résultat positif. Le produit
Services d’agences de voyage, voyagistes, guides n’enregistre
qu’une faible croissance de 0,4 % sur la période 2011–2013, en
raison notamment d’un recul en 2012 (–1,8 %).
Abbildung 1 Touristische Bruttowertschöpfung nach
tourismuscharakteristischen Produkten, 2013
Figure 1 Valeur ajoutée brute du tourisme selon ses produits
caractéristiques, 2013
Sport und Unterhaltung /
Services de loisirs et de divertissements 4 %
Kultur /
Services culturels 1 %
Reisebüros und Tourismusvereine /
’Services d’agences de
voyage, voyagistes, guides 7 %
Diverse Dienstleistungen /
Services touristiques divers 2 %
Beherbergung /
Services d’hébergement 35 %
Verpflegung in Gaststätten und Hotels /
Services de restauration 21 %
Passagierverkehr /
Services de transport de voyageurs 30 %
Quelle: BFS
Source : OFS
Angebot und Nachfrage
Offre et demande
STEPHAN ALEX ANDER hotelleriesuisse
STEPHAN ALEX ANDER hotelleriesuisse
Hotellerie im internationalen
Vergleich
L’hôtellerie en comparaison
internationale
Bei den Analysen im Vergleich mit den umliegenden Ländern
muss beachtet werden, dass die Datenbasis nicht in allen Län­
dern dieselbe ist. Somit können gewisse Abweichungen zu
anderen Publikationen auftreten. Die Daten für die Anzahl der
Betriebe in Frankreich und Italien basieren aufgrund der man­
gelnden Datenverfügbarkeit auf Schätzungen.
Dans les analyses comparatives avec les pays limitrophes, il est
à noter que les bases de données ne sont pas identiques dans
tous les pays. Des divergences peuvent apparaître par rapport
à d’autres publications. Les données relatives au nombre d’éta­
blissements en France et en Italie sont basées sur des estima­
tions étant donné le manque de données disponibles.
Angebot an Betrieben und Betten
Offre d’établissements et de lits
Deutschland verfügt über 33 790 Hotelbetriebe. Diese Zahl
stieg von 1993 bis 1997 und ging anschliessend konstant leicht
zurück. Seit 1992 verlor Deutschland 9,1 Prozent der Betriebe.
Demgegenüber verlief die Entwicklung der Hotelbetriebe in
Italien bis 1999 rückläufig. Seither zeichnet sich ein leichter
Aufwärtstrend ab, der 2014 einen Stand von rund 33 800 Be­
trieben erreichte (–4,6 Prozent gegenüber 1992). In Frankreich,
Österreich und der Schweiz ist die Anzahl Betriebe seit 1992
rückläufig. 2014 verzeichnete Frankreich knapp 17 000 Betrie­
be (–18,5 Prozent gegenüber 1992), Österreich 12 839 Betrie­
be (–32,3 Prozent gegenüber 1992) und die Schweiz 5129 Be­
triebe (–20,9 Prozent gegenüber 1992) (Abbildung 1).
Das Bettenangebot nahm in Italien seit 1992 um über
30 Prozent auf gut 2 250 000 Betten zu. Mit einer Zunahme
um 47,6 Prozent auf 1 721 520 Betten verzeichnete Deutsch­
land ebenfalls eine überdurchschnittliche Zunahme. In Frank­
reich und Österreich sank die Bettenzahl in den letzten 20 Jah­
ren auf 1 254 600 beziehungsweise 598 742 Betten. Während
der Rückgang von 8,4 Prozent in Österreich ziemlich konstant
verlief, verzeichnete Frankreich 1995 und 2001 starke Einbrü­
che (–11 Prozent gegenüber 1992). In der Schweiz ging die Bet­
tenzahl bis 2003 zurück und hat seither wieder leicht zugelegt.
Mit 272 642 Betten ist das Angebot gegenüber 1992 um
1,6 Prozent gewachsen (Abbildung 2).
Die gegenläufige Entwicklung der Betriebs­ und Betten­
zahlen führte dazu, dass die mittlere Betriebsgrösse in allen
En Allemagne, pays qui compte 33 790 établissements hôte­
liers, l’offre a augmenté entre 1993 et 1997 et a connu par la
suite une baisse légère mais constante. Depuis 1992, l’Alle­
magne a perdu 9,1 % des établissements. En Italie, le nombre
d’établissements a diminué jusqu’en 1999, avant d’augmenter
légèrement de façon continue, pour atteindre 33 800 établisse­
ments hôteliers environ en 2014 (–4,6 % par rapport à 1992).
En France, en Autriche et en Suisse, le nombre d’établissements
est en baisse depuis 1992. En 2014, la France comptait presque
17 000 établissements (–18,5 % par rapport à 1992), l’Autriche
12 839 établissements (–32,3 % par rapport à 1992) et la Suisse
5129 établissements (–20,9 % par rapport à 1992) (figure 1).
L’offre de lits en Italie a augmenté de plus de 30 % depuis
1992, pour atteindre 2 250 000 lits. L’Allemagne enregistre une
croissance au­dessus de la moyenne avec une augmentation
de 47,6 % pour atteindre 1 721 520 lits. En France et en Au­
triche, le nombre de lits est descendu au cours des 20 dernières
années à respectivement 1 254 600 et 598 742 lits. Tandis que
l’Autriche a connu une baisse relativement constante de 8,4 %,
la France a accusé des reculs importants en 1995 et en 2001
(–11 % par rapport à 1992). En Suisse, le nombre de lits a bais­
sé jusqu’en 2003 avant d’augmenter légèrement à nouveau.
Avec 272 642 lits, l’offre a progressé de 1,6 % par rapport à
1992 (figure 2).
Cette évolution inverse entre nombre d’établissements et
nombre de lits montre que la taille moyenne d’un établisse­
20 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Abbildung 1 Entwicklung der Anzahl Betriebe
Figure 1 Développement du nombre d’entreprises
Abbildung 2 Entwicklung der Anzahl Betten
Figure 2 Développement du nombre de lits
2 500 000
40 000
35 000
2 000 000
30 000
25 000
1500 000
20 000
1000 000
15 000
10 000
500 000
5 000
0
0
1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014
Deutschland / Allemagne
Frankreich / France
Italien / Italie
Österreich / Autriche
Schweiz / Suisse
1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014
Deutschland / Allemagne
Frankreich / France
Italien / Italie
Österreich / Autriche
Schweiz / Suisse
Quelle: hotelleriesuisse, diverse statistische Ämter
Source : hotelleriesuisse, divers offices de la statistique
Quelle: hotelleriesuisse, diverse statistische Ämter
Source : hotelleriesuisse, divers offices de la statistique
fünf Ländern gestiegen ist (Tabelle 1). Heute verfügt ein Hotel
durchschnittlich über mehr als 40 Betten. Die kleinsten Betrie­
be finden sich in Österreich (46,6 Betten), gefolgt von Deutsch­
land (50,9 Betten) und der Schweiz (53,2 Betten). Italien und
Frankreich verfügen mit mehr als 66 Betten beziehungsweise
knapp 74 Betten pro Betrieb über durchschnittlich fast einein­
halbmal so grosse Betriebe.
ment a augmenté dans les cinq pays (tableau 1). Un établisse­
ment compte aujourd’hui plus de 40 lits en moyenne. C’est en
Autriche que se trouvent les plus petits établissements avec en
moyenne 46,6 lits, suivie de l’Allemagne (50,9 lits) et de la
Suisse (53,2 lits). En Italie et en France, les établissements sont
1,5 fois plus grands, avec respectivement plus de 66 lits et près
de 74 lits en moyenne.
Tabelle 1 Mittlere Betriebsgrösse
Tableau 1 Taille moyenne d’un établissement
Deutschland / Allemagne
Frankreich / France
Italien / Italie
Österreich / Autriche
Schweiz / Suisse
1992
31,4 Betten / lits
68,2 Betten / lits
48,7 Betten / lits
34,5 Betten / lits
41,4 Betten / lits
1995
37,9 Betten / lits
59,2 Betten / lits
50,7 Betten / lits
35,7 Betten / lits
43,2 Betten / lits
2000
41,3 Betten / lits
80,0 Betten / lits
55,6 Betten / lits
37,9 Betten / lits
45,0 Betten / lits
2005
44,3 Betten / lits
69,2 Betten / lits
60,5 Betten / lits
40,0 Betten / lits
47,1 Betten / lits
2010
47,9 Betten / lits
72,2 Betten / lits
66,3 Betten / lits
43,8 Betten / lits
50,2 Betten / lits
2014
50,9 Betten / lits
74,5 Betten / lits
66,7 Betten / lits
46,6 Betten / lits
53,2 Betten / lits
Quelle: hotelleriesuisse, diverse statistische Ämter
Source : hotelleriesuisse, divers offices de la statistique
Logiernächte
Nuitées
Das Logiernächtewachstum seit 1992 fiel nicht überall gleich
stark aus. Deutschland, Frankreich und Italien konnten ihre Lo­
giernächte um über einen Viertel steigern. Österreich konnte
nach einem leichten Rückgang bis 1997 wieder zulegen und
verzeichnete 2014 6,2 Prozent mehr Logiernächte als 1992. In
der Schweiz nahmen, nach zwei erreichten Tiefpunkten in
1996 und 2003, die Logiernächtezahlen wieder kräftig zu. Die
Wirtschafts­ und anschliessende Währungskrise brachte Ein­
bussen in den Jahren 2009, 2011 und 2012. Die Schweiz ver­
zeichnet im Jahr 2014 gleich viele Logiernächte wie 1992 (+0,1
Prozent) (Abbildung 3). Absolut gesehen verzeichnete Deutsch­
land mit gut 263 Millionen die meisten Logiernächte, gefolgt
L’augmentation du nombre de nuitées depuis 1992 n’est pas la
même partout. Ainsi en Allemagne, en France et en Italie, les
nombres de nuitées ont augmenté de plus d’un quart depuis
1992. L’Autriche a connu une légère baisse jusqu’en 1997 avant
de repartir à la hausse. En 2014, elle enregistre 6,2 % de nui­
tées en plus qu’en 1992. Après avoir atteint ses seuils les plus
bas en 1996 et 2003, les nombres de nuitées augmentaient à
nouveau fortement en Suisse. Durant les années 2009, 2011 et
2012, la crise économique et la crise monétaire ont provoqué
des pertes. La Suisse enregistre en 2014 le même nombre de
nuitées qu’en 1992 (+0,1 %) (figure 3). Dans l’absolu, l’Alle­
magne enregistre le nombre le plus élevé de nuitées avec
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
21
von Italien (rund 251 Millionen Logiernächte) und Frankreich
(rund 200 Millionen Logiernächte). Österreich und die Schweiz
erreichen keine solchen Resultate, weisen mit 85,3 Millionen
und 35,9 Millionen Logiernächten aber ebenfalls stolze Zahlen
aus. Die Anteile an in­ und ausländischen Gästen variieren von
Land zu Land stark. Mit 76,7 Prozent machen in Deutschland
die Inländer den grössten Anteil an Logiernächten aus, gefolgt
von Frankreich (63,5 Prozent) und Italien (50 Prozent). Die
Schweiz liegt mit 44,6 Prozent vor Österreich, wo nur 27,5 Pro­
zent der Logiernächte von inländischen Gästen generiert wer­
den. Verglichen mit 1992 sind die Inländeranteile in Österreich
(+7,4 Prozentpunkte), Frankreich (+2,9 Prozentpunkte) und der
Schweiz (+2 Prozentpunkte) gestiegen. In Deutschland (–7 Pro­
zentpunkte) und Italien (–17,1 Prozentpunkte) ging der Anteil
der inländischen Gäste am Total der Logiernächte zurück.
263 millions, suivie de l’Italie (quelque 251 millions de nuitées)
et de la France (quelque 200 millions de nuitées). L’Autriche et
la Suisse n’atteignent pas de tels résultats mais peuvent aussi
être fiers des chiffres enregistrés (85,3 millions et 35,9 millions
de nuitées). Le nombre d’hôtes nationaux et étrangers varie
fortement d’un pays à l’autre. C’est en Allemagne que les
hôtes nationaux génèrent le plus de nuitées avec 76,7 % suivi
de la France (63,5 %) et de l’Italie (50 %). La Suisse (44,6 %)
précède l’Autriche qui ne réalise que 27,5 % des nuitées avec
des hôtes nationaux. Par rapport à l’année 1992, la part d’hôtes
nationaux a augmenté en Autriche (+7,4 points de pourcen­
tage), en France (+2,9 points de pourcentage) et en Suisse
(+2 points de pourcentage). Sur le nombre total de nuitées, la
part d’hôtes nationaux a baissé en Allemagne (–7 points de
pourcentage) ainsi qu’en Italie (–17,1 points de pourcentage).
Auslastung der Betten
Taux d’occupation des lits
In Deutschland lag die Brutto­Bettenauslastung 1992 mit
38,9 Prozent über den Werten der anderen Länder, ging je­
doch bis 1997 stark zurück. Gegenwärtig liegt die Brutto­
Bettenauslastung in Deutschland bei 41,9 Prozent. In Italien,
das mit rund 30 Prozent über die tiefste Auslastung verfügt,
brach das bis 2001 anhaltende Wachstum ein, und die Auslas­
tung blieb seither ziemlich konstant. In Österreich verlief die
Brutto­Bettenauslastung bis 1997 rückläufig, entwickelte sich
jedoch seither positiv und erreichte 2014 mit 39,0 Prozent den
drittbesten Wert unter den betrachteten Ländern. In der
Schweiz ist die Brutto­Bettenauslastung mit 36,1 Prozent leicht
unter jener von Österreich und gegenüber 1992 kaum verän­
dert. Es gab zwei Einbrüche, 1996 und 2003 / 2004, die jedoch
beide positive Wachstumstrends als Folge verzeichnen konn­
ten. Mit einer Brutto­Bettenauslastung von 29,3 Prozent wies
Frankreich 1992 den tiefsten Wert aus. Dieser konnte zwi­
schen 1998 und 2001 markant verbessert werden und er­
reichte 2014 einen Wert von 44 Prozent (Abbildung 4).
En Allemagne, le taux brut d’occupation des lits était de 38,9 %
en 1992 et se situait au­dessus des autres pays. Il a cependant
fortement diminué jusqu’en 1997. En Allemagne, le taux brut
d’occupation des lits est de 41,9 % actuellement. En Italie, qui
enregistre avec 30 % le taux d’occupation le plus bas, la crois­
sance constante réalisée jusqu’en 2001 a cessé et le taux d’oc­
cupation se maintient à un niveau stable depuis. En Autriche,
le taux brut d’occupation des lits a baissé jusqu’en 1997 et
connaît depuis une évolution positive jusqu’à atteindre 39 %
en 2014, ce qui lui vaut la troisième place parmi les pays ana­
lysés. En Suisse, le taux brut d’occupation des lits de 36,1 % se
situe au­dessous de celui de l’Autriche et reste quasi inchangé
depuis 1992. Les deux baisses que la Suisse a connues en 1996
et en 2003 / 2004, ont cependant eu comme conséquence une
tendance positive à la hausse. En 1992, la France enregistrait le
taux brut d’occupation des lits le plus bas avec 29,3 %. Entre
1998 et 2001, ce taux a augmenté de façon considérable pour
atteindre 44 % en 2014 (figure 4).
Abbildung 3 Entwicklung der Logiernächte in Millionen
Figure 3 Développement des nuitées en millions
Abbildung 4 Entwicklung der Brutto-Bettenauslastung
Figure 4 Développement du taux brut d’occupation des lits
300
50 %
250
40 %
200
30 %
150
20 %
100
10 %
50
0%
0
1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014
Deutschland / Allemagne
Frankreich / France
Italien / Italie
Österreich / Autriche
Schweiz / Suisse
Quelle: hotelleriesuisse, diverse statistische Ämter
Source : hotelleriesuisse, divers offices de la statistique
1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014
Deutschland / Allemagne
Frankreich / France
Italien / Italie
Österreich / Autriche
Schweiz / Suisse
Quelle: hotelleriesuisse, diverse statistische Ämter
Source : hotelleriesuisse, divers offices de la statistique
22 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
STEPHAN ALEX ANDER , DANIEL BEERLI hotelleriesuisse
STEPHAN ALEX ANDER , DANIEL BEERLI hotelleriesuisse
Entwicklung des Angebotes
Evolution de l’offre
Die Angebotsseite der Hotel­ und Kurbetriebe in der Schweiz
wird anhand zweier Aspekte analysiert. Einerseits wird auf die
regionalen Unterschiede eingegangen, wobei die Unterteilung
gemäss den Tourismuszonen von Schweiz Tourismus (Berg,
Grossstadt, kleine Stadt und Land) verwendet wird. Anderer­
seits werden die unterschiedlichen Entwicklungen nach den
Kategorien der Schweizer Hotelklassifikation1 betrachtet. Die­
se klassiert Hotel­ und Kurbetriebe in die Basiskategorien von
1­Stern bis 5­Sterne oder ohne Sterne als «Swiss Lodge», eine
Basiskategorie für Mittel­ und Kleinbetriebe. Die Kategorie
Swiss Lodge wurde 2011 als Ersatz für die bisherigen weiteren
Basiskategorien (Restotel, Backpacker­Lodge, Berggasthaus
usw. ) eingeführt. Die Bezeichnung klassierte Betriebe bezieht
sich auf die von hotelleriesuisse angewendete Klassifikation.
L’offre des hôtels et des établissements de cure en Suisse est
généralement analysée sous deux perspectives : d’une part
sous l’angle des différences par région selon les zones touris­
tiques de Suisse Tourisme (montagne, grandes villes, petites
villes et campagne) et, d’autre part, sous l’angle de la classifi­
cation suisse des hôtels.1 Celle­ci range les hôtels et établis­
sements de cure dans l’une des cinq catégories de base 1 à
5 étoiles ou dans la catégorie « Swiss Lodge », une catégorie de
base sans étoile pour les hôtels de petite et moyenne taille. La
catégorie Swiss Lodge a été introduite en 2011, elle remplace
les autres catégories de base en vigueur jusqu’à cette année­là
(Restotel, Backpacker­Lodge, Auberge de montagne etc.). La
désignation des hôtels classés se réfère au système de classifi­
cation utilisé par hotelleriesuisse.
Betriebe
Etablissements
Die Anzahl Hotel­ und Kurbetriebe sank in den letzten 20 Jah­
ren linear um rund 19 Prozent und liegt heute bei 5129 Betrie­
ben. Ein Blick auf die Tourismuszonen zeigt, dass die Berg­
regionen (–19 Prozent), die kleinen Städte (–21 Prozent) sowie
die Landregionen (–26 Prozent) diese Rückgänge mittragen.
Die grossen Städte konnten im gleichen Zeitraum ihr Angebot
um 11 Prozent steigern und machten 2014 einen Anteil von
9,1 Prozent aus. 52,2 Prozent der Hotel­ und Kurbetriebe befin­
den sich in den Bergregionen, 14,4 Prozent in den kleinen Städ­
ten und 24,3 Prozent in Landregionen (Abbildungen 1 und 2).
Die Verteilung der Betriebe nach Tourismusregionen zeigt, dass
die Region Graubünden mit 14,9 Prozent aller Hotel­ und Kur­
betriebe an der Spitze liegt, gefolgt vom Wallis (13,2 Prozent),
der Ostschweiz (11,1 Prozent) und der Region Luzern / Vierwald­
stättersee (10,2 Prozent). Der Rückgang der Betriebe in den
letzten 20 Jahren ging hauptsächlich zulasten der tieferen Ster­
nekategorien. So verzeichnen die 1­Stern­Betriebe (–90,3 Pro­
zent), 2­Sterne­ Betriebe (–67,9 Prozent) und 3­Sterne­Betriebe
(–17,9 Prozent) im Vergleich zu 1994 starke Rückgänge. Den­
noch machen diese drei Kategorien nach wie vor rund einen
Viertel des gesamten Angebotes aus. Zugelegt haben sowohl
die 4­Sterne­Betriebe mit plus 1,6 Prozent als auch die 5­
Sterne­Betriebe mit plus 15,9 Prozent (Abbildungen 3 und 4).
Le nombre d’hôtels et d’établissements de cure a diminué de
façon linéaire d’environ 19 % au cours des 20 dernières années
pour s’établir aujourd’hui à 5129 établissements. L’analyse par
zone touristique révèle que les régions de montagne (–19 %),
les petites villes (–21 %) et les régions de campagne (–26 %)
ont leur part de responsabilité dans ce recul. Les grandes villes
en revanche sont parvenues à augmenter l’offre de 11 % dans
la période citée et elles représentent une part de 9,1 % de
l’offre en 2014. 52,2 % des hôtels et établissements de cure se
trouvent par contre dans les régions de montagne, 14,4 %
dans les petites villes et 24,3 % dans les régions de campagne
(figures 1 et 2). La répartition des établissements par région
touristique montre que les Grisons arrivent en tête avec 14,9 %,
ils sont suivis par le Valais (13,2 %), la Suisse orientale (11,1 %) et
la région Lucerne / Lac des Quatre­Cantons (10,2 %). Le recul
du nombre d’établissements au cours des 20 dernières années
s’est fait principalement au détriment des catégories infé­
rieures. Par rapport à 1994, les catégories ci­après enregistrent
des reculs importants : hôtels 1 étoile (–90,3 %), hôtels 2 étoiles
(–67,9 %) et hôtels 3 étoiles (–17,9 %). Mais ces trois catégories
forment toujours près d’un quart de l’offre globale. Le nombre
des hôtels 4 et 5 étoiles a en revanche progressé avec respec­
tivement +1,6 % et +15,9 % (figures 3 et 4).
Betten
Lits
Ein ganz anderes Bild zeichnet sich bei der Entwicklung der in
Schweizer Hotel­ und Kurbetrieben vorhandenen Betten. Der
Mitte der 1980er­Jahre einsetzende starke Rückgang des Bet­
tenangebotes konnte von 1992 bis 1995 bei relativ konstanten
L’évolution des lits disponibles dans les hôtels et les établisse­
ments de cure en Suisse est totalement différente. Le fort recul
de l’offre de lits qui a marqué le milieu des années 1980 a pu
être provisoirement stoppé entre 1992 et 1995 avec un chiffre
1
hotelleriesuisse ist Eigentümerin der Schweizer Hotelklassifikation.
Die Klassifikationskriterien werden in einem Turnus von fünf Jahren
überarbeitet. Mit der Revision 2011–2015 werden erstmals die harmonisierten Kriterien der Hotelstars Union in Europa angewendet.
1
hotelleriesuisse est propriétaire de la classification suisse des hôtels.
Les critères de classification sont revus tous les cinq ans. La révision
2011–2015 repose pour la première fois sur les critères harmonisés de
l’Hotelstars Union – les étoiles hôtelières européennes.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
23
270 000 Betten vorübergehend gestoppt werden. Ab 1995
sank die Bettenzahl erneut und erreichte 2003 den Tiefpunkt
von 263 024 Betten. Seither entwickelte sich die Kapazität
erneut positiv, mit einem leichten Rückgang ab 2011, und liegt
2014 mit 272 642 vorhandenen Betten ungefähr auf dem Ni­
veau von 1994 (+1,1 Prozent). In den Bergregionen zeigen sich
ähnliche Schwankungen. Mit einem Bettenangebot von 139 383
liegen sie 5,2 Prozent tiefer als 1994, machen aber mit 51,1 Pro­
zent aller vorhandenen Betten dennoch den grössten Anteil
des Angebotes aus. In den kleinen Städten sowie den Land­
regionen verlief die Entwicklung fast durchwegs rückläufig.
Mit 43 793 Betten (–0,1 Prozent gegenüber 1994) bieten die
kleinen Städte 16,1 Prozent aller Betten in der Schweiz an. Die
Landregionen haben in den letzten 20 Jahren 8,5 Prozent des
Angebotes eingebüsst und bieten 36 265 Betten, was einem
Anteil von 13,3 Prozent entspricht. In den grossen Städten ver­
lief die Entwicklung der vorhandenen Betten bis 1997 leicht
rückläufig, nahm seither aber konstant zu. Die grossen Städte
verfügten im Jahr 2014 über 53 202 Betten (+36 Prozent ge­
genüber 1994), was 19,5 Prozent des gesamten Angebotes
ausmacht (Abbildung 2). Die als Swiss Lodge klassierten Be­
triebe verfügen über 2,9 Prozent der vorhandenen Betten.
Rückgänge um 46,2 beziehungsweise 45 Prozent gegenüber
1994 verzeichneten die 1­Stern­ und 2­Sterne­Hotels. Eine Ein­
busse von 12,3 Prozent gab es bei den 3­Sterne­Hotels, die mit
22,8 Prozent aber weiterhin den grössten Anteil der klassierten
Betten ausmachen (Abbildung 5 und 6).
relativement constant de 270 000 lits. Dès 1995, le nombre
de lits a recommencé à diminuer pour atteindre son niveau le
plus bas en 2003 avec 263 024 lits disponibles. Depuis, la ca­
pacité a évolué à nouveau positivement, avec un léger recul
dès 2011, et affiche pour 2014 un nombre de 272 642 lits dis­
ponibles ce qui correspond au niveau de 1994 (+1,1 %). Les ré­
gions de montagne présentent des fluctuations similaires.
Avec une offre de 139 383 lits, elles accusent un recul de 5,2 %
par rapport à 1994. Avec 51,1 % de tous les lits disponibles, les
régions de montagne présentent néanmoins la plus grande
part de l’offre. Dans les petites villes ainsi que dans les régions
de campagne, le recul est quasi constant. Avec 43 793 lits
(–0,1 % par rapport à 1994) les petites villes offrent 16,1 % de
tous les lits en Suisse. Les régions de campagne ont perdu au
cours des 20 dernières années 8,5 % de l’offre des lits, laquelle
s’établit à 36 265 unités, soit une part de 13,3 %. Dans les
grandes villes, l’évolution était quant à elle légèrement à la
baisse jusqu’en 1997, avant d’augmenter de manière constante
depuis. En 2014, les grandes villes disposent de 53 202 lits
(+36 % par rapport à 1994), une part de 19,5 % de l’offre glo­
bale (figure 2). Les établissements classés dans la catégorie
Swiss Lodge offrent 2,9 % des lits disponibles. Les hôtels
1 étoile et 2 étoiles par contre accusent des reculs de l’offre res­
pectivement de 46,2 et 45 % par rapport à l’année 1994. Une
baisse de 12,3 % est à signaler en ce qui concerne les hôtels
3 étoiles, lesquels détiennent néanmoins la part la plus impor­
tante des lits classés avec 22,8 % (figures 5 et 6).
Betriebsstrukturen
Structure des établissements
Wird die Entwicklung der Anzahl Hotelbetriebe in Relation zur
Bettenentwicklung gesetzt, so zeichnet sich ein klarer Trend zu
grösseren Hotel­ und Kurbetrieben ab (Tabelle 1 und Abbil­
dung 7). Lag die Anzahl Betten pro Betrieb im Jahr 1994 noch
bei 42,6 Betten, so ist dieser Wert heute bei 53,2 Betten pro
Betrieb angelangt. Dies entspricht einer Zunahme der durch­
schnittlichen Betriebsgrösse um 24,9 Prozent. Dabei gilt es zu
beachten, dass je nach Standort und Sternekategorie – sowohl
heute wie vor 20 Jahren – die Grösse eines Betriebes stark va­
riieren kann. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich auch in den
Tourismuszonen. In den Bergregionen und in den kleinen Städ­
ten liegen die Betriebe mit durchschnittlich 52,1 beziehungs­
weise 59,3 Betten nahe beim Schweizer Mittel. Mit 29,1 Bet­
ten pro Betrieb sind die Betriebe in den Landregionen einiges
kleiner. Dafür weisen die Betriebe in den grossen Städten deut­
lich grössere Kapazitäten vor. Sie verfügen über durchschnitt­
lich 113,9 Betten.
Le rapport entre l’évolution du nombre d’hôtels et celle du
nombre de lits fait apparaître une nette tendance à des hôtels
et des établissements de cure de plus grande taille (tableau 1
et figure 7). Si le nombre de lits était de 42,6 par établissement
en 1994, il s’élève aujourd’hui à 53,2, ce qui correspond à
une augmentation de 24,9 %. Cela étant, il convient de noter
que la taille d’un établissement peut fortement varier d’une
région et d’une catégorie à l’autre. C’était déjà le cas il y a
20 ans et ça l’est encore aujourd’hui. Des développements
similaires sont observés aussi dans les zones touristiques. Dans
les régions de montagne et les petites villes, les hôtels se rap­
prochent de la moyenne suisse avec respectivement 52,1 et
59,3 lits. Les établissements dans les régions de campagne
sont quelque peu plus petits avec 29,1 lits par établissement.
Dans les grandes villes en revanche, les établissements sont
nettement plus grands, c’est­à­dire qu’ils disposent de 113,9 lits
en moyenne.
Tabelle 1 Trend zu grösseren Betrieben
Tableau 1 Tendance vers des établissements de plus grande taille
Anzahl Betriebe
Anzahl Betten
Ø Betriebsgrösse (in Betten)
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
1994
1999
2004
2009
2014
6 335
5974
5 677
5 533
5 129
269 605
264 501
264 804
273 974
272 642
Nombre de lits
42,6
44,3
46,6
49,5
53,2
Ø Taille de l’hôtel (en nb de lits)
Nombre d’établissements
Source : hotelleriesuisse, OFS
24 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Abbildung 1 Regionale Verteilung der Betriebe
Figure 1 Répartition régionale des établissements
Abbildung 2 Verteilung der Betriebe und Betten in %
Figure 2 Répartition des établissements et des lits en %
7000
100
90
6000
80
5000
70
4000
60
3000
40
2000
30
50
20
1000
10
0
0
Betriebe
1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014
Berg / Montagne
Grossstadt / Grande ville
Kleine Stadt / Petite ville
Land / Campagne
Berg / Montagne
Grossstadt / Grande ville
Betten
Kleine Stadt / Petite ville
Land / Campagne
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
Abbildung 3 Verteilung der Betriebe nach Sternekategorien
Figure 3 Répartition des établissements selon les catégories d’étoiles
Abbildung 4 Anzahl klassierte Betriebe nach Sternekategorien
Figure 4 Etablissements classés selon les catégories d’étoiles
1000
1-Stern / 1 étoile 0,4 %
2-Sterne / 2 étoiles 3,6 %
Nicht klassiert /
Non classés 63,7 %
3-Sterne/
3 étoiles 18,0 %
900
922
800
700
600
4-Sterne/
4 étoiles 9,0 %
500
463
400
300
5-Sterne/
5 étoiles 1,9 %
200
184
100
0
177
95
20
1-Stern
1 étoile
Swiss Lodge 3,5 %
2-Sterne 3-Sterne 4-Sterne 5-Sterne
2 étoiles 3 étoiles 4 étoiles 5 étoiles
Swiss
Lodge
n = 5129
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
Abbildung 5 Verteilung der Betten nach Sternekategorien
Figure 5 Répartition des lits selon les catégories d’étoiles
Abbildung 6 Anzahl Betten in klassierten Betrieben
Figure 6 Nombre de lits dans les établissements classés
70 000
1-Stern / 1 étoile 1,3 %
2-Sterne / 2 étoiles 4,4 %
Nicht klassiert /
Non classés 39,7 %
3-Sterne /
3 étoiles 22,8 %
60 000
62 292
59 617
50 000
40 000
30 000
20 000
Swiss Lodge 2,9 %
5-Sterne /
5 étoiles 6,9 %
4-Sterne /
4 étoiles 21,9 %
18 840
10 000
0
12 091
8 021
3 528
1-Stern 2-Sterne 3-Sterne 4-Sterne 5-Sterne
1 étoile 2 étoiles 3 étoiles 4 étoiles 5 étoiles
n = 272 642
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
Swiss
Lodge
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
25
Innerhalb der Sternekategorien haben sich die 3­ bis
5­Sterne­Hotels kaum verändert und verfügen im Durchschnitt
über 67,6 Betten in 3­Sterne­Hotels, 128,6 Betten in 4­Sterne­
Hotels und 198,3 Betten in 5­Sterne­Hotels. Anders sieht es
bei den 1­Stern­ und 2­Sterne­Hotels sowie der Kategorie
Swiss Lodge aus. Diese konnten die durchschnittliche Grösse
deutlich steigern und verfügen über durchschnittlich 176,4 Bet­
ten in 1­Stern­Hotels, 65,8 Betten in 2­Sterne­Hotels bezie­
hungsweise 45,3 Betten in der Kategorie Swiss Lodge.
Sous l’angle des catégories, le nombre de lits dans les
hôtels 3 à 5 étoiles n’a guère bougé et s’établit en moyenne à
67,6 lits dans les hôtels 3 étoiles, à 128,6 lits dans les hôtels
4 étoiles et à 198,3 lits dans les hôtels 5 étoiles. Il en va diffé­
remment pour les hôtels 1 étoile et 2 étoiles et pour la catégo­
rie Swiss Lodge. Ceux­ci sont parvenus à augmenter leur taille
moyenne et disposent en moyenne de 176,4 lits par établisse­
ment pour les hôtels 1 étoile, de 65,8 lits pour les hôtels
2 étoiles et de 45,3 lits pour la catégorie Swiss Lodge.
Verteilung der Sternekategorien nach Regionen
Répartition des catégories d’étoiles par région
Von allen Hotel­ und Kurbetrieben sind 36,3 Prozent im Rah­
men der Schweizer Hotelklassifikation von hotelleriesuisse
klassiert. Diese Betriebe verfügen über 60,3 Prozent des ge­
samten Bettenangebots und generieren über drei Viertel aller
Logiernächte. Bei der Betrachtung der Verteilung der Sterne
nach Tourismuszonen fällt auf, dass insbesondere in den gros­
sen Städten der Anteil klassierter Betriebe mit 58,2 Prozent
einiges höher ist als in den Bergregionen (39,3 Prozent), den
kleinen Städten (45,1 Prozent) und in den Landregionen, in de­
nen nur gut ein Fünftel der Betriebe klassiert sind. In den gros­
sen Städten machen die 3­ und 4­Sterne­Hotels nahezu die
Hälfte des Angebotes aus (Abbildung 12). In den Bergregionen
(Abbildung 10) und den kleinen Städten (Abbildung 9) tragen
sie 29 Prozent (Berg) beziehungsweise 34,9 Prozent (kleine
Städte) zum Angebot bei. In den Landregionen (Abbildung 11)
machen die 3­ und 4­Sterne­Hotelbetriebe nur gerade 12,1 Pro­
zent aller Hotel­ und Kurbetriebe aus.
36,3 % de la totalité des hôtels et des établissements de cure
sont classés dans le cadre du système de la classification suisse
des hôtels d’hotelleriesuisse. Ces établissements totalisent
60,3 % de l’ensemble de l’offre de lits et génèrent plus des
trois quarts de toutes les nuitées. L’examen de la répartition
des étoiles par zone touristique révèle que dans les grandes
villes notamment, la part des établissements classés, à savoir
58,2 %, est plus élevée que dans les régions de montagne
(39,3 %), dans les petites villes (45,1 %) et que dans les régions
de campagne dans lesquelles seul un bon cinquième des hôtels
est classé. Dans les grandes villes, les hôtels 3 et 4 étoiles
constituent presque la moitié de l’offre (figure 12). Dans les
régions de montagne (figure 10) et dans les petites villes
(figure 9), ces catégories représentent une part de 29 % (mon­
tagne) et de 34,9 % (petites villes) de l’offre. Dans les régions
de campagne (figure 11) les hôtels 3 et 4 étoiles constituent
seulement 12,1 % de tous les hôtels et établissements de cure.
Qualitäts-Gütesiegel bei klassierten Betrieben
Label de qualité dans les établissements classés
Die Anzahl Q­Gütesiegel in den verschiedenen Sternekatego­
rien hat seit 2001 um über 90 Prozent zugenommen (Abbil­
dung 8). Diese Zunahme lässt sich teils durch die Einführung
des Q­Gütesiegels Stufe III im Jahr 2003 erklären, rührt aber
mehrheitlich daher, dass sich Gäste zunehmend für Angebote
entscheiden, bei denen sie sicher sind, dass die Qualität hoch­
stehend ist und sie ihren Preis wert sind. Zudem gewinnen wei­
che Faktoren, wie die Atmosphäre oder freundliche Mitar­
beiter, zunehmend an Wichtigkeit. 2014 waren 32,2 Prozent
der klassierten Hotels mit einem Gütesiegel ausgezeichnet. Die
5­Sterne­Hotels verzeichnen mit 48,8 Prozent den höchsten Q­
Anteil, gefolgt von den 4­Sterne­Hotels (44,3 Prozent) und den
3­Sterne­Betrieben (27,8 Prozent).
Le nombre de labels de qualité dans les différentes catégories
d’étoiles a augmenté de plus de 90 % depuis 2001 (figure 8).
Cette progression s’explique en partie par l’introduction du la­
bel de qualité de niveau III en 2003, mais surtout aussi par le
fait que les hôtes optent de plus en plus pour des offres dont
ils sont sûrs de la qualité et dont ils savent qu’elles valent leur
prix. En outre, des facteurs dits souples, tels que l’ambiance
dans la maison ou l’amabilité des collaborateurs revêtent de
plus en plus d’importance. En 2014, 32,2 % de tous les établis­
sements classés avaient obtenu un label de qualité. Ce sont les
hôtels 5 étoiles qui forment la majeure partie des hôtels label­
lisés (48,8 %), suivis par les hôtels 4 étoiles (44,3 %) et les hô­
tels 3 étoiles (27,8 %).
Harmonisierte Kriterien haben sich bewährt
Les critères harmonisés ont fait leurs preuves
2011 wurden in der Schweiz erstmals die neu entwickelten, eu­
ropäisch harmonisierten Sterne­Kriterien angewendet. Von
2011 bis 2014 hat die Schweizer Hotelklassifikation rund
2200 Entscheide gefällt. Während rund 2 Prozent der Betriebe
in einer tieferen Sterne­Kategorie eingestuft wurden, erfolgte
bei rund 3 Prozent der Hotels eine Einstufung in eine höhere
Sterne­Kategorie. Rund 1300 Betriebe, das heisst fast 60 Pro­
zent der Fälle, wurden über einen Vorentscheid klassiert.
Dieser löste bei den betroffenen Hotels Unterhalts­ oder Er­
satz­Investitionen aus. Dieser Effekt zeigt: Die Schweizer
Les critères de classification harmonisés à l’échelle européenne
ont été appliqués en Suisse pour la première fois en 2011. De­
puis lors et jusqu’en 2014, la classification suisse des hôtels
a rendu environ 2200 décisions. Si près de 2 % des établisse­
ments ont été déclassés durant cette période, 3 % des hôtels
ont été classés dans une catégorie supérieure. Quelque 1300
hôtels, soit près de 60 % des cas, se sont vus notifier une dé­
cision de classification provisoire. Ces établissements étaient
donc incités à réaliser des investissements d’entretien ou de ré­
novation. Cela montre que le système de classification suisse
26 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Abbildung 7 Trend zu grösseren Betrieben in der Schweiz
Figure 7 Tendance vers des établissements de plus grande taille
Abbildung 8 Qualitäts-Gütesiegel pro Sternekategorie, 2014
Figure 8 Labels de qualité par catégorie d’étoiles, 2014
1000
130
900
120
800
700
110
600
500
100
400
90
300
200
80
1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014
100
0
Anz. Betten / Nb de lits
Anz.Betriebe / Nb d’établissements
Ø Betriebsgrösse (in Betten) / Ø Taille de l’hôtel (en nb de lits)
1-Stern
1 étoile
2-Sterne 3-Sterne 4-Sterne 5-Sterne
2 étoiles 3 étoiles 4 étoiles 5 étoiles
Ohne Q / Sans label de qualité
QI
Q II
Swiss
Lodge
Q III
Index 1994 = 100 / Indice 1994 = 100
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
Quelle: hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse
Abbildung 9 Verteilung der Sternekategorien, kleine Städte
Figure 9 Répartition des catégories d’étoiles, petites villes
Abbildung 10 Verteilung der Sternekategorien, Bergregionen
Figure 10 Répartition des catégories d’étoiles, régions de montagne
1-Stern / 1 étoile 0,5 %
2-Sterne / 2 étoiles 3,7 %
1-Stern / 1 étoile 0,2 %
2-Sterne / 2 étoiles 4,6 %
3-Sterne /
3 étoiles 20,4 %
3-Sterne /
3 étoiles 21,1%
Nicht klassiert /
Non classés 54,9 %
4-Sterne /
4 étoiles 13,8 %
Swiss Lodge 2,7 %
Nicht klassiert /
Non classés 60,7 %
4-Sterne /
4 étoiles 8,7 %
5-Sterne /
5 étoiles 1,8 %
5-Sterne /
5 étoiles 2,3 %
Swiss Lodge 4,7 %
n = 2677
n = 739
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
Abbildung 11 Verteilung der Sternekategorien, Landregionen
Figure 11 Répartition des catégories d’étoiles, régions de campagne
Abbildung 12 Verteilung der Sternekategorien, grosse Städte
Figure 12 Répartition des catégories d’étoiles, grandes villes
2-Sterne / 2 étoiles 2,3 %
1-Stern / 1 étoile 0,1 %
3-Sterne / 3 étoiles 9,5 %
1-Stern / 1 étoile 1,9 %
4-Sterne /
4 étoiles 2,6 %
5-Sterne /
5 étoiles 0,2 %
2-Sterne / 2 étoiles 4,9 %
Nicht klassiert /
Non classés 41,8 %
3-Sterne /
3 étoiles 22,1%
Swiss Lodge 1,7 %
4-Sterne /
4 étoiles 20,8 %
Swiss Lodge 2,4 %
Nicht klassiert /
Non classés 83,7 %
n = 1246
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
5-Sterne / 5 étoiles 6,2 %
n = 467
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
27
Hotelklassifikation unterstützt die Wettbewerbsfähigkeit der
Hotellerie aktiv. Insgesamt haben sich sowohl die neuen Krite­
rien als auch das neue System im Markt bewährt. Verschiebun­
gen innerhalb der einzelnen Kategorien sind zwar vorhanden,
aber bei den gut geführten Betrieben wird die Sterne­Klassie­
rung in der Regel bestätigt.
des hôtels stimule la compétitivité de l’hôtellerie de manière
active. Dans l’ensemble, les nouveaux critères tout comme le
nouveau système mis en place ont fait leurs preuves sur le mar­
ché. Il y a certes des changements au sein des différentes caté­
gories, mais dans les hôtels bien gérés, le nombre d’étoiles est
généralement confirmé.
Neues Verfahren eingeführt
Des changements dans la procédure
Um den kontinuierlichen Optimierungsprozess der Schweizer
Hotellerie noch besser zu unterstützen, ist im 2014 der Be­
suchsrhythmus angepasst worden: Die Sterne­ und die Spezia­
lisierungskategorien sind ab dem Zeitpunkt der Überprüfung
drei Jahre gültig. Damit werden die Betriebe häufiger besucht.
Zusätzlich kann die Klassierung vor Ablauf der Gültigkeit er­
neut geprüft werden, wenn ein Hotel bei den Gästebewertun­
gen weit unterdurchschnittlich abschneidet. Mit diesem euro­
paweit einmaligen Vorgehen soll bei den Gästen die Bedeutung
der Schweizer Hotelklassifikation als Qualitätssiegel gestärkt
werden. Die Umstellungen sind bereits in den Prüfverfahren
der Schweizer Hotelklassifikation verankert.
Pour améliorer encore le processus d’optimisation continu de
l’hôtellerie suisse, le rythme des audits a été adapté en 2014 :
les catégories étoilées et les catégories de spécialisations sont
valables trois ans à compter de la date de l‘audit. Les établisse­
ments sont donc contrôlés plus souvent. De plus, la classifica­
tion peut être évaluée une nouvelle fois avant l’expiration de sa
validité si les avis de la clientèle sur l’hôtel donnent lieu à des
résultats largement inférieurs à la moyenne. Cette manière de
procéder unique en Europe vise à accroître l’importance de la
classification suisse des hôtels en tant que label de qualité au­
près des hôtes. Ces changements sont déjà introduits dans les
procédures d’audits de la classification suisse des hôtels.
Revision 2015–2020 der Klassifikationskriterien
Révision 2015–2020 des critères de classification
Die europäisch harmonisierten Klassifikationskriterien werden
alle sechs Jahre revidiert. Die letzte Überarbeitung erfolgte un­
ter der Federführung der Schweiz und konnte 2014 abge­
schlossen werden. Die Revision der Kriterien basierte auf einer
Marktbefragung. Im Vergleich zu den bis Ende 2014 gültigen
Sterne­Kriterien gewichten die ab 2015 gültigen Kriterien ins­
besondere diese vier Themen stärker: Schlafkomfort, IT­Mobi­
lität und Konnektivität, Sicherheit der Gäste und Nachhaltige
Betriebsführung. Die Umsetzung läuft bereits und erfolgt nach
neu eingeführtem Klassifikationsverfahren.
Les critères de classification harmonisés à l’échelle européenne
seront révisés tous les six ans. La dernière révision s’est dérou­
lée sous la houlette de la Suisse et s’est achevée en 2014. Les
critères ont été adaptés sur la base des résultats d’une enquête
de marché. En comparaison avec les critères en vigueur jusqu’à
la fin 2014, ceux valables à partir de 2015 donnent plus de
poids au confort de couchage, à la mobilité informatique et la
connectivité, à la sécurité des hôtes et à la gestion durable de
l’établissement. Ces critères s’appliquent dès 2015 selon la
nouvelle procédure de classification mise en place.
Die Spezialisierungskategorien
Les catégories de spécialisation
Neben den 1­ bis 5­Sterne­Kategorien und Swiss Lodge kann
ein Hotel innerhalb des Schweizer Hotelklassifikationssystems
auch unterschiedliche Spezialisierungskategorien erlangen.
Die Sternekategorien bilden dabei für den Gast eine Orientie­
rungshilfe, die ihm aufzeigt welche Infrastruktur, Einrichtungs­
standards und Dienstleistungen er im Hotel erwarten kann.
Auf der anderen Seite präzisieren die Spezialisierungskategori­
en die Ausrichtung eines Hotels auf ein spezifisches Gästeseg­
ment, damit der Gast seine Auswahl zusätzlich zum Preis, den
Sternen und den Bewertungen auch nach seinen persönlichen
Bedürfnissen wie Wellness, Wandern etc. eingrenzen kann.
Dieses System wurde auch von den globalen und nationalen
Buchungsportalen aufgenommen. Während die Positionierun­
gen aber bei den globalen Buchungsplattformen auf reiner
Selbstdeklaration basieren, ist bei jeder Spezialisierungskate­
gorie von hotelleriesuisse ein Kriterienkatalog hinterlegt, wel­
cher von den Auditoren vor Ort überprüft wird. Dadurch
werden die Aussagekraft und der Wert der Spezialisierung für
den Gast erhöht.
Die beiden letzten von hotelleriesuisse neu im Markt
eingeführten Spezialisierungskategorien sind die Green Living
En plus des catégories de 1 à 5 étoiles et Swiss Lodge, un hô­
tel peut aussi demander d’être classé dans les différentes caté­
gories de spécialisation auquel le système suisse de classifica­
tion donne accès. Si les étoiles constituent pour l’hôte un
repère quant au niveau d’infrastructure, d’équipement et de
prestations qu’il est en droit d’attendre d’un hôtel, les spéciali­
sations lui donneront des précisions quant à l’orientation de
l’établissement vers un segment de clientèle spécifique. Avec
ce système introduit il y a plusieurs années déjà, hotellerie­
suisse a tracé une voie suivie depuis par les portails de réserva­
tion internationaux: l’hôte peut cibler sa recherche en fonction
de ses désirs individuels tels que wellness, randonnée, etc., en
plus de critères comme le prix, le nombre d’étoiles et les avis
des hôtes. Mais si le positionnement de l’établissement sur les
plateformes internationales de réservation repose uniquement
sur la déclaration personnelle de l’hôtelier, dans le système de
classification officiel d’hotelleriesuisse, l’hôtel qui vise une spé­
cialisation doit satisfaire à un catalogue de critères, lesquels
sont ensuite vérifiés sur place par des auditeurs.
Les deux dernières catégories de spécialisation mises sur le
marché par hotelleriesuisse sont les Green Living Hotels et les
28 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Hotels und die Sustainable Living Hotels. Sie zeichnen Hotels
aus, welche sich der nachhaltigen Betriebsführung verpflich­
ten. Die in den Jahren 2013 / 2014 eingeführten Kategorien ba­
sieren auf bereits im Markt bestehenden Labels und Zertifika­
ten, welche von hotelleriesuisse anerkannt werden. Per Ende
Jahr waren gut 100 Hotels mit einer der beiden oder sogar mit
beiden Spezialisierungskategorien ausgezeichnet. Dies macht
bei den klassierten Hotels bereits einen Anteil von rund 5 Pro­
zent aus. Gruppen wie die Schweizer Jugendherbergen und
Ibis sind hier die Vorreiter: In diesen Gruppen ist jeweils der
grösste Teil der Hotelbetriebe mit einer der beiden Spezialisie­
rungskategorien ausgezeichnet. Aber auch die individuellen
Hotels ziehen nach. Viele Hotels, die ein umfassendes Quali­
tätsmanagement einführen, implementieren gleichzeitig ein
Umweltmanagementsystem, das für die Spezialisierung Green
Living anerkannt ist. hotelleriesuisse prüft laufend weitere La­
bels und Zertifikate, welche für diese Spezialisierungskategorie
anerkannt werden sollen. Deshalb ist es realistisch, dass bis
Ende 2016 10 Prozent der klassierten Hotels mit einer der bei­
den Spezialisierungen ausgezeichnet sein werden.
Sustainable Living Hotels. Ces établissements se distinguent
par leur engagement en faveur d’une gestion durable. Ces
catégories de spécialisation introduites dans les années
2013 / 2014 sont attribuées sur présentation de labels et de cer­
tificats existant sur le marché et reconnus par hotelleriesuisse.
A la fin de l’année, une bonne centaine d’hôtels avait obtenu
l’une, voire les deux spécialisations. Cela représente déjà une
part de 5 % des hôtels classés. Des groupes comme Ibis ou les
Auberges de Jeunesse Suisses sont pionniers dans ce domaine.
Ils regroupent en effet la plus forte proportion d’hôtels classés
dans l’une ou les deux catégories de spécialisation. Mais les
hôtels particuliers suivent aussi la tendance. Les nombreux
établissements qui ont mis en place un système complet de
gestion de la qualité introduisent en même temps l’un des sys­
tèmes de gestion de l’environnement reconnu pour obtenir la
spécialisation Green Living. hotelleriesuisse étudie régulière­
ment si d’autres labels ou certificats peuvent être reconnus
pour l’attribution de ces catégories de spécialisation. Aussi est­
il réaliste de penser que d’ici à la fin 2016, 10 % des hôtels
classés se distingueront par l’une des deux spécialisations.
Überarbeitete Wellness-Kriterien und Integration
von Medical-Wellness-Kriterien
Révision des critères wellness et intégration des
critères medical wellness
Die Kriterien für die Spezialisierungen Wellness I und Wellness
II Hotels wurden komplett überarbeitet. Dabei wurden die Po­
sitionierungen Medical Wellness sowie Spa neu in das System
integriert: Das Hotel entscheidet sich nun in einem ersten
Schritt für eine der beiden Ausrichtungen Wellness oder Medi­
cal Wellness. Danach steht es dem Betrieb offen, sich – je nach
Angebot – mit dem Zusatz «& Spa» auszuzeichnen. Sie haben
somit die Wahl, sich entweder als Wellness & Spa Hotel oder
als Medical Wellness & Spa Hotel zu positionieren.
Die Anpassungen der Kriterien bei den Wellness Hotels
und Medical Wellness Hotels erfolgten dabei nach dem Prinzip
«Hardware follows Software»: Die Dienstleistungen haben ge­
genüber der reinen Infrastruktur deutlich an Bedeutung ge­
wonnen. Dies führt zum gewünschten Effekt, dass sich auch
kleine Betriebe mit einer klaren Positionierung im Wellness­
und Medical­Wellness­Markt ausrichten können. Des Weite­
ren bleibt damit das System auch für neue und innovative Kon­
zepte offen. Die Einführung erfolgt rollend. Die Hotels werden
in der Vermarktung dieser Spezialisierung von Schweiz Touris­
mus via Themenkampagne unterstützt.
Les critères applicables aux spécialisations wellness I et well­
ness II ont été entièrement revus. Les positionnements medical
wellness et spa ont notamment été intégrés dans le système :
l’hôtel opte désormais dans un premier temps pour l’une des
deux orientations principales, à savoir wellness ou medical
wellness. Selon l’offre supplémentaire dont il dispose, l’établis­
sement peut obtenir ensuite la distinction « & spa ». Ces éta­
blissements peuvent ensuite se positionner soit comme hôtel
wellness & spa soit comme hôtel medical wellness & spa.
Les adaptations des critères applicables aux hôtels well­
ness et medical wellness ont été réalisées selon le principe
« Hardware follows Software » : l’importance des prestations
de services a clairement gagné du terrain par rapport à
l’infrastructure pure et simple. Cela a pour effet heureux que
les petits hôtels peuvent aussi se positionner sur le marché du
wellness et du medical wellness. De plus le programme reste
ainsi ouvert à de nouveaux concepts innovants. Ces derniers
sont mis en place au fur et à mesure de leur aboutissement. La
promotion des hôtels est favorisée par Suisse Tourisme via les
campagnes thématiques.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
29
STEPHAN ALEX ANDER hotelleriesuisse
STEPHAN ALEX ANDER hotelleriesuisse
Investitionen und Unterhalt
Investissements et entretien
Im Rahmen der Studie «Hochbauprognose 2013–2019. Pro­
gnosen und Analysen zur Schweizer Bauwirtschaft» hat BAK
Basel Economics AG die Bautätigkeit für verschiedene Bran­
chen in den Bereichen Infrastrukturbau, Wohnbau und Be­
triebsbau sowie die regionale Entwicklung des Bauvolumens
analysiert. Die Resultate der Hotel­ und Restaurantbauten sind
im Folgenden wiedergegeben.
Dans le cadre de ses prévisions et analyses 2013–2019 pour le
secteur du bâtiment, BAK Basel Economics AG a analysé les ac­
tivités de construction pour diverses branches dans les do­
maines des infrastructures, des logements et des exploitations.
L’institut s’est aussi penché sur le volume des constructions à
l’échelle régionale. Le présent article présente les résultats
concernant la construction d’hôtels et de restaurants.
Historische Entwicklung
Evolution historique
In der Schweizer Hotellerie haben einzelne Grossprojekte ei­
nen sehr grossen Einfluss auf die Gesamtentwicklung der
Bauinvestitionen. Dies erklärt die traditionell hohe Volatilität in
diesem Bausegment. Starke Schwankungen zeigen sich dem­
entsprechend in der Historie: Während die realen Hotelbau­
aufwendungen in den Jahren 2006, 2007 und 2011 im zwei­
stelligen Prozentbereich zulegten, waren sie 2008 und 2010 in
ähnlichem Umfang rückläufig. Im Jahr 2012 war gemäss der
jährlichen Bau­ und Wohnbaustatistik des Bundesamts für Sta­
tistik (BFS) ein leichter Rückgang der Hotelbauinvestitionen zu
verzeichnen (–1,6 Prozent).1 Während die Investitionstätigkeit
im Umbau­ / Renovationsbereich stabil ausfiel (+1,1 Prozent),
kam es im Neubausektor zu einem spürbaren Rückgang der
Bautätigkeit (–6,6 Prozent). Ein vollkommen anderes Bild zeigt
sich für das Jahr 2013: Dank umfangreicher Bauarbeiten an
zahlreichen Grossprojekten wie z. B. dem Kameha Grand in Zü­
rich, dem Stilli Park Davos oder dem Andermatt Chedi stiegen
die Neubauinvestitionen massiv, nämlich um fast 50 Prozent.
Die Umbau­ / Renovationsaufwendungen sanken dagegen um
6,2 Prozent. Insgesamt resultierte damit für 2013 ein Anstieg
der Hotelbautätigkeit von 11,8 Prozent (Tabelle 1).
Dans l’hôtellerie suisse, certains grands projets pèsent très
lourd sur le cours des investissements, d’où le caractère très vo­
latile qui caractérise traditionnellement les dépenses dans ce
secteur. En conséquence, l’historique des données fait appa­
raître d’importantes fluctuations. Alors que les dépenses
réelles des constructions affichaient des taux de progression à
deux chiffres en 2006, 2007 et 2011, elles ont reculé dans des
proportions semblables en 2008 et 2010. Pour l’année 2012, la
statistique annuelle de la construction et des logements de
l’Office fédéral de la statistique (OFS) fait état d’un léger recul
des investissements dans la construction hôtelière (–1,6 %).1
Alors que les investissements étaient restés stables (+1,1 %)
dans le domaine transformations / rénovations, l’activité s’était
sensiblement tassée dans le domaine des nouvelles construc­
tions (–6,6 %). Le tableau est différent pour l’année 2013 : à la
faveur des grands chantiers tels que ceux du Kameha Grand à
Zurich, du Stilli Park Davos ou du Andermatt Chedi, les inves­
tissements dans les nouvelles constructions ont bondi de près
de 50 %. En revanche, les dépenses au titre des transforma­
tions et rénovations ont chuté de 6,2 %. Au total, l’activité de
construction a progressé de 11,8 % en 2013 (tableau 1).
Geschätzte Entwicklung im Jahr 2014
Prévisions our l’année 2014
Im vergangenen Jahr 2014 dürfte sich der Aufwärtstrend der
realen Bauaufwendungen im Hotelwesen gemäss unseren
Schätzungen in abgeschwächtem Masse fortgesetzt haben
(+3,1 Prozent). Der vom BFS erhobene Arbeitsvorrat deutet ins­
besondere auf eine stark gestiegene Umbauaktivität hin
(+12,3 Prozent). Die Neubauinvestitionen konnten hingegen
das sehr hohe Investitionsvolumen des Vorjahres wahrschein­
lich nicht halten (–8,8 Prozent). Dass dieser Rückgang nicht
stärker ausfällt, ist unter anderem Grossprojekten wie dem Lu­
xus Resort Aminona oder den laufenden Arbeiten am Bürgen­
stock Resort zu verdanken. Somit bleibt die Neubautätigkeit
2014 trotz des Rückgangs im historischen Vergleich auf recht
Selon nos estimations, les dépenses de construction réelles
sont probablement restées orientées à la hausse en 2014, avec
une progression toutefois ralentie (+3,1 %). Les réserves de tra­
vail recensées par l’OFS indiquent en particulier une forte
hausse de l’activité de transformation (+12,3 %). En revanche,
les investissements dans les nouvelles constructions ne de­
vraient pas avoir atteint le haut niveau de l’année précédente
(–8,8 %). Si le recul n’est finalement pas plus marqué, on le
doit surtout aux projets d’envergure tels que le resort de luxe
Aminona ou le grand chantier en cours au Bürgenstock. Du
coup, le volume des nouvelles constructions demeure en 2014
à un niveau relativement élevé, malgré la baisse enregistrée par
1
Das Bundesamt für Statistik (BFS) revidierte die jährliche Bau- und
Wohnbaustatistik und passte die Erhebungsart der Bautätigkeit
ab dem Jahr 2012 an. Im Rahmen dieser Revision wurden die historischen Investitionsvolumen im Hotelbau für das Jahr 2012 spürbar
nach unten korrigiert.
1
L’Office fédéral de la statistique (OFS) a procédé à une révision de
la statistique annuelle de la construction et des logements et adapté
le mode de recensement de l’activité de construction à partir de
2012. Les volumes d’investissements historiques dans la construction
d’hôtels ont été sensiblement revus à la baisse pour 2012.
30 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Tabelle 1 Bauaufwendungen: Hotel- und Restaurantbauten
Tableau 1 Dépenses de construction : hôtels et restaurants
Gesamt
Total
Veränderung*
Variation*
Neubau
Nouvelles
constructions
Veränderung*
Variation*
Umbau und Unterhalt
Transformation
et entretien
Veränderung*
Variation*
2010
818 Mio. CHF
–14,7 %
256 Mio. CHF
–15,8 %
562 Mio. CHF
–14,1 %
2011
924 Mio. CHF
12,9 %
318 Mio. CHF
24,3 %
606 Mio. CHF
7,7 %
Jahr
Année
2012
909 Mio. CHF
–1,6 %
297 Mio. CHF
–6,6 %
612 Mio. CHF
1,1 %
2013
1017 Mio. CHF
11,8 %
443 Mio. CHF
49,1 %
574 Mio. CHF
–6,2 %
2014
1048 Mio. CHF
3,1 %
404 Mio. CHF
–8,8 %
645 Mio. CHF
12,3 %
2015
980 Mio. CHF
–6,6 %
363 Mio. CHF
–10,1 %
617 Mio. CHF
–4,4 %
2016
930 Mio. CHF
–5,1 %
346 Mio. CHF
–4,7 %
584 Mio. CHF
–5,3 %
2017
902 Mio. CHF
–3,1 %
332 Mio. CHF
–4,2 %
570 Mio. CHF
–2,4 %
2018
936 Mio. CHF
3,8 %
342 Mio. CHF
3,1 %
594 Mio. CHF
4,2 %
2019
947 Mio. CHF
1,2 %
332 Mio. CHF
–2,8 %
615 Mio. CHF
3,5 %
2020
968 Mio. CHF
2,3 %
338 Mio. CHF
1,7 %
630 Mio. CHF
2,6 %
* Veränderung gegenüber dem Vorjahr.
Real, Preisbasis 2013, ab 2013 = Prognosen
* Variation par rapport à l’année précédente
Réel, prix de base 2013, dès 2013 = pronostics
Quelle: BFS, BAKBASEL
Source : BAKBASEL, OFS
hohem Niveau. Insgesamt gehen wir davon aus, dass 2014
etwa 1048 Millionen Franken (ausgedrückt zu Preisen des Jah­
res 2013) im Hotel­ und Restaurantbau verbaut worden sind.
Dabei entfallen etwas mehr als 60 Prozent des Investitions­
volumens auf den Umbau­ / Renovationsbereich.
rapport aux années précédentes. Globalement, on peut
admettre que 1048 millions de francs (exprimés en prix de
l’année 2013) ont été engagés en 2014 dans la construction
d’hôtels et de restaurants, dont plus de 60 % au titre de trans­
formations et de rénovations.
Prognoseindikatoren
Indicateurs prévisionnels
Die hohe Bedeutung der Grossprojekte für das Hotel­ und Res­
taurantbau­Segment zeigt sich auch an der stark schwanken­
den Anzahl an Baubewilligungen und ­gesuchen. Im Verlauf
des Jahres 2014 war ein deutlicher Rückgang des bewilligten
Bauvolumens im Hotelneubau zu verzeichnen. Dies deutet für
2015 auf eine rückläufige Bautätigkeit hin. Auch hinsichtlich
der Umbauten und Sanierungen im Hotel­Segment hat das be­
willigte Bauvolumen im Jahresverlauf 2014 nachgelassen. Zu­
dem ist bei den Baugesuchen ein Abwärtstrend zu erkennen.
Dies spricht für einen Rückgang der Bauinvestitionen im Um­
bau­ / Renovationsbereich in den kommenden Jahren 2015 und
2016.
Le poids important des projets de grande envergure pour le
segment des hôtels et restaurants se reflète aussi dans la forte
marge de fluctuation des demandes de permis de construire et
des autorisations délivrées. Pour l’année 2014, on recense un
net recul du volume des nouvelles constructions autorisées du
secteur hôtelier. Ce fait laisse augurer d’une baisse de l’activi­
té de construction en 2015. S’agissant des transformations et
rénovations, le volume des constructions autorisées a égale­
ment fléchi en 2014, de même que l’on observe une baisse
tendancielle du volume des demandes de permis, ce qui an­
nonce un recul des investissements dans le domaine des trans­
formations et rénovations pour 2015 et 2016.
Kurzfristprognosen 2015 und 2016
Prévisions à court terme 2015 et 2016
In der kurzen Frist gehen wir davon aus, dass die Bauaufwen­
dungen im Hotel­ und Restaurantbau sinken werden. Mehrere
Faktoren sprechen für eine gebremste Entwicklung in den
nächsten Jahren: Erstens deuten die vorlaufenden Indikatoren
(Baubewilligungen und ­gesuche) sowohl im Neubau­ als auch
im Umbau­ / Renovationsbereich auf eine sinkende Bautätig­
keit hin. Zweitens wird die Zweitwohnungsinitiative den Hotel­
bausektor belasten, da der Bau und der Verkauf resp. die Ver­
mietung von Zweitwohnungen in der Vergangenheit eine
häufig genutzte Finanzierungsmassnahme beim Bau neuer
Hotels darstellte. Somit erschweren sich die Finanzierungs­
bedingungen für neue Hotels in den von der Zweitwohnungs­
initiative betroffenen Regionen. Die Zweitwohnungsinitiative
A brève échéance, les dépenses de construction d’hôtels et de
restaurants devraient diminuer. Plusieurs facteurs parlent pour
un ralentissement de l’activité dans les prochaines années :
d’abord les indicateurs précurseurs (permis de construire déli­
vrés et sollicités) tant pour les nouvelles constructions que pour
les transformations et rénovations. Ensuite, l’initiative sur les
résidences secondaires qui pèsera sur la construction hôtelière,
puisque la construction et la vente ou location de résidences
secondaires constituaient autrefois un moyen de financement
courant pour la construction de nouveaux établissements. Les
conditions de financement se durcissent désormais pour les
nouveaux établissements dans les régions touchées par l’initia­
tive Weber. Les retombées de l’initiative devraient conduire en
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
Abbildung 1 Entwicklung der indexierten Bauausgaben:
Hotel- und Restaurantbauten
31
Figure 1 Evolution de l’indice des dépenses de construction :
hôtels et restaurants
400
Prognosen / Pronostics
350
300
250
200
150
100
50
0
1980
1982
1984
Gesamt / Total
1986
1988
1990
1992
1994
Neubau / Nouvelles constructions
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
2018
2020
Umbau und Unterhalt /Transformation et entretien
Indexiertes reales Investitionsvolumen, 1980 = 100
Indice du volume d’investissements réel, 1980 = 100
Quelle: BAKBASEL, BFS
Source : BAKBASEL, OFS
Abbildung 2 Neu eröffnete und in Realisierung befindliche Hotelund Feriendorfprojekte in der Schweiz nach Eröffnungsjahr
Figure 2 Projets d’hôtels et de villages de vacances inaugurés et en cours
de réalisation en Suisse, par annéee d’ouverture
Andere / Nicht
zugewiesen
Economy
Mittelklasse
Erste Klasse
Luxus
3000
3000
2500
2500
2000
2000
1500
1500
1000
1000
500
500
0
0
2012
Quelle: BHP – Hanser und Partner AG
2013
2014
2015
2016
2017
Nombre d’unités (chambres / appartements)
2015 et 2016 à un ajustement vers le bas, notamment pour les
nouvelles constructions. L’ordonnance d’application prévue
pour l’été 2015 déterminera les critères selon lesquels les hô­
tels existants pourront être transformés en résidences secon­
daires. L’incertitude devrait également freiner les dépenses de
transformation et de rénovation. Troisième facteur, l’abolition
du taux plancher du franc par rapport à l’euro ajoute encore à
l’incertitude. L’envolée du franc amoindrit la compétitivité prix
et place l’industrie touristique suisse face à des difficultés de
taille. De plus, le franc fort réduit la marge de manœuvre finan­
cière des investisseurs étrangers, ce qui aura sans doute pour
effet de modérer la disponibilité d’investissement dans de nou­
velles constructions hôtelières.
En résumé, il faut s’attendre pour 2015 à un fléchissement
de 6,6 % des dépenses réelles au titre des constructions hôte­
lières. Tant dans le domaine des nouvelles constructions que
dans celui les transformations, on devrait observer une nette
Anzahl Einheiten (Zimmer / Wohnungen)
dürfte 2015 und 2016 vor allem bei den Neubauten zu einer
Niveauanpassung nach unten führen. Die Verordnung, die auf
Sommer 2015 erwartet wird, wird die Bestimmungen konkre­
tisieren, zu welchen Hotels in Zweitwohnungen umgewandelt
werden dürfen. Die Unsicherheit dürfte die Umbau­ / Renovati­
onsaufwendungen vorübergehend bremsen. Drittens sorgt
die Aufhebung des Franken­Mindestkurses zum Euro für Unsi­
cherheit. Die massive Aufwertung des Frankens schwächt die
preisliche Wettbewerbsfähigkeit und stellt die Schweizer Tou­
rismusindustrie vor grosse Herausforderungen. Zudem redu­
ziert der starke Franken den finanziellen Spielraum potenzieller
ausländischer Investoren. Dies dürfte sich dämpfend auf die
Investitionsbereitschaft für neue Hotelbauprojekte auswirken.
Zusammenfassend erwarten wir im laufenden Jahr 2015
einen Rückgang der realen Bauaufwendungen von 6,6 Prozent
im Hotelbau. Sowohl im Neubau­ als auch im Umbaubereich
ist von deutlich sinkenden Bauaufwendungen auszugehen
Autre
Economy
Classe
moyenne
1re classe
Luxe
2018
Source : BHP – Hanser und Partner SA
32 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
(–10,1 Prozent bzw. –4,4 Prozent). Für das Jahr 2016 wird ein
weiterer Rückgang der Bauaufwendungen von 5,1 Prozent
prognostiziert. Dies betrifft den Neubaubereich (–4,7 Prozent)
und den Umbau­ / Renovationsbereich (–5,3 Prozent) etwa im
gleichen Umfang.
baisse des dépenses de construction (–10,1 % ou –4,4 %). Pour
l’année 2016, on prévoit une nouvelle baisse des dépenses à
hauteur de 5,1 % qui touchera dans une proportion quasi
égale les nouvelles constructions (–4,7 %) et le secteur des ré­
novations / transformations (–5,3 %).
Mittelfristprognosen 2016 bis 2020
Prévisions à moyen terme 2016 à 2020
Mittelfristig dürfte sich die Bautätigkeit stabilisieren. Insbeson­
dere im Umbau­ / Renovationsbereich sind im späteren Prog­
nosezeitraum wieder anziehende Investitionen wahrscheinlich,
da in der Vergangenheit relativ wenig in die Renovation von
Hotelanlagen und Restaurants investiert wurde und Nachhol­
bedarf besteht. Ein Teil des in den letzten Jahren aufgestauten
Sanierungsbedarfs sollte bis 2020 realisiert werden. Die Hotel­
besitzer sind gezwungen, ihre Gebäude und Angebote zu mo­
dernisieren, um trotz des starken Frankens wettbewerbsfähig
zu bleiben. Allerdings ist mittelfristig von steigenden Zinsen
und deshalb von weniger günstigen Finanzierungsbedingun­
gen auszugehen.
Im Hotelneubaubereich sind die Perspektiven verhalten.
Zwar wird die hohe Attraktivität der Alpengebiete auch wei­
terhin neue Investoren im Hotelneubau anziehen. Doch das
hohe Neubauvolumen der Jahre 2013 und 2014 kann wohl
auch mittelfristig nicht wieder erreicht werden. Zahlreiche
Grossprojekte dürften bis 2017 / 2018 fertiggestellt werden
(z. B. Bürgenstock Resort, grosse Teile des Andermatt Resorts,
Aminona Resort), und es ist fraglich, ob dieser Wegfall an In­
vestitionsvolumen vollständig kompensiert werden kann. Auf­
grund des grossen Einflusses der Grossprojekte ist das Progno­
serisiko in dieser Baukategorie allerdings besonders hoch. Falls
bisher noch nicht bekannte, neue Grossprojekte in Angriff ge­
nommen werden, könnte es auch im Neubaubereich mittelfris­
tig zu einer besseren Entwicklung kommen.
Zusammenfassend gehen wir davon aus, dass die Umbau­
aufwendungen zwischen 2016 und 2020 um durchschnittlich
0,4 Prozent pro Jahr zulegen können. Demgegenüber steht
mittelfristig ein Rückgang der Neubauausgaben um durch­
schnittlich 1,4 Prozent pro Jahr. Insgesamt erwarten wir, dass
die gesamten Hotelbau­Investitionen bis zum Ende des Pro­
gnosezeitraums stagnieren werden (durchschnittlich –0,2 %
pro Jahr). Das reale Investitionsvolumen dürfte am Ende des
Prognosezeitraums 2020 somit bei etwa 970 Millionen Fran­
ken pro Jahr liegen (Tabelle 1).
A moyen terme, l’activité de construction devrait se stabiliser.
Il y a fort à parier que les investissements repartent à la hausse
dans le secteur des transformations / rénovations vers la fin de
la période de projection, dès lors que l’on a relativement peu
investi par le passé dans la rénovation des installations hôte­
lières et des restaurants et qu’il existe en la matière un besoin
de rattrapage évident. D’ici 2020, il faudra répondre en partie
aux besoins d’assainissement cumulés, car les propriétaires
sont contraints de moderniser leurs bâtiments et leurs offres
pour rester compétitifs malgré le franc fort. Toutefois, il faut
s’attendre à moyen terme à une hausse des taux d’intérêt et à
des conditions de financement moins favorables.
Dans le domaine des nouvelles constructions, les perspec­
tives restent modestes. Certes, les régions alpines garderont
tout leur attrait pour des investisseurs dans les constructions à
neuf, mais il est fort improbable que l’on puisse renouer à
moyen terme avec les volumes élevés enregistrés en 2013 et
2014. De nombreux grands projets devraient être achevés d’ici
2017 / 2018 (Bürgenstock Resort, pans importants de l‘Ander­
matt Resort, Aminona Resort) et on peut se demander si la dis­
parition de ces volumes d’investissement sera entièrement
compensée. Compte tenu du poids des grands projets, le
risque prévisionnel demeure important dans cette catégorie de
constructions. Si de nouveaux projets encore inconnus à ce
jour étaient mis en chantier, la catégorie des nouvelles construc­
tions pourrait connaître un développement plus favorable.
En résumé, nous partons de l’idée que les dépenses de
transformation pourront augmenter annuellement de 0,4 %
entre 2016 et 2020. En revanche, les dépenses au titre des
nouvelles constructions devraient reculer en moyenne de
1,4 % par an. Globalement, on peut s’attendre à une stagna­
tion de l’ensemble des investissements dans les constructions
hôtelières (–0,2 % par an en moyenne) jusqu’à la fin de la pé­
riode prévisionnelle. Ainsi le volume réel des investissements
devrait s’établir à 970 millions de francs par an en 2020, à la fin
de la période prévisionnelle (tableau 1).
Hotel- und Feriendorfprojekte
Projets d’hôtels et de villages de vacances
Hotelmonitoring2
Im
erfasst die Beratungsfirma BHP – Hanser
und Partner AG die aktuellen Hotel­ und Feriendorfprojekte in
der Schweiz. Derzeit zeigt die Datenbank rund 130 Projekte,
die seit der systematischen Erfassung öffentlich angekündigt
2
Im Hotelmonitoring erfasst die Beratungsfirma BHP – Hanser und
Partner AG neu angekündigte und sich in Realisierung befindliche
kommerzielle touristische Beherbergungsprojekte (Hotels, Resorts,
Feriendörfer), über welche in den Medien berichtet wird. Das Monitoring gibt, trotz Unvollständigkeit der Daten, eine verlässliche Gesamtübersicht über die Dynamik der Schweizer Hotelentwicklung.
L’institut de conseil BHP – Hanser und Partner AG recense dans
le monitoring hôtelier2, les projets hôteliers et de villages de va­
cances en Suisse. La base de données correspondante compte
actuellement quelque 130 projets, qui ont été annoncés pu­
2
Dans son monitoring des projets hôteliers, la société de conseil BHP –
Hanser und Partner AG recense les projets d’hébergement touristique à caractère commercial (hôtels, resorts, villages de vacances)
annoncés et en cours de réalisation dont les journaux ont rendu
compte. Le monitoring constitue, en dépit de ses lacunes, un aperçu
fiable de la dynamique du développement des hôtels en Suisse.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
Tabelle 2 2014 eröffnete Hotel- und Feriendorfprojekte
33
Tableau 2 Projets d’hôtels et de villages de vacances inaugurés en 2014
Projekt
Projet
Kategorie
Catégorie
Sheraton Zürich Hotel
Erste Klasse / 1re classe
Hotel Säntispark Migros
Mittelklasse / classe moyenne
Klasse / 1re
Anzahl Zimmer
Nb de chambres
Wohnungen
Appartements
Investitionen
Investissement
197
100 Mio. CHF
66
40 Mio. CHF
Novotel Basel City
Erste
REKA Feriendorf Blatten
Andere / autres
Nobelhotel Flüela Davos
Unique / unique
WellnessHostel4000
Economy / economy
Hotel Schlossberg Thun
Boutique / boutique
18
10 Mio. CHF
Jugendherberge Saanen
Andere / autres
42
10 Mio. CHF
«Militärkantine» St. Gallen
Andere / autres
21
8 Mio. CHF
Best Western Hotel Wartmann
Erste Klasse / 1re classe
68
6 Mio. CHF
Hôtel Crissier
Mittelklasse / classe moyenne
98
3 Mio. CHF
Ibis Budget Hotel Zürich
Economy / economy
238
k. A. / a. d.
Pullman Basel Europe
k. A. / a. d.
141
k. A. / a. d.
Lake Geneva Hotel
Mittelklasse / classe moyenne
103
k. A. / a. d.
Hotel Schweizerhof Luzern
Luxusklasse / classe de luxe
101
k. A. / a. d.
SwissTech Hotel
Mittelklasse / classe moyenne
66
k. A. / a. d.
The Passage Basel
Erste Klasse / 1re classe
53
k. A. / a. d.
Dorfhotel Commeire (VS)
Boutique / boutique
30
k. A. / a. d.
Hôtel Castel Sion
Mittelklasse / classe moyenne
26
k. A. / a. d.
Hotel Gürgaletsch
Economy / economy
22
k. A. / a. d.
Hotel Chetzeron Crans­Montana
Erste Klasse / 1re classe
16
k. A. / a. d.
Hôtel Ermitage
Mittelklasse / classe moyenne
16
k. A. / a. d.
Boutique Hotel The Capra
k. A. / a. d.
14
k. A. / a. d.
Caschu Alp Boutique Design Hotel
Boutique / boutique
9
k. A. / a. d.
Hotel La Vue
Luxusklasse / classe de luxe
Quelle: BHP – Hanser und Partner AG
wurden. Davon wurden 29 Projekte im Rahmen einer Neu­
oder Wiedereröffnung abgeschlossen (Tabelle 2), 25 Projekte
standen in Realisierung (Tabelle 3) und bei 15 Projekten waren
öffentliche Verfahren wie Zonenplanänderungen, Baubewilli­
gungen, Behandlung von Einsprachen hängig. Acht Projekte
sind gescheitert, da sie vom Volk abgelehnt oder von den In­
vestoren aufgegeben wurden. Im Übrigen wurden 53 neue
Vorhaben publik, die sich aber meist in einem frühen Pla­
nungsstadium befinden und deren Realisierung erfahrungs­
gemäss noch als unsicher gilt. Zusammen mit den in einem frü­
heren Jahr angekündigten, noch nicht in Umsetzung stehenden
respektive nicht offiziell aufgegebenen Projekten galten per
Ende 2014 insgesamt 139 Vorhaben als «angekündigt».
Die im Jahr 2014 eröffneten 28 Anlagen betrafen in 26 Fäl­
len Hotelprojekte (ohne Querfinanzierung durch Zweitwoh­
nungen), in zwei Fällen waren es Ferienhaussiedlungen mit
vermietbaren Wohnungen. Die Neu­ und Wiedereröffnungen
führten im Berichtsjahr zu einem Kapazitätsausbau um total
1580 Gästezimmer und 56 vermietbare Wohnungen. Die zu­
sätzlich geschaffenen Einheiten bewegten sich damit auf dem
Niveau des Vorjahres (Abbildung 2).
classe
145
40 Mio. CHF
50
55
28 Mio. CHF
20 Mio. CHF
10 Mio. CHF
6
k. A. / a. d.
Source : BHP – Hanser und Partner SA
bliquement depuis la saisie systématique. Sur ce nombre,
29 projets ont été menés à leur terme avec l’ouverture ou la ré­
ouverture de l’établissement (tableau 2), 25 projets étaient en
cours de réalisation (tableau 3). Pour 15 autres projets, des pro­
cédures publiques étaient encore en cours (modification du
plan de zone, permis de construire, traitement de recours, etc.)
et huit projets ont échoué parce que refusés par la population
ou abandonnés par les investisseurs. Par ailleurs, 53 nouveaux
projets ont été rendus publics, mais se trouvent encore à un
stade de planification précoce. Si on les ajoute aux projets an­
noncés antérieurement, qui ne sont pas encore en chantier ni
officiellement abandonnés, les projets « annoncés » étaient au
nombre de 139 au total à la fin 2014.
Les 28 installations ouvertes en 2014 concernaient dans
26 cas des projets hôteliers (sans financement croisé via des ré­
sidences secondaires), et dans deux cas, des villages avec ap­
partements offerts à la location. Les ouvertures et réouver­
tures d’établissements ont permis d’augmenter les capacités
de 1580 chambres d’hôtel et de 56 appartements de vacances.
Les unités nouvellement créées se sont maintenues au niveau
de l’année dernière (figure 2).
34 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Tabelle 3 Eine Auswahl der derzeit in Realisierung befindlichen
Hotel- und Feriendorfprojekte
Tableau 3 Sélection de projets d’hôtels et de villages de vacances
en cours de réalisation
Projekt
Projet
Kategorie
Catégorie
Anzahl Zimmer
Nb de chambres
Wohnungen
Appartements
Investitionen
Investissement
Andermatt Swiss Alps, Andermatt (Gesamtprojekt)
Hotelresort Bürgenstock (Gesamtprojekt)
Diverse / divers
674
440
1400 Mio. CHF
Luxusklasse / classe de luxe
385
60
485 Mio. CHF
Klasse / 1re
Thermes Parc Val d’Illiez
Erste
56
220
330 Mio. CHF
51° Spa Residences, Leukerbad
Luxusklasse / classe de luxe
100
28
250 Mio. CHF
Grand Hotel Regina, Grindelwald
Luxusklasse / classe de luxe
32
Hotel Royal Savoy, Lausanne
Luxusklasse / classe de luxe
200
Resort Areal Engadinerhof, Scuol
Erste Klasse / 1re classe
129
Klasse / 1re
classe
125 Mio. CHF
100 Mio. CHF
50
90 Mio. CHF
Hotel Symond Park, Davos
Erste
classe
148
24
70 Mio. CHF
Le Rhodania, Crans Montana
Erste Klasse / 1re classe
115
24
60 Mio. CHF
Therme Vals
k. A. / a. d.
70
58 Mio. CHF
Hôtel Inalp
Erste Klasse / 1re classe
65
42 Mio. CHF
Alpenresort Schwägalp
Mittelklasse / classe moyenne
68
Landal Brigels
Andere / autres
38 Mio. CHF
160
20–30 Mio. CHF
4­Sterne­Hotel Bains de Saillon
Erste
rocksresort Laax
Andere / autres
Kameha Grand, Zürich
Luxusklasse / classe de luxe
245
k. A. / a. d.
Resort Oberried, Oberried am Brienzersee
k. A. / a. d.
155
k. A. / a. d.
Aquatis Hotel & Conference Center
Mittelklasse / classe moyenne
143
k. A. / a. d.
Hotelkomplex Groupe Boas, Saxon
Mittelklasse / classe moyenne
60
Hotel Oberalp Sedrun
Erste Klasse / 1re classe
54
Hotel Melchsee, Kerns
Erste Klasse / 1re classe
43
k. A. / a. d.
Hôtel Le White
Erste Klasse / 1re classe
27
k. A. / a. d.
Alpenresort Stockenmatt
Andere / autres
20
Quelle: BHP – Hanser und Partner AG
Klasse / 1re
42 Mio. CHF
83
classe
78
32 Mio. CHF
k. A. / a. d.
17
59
k. A. / a. d.
k. A. / a. d.
Source : BHP – Hanser und Partner SA
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
35
STEPHAN ALEX ANDER hotelleriesuisse
STEPHAN ALEX ANDER hotelleriesuisse
Entwicklung der Nachfrage
Evolution de la demande
Die Betrachtung der Nachfrageseite erfolgt aus drei Perspek­
tiven: Regional gemäss den Tourismuszonen von Schweiz
Tourismus, nach den Sternekategorien der Schweizer Hotel­
klassifikation sowie nach den Quellmärkten. Die Bezeichnung
klassierte Betriebe bezieht sich im Folgenden jeweils auf die
von hotelleriesuisse angewendete Klassifikation.
La demande est analysée sous trois angles : par région selon les
zones touristiques de Suisse Tourisme, par catégorie d’étoiles
selon la classification suisse des hôtels et d’après les marchés
de provenance. La désignation établissements classés se réfère
toujours dans le texte qui suit au système de classification
utilisé par hotelleriesuisse.
Regionale Logiernächteentwicklung
Evolution régionale des nuitées
Die Logiernächteentwicklung in Hotel­ und Kurbetrieben zeigt
ein konstantes Wachstum in den Jahren von 2003 bis 2008.
Die Wirtschafts­ und anschliessende Währungskrise brachte
Einbussen in den Jahren 2009 (–4,7 Prozent), 2011 (–2 Prozent)
und 2012 (–2 Prozent), die von einem Logiernächteplus von
1,7 Prozent im 2010 durchbrochen wurden. Mit 35,9 Millionen
Logiernächten konnte die Schweizer Hotellerie 2014 jedoch
eine Zunahme von 0,9 Prozent gegenüber 2013 verzeichnen.
Die Bergregionen machen mit 44,0 Prozent der Logiernächte
den grössten Teil aus, weisen aber auch die stärksten Schwan­
kungen und Verluste auf. Die grossen Städte, die 28,2 Prozent
der Logiernächte verbuchen, konnten seit 1994 um fast 58 Pro­
zent zulegen und mussten kaum Rückgänge verzeichnen. Die
kleinen Städte konnten minimal zulegen und generieren
18,1 Prozent aller Logiernächte. Die Landregionen verzeichnen
einen konstanten Rückgang bei den Logiernächten von 5,5 Pro­
zent gegenüber 1994 und machen mit 9,7 Prozent den gerings­
ten Logiernächteanteil aus (Abbildung 1). Bei den Tourismusre­
gionen liegt Zürich mit 15,6 Prozent der Logiernächte an erster
Stelle, gefolgt von Graubünden (14,1 Prozent), dem Wallis
(10,8 Prozent) und dem Berner Oberland (10,3 Prozent).
L’évolution des nuitées dans les hôtels et les établissements de
cure présente une progression constante de 2003 à 2008. Du­
rant les années 2009, 2011 et 2012, la crise économique et la
crise monétaire ont provoqué des pertes se chiffrant respecti­
vement à –4,7 %, –2 % et –2 %, l’année 2010 a elle connu un
renversement de tendance avec une hausse de 1,7 %. Avec un
total de 35,9 millions de nuitées en 2014, l’hôtellerie suisse a
néanmoins pu enregistrer une croissance de 0,9 % par rapport
à 2013. Les régions de montagne génèrent la majorité de
toutes les nuitées enregistrées, avec une part de 44,0 %, mais
elles présentent aussi les plus fortes fluctuations. Les grandes
villes, qui réalisent 28,2 % des nuitées, affichent une progres­
sion depuis 1994 de près de 58 % et n’ont pratiquement pas
subi de baisses. Les petites villes enregistrent elles aussi une
très légère hausse et génèrent 18,1 % de toutes les nuitées. Les
régions de campagne accusent un recul constant des nuitées
de 5,5 % par rapport à 1994 et réalisent la plus faible part des
nuitées avec 9,7 % (figure 1). Parmi les régions touristiques, la
région zurichoise arrive en tête avec 15,6 % du total des nui­
tées, suivie par la région des Grisons (14,1 %), le Valais (10,8 %)
et l’Oberland bernois (10,3 %).
Abbildung 1 Logiernächte in Millionen nach Tourismuszonen
Figure 1 Nuitées en millions selon les zones touristiques
Abbildung 2 Verteilung der Logiernächte nach Sternekategorien
Figure 2 Répartition des nuitées selon les catégories d’étoiles
40
1-Stern / 1 étoile 1,5 %
Nicht klassiert /
Non classés 26,9 %
30
2-Sterne / 2 étoiles 5,2 %
3-Sterne / 3 étoiles 26,8 %
20
Swiss Lodge 2,4 %
10
0
4-Sterne / 4 étoiles 29,2 %
1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014
Schweiz / Suisse
Berg / Montagne
Grossstadt / Grande ville
Kleine Stadt / Petite ville
Land / Campagne
5-Sterne / 5 étoiles 8,0 %
n = 35 933 512
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
36 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Logiernächteentwicklung nach Sternekategorien
Evolution des nuitées selon les catégories d’étoiles
Mehr als die Hälfte aller Logiernächte in Hotel­ und Kurbetrie­
ben werden in 3­ und 4­Sterne­Hotels generiert, 8,0 Prozent
der Logiernächte entfallen auf 5­Sterne­Hotels und 9,1 Prozent
auf 1­Stern­ und 2­Sterne­Betriebe sowie auf Betriebe der Kate­
gorie Swiss Lodge. Die nicht von hotelleriesuisse klassierten
Betriebe generieren lediglich 26,9 Prozent der Logiernächte
(Abbildung 2).
Plus de la moitié de toutes les nuitées enregistrées dans les hôtels
et les établissements de cure revient aux catégories 3 et 4 étoiles.
8,0 % des nuitées sont générées dans les hôtels 5 étoiles et
9,1 % dans les hôtels 1 et 2 étoiles ainsi que dans les établisse­
ments de la catégorie Swiss Lodge. Les établissements non
classés d’hotelleriesuisse ne réalisent que 26,9 % des nuitées
(figure 2).
Incoming, Quellmärkte
Incoming, marchés de provenance
Mit 44,6 Prozent oder 16,0 Millionen generieren die Inländer
leicht mehr Logiernächte in der Schweiz als die Gäste aus dem
europäischen Raum1 (36,2 Prozent oder 13,0 Millionen Logier­
nächte). Die restlichen 19,2 Prozent der Logiernächte generie­
ren Gäste aus dem aussereuropäischen Raum, wovon gut ein
Viertel aus den Vereinigten Staaten (Tabelle 1).
Les hôtes nationaux génèrent 44,6 % ou 16,0 millions de nui­
tées, donc un peu plus que celles attribuées aux touristes ve­
nant de l’espace européen1 (36,2 % ou 13,0 millions des nui­
tées). Les 19,2 % restants sont des nuitées produites par des
hôtes établis hors de l’espace européen, dont un bon quart
provient des Etats­Unis (tableau 1).
Tabelle 1 Top-10-Herkunftsländer der Gäste
Tableau 1 Top 10 des pays de provenance des hôtes
Herkunftsland
Schweiz
Logiernächte
Nuitées
Anteil am Total
Part du total
Veränderung seit 1992
Evolution depuis 1992
Pays de provenance
16 026 135
44,6 %
4,7 %
Suisse
Deutschland
4 394 457
12,2 %
–38,3 %
Allemagne
Vereinigtes Königreich
1 667 437
4,6 %
–9,8 %
Royaume–Uni
Vereinigte Staaten / USA
1 644 424
4,6 %
–13,0 %
Etats–Unis d’Amérique
Frankreich
1 337 882
3,7 %
–7,7 %
France
China (ohne Hongkong)
1 034 275
2,9 %
1
Chine (sans Hong Kong)
Italien
1 014 058
Niederlande
681 671
’
2,8 %
–28,1 %
Italie
1,9 %
–25,0 %
Pays–Bas
Belgien
625 580
1,7 %
–35,7 %
Belgique
Russland
532 775
1,5 %
1
Russie
Indien
485 216
1,4 %
623,5 %
Inde
1
Für China und Russland liegen keine Vergleichswerte vor
1
Il n’existe pas de valeurs comparatives pour la Chine et la Russie
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Seit 1992 hat sich das Logiernächteaufkommen indischer Gäs­
te versiebenfacht, und die Gäste aus Irland und Brasilien gene­
rieren doppelt so viele Logiernächte. Ebenfalls markant zuge­
nommen haben die Logiernächte aus Portugal (+73,5 Prozent)
und Norwegen (+60,0 Prozent) (Tabelle 2). China und die Golf­
staaten können in diesem Kontext nicht betrachtet werden, da
die Logiernächte für den asiatischen Raum beim Bundesamt für
Statistik erst ab 1999 einzeln ausgewiesen sind. Die stärksten
Einbrüche bei den Logiernächten gegenüber 1992 wurden bei
den Gästen aus Japan (–46,1 Prozent), aus Israel (–39,5 Pro­
zent) und aus Deutschland (–38,3 Prozent) verzeichnet. Bei
den europäischen Ländern fallen neben Deutschland insbe­
sondere Belgien (–35,7 Prozent) und Griechenland (–32,4 Pro­
zent) mit hohen Rückgängen bei den Übernachtungen auf
( Tabelle 2).
1
Inklusive Russland, Türkei und Zypern.
Source : hotelleriesuisse, OFS
Le nombre des nuitées générées par les touristes indiens est
devenu sept fois plus important depuis 1992 et celui revenant
aux touristes irlandais et brésiliens est deux fois plus élevé. Une
hausse significative des nuitées est aussi à signaler du côté des
touristes du Portugal (+73,5 %) et de Norvège (+60,0 %) (ta­
bleau 2). La Chine et les pays du Golfe ne peuvent pas être pris
en considération dans cette analyse, car l’Office fédéral de la
statistique ne relève que depuis 1999 le nombre de nuitées at­
tribuées à l’espace asiatique par pays. Les plus fortes baisses de
nuitées par rapport à 1992 ont été enregistrées avec les tou­
ristes provenant du Japon (–46,1 %), d’Israël (–39,5 %) et d’Al­
lemagne (–38,3 %). Concernant les touristes provenant des
pays européens, à part des Allemands les Belges (–35,7 %) et
les Grecs (–32,4 %) ont été beaucoup moins nombreux à venir
en Suisse (tableau 2).
1
Y compris la Russie, la Turquie et Chypre.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
Tabelle 2 Logiernächteentwicklung nach Herkunftsländern
37
Tableau 2 Evolution des nuitées selon les pays de provenance
Logiernächte
Nuitées
Anteil am Total
Part du total
Veränderung seit 1992
Evolution depuis 1992
Indien
485 216
1,35 %
623,5 %
Brasilien
222 211
0,62 %
104,7 %
Brésil
69 286
0,19 %
102,1 %
Irlande
Portugal
126 513
0,35 %
73,5 %
Portugal
Norwegen
104 385
0,29 %
60,0 %
Norvège
Top 5 – Wachstum der Logiernächte
Top 5 de la croissance des nuitées
Irland
Flop 5 – Rückgang der Logiernächte
Inde
Flop 5 du recul des nuitées
Japan
439 894
1,22 %
–46,1 %
Japon
Israel
164 119
0,46 %
–39,5 %
Israël
4 394 457
12,23 %
–38,3 %
Allemagne
625 580
1,74 %
–35,7 %
Belgique
86 014
0,24 %
–32,4 %
Deutschland
Belgien
Griechenland
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Grèce
Source : hotelleriesuisse, OFS
Aufenthaltsdauer
Durée de séjour
Die mittlere Aufenthaltsdauer ist in den letzten gut 20 Jahren
kontinuierlich zurückgegangen. Ein Rückgang, der hauptsäch­
lich den inländischen Gästen zuzuschreiben ist. Deren mittlere
Aufenthaltsdauer ist flächendeckend von 3,06 auf 2,0 Logier­
nächte gesunken. Doch auch die ausländischen Gäste bleiben
mit durchschnittlich 2,17 Logiernächten weniger lang als frü­
her (Tabelle 3), wobei die Unterschiede je nach Kontinent frap­
pant sind (Afrika 3,19 Nächte, Europa 2,32 Nächte, Amerika
2,23 Nächte, Ozeanien 2,15 Nächte und Asien 1,75 Nächte
pro Aufenthalt). In den Bergregionen, den klassischen Ferien­
destinationen, ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer mit
2,43 Logiernächten pro Aufenthalt am höchsten, doch auch
hier zeichnet sich ein Trend zu kürzeren Aufenthalten ab
(–33,5 Prozent gegenüber 1992). In den kleinen und grossen
Städten bleiben die Gäste zwar am wenigsten lang, mit durch­
schnittlichen Aufenthalten von 1,9 und 1,84 Nächten sank die
mittlere Aufenthaltsdauer jedoch lediglich um 10,8 Prozent
(Grossstadt) respektive 19,3 Prozent (kleine Städte). In den
Landregionen dagegen nahm die Aufenthaltsdauer seit 1992
um 23,9 Prozent ab und liegt nun bei 2,01 Nächten.
Gäste aus Bahrain weisen mit durchschnittlich 3,35 Lo­
giernächten die längste Aufenthaltsdauer aus, gefolgt von
Gästen aus Malta (3,19 Logiernächte pro Aufenthalt) und aus
Ägypten (3,18 Logiernächte pro Aufenthalt). Am wenigsten
La durée moyenne de séjour des hôtes a baissé de manière
continue au cours des 20 dernières années. Un recul imputable
principalement aux hôtes nationaux, dont la durée moyenne
de séjour en Suisse est tombée de 3,06 à 2,0 nuitées. Mais
les touristes en provenance de l’étranger, avec 2,17 nuitées, sé­
journent eux aussi moins longtemps en Suisse (tableau 3), avec
des différences frappantes selon le continent de provenance
(Afrique 3,19 nuitées, Europe 2,32 nuitées, Amérique 2,23 nui­
tées, Océanie 2,15 nuitées, et Asie 1,75 nuitées par séjour).
C’est dans les régions de montagne, les destinations de va­
cances classiques, que la durée moyenne de séjour est la plus
élevée avec 2,43 nuitées par séjour, mais là également la ten­
dance est à des séjours de plus courte durée (–33,5 % par rap­
port à 1992). Dans les petites et les grandes villes par contre, la
durée de séjour moyenne des hôtes est la plus courte, avec res­
pectivement 1,9 et 1,84 nuitée, soit une baisse de 10,8 % seu­
lement dans les grandes villes et 19,3 % dans les petites villes.
Dans les régions de campagne par contre, la durée du séjour a
diminué depuis 1992 de 23,9 % et s’établit maintenant à
2,01 nuitées.
Les hôtes en provenance du Bahreïn sont ceux qui passent
le plus de temps en Suisse avec 3,35 nuitées en moyenne. Ils
sont suivis par les hôtes en provenance de Malte (3,19 nuitées
par séjour) et d’Egypte (3,18 nuitées par séjour). Les touristes
Tabelle 3 Aufenthaltsdauer in Logiernächten, nach Herkunft
Tableau 3 Durée de séjour en nuitées selon la provenance
1992
1995
2000
2005
2010
2014
Inländer
3,06
2,77
2,45
2,22
2,08
2,00
Suisses
Europäer
2,97
2,97
2,80
2,65
2,47
2,32
Européens
Aussereuropäischer Raum
2,14
2,12
2,10
2,22
2,13
1,94
Extraeuropéens
Total
2,86
2,73
2,52
2,39
2,23
2,09
Total
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
38 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
lang bleiben Gäste aus dem asiatischen Raum. China und Tai­
wan bilden mit 1,26 respektive 1,35 Logiernächten pro Aufent­
halt das Schlusslicht, gefolgt von Korea (1,42 Logiernächte pro
Aufenthalt) und Thailand (1,52 Logiernächte pro Aufenthalt).
Die Detailanalyse nach Sternekategorien zeigt, dass ein Auf­
enthalt in einem 3­ oder 5­Sterne­Betrieb im Schnitt 2,07
beziehungsweise 2,32 Nächte, im 4­Sterne­Hotel 2,0 Nächte
dauert. Im 2­Sterne­Betrieb hingegen ist die mittlere Aufent­
haltsdauer 1,98 Nächte und im 1­Stern­Hotel sogar lediglich
1,72 Nächte. Im Schnitt dauert ein Aufenthalt in den Betrieben
der Kategorie Swiss Lodge 1,93 Nächte.
venant de l’espace asiatique sont ceux qui restent le moins
longtemps. La Chine et Taiwan ferment la marche avec respec­
tivement 1,26 et 1,35 nuitée par séjour, suivie par la Corée
(1,42 nuitée par séjour) et Thaïland (1,52 nuitée par séjour).
L’analyse détaillée par catégorie révèle qu’un séjour dans un
hôtel 3 ou 5 étoiles comprend en moyenne respectivement
2,07 et 2,32 nuitées, et 2,0 nuitées dans un hôtel 4 étoiles.
Dans l’hôtel 2 étoiles par contre, la durée moyenne de séjour
n’est que de 1,98 nuitée et dans l’hôtel 1 étoile que de 1,72 nui­
tée. Dans les établissements de la catégorie Swiss Lodge un
séjour dure 1,93 nuitées en moyenne.
Auslastung
Taux d’occupation
Die mittlere Brutto­Bettenauslastung (bezogen auf Kalender­
tage) in Hotel­ und Kurbetrieben liegt bei 36,1 Prozent und so­
mit 0,4 Prozentpunkte tiefer als 1992. Die Detailanalyse nach
Tourismuszonen zeigt, dass die mittlere Bettenauslastung stark
von der Lage des Betriebes abhängt (Abbildung 3). Betriebe in
den grossen Städten realisieren mit 52,1 Prozent eine weit hö­
here Auslastung als Betriebe in den Bergregionen (31,1 Pro­
zent), den kleinen Städten (40,7 Prozent) und in den Land­
regionen (26,4 Prozent). Dies hängt in den Bergregionen
insbesondere mit den Saisonschliessungen der Betriebe zu­
sammen. Während die grossen Städte von 1992 bis 2000
konstant steigende Auslastungen realisierten, verzeichneten
die anderen Tourismuszonen bis 1996 rückläufige Zahlen. Ab
1996 bis 2000 legten auch sie bei der mittleren Bettenauslas­
tung wieder leicht zu. Von 2000 bis 2003 waren die Auslastun­
gen durchgehend rückläufig, bevor erneut ein Aufwärtstrend
einsetzte, der bis 2008 anhielt. Die Bilanz der letzten Jahre ist
durchzogen, 2009 erlitten alle Tourismuszonen einen Ein­
bruch, auf den jedoch in den kleinen und grossen Städten so­
wie in den Landregionen ein leichtes Wachstum folgte. Dage­
gen mussten die Bergregionen auch 2010 bis 2012 nochmals
Le taux d’occupation moyen brut des lits pendant l’année
calendaire dans les hôtels et les établissements de cure est
de 36,1 %, soit 0,4 point de pourcentage de moins qu’en
1992. L’analyse détaillée par zone touristique révèle que le taux
d’occupation dépend fortement de la localisation de l’établis­
sement (figure 3). Les établissements dans les grandes villes ré­
alisent un taux d’occupation nettement plus élevé, avec 52,1 %,
que les hôtels dans les régions de montagne (31,1 %), dans les
petites villes (40,7 %) et dans les régions de campagne (26,4 %).
Ceci est dû en grande partie à la fermeture saisonnière des éta­
blissements dans les régions de montagne. Alors que les
grandes villes ont affiché des taux d’occupation en constante
progression de 1992 à 2000, les autres zones touristiques ont
enregistré des reculs jusqu’en 1996. Les taux sont ensuite re­
partis légèrement à la hausse de 1996 à 2000. De 2000 à
2003, ils ont baissé de manière ininterrompue avant de croître
à nouveau jusqu’en 2008. Le bilan des dernières années est mi­
tigé. En 2009, toutes les zones touristiques ont accusé une
baisse avant de connaître une légère croissance dans les pe­
tites et les grandes villes ainsi que dans les régions de cam­
pagne. Par contre, les régions de montagne enregistraient à
Abbildung 3 Bettenauslastung nach Tourismuszonen
Figure 3 Occupation des lits selon les zones touristiques
Abbildung 4 Bettenauslastung nach Sternekategorie
Figure 4 Occupation des lits selon les catégories d’étoiles
60 %
60 %
50 %
50 %
40 %
40 %
30 %
30 %
20 %
20 %
10 %
10 %
0%
0%
1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014
Berg / Montagne
Grossstadt / Grande ville
Kleine Stadt / Petite ville
Land / Campagne
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014
1-Stern /1 étoile
3-Sterne / 3 étoiles
5-Sterne / 5 étoiles
Nicht klassiert / Non classés
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse, OFS
2-Sterne / 2 étoiles
4-Sterne / 4 étoiles
Swiss Lodge
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
39
Rückgänge hinnehmen. Die grossen Städte weisen eine Aus­
lastung aus, die um 7,2 Prozentpunkte höher liegt als 1992,
und auch in den kleinen Städten konnte die Brutto­Betten­
auslastung gegenüber 1992 um 2,6 Prozentpunkte gesteigert
werden. In den Berg­ und Landregionen wurde die Auslastung
von 1992 (36,3 Prozent respektive 27,5 Prozent) bis heute nicht
wieder erreicht. Sie liegt mit 31,1 Prozent beziehungsweise
26,4 Prozent um 5,2 respektive 1,1 Prozentpunkte unter dem
damaligen Wert.
Die klassierten Betriebe weisen im Durchschnitt eine
Brutto­ Bettenauslastung von 43,8 Prozent aus. In den nicht
klassierten Betrieben ist dieser Wert mit lediglich 24,4 Prozent
markant tiefer (Abbildung 4). Bis 2000 verzeichnete die Bet­
tenauslastung in allen Kategorien fast konstant ein Wachstum,
das jedoch ab 2001 einbrach und 2003 seinen Tiefpunkt er­
reichte. Die Auslastung konnte danach erneut gesteigert wer­
den. Die höchste Bettenauslastung verzeichnet die 4­Sterne­
Hotellerie (48,2 Prozent), gefolgt von den 1­Stern­Hotels
(42,5 Prozent) und den 2­Sterne­Betrieben (42,4 Prozent). Die
3­ und 5­Sterne­Betriebe verzeichnen mit 42,3 und 41,9 Pro­
zent ebenfalls eine gute mittlere Bettenauslastung.
nouveau des reculs de 2010 à 2012. Les grandes villes pré­
sentent un taux d’occupation de 7,2 points de pourcentage
plus élevés qu’en 1992 et dans les petites villes aussi, le taux
d’occupation affiche une croissance de 2,6 point de pourcen­
tage. Dans les régions de montagne et de campagne, le taux
d’occupation de 1992 (respectivement 36,3 % et 27,5 %) n’a
pas pu être réitéré jusqu’à ce jour. Il est de 31,1 % et 26,4 %,
soit respectivement 5,2 et 1,1 points de pourcentage inférieurs
aux valeurs d’autrefois.
Les établissements classés présentent en moyenne un taux
d’occupation brut des lits de 43,8 %. Dans les hôtels non clas­
sés, ce taux est nettement plus bas et ne représente que
24,4 % (figure 4). Jusqu’en 2000, le taux d’occupation présen­
tait une progression quasi constante dans toutes les catégo­
ries, avant d’entamer une décroissance dès 2001, qui a atteint
son plus bas niveau en 2003. Une nouvelle croissance a ensuite
à nouveau pu être enregistrée. Le taux d’occupation des lits le
plus élevé est enregistré dans l’hôtellerie 4 étoiles avec 48,2 %,
suivie par les hôtels 1 étoile (42,5 %) et les établissements
2 étoiles (42,4 %). Les hôtels 3 et 5 étoiles enregistrent aussi un
bon résultat avec respectivement 42,3 et 41,9 %.
Marktanteile nach Sternekategorien
Part de marché par catégorie d’étoiles
Die folgende Abbildung stellt die Marktanteile der Logiernäch­
te jenen der vorhandenen Betten pro Sterne­Kategorie gegen­
über. Bei Hotel­ und Kurbetrieben im 3­ und 4­Sterne­Segment
überwiegt der Marktanteil der Logiernächte den Marktanteil
der vorhandenen Betten merklich. Diese im Verhältnis zu den
vorhandenen Betten ungleiche Verteilung der Logiernächte er­
klärt die besseren Auslastungen dieser Kategorien. Denn je
grösser die Differenz zwischen dem Marktanteil der Logier­
nächte und dem Marktanteil der vorhandenen Betten, desto
höher ist die Bettenauslastung.
La figure ci­après compare les parts de marché des nuitées
avec celles des lits disponibles par catégorie. Dans le segment
des hôtels et établissements de cure 3 étoiles ainsi que dans la
catégorie 4 étoiles, la part de marché des nuitées dépasse net­
tement celle des lits disponibles. Cette répartition inégale des
nuitées par rapport aux lits disponibles explique les meilleurs
taux d’occupation réalisés dans ces catégories. En effet, plus
l’écart entre la part de marché des nuitées et la part de marché
des lits disponibles est grande, plus le taux d’occupation des
lits est élevé.
Abbildung 5 Marktanteile nach Sternekategorien, 2014
Figure 5 Part de marché par catégorie d’étoiles, 2014
40 %
30 %
20 %
10 %
0%
1-Stern /1 étoile
2-Sterne / 2 étoiles
3-Sterne / 3 étoiles
4-Sterne / 4 étoiles
Marktanteil der vorhandenen Betten / Part de marché des lits disponibles
Marktanteil der Logiernächte / Part de marché des nuitées
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
5-Sterne / 5 étoiles
Swiss Lodge
Nicht klassiert /
Non classés
Source : hotelleriesuisse, OFS
40 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
DENNIS SPITR A STR Global
DENNIS SPITR A STR Global
Entwicklung der Preise
Evolution des prix
Das Benchmark­Tool von STR Global ermöglicht Vergleiche der
Zimmerauslastung, des Zimmerpreises sowie des Ertrags pro
verfügbarem Zimmer. Die hier vorgestellten Daten beruhen auf
den Ergebnissen aller Hotelbetriebe, die ihre Kennzahlen im
STR Global Benchmark­Tool erfassen. Die Resultate widerspie­
geln die Entwicklungen der Preise in der Schweiz und im Aus­
land, können jedoch keinen Anspruch auf Repräsentativität
und Vollständigkeit erheben. Die Auswertung für den Schwei­
zer Markt ist in Franken dargestellt, für die restlichen Märkte in
Euro, sofern nicht anders gekennzeichnet.
L’outil de benchmarking de STR Global permet de comparer
l’occupation et le prix des chambres (ADR), ainsi que le revenu
par chambre disponible (RevPAR). Les données présentées sont
fondées sur les résultats de l’ensemble des établissements
hôteliers participant au benchmarking de STR Global. Les ré­
sultats reflètent l’évolution des prix en Suisse et à l’étranger,
sans prétendre à aucune exhaustivité ou représentativité. Les
indications concernant le marché suisse figurent en francs,
celles en rapport avec les autres marchés sont, sauf mention
contraire, exprimées en euros.
Hotelmärkte weltweit
Marchés hôteliers dans le monde
Der globale Hotelmarkt ist – gemessen an der durchschnittli­
chen Zimmerauslastung, dem durchschnittlichen Zimmerpreis
(ADR) und dem durchschnittlichen Ertrag pro verfügbarem
Zimmer (RevPAR)1 – im Jahr 2014 mässig gewachsen.
Der RevPAR (Referenzwährung US­Dollar) im Raum
Asien / Pazifik stieg um 0,5 Prozent. Das Wachstum fällt zwar
gering aus, ist aber – mit Blick auf das RevPAR­Minus im Jahr
2013 – positiv zu bewerten. Der amerikanische Kontinent er­
zielte mit einem RevPAR­Plus von 8,2 Prozent ein gutes Resul­
tat (Referenzwährung US­Dollar). Diese Zunahme war vor al­
lem dank der wachsenden Nachfrage und der stabilen Preise in
der Karibik und in Nordamerika möglich. Der nordafrikanische
Raum verzeichnete ein RevPAR­Plus von 18,3 Prozent. Dieses
Wachstum ist hauptsächlich auf die Beruhigung der politi­
schen Lage in Ägypten zurückzuführen. Der Mittlere Osten er­
lebte den niedrigsten Preisanstieg der letzten sechs Jahre. Da
zudem die Kapazitäten in den mittleren und unteren Hotelseg­
menten stark zunahmen, stieg der RevPAR nur um 3,7 Prozent.
Auf dem europäischen Kontinent zeigt sich ein positives Bild.
Alle Kennzahlen haben sich im Vergleich zum letzten Jahr ver­
bessert. Die durchschnittlichen Zimmerpreise stiegen um
3,6 Prozent auf 106.09 Euro, die Auslastung um 2,1 Prozent
auf 68,8 Prozent. Ende Jahr lag der RevPAR bei 73 Euro
(+5,8 Prozent). Zu diesem guten Ergebnis trug Nordeuropa mit
einem Plus von 12,6 Prozent beim RevPAR entscheidend bei.
Eine wichtige Rolle spielt dabei vor allem das Wachstum in
Grossbritannien. Auch Südeuropa entwickelte sich erneut
positiv: Der RevPAR nahm – u. a. dank der sich erholenden
spanischen, portugiesischen und griechischen Hotellerie – um
6,2 Prozent zu. In Osteuropa führten die instabilen politischen
Verhältnisse und ein schwacher Rubel zu einer RevPAR­Einbus­
se von 12,2 Prozent.
2013 verzeichnete Deutschland ein RevPAR­Plus von
1,7 Prozent, 2014 ein Plus von 3,8 Prozent. Zu diesem sehr
Mesuré au taux d’occupation moyen, au prix moyen des
chambres (ADR) et au revenu moyen par chambre disponible
(RevPAR)1, le marché hôtelier a modérément progressé en
2014.
Dans la zone Asie / Pacifique, le RevPAR (monnaie de réfé­
rence : dollar US) a augmenté de 0,5 %. Si l’accroissement reste
faible, il n’en est pas moins réjouissant en regard du recul en­
registré en 2013. Avec un RevPAR en hausse de 8,2 %, le con­
tinent américain engrange de bons résultats (monnaie de ré­
férence : dollar US). Dans cette région, la progression tient
principalement à un accroissement de la demande et à une sta­
bilisation des prix dans les Caraïbes et en Amérique du Nord.
La zone d’Afrique du Nord enregistre un bond de 18,3 % du
RevPAR, à la faveur surtout de l’apaisement de la situation po­
litique en Egypte. Le Moyen­Orient a connu la plus faible
hausse des prix des six dernières années. De plus, comme les
segments du moyen et bas de gamme ont considérablement
augmenté leurs capacités, le RevPAR n’a progressé que de
3,7 %. Le continent européen présente un tableau d’ensemble
positif : tous les indicateurs se sont améliorés par rapport à
l’année précédente. Le prix moyen des chambres a augmenté
de 3,6 % pour s’inscrire à 106.09 euros, l’occupation est pas­
sée à 68,8 %, soit un gain de 2,1 %. A la fin de l’année, le Rev­
PAR s’établissait à 73 euros (+5,8 %). Cette bonne perfor­
mance est surtout à mettre au compte de l’Europe du Nord où
le RevPAR a enregistré un bond de 12,6 %. La croissance en
Grande­Bretagne y a considérablement contribué. L’Europe du
Sud a de nouveau évolué favorablement : le RevPAR a augmen­
té de 6,2 %, sous l’effet notamment de la reprise de l’hôtelle­
rie espagnole, portugaise et grecque. En Europe de l’Est, l’ins­
tabilité politique et la faiblesse du rouble ont provoqué une
chute de 12,2 % du RevPAR.
En Allemagne, le RevPAR a progressé de 1,7 % en 2013 et
de 3,8 % en 2014. Ces résultats très réjouissants doivent beau­
1
RevPAR (Revenue per available room) gilt als allgemeine Messgrösse
zum Vergleich von Hotels unterschiedlicher Grösse.
1
Le RevPAR (Revenue per available room) est un indicateur général
servant à comparer les hôtels de différentes tailles.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
41
guten Ergebnis führten insbesondere die positive Preisentwick­
lung (+1,3 Prozent) sowie die guten Belegungszahlen (+2,3 Pro­
zent). Die durchschnittliche Belegung lag Ende 2014 bei
68,6 Prozent, der durchschnittliche Zimmerpreis bei 95.54 Euro.
Dafür verantwortlich waren die starken Preisanstiege und der
Belegungszuwachs in Düsseldorf, Stuttgart und Nürnberg,
aber auch in kleineren Städten und ländlicheren Regionen. Ein­
zig Frankfurt musste einen signifikanten RevPAR­Rückgang
verbuchen (–2 Prozent). In Österreich, wo 75 Prozent der STR
Global­Teilnehmer in Wien oder Salzburg tätig sind, stieg der
RevPAR um 5,2 Prozent auf 68.27 Euro.
coup à l’évolution positive des prix (1,3 %) et aux taux d’occu­
pation favorables (+2,3 %). Le taux d’occupation moyen s’est
établi à 68,6 % chez notre voisin à la fin 2014, le prix moyen
des chambres à 95.54 euros. La progression s’explique par une
importante hausse des prix et du taux d’occupation à Düssel­
dorf, Stuttgart et Nuremberg, mais aussi dans des villes de plus
petite taille et dans les régions plus rurales. Seule la ville de
Francfort accuse une baisse sensible du RevPAR (–2 %). En
Autriche, où 65 % des participants au STR Global déploient
leurs activités à Vienne ou Salzbourg, le RevPAR a gagné 5,2 %
pour s’établir à 68.27 euros.
Hotelmarkt Schweiz
Marché hôtelier de la Suisse
2014 erzielte die Schweizer Hotellerie ein besseres Ergebnis als
2013 (Tabelle 1). Wie schon im Vorjahr war zwar auch das ers­
te Halbjahr 2014 durchwachsen. Doch im Durchschnitt präsen­
tierten sich die ersten sechs Monate positiv: Die Preise stiegen
um 1,8 Prozent auf 236.25 Franken. Dank weiterhin steigen­
den Auslastungszahlen (+2,7 Prozent) sowie höheren Preisen
(+2,4 Prozent) konnte auch eine positive zweite Jahreshälfte
verzeichnet werden. Die gesamtschweizerische Belegung
wuchs um 0,9 Prozent auf 65,8 Prozent, und die Zimmerpreise
stiegen um 1,5 Prozent auf 222.60 Franken. Daraus resultierte
ein RevPAR von 146.50 Franken (+2,4 Prozent). Damit war das
Wachstum weniger stark als im Vorjahr.
Basel zeigte 2014 eine positive Entwicklung. Vor allem im
ersten Halbjahr konnten sich die Basler Hotels gegenüber dem
Vorjahr verbessern. Einen grossen Einfluss auf die Belegungs­
rate hatte die Swissbau, die neben den jährlich stattfindenden
Messen (Baselworld und Art Basel) 2014 wieder durchgeführt
wurde. Leider setzte sich diese gute Entwicklung in den Som­
mer­ und Herbstmonaten nur teilweise fort. Die zusätzlichen
Angebote im Basler Markt und der späte Winteranfang trüb­
ten trotz der steigenden Nachfrage die guten Ergebnisse der
ersten sechs Monate im Jahresverlauf ein wenig. Insgesamt
veränderte sich der RevPAR im Jahr 2014 nur gering. Er stieg
um 0,9 Prozent auf 136,6 Franken.
Der Luzerner Hotelmarkt zeigte gute Resultate. Obwohl
2014 keine Hunkeler Innovationdays stattfanden, stieg der
durchschnittliche RevPAR um 1,4 Prozent auf 128.90 Franken.
En 2014, l’hôtellerie suisse a amélioré ses résultats par rapport
à 2013 (tableau 1). Comme l’année précédente, le premier se­
mestre 2014 a évolué en demi­teinte. En moyenne cependant,
les résultats des six premiers mois sont positifs. Les prix ont
progressé de 1,8 % pour s’établir à 236.25 francs. Grâce à la
hausse continue des taux d’occupation (+2,7 %) et aux prix su­
périeurs (+2,4 %) le deuxième semestre s’est aussi achevé sur
des résultats positifs. A l’échelle suisse, le taux d’occupation a
augmenté de 0,9 % pour atteindre 65,8 %, tandis que les prix
des chambres ont gagné 1,5 % pour s’établir à 222.60 francs.
Il en résulte un RevPAR de 146.50 francs (+2,4 %). La crois­
sance a été plus faible que l’année précédente.
Bâle a connu en 2014 une évolution positive. C’est surtout
au cours du premier semestre que les hôtels de la ville rhénane
ont fait mieux que l’année précédente. Le salon de la construc­
tion Swissbau qui s’est tenu à nouveau en 2014, en plus des
foires annuelles (Baselworld et Art Basel), a grandement dyna­
misé le taux d’occupation. Malheureusement, cette belle lan­
cée ne s’est entièrement poursuivie en été et en automne. Mal­
gré la hausse de la demande, les offres supplémentaires sur le
marché bâlois et l’arrivée tardive de l’hiver sont venus brouiller
les bons résultats des six premiers mois de l’année. Dans l’en­
semble, le RevPAR n’a que peu évolué en 2014. Il a progressé
de 0,9 % pour atteindre 136,6 francs.
Le marché hôtelier lucernois affiche de bons résultats.
Même sans la tenue des Hunkeler Innovationdays en 2014,
le RevPAR a augmenté de 1,4 % pour atteindre 128.90 francs.
Tabelle 1 Auslastung, Zimmerpreis und RevPAR nach Regionen, 2014
Tabelau 1 Occupation, prix des chambres et RevPAR selon les régions, 2014
Sample
Echantillon
Auslastung
Occupation
Veränderung*
Variation*
ADR (CHF)
ADR (CHF)
Veränderung*
Variation*
RevPAR (CHF)
RevPAR (CHF)
Veränderung*
Variation*
312
65,8 %
0,9 %
222,6
1,5 %
146,5
2,4 %
Basel
20
66,0 %
0,3 %
207,0
0,5 %
136,6
0,9 %
Bâle
Bern
20
68,3 %
1,4 %
161,4
0,6 %
110,3
2,0 %
Berne
Genf
36
67,6 %
3,7 %
290,6
0,2 %
196,5
3,9 %
Genève
Luzern
23
70,3 %
–1,0 %
183,3
2,4 %
128,9
1,4 %
Lucerne
55
73,1 %
1,2 %
240,2
0,7 %
175,7
2,0 %
Zurich
312
65,8 %
0,9 %
183,4
2,9 %
120,7
3,9 %
Suisse (euros)
Schweiz CHF
Zürich
Schweiz (Euro)
* Veränderung gegenüber dem Vorjahr
Quelle: STR Global
Suisse (CHF)
* Variation par rapport à l’année précédente
Source: STR Global
42 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Nachdem die Zürcher Hotellerie 2013 stark gewachsen
war (ADR +6,5 Prozent auf 239.63 Franken), normalisierte
sich die Lage im vergangenen Jahr (RevPAR +2 Prozent). Die in
den letzten Jahren hinzugekommenen Hotelzimmer konnten
die steigende Nachfrage (+3,6 Prozent) auffangen. Dies führte
zu einem kleinen Anstieg der Belegungsrate um 1,2 Prozent.
Die Nachfrage im Business Segment hat sich 2014 gut entwi­
ckelt; sowohl die ADR als auch die durchschnittlichen Auslas­
tungen haben sich meist verbessert. Auch die Wochenend­
ADR zeigt ein positives Bild, was auf die steigende Zahl an
Freizeitgästen zurückzuführen ist. Diese Entwicklung rührt von
den Durchschnittspreisen ebenso wie von der Auslastung. Die
Hotel Markt Prognose, welche STR Global in Zusammenarbeit
mit Tourism Economics erstellt, geht zwar für 2015 von einem
Wachstum der Zürcher Auslastung aus. Dieses dürfte aller­
dings unter dem durchschnittlichen Wachstum der letzten fünf
Jahre liegen. Der Preisanstieg wird wohl durch den starken
Franken gebremst und könnte bis Ende 2015 ein Plus von
0,7 Prozent erreichen.
Ähnlich wie Zürich ist auch Genf Sitz vieler internationaler
Firmen und Institutionen. Ein Grossteil der Übernachtungen
wird deshalb im Corporate­Geschäft generiert. Dieses hat sich
im letzten Jahr positiv entwickelt. Einzig die ADR in der Wo­
chenmitte hat sich leicht negativ entwickelt und ist im Durch­
schnitt gesunken. Der traditionelle Genfer Autosalon, welcher
jedes Jahr im März stattfindet, war auch 2014 ein voller Erfolg.
Die ADR stieg im März um 4,5 Prozent auf 367 Franken, die
Auslastung sogar auf 77,3 Prozent (+10,9 Prozent). Auch im
zweiten Halbjahr nahmen die Preise und die Auslastung
zu, dementsprechend stieg auch der RevPAR. Er erreichte
196.54 Franken (+3,9 Prozent).
Bern konnte 2014 erneut zulegen, wobei sich das Wachs­
tum im Vergleich zum Vorjahr verlangsamte. Die Ergebnisse
des ersten Halbjahres waren sehr durchwachsen und blieben
im Schnitt unverändert. Die zweite Hälfte 2014 verlief ähnlich
wie im Jahr davor, wobei der August 2014 deutlich schlechter
abschnitt als der August 2013.
Mit Ausnahme des Luxussegments verzeichneten 2014
alle Segmente ein positives Wachstum der Auslastung (Tabelle
2). In Bezug auf den RevPAR wiesen die Upper Upscale Hotels
(+3,3 Prozent) und Midscale & Economy Hotels (+2,8 Prozent)
ein stärkeres Wachstum aus, allerdings nicht ganz so stark wie
Après avoir connu un formidable essor en 2013 (hausse de
l‘ADR de 6,5 % pour 239.63 francs), la situation s’est normali­
sée dans l’hôtellerie zurichoise en 2014 (RevPAR +2 %). Les
chambres d’hôtel supplémentaires créées ces dernières années
ont pu absorber l’accroissement de la demande (+3,6 %), d’où
une légère hausse du taux d’occupation (1,2 %). La demande
dans le segment affaires s’est également bien développée en
2014 : de manière générale, on observe une amélioration de
l’ADR et des taux d’occupation moyens. Le tableau est égale­
ment positif pour l’ADR du week­end, en raison de la multipli­
cation des hôtes de loisirs. Cette évolution résulte à la fois des
prix moyens et des taux d’occupation. Les prévisions de la per­
formance du marché hôtelier que STR Global établit en colla­
boration avec Tourism Economics, tablent pour 2015, sur un
accroissement du taux d’occupation dans l‘hôtellerie zuri­
choise, lequel devrait toutefois rester inférieur à la progression
moyenne des cinq dernières années. La hausse des prix sera
sans doute freinée par le franc fort et pourrait atteindre 0,7 %
d’ici la fin 2015.
De la même manière que Zurich, Genève abrite le siège de
nombreuses entreprises et institutions internationales, ce qui
explique que le gros des nuitées est généré dans le segment af­
faires. Ce segment a connu l’an dernier une évolution réjouis­
sante. Seule l’ADR du milieu de semaine accuse en moyenne
un léger repli. Le traditionnel Salon de l’auto qui se tient au
mois de mars a remporté une fois encore un franc succès en
2014. Au cours du mois de mars, l’ADR a crû de 4,5 % pour at­
teindre 367 francs, le taux d’occupation a bondi à 77,3 %
(+10,9 %). Les prix et taux d’occupation ont également aug­
menté au deuxième semestre, avec une hausse correspon­
dante du RevPAR qui s’est établi à 196.54 francs (+3,9 %).
Berne a connu une croissance en 2014, à un rythme
toutefois moins soutenu que l’année précédente. Le premier
semestre était très inégal, mais plus ou moins stable. Le second
semestre 2014 a évolué à peu près comme l’année précédente,
avec toutefois des résultats nettement moins bons pour le
mois d’août par rapport au mois d’août 2013.
Le segment de luxe mis à part, tous les segments ont
connu une amélioration des taux d’occupation (tableau 2).
S’agissant du RevPAR, les hôtels très haut de gamme (+3,3 %)
et les établissements moyens de gamme et économiques
(+2,8 %) se distinguent par une plus forte croissance, quoique
Tabelle 2 Auslastung, Zimmerpreis und RevPAR nach Kategorie, 2014
Tableau 2 Occupation, prix des chambres et RevPAR par catégorie, 2014
Luxury
Upper Upscale
Upscale
Sample
Echantillon
Auslastung
Occupation
Veränderung*
Variation*
ADR (CHF)
ADR (CHF)
Veränderung*
Variation*
RevPAR (CHF)
RevPAR (CHF)
Veränderung*
Variation*
47
54.4
–2,2 %
550.2
1,5 %
299.3
–0,8 %
Luxury
77
66.4
2,1 %
233.6
1,2 %
155.2
3,3 %
Upper Upscale
104
66.8
1,3 %
170.2
–0,9 %
118.8
0,4 %
Upscale
Upper Midscale
Upper Midscale
36
68.2
1,3 %
140.2
–0,1 %
95.7
1,3 %
Midscale & Economy
65
71.6
1,8 %
120.8
0,9 %
86.5
2,8 % Midscale & Economy
* Veränderung gegenüber dem Vorjahr
Quelle: STR Global
* Variation par rapport à l’année précédente
Source : STR Global
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
im Vorjahr. Bei den durchschnittlichen Zimmerpreisen konnten
vor allem die oberen (Luxury & Upper Upscale) und unteren
Segmente (Midscale & Economy) eine Steigerung verbuchen.
2014 musste vor allem das Luxussegment Einbussen bei
der Auslastung verzeichnen, dafür konnten die Preise ein we­
nig angehoben werden (ADR +1,5 Prozent auf 550,2 Franken).
Hotels unterhalb des Luxussegments konnten von dieser Preis­
entwicklung eher profitieren und z. T. einen Belegungszu­
wachs notieren. Die tiefste Gruppe der fünf beobachteten
Segmente, Midscale & Economy, konnte in der Schweiz das
zweithöchste Wachstum verzeichnen. Es scheint also, dass
Gäste inzwischen nicht nur vom Luxussegment zum Upscale­
Segment wechseln, sondern auch auf Midscale und Economy
Hotels ausweichen. Letztere erleben in Europa schon seit eini­
ger Zeit einen regelrechten Boom.
43
légèrement moins soutenue que l’année précédente. En ce qui
concerne le prix moyen des chambres, surtout les segments
supérieurs et inférieurs enregistrent des résultats en hausse.
En 2014, c’est donc avant tout dans le segment de luxe
que le taux d’occupation s’est inscrit à la baisse, mais on ob­
serve un léger relèvement des prix (ADR +1,5 % pour atteindre
550,2 francs). Les hôtels du segment directement inférieur ont
plutôt profité de cette évolution des prix et ont en partie enre­
gistré une hausse de leur taux d’occupation. Le groupe des hô­
tels économiques et moyen de gamme affiche le deuxième
taux de croissance le plus élevé. Il semble ainsi qu’entre­temps,
la clientèle des hôtels de luxe ne se soit pas seulement repor­
tée sur les hôtels haut de gamme, mais aussi sur les établisse­
ments du milieu de gamme et économiques. En Europe, ces
derniers connaissent depuis quelque temps un véritable boom.
Arbeit und Bildung
Travail et éducation
STEPHAN ALEX ANDER hotelleriesuisse
STEPHAN ALEX ANDER hotelleriesuisse
Beschäftigung in der Hotellerie
Emploi dans l’hôtellerie
Die Beschäftigung in der Hotellerie charakterisiert sich durch
diverse Aspekte (Abbildung 1). Diese werden basierend auf
den Daten der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE)
und der Beschäftigungsstatistik (BESTA) des Bundesamtes für
Statistik (BFS) aufgezeigt. Die folgenden Kennzahlen betreffen
einerseits Beschäftigte, andererseits Erwerbstätige. Zwei Be­
griffe, die nach BFS auseinander zu halten sind, denn «eine er­
werbstätige Person kann […] mehreren Beschäftigungen nach­
gehen (Beschäftigung = eine besetzte Arbeitsstelle)».
Von den rund 4,2 Millionen Beschäftigten in der Schweiz
arbeiten 75,2 Prozent im tertiären Sektor. Das Gastgewerbe ist
mit knapp 210 000 Beschäftigten – wovon 70 700 in der Hotel­
lerie – für 5 Prozent des Gesamtvolumens verantwortlich. Dies
entspricht einem Anteil von 6,6 Prozent (Gastgewerbe) bezie­
hungsweise 2,2 Prozent (Hotellerie) aller Beschäftigten des ter­
tiären Sektors.
L’emploi dans l’hôtellerie se caractérise par plusieurs éléments
(figure 1), exposés ici sur la base des données de l’enquête
suisse sur la population active (ESPA) et de la statistique de
l’emploi (STATEM) de l’Office fédéral de la statistique (OFS). Les
chiffres­clés présentés ci­après concernent d’une part les em­
plois, de l’autre les personnes actives occupées. Deux notions
qu’il convient de différencier selon l’OFS, car « une personne
active occupée peut […] occuper plusieurs emplois (emploi =
une place de travail occupée) ».
Parmi les 4,2 millions des personnes actives occupées en
Suisse, 75,2 % travaillent dans le secteur tertiaire. Celles occu­
pées dans l’hôtellerie et la restauration sont au nombre de
presque 210 000 – dont 70 700 dans l’hôtellerie – soit 5 % du
nombre total. Cela correspond à une part de 6,6 % (hôtellerie
et restauration) respectivement 2,2 % (hôtellerie) de toutes les
personnes actives occupées dans le secteur tertiaire.
Beschäftigte nach Geschlecht
Emplois selon le sexe
Der Frauenanteil bei den Beschäftigten aller Wirtschaftsbran­
chen liegt bei 44,5 Prozent. In den Branchen des tertiären Sek­
tors ist dieser Anteil um 7,3 Prozentpunkte höher und macht
mit 51,8 Prozent mehr als die Hälfte aller Beschäftigten aus.
Mit 55,9 Prozent liegt der Frauenanteil in der Hotellerie sogar
noch einiges höher als der Durchschnitt des tertiären Sektors.
La proportion de femmes qui occupent un emploi, toutes
branches économiques confondues, est de 44,5 %. Dans
les branches du secteur tertiaire, cette part est supérieure de
7,3 points de pourcentage et représente, avec 51,8 %, plus de
la moitié de tous les emplois. Dans l’hôtellerie, ce pourcentage
est encore plus élevé (55,9 %).
Erwerbstätige nach Nationalität
Personnes actives occupées selon la nationalité
Für die Analyse des Ausländeranteils wurden die Daten der
SAKE ausgewertet. Diese Statistik weist im Gegensatz zur
BESTA 4,5 Millionen Erwerbstätige in der Schweiz aus. Die Dif­
ferenz von knapp 330 000 Personen erklärt sich durch die De­
finition der «Gesamtheit und Einheit». Die SAKE umfasst die
ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren und schliesst somit
bestimmte Personengruppen, unter anderem Kurzaufenthal­
ter, nicht ein. Diese machen insbesondere in der Saisonhotelle­
rie einen nicht zu vernachlässigenden Anteil aus. Der effektive
Anteil an Ausländern im Gastgewerbe dürfte somit noch hö­
L’analyse de la proportion d’étrangers a été réalisée à partir des
données de l’ESPA, qui enregistre, contrairement à la STATEM,
4,5 millions de personnes actives occupées. L’écart de presque
330 000 personnes tient à la définition de « univers de base et
unités d’enquête ». L’ESPA englobe la population résidante
permanente dès l’âge de quinze ans et n’inclut donc pas cer­
tains groupes de personnes, entre autres les bénéficiaires
d’une autorisation de séjour de courte durée qui, en particulier
dans l’hôtellerie saisonnière, constituent une part non négli­
geable. La part des étrangers dans l’hôtellerie et la restauration
46 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Abbildung 1 Beschäftigung in der Hotellerie, 2014
Branche / Branches
Figure 1 Emploi dans l’hôtellerie, 2014
Geschlecht / Sexe
Hotellerie / Hôtellerie 2,2%
Frauen / Femmes 55,9%
Nationalität / Nationalité1
Arbeitszeit / Temps de travail
Ausländer / Etrangers 45,2%
Teilzeit / Temps partiel 22,8%
Restauration/ Restauration 4,4%
Andere Branchen Sektor III /
Autres branches secteur III 93,4%
1
Männer / Hommes 44,1%
Daten für Gastgewerbe
Quelle: BFS, hotelleriesuisse
Schweizer / Suisses 54,8%
Vollzeit / Plein temps 77,2%
1
Dates pour l’hôtellerie et la restauration
Source : hotelleriesuisse, OFS
her sein als ausgewiesen. Für die Hotellerie liegen hierzu keine
detaillierten Daten vor. In der Schweiz sind rund ein Viertel al­
ler Erwerbstätigen Ausländer. Im tertiären Sektor ist der Aus­
länderanteil mit 24,4 Prozent leicht tiefer als im Gesamtdurch­
schnitt aller Branchen. Bei den Erwerbstätigen im Gastgewerbe
ist der Ausländeranteil dagegen mit 45,2 Prozent fast doppelt
so hoch.
devrait donc être plus élevée que ce qui est indiqué. Il n’existe
pas de données détaillées à ce propos pour l’hôtellerie. En
Suisse, près d’un quart de toutes les personnes actives occu­
pées sont des étrangers. Dans le secteur tertiaire, cette part est
de 24,4 %, ce qui est légèrement inférieur à la moyenne géné­
rale. En revanche, dans l’hôtellerie et la restauration, elle repré­
sente presque le double avec 45 ,2 %.
Beschäftigte nach Arbeitszeit
Personnes en emploi selon le temps de travail
Die Schweiz zählt rund 4 Millionen Beschäftigte im sekundären
und tertiären Sektor, wovon nahezu ein Drittel in Teilzeitanstel­
lungen arbeitet (Teilzeit = weniger als 90 Prozent der betriebs­
üblichen Arbeitszeit). Im tertiären Sektor liegt der Anteil an
Teilzeitbeschäftigten mit 38,7 Prozent höher. Die Hotellerie
liegt mit 22,8 Prozent Teilzeitbeschäftigten deutlich unter dem
Mittelwert des tertiären Sektors und dem Gesamtdurchschnitt.
La Suisse compte près de 4 millions d’emplois dans les secteurs
secondaire et tertiaire, dont presque un tiers sont des emplois
à temps partiel (temps partiel = moins de 90 % de la durée or­
dinaire du travail dans l’établissement). Dans le secteur ter­
tiaire, la part des emplois à temps partiel est plus élevée avec
38,7 %. Avec 22,8 %, l’hôtellerie se situe largement au­dessous
de la moyenne du secteur tertiaire et de la moyenne générale.
Vollzeitäquivalente nach Branchen
Equivalents plein temps selon les branches
Abschliessend wird der Arbeitsmarktbeitrag der Hotellerie be­
trachtet. Dazu wird die Beschäftigung in Vollzeitäquivalenten
analysiert, die nach BFS aus der Umrechnung des Arbeitsvolu­
mens (gemessen als Beschäftigte oder Arbeitsstunden) in Voll­
zeitbeschäftigte resultiert. Die Beschäftigung in Vollzeitäquiva­
lenten entspricht den geleisteten Arbeitsstunden dividiert
durch das Jahresmittel der durch Vollzeitbeschäftigte erbrach­
ten Arbeitsstunden.
Rund 72 Prozent der 3,5 Millionen Vollzeitäquivalente der
Schweiz sind im tertiären Sektor beschäftigt. Mit 168 000 Voll­
zeitäquivalenten – wovon rund 62 000 in der Hotellerie – bie­
tet das Gastgewerbe Arbeit für 4,7 Prozent aller Beschäftigten.
Dies entspricht einem Anteil von 6,5 Prozent der Beschäftigten
des tertiären Sektors. Auf die Hotellerie entfallen 1,7 Prozent
aller Beschäftigten respektive 2,4 Prozent der Beschäftigten
des tertiären Sektors.
Pour terminer, l’étude a porté sur la contribution de l’hôtellerie
au marché du travail basé sur l’emploi en équivalents plein
temps. Selon l’OFS, ceci résulte de la conversion du volume de
travail (mesuré en termes d’emplois ou d’heures de travail) en
emplois à plein temps. L’emploi en équivalents plein temps
correspond au nombre d’heures travaillées, divisé par la
moyenne annuelle des heures travaillées dans les emplois à
plein temps.
Près de 72 % des 3,5 millions des emplois en équivalents
plein temps en Suisse concernent le secteur tertiaire. L’hôtel­
lerie et la restauration offrent 168 000 emplois en équivalents
plein temps – dont environ 62 000 dans l’hôtellerie – ce qui
correspond à 4,7 % des personnes en emploi, soit une part de
6,5 % des emplois du secteur tertiaire. L’hôtellerie procure
alors 1,7 % de tous les emplois, soit 2,4 % des emplois du sec­
teur tertiaire.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
47
MIRIAM SHERGOLD hotelleriesuisse
MIRIAM SHERGOLD hotelleriesuisse
Bildungsmarkt
in Bewegung
Le marché de la formation
en mouvement
Bildung ist Zukunft – für den Einzelnen, die Branche und die
Allgemeinheit. Sie beeinflusst die Qualität von Produkten und
Dienstleistungen, doch ihre Wirkung zeigt sich erst längerfris­
tig. Der Blick auf die jüngsten verfügbaren Zahlen des Bundes­
amtes für Statistik für die Bildung in der Hotellerie und Gastro­
nomie, die den Stand der Dinge Ende 2013 ausweisen, ist
somit nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern auch in
die Zukunft. Zusammen mit den politischen Weichenstellun­
gen, die im Verlauf des Jahres anstehen, definieren sie die Rah­
menbedingungen für die Entwicklung der qualifizierten Fach­
und Führungskräfte, auf die die Branche angewiesen ist.
La formation, c’est l’avenir, à la fois pour l’individu, pour la
branche et pour la collectivité. La formation influe sur la quali­
té des produits et des services, mais ses effets ne se mani­
festent qu’à plus long terme. Dans ce sens, analyser les der­
niers chiffres publiés par l’Office fédéral de la statistique (OFS)
concernant l’état de la formation dans l’hôtellerie­restauration
à fin 2013, revient non seulement à dresser un bilan, c’est aus­
si se projeter dans l’avenir. Avec les grandes décisions poli­
tiques qui nous attendent dans l’année en cours, ces données
traceront le cadre pour le développement de la main­d’œuvre
qualifiée et des cadres dont la branche est tributaire.
Knapp 3700 neue Lehrverhältnisse
Près de 3700 nouveaux contrats d’apprentissage
Im Jahr 2013 traten 3682 Personen in eine betrieblich organi­
sierte Grundbildung im Gastgewerbe ein, um ein Eidgenössi­
sches Berufsattest (EBA, zweijährige Lehre) oder ein Eidgenös­
sisches Fähigkeitszeugnis (EFZ, dreijährige Lehre) zu erlangen.
Die Mehrheit begann eine dreijährige Ausbildung, wobei Kö­
chin / Koch EFZ und Restaurationsfachfrau/­mann EFZ erneut
die Spitzenreiter waren. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das
eine Abnahme von 4 Prozent. Damit setzte sich der Rückgang
fort, der seit dem Rekordjahr 2009 zu beobachten ist. Der
Rückgang betraf sämtliche Bereiche, insbesondere die betrieb­
lich organisierte Variante der Ausbildung Kauffrau/­mann EFZ.
Im Jahr 2013 sank die Anzahl der Jugendlichen, die die obliga­
torische Schule verliessen.1 Dennoch war 2013 die Zahl der
neuen Lehrverträge über alle Branchen hinweg höher denn je
(+2,3 Prozent). Der Anteil der Hotel­Gastro­Branche fiel ent­
sprechend tiefer aus als im Zeitraum davor (Abbildung 1).
Dabei ist zu beachten, dass der Gesamtbestand der neu­
en Lehrverhältnisse keine konstante Grösse ist. Die Ausgangs­
menge, mit der die Anzahl der neuen Lernenden in der Bran­
che verglichen wird, um den «Marktanteil» zu errechnen, hat
sich immer wieder verändert. So wurden im Verlauf des ver­
gangenen Jahrzehnts eidgenössisch regulierte Grundbildun­
gen für Pflege­ und Gesundheitsberufe eingeführt und das
BFS begann, einen Teil der Eintritte in die vollschulische KV­
Grundbildung statistisch zu erfassen. Im Weiteren beeinflus­
sen auch Neuerungen innerhalb der Branche die Nachfrage
nach einzelnen Ausbildungen. So finden sich in der Statistik für
das Jahr 2013 erstmals die neuen Lernenden, die sich für die
neue Grundbildung Systemgastronomie EFZ entschieden –
Lernende, die andernfalls vielleicht in einem anderen Beruf der
Branche Fuss gefasst hätten. Auch zukünftig wird es Verschie­
En 2013, 3682 personnes ont entamé une formation initiale
dans un établissement hôtelier en vue d’obtenir une attesta­
tion fédérale de formation professionnelle (AFP, apprentissage
de deux ans) ou un certificat fédéral de capacité (CFC, appren­
tissage de trois ans). La plupart ont opté pour une formation
de trois ans. Figurent cette année encore dans le peloton de
tête les apprentissages de cuisinier CFC et de spécialiste en
restauration CFC. On observe par rapport à l’année précédente
un nouveau recul de 4 %, qui confirme le mouvement à la
baisse amorcé depuis 2009. Le recul touche tous les domaines,
surtout l’apprentissage de commerce en entreprise avec CFC.
En 2013, les jeunes étaient moins nombreux à finir l’école obli­
gatoire.1 Néanmoins, le nombre de nouveaux contrats d’ap­
prentissage – toutes branches confondues – n’a jamais été aus­
si élevé (2,3 %). Du coup, la part de l’hôtellerie­restauration a
été moins importante que dans la période précédente (fig. 1).
L’effectif total des nouveaux contrats d’apprentissage
n’est aucunement une grandeur constante. Le volume de dé­
part, qui sert de référence pour calculer le nombre de nou­
veaux apprentis dans la branche n’a cessé de changer au fil des
années. D’abord parce que dans la dernière décennie, de nou­
velles formations initiales réglementées au niveau fédéral ont
vu le jour dans le secteur de la santé et des soins, puis parce
que l’OFS a entrepris d’inclure dans la statistique une partie des
jeunes ayant entamé une formation d’employé de commerce
entièrement dispensée en école. D’autres innovations agissent
également sur la demande d’apprentissages dans les différents
métiers de la branche. La statistique 2013 a ainsi saisi pour la
première fois les apprentis de la nouvelle formation de spécia­
liste en restauration de système CFC, des apprentis qui, sans
cela, auraient peut­être opté pour un autre métier de la
1
Bundesamt für Statistik, Bildungsperspektiven. Szenarien 2014–2023
für das Bildungssystem, Neuchâtel 2014, S. 15.
1
Office fédéral de la statistique, Perspectives de la formation. Scénarios
2014–2023 pour le système de formation, Neuchâtel 2014, p. 15.
48 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Figure 1 Évolution des nouveaux contrats d’apprentissage
dans l’hôtellerie / restauration et en général
10 000
9 000
8 000
7 000
6 000
5 000
4 000
3 000
2 000
1 000
0
80 000
alle Branchen
70 000
60 000
50 000
40 000
30 000
20 000
10 000
0
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
Hotel / Gastro
Abbildung 1 Entwicklung der neuen Lehrverhältnisse
in der Hotellerie / Gastronomie und insgesamt
2013
Total neue Lehrverhältnisse EFZ & EBA (alle Branchen)
Total neue Lehrverhältnisse EFZ & EBA Hotel / Gastro
Quelle: BFS
Source : OFS
Abbildung 2 Entwicklung der Anzahl Grundbildungsabschlüsse
in der Branche
Figure 2 Évolution du nombre de diplômes de la formation
professionnelle dans la branche
70 000
4 000
60 000
3 500
3 000
50 000
2 500
40 000
2 000
30 000
1500
20 000
1000
10 000
500
Hotel / Gastro
branche. De tels glissements se produiront encore à l’avenir,
sans pour autant modifier la qualité des différentes offres.
En l’état actuel, on ne sait pas exactement pourquoi le
nombre et la proportion des nouveaux contrats d’apprentis­
sage a progressé vers la fin de la dernière décennie pour repar­
tir ensuite à la baisse. En tout état de cause, il est essentiel et
primordial pour la branche de gagner de nouveaux talents. Elle
y travaille aujourd’hui intensément sur de nombreux fronts.
Au­delà des formes classiques du marketing de la relève – pré­
sence dans les salons des métiers par exemple – elle a mis sur
pied des événements originaux tels que « Please Disturb » ou
les stages « Explorhotel » pour inviter les jeunes à découvrir
l’univers professionnel de l’hôtellerie.
La palette de produits de la formation initiale est au­
jourd’hui soumise à un examen critique qui s’inscrit dans le
cadre du projet stratégique Big Picture lancé par Hotel & Gas­
tro formation, dont le but consiste à mettre les offres en phase
avec les besoins futurs des établissements et des apprentis. Un
alle Branchen
bungen dieser Art geben, ohne dass sich die Qualität eines ein­
zelnen Angebots verändert haben muss.
Es gibt keine gesicherten Erklärungen, weshalb Anzahl
und Anteil der neuen Lehrverhältnisse gegen Ende des vergan­
genen Jahrzehnts stark anstiegen und weshalb sie seither
rückläufig sind. Eines aber ist gewiss: Geeigneten Branchen­
nachwuchs zu gewinnen, ist eine Aufgabe von höchster Wich­
tigkeit. Es wird auf verschiedenen Ebenen intensiv daran gear­
beitet, diese Aufgabe zu bewältigen. Neben den klassischen
Massnahmen des Nachwuchsmarketings wie Auftritte an Be­
rufswahlmessen laden innovative Anlässe wie «Please Disturb»
und Schnuppercamps Jugendliche ein, die Welt der Hotellerie
und Gastronomie als Arbeitsplatz zu entdecken.
Die Produktepalette der Grundbildung wird im Rahmen
des von Hotel & Gastro formation lancierten Strategieprojekts
«Big Picture» einer kritischen Gesamtschau unterzogen. Diese
hat zum Ziel, die Angebote optimal auf die zukünftigen Be­
dürfnisse von Betrieben und Lernenden abzustimmen. Ein
0
0
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Total Abschlüsse EFZ & EBA (alle Branchen)
Total Abschlüsse EFZ & EBA Hotel / Gastro
Quelle: BFS
Source : OFS
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
Tabelle 1 Abschlüsse der Beruflichen Grundbildung
in der Branche
49
Tableau 2 Diplômes de la formation professionnelle initiale
dans la branche
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Hotelfachfrau/­mann EFZ
–
–
–
–
–
272
326
312
323
339
295
Spécialiste en hôtellerie CFC
Restaurationsfachfrau/­mann EFZ
(ab 2008)
–
–
–
–
–
599
708
660
741
720
661
Spécialiste en restauration CFC
Gastronomiefachassistent/­in EFZ
263
278
266
309
339
43
–
–
––
–
–
Assistant(e) en restauration et
hôtellerie CFC
1 672
1 553
1 431
1 505
1 643
1 689
1 669
1 809
1 774
1 753
159
Cuisinier / cuisinière
–
–
–
–
–
–
–
–
–
1
1 518
Cuisinier / cuisinière CFC
3-jährige Lehren
Köchin / Koch
Köchin / Koch EFZ
Apprentissages de 3 ans
–
–
–
192
208
263
222
263
249
260
225
Employé(e) de commerce CFC B:
hôtellerie, gastronomie,
tourisme, profils B et E
257
222
199
48
–
–
–
–
–
–
–
Employé(e) de commerce
hôtellerie et restauration CFC
–
–
–
–
–
–
138
145
154
152
175
Cuisinier en diététique CFC
(2 e apprentissage)
2 192
2 053
1 896
2 054
2 190
2 866
3 063
3 189
3 241
3 225
3 033
Total des apprentissages
de 3 ans
Hotelfachassistent/­in EFZ
286
211
206
209
13
–
–
–
–
–
–
Servicefachangestellte/­r EFZ
608
612
562
641
71
4
–
–
–
–
–
Sommelier / sommelière CFC
–
–
–
–
31
33
33
44
39
47
43
Employé(e) en hôtellerie AFP
Kauffrau/­mann (EFZ) Hotel­
Gastro­Tourismus, Profile B und E
Kaufmännische/­r Angestellte/­r
Gastgewerbe EFZ
Diätkoch/­köchin EFZ
(Zweitlehre)
Total 3-jährige Lehren
2-jährige Lehren
Hotellerieangestellte/­r EBA
Apprentissages de 2 ans
Assistant(e) d’hôtel CFC
Restaurationsangestellte/­r EBA
–
–
–
–
63
47
64
102
101
112
109
Employé(e) en restauration AFP
Küchenangestellte/­r EBA
–
–
–
–
202
211
247
264
264
288
302
Employé(e) en cuisine AFP
894
823
768
850
380
295
344
410
404
447
454
Total des apprentissages
de 2 ans
3 487
Total des apprentissages
de 2 et 3 ans dans l’hôtellerie
50 734 51 297 51 149 50 737 49 896 54 658 56 947 59 389 60 279 60 616 60 779
Total CFC (toutes les branches)
Total 2-jährige Lehren
EFZ und EBA
Total 2- und 3-jährige Lehren
Hotellerie / Gastronomie
Total EFZ (alle Branchen)
Total EBA (alle Branchen)
Total EFZ und EBA
(alle Branchen)
Total 2­ und 3­jährige Lehren
Hotellerie / Gastronomie zu allen
Branchen in %
CFC et AFP
3 086
–
2 876
5,0 %
Quelle: BFS
wichtiger Aspekt ist die laufende Entwicklung einer neuen
dreijährigen Grundbildung mit den Schwerpunkten Gästebe­
treuung und administrative Abläufe. Auch die Betriebe stehen
in der Pflicht: Sie können entscheidend dazu beitragen, dass
die Branche als attraktiv wahrgenommen wird und dass sich
die Lernenden gut aufgehoben fühlen und die Wege kennen,
die ihnen für die persönliche Weiterentwicklung, bis hin zur
Spitze eines Betriebs, offen stehen. Nachwuchsmarketing ist
ein Versprechen – und nur, wenn dieses Versprechen auch
gehalten wird, erfüllt es seinen eigentlichen Zweck, junge
Menschen und Tätigkeitsfelder nachhaltig erfolgreich zusam­
menzubringen. In den kommenden Jahren werden dem Lehr­
stellenangebot weniger Jugendliche gegenüberstehen. Dass
die Branche ein guter Ort ist, um sich als junger Mensch zu ent­
falten, zählt mehr denn je.
2 436
3 407
5,5 %
2 894
3 599
5,7 %
3 690
3 645
5,7 %
4 026
3 672
Total CFC et AFP
(toutes les branches)
5,7 %
1 591
3 161
50 734 51 297 51 243 50 836 51 487 57 094 59 841 63 079 64 305 64 925 65 757
5,2 %
99
2 570
Total AFP (toutes les branches)
5,6 %
94
2 904
4 978
6,1 %
–
2 664
5,7 %
4 309
5,7 %
5,3 %
CFC /AFP dans l’hôtellerie /
Gastronomie par rapport
à toutes les branches en %
Source : OFS
premier pas essentiel est entrepris avec la mise au point d’une
nouvelle formation initiale de trois ans axée sur l’accueil de la
clientèle et les processus administratifs. Les entreprises sont
aussi appelées à prendre leurs responsabilités. Elles peuvent
faire beaucoup pour rendre la branche plus attractive, pour
que les apprentis se sentent bien encadrés et soient au fait des
possibilités de carrière qui s’ouvrent à eux pour leur dévelop­
pement personnel, jusqu’à la tête d’une entreprise. Le marke­
ting de la relève est une promesse – et il importe que cette pro­
messe soit tenue pour que le marketing puisse remplir sa
mission première, à savoir faire converger sur la durée des
jeunes gens et des domaines d’activités. Dans les années à ve­
nir, il y aura moins de jeunes sur le marché des places d’appren­
tissage et, plus que jamais, il faudra leur présenter la branche
comme un lieu d’épanouissement professionnel intéressant.
50 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Berufsatteste und Fähigkeitszeugnisse: Rückgang
nach Rekordjahr
Attestations professionnelles et certificats de
capacité : fléchissement après une année record
Nach dem Rekord der Grundbildungsabschlüsse im Jahr 2012
ist für das Jahr 2013 erwartungsgemäss ein Rückgang bei den
erlangten Eidgenössischen Berufsattesten (EBA) und Eidgenös­
sischen Fähigkeitszeugnissen (EFZ) festzustellen (Abbildung 2).
Dies gilt für sämtliche Berufe, mit Ausnahme der Ab­
schlüsse Küchenangestellte/­r EBA und der Zweitlehre Diät­
köchin/­koch EFZ. Diese konnten eine weitere Zunahme ver­
zeichnen. Die Rückgänge lagen zwischen –13,5 Prozent
(Kauffrau/­mann EFZ Hotel­Gastro­Tourismus) und –2,6 Pro­
zent (Restaurationsangestellte/­r EBA). Die zweijährigen Leh­
ren zeigten sich insgesamt stabiler und spielen auch im Rah­
men der Nachholbildung eine zunehmend wichtige Rolle. Die
Gesamtzahl der Grundbildungsabschlüsse über alle Branchen
verzeichnete ein Plus von 1,3 Prozent (Tabelle 1).
Der Vergleich der Abschlusszahlen mit den Eintrittszahlen
der relevanten Vorjahre (2011 für EBA und 2010 für EFZ) zeigt,
dass die Abbruchsquoten bei den meisten Abschlüssen der
Grundbildung zwischen 12 und 16 Prozent liegen. In zwei Be­
rufen kommt es zu deutlich grösseren Diskrepanzen: Jede
fünfte Ausbildung Koch / Köchin EFZ sowie jede vierte Ausbil­
dung Restaurationsangestellte/­r EBA wurde abgebrochen.
Die Gründe sind komplex: Individuelle Eignung und Erwartun­
gen spielen ebenso eine Rolle wie die Qualität der Betreuung
und der Grad der Beanspruchung. Einfache Rückschlüsse auf
das Arbeitsumfeld oder die Abschlussart sind jedoch nicht
möglich. So sind im Bereich Küche die zweijährigen Ausbildun­
gen, im Bereich Restauration die dreijährigen Ausbildungen
stabiler. Deutlich wird aber, wie wichtig es ist, dass sich Ju­
gendliche vor dem Abschluss eines Lehrvertrags mit dem Be­
rufsalltag vertraut machen und dass sie während der Lehrzeit
auf Unterstützung zählen können.
Après avoir enregistré un record en 2012, le nombre des di­
plômes de formation professionnelle initiale accuse un léger
fléchissement tant pour les attestations professionnelles (AFP)
que pour les certificats de capacité (CFC) (figure 2).
Le constat vaut pour tous les métiers, à l’exception de ceux
d’employé(e) en cuisine AFP et de cuisinier en diététique CFC
qui ont encore progressé. Le recul atteint entre 13,5 %
(employé(e) de commerce CFC hôtel­gastro­tourisme) et 2,6 %
(employé(e) en restauration AFP). Les apprentissages de deux
ans affichent dans l’ensemble une plus grande stabilité et
jouent un rôle croissant dans le cadre de la formation de rat­
trapage. Le nombre total des diplômes de fin d’apprentissage
enregistre, toutes branches confondues, une hausse de 1,3 %
(tableau 1).
Si l’on compare le nombre de diplômes de fin d’apprentis­
sage avec le nombre d’entrées en formation dans les années
2011 (pour les AFP) et 2010 (pour les CFC) on s’aperçoit que le
taux d’échec et d’abandon oscille dans la plupart des filières
entre 12 et 16 %. En effet, il y a rupture du contrat d’appren­
tissage dans un cas sur cinq pour la formation de cuisinier CFC
et dans un cas sur quatre pour la formation d’employé(e) en
restauration. Les causes en sont complexes et touchent aussi
bien aux aptitudes et attentes individuelles qu’à la qualité de
l’encadrement et au degré de pénibilité ou à la charge de tra­
vail. On observe ainsi en cuisine une plus grande constance des
formations de deux ans, tandis que les formations de trois ans
sont plus stables dans la restauration. Dès lors, on mesure
combien il est important de donner aux jeunes la possibilité de
se familiariser avec les réalités du métier avant de conclure un
contrat d’apprentissage, mais aussi de leur assurer un soutien
pendant leur formation.
Starkes Interesse an Höherer Berufsbildung
Intérêt marqué pour la formation professionnelle
Die Rekordzahlen von Abschlüssen der Höheren Berufsbildung
(Fachausweise, eidg. Diplome, Diplome der Höheren Fachschu­
En 2013, le nombre de diplômes de la formation profession­
nelle supérieure (brevets et diplômes fédéraux, diplômes des
Abbildung 3 Abschlüsse der Höheren Berufsbildung
in der Hotellerie und Gastronomie
Figure 3 Diplômes de la formation professionnelle supérieure
dans l’hôtellerie et la restauration
600
500
400
300
200
100
0
2003
2004
Fachausweise / Brevets
Quelle: BFS
2005
2006
Diplome (HF) / Diplômes (ES)
2007
2008
2009
Diplome (HFP) / Diplômes (EPS)
2010
2011
2012
2013
Nachdiplome / Diplômes postgrades
Source : OFS
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
51
len und Nachdiplome), die im Vorjahr gefeiert werden konn­
ten, wurden 2013 nicht erreicht (Abbildung 3). Das hängt un­
ter anderem auch damit zusammen, dass einige Prüfungen im
zweijährigen Turnus durchgeführt werden und 2013 ein prü­
fungsfreies Zwischenjahr war.
Die Zahlen belegen das ungebrochene Interesse der Fach­
kräfte an einer Weiterbildung. Das Nachdiplomstudium (NDS)
Hotelmanagement verzeichnete mit 31 Diplomanden den
zweitstärksten Absolventenjahrgang seiner Geschichte, und
auch die Abschlüsse Bereichsleiter/­in Restauration FA und
Gastro­Betriebsleiter FA konnten sich über weiteren Zuwachs
freuen. Die Höheren Fachschulen zählten weniger Absolven­
ten als im starken Vorjahr, konnten aber im Mehrjahresver­
gleich überdurchschnittlich viele Diplome vergeben (Tabelle 2).
Der Abschluss Führungsfachfrau/­mann FA ist in der Tabelle
nicht erfasst, weil es sich um eine Querschnittsqualifikation
handelt und sich der Anteil Absolventen aus der Branche der­
zeit nicht verlässlich ermitteln lässt. Die Förderung von Vorbe­
reitungsmodulen im Rahmen des Landes­Gesamtarbeitsver­
trages zeugt jedoch von konstantem Interesse an Weiterbildung
in diesem Bereich.
écoles supérieures et diplômes postgrades) n’a pas égalé les
chiffres record de l’année précédente (figure 3). Le fléchisse­
ment tient cependant en partie aussi au rythme bisannuel de
certains examens finaux, sachant que l’année 2013 a été une
année intermédiaire sans examens.
Les chiffres témoignent de l’intérêt soutenu que les travail­
leurs qualifiés portent à la formation continue. La filière des
études postdiplômes ES en management hôtelier a décerné
31 diplômes. On note aussi une belle progression pour les di­
plômes de responsable de la restauration BF et de chef d’éta­
blissement de l’hôtellerie et de la restauration. Les étudiants
sortant des écoles supérieures étaient moins nombreux que
l’année précédente, mais celles­ci ont néanmoins délivré beau­
coup de diplômes en comparaison pluriannuelle (tableau 2). Le
diplôme de spécialiste de la conduite d’un groupe BF n’appa­
raît pas dans le tableau car il s’agit d’une qualification transver­
sale et qu’il est pour l’heure impossible de déterminer la pro­
portion de diplômés de la branche. L’encouragement des
modules de préparation dans le cadre de la convention collec­
tive nationale de travail reflète dans tous les cas un intérêt mar­
qué pour la formation continue dans le domaine considéré.
Fachhochschulen auf Erfolgskurs
Les hautes écoles spécialisées ont le vent en poupe
Die Fachhochschulen blieben 2013 auf Erfolgskurs. Sie verga­
ben 450 Bachelor­Diplome, was einem Plus von 17 Prozent ge­
genüber dem Vorjahr entspricht. Auch die Gesamtzahl der
Fachhochschul­Bachelors stieg an, wenn auch etwas weniger
markant (7 Prozent). Das Bachelor­Angebot im Bereich Hospi­
tality Management ist bei ausländischen Studierenden beson­
ders beliebt: Waren diese bereits 2011 bei den ersten Bache­
lor­Absolventen stark vertreten (49 Prozent), stellten sie 2013
mit 58 Prozent die Mehrheit. Damit unterscheidet sich der Ab­
schluss deutlich vom Durchschnitt der mehrheitlich auf Deutsch
und Französisch angebotenen Fachhochschul­Bachelors (Aus­
länderanteil 15,2 Prozent). Dies zeigt, welchen Reiz die Verbin­
dung von schweizerischer Tradition und internationaler Aus­
richtung über die Grenzen hinaus ausübt.
Les hautes écoles spécialisées ont confirmé leur essor en 2013.
Elles ont décerné 450 diplômes bachelor, soit une hausse de
17 % par rapport à 2012. Le nombre total de diplômes bache­
lor HES délivrés en Suisse a encore progressé, quoiqu’à un
rythme un peu moins marqué (7 %). Les étudiants étrangers
pèsent d’un grand poids dans l’offre du Hospitality Manage­
ment. Alors qu’ils formaient en 2011 49 % des diplômés HES
dans ce domaine, ils étaient largement majoritaires en 2013
avec une proportion de 58 %. On observe ici un écart net avec
les autres filières bachelor HES, proposées pour la plupart en
allemand ou en français, où la part d’étrangers atteint 15,2 %.
Les chiffres témoignent de l’attrait qu’exerce par­delà nos fron­
tières cette offre qui conjugue tradition suisse et orientation in­
ternationale.
Ausblick auf das bildungspolitische Umfeld
Perspectives pour la politique de formation 2015
Auch nach dem offiziellen «Jahr der Berufsbildung 2014»
bleibt die Bildungspolitik dynamisch: 2015 stehen wegweisen­
de bildungspolitische Entscheidungen an – insbesondere rund
um die Systematik und das Zusammenspiel der verschiedenen
Qualifikationen.
La politique de la formation n’a en rien perdu de son dyna­
misme après 2014, proclamée « année de la formation profes­
sionnelle ». Des jalons importants seront posés en 2015, en
particulier par rapport à la classification et l’équivalence des
qualifications.
Neues Finanzierungssystem für die höhere
Berufsbildung
Nouveau financement de la formation
professionnelle supérieure
Die staatliche Unterstützung für Kurse, die auf eidgenössische
Prüfungen vorbereiten, wird erhöht und neu organisiert. Der
Bund, so die Gesetzesvorlage, übernimmt neu einen Teil der
Kosten dieser Vorbereitungskurse. Der Beitrag geht direkt an
die Teilnehmenden, sobald diese zur Prüfung zugelassen sind.
Das neue System gewährleistet Freizügigkeit und fördert den
Wettbewerb zwischen den Anbietern. Es sind jedoch noch Fra­
gen rund um die Vorfinanzierung zu klären.
L’Etat augmente et réorganise l’aide qu’il alloue aux cours de
préparation aux examens fédéraux. Selon le projet de loi, la
Confédération devrait en prendre désormais une partie des
coûts à sa charge. L’aide sera versée directement aux candidats
dès leur admission aux examens. Le nouveau système garantit
la libre circulation des étudiants et favorise la concurrence
entre les prestataires. Reste encore à clarifier certains points
concernant le préfinancement.
52 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Tabelle 2 Eidgenössische Abschlüsse Höhere Berufsbildung in der Branche
und in der Schweiz 2003–2013
Tableau 2 Diplômes fédéraux de la formation professionnelle
supérieure dans la branche 2003–2013
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
109
92
72
74
89
107
90
108
98
102
98
Cheffe cuisinière /
Chef cuisinier BF1
10
17
13
17
14
13
14
24
22
22
30
Responsable de la restauration BF
Bereichsleiter/­in Hotellerie­
Hauswirtschaft FA2
8
13
8
7
6
11
8
82
0
85
74
Responsable du secteur
hôtelier­intendance BF2
Chef/­fe de Réception FA3
0
9
0
8
0
13
0
9
0
0
14
Chef(fe) de réception BF3
Gastro­Betriebsleiter/­in FA
–
–
–
–
–
–
–
24
40
57
Total Fachausweise
127
131
93
106
109
144
112
247
160
266
278
Total des brevets
Dipl. Küchenchef/­in4
0
45
1
21
0
26
0
30
0
23
6
Chef(fe) de cuisine diplômé(e)4
Dipl. Leiter/­in Restauration5
0
4
0
14
0
1
0
6
0
3
1
Chef(fe) de la restauration
diplômé(e)5
Dipl. Leiter/­in Hotellerie­
Hauswirtschaft
0
2
0
2
0
4
0
8
0
2
0
Chef(fe) du secteur
hôtelier­intendance diplômé(e)
Dipl. Leiter/­in Gemeinschafts­
gastronomie
–
–
–
–
–
–
14
0
20
0
0
Chef(fe) de la restauration
collective diplômé(e)
Dipl. Gastro­Unternehmer/­in6
16
31
24
37
21
32
28
20
14
14
13
Chef d’entreprise de l’hôtellerie et
de la restauration diplômé(e)6
Total Diplome HFP7
16
82
25
74
21
63
42
64
34
42
20
Total des diplômes
(ex. prof. supérieur)7
Dipl. Hôtelière­Restauratrice HF,
Dipl. Hôtelier­Restaurateur HF
326
312
390
387
438
422
411
411
447
488
436
Hôtelier­Restaurateur dipl ES /
Hôtelière­Restauratrice dipl ES
Total Diplome
(Höhere Fachschulen)
326
312
390
387
438
422
411
411
447
488
436
Total des diplômes (ES)
Dipl. Hotelmanager/­in NDS HF8
–
–
24
18
17
22
23
32
16
24
31
Diplôme EPD ES de manager
hôtelier
Total Nachdiplome
(Höhere Fachschulen)
–
–
24
18
17
22
23
32
16
24
31
Total des diplômes
post grade (ES)
11 210 11 368 12 251 13 194 11 723 12 468 12 188 13 144 13 141 13 582 14 042
Total des brevets dans
toutes les branches
Chefköchin/­koch FA1
Bereichsleiter/­in Restauration FA
Total Fachausweise
(alle Branchen)
Chef(fe) d’établissement de
62 l’hôtellerie et de la restauration BF
Hotellerie Fachausweise
zu allen Branchen in %
1,1 %
1,2 %
0,8 %
0,8 %
0,9 %
1,2 %
0,9 %
1,9 %
1,2 %
2,0 %
2,0 %
Brevets fédéraux hôtellerie /
toutes les branches en %
Total Diplome (Höhere Fach­
prüfung, alle Branchen)
2 971
3 195
2 556
2 919
2 563
2 818
2 664
3 160
2 969
2 815
2 786
Total des diplômes (ex prof
supérieur, toutes les branches)
Hotellerie Höhere Fachprüfung
zu allen Branchen in %
0,5 %
2,6 %
1,0 %
2,5 %
0,8 %
2,2 %
1,6 %
2,0 %
1,1 %
1,5 %
0,7 %
Examens prof. supérieurs hôtellerie /
toutes les branches en %
Total Diplome (Höhere Fach­
schulen, alle Branchen)
3 712
4 057
4 055
4 140
4 186
4 243
7 234
7 337
7 145
6 780
7 627
Total des diplômes
(ES, toutes les branches)
Hotellerie Höhere Fachschulen
zu allen Branchen in %
8,8 %
7,7 %
9,6 %
9,3 % 10,5 %
9,9 %
5,7 %
5,6 %
6,3 %
7,2 %
5,7 %
Ecoles prof. supérieures hôtelle­
rie / toutes les branches en %
1
2
3
4
5
6
7
8
Ehemalige Titel «Gastronomieköchin/-koch FA» und «Köchin / Koch
der Spital-, Heim-, und Gemeinschaftsgastronomie FA»
Ehemaliger Titel «Hauswirtschaftsleiter/-in FA
Ehemaliger Titel «Hotelempfangs- und Administrationsleiter/-in FA»
Ehemaliger Titel «Dipl. Küchenchef/-in / Produktionsleiter/-in»
Ehemaliger Titel «Dipl. Restaurationsleiter/-in»
Ehemaliger Titel «Dipl. Restaurateur/-in»
Die höheren Fachprüfungen finden bei Hotel & Gastro formation nur
alle zwei Jahre statt. Die höhere Fachprüfung Dipl. Restaurateur/-in / GastroUnternehmer/-in von GastroSuisse findet jährlich statt.
Bis 2005 Unternehmerseminar SHV (nicht eidg. reglementiert)
Quelle: BFS, Hotel & Gastro formation
7
1 Ci-devant « Cuisinier/ère en hôtellerie et restauration »,
« Cuisinier / ère d’hôpital, de home et en restauration collective »
2 Ci-devant « Intendant(e) en hôtellerie et restauration »
3 Ci-devant « Chef(fe) d’accueil et d’administration hôtelière »
4 Ci-devant « Chef(fe) de cuisine / Chef(fe) de production diplômé(e)»
5 Ci-devant Chef(fe) en restauration diplômé(e)»
6 Ci-devant « Restaurateur / Restauratrice diplômé(e) »
Les examens professionnels supérieurs ne se déroulent que tous les deux ans
chez Hotel & Gastro formation. L’examen professionnel
de Restaurateur/trice diplômé(e) / Chef d’entreprise de l’hôtellerie et de
la restauration diplômé(e) de GastroSuisse a lieu chaque année.
8 Antérieuremet séminaire SSH pour chefs d’entreprise (non réglementé)
Source : OFS, Hotel & Gastro formation
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
53
Einsatz für die internationale Positionierung
En faveur d’un positionnement international
Im Herbst 2014 wurde der Nationale Qualifikationsrahmen
(NQR) für die Berufsbildungsabschlüsse der Schweiz lanciert.
Nun sind die Organisationen der Arbeitswelt eingeladen, die
von ihnen getragenen Abschlüsse einem der acht NQR­Ni­
veaus zuzuordnen und ihre Anträge dem Staatssekretariat für
Bildung und Forschung (SBFI) einzureichen. Die Hotellerie und
Gastronomie hat sich schon in der Pilotphase stark engagiert.
Ihr Ziel ist es, sämtliche Abschlüsse zügig und koordiniert zu
positionieren und den Absolventen die Chance zu eröffnen,
ihre Qualifikationen auch im Ausland ins rechte Licht zu rü­
cken. International verständliche Titelübersetzungen sind für
die Abschlüsse der Berufsbildung dringend notwendig.
En automne 2014 a été lancé le Cadre national des certifica­
tions (CNC) pour les diplômes de la formation professionnelle
en Suisse. Les organisations du monde du travail sont à présent
invitées à attribuer les diplômes qu’elles délivrent à l’un des
huit niveaux CNC et à soumettre leurs propositions au Secré­
tariat d’Etat à la formation, à la recherche et à l’innovation.
L’hôtellerie­restauration s’est déjà fortement impliquée dans la
phase pilote. Elle entend positionner rapidement tous les di­
plômes de façon coordonnée pour donner aux diplômés la
possibilité de faire valoir leurs titres à l’étranger. Une traduction
internationalement compréhensible des titres de la formation
professionnelle s’impose de toute urgence.
Engagement der Höheren Fachschulen
Engagement commun des écoles supérieures
Die Verordnung, welche die Anerkennung der Bildungsgänge
und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen regelt, steht
zur Revision an. Von grossem Interesse ist der künftige Status
der Nachdiplomstudien (NDS), deren eidgenössische Anerken­
nung ein geschätztes Qualitätsmerkmal darstellt. Die Höheren
Fachschulen im Bereich Hotellerie, Gastronomie, Tourismus
und Facility Management haben sich zu einer Teilkonferenz der
Konferenz der Höheren Fachschulen zusammengeschlossen.
Dies ermöglicht ihnen, sich gemeinsam zu engagieren und die
eidgenössische Anerkennung ihrer Bildungsgänge auf dem Bil­
dungsmarkt noch stärker hervorzuheben.
L’ordonnance qui régit la reconnaissance des filières de forma­
tion et des études postgrades des hautes écoles spécialisées
est sur le point d’être révisée. Parmi les éléments qui inté­
ressent la branche figure le futur statut des études postgrades,
dont la reconnaissance fédérale constitue un label de qualité
très prisé. Les écoles supérieures du domaine de l’hôtellerie, de
la restauration, du tourisme et du facility management se sont
regroupées au sein d’une sous­conférence de la Conférence
suisse des Ecoles supérieures. Elles auront ainsi la possibilité
d’unir leurs forces pour favoriser la reconnaissance fédérale de
leurs filières sur le marché de la formation.
Bilanz zum Eidgenössischen Berufsattest
Bilan de l’attestation fédérale professionnelle
Zehn Jahre sind seit der Einführung der zweijährigen berufli­
chen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA)
vergangen. Diese erlaubt – im Gegensatz zu den früheren An­
lehren – den Erwerb eines eidgenössischen Abschlusses. Inzwi­
schen wurden EBA in fast allen Ausbildungsfeldern lanciert. Im
Sinne einer Bilanz wird auf nationaler Ebene ein Bericht erstellt,
und auch die einzelnen Branchen sind zur Reflexion angeregt.
In der Hotellerie und Gastronomie haben sich die zweijährigen
Grundbildungen (Hotellerieangestellte/r EBA, Restaurations­
angestellte/r, Küchenangestellte/r) seit ihrer Lancierung im
Jahr 2005 als wertvoller Bestandteil des Bildungsportfolios eta­
bliert. Sie bieten praktisch orientierten Jugendlichen einen
qualifizierten Einstieg in die Arbeitswelt und die Option, an­
schliessend eine verkürzte dreijährige Lehre zu absolvieren, die
ihrerseits die Tür zu weiteren Qualifikationen öffnet. Heute
können auch Personen, die bisher ohne Abschluss im Gastge­
werbe tätig waren, das EBA erlangen. Sie haben die Möglich­
keit, auf der Grundlage der Basisqualifikation (Progresso) eine
verkürzte, modular gestaltete Ausbildung als Küchenangestell­
te/r (seit 2008) oder als Restaurationsangestellte/r (seit 2013)
zu absolvieren.
Dix années se sont écoulées depuis l’introduction de la forma­
tion professionnelle initiale de deux ans couronnée par une at­
testation fédérale professionnelle (AFP). A la différence des
anciennes formations élémentaires, ces nouvelles filières per­
mettent d’acquérir un diplôme fédéral. Entre­temps, tous les
domaines ou presque ont mis sur pied une formation AFP. Un
rapport de bilan est en cours d’élaboration à l’échelle nationale
et les différentes branches sont invitées à y intégrer leurs ré­
flexions. Dans l’hôtellerie et la restauration, les formations ini­
tiales de deux ans (employé(e) en hôtellerie AFP, employé(e) en
restauration, employé(e) en cuisine) se sont imposées depuis
leur lancement en 2005 comme de précieuses composantes
du portefeuille de formation. Elles offrent à des jeunes plutôt
orientés sur la pratique un accès qualifié au monde du travail
et leur permet, au bout de deux ans, de suivre en abrégé un
apprentissage de trois ans qui leur ouvrira les portes d’autres
qualifications. Aujourd’hui les personnes non formées ayant
travaillé dans l‘hôtellerie peuvent obtenir une AFP. A partir de
leur qualification de base (Progresso), elles peuvent suivre une
formation modulaire abrégée d’employé(e) en cuisine (depuis
2008) ou d’employé(e) en restauration (depuis 2013).
54 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
FABIAN WEBER hotelleriesuisse
FABIAN WEBER hotelleriesuisse
Aktuelle Forschungsthemen
in wissenschaftlichen Journals
Thèmes de recherche actuels
dans les revues scientifiques
Es gibt rund 40 namhafte Tourismusjournals und mindestens
30 weitere, die sich vorwiegend dem Bereich Hotellerie und
Hospitality widmen. Sucht man auf den entsprechenden Wis­
sensplattformen nach wissenschaftlichen Beiträgen im Bereich
Hospitality, erhält man Tausende Treffer. Der folgende Beitrag
gibt einen kurzen Einblick in die von der internationalen For­
schungsgemeinschaft momentan am häufigsten behandelten
Themen. Dazu werden die Titel aller Artikel der drei bedeu­
tendsten wissenschaftlichen Journals im Bereich Hospitality
aus dem vergangenen Jahr analysiert.
On dénombre aujourd’hui quelque 40 revues touristiques de
renom, auxquelles s’ajoute encore une bonne trentaine de pu­
blications traitant principalement de l’hôtellerie et de l’indus­
trie de l’accueil. Si l’on entreprend de rechercher les articles
scientifiques consacrés au secteur sur les plates­formes du sa­
voir, on obtient des milliers d’occurrences. La présente contri­
bution entend livrer un bref aperçu des thèmes privilégiés de
la communauté internationale de la recherche. Ont été analy­
sés à cet effet tous les articles parus en 2014 dans les trois
grandes revues scientifiques du domaine de l’accueil.
Ein breites Themenspektrum
Un large spectre de thèmes
Neben den vier Journals, welche die meisten Rankings von
wissenschaftlichen Tourismuszeitschriften anführen (Annals of
Tourism Research, Tourism Management, Journal of Travel
Research, Journal of Sustainable Tourism) gibt es auch einige
Journals mit explizitem Hospitalitybezug, die an der Spitze ver­
schiedener Rankings anzutreffen sind. Die aus wissenschaft­
licher Sicht wichtigsten Journals im Bereich Hospitality sind
folgende drei:
– Cornell Hospitality Quarterly (CHQ)
– Journal of Hospitality & Tourism Research (JHTR)
– International Journal of Hospitality Management (IJHM)
En dehors des quatre revues figurant en tête du classement
des publications scientifiques dédiées au tourisme (Annals of
Tourism Research, Tourism Management, Journal of Travel
Research, Journal of Sustainable Tourism), quelques revues
ayant un lien explicite avec le secteur de l’accueil se trouvent
aussi en très bonne place dans différents classements. On re­
tiendra surtout, pour leur apport scientifique, les trois revues
suivantes :
– Cornell Hospitality Quarterly (CHQ)
– Journal of Hospitality & Tourism Research (JHTR)
– International Journal of Hospitality Management (IJHM)
Im Jahr 2014 wurden in den drei Journals insgesamt über
200 Artikel publiziert, wobei acht Ausgaben des International
Journal of Hospitality Management erschienen sind, und je vier
der anderen beiden Zeitschriften. Insgesamt befasst sich fast
die Hälfte aller Artikel mit allgemeinen Themen in Tourismus
und Gastgewerbe, während gut ein Drittel explizit hotelspezi­
fische Fragen behandelt (Tabelle 1).
Das Spektrum abgehandelter Themen ist enorm breit und
beinhaltet sowohl Meta­Studien als auch Detailanalysen. Eine
grobe Analyse zeigt jedoch, dass gewisse Stichworte in meh­
reren Titeln erscheinen. Auf der Basis von 40 dieser mehrfach
Au total, ces trois revues ont publié en 2014 plus de 200 ar­
ticles, en précisant que l’International Journal of Hospitality
Management a paru huit fois dans l’année, contre quatre édi­
tions annuelles pour les deux autres titres. Près de la moitié des
articles traitent de sujets généraux liés au tourisme et à la res­
tauration, alors qu’un bon tiers est consacré à des sujets spéci­
fiques à l’hôtellerie (tableau 1).
L’éventail des sujets traités est très large et comprend
aussi bien des métaétudes que des analyses détaillées. Un
examen sommaire révèle la présence de certains mots­clés
dans plusieurs titres. Nous avons établi une grille sur la base
Tabelle 1 Anzahl Artikel in den drei wichtigsten
Hospitality Journals im 2014
Tableau 1 nombre d’articles publiés dans les trois principales
revues du secteur de l’accueil en 2014
allgemein
général
hotelspezifisch
spécifiques à l’hòtellerie
restaurantspezifisch
spécifique à la restauration
Total
Total
Cornell Hospitality Quarterly
20
14
1
35
Journal of Hospitality & Tourism Research
16
5
5
26
International Journal of Hospitality Management
63
53
31
147
Total
99
72
37
208
Quelle: Weber 2015
Source : Weber 2015
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
Tabelle 2 Besonders häufige Stichworte
in Hospitality-Artikeln
Stichworte
55
Tableau 2 Mots-clés récurrents dans les articles consacrés
au secteur de l’accueil
Anzahl / Nombre
Mots-clés
Umwelt / Grün / Ökozertifizierungen
20
Environnement / énergie verte / labels écologiques
Gästeverhalten / Gästeperspektive
15
Comportement de la clientèle / perspective de la clientèle
Bewertungen / Beanstandungen / Online Travel Agencies
13
Évaluation / réclamations / agences de voyages en ligne
Servicequalität / Kundenerlebnis
13
Qualité du service / expérience client
Corporate Social Responsibility
9
Responsabilité sociale de l’entreprise
Kommunikation / Branding
9
Communication / marque
Performance / Rentabilität
8
Performance / rentabilité
Emotionsarbeit / sinnvolle Arbeit / Vereinbarkeit Beruf und Familie
8
Travail sur les émotions / sens du travail / conciliation travail­famille
Nachhaltigkeit
7
Développement durable
Quelle: Weber 2015
behandelten Themen wurde ein Raster erstellt. Davon lassen
sich die Themenbereiche ableiten, welche besonders häufig
anzutreffen sind (Tabelle 2).
Noch deutlicher kristallisieren sich Trends heraus, wenn
man die einzelnen Bereiche und Stichworte in übergeordnete
Themen bündelt. Die Tabelle 3 zeigt die Themen, welche in
den entsprechenden Zeitschriften momentan am häufigsten
behandelt werden sowie einige Beispiele für Titel der wissen­
schaftlichen Artikel.
Dass der E-tourism an erster Stelle steht, ist in Anbetracht
der wachsenden Bedeutung neuer Technologien und Ver­
triebskanäle wenig erstaunlich. Mehrere Studien beschäftigen
sich mit Online Travel Agencies, Online­Bewertungen, electro­
nic Word of Mouth (eWOM), Hotelwebsites und dem Einsatz
von Onlinetechnologien.
Im Bereich Nachhaltigkeit / Corporate Social Responsibility
(CSR) werden häufig Effekte von Nachhaltigkeitsinitiativen auf
Performance, Mitarbeitende, Gästebewertungen oder auch
auf das Umweltverhalten der Gäste untersucht.
Auch in Bezug auf die Arbeitsbedingungen ist das The­
menspektrum vielfältig. Es geht einerseits um Rekrutierungs­,
Qualifizierungs­ und Lebenslauffragen, in den meisten Fällen
jedoch um die spezifischen Herausforderungen der Berufe im
Hospitalitybereich mit einem besonderen Fokus auf Stress­
faktoren, sinnvolle Arbeit oder die Vereinbarkeit von Beruf
und Familie.
Selbstverständlich ist das Gästeverhalten ebenfalls ein er­
giebiges Forschungsfeld. Neben der Gästeloyalität stehen da­
bei vor allem die Wahrnehmungen der Gäste respektive deren
Reaktionen – beispielsweise auf die Hotelkommunikation, den
Internetauftritt von Hotels oder auf fehlerhafte Dienstleistun­
gen – im Vordergrund.
Der Begriff Servicequalität umfasst Studien, die sich mit
den Dienstleistungen der Hotellerie im weiteren Sinne ausein­
andersetzen. Untersucht werden zum Beispiel die Auswirkun­
gen von standardisierten Arbeiten, die Einstellungen der Mit­
arbeitenden, ihre Zusammenarbeit oder auch Zusammenhänge
zwischen Servicequalität, Gästezufriedenheit und ­loyalität.
Source : Weber 2015
de 40 sujets traités à de multiples reprises, à partir de laquelle
on peut déduire les champs thématiques les plus fréquents
(tableau 2).
Des tendances se dessinent encore plus nettement si
l’on regroupe les différents domaines et les mots­clés sous
des thèmes plus généraux. Le tableau 3 indique les sujets les
plus souvent traités en ce moment dans les revues considé­
rées, illustrés par quelques exemples de titres d’articles scien­
tifiques.
Que l’e-tourisme figure en première position n’est guère
surprenant si l’on considère le poids croissant des nouvelles
technologies et des nouveaux canaux de distribution. Plusieurs
études se penchent sur les agences de voyages en ligne, les
évaluations en ligne, l’electronic word of mouth (eWOM), les
sites web des hôtels et l’utilisation des technologies en ligne.
Dans le domaine développement durable / responsabilité
sociale des entreprises (RSE), on étudie l’impact sur la perfor­
mance, les collaborateurs, les évaluations de la clientèle, ou en­
core sur le comportement environnemental des clients.
S’agissant des conditions de travail, le spectre des sujets
traités est également fort diversifié. Il y est question notam­
ment de recrutement, de qualifications et de parcours profes­
sionnels. Cependant on s’intéresse surtout aux difficultés
propres aux métiers de l’accueil, avec une attention particulière
portée aux facteurs de stress, au sens du travail et à la concilia­
tion de la vie professionnelle et de la vie familiale.
Le thème du comportement de la clientèle est lui aussi un
champ d’investigation très fertile. Parmi les principaux aspects
examinés figurent la fidélité des clients, leurs perceptions
ou réactions, notamment à l’égard de la communication de
l’établissement, de son site internet ou face à des erreurs de
service.
La qualité des services regroupe des études portant sur les
services hôteliers au sens large. On s’intéresse ici aux effets des
processus standardisés, aux avis des collaborateurs, aux modes
de collaboration du personnel, à la qualité du service, mais aus­
si aux corrélations entre la qualité du service, la satisfaction et
la fidélité des clients.
56 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Tabelle 3 Topthemen in Hospitality Journals 2014
Themen
E­tourism
Nachhaltigkeit / Corporate
Social Responsibility (CSR)
Job / Arbeitsbedingungen
Tableau 3 Thèmes phares des revues du secteur de l’accueil, en 2014
Anzahl Beispiele für Titel der wissenschaftlichen Artikel
Nombre Exemples de titres des articles scientifiques
42 The Differential Effects of the Quality and Quantity of Online Reviews on Hotel
Room Sales
E­tourisme
A hybrid multi­criteria decision making model to evaluate hotel websites
IJHM
38 Effective Communication Strategies for Hotel Guests’ Green Behavior
CHQ
Profiling the Potential «Green» Hotel Guest: Who Are They and What Do They Want?
JHTR
The Impact of Top Management’s Environmental Attitudes on Hotel Companies’
Environmental Management
JHTR
30 Staff turnover costs: In search of accountability
IJHM
The Impact of Frontline Employees’ Work­Family­Conflict on Customer Satisfaction:
The Mediating Role of Exhaustion and Emotional Displays
CHQ
Does work engagement mediate the effects of challenge stressors on job outcomes?
Evidence from the hotel industry
IJHM
Servicequalität
13 The Influence of Hotel Price on Perceived Service Quality and Value in E­Tourism:
An Empirical Investigation Based on Online Traveler Reviews
Consumer Responses to Service Failure: The Influence of Acculturation
Hotel Guests’ Responses to Service Recovery: How Loyalty Influences Guest Behavior
13 The Link between Firm Financial Performance and Investment in Sustainability Initiatives
CRM and the bottom line: Do all CRM dimensions affect firm performance?
10 The need for cross­cultural competence training
Examining key drivers of customer delight in a hotel experience:
A cross­cultural perspective
Finanzen / Ertrags­
management
CHQ
JHTR
20 Guests’ Reactions to In­Room Sustainability Initiatives: An Experimental Look at
Product Performance and Guest Satisfaction
Interkulturalität
Thèmes phares
Toward Understanding Consumer Processing of Negative Online Word­of­Mouth
Communication: The Roles of Opinion Consensus and Organizational Response
Strategies
Gästeverhalten /
­zufriedenheit
Performance / Prozesse
Journal
10 On revenue management and the use of occupancy forecasting error measures
Knowledge sharing in revenue management teams: Antecedents and
consequences of group cohesion
Quelle: Weber 2015
Betriebswirtschaftliche Aspekte und Prozesse bilden ein
weiteres zentrales Themenfeld. Hier stehen Untersuchungen
im Vordergrund, welche die Auswirkungen verschiedener
Faktoren (Bewertungen, Marktstruktur, CSR­Massnahmen,
Expansionstätigkeiten) auf die Performance und Rentabilität
eines Hotels analysieren.
Einen ebenfalls grossen Stellenwert hat das Thema Interkulturalität, das sowohl den Umgang mit Gästegruppen
verschiedener Kulturen als auch Unterschiede bei den Mit­
arbeitenden in Bezug auf Sprache, Religion oder Migrations­
hintergrund beinhaltet (Stichwort Diversität).
Letztlich gibt es auch mehrere Beiträge, welche das Thema
Finanzen und insbesondere das Ertragsmanagement aufgrei­
fen. Es geht dabei beispielsweise um Optimierungen des Er­
tragsmanagements durch das Teilen von Wissen in Teams oder
durch Prognosetools zu Auslastungen.
Im Gastronomiebereich sind Forschungsarbeiten zu den
Themen Trinkgeld, gesundes Essen, Menü und Wein beson­
ders häufig. Erstaunlich ist, dass Begriffe wie «Innovation»
oder «Kooperation» kaum vorkommen. Auch spezifische Posi­
tionierungen – beispielsweise Spa / Wellness – sind kein Thema.
CHQ
Développement durable /
Responsabilité sociale
des entreprises (RSE))
Emploi / conditions de travail
Comportement des clients /
satisfaction des clients
CHQ
JHTR
Qualité du service
CHQ
CHQ
Performance / processus
IJHM
IJHM
Interculturalité
IJHM
IJHM
IJHM
Finances / gestion
du rendement
Source : Weber 2015
Un autre grand champ thématique concerne les diffé­
rentes facettes et les processus d’économie d’entreprise. Les
études entreprises dans ce domaine ont pour objet principal les
effets exercés par une série de facteurs (évaluations, structure
du marché, mesures de RSE, activités d’expansion, etc.) sur la
performance et la rentabilité d’un hôtel.
Le thème de l’interculturalité occupe également une place
de choix. Il concerne entre autres l’accueil de groupes de tou­
ristes d’autres cultures, mais aussi les équipes formées de col­
laborateurs de langues, de religions et d’origines distinctes
(mot­clé : diversité).
Enfin, plusieurs contributions sont consacrées au thème
des finances, plus particulièrement à la gestion du rendement.
Elles abordent notamment l’optimisation de la gestion du ren­
dement via le partage des connaissances dans les équipes ou
l’usage d’outils prévisionnels pour le taux d’occupation.
Dans le domaine de la restauration, les recherches réali­
sées concernent les pourboires, l’alimentation saine, les mets
et les vins. On peut s’étonner de la relative rareté des notions
d’innovation et de coopération, de même ne trouve­t­on pas
grand­chose sur le positionnement spécifique – des hôtels
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
57
Das kann auch damit zusammenhängen, dass es für viele spe­
zifischen Themen eigene spezialisierte Zeitschriften gibt.
spa / wellness p. ex. – ce qui s’explique peut­être par l’existence
de revues spécialisées dans le domaine.
Relevante Hotellerie-Themen aktiv einbringen
Suggérer des thèmes pertinents
Auch wenn nur eine kleine Auswahl der zahlreichen Artikel im
Bereich Hospitality betrachtet wurde, zeigt die Analyse die
grosse Vielfalt an interessanten Forschungsthemen, die im Be­
reich Hotellerie und Hospitality bearbeitet werden. Nicht alle
Artikel scheinen die aus Sicht der Hotelbranche relevantesten
Herausforderungen aufzugreifen. Hier kann und soll sich die
Hotellerie noch aktiver einbringen, um die «richtigen» Themen
zu setzen. Gleichzeitig ist zu hoffen, dass die wissenschaft­
lichen Erkenntnisse aus der Forschung vermehrt noch ver­
ständlicher aufbereitet werden. Nur wenn diese gelesen und
verstanden werden, können sie zu Verbesserungen und Inno­
vationen führen. Die meisten Abstracts und einige der Artikel
sind im Internet kostenlos verfügbar. Links und Informationen
zum Thema Forschung stehen zudem auf der Website von ho­
telleriesuisse zur Verfügung.1
Si l’analyse des publications n’a pris en compte qu’un petit
nombre d’articles, elle n’en révèle pas moins l’extraordinaire di­
versité des sujets de recherche intéressants dans le secteur de
l’hôtellerie et de l’accueil. Les articles toutefois n’abordent pas
toujours ce que la branche estime être les principaux enjeux ac­
tuels. A cet égard, l’hôtellerie est appelée à redoubler d’efforts
pour attirer l’attention sur les thèmes pertinents. Il faut espé­
rer d’autre part que les résultats des recherches scientifiques
réalisées puissent être présentés de manière plus accessible. Il
faut que les recherches soient lues et comprises, faute de quoi
elles ne pourront amener des innovations et améliorations. Les
articles sont disponibles gratuitement sur internet, le plus sou­
vent sous une forme condensée, parfois dans leur intégralité.
Le lecteur trouvera en outre des compléments d’information
sur le thème de la recherche sur le site web d’hotelleriesuisse.1
1
www.hotelleriesuisse.ch/forschung
1
www.hotelleriesuisse.ch/recherche
Hotel-Benchmark
Benchmark hôtelier
BARBAR A FRIEDRICH hotelleriesuisse
BARBAR A FRIEDRICH hotelleriesuisse
Best Practice ERFA-Gruppen
Groupes EXPER – best practices
hotelleriesuisse organisiert und koordiniert seit 70 Jahren den
Erfahrungsaustausch unter seinen Mitgliedern in sogenannten
ERFA­Gruppen. Diese ermöglichen den Austausch und Ver­
gleich wichtiger Betriebskennzahlen, das Erörtern von gemein­
samen Problemen und das Suchen nach geeigneten Lösungen.
Die Resultate aus der ERFA­Arbeit können statistisch keinen
Anspruch auf Repräsentativität und Vollständigkeit erheben,
liefern aber aus dem Bereich der führenden und grösseren Be­
triebe wertvolle Hinweise über den Verlauf des Geschäftsjah­
res. Um das gesamte Spektrum aufzuzeigen, werden nebst
den Mittelwerten die statistischen Eckdaten 1. Quartil (25 Pro­
zent der Betriebe liegen unter diesem Wert) und 3. Quartil
(25 Prozent der Betriebe liegen über diesem Wert) sowie der
Median (50 Prozent der Betriebe weisen einen tieferen respek­
tive einen höheren Wert aus) veröffentlicht. Ein Vergleich über
mehrere Jahre ist mit der nötigen Vorsicht zu interpretieren, da
sich die Zusammensetzung der ERFA­Gruppen im Verlauf der
Jahre verändert und der Einbezug neuer Betriebe oder ERFA­
Gruppen die Resultate beeinflussen kann. Von den rund
160 ERFA­Mitgliedern konnten 149 Abschlüsse in die Auswer­
tung aufgenommen werden. Dazu kommen 12 Betriebe der
Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit. Da die Hotel­
betriebe unterschiedliche Abschlussdaten haben, ist der Zeit­
horizont der ausgewerteten Daten nicht mit dem Kalenderjahr
identisch. In der Analyse wird daher vom Jahr 2013 bezüglich
der aktuellen Daten beziehungsweise vom Jahr 2012 als Refe­
renzgrösse für das Vorjahr gesprochen. Auf die Publikation der
3­Sterne­ Garni­Werte wird verzichtet, da es sich bei dieser Be­
triebskategorie um einen Sonderfall handelt und die Daten nur
bedingt mit den anderen Kategorien vergleichbar sind.
hotelleriesuisse organise et coordonne depuis 70 ans l’échange
d’expériences entre ses membres au sein de groupes appelés
groupes EXPER. Ces derniers permettent d’échanger et de
comparer des indicateurs d’exploitation, de traiter des pro­
blèmes communs et de chercher à les résoudre de manière ap­
propriée. Les résultats du travail des groupes EXPER ne peuvent
pas, statistiquement, prétendre revêtir un caractère exhaustif
et représentatif ; ils fournissent néanmoins de précieuses indi­
cations sur le déroulement de l’exercice dans les hôtels de tout
premier rang et de grande taille. Afin de présenter tout l’éven­
tail des résultats, les 1ers quartiles (25 % des hôtels se situent
au­dessous de cette valeur), les 3es quartiles (25 % des hôtels
se situent au­dessus de cette valeur) et les médianes (50 % des
hôtels présentent une valeur inférieure ou supérieure) sont in­
diqués en plus des moyennes. Une comparaison sur plusieurs
années doit être interprétée avec la prudence requise, vu que
la composition des groupes EXPER évolue au fil des ans et que
l’intégration de nouveaux hôtels ou la création d’un nouveau
groupe peuvent influer sur les résultats. Sur les quelque 160 hô­
tels membres EXPER, 149 ont pu être évalués. A cela s’ajoutent
12 hôtels recensés auprès de la Société suisse de crédit hôtelier.
Etant donné que les établissements n’arrêtent pas tous leurs
comptes à la même date, l’étendue de la période d’évaluation
des données ne coïncide pas toujours avec l’année civile. Pour
simplifier, l’analyse fait toujours référence à l’année 2013 pour
désigner les données actuelles et à l’année 2012 comme valeur
de référence pour l’année précédente. La publication des
chiffres des hôtels garnis 3 étoiles a été abandonnée, vu qu’ils
sont un cas à part et que les données ne sont comparables avec
les autres catégories que dans une moindre mesure.
Schweizer Kontenrahmen für die Hotellerie und
Gastronomie
Plan comptable suisse pour l’hôtellerie et la
restauration
Durch die verschiedenen Neuerungen in der Rechnungslegung
sahen sich die Branchenverbände hotelleriesuisse und Gastro­
Suisse sowie die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit
Les différents changements intervenus dans la présentation
des comptes ont amené les associations de branche hotellerie­
suisse et GastroSuisse ainsi que la Société suisse de crédit
60 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
veranlasst, den Kontenrahmen für das Schweizer Gastgewerbe
aus dem Jahr 1992 zu überarbeiten. Im Sommer 2003 wurde
ein Projektteam unter der Leitung der Ecole hôtelière de Lau­
sanne mit der Überarbeitung beauftragt. Die Erarbeitung des
Schweizer Kontenrahmens für die Hotellerie und Gastronomie
(kurz: Kontenrahmen Gastgewerbe) wurde durch Innotour im
Rahmen der Qualifizierungsinitiative massgeblich unterstützt.
Der Stellenwert, der selbst von staatlicher Seite dem modernen
Finanzmanagement entgegengebracht wird, ist Ansporn, die
Branche zur Verwendung des Kontenrahmens Gastgewerbe
im Sinne einer Professionalisierung zu verpflichten.
Eine erste Überarbeitung des Kontenrahmens Gastgewer­
be erfolgte 2009 aufgrund der Neuordnung des schweizeri­
schen Revisionsrechts (OR) und des neuen Revisionsaufsichts­
gesetzes (RAG), welche am 1. Januar 2008 in Kraft getreten
sind. Dabei wurde bereits die sich abzeichnende Entwicklung
in der schweizerischen Rechnungslegung insbesondere durch
Swiss GAAP FER (Fachempfehlungen zur Rechnungslegung)
und die durch den Bundesrat verabschiedete Botschaft zur
Revision des Aktien­ und Rechnungslegungsrechts vom 21. De­
zember 2007 mitberücksichtigt.
Am 23. Dezember 2011 stimmte das Parlament dem neu­
en Rechnungslegungsrecht zu. Dieses ist am 1. Januar 2013 in
Kraft getreten. Aufgrund des neuen Rechnungslegungsrechts
ergaben sich beim bestehenden Kontenrahmen Gastgewerbe
Änderungen und Ergänzungen insbesondere bei den Hinwei­
sen auf die Gesetzesartikel und den Anforderungen an die Be­
richterstattung. Der Kontenrahmen selber erfährt mit Ausnah­
me einzelner Kontenbezeichnungen und Kontonummern
keine wesentlichen Änderungen, da die Entwicklungen der
Rechnungslegung bereits in der Modifikation von 2009 be­
rücksichtigt wurden. Die neuen Bestimmungen sind für Einzel­
abschlüsse ab dem Geschäftsjahr 2015 und für Konzern­
rechnungen ab dem Geschäftsjahr 2016 anzuwenden. Mit
der Übernahme des neuen Gesetzes kann der Kontenrahmen
1992 hauptsächlich aufgrund der neu vorgeschriebenen Struk­
tur der Erfolgsrechnung nicht mehr verwendet werden.
Im Interesse der Vergleichbarkeit wurden alle Erfolgsrech­
nungen nach dem im Fachbuch «Schweizer Kontenrahmen für
die Hotellerie und Gastronomie» vorgegebenen Überleitungs­
schlüssel nach Kontenrahmen 1992 sowie nach Kontenrahmen
Gastgewerbe ausgewertet. Dabei mussten gewisse Annah­
men getroffen werden, die unter Umständen nicht ganz der
Realität entsprechen. Die folgenden Kennzahlen basieren auf
dem Schweizer Kontenrahmen für die Hotellerie und Gastro­
nomie.
hôtelier à réviser l’actuel plan comptable pour l’hôtellerie et la
restauration datant de 1992. Un groupe de projet placé sous la
responsabilité de l’Ecole hôtelière de Lausanne a donc été
chargé en 2003 d’établir un nouveau plan comptable. Le plan
comptable suisse pour l’hôtellerie et la restauration (en bref :
plan comptable HORE) a été élaboré grâce au soutien détermi­
nant d’Innotour dans le cadre de l’initiative en faveur de la qua­
lification. Le fait que même l’Etat attache de l’importance à un
management financier moderne devrait inciter la branche, dé­
sireuse d’améliorer encore son professionnalisme et sa réputa­
tion de qualité, à utiliser le plan comptable HORE.
Le plan comptable HORE a été remanié pour la première
fois en 2009, suite à la révision du Code des obligations suisse
(CO) et à la nouvelle loi sur la surveillance de la révision (LSR)
entrée en force le 1er janvier 2008. Les modifications apportées
tiennent déjà compte de la tendance qui se dessinait dans les
principes de présentation des comptes, notamment ceux pré­
conisés par Swiss GAAP RPC (Recommandations relatives à la
présentation des comptes) et ceux contenus dans le message
du Conseil fédéral sur la révision du droit de la société ano­
nyme et du droit comptable du 21 décembre 2007.
Le 23 décembre 2011, le Parlement adoptait le nouveau
droit comptable. Ce dernier a été mis en vigueur au 1er janvier
2013. Ce nouveau droit comptable nécessite d’apporter des
changements et des compléments dans le plan comptable
HORE, notamment en ce qui concerne les références aux ar­
ticles de loi et les exigences s’appliquant au compte rendu. Le
plan comptable en soi ne subit pas de modifications impor­
tantes, à l’exception de quelques désignations ou numéros de
compte, vu que les développements dans la présentation des
comptes ont déjà été pris en considération dans l’adaptation
de 2009. Les nouvelles dispositions sont applicables dès l’exer­
cice 2015 pour les comptes annuels individuels, et dès l’exer­
cice 2016 pour les comptes consolidés. La nouvelle loi impose
de renoncer définitivement au plan comptable 1992 principa­
lement du fait de la nouvelle structure prescrite pour le compte
de résultat.
Afin de pouvoir comparer les résultats, tous les comptes
ont été évalués tant sur la base du plan comptable 1992 que
sur celle du plan comptable HORE, conformément à la clé de
rapprochement indiquée dans l’ouvrage « Plan comptable
suisse pour l’hôtellerie et la restauration ». Pour ce faire, il a
fallu procéder à certaines estimations qui, selon les circons­
tances, ne correspondent pas toujours à la situation réelle. Les
chiffres­clés ci­après se basent sur le plan comptable suisse
pour l’hôtellerie et la restauration.
Logiernächtezunahme um 3,9 Prozent
Augmentation des nuitées de 3,9 %
Die Logiernächteentwicklung in Hotel­ und Kurbetrieben wies
für die Jahre 2003 bis 2008 ein konstantes Wachstum aus.
Aufgrund der Wirtschaftskrise verzeichnete die Schweizer Ho­
tellerie ab 2009 mehrheitlich rückläufige Zahlen und musste
zudem Preiszugeständnisse machen. Gemäss Bundesamt für
Statistik verzeichnete die Hotellerie in der Schweiz im Jahr 2013
insgesamt 35,6 Millionen Logiernächte. Die Zunahme um
De 2003 à 2008, le nombre de nuitées dans les hôtels et les
établissements de cure a progressé de manière continue. A
partir de 2009 par contre, suite à la crise économique, l’hôtel­
lerie suisse a majoritairement enregistré des chiffres en baisse
et les hôteliers ont dû faire en plus des concessions sur les prix.
Selon l’Office fédéral de la statistique, l’hôtellerie a enregistré
en Suisse 35,6 millions de nuitées au cours de l’année 2013. Ce
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
61
2,5 Prozent gegenüber 2012 stellt einen Wiederaufschwung
dar. Die ERFA­Betriebe verzeichneten gar 3,9 Prozent mehr
Logiernächte, wobei tendenziell die Stadtbetriebe besser ab­
schnitten. Das beste Ergebnis erzielten die 4­Sterne­Stadtbe­
triebe mit einer durchschnittlichen Zunahme der Logiernächte
um 6,8 Prozent, gefolgt von den 4­Sterne­Ferienbetrieben
(5,0 Prozent). Das geringste Wachstum verzeichneten die
5­Sterne­Stadtbetriebe (1,0 Prozent). Rund ein Viertel aller
Ferienbetriebe musste einen Rückgang der Logiernächte von
über 5,5 Prozent (3­Sterne) beziehungsweise über 2,4 Prozent
(5­Sterne) hinnehmen, während die besten 25 Prozent der
4­Sterne­Ferienhotels ein Plus von über 10 Prozent verzeichne­
ten. Auf die Logiernächte der Stadtbetriebe wirkte sich die
Wirtschaftskrise unterschiedlich aus. Während ein Viertel der
Stadthotels 3,2 Prozent (3­Sterne), 1,0 Prozent (4­Sterne) und
2,1 Prozent (5­Sterne) einbüssten, verzeichneten 25 Prozent
der Stadthotels ein Logiernächtewachstum von 6 und mehr
Prozent.
résultat représente un rebond des nuitées avec une augmenta­
tion de 2,5 % par rapport à 2012. Les hôtels des groupes EXPER
ont même accusé une augmentation de 3,9 % ; les hôtels ur­
bains s’en sont toutefois généralement mieux sortis. Ce sont
les établissements urbains 4 étoiles qui ont enregistré le meil­
leur résultat avec une hausse moyenne des nuitées de 6,8 %,
suivie par les hôtels de vacances 4 étoiles (5,0 %). L’hôtellerie
urbaine 5 étoiles affiche la croissance la plus faible (1,0 %). En­
viron un quart de tous les hôtels de vacances a accusé une
chute des nuitées de plus de 5,5 % (3 étoiles) et de plus de
2,4 % (5 étoiles), tandis que le meilleur quart des hôtels de
vacances 4 étoiles a noté une croissance de plus de 10 %. Les
conséquences de la crise économique ont eu des effets divers
sur le volume des nuitées dans les hôtels urbains. Si un quart
de ces établissements a subi une baisse des nuitées de 3,2 %
(3 étoiles), 1,0 % (4 étoiles) et 2,1 % (5 étoiles), 25 % des hôtels
urbains affichent en revanche une croissance des nuitées de
plus de 6 %.
Abbildung 1 Veränderung der Logiernächte in Prozent
Figure 1 Variation des nuitées en %
10 %
10 %
5%
5%
0%
0%
–5 %
–5 %
–10 %
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Ferien / Vacances
2011
2012
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne Mittelwert
5 étoiles Moyenne
Stadt / Urbains
2013
Quelle: hotelleriesuisse
–10 %
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
3-Sterne
3 étoiles
Ferien / Vacances
1. Quartil / 1er quartile
Median / Médiane
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Stadt / Urbains
3. Quartil / 3 e quartile
Source : hotelleriesuisse
Zimmerauslastung bei 64,4 Prozent
Taux d’occupation des chambres de 64,4 %
Die durchschnittliche Zimmerauslastung bezogen auf Öff­
nungstage lag im Jahr 2013 leicht über dem Vorjahreswert bei
64,4 Prozent. Die höchste Zimmerauslastung erzielte die 3­Ster­
ne­Stadthotellerie mit 68,7 Prozent, gefolgt von den 3­Sterne­
Ferienbetrieben mit 66,1 Prozent. Demgegenüber verzeichne­
ten die 5­Sterne­Stadtbetriebe eine mittlere Zimmerauslastung
von 56 Prozent. Dabei gilt es, bei der 3­ und 4­Sterne­Stadtho­
tellerie die überdurchschnittliche Vertretung von Betrieben aus
der Stadt Zürich zu berücksichtigen. Die 4­Sterne­Hotellerie er­
reichte eine mittlere Zimmerauslastung von 61,4 Prozent (Feri­
en) und 65 Prozent (Stadt). Die mehrheitlich tiefere Auslastung
der Ferienhotellerie ist unter anderem auf den höheren Anteil
ausländischer Gäste und die Einbussen bei diversen traditionel­
len Märkten zurückzuführen. Ein Viertel aller Ferienbetriebe
wies eine Zimmerauslastung unter 53 Prozent (3­ und 4­Sterne)
beziehungsweise 58 Prozent (5­Sterne) aus sowie bei den Stadt­
Le taux d’occupation moyen des chambres par rapport aux
jours d’ouverture en 2013 est, avec 64,4 %, supérieur à celui
enregistré l’année précédente. L’hôtellerie urbaine 3 étoiles a
enregistré le taux d’occupation le plus élevé avec 68,7 %, suivie
par les hôtels de vacances 3 étoiles avec 66,1 %. L’hôtellerie ur­
baine 5 étoiles affiche par contre un taux d’occupation moyen
des chambres de 56 %. Cela étant, il faut tenir compte de la
forte proportion des hôtels de Zurich dans les taux de l’hôtelle­
rie urbaine 3 et 4 étoiles. L’hôtellerie de 4 étoiles a atteint un
taux d’occupation moyen des chambres de 61,4 % (vacances)
et 65 % (ville). Les taux d’occupation pour la plupart inférieurs
des hôtels de vacances sont dus, entre autres, à la forte propor­
tion d’hôtes étrangers et au repli des divers marchés tradition­
nels. Un quart de tous les hôtels de vacances a réalisé un taux
d’occupation des chambres inférieur à 53 % (3 et 4 étoiles) et
inférieur à 58 % (5 étoiles). Pour les hôtels urbains aussi les taux
62 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
betrieben Werte unter 62 Prozent (3­Sterne), 57 Prozent (4­Ster­
ne) respektive 49 Prozent (5­Sterne). Demgegenüber erzielten
die besten 25 Prozent aller ERFA­Betriebe durchschnittliche
Zimmerauslastungen von über 70 Prozent, mit Ausnahme der
5­Sterne­Hotellerie (63 Prozent), die das Schlusslicht bildete.
d’occupation enregistrés sont inférieurs à 62 % (3 étoiles), à
57 % (4 étoiles) et à 49 % (5 étoiles). En revanche, le meilleur
quart de tous les hôtels des groupes EXPER a enregistré un taux
d’occupation moyen des chambres de plus de 70 %, à l’excep­
tion de l’hôtellerie 5 étoiles (63 %), en queue de classement.
Abbildung 2 Zimmerauslastung in Prozent
Figure 2 Taux d’occupation des chambres en %
80 %
80 %
60 %
60 %
40 %
40 %
20 %
20 %
0%
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
3-Sterne
3 étoiles
Ferien / Vacances
2011
2012
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne Mittelwert
5 étoiles Moyenne
0%
3-Sterne
3 étoiles
Stadt / Urbains
4-Sterne
4 étoiles
3-Sterne
3 étoiles
Ferien / Vacances
1. Quartil / 1er quartile
2013
5-Sterne
5 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Stadt / Urbains
Median / Médiane
Quelle: hotelleriesuisse
3. Quartil / 3 e quartile
Source : hotelleriesuisse
Zimmermoyenne von 263 Franken
Prix moyen de la chambre de 263 francs
Die Zimmermoyenne, also der durchschnittliche Beherber­
gungsertrag pro Zimmernacht, sank aufgrund der weiterhin
schwierigen wirtschaftlichen Lage leicht auf 263 Franken. Al­
lerdings bestehen zwischen den Kategorien markante Unter­
schiede. Die 3­Sterne­Hotellerie erreichte gegenüber dem Vor­
jahr eine leicht höhere Zimmermoyenne von 162 Franken
(Ferien) beziehungsweise gleichbleibend bei 148 Franken
(Stadt). Ebenfalls verzeichneten die 4­Sterne­Ferienhotels
(250 Franken) und die 5­Sterne­Stadtbetriebe mit einer Zim­
mermoyenne von 535 Franken leicht höhere Werte. Einzig die
4­Sterne­Stadthotels (221 Franken) sowie die 5­Sterne­Ferien­
Le prix moyen de la chambre, donc le produit hébergement
moyen par nuitée, a légèrement reculé en raison de la situation
économique toujours difficile pour s’établir à 263 francs. Des
différences notables existent néanmoins entre les catégories.
L’hôtellerie 3 étoiles a réalisé un prix moyen légèrement supé­
rieur avec 162 francs (vacances) ou inchangé avec 148 francs
(ville) par rapport à l’année précédente. L’hôtellerie de va­
cances 4 étoiles enregistre elle aussi un prix légèrement supé­
rieur (250 francs) tout comme l’hôtellerie de ville 5 étoiles avec
un prix moyen de la chambre de 535 francs. Seul les hôtels ur­
bains 4 étoiles (221 francs) et les hôtels de vacances 5 étoiles
Abbildung 3 Zimmermoyenne in Franken
Figure 3 Prix moyen de la chambre en francs
800
800
600
600
400
400
200
200
0
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Ferien / Vacances
2011
2012
Quelle: hotelleriesuisse
2013
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne Mittelwert
5 étoiles Moyenne
0
3-Sterne
3 étoiles
Stadt / Urbains
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
3-Sterne
3 étoiles
Ferien / Vacances
1. Quartil / 1 quartile
er
Median / Médiane
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Stadt / Urbains
3. Quartil / 3 e quartile
Source : hotelleriesuisse
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
63
betriebe (561 Franken) büssten bei der Zimmermoyenne leicht
ein. Die Tatsache, dass die Preise in den Ferienhotels allgemein
leicht höher sind, ist darauf zurückzuführen, dass diese Zimmer
meist doppelt belegt sind. Die Analyse der Zimmermoyenne
zeigt auch deutliche Unterschiede innerhalb der Kategorien.
Rund ein Viertel der 3­Sterne­Hotels wiesen eine Zimmermo­
yenne unter 131 Franken (Ferien) beziehungsweise 121 Fran­
ken (Stadt) aus, während die besten 25 Prozent Werte über
188 Franken (Ferien) und 158 Franken (Stadt) erzielten. Bei den
5­Sterne­Betrieben sind die Abweichungen noch deutlicher:
Ein Viertel der Betriebe erzielte eine Zimmermoyenne unter
376 Franken (Ferien) beziehungsweise 359 Franken (Stadt),
während die besten 25 Prozent Werte über 662 Franken
(Ferien) und 646 Franken (Stadt) erreichten.
(561 francs) ont subi une légère baisse du prix moyen de la
chambre. Les prix en général légèrement plus élevés dans les
hôtels de vacances s’expliquent par le fait que les chambres
sont la plupart du temps occupées par deux personnes. L’ana­
lyse du prix moyen fait aussi ressortir des différences très
nettes à l’intérieur des catégories. Près de 25 % des hôtels
3 étoiles affichent un prix moyen inférieur à 131 francs (va­
cances) et 121 francs (ville), tandis que le meilleur quart des hô­
tels 3 étoiles atteint un prix dépassant 188 francs (vacances) et
158 francs (ville). Les écarts sont encore plus marqués dans la
catégorie 5 étoiles : un quart des hôtels réalise un prix moyen
de la chambre inférieur à 376 francs (vacances) et à 359 francs
(ville), alors que le meilleur quart enregistre un prix de plus de
662 francs (vacances) et 646 francs (ville).
RevPAR auf 167 Franken gestiegen
Augmentation du RevPAR à 167 francs
Der RevPAR ist eine aussagekräftige Kennzahl für die Wert­
schöpfung und wird auch im internationalen Vergleich ausge­
wiesen. Er sagt aus, wie viel Beherbergungsertrag pro vorhan­
denem Zimmer und Öffnungstag effektiv erzielt wird und
betrachtet somit sowohl die Auslastung als auch den Zimmer­
preis in Kombination.
Der durchschnittliche RevPAR der ERFA­Betriebe lag mit
167 Franken leicht über dem Vorjahreswert, wobei die Mittel­
werte je nach Kategorie zwischen 102 und 355 Franken liegen.
Lediglich ein Viertel der 3­Sterne­Betriebe wiesen einen Rev­
PAR über 115 Franken aus, während die untersten 25 Prozent
unter 78 Franken lagen. Von den 4­Sterne­Hotels erwirtschaf­
tete ein Viertel einen RevPAR über 183 Franken (Ferien) respek­
tive 195 Franken (Stadt), dagegen erreichten die untersten
25 Prozent RevPAR­Werte bis 120 Franken (Ferien) respektive
99 Franken (Stadt). Selbst bei den 5­Sterne­Hotels mussten sich
25 Prozent der Betriebe mit einem RevPAR von weniger als
256 Franken (Ferien) respektive 195 Franken (Stadt) begnügen.
Gleichzeitig erzielte rund ein Viertel aller 5­Sterne­Hotels einen
RevPAR, der über 431 Franken (Ferien) beziehungsweise
345 Franken (Stadt) liegt.
Le RevPAR constitue un critère pertinent pour connaître la va­
leur ajoutée et il est aussi affiché en comparaison internatio­
nale. Il indique le produit d’hébergement que réalise effective­
ment l’hôtel par chambre disponible et jour d’ouverture, en
considérant à la fois le taux d’occupation et le prix de la
chambre.
Dans les établissements EXPER, le RevPAR moyen s’élève à
167 francs et présente une légère augmentation par rapport à
l’année précédente, les moyennes se situant en l’occurrence
entre 102 et 355 francs selon la catégorie. Seul un quart des
hôtels 3 étoiles a enregistré un RevPAR de plus de 115 francs,
alors que pour le quart inférieur le RevPAR s’établissait à
78 francs. Dans l’hôtellerie 4 étoiles, un quart des hôtels a ré­
alisé un RevPAR de plus de 183 francs (vacances) et 195 francs
(ville), alors que pour le quart inférieur il s’établissait à 120 francs
(vacances) et 99 francs (ville). Et même dans la catégorie
5 étoiles, 25 % des hôtels ont dû se contenter d’un RevPAR in­
férieur à 256 francs (vacances) et 195 francs (ville). Cependant,
dans le même temps, environ un quart des hôtels 5 étoiles ont
réalisé un RevPAR de plus de 431 francs (vacances) et 345 francs
(ville).
Abbildung 4 RevPAR in Franken
Figure 4 RevPAR en francs
500
500
400
400
300
300
200
200
100
100
0
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Ferien / Vacances
2011
2012
Quelle: hotelleriesuisse
2013
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne Mittelwert
5 étoiles Moyenne
0
3-Sterne
3 étoiles
Stadt / Urbains
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
3-Sterne
3 étoiles
Ferien / Vacances
1. Quartil / 1 quartile
er
Median / Médiane
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Stadt / Urbains
3. Quartil / 3 e quartile
Source : hotelleriesuisse
64 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Restaurationsrendite von 67,6 Prozent
Marge brute restauration de 67,6 %
Die Restaurationsrendite lag im Jahr 2013 gleich dem Vorjah­
reswert bei 67,6 Prozent. Die höchsten Werte wiesen die Stadt­
betriebe mit 71,1 Prozent (3­Sterne), 71,2 Prozent (4­Sterne)
und 72,6 Prozent (5­Sterne) aus. Die tiefsten Restaurationsren­
diten erzielten die 3­Sterne­Ferienbetriebe mit 63,2 Prozent,
unter anderem aufgrund der unterdurchschnittlichen Keller­
rendite. Während die Hälfte aller Stadtbetriebe eine Restaura­
tionsrendite von 71 Prozent und mehr auswiesen, erreichten
bei den Ferienhotels nur jeweils die besten 25 Prozent die
70­Prozent­Marke. Demgegenüber mussten sich 25 Prozent
der Ferienhotels mit einer Restaurationsrendite unter 62 Pro­
zent zufrieden geben. Die Stadthotels betreiben tendenziell
mehr öffentliche Restaurants, die einen A­la­carte­Service und
weniger Halb­ und Vollpensionsmenüs für Hotelgäste anbie­
ten, was sich positiv auf die Rendite auswirkt. Bei der Restau­
rationsrendite der Ferienhotellerie ist die Vergleichbarkeit und
Aussagekraft nur bedingt gegeben, da diese Kennzahl durch
die Umbuchung der Arrangement­Preise beeinflusst wird.
La marge brute restauration s’est établie en 2013 au même ni­
veau que l’année précédente avec à 67,6 %. L’hôtellerie ur­
baine a enregistré la marge la plus élevée avec 71,1 % (3 étoiles),
71,2 % (4 étoiles) et 72,6 % (5 étoiles). Les hôtels de vacances
3 étoiles ont enregistré le rendement le plus bas avec 63,2 %,
dû entre autres à une marge brute cave très au­dessous de la
moyenne. Si la moitié de tous les hôtels urbains a réalisé une
marge brute restauration de 71 % et plus, seul le meilleur
quart des hôtels de vacances a atteint une marge de 70 %. Par
contre, 25 % des hôtels de vacances ont dû se contenter d’une
marge brute inférieure à 62 %. Les hôtels urbains exploitent en
effet plutôt des restaurants publics avec des mets à la carte au
lieu des menus servis en demi­pension ou pension complète,
ce qui se répercute favorablement sur les marges. A propos de
la marge brute restauration pour l’hôtellerie de vacances, il
convient en outre d’émettre une réserve quant à la comparabi­
lité et la pertinence des valeurs, vu qu’elles sont influencées par
la comptabilisation des prix des arrangements.
Abbildung 5 Restaurationsrendite in Prozent
Figure 5 Marge brute restauration en %
80 %
80 %
60 %
60 %
40 %
40 %
20 %
20 %
0%
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Ferien / Vacances
2011
2012
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne Mittelwert
5 étoiles Moyenne
0%
3-Sterne
3 étoiles
Stadt / Urbains
2013
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
3-Sterne
3 étoiles
Ferien / Vacances
1. Quartil / 1 quartile
er
Median / Médiane
Quelle: hotelleriesuisse
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Stadt / Urbains
3. Quartil / 3 e quartile
Source : hotelleriesuisse
Personalaufwand von 41,9 Prozent
Charges de personnel de 41,9 %
Der Personalaufwand (inklusive Sozialleistungen und übriger
Personalaufwand, jedoch ohne Direktionsgehalt) im Verhältnis
zum Gesamtertrag sank leicht gegenüber dem Vorjahr von
42,0 auf 41,9 Prozent. Den tiefsten Personalaufwand wiesen die
3­Sterne­Stadtbetriebe mit 41,4 Prozent aus. Die übrigen Ka­
tegorien wiesen mit Ausnahme der 5­Sterne­Stadtbetriebe
(47,7 Prozent) Werte nahe dem Durchschnitt aus. Die einzel­
betrieblichen Ergebnisse weichen teils stark von den Durch­
schnittswerten ab. Während ein Viertel der 4­ und 5­Sterne­
Ferienbetriebe sowie der 3­ und 4­Sterne­Stadthotels einen
Personalaufwand von unter 38 Prozent erreichte, lag dieser bei
25 Prozent aller Betriebe zum Teil deutlich über 45 Prozent. Ein
Viertel der 5­Sterne­Stadthotels verzeichneten sogar einen
Personalaufwand von über 50 Prozent. Die teils grossen Unter­
schiede erklären sich dadurch, dass die höhere Wertschöpfung
Les charges de personnel (y compris charges sociales et autres
charges de personnel, mais sans rémunération de la direction)
par rapport au produit total ont légèrement diminué en com­
paraison avec l’année précédente, passant de 42,0 % à 41,9 %.
Les hôtels urbains 3 étoiles ont enregistré les charges de per­
sonnel les plus basses avec 41,4 %. Les autres catégories af­
fichent des charges proches de la moyenne, à l’exception des
hôtels urbains 5 étoiles (47,7 %). Les résultats par établisse­
ment s’écartent parfois fortement de la moyenne. Tandis qu’un
quart des hôtels de vacances 4 et 5 étoiles et des hôtels urbains
3 et 4 étoiles enregistre des charges de personnel inférieures à
38 %, ces charges dépassent les 45 % dans 25 % de tous les
hôtels. Un quart des hôtels urbains 5 étoiles présente même
des charges au­delà de 50 %. Ces écarts s’expliquent par le fait
que la création de valeur plus élevée dans le secteur de l’héber­
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
Abbildung 6 Personalaufwand in Prozent
Figure 6 Charges de personnel en %
60 %
60 %
50 %
50 %
40 %
40 %
30 %
30 %
20 %
20 %
10 %
10 %
0%
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Ferien / Vacances
2011
2012
65
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne Mittelwert
5 étoiles Moyenne
0%
3-Sterne
3 étoiles
Stadt / Urbains
4-Sterne
4 étoiles
3-Sterne
3 étoiles
Ferien / Vacances
1. Quartil / 1er quartile
2013
5-Sterne
5 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Stadt / Urbains
Median / Médiane
Quelle: hotelleriesuisse
3. Quartil / 3 e quartile
Source : hotelleriesuisse
im Beherbergungsbereich, insbesondere in der 5­Sterne­Hotel­
lerie, durch die vermehrten Zusatzangebote im Bereich Well­
ness­Spa ohne hohen Wertschöpfungsanteil «kompensiert»
werden. Einen Einfluss hat auch der Anteil des personalinten­
siveren Ertrags der Restauration am Gesamtertrag.
gement, notamment dans l’hôtellerie 5 étoiles, est « compen­
sée » par une multitude d’offres supplémentaires dans le sec­
teur wellness et spa, où la création de valeur est faible. La part
du produit de la restauration, un secteur à fort coefficient de
main­d’œuvre, au produit total a bien sûr aussi un impact.
Gesamtertrag um 3,2 Prozent gestiegen
Augmentation de 3,2 % du produit total
Der Gesamtertrag stieg gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um
3,2 Prozent und widerspiegelt damit die Logiernächtezunahme
(3,9 Prozent). Die stärkste Ertragssteigerung verzeichnete die
4­Sterne­Ferienhotellerie mit 3,9 Prozent, dicht gefolgt von
den 5­Sterne­Ferienhotels (3,8 Prozent). Am wenigsten legten
die 3­Sterne­Ferienbetriebe (1,7 Prozent) sowie die 5­Sterne­
Stadthotels (2,0 Prozent) zu. Die Analyse der einzelnen Kate­
gorien zeigt unterschiedliche Entwicklungen. Ein Viertel aller
Ferienhotels verzeichneten Ertragsrückgänge von mehr als
2,8 Prozent (3 Sterne), 1,1 Prozent (4 Sterne) respektive 0,1 Pro­
zent (5 Sterne), während die besten 25 Prozent ein Wachstum
von über 7 Prozent erreichten. Klare Unterschiede gab es auch
Le produit total a augmenté de 3,2 % en moyenne par rapport
à l’année précédente, il reflète en cela la progression du
nombre des nuitées (3,9 %). L’hôtellerie de vacances 4 étoiles
affiche la plus forte croissance avec une hausse du produit de
3,9 %, suivie de près par l’hôtellerie de vacances 5 étoiles
(3,8 %). La croissance la moins forte est enregistrée par l’hôtel­
lerie de vacances 3 étoiles (1,7 %) et par l’hôtellerie urbaine
5 étoiles (2,0 %). L’analyse détaillée montre des variations très
marquées dans les différentes catégories. Un quart de tous les
hôtels de vacances accuse des baisses du produit total de
2,8 % et plus (3 étoiles), 1,1 % (4 étoiles) et 0,1 % (5 étoiles),
alors que le meilleur quart affiche une croissance de 7 % et
Abbildung 7 Veränderung Gesamtertrag in Prozent
Figure 7 Variation du produit total en %
10 %
10 %
5%
5%
0%
0%
–5 %
–5 %
–10 %
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Ferien / Vacances
2011
2012
Quelle: hotelleriesuisse
2013
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne Mittelwert
5 étoiles Moyenne
–10 %
3-Sterne
3 étoiles
Stadt / Urbains
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
3-Sterne
3 étoiles
Ferien / Vacances
1. Quartil / 1 quartile
er
Median / Médiane
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Stadt / Urbains
3. Quartil / 3 e quartile
Source : hotelleriesuisse
66 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
bei der Ertragsentwicklung der Stadtbetriebe. Während die
besten 25 Prozent um 5,6 Prozent (3­Sterne), 2,9 Prozent
(4 Sterne) und 4,0 Prozent (5 Sterne) zulegten, verzeichnete ein
Viertel der Betriebe Einbussen von über 1,2 Prozent (3­Sterne),
2,3 Prozent (4­Sterne) respektive 2,6 Prozent (5­Sterne).
plus. Dans les établissements urbains, l’évolution du produit
varie fortement. Si le meilleur quart enregistre une progression
de 5,6 % (3 étoiles), de 2,9 % (4 étoiles) et de 4,0 % (5 étoiles),
un quart des établissements accuse un recul de plus de 1,2 %
(3 étoiles), 2,3 % (4 étoiles) et 2,6 % (5 étoiles).
GOI Beherbergung im Mittel bei 58,7 Prozent
GOI hébergement de 58,7 % en moyenne
Der Bruttobetriebserfolg oder Gross Operating Income (GOI)
Beherbergung stellt die operative Ergebniskennzahl des Profit­
centers Beherbergung dar. Er berücksichtigt die der Beherber­
gung direkt zurechenbaren Personalkosten inklusive Sozialleis­
tungen und übriger Personalaufwand sowie den direkten
Betriebsaufwand Beherbergung (Kommissionen Buchungs­
plattformen, Kurtaxen, Betriebsmaterial, Dekoration, Wäsche
usw.). Für den GOI Beherbergung wird ein Richtwert von 60
bis 70 Prozent empfohlen. Dieser Richtwert wurde nicht von
allen ERFA­Betrieben erreicht. Die 3­ und 4­Sterne­Stadtbetrie­
be lagen mit einem durchschnittlichen GOI Beherbergung von
53,6 Prozent (3­Sterne) beziehungsweise 55,9 Prozent (4­Ster­
ne) deutlich darunter. Die übrigen Kategorien erreichten im
Durchschnitt den Richtwert oder lagen knapp darunter. Die
besten 25 Prozent aller 3­ und 5­Sterne­Ferienhotels erzielten
einen GOI Beherbergung von über 69 Prozent (3­Sterne) res­
pektive 73 Prozent (5­Sterne). Auf hohem Niveau lag auch ein
Viertel aller 4­Sterne­Betriebe sowie der 5­Sterne­Stadthotels
mit einem GOI Beherbergung von über 65 Prozent. Demgegen­
über wies ein Viertel der 4­Sterne­Hotels GOI­Werte unter
51 Prozent aus, während die untersten 25 Prozent der 3­Sterne­
Stadtbetriebe sogar lediglich Werte von bis zu 48 Prozent er­
reichten.
Le résultat brut d’exploitation ou Gross Operating Income
(GOI) hébergement constitue le résultat d’exploitation opéra­
tionnel du centre de profit hébergement. Il tient compte des
charges de personnel directement attribuables à l’héberge­
ment, y compris les charges sociales et les autres charges de
personnel, ainsi que les charges directes d’exploitation héber­
gement (commissions aux plateformes de réservations, taxes
de séjour, matériel d’exploitation, décoration, linge, etc.). Pour
le GOI hébergement, la valeur de référence recommandée se
situe entre 60 et 70 %. Les établissements des groupes EXPER
n’ont pas tous atteint cette valeur. Les établissements urbains
3 et 4 étoiles se situent nettement au­dessous avec un GOI hé­
bergement moyen de respectivement 53,6 % et 55,9 %. En
moyenne, les autres catégories ont atteint la valeur indicative
ou se situaient juste au­dessous. Le meilleur quart des hôtels
de vacances 3 et 5 étoiles a réalisé un GOI hébergement de
plus de 69 % (3 étoiles) et de plus de 73 % (5 étoiles). Un quart
de tous les hôtels 4 étoiles et des hôtels urbains 5 étoiles se si­
tuent eux aussi à un excellent niveau avec un GOI héberge­
ment de plus de 65 %. Par contre, un quart des établissements
4 étoiles présente un GOI hébergement inférieur à 51 %, alors
que pour le quart inférieur des établissements urbains 3 étoiles
le GOI hébergement atteignait seulement 48 %.
Abbildung 8 Bruttobetriebserfolg (GOI) Beherbergung in Prozent
Figure 8 Résultat brut d’exploitation (GOI) hébergement en %
80 %
80 %
60 %
60 %
40 %
40 %
20 %
20 %
0%
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Ferien / Vacances
2011
2012
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne Mittelwert
5 étoiles Moyenne
Stadt / Urbains
2013
Quelle: hotelleriesuisse
0%
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
3-Sterne
3 étoiles
Ferien / Vacances
1. Quartil / 1er quartile
Median / Médiane
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Stadt / Urbains
3. Quartil / 3 e quartile
Source : hotelleriesuisse
GOI Restauration mit 13,2 Prozent zu tief
GOI restauration trop bas avec 13,2 %
Der Bruttobetriebserfolg oder Gross Operating Income (GOI)
Restauration berücksichtigt den gesamten direkten Warenauf­
wand, die der Restauration direkt zurechenbaren Personalkos­
ten inklusive Sozialleistungen und übriger Personalaufwand
Le résultat brut d’exploitation du secteur restauration tient
compte des charges directes de marchandises, des charges de
personnel, y compris les charges sociales et les autres charges
de personnel directement attribuables au secteur de la restau­
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
67
sowie den direkten Betriebsaufwand Restauration (Papierwa­
ren, Registrierkassen­Zubehör, Blumen / Dekoration, Kommissi­
onen, Wäschereinigung usw.). Nicht enthalten sind übergeord­
nete Aufwände für Werbung, Energie und Administration. Für
den GOI Restauration wird ein Richtwert von 20 bis 25 Prozent
empfohlen. Dieser Benchmark wurde von rund drei Viertel der
ERFA­Betriebe nicht erreicht. Der GOI Restauration ist mit
durchschnittlich 13,2 Prozent als tief einzustufen. Ein Viertel
aller 3­Sterne­Stadtbetriebe erzielte einen GOI Restauration
von über 27 Prozent, wobei es zu berücksichtigen gilt, dass in
dieser Kategorie die Betriebe aus der Stadt Zürich überdurch­
schnittlich vertreten sind. Bei den 3­Sterne­Ferienhotels und
den 4­Sterne­Hotels lagen die besten 25 Prozent bei Werten
über 19 Prozent und bei den 5­Sterne­Stadtbetrieben bei Wer­
ten über 14 Prozent. Dagegen erzielten die untersten 25 Pro­
zent aller Betriebe einen GOI Restauration von weniger als
9 Prozent (4­Sterne­Stadt), weniger als 4 Prozent (4­Sterne­Fe­
rien; 5­Sterne­Stadt) beziehungsweise weniger als 1 Prozent
(3­Sterne­Ferien). Mit einem durchschnittlichen GOI Restaura­
tion von –9,7 Prozent bilden die 5­Sterne­Ferienbetriebe das
Schlusslicht, und selbst das beste Viertel dieser Kategorie lag
mit 5,0 Prozent deutlich unter dem Richtwert.
ration, ainsi que des charges directes d’exploitation restaura­
tion (articles de papier, accessoires de caisse enregistreuse,
fleurs / décoration, commissions, blanchissage, etc.). Mais il
n’inclut pas les charges générales pour la publicité, l’énergie et
l’administration. Pour le GOI restauration, la valeur indicative
recommandée se situe entre 20 et 25 %. Près des trois quarts
des hôtels des groupes EXPER ne l’ont pas atteinte. Le GOI res­
tauration de 13,2 % atteint en moyenne est qualifié de faible.
Un quart des hôtels urbains 3 étoiles présente un GOI restau­
ration supérieur à 27 %. Cela étant, il faut relever que cette
catégorie comporte une forte proportion d’établissements de
la ville de Zurich. Le meilleur quart des hôtels de vacances
3 étoiles et des hôtels 4 étoiles a réalisé un GOI de plus de 19 %
et le meilleur quart des hôtels urbains 5 étoiles un GOI de plus
de 14 %. Par contre, le quart inférieur des hôtels a réalisé un
GOI restauration inférieur à 9 % (4 étoiles urbains), inférieur à
4 % (4 étoiles vacances: 5 étoiles urbains) et inférieur à 1 %
(3 étoiles vacances). Les hôtels de vacances 5 étoiles arrivent en
queue de classement avec un GOI restauration moyen de
–9,7 %, et même le meilleur quart de cette catégorie se situe
nettement au­dessous de la valeur indicative avec un GOI res­
tauration de 5,0 %.
Abbildung 9 Bruttobetriebserfolg (GOI) Restauration in Prozent
Figure 9 Résultat brut d’exploitation (GOI) restauration en %
30 %
30 %
20 %
20 %
10 %
10 %
0%
0%
–10 %
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Ferien / Vacances
2011
2012
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne Mittelwert
5 étoiles Moyenne
Stadt / Urbains
2013
Quelle: hotelleriesuisse
–10 %
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
3-Sterne
3 étoiles
Ferien / Vacances
1. Quartil / 1er quartile
Median / Médiane
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Stadt / Urbains
3. Quartil / 3 e quartile
Source : hotelleriesuisse
GOI mit 41,1 Prozent knapp unter Richtwert
GOI de 41,1 % juste au-dessous de la valeur indicative
Der Bruttobetriebserfolg oder Gross Operating Income (GOI)
des Unternehmens wird von diversen Faktoren beeinflusst, wie
dem Anteil der rentableren Beherbergung am Gesamtertrag,
den Nebenleistungen und ihrem Bruttobetriebserfolg (im Well­
ness­Bereich oft negativ) sowie allfälligen Mieterträgen. Ohne
detaillierte Analyse der einzelnen Profitcenter ist der Unter­
nehmens­GOI wenig aussagekräftig. Im Durchschnitt erzielten
die ERFA­Mitglieder einen GOI von 41,1 Prozent, einen Wert,
der als annehmbar zu betrachten ist, jedoch den von Experten
empfohlenen Richtwert von 42 bis 50 Prozent knapp nicht
erreicht. Trotz Schwankungen innerhalb der Kategorien lie­
gen bezüglich der Durchschnittswerte nur geringfügige Un­
Le résultat brut d’exploitation ou Gross Operating Income
(GOI) de toute l’entreprise dépend de plusieurs facteurs, tels
que la part d’hébergement la plus rentable du produit total, les
prestations annexes et leur résultat brut d’exploitation (sou­
vent négatif dans le domaine wellness) ainsi que les éventuels
produits de location. Sans une analyse détaillée des différents
centres de profit, le GOI de l’entreprise ne révèle pas grand
chose. En moyenne, les membres EXPER ont atteint un résultat
brut d’exploitation de 41,1 %, un chiffre jugé convenable mais
qui n’atteint juste pas la valeur indicative recommandée par les
experts, soit entre 42 et 50 %. Malgré des fluctuations au sein
des catégories, les valeurs moyennes ne varient que faible­
68 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Abbildung 10 Bruttobetriebserfolg (GOI) in Prozent
Figure 10 Résultat brut d’exploitation (GOI) en %
50 %
50 %
40 %
40 %
30 %
30 %
20 %
20 %
10 %
10 %
0%
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Ferien / Vacances
2011
2012
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne Mittelwert
5 étoiles Moyenne
0%
3-Sterne
3 étoiles
Stadt / Urbains
2013
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
3-Sterne
3 étoiles
Ferien / Vacances
1. Quartil / 1er quartile
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Stadt / Urbains
Median / Médiane
Quelle: hotelleriesuisse
3. Quartil / 3 e quartile
Source : hotelleriesuisse
terschiede vor. Erfreulich ist das gute Resultat der 5­Sterne­
Ferienhotellerie, die mit durchschnittlich 42,8 Prozent das
beste Ergebnis ausweisen konnte.
Demgegenüber erreichten die 3­Sterne­Ferienbetriebe im
Schnitt lediglich einen GOI von 37,4 Prozent. Mit Ausnahme
der 3­Sterne­Ferien­ (41,1 Prozent) und der 5­Sterne­Betriebe
(43,8 Prozent Ferien; 43,5 Prozent Stadt), konnten 25 Prozent
aller Betriebe einen Bruttobetriebserfolg von über 44 Pro­
zent ausweisen. Dagegen verzeichneten mit Ausnahme der
5­Sterne­Ferienhotels (39,8 Prozent) die untersten 25 Prozent
aller Betriebe einen GOI unter 35 Prozent.
ment. Le bon résultat obtenu par l’hôtellerie de vacances
5 étoiles est réjouissant, il s’établit à 42,8 % en moyenne et
constitue le meilleur résultat atteint.
Par contre, les hôtels de vacances 3 étoiles ont réalisé un
GOI de seulement 37,4 % en moyenne. A l’exception de l’hô­
tellerie de vacances 3 étoiles (41,1 %) et de l’hôtellerie 5 étoiles
(43,8 % vacances; 43,5 % ville), un quart de tous les établisse­
ments affiche un résultat brut d’exploitation de plus de 44 %.
A l’exception des hôtels de vacances 5 étoiles (39,8 %), pour
tous les hôtels par contre, le quart le plus bas a présenté un
GOI inférieur à 35 %.
GOP mit 19,4 Prozent unter dem Richtwert
GOP inférieur à la valeur indicative avec 19,4 %
Der Bruttobetriebsgewinn oder Gross Operating Profit (GOP)
berücksichtigt – im Gegensatz zum BE I nach Kontenrahmen
1992 – auch den Unternehmerlohn und den Unterhalt (Kosten,
die das Management beeinflussen kann) und stellt somit den ei­
gentlichen Massstab für die Leistung der Unternehmensführung
und die operative Ertragskraft des Betriebs dar. Der Richtwert
Le bénéfice opérationnel brut ou Gross Operating Profit (GOP)
prend – contrairement au RE I selon le plan comptable 1992 –
aussi en considération le salaire de direction et l’entretien ;
coûts sur lesquels le management peut influer. Le GOP est donc
un critère déterminant pour évaluer la performance de la direc­
tion et la capacité de rendement opérationnelle d’un hôtel. La
Abbildung 11 Bruttobetriebsgewinn (GOP) in Prozent
Figure 11 Bénéfice opérationnel brut (GOP) en %
30%
30%
25%
25%
20%
20%
15%
15%
10%
10%
5%
5%
0%
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Ferien / Vacances
2011
2012
Quelle: hotelleriesuisse
2013
3-Sterne
3 étoiles
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne Mittelwert
5 étoiles Moyenne
0%
3-Sterne
3 étoiles
Stadt / Urbains
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
3-Sterne
3 étoiles
Ferien / Vacances
1. Quartil / 1 quartile
er
Median / Médiane
4-Sterne
4 étoiles
5-Sterne
5 étoiles
Stadt / Urbains
3. Quartil / 3 e quartile
Source : hotelleriesuisse
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
69
liegt bei 20 bis 25 Prozent, wobei dieser von 4 Prozent Unterhalt
ausgeht und weder die Personalkosten Administration, noch
jene fürs Marketing miteinbezieht. Die ERFA­Betriebe erzielten
einen mittleren GOP von 19,4 Prozent, wobei die 3­ (21,6 Pro­
zent) und 4­Sterne­Stadtbetriebe (20,0 Prozent) dank hohem
Beherbergungsanteil – und aufgrund der Kostenstruktur besse­
ren Renditen – am besten abschnitten. Den tiefsten GOP erziel­
te die 5­Sterne­Stadthotellerie mit 15,0 Prozent, gefolgt von den
3­Sterne­Ferienbetrieben mit 16,0 Prozent. Bei der Analyse des
GOP gilt es zu berücksichtigen, dass dieser von fiskalischen
Überlegungen beeinflusst und je nach Ergebnis ein Teil der Er­
satzinvestitionen direkt über den Unterhalt gebucht wird.
valeur indicative s’établit entre 20 et 25 %, en se basant sur des
coûts d’entretien de 4 %, sans inclure les charges de personnel
de l’administration ni du marketing. En moyenne, les membres
EXPER ont atteint un GOP de 19,4 %, mais les hôtels urbains
3 et 4 étoiles se démarquent avec respectivement 21,6 % et
20,0 %, grâce à une part hébergement élevée, qui permet un
meilleur rendement du fait de la structure des coûts. Les hôtels
urbains 5 étoiles ont réalisé le GOP le plus bas (15,0 %), suivis
par les hôtels de vacances 3 étoiles (16,0 %). Il faut tenir compte
que le GOP est aussi influencé par des considérations fiscales.
Une part des investissements de remplacement est en effet
souvent comptabilisée directement sous le poste entretien.
Tabelle 1 Zusammenfassung der wichtigsten Kennzahlen
Tableau 1 Récapitulation des chiffres-clés principaux
3­Sterne
Ferien
3 étoiles
vacances
3­Sterne
Stadt
3 étoiles
urbains
4­Sterne
Ferien
4 étoiles
vacances
4­Sterne
Stadt
4 étoiles
urbains
5­Sterne
Ferien
5 étoiles
vacances
5­Sterne
Stadt
5 étoiles
urbains
21
24
37
39
12
17
1611
Nombre d’établissements évalués
297,1
358,8
307,5
360,7
256,2
365,0
332,6
Jours d’ouverture (JO)
Anzahl Betten
85,9
94,3
134,5
128,9
262,3
220,4
135,5
Nombre de lits
Anzahl Zimmer
44,8
57,9
72,0
78,5
139,5
125,6
77,2
Nombre de chambres
Anzahl ausgewertete Betriebe
Öffnungstage (ÖT)
Alle
Kategorien
Toutes les
catégories Kennzahlen Beherbergung
Ankünfte (Personen)
Chiffres-clés hébergement
9 029
9 715
8 759
12 394
11 074
16 440
10 884
Arrivées (personnes)
Logiernächte (LN)
18 016
18 462
23 726
24 272
37 514
36 223
24 299
Nuitées
Zimmernächte (ZN)
10 305
14 504
13 180
18 045
22 679
25 100
16 179
Nuitées par chambre
Bettenauslastung
auf Öffnungstage
62,0 %
56,2 %
59,2 %
54,1 %
57,3 %
46,7 %
56,9 %
Taux d’occupation des lits
par jour d’ouverture
Zimmerauslastung
auf Öffnungstage
66,1 %
68,7 %
61,4 %
65,0 %
62,5 %
56,0 %
64,4 %
Taux d’occupation des chambres
par jour d’ouverture
Ertrag Beherbergung pro Zimmer
30 550
36 750
45 559
52 516
84 367
110 044
53 540
Produit hébergement par chambre
Beherbergungsmoyenne
88,54
115,64
141,34
163,85
331,83
377,34
173,88
Prix moyen de logement
Zimmermoyenne
161,53
148,13
250,11
221,41
560,71
534,68
263,48
Prix moyen de la chambre
RevPAR auf Öffnungstage
106,33
102,48
153,99
145,70
355,68
307,94
167,17
RevPAR par jour d’ouverture
HoRevPAR auf Öffnungstage
134,36
113,95
192,38
160,24
423,33
305,07
190,34
HoRevPAR par jour d’ouverture
GOIPAR Beherbergung auf ÖT
66,79
55,96
95,58
85,46
254,43
198,00
104,39
GOIPAR hébergement par JO
GOPPAR auf Öffnungstage
35,84
49,62
55,18
63,77
109,75
104,13
62,90
GOPPAR par jour d’ouverture
Veränderung Ertrag Beherbergung
3,3 %
3,0 %
6,0 %
3,3 %
4,0 %
4,2 %
4,2 %
Variation du produit hébergement
Veränderung Logiernächte
1,4 %
3,0 %
5,0 %
6,8 %
2,7 %
1,0 %
3,9 %
Variation des nuitées
4 713
7 155
9 340
11 633
27 745
31 060
12 053
Produit restauration par JO
Veränderung Ertrag Küche
2,1 %
2,8 %
4,2 %
2,0 %
2,7 %
0,6 %
2,5 %
Variation du produit cuisine
Veränderung Ertrag Keller
–0,7 %
5,0 %
1,2 %
3,2 %
3,2 %
–0,4 %
1,9 %
Variation du produit cave
0,4 %
6,9 %
2,9 %
3,1 %
2,9 %
0,9 %
3,2 %
Variation du produit restauration
Kennzahlen Restauration
Ertrag pro ÖT Restauration
Veränderung Ertrag Restauration
Chiffres-clés restauration
70 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
3­Sterne
Ferien
3 étoiles
vacances
3­Sterne
Stadt
3 étoiles
urbains
4­Sterne
Ferien
4 étoiles
vacances
4­Sterne
Stadt
4 étoiles
urbains
5­Sterne
Ferien
5 étoiles
vacances
5­Sterne
Stadt
5 étoiles
urbains
Alle
Kategorien
Toutes les
catégories Küchenrendite
64,3 %
67,2 %
66,9 %
68,5 %
66,9 %
69,7 %
66,5 %
Kellerrendite
66,9 %
76,6 %
69,7 %
76,1 %
72,3 %
77,3 %
72,7 %
Marge brute cave
Restaurationsrendite
63,2 %
71,1 %
67,1 %
71,2 %
68,4 %
72,6 %
67,6 %
Marge brute restauration
2,7 %
23,2 %
13,6 %
16,7 %
3,2 %
14,6 %
14,8 %
Marge brute II restauration2
Restaurationsrendite II2
Kennzahlen Mitarbeiter (ohne Direktion)
Anzahl Mitarbeitende
(ohne Direktion)
Marge brute cuisine
Chiffres-clés Collaborateurs (sans direction)
24,1
32,1
56,8
59,9
176,1
174,1
67,8
Nombre de collaborateurs
Durchschnittlicher Ertrag
pro MA pro Jahr
155 297
154 686
153 503
149 574
185 677
153 644
161 006
Produit moyen
par collaborateur par an
Ertrag Beherbergung
pro MA Beherbergung effektiv
186 735
175 173
168 325
208 424
229 342
233 188
195 939
Produit hébergement effectif
par collaborateur hébergement
Ertrag Restauration
pro MA Restauration effektiv
94 297
134 687
99 375
115 106
82 983
122 932
119 089
Produit restauration effectif
par collaborateur restauration
Personalaufwand in %
vom Gesamtertrag
42,8 %
41,4 %
42,1 %
42,6 %
42,4 %
47,7 %
41,9 %
Charges de personnel
en % du produit total
Personalaufwand
pro MA pro Jahr
65 987
62 840
63 398
62 691
76 719
72 128
65 551
Charges de personnel
par collaborateur par an
Personalaufwand
pro MA Beherbergung effektiv
52 598
59 547
50 739
60 315
48 984
60 812
56 322
Charges de personnel effectives
par collaborateur hébergement
Personalaufwand
pro MA Restauration effektiv
51 096
62 637
51 365
60 823
49 814
69 780
58 573
Charges de personnel effectives
par collaborateur restauration
Durchschnittlicher Ertrag
pro Personalanstellungstag (PAT)
414,90
444,31
411,35
425,87
473,06
416,38
442,87
Produit moyen par journée
de travail du personnel (JTP)
Personalaufwand pro PAT
176,31
179,40
170,21
176,68
195,94
195,65
179,72
Charges de personnel par JTP
Bruttoertrag pro PAT
238,59
264,91
241,14
249,20
277,12
220,74
263,15
Produit brut par JTP
Kennzahlen der Erfolgsrechnung
Chiffres-clés du compte de résultat
Zusammensetzung Ertrag
Composition du produit
Ertrag Beherbergung
48,9 %
47,2 %
49,0 %
48,1 %
55,9 %
49,9 %
51,7 %
Ertrag Restauration
47,3 %
47,5 %
39,6 %
44,9 %
32,8 %
40,2 %
40,6 %
Produit restauration
Ertrag Wellness­Spa
0,1 %
0,3 %
3,8 %
1,2 %
4,6 %
2,5 %
1,8 %
Produit wellness­spa
Ertrag Nebenleistungen
2,4 %
4,1 %
4,8 %
4,7 %
4,8 %
5,9 %
4,4 %
Produit prestations annexes
Ertrag Immobilien und
übriger Ertrag
1,3 %
1,0 %
2,8 %
1,1 %
1,9 %
1,6 %
1,6 %
Produit immeubles
et autres produits
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
Produit total
2 964 187
4 815 709
6 977 324
8 907 140
21 452 634
28 124 393
9 607 808
Produit total
Ertrag pro Öffnungstag
9 608
13 346
22 880
24 584
86 016
77 053
29 482
Produit par jour d’ouverture
Veränderung Gesamtertrag
1,7 %
2,9 %
3,9 %
3,1 %
3,8 %
2,0 %
3,2 %
Variation du produit total
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
Produit hébergement
30,4 %
36,5 %
32,1 %
32,3 %
22,0 %
27,6 %
31,2 %
Charges de personnel3
2,3 %
3,8 %
1,9 %
4,7 %
1,8 %
3,4 %
3,3 %
Commissions aux plateformes
de réservation
Gesamtertrag
Gesamtertrag
Profitcenter Beherbergung
Ertrag Beherbergung
Personalaufwand3
Kommissionen Buchungs­
plattformen
Direkter Betriebsaufwand
GOI Beherbergung
Produit hébergement
Centre de profit hébergement
7,4 %
6,2 %
6,3 %
7,1 %
6,6 %
7,1 %
6,8 %
Charges directes d’exploitation
59,9 %
53,6 %
59,7 %
55,9 %
69,6 %
61,8 %
58,7 %
GOI hébergement
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
3­Sterne
Ferien
3 étoiles
vacances
3­Sterne
Stadt
3 étoiles
urbains
4­Sterne
Ferien
4 étoiles
vacances
4­Sterne
Stadt
4 étoiles
urbains
5­Sterne
Ferien
5 étoiles
vacances
5­Sterne
Stadt
5 étoiles
urbains
Alle
Kategorien
Toutes les
catégories Profitcenter Restauration
Ertrag Restauration
71
Centre de profit restauration
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
Produit restauration
Warenaufwand
34,3 %
28,9 %
32,9 %
28,8 %
31,6 %
27,4 %
32,1 %
Charges de marchandises
Personalaufwand3
55,4 %
47,8 %
53,5 %
54,5 %
65,1 %
58,1 %
52,2 %
Charges de personnel3
1,3 %
1,9 %
1,8 %
2,2 %
3,8 %
6,6 %
2,5 %
Charges directes d’exploitation
9,0 %
21,3 %
11,9 %
14,5 %
–0,5 %
7,9 %
13,2 %
GOI restauration
10,5 %
22,6 %
8,5 %
15,1 %
–1,2 %
7,5 %
12,4 %
GOI restauration
Direkter Betriebsaufwand
GOI Restauration
GOI Restauration
Zusammenfassung
Gesamtertrag
Récapitulation
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
100,0 %
Produit total
Direkter Warenaufwand
17,8 %
14,5 %
16,2 %
14,3 %
13,2 %
12,8 %
14,3 %
Charges directes de marchandises
Direkter Personalaufwand3
39,9 %
39,5 %
38,6 %
37,9 %
37,0 %
39,1 %
37,9 %
Charges directes de personnel3
Direkter Betriebsaufwand
4,9 %
5,9 %
5,5 %
6,8 %
7,0 %
8,8 %
6,6 %
Charges directes d’exploitation
37,4 %
40,1 %
39,7 %
41,1 %
42,8 %
39,2 %
Verwaltungsaufwand2
8,8 %
8,1 %
8,3 %
8,6 %
7,8 %
9,2 %
8,7 %
Charges d’administration2
Marketingaufwand2
2,9 %
2,4 %
3,7 %
3,5 %
4,8 %
5,8 %
3,6 %
Charges de marketing2
Unterhaltsaufwand2
5,4 %
4,9 %
6,0 %
5,2 %
9,0 %
5,9 %
5,7 %
Charges d’entretien2
Aufwand Energie / Entsorgung /
Reinigung
4,1 %
2,8 %
4,5 %
3,5 %
3,9 %
3,1 %
3,6 %
Charges d’énergie / d’élimination /
de nettoyage
0,2 %
Autres charges
Brutto Betriebserfolg GOI
Übriger Aufwand
Brutto Betriebsgewinn GOP
0,1 %
0,2 %
0,3 %
0,3 %
0,1 %
0,2 %
16,0 %
21,6 %
16,9 %
20,0 %
17,2 %
15,0 %
Alle Angaben in Franken ohne MWST, prozentuale Veränderungen verstehen sich im
Vergleich zum 2012, Jahr = 365 Tage.
1 Total ausgewertete Betriebe inklusive 3-Sterne-Garnibetriebe.
2 Inklusive Personalaufwand.
3 Inklusive Sozialleistungen und übriger Personalaufwand.
41,1 % Résultat brut d’exploitation GOI
19,4 % Bénéfice opérationnel brut GOP
Données exprimées en francs sans TVA, les variations s’entendent
par rapport au 2012, année = 365 jours.
1 Nombre total d’établissements évalués y compris hôtels garnis 3 étoiles.
2 Y compris charges de personnel.
3 Y compris charges sociales et autres charges de personnel.
Quelle: hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse
Bilanzkennzahlen
Chiffres-clés du bilan
Die Bilanzkennzahlen können keinen Anspruch auf Repräsen­
tativität oder Vollständigkeit erheben. Die für die Auswertung
erforderlichen Basisdaten wurden nur von rund der Hälfte der
ERFA­ und SGH­Betriebe eingereicht. Die Kennzahlen liefern
dennoch eine Grössenordnung.
Les chiffres­clés du bilan ne peuvent pas prétendre revêtir un
caractère exhaustif ou représentatif. Seule la moitié environ
des membres EXPER et des établissements inscrits auprès de la
SCH ont fourni les données de base requises pour l’évaluation.
Les chiffres­clés livrent néanmoins un indicateur de tendance.
Tabelle 2 Bilanzkennzahlen
Tableau 2 Chiffres-clés du bilan
3­Sterne / 3 étoiles
4­Sterne / 4 étoiles
5­Sterne / 5 étoiles
30
45
7
Anzahl ausgewertete Betriebe
1.Quartil / Median / 3. Quartil
25 %
Liquiditätsgrad I (Cash Ratio)
44,4 %
50 %
Nombre d’établissements évalués
75 %
25 %
50 %
75 %
25 %
50 %
75 %
1er quartile / médiane / 3e quartile
65,6 % 181,4 %
11,7 %
33,4 %
93,7 %
20,3 %
31,4 %
52,0 %
Degré de liquidités I (Cash ratio)
Liquiditätsgrad II (Quick Ratio)
71,0 % 117,7 % 213,3 %
43,7 %
78,2 % 135,6 %
41,1 %
49,9 %
98,4 %
Degré de liquidités II (Quick ratio)
Liquiditätsgrad III (Current Ratio)
88,2 % 145,4 % 243,9 %
56,6 % 106,3 % 159,2 %
62,7 %
71,2 % 143,8 %
Degré de liquidités III (Current ratio)
Net working capital (in tausend)
Quelle: hotelleriesuisse
–14
245
542
–435
44
407
–1 625
–637
1 635
Net working capital (en milliers)
Source : hotelleriesuisse
72 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
BARBAR A FRIEDRICH hotelleriesuisse
BARBAR A FRIEDRICH hotelleriesuisse
Best Practice Löhne
Salaires – best practices
Die nachstehend wiedergegebenen Daten repräsentieren
die im Jahr 2013 / 2014 effektiv bezahlten monatlichen AHV­
Bruttolöhne für ausgewählte Funktionen. Die Daten wurden
im Rahmen der ERFA­Arbeit ermittelt und erheben statistisch
keinen Anspruch auf Repräsentativität und Vollständigkeit. Sie
liefern jedoch aus dem Bereich der führenden und grösseren
Betriebe wertvolle Hinweise. Pro Funktion sind jeweils das
1. Quartil (25 Prozent aller Löhne liegen unter diesem Wert),
der Median (50 Prozent aller Löhne liegen unter beziehungs­
weise über diesem Wert) und das 3. Quartil (25 Prozent aller
Löhne liegen über diesem Wert) ausgewiesen. Bei Funktionen,
die innerhalb des Betriebes von mehreren Mitarbeitern ausge­
übt werden, sind jeweils das höchste (max.) und das tiefste
(min.) Lohnniveau angegeben.
Les chiffres mentionnés ci­après représentent les salaires bruts
AVS versés effectivement en 2013 / 2014 pour certaines fonc­
tions. Les données recueillies dans les groupes EXPER ne
peuvent pas, statistiquement, prétendre revêtir un caractère
exhaustif et représentatif. Elles fournissent néanmoins de pré­
cieuses indications sur le secteur des hôtels de tout premier
rang et de grande taille. Chaque position indique toujours le
1er quartile (25 % de tous les salaires se situent au­dessous de
cette valeur), la médiane (50 % de tous les salaires présentent
une valeur inférieure ou supérieure) et le 3e quartile (25 % de
tous les salaires se situent au­dessus de cette valeur). Pour les
fonctions qui sont exercées par plusieurs collaborateurs au sein
de l’entreprise, le salaire le plus haut (max.) et le salaire le plus
bas (min.) est indiqué.
Tabelle 1 Best-Practice Löhne
Tableau 1 Salaires – best practices
Anzahl
Nombre
1. Quartil
1er quartile
Median
Médiane
3. Quartil
3e quartile
Fonction
Vizedirektor
63
6 725.00
7 500.00
9 000.00
Vice­directeur
Resident Manager / Rooms Division Manager
22
6 075.00
7 000.00
7 923.00
Resident manager / Rooms division manager
Direktionsassistent
61
5 300.00
5 600.00
6 300.00
Assistant de direction
F&B­Manager
51
5 642.00
6 200.00
7 384.00
Manager F & B
Bankettmanager
47
4 750.00
5 300.00
6 000.00
Manager banquets
Director of Sales
26
6 918.00
7 750.00
8 875.00
Director of sales
Salesmanager
44
5 000.00
5 425.00
6 319.00
Sales manager
Revenue / Yield Manager
18
5 125.00
5 710.00
6 150.00
Revenue / Yield manager
Finanzchef
23
6 500.00
8 000.00
9 927.08
Directeur financier
Buchhalter
45
5 200.00
6 000.00
6 875.00
Comptable
Personalchef
58
6 000.00
6 700.00
7 663.00
Chef du personnel
Chefeinkäufer
30
5 025.00
5 770.00
6 356.00
Chef des achats
IT­Spezialist
12
5 600.00
6 790.00
7 406.00
Spécialiste en informatique
Küchenchef
125
6 400.00
7 266.00
8 200.00
Cuisinier
Sous­chef
116
5 000.00
5 267.00
5 713.00
Sous­chef
Chef de partie (max.)
118
4 441.00
4 600.00
4 800.00
Chef de partie (max.)
Chef de partie (min.)
Funktion
118
4 151.00
4 300.00
4 431.00
Chef de partie (min.)
Patissier
65
4 500.00
4 800.00
5 346.00
Pâtissier
Commis de cuisine (max.)
90
4 100.00
4 100.00
4 200.00
Commis de cuisine (max.)
Commis de cuisine (min.)
90
3 900.00
4 100.00
4 100.00
Commis de cuisine (min.)
Küchen­Office­Mitarbeiter (max.)
121
3 400.00
3 550.00
3 750.00
Employé office / cuisine (max.)
Küchen­Office­Mitarbeiter (min.)
121
3 400.00
3 400.00
3 500.00
Employé office / cuisine (min.)
Buffetmitarbeiter (max.)
58
3 500.00
3 650.00
3 900.00
Employé au buffet (max.)
Buffetmitarbeiter (min.)
58
3 400.00
3 450.00
3 600.00
Employé au buffet (min.)
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
73
Anzahl
Nombre
1. Quartil
1er quartile
Median
Médiane
3. Quartil
3e quartile
Maître d’hôtel
51
5 542.00
6 000.00
6 750.00
Maître d’hôtel
Chef de service
97
4 810.00
5 300.00
5 800.00
Chef de service
Funktion
2. Chef de service
Fonction
70
4 563.00
4 800.00
5 000.00
2e Chef de service
Chef de rang (max.)
119
4 200.00
4 400.00
4 608.00
Chef de rang (max.)
Chef de rang (min.)
119
4 100.00
4 100.00
4 216.00
Chef de rang (min.)
Commis de rang (max.)
71
3 642.00
4 100.00
4 100.00
Commis de rang (max.)
Commis de rang (min.)
71
3 454.00
4 000.00
4 100.00
Commis de rang (min.)
Frühstücksservice
61
3 800.00
4 100.00
4 452.00
Employé au service du petit­déjeuner
Barmitarbeiter (max.)
74
4 213.00
4 500.00
4 970.00
Barman (max.)
Barmitarbeiter (min.)
74
4 100.00
4 104.00
4 300.00
Barman (min.)
Pianist
25
5 500.00
6 000.00
7 000.00
Pianiste
Chef de réception
109
5 000.00
5 400.00
5 840.00
Chef de réception
Réceptionist (max.)
126
4 200.00
4 300.00
4 600.00
Réceptionniste (max.)
Réceptionist (min.)
126
4 100.00
4 100.00
4 148.00
Réceptionniste (min.)
Night Auditor
85
4 250.00
4 500.00
4 800.00
Night Auditor
Portier
62
3 400.00
3 625.00
3 998.00
Portier
Generalgouvernante
82
5 200.00
5 650.00
6 405.00
Gouvernante générale
Gouvernante
93
4 200.00
4 500.00
4 850.00
Gouvernante
Zimmermitarbeiter (max.)
125
3 500.00
3 700.00
3 900.00
Femme de chambre (max.)
Zimmermitarbeiter (min.)
125
3 400.00
3 400.00
3 555.00
Femme de chambre (min.)
Lingeriemitarbeiter (max.)
61
3 500.00
3 700.00
4 000.00
Employé à la lingerie (max.)
Lingeriemitarbeiter (min.)
61
3 400.00
3 410.00
3 700.00
Employé à la lingerie (min.)
Leiter Wellness­Spa
38
4 985.00
5 500.00
6 000.00
Responsable du wellness­spa
Kosmetikerin (max.)
38
4 187.00
4 443.00
4 600.00
Esthéticienne (max.)
Kosmetikerin (min.)
38
4 013.00
4 100.00
4 281.00
Esthéticienne (min.)
Masseur (max.)
46
4 268.00
4 500.00
4 808.00
Masseur (max.)
Masseur (min.)
46
3 925.00
4 100.00
4 200.00
Masseur (min.)
Haustechniker (max.)
86
4 858.00
5 675.00
6 338.00
Technicien (max.)
Haustechniker (min.)
86
4 138.00
4 939.00
5 575.00
Technicien (min.)
Chef Maintenance
28
5 415.00
6 825.00
7 653.00
Chef de la maintenance
Stundenlohn Brutto (max.)
95
25.00
28.00
32.00
Salaire horaire brut (max.)
Stundenlohn Brutto (min.)
95
20.00
22.00
24.15
Salaire horaire brut (min.)
Quelle: hotelleriesuisse
Source : hotelleriesuisse
74
JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
BARBAR A FRIEDRICH hotelleriesuisse
BARBAR A FRIEDRICH hotelleriesuisse
Best Practice Wellness
Wellness – best practices
Der Wellnessvergleich wird seit 2009 aufgrund der Zusam­
menarbeit von hotelleriesuisse und der Schweizerischen
Gesellschaft für Hotelkredit nur noch von hotelleriesuisse
durchgeführt. Teilnehmen können Wellness I­ und Wellness II­
Betriebe sowie ERFA­Mitglieder. An der Auswertung der Kenn­
zahlen des Geschäftsjahres 2013 nahmen 19 4­Sterne­ und
15 5­Sterne­Hotels (inklusive Superior­Betriebe) teil. Die Aus­
wertung der Wellnesskennzahlen erhebt keinen Anspruch auf
Repräsentativität und Vollständigkeit, liefert aber aus dem
Bereich der führenden und grösseren Betriebe wertvolle Hinwei­
se über den Verlauf des jeweiligen Geschäftsjahres.
Les chiffres du secteur Wellness sont comparés depuis 2009
que par hotelleriesuisse, sur la base de la collaboration établie
entre hotelleriesuisse et la Société suisse de crédit hôtelier. Les
hôtels Wellness I et II ainsi que les membres EXPER peuvent
participer à cette évaluation. L’analyse des chiffres de l’exercice
2013 a porté sur 19 hôtels 4 étoiles et 15 hôtels 5 étoiles
(catégorie Superior comprise). Cette évaluation ne peut pas
prétendre revêtir un caractère exhaustif et représentatif, mais
elle fournit de précieuses indications sur le déroulement de
l’exercice dans les établissements hôteliers de tout premier
rang et de grande taille.
Tabelle 1 Best-Practice Wellness
Tableau 1 Wellness – best practices
Anzahl Betten
Anzahl Zimmer
4­Sterne
4 étoiles
5­Sterne
5 étoiles
138,3
298,9
Nombre de lits
73,9
160,7
Nombre de chambres
23 697
46 278
Nuitées
2,45
2,78
Durée moyenne de séjour en jours
1 203,6
2 463,8
Surface wellness (secteur intérieur) en m²
Wasserfläche innen in m²
124,3
257,3
Surface d’eau (secteur intérieur) en m²
Wasserfläche aussen in m²
84,5
145,8
Surface d’eau (secteur extérieur) en m²
Fläche Massage und Therapie in m²
91,4
236,1
Surface de massage et de thérapie en m²
Fläche Beauty / Kosmetik in m²
53,2
69,1
Surface pour soins de beauté en m²
116,3
113,2
Surface pour autres soins wellness en m²
Massage­ und Therapiekabinen
4,2
7,7
Cabines de massage et de thérapie
Beauty­Anwendungskabinen
1,9
3,1
Cabines pour soins de beauté
Sonstige Behandlungskabinen (Bäder u. ä.)
2,1
2,5
Autres cabines de soins (p. ex. pour bains)
Anzahl Behandlungskabinen
8,3
13,3
Nombre de cabines de traitement
Anzahl Liegen (Innenbereich)
26,5
36,1
Nombre de chaises longues (secteur intérieur)
5 691 765
16 654 939
Total de la somme investie en wellness­spa
Logiernächte
Durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Tagen
Wellnessfläche (Innenbereich) in m²
Fläche sonstige Behandlungen in m²
Gesamtinvestitionssumme Wellness­Spa
Investitionen Wellness­Spa pro Wellnessfläche in m²
4 729
6 760
Investissements par m² surface wellness
77 025
103 618
Investissements par chambre
16,29
15,33
Surface wellness en m² par chambre
Wasserfläche in m² pro Zimmer
1,68
1,60
Surface d’eau en m² par chambre
Anzahl Behandlungskabinen pro Zimmer
0,11
0,08
Nombre de cabines de traitement par chambre
Verkaufte Massagen / Therapien in % der Öffnungszeit
18,5 %
23,0 %
Massages / thérapies vendus en % de la durée d’ouverture
Verkaufte Beauty­Anwendungen in % der Öffnungszeit
16,2 %
26,5 %
Soins de beauté vendus en % de la durée d’ouverture
3,4 %
8,2 %
Soins wellness vendus en % de la durée d’ouverture
Investitionen Wellness­Spa pro Zimmer
Wellnessfläche in m² pro Zimmer
Verkaufte Wellness­Anwendungen in % der Öffnungszeit
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
75
4­Sterne
4 étoiles
5­Sterne
5 étoiles
Interne Eintritte Wellness­Spa
43 303
13 215
Nombre d’entrées internes wellness­spa
Externe Eintritte Wellness­Spa
6 913
6 797
Nombre d’entrées externes wellness­spa
27,5
157,9
Nombre d’abonnements annuels
1 570
3 698
Prix abonnement annuel wellness­spa
Anzahl Jahresabo Wellness­Spa
Preis Jahresabo Wellness­Spa
Mitarbeiter (MA)
Collaborateurs (coll.)
Anzahl Mitarbeiter Wellness
2,9
7,7
Nombre de collaborateurs wellness
Anzahl Mitarbeiter Massage / Therapie
1,7
5,3
Nombre de collaborateurs massages / thérapies
Anzahl Mitarbeiter Beauty / Kosmetik
1,2
3,1
Nombre de collaborateurs soins de beauté
Anzahl Mitarbeiter sonstige Behandlungen
0,1
1,6
Nombre de collaborateurs autres soins wellness
Anzahl Mitarbeiter Wellness-Spa
5,9
17,8
Nombre de collaborateurs wellness-spa
121 870
110 319
Produit wellness­spa par collaborateur wellness­spa
Personalaufwand pro Mitarbeiter Wellness­Spa
67 540
61 307
Charges de personnel par collaborateur wellness­spa
Bruttowertschöpfung pro Mitarbeiter Wellness­Spa
54 330
49 012
Création de valeur brute par collaborateur wellness­spa
Ertrag Beherbergung in % des Gesamtertrags
38,9 %
47,5 %
Produit hébergement en % du produit total
Ertrag Wellness­Spa in % des Gesamtertrags
11,6 %
6,3 %
Produit wellness­spa en % du produit total
Ertrag Wellness­Spa in % des Ertrags Beherbergung
30,0 %
13,2 %
Produit wellness­spa en % du produit hébergement
Ertrag Wellness­Spa pro Betriebstag
2 860
7 162
Produit wellness­spa par jour d’ouverture
Ertrag Wellness­Spa pro Logiernacht
38,85
46,36
Produit wellness­spa par nuitée
Umbuchung Wellness­Spa pro Logiernacht
13,14
12,45
Transfert wellness­spa par nuitée
Ertrag pro Fläche Massage und Therapie
3 662
16 423
Produit par surface de massage et de thérapie
Ertrag (inkl. Produkte) pro Fläche Beauty / Kosmetik
2 632
6 531
Produit (y compris articles) par surface pour soins de beauté
Ertrag pro Fläche sonstige Behandlungen
2 460
1 133
Produit par surface pour autres soins wellness
Ertrag Wellness
20,5 %
32,0 %
Produit wellness
Ertrag Umbuchung von Arrangement
10,7 %
16,0 %
Produit du transfert des arrangements
Übriger Ertrag
15,8 %
1,8 %
Autres produits
Ertrag Massagen und Therapie
31,0 %
29,6 %
Produit massages et thérapies
Ertrag sonstige Behandlungen
6,2 %
3,1 %
Produit autres soins wellness
Ertrag Beauty­Anwendungen
14,0 %
10,5 %
Produit soins de beauté
Warenertrag Beauty / Kosmetik
1,7 %
7,1 %
Produit de marchandises beauty / cosmétiques
100,0 %
100,0 %
Produit wellness-spa
46,5 %
53,2 %
Charges de personnel wellness­spa
Warenaufwand Beauty / Kosmetik
4,2 %
3,7 %
Charges de marchandises beauty / cosmétiques
Warenaufwand Wellness divers
2,1 %
2,4 %
Charges de marchandises wellness divers
3,5 %
15,6 %
Charges directes d’exploitation wellness­spa
43,7 %
25,2 %
Résultat brut d’exploitation (GOI) wellness-spa
Ertrag Wellness­Spa pro Mitarbeiter Wellness­Spa
Erfolgsrechnung
Ertrag Wellness-Spa
Personalaufwand Wellness­Spa
Direkter Betriebsaufwand Wellness­Spa
Brutto Betriebserfolg (GOI) Wellness-Spa
Quelle: hotelleriesuisse
Compte de résultat
Source : hotelleriesuisse
Schwerpunktthemen
Thèmes principaux
Crowdfunding
Financement participatif
Finanzierungen
Financements
Buchungs- und
Portails de réservation et
Bewertungsportale
d’évaluation
Arbeitsmarkt
Marché du travail
Crowdfunding
Financement participatif
ANDREAS DIETRICH UND SIMON AMREIN IFZ, Hochschule
Luzern – Wirtschaft
Crowdfunding – eine Option
für die Hotellerie?
Im Jahr 2013 wurden in der Schweiz insgesamt 11,6 Millionen
Franken durch Crowdfunding vermittelt. Fast die Hälfte davon
entfiel auf neu gegründete Unternehmen, die im Internet Be­
teiligungen verkauften. Dies zeigt eine Studie der Hochschule
Luzern zum Crowdfunding in der Schweiz.
Crowdfunding ist eine alternative Art, Geld zu sammeln, sei
es für ein kulturelles Projekt, die Umsetzung einer Geschäftsidee
oder die Finanzierung einer privaten Investition. Via Online­Platt­
formen versuchen die Kampagneinitianten, an möglichst viele
potenzielle Kapitalgeber zu gelangen. Eine grosse Anzahl von
Menschen (Crowd) trägt so gemeinsam zum Erreichen eines
meist festgelegten Finanzierungsziels bei. In der Schweiz sind per
Ende 2014 etwa 20 Crowdfunding­Plattformen aktiv.
Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hoch­
schule Luzern – Wirtschaft hat die erste systematische Studie zur
Entwicklung des Schweizer Crowdfunding Marktes veröffent­
licht.1 Sie weist nach, dass die Bedeutung von Crowdfunding in
der Schweiz mit einem Volumen von rund 11,6 Millionen Franken
noch gering ist. Auch ein Vergleich mit den Volumen in Grossbri­
tannien (1,38 Milliarden Franken) oder in Nordamerika (etwa
3,3 Milliarden Franken) zeigt, dass der Schweizer Markt derzeit
noch in den Kinderschuhen steckt. Die Wachstumsraten im
Crowdfunding­Markt Schweiz sind aber sowohl in Bezug auf die
Anzahl Anbieter als auch in Bezug auf das Volumen oder die An­
zahl erfolgreich finanzierter Kampagnen beeindruckend hoch.
Der Crowdfunding­Markt dürfte in den nächsten Jahren auch in
der Schweiz deutlich an Bedeutung gewinnen.
Crowdfunding-Kategorien und Gegenleistungen
Die Studie «Crowdfunding Monitoring Schweiz» der Hochschule
Luzern unterscheidet vier Formen von Crowdfunding. Als Unter­
1
Dietrich Andreas, Amrein Simon. Crowdfunding Monitoring Schweiz
2014 (www.hslu.ch/crowdfunding)
scheidungsmerkmal für die Arten von Crowdfunding bietet sich
die Form der Entschädigung an (Abbildung 1). Hauptkriterium
für die Einteilung in die Kategorien sind die Gegenleistungen.
Diese können einerseits einen monetären Hintergrund haben:
Die Kapitalgeber erhalten hierbei eine Beteiligung am Unterneh­
men (Crowdinvesting) oder einen Zinsertrag (Crowdlending) für
das zur Verfügung gestellte Kapital. Andererseits können die Ge­
genleistungen auch nicht­monetär sein (Crowdsupporting), z. B.
einmalig in Form von Produkten, künstlerischen Werken, Dienst­
leistungen oder einem Treffen mit einem Künstler. Schliesslich ist
es auch möglich, dass keine direkten und messbaren Gegenleis­
tungen für die getätigte Investition erbracht werden (Crowddo­
nating). Was die Plattformen gemeinsam haben: Die Kommuni­
kation zwischen Investor und Kapitalnehmer erfolgt via Internet.
Die Rolle des Vermittlers (Intermediär) übernimmt eine internet­
basierte Crowdfunding­Plattform. Dem Intermediär wird für die
Transaktion eine Gebühr entrichtet. Diese Vermittlungsprovision
ist meistens als Prozentsatz auf dem erhobenen Betrag definiert
(i. d. R. ca. 5–10 Prozent).
Bei den meisten Plattformen wird für eine Kampagne jeweils
ein Zielbetrag festgelegt, das heisst eine Kampagne funktioniert
nach dem Prinzip «all or nothing». Wird der Zielbetrag über­
schritten, erhält der Projektinitiant den gesamten Betrag abzüg­
lich der Vermittlungsprovision. Erreicht eine Kampagne den Ziel­
betrag nicht, fliesst das Geld an die Investoren zurück.
Abbildung 1 Formen und Gegenleistungen der verschiedenen
Crowdfunding-Kategorien
Crowdfunding
Crowdinvesting
Crowdlending
Crowdsupporting
Crowddonating
Aktien
Zins
z. B. Güter /
Dienstleistungen
keine
direkte
Gegenleistung
Quelle: Dietrich /Amrein 2014
80 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Als erste Crowdfunding­Plattform in der Schweiz wurde im Jahr
2008 Cashare gegründet. In den folgenden Jahren erhöhte sich
die Zahl der Anbieter sowohl international als auch national
massiv. Ende 2014 waren in der Schweiz bereits über 20 Crowd­
funding­Plattformen aktiv. Diese lassen sich wie folgt einteilen:
– Crowddonating / Crowdsupporting: 100­days, donobot,
feinfunding, givengain, ICC Crowdfunding Portal, Ibelievein­
you, Indiegogo, Kickstarter, Lemaneo, Moboo, miteinander
erfolgreich, ProjektStarter, Progettiamo, Sosense, wemakeit.
– Crowdinvesting: Companisto, investiere, 7Crowd, c­crowd,
Veolis.
– Crowdlending: Cashare (seit 2013 auch im Crowdsupporting
tätig), direct­lending.
gesehen aber nach wie vor relativ gering (Abbildung 2). Der
überwiegende Teil dieses Volumens wurde in den Bereichen
Crowdinvesting und Crowdsupporting / Crowddonating erzielt.
Der Bereich Crowdlending hatte im vergangenen Jahr zwar
geringere Volumen zu verzeichnen – das Wachstum war mit
109 Prozent dennoch hoch. Das volumenmässig stärkste Wachs­
tum verzeichnete der Bereich Crowdinvesting (+192 Prozent). Das
Wachstum im Bereich Crowdsupporting / Crowddonating betrug
2013 gegenüber dem Vorjahr 68 Prozent.
Abbildung 2 Erfolgreich finanzierte Kampagnen nach Volumen und
Anzahl, Entwicklung 2008–2013
Crowdinvesting ist Spitzenreiter
Die erfolgreich durchgeführten Kampagnen2 haben in den letz­
ten Jahren sowohl zahlenmässig als auch in Bezug auf die Inves­
titionsvolumen stark zugenommen. Die nachfolgenden Zahlen
zum Marktwachstum sind das Resultat einer Umfrage, welche
die Hochschule Luzern per Ende 2013 durchgeführt hat. Das Vo­
lumen im Jahr 2013 hat sich gegenüber dem Jahr 2011 beinahe
vervierfacht und im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.
Mit 11,6 Millionen Franken ist das Volumen im Jahr 2013 absolut
2
Bei einer erfolgreich finanzierten Kampagne fliesst Geld von einem
Geldgeber zu einem Geldnehmer. Kampagnen mit fester Zielsumme
sind erst erfolgreich finanziert, wenn diese Zielsumme erreicht wird
(Modell «all or nothing»). Erfolgreich ist eine Kampagne auch ohne
Zielsumme, sofern Geld fliesst. Das in unserer Auswertung genannte
Volumen gibt somit Auskunft über die Summe der eingesetzten Gelder.
Nicht berücksichtigt wird, ob die finanzierte Kampagne auch zu einer
erfolgreichen Projektumsetzung führt.
Volumen in CHF Mio.
14
In der Praxis ist vielfach keine eindeutige Kategorisierung mög­
lich. Vor allem Crowddonating und Crowdsupporting lassen sich
nicht klar voneinander abgrenzen. So ist auch auf Crowdsup­
porting­Plattformen eine Entschädigung häufig nicht zwingend.
Eine Investition ohne Gegenleistung ist kein Crowdsupporting,
sondern hat den Charakter einer Spende und gehört deshalb in
die Kategorie Crowddonating.
Innerhalb der vier Kategorien Crowdinvesting, ­lending,
­supporting und ­donating unterscheiden sich die Plattformen
teilweise stark. So verfolgen zum Beispiel die Plattformen inves­
tiere.ch und c­crowd – beide im Bereich Crowdinvesting tätig –
völlig verschiedene Geschäftsmodelle. Während c­crowd für alle
Investoren zugänglich ist, versteht sich investiere.ch eher als eine
Art «Business Angels Club» einer qualifizierten Crowd. Interes­
sierte Investoren werden zuerst überprüft, bevor sie ein Unter­
nehmen unterstützen können. Neben dieser Überprüfung
schränken Mindestinvestitionssummen den Zugang der «Crowd»
zusätzlich ein. Im Bereich Crowdsupporting fällt die teilweise kla­
re Spezialisierung einzelner Plattformen auf. So ist beispielweise
wemakeit vor allem mit Kulturprojekten gewachsen – obwohl
mittlerweile der Fokus viel breiter ist. Ibelieveinyou hingegen hat
sich ausschliesslich auf Kampagnen für Sportler und deren Pro­
jekte spezialisiert.
700
11.59 Mio.
12
600
10
500
5.28 Mio.
8
400
6
300
4
2
200
3.07 Mio.
0.13 Mio.
0.23 Mio.
2008
2009
1.73 Mio.
100
0
Anzahl Kampagnen
Über 20 Plattformen in der Schweiz
0
Crowdinvesting
Crowdlending
2010
2011
2012
2013
Crowdsupporting/Crowddonating
Anzahl Kampagnen
Quelle: Dietrich /Amrein 2014
Die Anzahl erfolgreicher Kampagnen – d. h. Kampagnen, bei de­
nen Geld floss – stieg von 399 im Jahr 2012 auf 720 im Jahr 2013.
Dies entspricht einem Wachstum von 80 Prozent. Den grössten
Zuwachs verzeichnete dabei der Bereich Crowdlending (+90 Pro­
zent). Der anzahlmässig grösste Bereich des Crowdsuppor­
ting / Crowddonating wuchs von 331 auf 594 (+79 Prozent). Im
Bereich des Crowdinvesting wurden im Jahr 2013 lediglich
zehn Kampagnen erfolgreich finanziert. Diese konnten aber ein
Volumen von 5,58 Millionen Franken erzielen. Dieses Verhältnis
von Anzahl Kampagnen und Volumen zeigt, wie markant sich je
nach Crowdfunding­Form die durchschnittlichen Kampagnen­
volumen unterscheiden. So war im Bereich Crowdinvesting
1 Prozent der Kampagnen für insgesamt 48 Prozent des totalen
Crowdfunding­Volumens verantwortlich. Das durchschnittliche
Kampagnenvolumen im Crowdinvesting betrug beachtliche
55 000 Franken. Deutlich tiefer war das durchschnittliche Kam­
pagnenvolumen beim Crowdlending mit 15 000 Franken, der­
weil die durchschnittliche Kampagnensumme im Bereich Crowd­
supporting / Crowddonating bei gut 7000 Franken lag.
Crowdfunding wächst in der Nische
Obwohl sämtliche Sparten des Crowdfunding beachtliche
Wachstumszahlen aufweisen, sind die absoluten Volumen noch
immer auf relativ tiefem Niveau. Eine gute Vergleichsgrösse für
das Crowdinvesting sind die in der Schweiz von Venture Capital
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
Fonds beschafften Gelder. Diese lagen im Jahr 2012 bei
407,5 Millionen Franken.3 Die im Crowdinvesting vermittelten
Gelder belaufen sich auf 1,91 Millionen (2012) respektive
5,58 Millionen Franken (2013) und sind damit relativ gesehen als
sehr tief einzuschätzen.
Noch extremer fällt der Vergleich zwischen Crowdlending
und Schweizer Konsumkreditmarkt aus: Die Volumen im Bereich
Crowdlending von 1,8 Millionen Franken (2013) sind im Verhält­
nis zu den 7,5 Milliarden Franken4 des gesamten Konsumkredit­
marktes derzeit nur marginal. Interessanterweise ist der durch­
schnittliche Betrag eines Konsumkredits (17 700 Franken) aber
ähnlich hoch wie im Bereich Crowdlending.
Crowddonating ist im Verhältnis zum Spendenvolumen der
Schweiz ebenfalls von noch unbedeutender Grösse. Während die
Zewo­zertifizierten Organisationen im Jahr 2013 Spenden im
Umfang von 1,17 Milliarden Franken5 erhalten haben, wurden
über Crowddonating (inkl. Crowdsupporting) lediglich 2,52 Mil­
lionen Franken gesammelt.
Die derzeit im Verhältnis zum jeweiligen Gesamtmarkt noch
tiefen Volumen verdeutlichen, dass der junge Crowdfunding­
Markt bis anhin noch keine grosse Bedeutung erlangt hat. Die
genannten Zahlen deuten aber auf ein grosses Wachstumspo­
3
4
5
European Private Equity & Venture Capital Association, 2013.
Verband Schweizerischer Kreditbanken und Finanzierungsinstitute
VSKF (2013). Das vierte Jahr in Folge: Abnahme der Konsumkredite.
Medienmitteilung, 27. Februar 2014.
Stiftung Zewo. Spendenstatistik 2013.
81
tenzial hin. Die internetbasierte Finanzierung dürfte in den kom­
menden Jahren immer bedeutender werden.
Eine Finanzierungsquelle für die Hotellerie?
Das Maya Boutique Hôtel in der Schweiz (über die Plattform
100­days) oder das Weissenhaus Grand Village Resort & Spa in
Deutschland (via Companisto) zeigen, dass die Finanzierung über
Crowdfunding auch für Hotelprojekte sinnvoll und erfolgreich
sein kann. Während das erste Projekt ein klassisches Crowdsup­
porting mit einer «naturalen» Gegenleistung darstellt, handelt es
sich beim zweiten um eine Mischform zwischen Crowdlending
und Crowdinvesting. Der Investor erhält sowohl eine 4­Prozent­
Festverzinsung pro Jahr als auch eine Beteiligung an der Wert­
steigerungen der Immobilie und am Umsatz des ganzen Resorts.
Dank diesem verlockenden Angebot hat das 5­Sterne­Resort
Weissenhaus bisher von über 1500 Investoren über 6,7 Millionen
Euro erhalten (Stand Mitte Februar 2015).
Insbesondere das Crowdsupporting eröffnet der Hotellerie
Chancen. Zum einen ist die Branche prädestiniert für das reward­
based Crowdfunding: Entschädigungen für Kapitalgeber in Form
von Essens­ oder Übernachtungs­Gutscheinen stellen eine at­
traktive Währung dar und sind auch aus Marketingsicht span­
nend. Zum anderen entsteht durch Crowdfunding oftmals eine
emotionale Bindung, die aus einem Kapitalgeber allenfalls auch
einen Kunden macht. Insofern könnte es sich für die Schweizer
Hotellerie durchaus lohnen, sich über diese Finanzierungsart und
deren Möglichkeiten vertieft Gedanken zu machen.
Résumé
Le crowdfunding ou financement participatif permet de récolter des fonds via une plateforme internet en vue de financer un pro­
jet de nature sociale, culturelle ou commerciale. On distingue généralement quatre formes de financement participatif : le crowd­
investing et le crowdlending d’abord, où l’investisseur est indemnisé par une participation à l’entreprise ou le versement d’inté­
rêts. On trouve ensuite le crowdsupporting qui prévoit une contre­prestation non monétaire, en nature ou sous la forme d’un bon
à faire valoir sur des prestations. Enfin, le crowddonating désigne un financement participatif sans contre­prestation.
Selon une étude réalisée par la Haute Ecole Spécialisée de Lucerne, le crowfunding a aujourd’hui le vent en poupe. Ainsi le vo­
lume des fonds récoltés par ce moyen a doublé entre 2012 et 2013 pour atteindre 11,6 millions de francs. Les chiffres restent certes
modestes en termes absolus, mais l’essor rapide de ce financement par internet n’en révèle par moins un immense potentiel.
Les 720 projets de financement participatifs menés à bien en Suisse ont eu un formidable impact.
Le Maya Boutique Hôtel en Suisse de même que le Weissenhaus Grand Village Resort & Spa en Allemagne sont les premiers projets
hôteliers financés avec succès via internet. Pour l’hôtellerie suisse, c’est sans doute le crowdsupporting qui constitue l’un des
modes de financement alternatif les plus intéressants. Il permettrait par exemple de rémunérer les donateurs avec des bons
d’hébergement ou de restaurant. De plus, le crowdfunding constitue une approche intéressante pour impliquer des clients dans
un projet et créer un lien émotionnel.
82 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
MICHAEL BEIER UND KERSTIN WAGNER HTW Chur
Erfolg mit Crowdfunding
im Tourismus
Der Schweizer Tourismus steht vor grossen Herausforderungen.
Externe Einflussfaktoren wie die Wirtschaftskrise, neue Techno­
logien, verstärkte Konkurrenz durch sinkende Distanzkosten und
neue Destinationen im Ausland haben zu einer veränderten
Nachfrage geführt. Daher ist es für Destinationen und deren tou­
ristische Leistungsträger von grosser Bedeutung, sich mit innova­
tiven Produkten und Dienstleistungen zu positionieren. Neben
dem externen Druck steht der Schweizer Tourismus auch vor in­
ternen Herausforderungen, welche die geforderte Innovationsfä­
higkeit massiv einschränken. Die Leistungserbringung im Touris­
mus erfolgt innerhalb komplexer Netzwerke aus Leistungsträgern,
die einerseits lokal konkurrieren und andererseits kollektiv die
Reiseerfahrung der Gäste prägen. Obwohl die Notwendigkeit
von Kooperationen offensichtlich ist, erschwert dieses komplexe
Gefüge von Kooperation, Wettbewerb, Beteiligung, (mikro­)po­
litischer Einflussnahme und strategischer Koordination die not­
wendigen Innovationen im Schweizer Tourismus.
Innovationsförderung als wichtige Aufgabe von
Dachorganisationen
Vor diesem Hintergrund ist die Förderung von Innovationen eine
der Kernaufgaben von Dachorganisationen (z. B. im Destina­
tionsmanagement). Nur durch die Entwicklung von innovativen
Leistungen und Prozessen, die den aktuellen Kundenbedürfnis­
sen entsprechen, wird es möglich sein, die Wettbewerbsfähigkeit
von Tourismusregionen aufrechtzuerhalten bzw. zu steigern.1
Die generelle Finanzschwäche in der Branche stellt eine weitere
zentrale Herausforderung für die Realisierung von Innovationen
dar. Ungenügende Rentabilität, Veränderungen im Markt und
veränderte Finanzierungs­ und Kreditmodalitäten führen vielfach
dazu, dass touristischen Leistungsträgern die Mittel für neue Pro­
jekte fehlen.
Neue Wege über Online-Plattformen
Heute bieten verschiedene Plattformen und Anwendungen der
Online­Kommunikation neue Möglichkeiten, Organisationen,
Akteure und Stakeholder miteinander zu vernetzen. Diese Ver­
netzung kommt auch beim «Crowdsourcing» zum Tragen. Es hat
zum Ziel, über das Internet potenzielle Unterstützer zu erreichen
und Informationen und Leistungen von ihnen zu beziehen. Das
«Sourcing» hat dabei sämtliche Ressourcen im Fokus, die über
eine Internetplattform erfragt werden können. Schon heute bin­
den touristische Organisationen und Akteure über das Crowd­
sourcing die Öffentlichkeit erfolgreich in Innovationsprozesse
ein.2 Um Ideen und Informationen zu generieren, lancieren sie
z. B. Ideenwettbewerbe in Online­Communitys oder über spezi­
elle Crowdsourcing­Plattformen. Was das Crowdsourcing aller­
dings kaum bietet, sind konkrete Ansatzpunkte für die Umset­
zung der Ideen und das dafür notwendige Geld. Eine spezielle
Form des Crowdsourcings, bei der vor allem die Bereitstellung
von Finanzmitteln über die Crowd im Vordergrund steht, ist das
sogenannte «Crowdfunding».
Crowdfunding bietet innovativen Projekten
interessante Perspektiven
Beim Crowdfunding werden entweder auf einer eigenen Inter­
netseite oder über eine Crowdfunding­Plattform Projektvor­
haben beschrieben, die dafür notwendige Geldmittel erfragt
sowie mögliche Gegenleistungen angeboten. Die Gegenleistun­
gen reichen von reinen Spenden über materielle Belohnungen
wie kleinere Geschenke bis zu einem Produkt bzw. einer Dienst­
leistung (es geht hier explizit nicht um Unternehmensbeteili­
gungen resp. «Crowdinvesting»). In der Schweiz haben sich mit
den beiden grossen Plattformen 100­days.net und wemakeit.ch
Crowdfunding­Modelle etabliert, die auf Spenden, nicht­
monetäre Gegenleistungen oder den Vorverkauf von Produkten
setzen.
Die bisherigen Entwicklungen deuten das grosse Potenzial
von Crowdfunding­Kampagnen für Unternehmen bzw. Organi­
sationen an.3 So lassen sich über Crowdfunding beispielsweise
Ideen am Markt testen, noch bevor sie realisiert werden, Leis­
tungen wie Events vorfinanzieren sowie Marketingeffekte wie
stärkere Bekanntheit, besseres Image oder grössere Online­
Reichweite erzielen. Für touristische Leistungsträger gibt es
zahlreiche Möglichkeiten, um für Anschaffungen, Bauvorhaben
oder bestimmte Leistungserbringungen externe Finanzquellen
zu erschliessen. Für Gastronomie und Events bieten sich neue
Chancen, potenzielle Kundinnen und Kunden frühzeitig anzu­
sprechen und an sich zu binden. Das belegt z. B. die Plattform
100­days.net, über die schon zahlreiche Hoteliers, Gastrono­
men und Eventveranstalter ihre touristischen Projekte erfolg­
reich finanziert haben.
Studie zu den Erfolgsfaktoren für Crowdfunding im
Tourismus
In einer aktuellen Studie an der HTW Chur haben wir uns mit der
Frage befasst, welche Faktoren die Erfolgschancen von Crowd­
funding­Kampagnen im Tourismus positiv beeinflussen. Um
diese Einflussfaktoren zu identifizieren, haben wir eine multiple
Regressionsanalyse mit anonymisierten Daten von 104 Touris­
musprojekten der Crowdfunding­Plattform 100­days.net durch­
2
3
1
Bieger, T. (2005): Management von Destinationen. 6. Auflage,
Oldenbourg, München.
Hinterholzer, T., Jooss, M. (2013): Social Media Marketing und -Management im Tourismus, Springer, Berlin.
Beier, M., Früh, S., Wagner, K. (2014): Crowdfunding für Unternehmen –
Plattformen, Projekte und Erfolgsfaktoren in der Schweiz. SSRN Electronic Journal: http://ssrn.com/abstract=2430147
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
geführt.4 Diese wurden in die sechs Tourismus­Kategorien «Es­
sen & Trinken», «Tanz & Theater», «Outdoor», «Kultur», «Events»
und «Konzerte» eingeteilt. Die zur Verfügung stehenden Daten
stammen von Projekten, die zwischen Februar 2012 und Novem­
ber 2013 gestartet und in diesem Zeitraum auch abgeschlossen
wurden. Dieser Aspekt ist relevant, da nur über abgeschlossene
Projekte vollständige Informationen über den Erfolg und den
Nicht­Erfolg verfügbar sind.
Die Erfolgsquote bei allen untersuchten Crowdfunding­
Kampagnen im Tourismus lag bei insgesamt 43 Prozent. Damit
erzielen die touristischen Projekte auf der Plattform 100­days.net
ungefähr den gleichen Wert wie die Projekte über alle Branchen
hinweg. Diese Werte entsprechen auch den unabhängig er­
hobenen Erfolgsquoten von grösseren internationalen Plattfor­
men wie kickstarter.com (Erfolgsquote von 44 Prozent) oder
indiegogo.com (Erfolgsquote von 34 Prozent).5
Bessere Erfolgschancen dank realistischen
Finanzierungszielen und Teamwork
Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass verschiedene Fakto­
ren einen Einfluss darauf haben, ob ein Projekt innerhalb von
100 Tagen erfolgreich finanziert wird oder nicht. Das eindeutigs­
te Ergebnis: Je niedriger das Finanzierungsziel, desto höher die
Erfolgschancen. Projektinitiatoren sollten sich daher sorgfältig
überlegen, wie hoch sie die Summe ansetzen, die sie bei der
Crowd erfragen. Das Projekt mit der höchsten angefragten
Summe zielte auf 29 000 Schweizer Franken ab, der Durchschnitt
der Projekte lag bei knapp 6000 Franken. Damit liegt die durch­
schnittliche Summe touristischer Projekte unter dem Durch­
schnitt über alle Branchen.
Im Weiteren zeigt die Studie, dass Teams bessere Erfolgs­
chancen haben als Einzelpersonen, die eine Crowdfunding­
Kampagne im Tourismus starten. Es gilt sogar: Je grösser das
Team, desto höher sind die Chancen, das Finanzierungsziel zu
erreichen. Potenzielle Geldgeber scheinen eher bereit, sich auf
ein Projekt einzulassen, wenn es von einem Team anstatt von
einer Einzelperson geführt wird.6 Dies mag daran liegen, dass
mehrere Teammitglieder unterschiedliche Fähigkeiten und
Kenntnisse einbringen. Zudem haben grössere Teams tendenziell
mehr Kontakte und grössere und zahlreichere Netzwerke, die sie
direkt ansprechen und aktivieren können. Die durchschnittliche
Zahl der Projektinitiatoren in unserem Sample liegt bei knapp
zwei Personen, das grösste Team zählt 12 Projektinitiatoren. Die­
ses Ergebnis unterstreicht, wie wichtig Kooperationen für inno­
vative Projekte im Tourismus sind.
4
5
6
Beier, M., Wagner, K. (2014): Wann sind Crowdfunding-Kampagnen
im Tourismus erfolgreich? Short Paper Serie 2014–02. www.htwchur.ch/
fileadmin/user_upload/institute/SIFE/3_Forschungsthemen/Start-up/
Crowdfunding_Tourism_BeierWagner_2014.pdf
Techcrunch (2014): Kickstarter Reportedly Owns Indiegogo With
Around 6X More Total Dollars Raised, Average Success Rate
Much Higher. http://techcrunch.com/2013/08/30/kickstarter-ownsindiegogo-with-around-6x-more-total-dollars-raised-averagesuccess-rate-much-higher/ (27.12.2014).
Franke, N., Gruber M., Harhoff D., Henkel J. (2008). Venture Capitalists’
Evaluations of Start-Up Teams: Trade-Offs, Knock-Out Criteria,
and the Impact of VC Experience. In: Entrepreneurship, Theory and
Practice 32(3): 459–483.
83
Regionale Nähe und attraktive Gegenleistungen
Die Ergebnisse der Studie zeigen zudem, dass einheimische Pro­
jekte in nationaler Währung höhere Erfolgschancen haben. Eine
wichtige Erklärung dafür ist, dass Projektinitiatoren vor allem
lokale Geldgeber anziehen. In der Regel fragen sie «Family &
Friends» als Erstes an. Beim Crowdfunding bevorzugen Geldge­
ber zudem tendenziell Projekte, die sich in der Nähe ihres Wohn­
ortes befinden.7 Für den Tourismus bedeutet dies: Einheimische
spielen in Crowdfunding­Projekten als potenzielle Geldgeber
eine wichtige Rolle. Selbst wenn Einheimische keinen direkten
Nutzen von einem Projekt haben, können sie indirekt profitieren.
So besitzt jedes neue Angebot bzw. jede neue Leistung das Po­
tenzial, generell mehr bzw. neue Touristen in die Region zu brin­
gen. Für Leistungsträger vor Ort bestehen somit verschiedene
Anreize, die Crowdfunding­Kampagne eines lokalen Projekts zu
unterstützen. Hinzu kommt, dass bei touristischen Projekten
auch Gäste als Geldgeber in Frage kommen. Dabei spielen im
Schweizer Tourismus vor allem nationale Gäste eine grosse
Rolle, über die in der Branche 60 Prozent der Umsätze generiert
werden.8
Ein weiterer Erfolgsfaktor sind die Gegenleistungen, die ein
Geldgeber für einen bestimmten Geldbetrag erhält. Je höher die
Anzahl unterschiedlicher Gegenleistungen, desto höher sind die
Erfolgschancen des Projekts. Unterschiedliche Gegenleistungen
motivieren verschiedene Geldgeber zu einer Beteiligung, da jede
Gegenleistung eine bestimmte Zielgruppe anspricht (Produkt­
differenzierung). So kann eine höhere Anzahl verschiedener
Gegenleistungen helfen, die «Präferenzen» von potenziellen
Geldgebern besser zu treffen. Decken die Gegenleistungen zu­
dem mehrere «Preiskategorien» ab, kann dies die Zahlungsbe­
reitschaft aus verschiedenen Segmenten erhöhen und den Erfolg
der Kampagnen fördern.
Netzwerkbasiertes Innovationsmanagement
für Destinationen
Betrachtet man den gesamten Prozess von der ersten Idee über
die erfolgreiche Finanzierung via Crowdfunding bis zur Umset­
zung des Projekts, zeigt sich, dass sich die beteiligten Akteur­
typen und Netzwerkkonstellationen je nach Projektschritt unter­
scheiden. So wird die Entstehung von Ideen eher von kreativen,
vielseitigen Menschen unterstützt, die sich in grossen Netzwer­
ken mit losen und inhaltlich offenen Beziehungen bewegen. Die
Umsetzung und Kommerzialisierung einer Idee wird eher von un­
ternehmerisch ausgebildeten und erfahrenen Personen mitgetra­
gen, die über ein enges und vertrautes Partnernetzwerk verfü­
gen, in dem sie Innovationen implementieren und vermarkten
können.9
Um diese Erkenntnisse für die Ideenfindung und ­umsetzung
bestmöglich auszuschöpfen, sollte eine zentrale Instanz die
7
8
9
Agarwal, A., Catalini C., Goldfarb A. (2011). The Geography of Crowdfunding. SSRN Electronic Journal http://ssrn.com/abstract=1770375
Bundesamt für Statistik (2011). Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung.
Neuchâtel.
Brooker, E., Joppe, M. (2014): Developing a Tourism Innovation
Typology: Leveraging Liminal Insights. In: Journal of Travel Research,
53(4): 500–508.
84 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Handlungen der Akteure im Netzwerk koordinieren und mode­
rieren. Die koordinierte Begleitung derartiger Innovationspro ­
jekte ermöglicht es Destinationen, ein netzwerkbasiertes Innova­
tionsmanagement zu entwickeln und strategiekonforme sowie
marktnahe Projekte und Kooperationen in ihren Netzwerken zu
initiieren. Für das Innovationsmanagement ist somit neben den
Inhalten (Ideen und Projekte) auch die Moderation der Akteure
(Leistungsträger und Stakeholder) und ihrer Beziehungsnetz­
werke zentral. Die positiven Effekte, die sich durch die Förderung
und Steuerung der Kooperationen in einem crowdbasierten In­
novationsmanagement ergeben, gehen weit über die realisierten
Einzelinitiativen hinaus.
Résumé
Le tourisme suisse est appelé à gagner un difficile pari : développer de nouvelles offres et améliorer ses prestations via des coopé­
rations et des initiatives novatrices. La communication en ligne lui offre ici de nouveaux outils pour mettre en relation les organi­
sations, acteurs et parties prenantes. Le financement participatif, le crowdsourcing et le crowdfunding en particulier, ouvrent aux
prestataires touristiques de nouvelles chances pour concevoir et mettre en œuvre des projets novateurs. L’essor que connaissent
ces modes de financement révèle un immense potentiel pour les entreprises ou les organisations. Ainsi, le crowdfunding leur per­
met­il, entre autres, de tester sur le marché des projets au tout premier stade, de préfinancer des événements ou de produire un
effet marketing, p. ex. un gain de notoriété, une amélioration de l’image ou de la portée en ligne. De nombreuses possibilités
s’offrent aux multiples prestataires touristiques pour obtenir des financements extérieurs et réaliser ainsi des projets d’acquisition
et de développement, ou encore pour des prestations spécifiques. Pour mettre tous les atouts de leur côté, ces prestataires veil­
leront à se fixer des objectifs de financement réalistes, à se tourner vers des donateurs potentiels géographiquement ou émotion­
nellement proches du projet, à miser sur un large vaste réseau et à offrir des contreprestations intéressantes.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
85
Best Practice : Maya Boutique Hôtel
Leçons du premier cas de crowdfunding touristique
La première campagne de crowdfunding liée au tourisme en Suisse, plus précisément au wellness dans le
secteur de l’hôtellerie, a eu lieu à partir du mois d’avril 2014 en Valais, et ce, durant 100 jours. Cette campagne,
pilotée avec succès depuis la commune de Mont­Noble, a permis à son initiateur de récolter 242,4 % du
budget escompté grâce à 64 contributeurs. Cet article explore sous l’angle qualitatif les facteurs de succès et
les plus­values pour le tourisme d’un financement participatif en prenant l’exemple du Maya Boutique Hôtel
situé à Nax en Valais. Les avantages en matière de renommée, de fidélisation de la clientèle et de possibilité
de tester le marché préalablement à l’investissement sont quelques­uns des résultats très positifs de cette
étude de cas.
VINCENT GRÈZES Institut Entrepreneurship & Management,
HES­SO Valais Wallis
Le crowdfunding (ou « financement participatif ») est une sous­
activité du crowdsourcing (ou « création collaborative »), dont
l’appellation est apparue en 2006 dans le Wired Magazine.1
Tirant parti de l’utilisation d’Internet, cette pratique tend à mobi­
liser des ressources situées à l’extérieur de l’entreprise pour gé­
nérer des idées (crowdsourcing) ou réunir un budget (crowdfunding). Le crowdsourcing, tout comme le crowdfunding, fait
appel à une masse de contributeurs non identifiée à l’avance par
le porteur de projet. Depuis lors, de nombreuses plateformes en
ligne ont vu le jour, permettant de réunir les internautes afin de
promouvoir la collaboration et le partage de nombreux types de
ressources (créatives, financières, informatives, etc.). Nous avons
recensé six sous­activités liées au crowdsourcing2 :
– la génération d’idées (collective creativity, open innovation)
mobilise le public pour rechercher des réponses à une ques­
tion donnée par les entreprises avec des plateformes telles
qu’i­Brain.ch, etc. ;
– le financement participatif (crowdfunding) cherche à collec­
ter des financements auprès d’investisseurs, de sponsors ou
de donateurs en ligne, afin de financer un projet ou une
entreprise, avec Kickstarter, WeMakeIt, etc. ;
– l’engagement civique permet à une organisation de mobili­
ser des contributeurs afin de rechercher une solution à un
problème ayant une réponse dépendante de l’aide publique,
avec e­Democracy.org, Change.org, etc. ;
– le travail distribué (cloud labor) mobilise le public pour traiter
ou analyser de grands ensembles de données mis à disposi­
tion par une organisation, avec Amazon MechanicalTurk,
ClickWorker, etc. ;
– la création de communauté (community building) constituée
par le développement de communautés d’intérêts, telles que
Facebook, CrowdTogether, etc. ;
–
Parmi les solutions de crowdsourcing, le crowdfunding permet
donc à un porteur de projet de récolter de petits montants
auprès d’un large nombre de gens, généralement au moyen d’In­
ternet.3 Ces individus complètent et partiellement remplacent
les traditionnels investisseurs et business angels privés ou institu­
tionnels.4
Si la Suisse connaît sa première plateforme de financement
participatif en 2008 avec le site Cashare.ch, le crowdfunding
apparaît aux Etats­Unis dès 2003 avec artistshare.com. En 2012,
on comptait 452 plateformes dans le monde.5 Ce système de fi­
nancement connaît donc rapidement un succès retentissant et
les dépassements d’objectifs sont fréquents.
De nos jours, les campagnes de crowdfunding sont basées
sur le don, sur les récompenses, sur les préventes, sur l’investis­
sement, ou sur le prêt.6 Selon l’étude intitulée A framework for
European Crowdfunding7, les moyennes européennes de partici­
pation par campagne sont estimées à 500 euros pour les dona­
tions, 3000 euros pour les récompenses, 4500 euros pour les
prêts, et jusqu’à 100 000 euros pour les acquisitions de parts
dans le projet. Selon cette étude, les motivations des contribu­
teurs reposent tant sur le rendement matériel et financier, que
sur le rendement social.
3
4
5
6
1
2
Howe, J. (2006) The Rise of Crowdsourcing, Wired Magazine, 2006.06.14.
Grèzes, V. (2014) CrowdSourcing, EMBA Franco-Suisse Innovation Touristique, HES-SO Valais-Wallis, IAE Savoie Mont-Blanc.
l’appel à la connaissance populaire (collective knowledge)
mobilise pour trouver et rassembler des informations afin de
créer des ressources collectives telles que Wikipedia, Quora,
etc.
7
Oxford Dictionaries en ligne : www.oxforddictionaries.com
Schwienbacher, A., Larralde, B. (2010) Crowdfunding of Small Entrepreneurial Ventures, Oxford Handbook of Entrepreneurial Finance, Oxford
University Press, New York, pp. 369–390.
Massolution (2012) Crowdfunding Industry Report 2012, in :
www.crowdsourcing.org
Röthler, D., Wenzlaff, K. (2011) Crowdfunding Schemes in Europe, EENC
Report.
De Buysere, K., Gajda, O., Kleverlaan, R., Marom, D., Klaes, M. (2012)
A framework for European crowdfunding, European Crowdfunding
Network (ECN).
86 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Nous avons identifié neuf plateformes suisses de crowdfunding.
Elles ont permis la création de 764 projets à la fin 2014 pour un
volume de près de 12 millions de francs suisses.2 Toutefois, seuls
huit projets ont vu le jour dans des catégories dites « touris­
tiques ». Le premier d’entre eux est l’« Hôtel bottes de paille : Sau­
na et système photovoltaïque-wellness en pleine nature », initié
en Valais au moyen de la plateforme 100-days.net. Le tourisme
relève d’une importance particulière pour la région, et plus par­
ticulièrement le segment de l’hôtellerie. En effet, selon la der­
nière étude disponible, la valeur ajoutée du tourisme contribue à
hauteur de 25,4 % au PIB cantonal valaisan, et à 27,3 % à l’em­
ploi cantonal total, avec 81 % de la demande totale provenant
des hôtes hébergés.8
Actuellement, encore peu d’études portent sur les facteurs
de succès des campagnes de crowdfunding sous l’angle quali­
tatif. Plus rares encore sont les études portant sur l’analyse des
facteurs de succès et des plus­values du crowdfunding dans une
activité touristique, notamment en matière d’hôtellerie et de
wellness en Suisse. C’est pourquoi, afin d’analyser de manière
qualitative les facteurs de succès et les plus­values des cam­
pagnes de crowdfunding dans l’hôtellerie en Suisse, nous avons
réalisé un entretien avec l’initiateur de la première campagne de
crowdfunding liée au tourisme en Suisse : Louis Papadopoulos,
directeur du Maya Boutique Hôtel, situé à Nax, en Valais. Notre
guide d’entretien semi­directif a été construit en suivant les résul­
tats des précédentes études portant sur les facteurs de succès et
les plus­values des campagnes de crowdfunding en Suisse.
Nous présenterons tout d’abord le contexte de la campagne,
pour décrire ensuite les facteurs clés de succès, les types de par­
ticipants puis les plus­values de la campagne, avant de conclure
sur les limites, les perspectives et la synthèse des leçons acquises.
Plus qu’une source de financement
Afin de renforcer l’attractivité de l’hôtel boutique en respectant
les principes écologiques et économiques qui soutiennent son
projet, M. Papadopoulos a souhaité offrir à ses clients un espace
bien­être composé tout d’abord d’un sauna, puis d’un bain à re­
mous, lesquels seraient alimentés en énergie par des panneaux
solaires photovoltaïques. Après avoir analysé les principales
sources de financement disponibles et pris contact avec l’entre­
prise 100-days.net, il s’est avéré qu’encore aucun projet touris­
tique n’avait été financé en Suisse par une campagne de crowdfunding. Dès lors, l’hôtelier a su mettre à profit les faibles coûts
en marketing induits par les réseaux sociaux. La solution du
crowdfunding apparaissait alors idéale, tant pour faire parler du
projet « Hôtel bottes de paille : Sauna et système photovoltaïquewellness en pleine nature », que pour faire parler du service 100days.net. Le choix de la plateforme suisse a été motivé par la né­
cessité de transmettre un maximum de confiance aux potentiels
investisseurs cibles et les effets attendus apparaissaient dès lors
dépasser le seul financement du projet. Par ailleurs, le caractère
innovant du processus de financement pour ce secteur écono­
mique a permis aux protagonistes de bénéficier d’un impact mé­
8
Canton du Valais (2001) Le tourisme en Valais, Etude sur la valeur ajoutée.
diatique supplémentaire. Ces derniers n’ont par ailleurs pas hési­
té à tirer parti de toutes les apparitions média possibles pour
soutenir la communication de la campagne de crowdfunding,
notamment lors de l’obtention du label Green Leaders de Trip­
advisor par l’hôtel boutique.
La communication : Un facteur clé de succès
Le budget du projet « Hôtel bottes de paille : Sauna et sys­
tème photovoltaïque-wellness en pleine nature », s’élevait à
45 000 francs. Afin de diminuer le risque de financement infé­
rieur à cette somme, la prudence a incité le porteur de projet à le
diviser en tranches représentant des objectifs financiers cumula­
tifs (stretch goals). En effet, certaines plateformes imposent le
principe du « tout ou rien » : la première étape était dévolue au
financement du sauna et à l’aménagement de l’espace détente,
soit 9500 francs. Une fois ce montant atteint, la seconde étape
a porté sur le financement des panneaux photovoltaïques
(35 000 francs supplémentaires). Finalement, au bout de la limite
des 100 jours de campagne, les fonds collectés se sont élevés à
23 030 francs qui ont été utilisés pour créer l’espace détente et le
sauna.
Comme premier agent de succès, les auteurs ont porté une
attention particulière à la communication. Ce facteur s’est même
avéré déterminant dans la réussite du projet. Et ceci tant pour les
explications liées au processus de financement que pour la cam­
pagne de promotion proprement dite. En effet, il s’est avéré cru­
cial d’expliquer aux éventuels contributeurs le processus et les
étapes du crowdfunding compte tenu du caractère émergent de
ce mode de financement en Suisse. En ce qui concerne la cam­
pagne de promotion, tous les moyens de communication ont été
utilisés pour toucher le plus grand nombre d’intéressés : newsletters, communication de la plateforme 100-days.net, presse
écrite, radio, réseaux sociaux tels que Facebook, Twitter, Linked­
In, ainsi que le site Internet de l’entreprise. Toutefois, l’utilisation
des médias traditionnels s’est révélée la plus efficace pour tou­
cher le plus de monde. Valais­Wallis Promotion (VWP), institution
de soutien au développement économique local, a également
apporté sa contribution pour l’accompagnement dans la produc­
tion de communiqués de presse et la réalisation de vidéos pro­
motionnelles. La création d’images et de vidéos d’illustration
s’est en effet avérée fondamentale afin de donner vie au projet
dans l’esprit des gens.
Le deuxième plus important facteur de succès réside dans
l’offre de contreparties équitables et attractives, sans quoi le pu­
blic aurait boudé le projet. Les montants demandés doivent être
examinés sous l’angle des contreparties qui y sont attachées. En
effet, le plus petit montant (20 francs) n’a été sélectionné qu’une
seule fois au cours de la campagne et le montant le plus souvent
utilisé correspondait à l’« escapade romantique », soit 300 francs,
pour un séjour d’une nuit à l’hôtel avec services wellness.
Le caractère local du projet apparaît comme un troisième
facteur de succès. En effet, la communication visait les résidents
et les entreprises locales, public cible des auteurs, ce qui a permis
à la population autochtone de s’identifier plus fortement au pro­
jet. L’identification a porté sur l’ensemble du projet d’hôtel bou­
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
tique offrant des services de bien­être, soutenant la promotion
de la région, et pas uniquement sur la création d’un sauna en
pleine nature. Toutefois, le crowdfunding n’est pas limité régio­
nalement et, au­delà de l’effet du caractère local sur les rési­
dents, le projet a permis à des personnes externes de se sentir
proches de la région. Ainsi, la commune, les artisans et les entre­
prises locales ont également pu bénéficier de cette campagne en
matière de visibilité et d’attractivité et d’impacts indirects.
Les clients deviennent des investisseurs
Tirant parti d’une communication multicanale intensive, auprès
du grand public ainsi qu’auprès des clients de l’hôtel, le projet a
reçu un capital provenant pour 10 % de la commune de Mont­
Noble, pour 25 % d’entreprises et pour 65 % de personnes pri­
vées dont une part égale de touristes et de résidents. Les per­
sonnes privées étaient majoritairement déjà clientes de l’hôtel, et
les non­clientes ont essentiellement pris connaissance du projet
au travers de la communication de la plateforme. Pour leur part,
les entreprises ont bénéficié de bons cadeaux pour leurs clients
et leurs employés, d’une publicité apposée sur le sauna, ainsi que
d’un argumentaire de communication. Le projet a également
reçu divers apports de la part de sociétés et des artisans locaux,
lesquels ont offert des rabais et des services liés à la concrétisa­
tion du projet en considération de l’apport indirect de celui­ci
pour leur activité et leur région.
Le crowdfunding comme test d’attractivité
L’offre de contreparties basées sur la fréquentation de l’hôtel et
de l’espace bien­être constitue une forme de prévente, ainsi
qu’un test d’attractivité du projet auprès du public. Le fait que le
forfait romantique, proposant une nuit à l’hôtel ainsi qu’une
heure d’utilisation du futur sauna, ait été la contrepartie la plus
demandée, confirme la pertinence du projet et son adaptation
87
avec les souhaits du public. En cela, la campagne de crowdfunding constitue un canal de distribution du produit à venir et une
forme de sondage auprès du marché.
La plus­value en matière de marketing est la plus impor­
tante. D’une part, la campagne a renforcé la relation avec les
clients grâce au rendement social perçu : la fierté de devenir ac­
teur d’un projet durable a renforcé l’attachement des clients par­
ticipants (fidélisation). D’autre part, certains clients sont devenus
ambassadeurs du projet : en achetant des nuitées sous forme de
bons­cadeaux, ils ont fait connaître le projet à la ronde et élargi
le cercle des clients. Ceux­ci ont, à leur tour, offert de nouveaux
bons­cadeaux hors de la campagne de crowdfunding.
Des plus-values intéressantes et un grand potentiel
L’exemple du Maya Boutique Hôtel met bien en exergue la néces­
sité de fixer un objectif réaliste, de mener une communication in­
tense et d’offrir des contreparties attractives comme autant de
facteurs de succès lors d’une campagne de crowdfunding dans
le secteur du tourisme, et notamment dans l’hôtellerie et le bien­
être. Le caractère émergent du crowdfunding en Suisse pourrait
paradoxalement assurer le succès de la formule pour l’hôtellerie
et le bien­être, puisque peu de projets ont été développés jusqu’à
aujourd’hui dans ce domaine économique. A priori, le crowdfunding apparaît particulièrement efficace pour collecter des mon­
tants peu élevés. Toutefois, selon l’étude A framework for European Crowdfunding,8 le financement participatif serait utile pour
des sommes allant jusqu’à 2 millions d’euros.
D’autres avantages significatifs du crowdfunding dans le
tourisme reposent principalement sur les plus­values en matière
de renommée, de test de l’idée du projet et de prévente. Selon
nous, ce mode de financement revêt dès lors un potentiel non
négligeable pour des activités et des acteurs complémentaires à
l’hôtellerie et au bien­être.
Zusammenfassung
Die erste Crowdfunding­Kampagne im Schweizer Tourismus – genauer im Bereich Hotellerie und Wellness – wurde im April 2014
vom Maya Boutique Hotel im Wallis durchgeführt und dauerte 100 Tage. Die Kampagne wurde zu einem grossen Erfolg: 64 Spen­
dende generierten 242,4 Prozent des erhofften Budgets an eine im Freien erstellte Sauna, die komplett durch eine Fotovoltaikan­
lage betrieben wird.
Mittels eines Interviews mit dem Initianten der Kampagne Louis Papadopoulos, Direktor des Maya Boutique Hotels, eruierte die
HES­SO Wallis die wichtigsten Erfolgsfaktoren einer Crowdfunding­Kampagne in Tourismus und Hotellerie. Zentral sind ein rea­
listisches Finanzierungsziel, eine intensive Kommunikation und faire attraktive Gegenleistungen. Zwar ist dieser Finanzierungsan­
satz in der Schweiz noch nicht stark etabliert, dafür ist auch die Konkurrenz bezogen auf Projekte im Bereich Tourismus und Ho­
tellerie noch klein. Auf den ersten Blick scheint das Crowdfunding vor allem geeignet, um kleinere Summen zu sammeln. Allerdings
belegen Studien, dass sich der Ansatz für Finanzierungen bis zu 2 Millionen Euro eignet.
Finanzierungen
Financements
PHILIPPE PASCHE Société suisse de crédit hôtelier SCH
Swiss Hospitality Investment
Forum: Des opportunités à saisir
Le Swiss Hospitality Investment Forum (SHIF) se veut être une
place du marché vivante et évolutive, où se rencontrent, qu’ils
soient suisses ou internationaux : les exploitants et propriétaires
individuels, les chaînes hôtelières, les financiers privés et les insti­
tutions financières, les innovateurs et les « Quereinsteiger », les
architectes et créateurs, les représentants d’autres secteurs de
l’hospitalité, les acteurs politiques et du développement écono­
mique. L’ambition n’est pas simplement de créer un instrument
de réseautage nouveau et supplémentaire, mais de permettre
aux femmes et aux hommes, aux institutions et aux idées de se
croiser, se confronter, voire de s’entrechoquer dans un but de ré­
alisations d’investissements et de renouveaux concrets.
L’hôtellerie et l’hébergement touristique, que ce soit dans
ses formes traditionnelles ou nouvelles, a un besoin important
d’investissements et de réinvestissements pour mettre à disposi­
tion les concepts et les infrastructures concurrentiels répondant
aux demandes évolutives de la clientèle.
La capacité d’attirer des capitaux, par des concepts « futu­
ristes » et durables, constitue un enjeu majeur. Des « business
models » attrayants et prometteurs sont déterminants mais pas
suffisants ; les conditions cadres économiques, politiques et so­
ciales sont tout autant essentielles que l’initiative privée.
Une avant-première prometteuse
En novembre 2015 se déroulera la 1ère édition du Swiss Hos­
pitality Investment Forum dans le cadre de l’IGHEO à Bâle, sous le
patronage du Secrétariat d’Etat à l’économie SECO et en collabo­
ration avec hotelleriesuisse, l’Ecole hôtelière de Lausanne et la So­
ciété suisse de crédit hôtelier SCH. En novembre 2014 une avant­
première a eu lieu avec diverses contributions, à la fois pour poser
le cadre futur et pour aiguiser l’attention des participants. Nous
présentons dans cet article un résumé des quelques présentations
et renvoyons aussi à l’article de Mme Anne Cheseaux, « Potentiel
d’innovation dans le financement », en page 92.
La compréhension du futur comme base
d’innovation
Harry Gatterer (ZukunftsInstitut) a fait voyager son auditoire le
long de chemins, comme autant de grandes tendances marquant
le paysage, menant d’aujourd’hui et d’ici à demain et à là­bas.
Ces parcours ne sont ni linéaires, ni univoques, ni toujours prévi­
sibles. Par contre, ils sont semés de chances à saisir pour ceux qui
se donnent la peine de déchiffrer la carte du futur. Comme le
souligne l’orateur, l’hôtel demeure un concept d’avenir, pour au­
tant que l’on soit capable de s’adapter et remettre en question
son offre et son organisation en réponse aux changements socié­
taux et de la clientèle. S’adapter ne signifie pour autant pas s’ali­
gner ; c’est avant tout l’occasion de prendre le contre­pied et de
se différencier des autres. Les hôtels sont non seulement deve­
nus des lieux du quotidien, mais également des « hot spots » de
bien des groupes et d’acteurs de la société moderne. En tant que
tels ils sont de plus en plus des lieux communs et nécessitent de
l’hôtelier qu’il s’interroge sur la valeur­ajoutée nécessaire pour
que le quotidien de ses clients se transforme en souvenirs asso­
ciés à l’hôtel. Seulement ainsi ce lieu sera commun au sens du
partage et de la rencontre ; à défaut de quoi, il risque de s’enliser
dans le commun au sens du banal.
En synthèse, se projeter dans l’avenir n’est pas un exercice de
divination, mais bien de prise de distance face au quotidien. C’est
aussi la capacité d’analyser les grandes tendances, afin d’extraire
les opportunités d’affaires qui se dégagent des réseaux et champs
de tension futurs.
La coopération – une nécessité?
La coopération horizontale, soit celle entre hôteliers, est une des
réponses aux exigences et enjeux du marché et à la disponibilité
des ressources et des compétences dans chaque établissement
considéré individuellement.
Marcus Frey (CFB network SA) et Lukas Kalbermatten (hôte­
lier) ont présenté la démarche menée par quatre hôteliers dans le
cadre du projet « Les Lötschentaler ». D’une manière générale, ce
type de coopération permet, pour les hôtels de petite et moyenne
taille, de parer les inconvénients structurels dont ils souffrent et
de mobiliser leurs potentiels sous­ ou inexploités. Les objectifs vi­
sés, avec le client au centre de la préoccupation, sont la mise en
commun de ressources, le partage du savoir­faire, une réduction
des coûts et la croissance des recettes. L’expérience démontre
90 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
que les projets de coopération sont généralement initiés sous des
contraintes externes, soit « la pression de la réalité ». Leur succès
à terme dépend de la confiance et de la transparence qui s’ins­
taurent entre les membres du projet, du partage d’une vision et
d’objectifs réalistes, d’un échange et d’enrichissements mutuels.
Les facteurs de succès peuvent se résumer en cinq points : 1) s’ou­
vrir et penser différemment, 2) accepter du soutien externe, 3)
n’exiger de l’autre que ce que l’on est disposé à donner soi­
même, 4) s’engager contractuellement, 5) organiser et mener le
processus rigoureusement.
La coopération est un concept souvent répété et professé
par les responsables de la branche. Les exemples concrets,
comme celui des « Lötschentaler » sont encore trop peu nom­
breux. Nous estimons qu’en la matière, il ne suffit pas de prêcher
la bonne parole, encore faut­il la vivre. Il n’y a pas besoin de pro­
jets de haut vol, mais de collaborations concrètes visant à une op­
timisation de la capacité bénéficiaire. Pour ce faire, il est appro­
prié de développer aussi des collaborations verticales et latérales
entre différents secteurs du tourisme, afin de renforcer progres­
sivement toute la destination.
Un hôtel pour patients – quels avantages?
En automne 2016 s’ouvrira dans le périmètre du Centre hospita­
lier universitaire vaudois (CHUV) à Lausanne le premier hôtel
pour patients d’une capacité de 114 chambres. Il s’agit d’un pro­
jet de partenariat public­privé entre le CHUV, Retraites Populaires
et Reliva Patientenhotel SA. Ces deux derniers sont à la fois
maître d’ouvrage, investisseur immobilier (Retraites Populaires) et
exploitant (Reliva).
Christoph Glutz (Reliva) a présenté ce projet novateur en
Suisse qui s’adresse à des patients aptes à assurer leur quotidien,
éventuellement avec l’aide d’un proche, et ne nécessitant pas
de suivi et de traitement médical en chambre. Si la priorité est
donnée aux patients et à leurs accompagnants (graphique 1), les
capacités résiduelles pourront être mises en marché pour des
hôtes tiers.
Cette forme d’hébergement, à l’intersection des compé­
tences hospitalo­hôtelières, permet de répondre à certains défis
propres au secteur hospitalier (par exemple libération de lits en
Patients traités pour soins aigus
(selon Swiss DRG)
2
Patients ambulatoires avec prestations hôtelières
(statut maison de cure selon santésuisse)
3
Accompagnants du patient
(service rooming-in)
4
Patients assumant eux-mêmes les côuts
de leur hospitalisation
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Source : Présentation Christoph Glutz, 27.11.2014, Berne
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Graphique 1 Segments de clientèle
100 %
Graphique 2 Vision
Défis pour l’hôpital
– Introduction de Swiss DR G
– Nouvelles conditions de financement
– Augmentation des ex igences des patients
– Nombre croissant de patients
– Besion de ré novations des bâ timents
Augmentation
des coûts,
de la concurrence
et des investissements
Vision Reliva
– Prestations de soins adapté es au patient
– Optimisation de la gestion patient
– E conomies financiè res pour l’ hô pital
– M odè le de financement/ ex ploitation privé
Hôtel Patients
en collaboration
avec l’hôpital
partenaire
– Nouvelle construction
Source : Présentation Christoph Glutz, 27.11.2014, Berne
soins aigus) et de mettre en valeur des savoir­faire et des res­
sources pouvant être fournies par le secteur privé (graphique 2).
Pour l’exploitant hôtelier, il existe certes une dépendance
commerciale d’un « apporteur d’affaires » unique, qu’est l’hôpi­
tal partenaire, compensée cependant par un accès direct aux
clients. Pour l’investisseur, l’on peut supputer qu’il s’agit d’un mo­
dèle intéressant, compte tenu notamment de rendements prévi­
sibles et de rapports contractuels à long terme. Bien gérée, la re­
lation quasi symbiotique qui doit exister entre les deux prestataires
(médical et hébergement) est dans l’intérêt des patients et hôtes,
en termes de sécurité, de qualité et de coûts. L’hôtel pour pa­
tients est un exemple typique d’apport de volumes d’affaires et
de fréquences touristiques (nuitées) par la coopération avec un
autre secteur industriel ou commercial.
Synthèse
Cette avant­première du SHIF a permis de dégager, certains di­
ront de rappeler (mais cela est aussi parfois utile, nécessaire et
bienvenu !), quelques vérités.
21 % des chambres hôtelières en Suisse disposent d’un
brand alors qu’en Europe ce pourcentage est de 41 % et ascende
même à 65 % aux Etats­Unis. A relever qu’en Autriche le nombre
n’est que faiblement plus élevé qu’en Suisse avec 27 % (gra­
phique 3). Nous sommes donc loin d’une standardisation et
d’une internationalisation de l’offre d’hébergement risquant de
dénaturer notre image et notre positionnement touristique. Bien
au contraire. Une croissance raisonnable des chambres disposant
d’un brand, surtout dans les régions touristiques traditionnelles,
serait un objectif censé. Outre l’apport de modèles d’affaires avé­
rés, l’on peut en escompter un meilleur accès à des marchés et
des segments de clientèles spécifiques.
Quel que soit le projet, le modèle d’affaires est déterminant
pour son succès et sa durabilité. L’ingénierie financière peut
contribuer à trouver des investisseurs et bailleurs de fonds en sé­
curisant le montage financier et en optimisant, à la marge, la ren­
tabilité globale. Par contre, aucun montage financier ne saurait
dissimuler ou se substituer à une rentabilité insuffisante.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
La capacité de se projeter dans l’avenir et de s’interroger sur
la résilience et la flexibilité de son modèle d’affaires ne relève pas
d’une quelconque futurologie béate. Mais bien au contraire d’un
exercice salutaire pour une branche dont les coûts d’investisse­
ments sont élevés et les besoins de réinvestissements perma­
nents. Dans le même esprit, le développement de coopérations
latérales, pour s’assurer des fréquences générées par des sec­
teurs économiques non directement touristiques, mérite qu’on y
porte une attention permanente, y compris dans les régions tou­
ristiques traditionnelles.
Du point de vue des investisseurs et observateurs étrangers,
la place économique et touristique suisse demeure attrayante et
jouit de potentiels de développement. Il nous appartient de culti­
ver minutieusement et avec respect ce capital de sympathie et
d’attractivité et d’afficher plus de confiance en nos forces.
91
Graphique 3 Le marché hôtelier suisse en comparaison
Source : Présentation Dennis Spitra, STR Global, 27.11.2014, Berne
Zusammenfassung
Beim Swiss Hospitality Investment Forum geht es nicht bloss darum, eine weitere neue Networking­Plattform zu erschaffen. Viel­
mehr geht es darum, Frauen und Männern ebenso wie Institutionen und Ideen die Möglichkeit der Begegnung, der Auseinander­
setzung oder gar des Aufeinanderprallens zu geben, um Investitionen zu tätigen und konkrete neue Projekte anzugehen.
Die Fähigkeit, Kapital mit «futuristischen» und nachhaltigen Konzepten zu mobilisieren, stellt eine entscheidende Herausforde­
rung dar. Attraktive und vielversprechende Businessmodelle sind zwar wichtig, genügen aber nicht. Die wirtschaftlichen, politi­
schen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind ebenso bedeutend wie die private Initiative.
Sich über die Zukunft Gedanken zu machen und sich zu fragen, wie beständig und flexibel das eigene Geschäftsmodell ist, hat
nichts mit naiver Zukunftsforschung zu tun. Im Gegenteil. Es ist eine heilsame Übung für eine Branche mit hohen Investitions­
kosten und ständigem Bedarf an Reinvestitionen. Zudem sind laterale Kooperationsbeziehungen sorgfältig zu prüfen und zu ent­
wickeln – auch in den klassischen Touristikgebieten –, um die Übernachtungen zu sichern, die in nicht unmittelbar touristischen
Wirtschaftssektoren generierten werden.
Aus Sicht ausländischer Investoren und Beobachter bleibt die Schweiz als Wirtschaftsstandort und Tourismusregion attraktiv und
hat weiterhin Potenzial. Unsere Aufgabe ist es, dieses Sympathie­ und Attraktivitätskapital mit aller Sorgfalt und mit Respekt zu
pflegen und dabei noch stärker auf unsere Kraft zu vertrauen.
92 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
et optimiser la structure du financement pour une flexibilité op­
timale. Il s’agit aussi de s’assurer qu’un dossier de demande de fi­
nancement est présenté à un éventail le plus large possible de
bailleurs de fonds.
ANNE CHESEAUX pro ressource – Finanzierungsoptima
Potentiel d’innovation dans
le financement
Un financement global plutôt en diminution
Par rapport à d’autres activités économiques, l’industrie hôtelière
présente un rythme d’innovation plutôt lent. L’amélioration du
confort (arrivée de l’électricité, sanitaires, design), de certains
processus de travail et l’introduction des canaux de distribution
électroniques ont certes marqué des étapes importantes du dé­
veloppement de la branche, mais on n’a pas assisté à des phéno­
mènes d’industrialisation massifs. Le financement hôtelier ne fait
pas exception : le recours aux sources de financement tradition­
nelles reste la solution principale pour la couverture des besoins
de fonds. Une des raisons réside certainement dans le fait que
traditionnellement, surtout dans l’hôtellerie de loisirs, la question
essentielle était de boucler le financement. Le fait de pouvoir né­
gocier les conditions et optimiser la structure de financement
s’avérait dans ce contexte plutôt difficile. De plus, la branche lutte
depuis des années contre une image négative auprès des finan­
ciers. Le risque perçu pèse sur la charge de financement.
La présente contribution veut mettre en évidence quelques
pistes de réflexion sur la façon d’améliorer le positionnement de
l’industrie hôtelière face aux bailleurs de fonds, sur la possibilité
d’accéder à de nouvelles sources de financement et sur les condi­
tions nécessaires pour accéder à ces fonds. Un parallèle avec le
financement dans le domaine de la santé sera établi. La question
n’est pas tant d’augmenter le LTV (loan to value) accepté par la
branche, soit env. 50 à 60 %, avec des pointes plus élevées dans
le cas d’établissements bénéficiant de prêts cantonaux ou de la
Société suisse de crédit hôtelier SCH, mais bien plutôt de tout
mettre en œuvre pour réduire les coûts de financement existant
Le graphique suivant (figure 1) montre qu’entre 1997 et 2014, les
limites de crédit accordées à la branche de l’hôtellerie et de la res­
tauration ont passé de 12,5 à 10,3 milliards de francs (–17,5 % ; à
lire sur l’échelle de gauche). Ramené au nombre de chambres,
cela correspond à un endettement par chambre d’environ
85 000 francs en 1997 et de 73 000 francs actuellement (–14 % ;
à lire sur l’échelle de droite), sachant que le nombre de chambres
a passé de 145 000 à 140 000 sur la même période. Il faut cepen­
dant se souvenir que la crise immobilière a sévi à la fin des années
1990 et que la dette de nombreux hôtels dépassait leur capacité
de financement. Jusqu’en 2005, on peut certainement parler
d’une période de correction (la dette par chambre est descendue
à 64 000 francs). Une phase d’augmentation a suivi jusqu’en
2011, puis une nouvelle correction (crise financière, avec un cer­
tain décalage, cours du franc suisse). Les années 2013 et 2014
ont été certainement marquées par la votation sur les résidences
secondaires. Selon les chiffres publiés par la Fédération suisse du
Tourisme1, le volume d’investissement dans la branche a connu
un pic en 2007 (près de 1,2 milliard de francs) avant de se stabi­
liser en 2012–2013 à environ un milliard de francs, niveau auquel
se situent aussi les prévisions du BAKBASEL jusqu’en 2019.
Pour aller plus loin dans l’interprétation de ces chiffres, nous
avons tenté d’estimer à quel ratio d’endettement correspondait
le chiffre de 73 000 francs par chambre, ou comment il se situe
par rapport à la valeur de rendement. Selon les ratios appliqués
par la branche, il ne devrait pas se situer au­delà de 50 à 60 % de
1
Fédération suisse du Tourisme (2014) : Le tourisme suisse en chiffres
2014, p. 23.
Figure 1 Evolution des crédits accordés à l’hôtellerie et la restauration
14 000
100 000
90 000
80 000
10 000
70 000
60 000
8 000
50 000
6 000
40 000
30 000
4 000
20 000
2 000
10 000
0
0
1997
Limites
1998
1999
Utilisation
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
Dette par chambre
Source : BNS, Bulletin mensuel de statistiques économiques décembre 2014, Office fédéral de la statistique
2011
2012
2013
2014
en CHF
en millions de CHF
12 000
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
la valeur de rendement. Nous ne pouvons travailler ici que sur des
approximations, basées sur l’analyse de diverses estimations de
valeur de rendement d’hôtels. Nous avons estimé cette valeur à
une moyenne de l’ordre de 160 000 francs, soit un ratio LTV (loan
to value) de moins de 50. Il s’agit là bien sûr d’une valeur très ap­
proximative, et une moyenne, mais qui montre que sur l’en­
semble des exploitations, on est loin d’un surendettement. Par
conséquent, il existe une marge d’optimisation.
Préparer un dossier de financement
Le cliché selon lequel les instituts de financements ne montrent
que peu d’enthousiasme lorsqu’il s’agit de financer une opéra­
tion hôtelière, voire n’acceptent même pas le dossier, reste tou­
jours bien présent. Notre expérience montre cependant que les
portes sont très rarement fermées, au contraire de certains pays :
en Allemagne par exemple, l’hôtellerie de loisirs ne passe que
très difficilement la rampe de l’analyse. Au­delà du cliché, com­
ment passer le premier seuil de méfiance du partenaire financier
et l’intéresser de manière objective à une demande de finance­
ment hôtelier ?
Notre pratique professionnelle nous a appris à anticiper les
questions et soucis d’un banquier, sachant que la plupart du
temps, il devra défendre un tel dossier devant un organisme in­
terne d’analyse de crédit. Les chances de succès sont considéra­
blement augmentées par la présentation d’un dossier complet et
structuré, établi par un professionnel tiers, qui prenne en compte
les attentes du banquier. Nous avons par exemple établi un tel
dossier à la demande d’un propriétaire qui avait essuyé un pre­
mier refus. Les banques ont alors accepté de rouvrir le dossier et
de soumettre une offre ferme. Le professionnel indépendant
connaît les contacts de référence à l’intérieur d’une banque.
D’autre part, la présentation d’un dossier structuré permet aussi
d’élargir la palette des instituts intéressés.
Pour activer des sources de financement alternatives, un ra­
ting indépendant établi par une agence reconnue permet aux
investisseurs institutionnels de se faire une idée du risque et de
valider l’engagement par rapport à leur règlement.
Le processus de structuration du financement
Lorsque les premières offres arrivent, on se concentre trop sou­
vent sur le prix, soit le taux indiqué, et on néglige de valoriser la
flexibilité et de prendre en considération les coûts cachés dans les
marges non communiquées et les frais (frais de dossier, frais de
montage, frais sur les lignes de crédit mises à disposition mais
non tirées, pénalités). Or il faut décortiquer en détail tous ces élé­
ments et rendre les offres transparentes et comparables, dans le
cadre de la stratégie de financement.
Définir une stratégie de financement vise à assurer que l’on
dispose d’un financement de niveau adapté, ni trop élevé ni in­
suffisant, et de quantifier son profil de risque sur les taux, pour
configurer une couverture adéquate. Cela implique d’une part de
disposer d’une planification à long terme qui permette de visua­
liser les flux de fonds en fonction des investissements et des
cash­flows futurs et ainsi d’estimer le besoin en capital. D’autre
part, il faut se constituer une opinion sur l’évolution des taux
93
pour décider de la répartition des montants à taux fixe ou garanti
et à taux variable.
Les banques peuvent intervenir avec divers instruments, tels
que les hypothèques variables, les hypothèques fixes ou les hy­
pothèques Swap, éventuellement avec un début différé. L’instru­
ment de l’hypothèque fixe est bien connu et fréquemment utili­
sé. Son avantage principal réside naturellement dans la sécurité
qu’il donne sur la charge financière et sa simplicité. Il a cependant
deux désavantages principaux : les coûts et le manque de flexi­
bilité. La constitution du prix n’est pas transparente et le coût de
refinancement que la banque refacture est plus élevé (engage­
ment à long terme) que sur une hypothèque variable. Le fait que
des tranches de remboursement soient prévues et réduisent les
coûts de refinancement de la banque n’est pas redonné au client.
En outre, l’hypothèque fixe manque de flexibilité en cas de rem­
boursement anticipé (pénalité importante). L’hypothèque va­
riable, basée sur le Libor, s’avère bien plus avantageuse actuelle­
ment, mais ne protège pas de la variation des taux. Pour profiter
des avantages des deux instruments et en particulier allonger la
durée de couverture, une hypothèque SWAP peut être mise en
place. Il s’agit cependant d’un produit dérivé, qui doit être bien
compris.
Les investisseurs institutionnels disposent de fonds impor­
tants qu’ils cherchent à investir à long terme, en général dans de
l’immobilier résidentiel. L’hôtellerie n’appartient certes pas à leur
cible d’investissement traditionnelle, bien que son cycle d’inves­
tissement corresponde au profil recherché. Par contre, l’excès de
liquidités actuel combiné à une plus grande professionnalisation
des demandes offre un potentiel d’investissements. Il est bien
réel dans le domaine de la santé, avec des instruments tels que
la reconnaissance de dette. Les hôpitaux et cliniques disposent
certes d’une garantie souvent uniquement implicite. Cependant,
avec un rating positif et des règlements d’investissement adé­
quats, une exploitation hôtelière peut profiter de ce type d’enga­
gement.
Pour des financements supérieurs à 50 millions de francs
(par exemple le refinancement d’un portefeuille d’hôtels), le mar­
ché du capital est ouvert. A notre connaissance, aucun hôtel n’a
en tous les cas ces dernières années émis d’obligation. Or sur la
base d’un rating et dans le respect des conditions de reporting fi­
nancier, rien ne s’oppose théoriquement à cette voie. Un hôtel al­
lemand a émis à fin septembre 2014 un emprunt obligataire de
25 millions d’euros sur cinq ans, avec un taux de 6,5 % pour un
rating de BBB–.
Une fois les sources potentielles de financement identifiées,
il faut établir des modèles décisionnels combinant les diverses
sources, les durées et les couvertures de taux dans divers scéna­
rios d’évolution du coût de l’argent. Ces modèles sont com­
plexes, mais leur résultat permet de prendre les décisions perti­
nentes.
Analyser toutes les sources d’amélioration
Dans une industrie en lutte pour le maintien des marges d’exploi­
tation visant la pérennité de l’entreprise, toutes les sources
d’amélioration potentielle de la rentabilité doivent être analysées.
94 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Si beaucoup d’efforts ont été entrepris du côté des revenus et des
charges d’exploitation, il est temps d’analyser si les charges finan­
cières peuvent être réduites. Il en va non seulement de la charge
représentée par l’endettement mais également de la gestion glo­
bale de la dette comme une partie de la stratégie de l’entreprise
pour assurer ses investissements à long terme. L’hôtellerie d’af­
faires, soumise à moins de volatilité que l’hôtellerie de vacances
et plus souvent organisée avec une délégation du management,
dispose certes de cartes à priori plus favorables pour profiter de
l’environnement financier actuel. Cependant, les établissements
orientés vers le tourisme de loisirs ne doivent en aucun cas lais­
ser passer l’occasion de repenser aussi la structure de leur dette
et les coûts des fonds étrangers. L’hôtellerie reste pour les inves­
tisseurs un segment perçu comme volatile, mais en professionna­
lisant la gestion du financement, certains seuils peuvent être ré­
duits.
Zusammenfassung
In der Schweiz haben Kapitalgeber wenig Vertrauen in die Hotellerie. Das dürfte einer der Hauptgründe sein, weshalb nur selten
alternative Finanzierungsquellen zum Zug kommen und der Wettbewerb zwischen den Finanzinstituten kaum spielt. In einem Um­
feld historisch tiefer Zinsen und hoher Liquidität sind mehr denn je neue Ideen und Wege gefragt, die der Hotellerie den Zugang
zu Krediten vereinfachen.
Die Beträge, die gemäss Schweizerischer Nationalbank SNB den Hotelbetrieben geliehen werden, zeigen, dass die Hotellerie im
Schnitt keine verschuldete Branche ist. Obwohl die Schuldenquote unter 50 Prozent liegt, öffnen sich die Türen der Banken aber
nur schwer. Wer ein Hoteldossier präsentiert, hat häufig mit Vorurteilen zu kämpfen. Die Erfahrung zeigt, dass die Finanzierungs­
anträge vielfach formale und inhaltliche Mängel aufweisen. Es empfiehlt sich deshalb, die Dossiers so zu strukturieren, dass sie
die Arbeit der Banken erleichtern und die Fragen der Finanzpartner so gut wie möglich antizipieren. Auch wenn für den Zugang
zum Kapitalmarkt und zu institutionellen Anlegern ein bestimmtes Rating zwingend ist, müssen diese Quellen für wichtige Finan­
zierungen in Betracht gezogen werden. Es ist Zeit, die Finanzierung in der Hotellerie als strategische Aufgabe der Unternehmens­
führung anzusehen. Wird diese Aufgabe systematisch angegangen, lässt sich die finanzielle Belastung verringern.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
95
Best Practice:
Alternative Finanzierungen für kleinere Hotels
Aufgrund gesetzlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen wird es für Hotels immer
schwieriger, ein klassisches Bankdarlehen zu erhalten. Zudem finanziert eine Bank in der Regel
nur bis 60 Prozent des Immobilienwertes. Alternativen und Ergänzungen können Crowdfunding,
flexible Finanzierungsmodelle, Gelder von Stiftungen und der öffentlichen Hand sein.
Im Folgenden werden drei erfolgreiche Beispiele für alternative Finanzierungen präsentiert.
THERES L AGLER htr hotel revue
Beispiel Hotel Ofenhorn: Geld für Pionierbetrieb
Das Hotel Ofenhorn im Binntal (VS) stammt aus der Gründerzeit
der Schweizer Hotellerie: Es wurde im Jahr 1883 eröffnet. Hun­
dert Jahre später – im Jahr 1985, um genau zu sein – stand das
Hotel vor dem Aus. Vom Abriss der Liegenschaft war die Rede,
vom Umbau in Ferienwohnungen oder der Errichtung eines Zen­
trums für transzendentale Meditation. Doch glücklicherweise
kam alles anders.
Die Genossenschaft Pro Binntal, die 1986 gegründet wurde,
übernahm den Betrieb und verhinderte damit seine Schliessung.
Seither sorgt sie für die Erhaltung und die fachgerechte Restau­
rierung des Hotels. Das kostet Geld. Geld, das zuerst zusammen­
getragen werden muss. «Das Hotel Ofenhorn erwirtschaftet nur
genug, um den laufenden Unterhalt zu gewährleisten und aus­
rangierte Apparate, wie etwa Waschmaschinen, zu ersetzen», er­
läutert Andreas Weissen, Präsident der Genossenschaft. «Sobald
wir grössere werterhaltende Investitionen tätigen, brauchen wir
zusätzliche Mittel.» In diesem Punkt sei das Hotel Ofenhorn in ei­
ner ähnlichen Situation wie viele Berghotels.
Finanzielle Unterstützung von Stiftungen, Loterie
Romande und Denkmalpflege
Bisher gelang es immer, die nötigen Mittel aufzutreiben. Nach
der Aussenrenovation in den 1990er­Jahren widmete sich die
Genossenschaft Pro Binntal der Innenausstattung. 4,3 Mil­
lionen Franken steckte die Genossenschaft von 2006 bis 2013
in den Einbau einer Holzschnitzelheizung und die Restaurierung
des Speisesaals, des Empfangsbereichs und der Korridore. Zu­
dem wurden 17 Zimmer im Stil der Belle Epoque hergerichtet
und teilweise mit modernen Nasszellen ausgestattet. Die
1100 Genossenschafter leisteten einen namhaften Beitrag, um
diese Modernisierungen zu finanzieren. Hinzu kamen hohe Zu­
stüpfe von mehreren Stiftungen und von der Loterie Romande
( Tabelle 1). «Die Loterie Romande versteht sich als Kulturför­
derin», erklärt Weissen. «Die finanzielle Unterstützung des Ho­
tels Ofenhorn in Binn, wie zuvor schon jene des Gastbetriebs
Stockalperturm in Gondo, waren denkmalpflegerisch begrün­
det. Beide Gebäude haben einen kulturhistorischen Wert», so
Weissen. Der Loterie Romande sei wichtig gewesen, dass die
Tabelle 1 Innenausbau für 4,3 Mio. (2006–2013)
Stiftungen
1 200 000 CHF
Gönner
435 000 CHF
Loterie Romande
950 000 CHF
Kanton Wallis (Denkmalpflege)
350 000 CHF
Genossenschaft
609 000 CHF
IHG­Darlehen
Total
Fehlbetrag
520 000 CHF
4 064 000 CHF
ca. 250 000 CHF
Quelle: Genossenschaft Pro Binntal
gesamte Innenrestaurierung in enger Zusammenarbeit mit der
kantonalen Denkmalpflege erfolgte.
Künftige Investitionen müssen warten
Weitere Arbeiten stehen an. «Wir haben zusätzliche Investitio­
nen in der Höhe von rund einer Million Franken zu tätigen», stellt
Weissen in Aussicht. Aus Gründen des Brandschutzes müsse
das Treppenhaus überholt werden. Zudem seien die letzten acht
Zimmer zu restaurieren. Ein Zeitplan steht noch nicht. «Wir ha­
ben eine Pause eingelegt, da wir noch rund 200 000 Franken
Schulden bei der Bank haben», hält Weissen fest. Die Genossen­
schaft Pro Binntal handle «altmodisch». Sie gebe nur Geld aus,
wenn sie es in der Tasche habe. Schon jetzt ist aber klar, dass es
sich für die Genossenschaft gelohnt hat, voll auf die Karte «His­
torisches Hotel» zu setzen. Das «Ofenhorn» konnte in den letz­
ten zehn Jahren die Zahl der Logiernächte um 50 Prozent stei­
gern und den Umsatz auf eine Million Franken verdoppeln. Einen
wichtigen Anteil am Erfolg haben gemäss Genossenschaftspräsi­
dent die Vermarktungskanäle der Swiss Historic Hotels und der
Schweizer Pärke. «Es gibt in der Schweiz weitere Hotels mit wert­
voller historischer Substanz. Für die kann das Hotel Ofenhorn
durchaus inspirierend sein», findet Weissen. Für eine Genossen­
schaft brauche es Leute, die bereit seien, viel Wissen, Herzblut
und Freizeit in ein Hotel zu stecken.
96 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
GERHARD LOB htr hotel revue
Beispiel Hotel Helvetia: Eine Perspektive für die Zukunft
Die Familien Grond führen das Hotel Helvetia im südbündneri­
schen Müstair bereits in der vierten Generation. Eine Situations­
analyse machte vor einigen Jahren klar, dass eine wirtschaftliche
Perspektive nur gegeben ist, wenn sich das Hotel erneuert und
erweitert und zu einem 3­Sterne­Haus umgebaut wird.
Jahrelang beschäftigten sich die Familien mit dem Ausbau
von 34 auf 50 Betten, vor allem aber mit dessen Finanzierung.
Ein Business­Plan wurde erstellt. Manchmal erschien es, als ob
sich der Traum nie erfüllen lasse. «Das Problem war vor allem das
Eigenkapital», meint Anita Grond. Bei Hotelbetrieben der Mittel­
klasse sind die Banken zurückhaltend. Häufig wird eine Eigenka­
pitaldecke von 30 Prozent gefordert. Diese ist aber meist nicht
vorhanden, weil die Betriebe keine grosse Rendite abwerfen. Da
ist guter Rat teuer, namentlich wenn das Projekt, wie im Fall des
Hotels Helvetia, gut 3 Millionen Franken kostet.
Kanton löste einen Dominoeffekt aus
Glücklicherweise erhielten die Hoteliers Unterstützung von einer
Person, die ihnen half, den Kanton Graubünden um eine Finan­
zierungsbeihilfe zu ersuchen. Tatsächlich bewilligte der Kanton
ein verzinstes Darlehen in Höhe von 250 000 Franken und einen
A­fonds­perdu­Beitrag von 50 000 Franken. «Danach war es wie
beim Domino», sagt Anita Grond. Türe um Türe öffnete sich. Die
Hausbank des Hotels sowie die Schweizerische Gesellschaft für
Hotelkredit (SGH) gewährten die nötigen Kredite beziehungs­
weise Darlehen. Zudem leistete die Schweizer Berghilfe einen
einmaligen Zustupf. Allerdings war laut Anita Grond viel Büro­
kratie mit den Anträgen verbunden.
Die Zusage des Kantons Graubünden, auch wenn es sich da­
bei nur um eine subsidiäre Finanzierung handelte, war eine Art
Gütesiegel für das Projekt. «Die Messlatte für die Bewilligung sol­
cher Projekte ist hoch», sagt Eugen Arpagaus, Leiter des kanto­
nalen Amtes für Wirtschaft und Tourismus (AWT). Im Rahmen
des Wirtschaftsentwicklungsgesetzes gebe es diese Fördermög­
lichkeit. Doch sie komme lediglich in sehr wenigen Fällen – zwei
bis vier pro Jahr – zum Tragen. Dabei würden nur Investitionspro­
jekte unterstützt, die für die wirtschaftliche und touristische Ent­
wicklung einer ganzen Region wichtig seien. Beim Hotel Helvetia
handelt es sich um den grössten Beherbergungsbetrieb im Val
Müstair. Das Projekt sei für die touristische Entwicklung der Bio­
sfera Val Müstair und des gesamten Münstertals von Bedeutung.
Ein Modellprojekt für die Schweizer Berghilfe
Ähnlich argumentiert die Schweizer Berghilfe, die dem Hotel
Helvetia einen einmaligen Beitrag zukommen liess. Sie macht ihre
Unterstützung unter anderem davon abhängig, ob für ein aus­
sichtsreiches Projekt eine Finanzierungslücke besteht. «Ein sol­
ches Hotel muss in einem Berggebiet, aber nicht in einem touris­
tischen Zentrum, liegen», hält Berghilfe­Sprecher Ivo Torelli fest.
Als touristische Zentren sind Orte definiert, die mehr als
100 000 Übernachtungen pro Jahr generieren. «Aus unserer Sicht
ist das Hotel Helvetia ein Modellprojekt», bilanziert Torelli. Der ge­
naue Betrag wird bei privaten Empfängern nicht kommuniziert.
Dank dieses Finanzierungspuzzles konnten die Gronds
schliesslich in die konkrete Bauphase gehen. Am 23. September
2014 wurde das Gerüst gestellt. Jetzt werden neue Zimmer ge­
schaffen, bestehende modernisiert, ein Lift eingebaut und das
Hotel rollstuhlgängig ausgestattet. Dazu kommen noch ein Mas­
sage­ sowie ein Fitnessraum. Im Juni 2015, rechtzeitig zur Som­
mersaison, wird das Haus in neuem Glanz erstrahlen. Abgesehen
von vier Wochen ist das Hotel während der ganzen Umbauzeit
geöffnet. In diesen vier Wochen werden die Toiletten, das Res­
taurant, die Réception sowie der Speisesaal umgebaut.
Für Anita Grond ist es enorm wichtig, dass das Hotel Helve­
tia einen Quantensprung schafft, auch weil das Val Müstair in di­
rekter Konkurrenz zum benachbarten Südtirol steht: «Dort inves­
tieren die Hotels intensiv in eine bessere ‹Hardware›.» Die Kunden
hätten sich deshalb an einen hohen Standard gewöhnt. Auch für
die Hoteliers ist ein umgebautes Haus ein wichtiger Stimulus: «Es
gibt Freude und Elan für die Zukunft.»
ANDREAS GÜNTERT htr hotel revue
Beispiel Hotel Militärkantine: Geld von Privaten
Beim ersten Blick in die Bilanz der «Militärkantine» zeigt sich der
buchhalterische Courant normal. Spätestens beim Passiv­Posten
«Kissen­Darlehen» aber wird klar: Hier haben findige Unterneh­
mer offenbar alternative Wege eingeschlagen, um an Kapital he­
ranzukommen.
Als sich ein Ostschweizer Quereinsteiger­Quartett im Jahr
2010 daran machte, die über 100 Jahre alte St. Galler Offiziers­
kaserne – den «Kastanienhof» – in ein Restaurant plus Hotel mit
21 Zimmern umzubauen, erntete man behördlichen Goodwill.
Und eine städtische Kapitalspritze von 6 Millionen Franken für
die Sanierung des Hauses, die beim Parlament und an einer
Volksabstimmung 2012 den demokratischen Segen fand.
Dividende in Form von Vergünstigungen
Schnell wurde klar: Auch mit einem Darlehen der Stadt St. Gallen
sowie einem Bankdarlehen (Tabelle 2) blieb eine Kapitallücke von
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015
1,5 Millionen Franken, welche die vier Initianten selber füllen
mussten. Das Quereinsteiger­Quartett ersann dazu eine alterna­
tive Finanzierungsform, die auch für Kleininvestoren erschwing­
lich sein sollte: Per Broschüre wurden diese eingeladen, sich mit
«Zimmer­Aktien» (2000 Franken), «Bett­Darlehen» (3000 Fran­
ken) oder «Kissen­Darlehen» (500 Franken) am Umbau zu betei­
ligen. Dabei handelt es sich um Investitionen, deren Rendite nicht
wie üblich aus Dividenden oder Zinsen besteht. Für ein «Kissen­
Darlehen» etwa kann sich ein Investor während sechs Jahren
einmal jährlich im Wert von 95 Franken in der «Militärkantine»
verwöhnen lassen – was einem Naturalzins von 3 Prozent ent­
spricht. «Zimmer­Aktionäre» haben bei gutem Geschäftsgang
Anspruch auf eine angemessene Dividende und erhalten bei
Übernachtungen 10 Prozent Ermässigung auf den Zimmerpreis.
Wer ein «Bett­Darlehen» sprach, wird mit einem jährlichen Bar­
zins von 2 Prozent entschädigt – oder man wandelt diesen Bar­
zins in Essen, Getränke und Übernachtungen um, was dann mit
3 Prozent der Investition belohnt wird.
Die Idee «Darlehen mit Naturalrendite» führte zum Erfolg:
Die vier Initianten, die selber auch investiert haben, fanden ihr
Publikum. Rund 400 Kleininvestoren schenkten dem Projekt ihr
Vertrauen. Die meisten Geldgeber stammten dabei aus dem
Raum St. Gallen; durch persönliche Beziehungen gesellten sich
aber auch Investoren aus Tel Aviv und Berlin dazu.
Tabelle 2 Hotel-Umbau St. Galler «Militärkantine»
«Zimmer­Aktien»
1 000 000 CHF
«Bett»­ und «Kissen­Darlehen»
500 000 CHF
Darlehen Stadt St. Gallen
500 000 CHF
Bankdarlehen
Total
400 000 CHF
2 400 000 CHF
97
SGH hat beraten, nicht finanziert
«Wir machten das Projekt zunächst in unserem Umfeld bekannt,
von dort aus wurde es per Mundpropaganda weitergetragen», er­
zählt Jacques Erlanger. Der gelernte Soziologe und vormalige Ge­
schäftsführer des St. Galler Kunst­ und Kulturwirtschaftszentrums
Sitterwerk ist im Führungsquartett für die Hotellerie zuständig.
Beim ganzen Projekt, sagt Erlanger, habe die Schweizerische Ge­
sellschaft für Hotelkredit SGH «eine wesentliche Rolle gespielt».
Zwar darf die SGH gemäss ihren Richtlinien keine städtischen Pro­
jekte finanzieren, doch sie trat im Fall der «Militärkantine» in be­
ratender Form auf. «Wir sorgten für den Support im Hintergrund»,
erklärt Michael Kauer, Leiter Beratung bei der SGH. «Wir prüften
den Business­Plan und erstellten ein Dokument, mit welchem
Stadt und Kanton arbeiten konnten.» Diese Expertise und Plausi­
bilisierung sei sehr wertvoll gewesen, erinnert sich Erlanger.
Zwar waren Bilanzgrössen wie «Kissen­Darlehen» auch für
den SGH­Experten buchhalterisches Neuland. Im Falle der St. Gal­
ler «Militärkantine» aber habe sich dieser Ansatz als ebenso kre­
ative wie stimmige Finanzierungsart gezeigt, sagt Kauer: «Oft
sieht man es in der gehobenen Gastronomie, dass Stammgäste
à fonds perdu beispielsweise einen Stuhl ‹kaufen› und so ein Pro­
jekt mitfinanzieren. Mit diesen Bett­ und Kissen­Darlehen aber
werden Investoren an das Objekt gebunden, was einer sehr
nachhaltigen Form der Investition entspricht.»
Erlanger würde das Projekt wieder stemmen, auch wenn es
eine «sehr anspruchsvolle Sache» war: «Wir waren nicht naiv,
aber es war schon eine mutige Angelegenheit.» Allfälligen Nach­
ahmern empfiehlt er, genügend Zeit einzurechnen: «Wir dachten
zunächst, dass wir das Projekt in zweieinhalb Jahren durchziehen
könnten. Doch dann wurden über vier Jahre daraus, bis wir im
Sommer 2014 eröffnen konnten.» Erlangers Konklusion, die
wohl auch für Akteure gilt, die ohne Zimmer­Aktien, Bett­ und
Kissen­Darlehen bilanzieren: «Sorgfältig und schnell passen eben
nicht zusammen.»
Quelle: Hotel Militärkantine
Résumé
Financements participatifs, modèles de financement flexibles ou allocation de fonds par des fondations ou les pouvoirs publics, telles
sont aujourd’hui les solutions alternatives ou complémentaires aux crédits bancaires classiques. En voici quelques exemples concrets :
L‘Hôtel Ofenhorn situé dans la vallée de Binn a été repris en 1986 par la coopérative Pro Binntal. Celle­ci s’est donné pour but de
préserver et de restaurer l’établissement dans le respect du patrimoine. En plus de l’apport de 1100 coopérateurs, le projet de
rénovation bénéficie du soutien de plusieurs fondations et de la Loterie Romande.
A Müstair, l’hôtel familial Helvetia a été transformé en établissement 3 étoiles. Ici, le canton des Grisons a joué un rôle primordial,
puisque le prêt qu’il a alloué au projet a produit un véritable effet domino : le banquier de l’hôtelier ainsi que la Société suisse de
crédit hôtelier SCH ont en effet octroyé ensuite les crédits nécessaires. Relevons encore le coup de pouce, sous forme d’un mon­
tant unique, de l’Aide suisse aux montagnards, qui a reconnu au projet un caractère exemplaire.
En Suisse orientale, quatre personnes étrangères à la branche ont forgé en 2010 le projet de transformer la bâtisse plus que cen­
tenaire de la caserne des officiers de Saint­Gall – le « Kastanienhof » – pour en faire un hôtel­restaurant de 21 chambres. Le pro­
jet a reçu un accueil très enthousiaste, mais après l’obtention d’un prêt de la ville de Saint­Gall et d’un crédit bancaire, il restait
encore à trouver 1,5 million de francs pour les travaux. Le besoin de financement a été comblé grâce au soutien de 400 petits in­
vestisseurs, lesquels ont souscrit des « actions­chambres », « des prêts­lits » ou des « prêts­oreillers » et sont rémunérés aujourd’hui,
non pas sous forme d’intérêts ou de dividendes, mais en bons et en rabais sur les nuitées.
Buchungs- & Bewertungsportale
Portails de réservation &
d’évaluation
ROL AND SCHEGG UND MICHAEL FUX Institut für Tourismus,
–
HES­SO Wallis
Zufriedene Gäste sorgen für
starke Performance
Kundenbewertungen sind heute für den touristischen Erfolg mit­
entscheidend. Denn das Internet hat bei den Reisenden einen
hohen Stellenwert. In der Schweiz bucht jeder zweite Kunde
seine Ferien online.1 Touristen vertrauen den Informationen der
Anbieter nicht mehr blind, sondern stützen sich bei der Reise­
planung zunehmend auf Online­Informationsquellen und auf
Erfahrungen und Einschätzungen anderer Kunden. In einer ak­
tuellen deutschen Studie gaben 96 Prozent aller Befragten an,
dass Hotelbewertungen für ihre Reiseplanung «wichtig», «sehr
wichtig» oder sogar «unerlässlich» sind.2
Diese Entwicklung ist vor allem bei Erfahrungsprodukten,
wie sie im Tourismus und der Gastronomie typisch sind, von ho­
her Bedeutung. Um sich in der Informationsmenge zu orientie­
ren, nutzen Kunden den «social proof» (denn Menschen orien­
tieren sich an anderen Menschen) von Bewertungsplattformen
wie TripAdvisor oder HolidayCheck. Aber auch soziale Netzwer­
ke wie Facebook sowie Online­Reisebüros (Online Travel Agen­
cies OTA) mit eigenen Kundenreviews wie booking.com, Expedia
oder HRS spielen beim Kaufentscheid eine zentrale Rolle.
– Tripadvisor.com ist bei den Bewertungsplattformen in der
Hotellerie die Nummer 1 weltweit. Ende 2014 bot diese Platt­
form über 200 Millionen Reviews (Anfang 2013 waren es erst
100 Millionen) zu fast einer Million Beherbergungsbetrieben.
Die Website von TripAdvisor zählte monatlich über 300 Mil­
lionen Besucher.3 Eine unabhängige Befragung von weltweit
12 000 Reisenden durch PhoCusWright zeigte Ende 2013,
dass 80 Prozent der befragten Personen 6–12 Hotelreviews
auf TripAdvisor lesen, bevor sie eine Entscheidung fällen.4
1
2
3
4
Schweizerischer Reisebüro-Verband /Allianz Global Assistance Schweiz
(2014): Buchungs- und Reiseverhalten der Schweizer Bevölkerung.
Conrady, R. (2014): Customer Reviews: kaufentscheidend, glaubwürdig,
strategierelevant? ITB und Fachhochschule Worms.
www.tripadvisor.com/PressCenter-c4-Fact_Sheet.html
www.tnooz.com/article/tripadvisor-online-review-insights-phocuswright-study/
Booking.com als führendes Online­Reiseportal in der
Schweiz (70 Prozent aller Online­Buchungen5) und in Europa
ist für Kundenbewertungen ebenfalls ein wichtiger Akteur.
Ende 2014 umfasste booking.com weltweit über 41 Millio­
nen verifizierte Bewertungen für fast 600 000 Beherber­
gungsbetriebe.
Für das Qualitätsmanagement in der Hotellerie – und in der Kon­
sequenz für die Kundenzufriedenheit – sind Kenntnisse über die
Erwartungen und Bewertungen der Kunden zentral. Zum einen
beeinflussen die Online­Kommentare die Erwartungshaltung der
Gäste. Zum anderen geben sie den Anbietern Hinweise, in wel­
chen Bereichen die Qualität noch zu verbessern ist. Kritische
Kommentare können auch in die Betriebsziele einfliessen: Sie de­
finieren zum Beispiel, was in Zukunft positiv respektive nicht
mehr negativ erwähnt werden soll.
Gästezufriedenheit und Weiterempfehlungen
steigern Erfolgschancen
Es ist allgemein unbestritten, dass sich die Zufriedenheit eines
Kunden stark auf den Unternehmens­ bzw. Verkaufserfolg aus­
wirkt. In der wissenschaftlichen Literatur wird die Kunden­
zufriedenheit als wesentlicher Treiber für Weiterempfehlungen
gesehen. Diese sind wiederum eine zentrale Grösse für die Kun­
denentscheidung und somit für den Unternehmenserfolg.6
Eine 2012 von der Cornell School of Hotel Administration
publizierte Studie7 weist darauf hin, dass die Online­Kundenzu­
friedenheit den finanziellen Erfolg von Hotels direkt beeinflusst.
Die Studie zeigt, dass eine Steigerung des Global Review Index
TM (Kennzahl für Kundenzufriedenheit von ReviewPRO) um ei­
nen Prozentpunkt zu einer Preissteigerung um 0,9 Prozent (ADR),
einer Zunahme der Zimmerbelegung um 0,5 Prozent und zu ei­
nem Anstieg des RevPAR um 1,4 Prozent führt. Die positive
Online­ Reputation vergrössert nicht nur den preislichen Spiel­
raum bei Online­Verkäufen, sondern ermöglicht auch höhere
Tarife für Gruppenbuchungen und Firmen. Zudem führt eine
5
6
7
Schegg, R. (2014): European Hotel Distribution Study: The Rise of
Online Intermediaries. Special Focus Switzerland. Sierre.
Dannewald, T. & Kreis, H. (2010): Ist der Zusammenhang zwischen
Kundenzufriedenheit und Unternehmenserfolg quantifizierbar?
In: Rendtel et al. (Hrsg.). KSFE 2010.
Anderson, C. K. (2012): The Impact of Social Media on Lodging Performance. The Center for Hospitality Research, Cornell University.
100 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
hohe Online­Reputation zu einer Zunahme bei den telefonischen
Direktreservierungen.
Ob sich die Gästezufriedenheit in der finanziellen Perfor­
mance der Schweizer Hotels widerspiegelt und inwiefern Hote­
liers in eine höhere Gästezufriedenheit investieren sollen, waren
die zentralen Fragen einer Studie, die wir im Auftrag von hotelle­
riesuisse und Schweiz Tourismus erstellten.8 Die Studie analy­
sierte Kundenbewertungen (Daten von TrustYou9) in Kombina­
tion mit Kennzahlen zur Betriebsperformance. Die Daten zur
Online­Reputation deckten den Zeitraum zwischen 2008 und
2010 ab. Die Studie wertete die Daten von über 1200 Betrieben
aus und kombinierte diese mit den Performancezahlen von rund
250 Hotels. Die vielfältigen statistischen Auswertungen lieferten
wichtige Erkenntnisse im Spannungsfeld von Hotel­Manage­
ment, Dienstleistungs­ und Infrastrukturqualität sowie Betriebs­
performance.
– Die statistische Auswertung unserer Daten durch das CRED
in Bern10 mittels multipler Regressionsanalyse stützten den
vermuteten positiven Zusammenhang von Gästezufrieden­
heit und Unternehmensleistung. Gemäss den Autoren Lussi
und Bandi schlägt sich ein hoher TrustYou Score (ab einem
Wert von 84) positiv auf den RevPAR nieder, wobei zuerst
ein Indifferenzbereich überwunden werden muss (ein Be­
reich zwischen 72 und 84, in welchem ein höherer TrustYou
Score nicht mit einem höheren RevPAR zusammenhängt).
Der Zusammenhang zwischen Gästezufriedenheit und Un­
ternehmensleistung zeigt sich in der 3­Sterne­Hotellerie am
stärksten.
– Hotelbetriebe mit einer schwachen Auslastung (weniger als
35 Prozent) haben eindeutig tiefere Zufriedenheitsratings als
Betriebe mit einer höheren Auslastung. Diese Aussage gilt
auch innerhalb derselben Sternekategorie.
– Bemühungen im Bereich der Qualität zahlen sich aus. Hotels
mit einem Qualitäts­Gütesiegel des Schweizer Tourismus er­
reichten einen höheren TrustYou Score als Hotels ohne Gü­
tesiegel. Je höher die Stufe des Q­Labels ist, desto höher fällt
die durchschnittliche Benotung auf Online­Plattformen aus.
Eine verbesserte Dienstleistungsqualität hat somit einen
messbaren Einfluss auf die Kundenzufriedenheit.
– Die Hotelklassifikation korreliert positiv mit der Zufrieden­
heit der Gäste: Je mehr Sterne, desto höher der Score.
– Reviews auf Buchungsplattformen wie booking.com und
HRS, den zwei wichtigsten OTA für die Schweizer Hotellerie,
fordern Kunden systematisch zur Bewertung auf und zeich­
nen sich durch ein hohes Review­Volumen aus. Diese Re­
Schegg, R., Scaglione, M. & Fux, M. (2011): Hotel-Evaluationen und
Performance: Die Qualität der Schweizer Hotellerie aus Kundensicht,
Sierre.
9 TrustYou ist eine Firma, welche eine semantische Bewertungs-Suchmaschine für die Hotellerie entwickelt hat. TrustYou fasst sämtliche
Kundenbewertungen von Plattformen wie TripAdvisor, HolidayCheck
oder booking.com für alle Schweizer Hotels zusammen und erlaubt
detaillierte Auswertungen auf Betriebsebene. Die durchschnittliche
Zufriedenheit der Gäste wird mit dem TrustYou-Score gemessen und
liegt zwischen 0 und 100.
10 CRED (2014): Gästezufriedenheit als Einflussfaktor der Unternehmensleistung in der Hotellerie – eine explorative Analyse. Universität Bern.
8
–
views beeinflussen den TrustYou Score entscheidend und
eher in eine negative Richtung. Das heisst: Je mehr Reviews
auf booking.com, desto tiefer die TrustYou Scores. Bewer­
tungen auf Plattformen wie TripAdvisor und HolidayCheck,
welche von den Kunden mehr oder weniger spontan alimen­
tiert werden, haben einen eher positiven Einfluss auf den
TrustYou Score.
Eine klare Positionierung des Hotels, das heisst die Zuge­
hörigkeit zu einer Hotelgruppe von Schweiz Tourismus oder
zu einer Spezialisierungskategorie von hotelleriesuisse, be­
einflusst den TrustYou Score positiv. Je prägnanter die Posi­
tionierung und die Segmentierung, desto höher der Trust­
You Score.
Kundenkommentare als wirksames Instrument des
Reputationsmanagements
Die Auswertungen der Daten aus der Schweizer Hotellerie (und
auch aus dem Ausland) belegen, dass sich die Investitionen in die
Qualität, Positionierung und Gästezufriedenheit eines Hotels
auch ökonomisch auszahlen.
Angesichts der Wichtigkeit der (Online­)Kundenbewertun­
gen muss Online­ Reputationsmanagement heute ein zentrales
Thema für jeden Betrieb sein. Dabei soll aus der hohen Kunden­
zufriedenheit eine positive Mundpropaganda entstehen. Denn
Empfehlungen von anderen Gästen sind im Tourismus das wich­
tigste Marketinginstrument: Sie geniessen im Vergleich zu ande­
ren Werbemassnahmen ein hohes Vertrauen und beeinflussen
deshalb die Entscheidungen stark. Es ist zentral, dass Hotels auf
wichtigen Plattformen wie TripAdvisor, HolidayCheck oder auch
Google (plus.google.com/local) genügend Erfahrungsberichte
aufweisen. Deshalb sollten sie die Gäste beispielsweise beim
Check­out oder im Dankes­E­Mail dazu motivieren, auf diesen
Plattformen Bewertungen und Kommentaren abzugeben.
Weiter ist es wichtig, die Rückmeldungen der Gäste zu kom­
mentieren und vor allem die aufgedeckten Probleme zu lösen.
Mit der Beantwortung von positiven und negativen Einträgen
belegt der Hotelier seine Wertschätzung für die Gäste. Die syste­
matische Auswertung und das Monitoring der Gästekommen­
tare zeigen Trends auf und helfen ihm, Schwachstellen und Stär­
ken des Betriebs aus Kundensicht zu identifizieren. So kann er die
spezifischen Qualitätsfaktoren erkennen und entscheiden, mit
welchen Massnahmen er die Zufriedenheit der Gäste erhöhen
respektive ihre Unzufriedenheit reduzieren kann. Angesichts
des steigenden Wettbewerbsdrucks im Tourismus und des von
Kunden kritisch betrachteten Preis­Leistungs­Verhältnisses in der
Schweizer Hotellerie können gezielte Optimierungen im Service
und der Infrastruktur matchentscheidend für den Erfolg eines
Betriebs sein.
Bewertungen geben Impuls für Innovationen
Täglich stellen Millionen von Nutzern unterschiedlichste Inhalte
auf Plattformen wie Facebook oder Twitter. Firmen können die­
ses «Wissen der Massen» – das sogenannte Crowdsourcing resp.
die Open Innovation – nutzen, um Impulse für Innovationen zu
erhalten. Für die Tourismusbranche bietet Open Innovation ein
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015 101
enormes Potenzial, da die internen personellen Ressourcen bei
vielen touristischen KMU eng begrenzt und zeitlich gebunden
sind. Zudem fehlen oft die finanziellen Mittel, um sich externes
Know-how einzukaufen. Mit der systematischen Auswertung
von Kundenkommentaren lässt sich der Open-Innovation-Ansatz
in der Hotellerie erfolgsversprechend und ohne grossen perso-
nellen und finanziellen Aufwand umsetzen. Die ausgewerteten
Kommentare führen zu neuen Produkt- und Dienstleistungsideen und regen Weiterentwicklungen an. Innovationen haben
am Markt gute Erfolgschancen. Schliesslich sind es die Kunden
selber, die mit ihren Beurteilungen den Anstoss dafür gegeben
haben.
Résumé
Pour assurer une bonne gestion de la qualité et donc satisfaire sa clientèle, l’hôtellerie doit impérativement en connaître les
attentes et la manière dont ils évaluent les prestations. La satisfaction des clients est l’élément clé de la prospérité d’un établissement ; elle augmente le taux d’occupation et le chiffre d’affaires par chambre. Cette corrélation a été établie par une série
d’étude ces dernières années. En Suisse, on a également entrepris d’analyser et de mettre en relation les données provenant des
évaluations en ligne et les informations fournies par les établissements hôteliers (étoiles, labels de qualité, taux d’occupation.
RevPAR, etc.). Il en ressort que les hôtels à faible occupation (<35 %) sont nettement moins bien notés par les clients que ceux qui
affichent un meilleur taux d’occupation (y compris dans une même catégorie d’étoiles). Les hôtels munis d’un label de qualité du
tourisme suisse affichent par ailleurs de meilleurs taux de satisfaction que les établissements sans label. On s’aperçoit donc qu’un
gain de qualité a une incidence mesurable sur la satisfaction des clients. De même, un positionnement clair exerce-t-il des effets
positifs sur le taux de satisfaction. Plus le positionnement est fort et précis (mesuré aux participations auprès de groupes hôteliers,
Suisse Tourisme ou aux catégories de spécialisations d’hotelleriesuisse), plus le taux de satisfaction est élevé. L’analyse des données
de l’hôtellerie suisse prouve que les investissements dans la qualité, le positionnement et la satisfaction des clients sont payants,
y compris en termes économiques.
102 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
MONIK A BANDI, SAR AH HÄMMERLI Forschungsstelle
Tourismus am Center for Regional Economic Development (CRED),
Universität Bern
Qualitätsanalyse von OnlineBewertungsportalen
HolidayCheck, Booking und Co. sind aus dem Tourismus nicht
mehr wegzudenken: Laut der Reiseanalyse 2013 der Forschungs­
gemeinschaft Urlaub und Reisen e. V. (FUR) informieren sich über
50 Prozent der Reisewilligen, wie ein Reiseanbieter bewertet
wurde, bevor sie im Internet eine Reise buchen.1 Für die Anbieter
sind die Bewertungen zu einer wichtigen Zielgrösse im Reputa­
tionsmanagement geworden. Ihnen stellt sich wegen der un­
übersichtlichen Vielfalt an Portalen aber zunehmend die Frage,
welche Portale sie aktiv bearbeitet sollen. Entscheidungshilfen
in Form von qualitativen wissenschaftlichen Portalvergleichen
liegen für den Schweizer Kontext kaum vor.
Dieser Beitrag befasst sich mit einer theoretischen Bewer­
tungsmethode, die in Zukunft vergleichende Qualitätsanalysen
ermöglichen soll. Zudem gibt der vorliegende Beitrag Reise­
anbietern erste Anhaltspunkte für einen effektiven Umgang mit
Online­Bewertungsportalen.
Konzentration auf die wichtigsten Portale
Anbieter können ihre Reputation online beeinflussen, indem sie
zufriedene Gäste zu einer Bewertung ermuntern und die Auf­
merksamkeit mit einer herausragenden Dienstleistung auf sich
ziehen. Zudem haben Hoteliers auf einigen Portalen die Möglich­
keit, schriftlich auf Bewertungen zu reagieren.
Die Vielfalt der Portale ist riesig und unübersichtlich. Deshalb
müssen die Hoteliers ihre Ressourcen auf die relevantesten Por­
tale konzentrieren. Die Entscheidung, welche Portale aktiv ge­
nutzt werden sollen, ist aber alles andere als einfach. Es gibt zwar
einige Konsumentenstudien, die der (Informations­)Qualität der
verschiedenen Portale nachgehen und anhand weniger Indikato­
ren einen ersten Vergleich herstellen.2 Forschungsarbeiten dazu
existieren aber kaum. Eine wissenschaftliche Diskussion ist des­
halb sinnvoll.
Informations-Akzeptanz als zentraler Faktor im
Bewertungsprozess
Die Informations-Akzeptanz ist im Bewertungsprozess von ent­
scheidender Bedeutung.3 Informations­Akzeptanz ist die im Un­
terbewusstsein getroffene Entscheidung, eine Information zu
lesen, sie zu glauben, als wahr und richtig zu verinnerlichen und
sich davon beeinflussen zu lassen. Wenn Online­Bewertungen
von ihren Lesern nicht akzeptiert werden, entfalten sie kaum eine
Wirkung. Deshalb sollten Bewertungsportale so ausgestaltet
sein, dass sie die Informations­Akzeptanz begünstigen.
Hohe Relevanz von Online-Bewertungen – für Gäste
und für Anbieter
Für Gäste sind Bewertungsportale von grosser Bedeutung, weil
sie Angebotsinformationen liefern, die vom Anbieter unabhän­
gig sind. Gäste nehmen Online­Bewertungen deshalb als au­
thentischere Informationsquelle wahr als offizielle Hotelwebsites.
Trotzdem sind auch bei den Bewertungsportalen die Glaubwür­
digkeit und mögliche Manipulationen ein zentrales Thema. Im
Idealfall erhalten potenzielle Gäste auf den Bewertungsportalen
Informationen, die sie auf anderen Kanälen nicht erhalten. Ein
Gast kann die Qualität einer Beherbergungsleistung kaum beur­
teilen, bevor er sie in Anspruch genommen hat. Die Erfahrungen
anderer Gäste können daher mithelfen, Unsicherheiten bei der
Wahl eines Angebotes und bei der Buchung zu reduzieren.
Auch auf die Anbieter haben die Bewertungsportale grossen
Einfluss. Zum einen haben die Anbieter die Informationen über
ihr Angebot nicht mehr alleine in der Hand. Zum anderen wird
ihr Spielraum bei der Preisgestaltung eingeschränkt, da es über
die Portale immer häufiger zu externen Buchungen kommt. On­
line­Bewertungen bringen den Anbietern aber auch Vorteile. Sie
sind eine moderne Form des Feedbacks und dienen damit dem
Qualitätsmanagement. Zudem sind die Bewertungen einem
beliebig grossen Empfängerkreis zugänglich und damit für das
Reputationsmanagement zentral.
Abbildung 1 Das Elaboration Likelihood Model
hoch
zentrale
Route
periphere
Route
Qualität
der
Argumente
wichtig
leicht
erfassbare
Entscheidungshilfen
wichtig
In unserer Studie haben wir bisherige theoretische Erkenntnisse
weiterentwickelt und zu einem Modell der Informations-Akzeptanz für Online-Bewertungsportale erweitert. Die Art der Infor­
3
FUR Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e. V. (2013):
Reiseanalyse 13 – Erste ausgewählte Ergebnisse der 43. Reiseanalyse
zur ITB 2013.
gering
Quelle: CRED in Anlehnung an Homburg und Krohmer (2009)
2
1
Motivation und Fähigkeit
zur Informationsverarbeitung
saldo, (2013): «Nur auf zahlende Kunden ist Verlass», in: saldo Nr. 7/
17. April 2013.
Rabjohn, N., Cheung, C., Lee, M. (2008): «Examining the Perceived Credibility of Online Opinions: Information Adoption in the Online Environment», in: Proceedings of the 41st Hawaii International Conference
on System Sciences – 2008.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015 103
Abbildung 2 Modell der Informations-Akzeptanz
Indikatoren
Kriterien
Expertise des Informationsempfängers
– Identifikation des Bewertenden
– V oraussetzung zur Bewertungsabgabe
– Authentizitätskontrolle
– Interaktions- bzw. Kontaktmöglichkeiten
Involvement des Informationsempfängers
Glaubwürdigkeit
der Quelle
– R elevanz
– Z ugänglichkeit der Informationen
– Ü bersichten und aggregierte
Informationen
Schnelle
Entscheidungshilfen
Nützlichkeit der Information
– Aktualität
– Informationsbreite
– Informationstiefe
Informations-Akzeptanz
Qualität der
Informationen
Quelle: CRED in Anlehnung an Watts Sussman und Schneier Siegal (2003); Rabjohn, Cheung und Lee (2008)
mationsverarbeitung stellt den Ausgangspunkt der Diskussion
dar. Das aus der Sozialpsychologie stammende «Elaboration Like­
lihood Model» (ELM) beschreibt, wie Individuen Informationen
unter Zeit­ und Kapazitätseinschränkungen verarbeiten (Abbil­
dung 1). Das Modell zeigt, dass unbewusst eine Entscheidung
darüber erfolgt, welche Informationen kognitiv verarbeitet und
welche lediglich passiv aufgenommen werden. Das ELM unter­
scheidet zwei Arten der Informationsverarbeitung, nämlich die
zentrale und die periphere Route.
Die zentrale Route geht mit einer sorgfältigen Überprüfung
der Inhalte einher. Einstellungsänderungen erfolgen primär auf­
grund überzeugender Argumente. Bei der peripheren Route
kommt es zu einem oberflächlichen und stärker emotional ge­
prägten Verarbeitungsprozess. Die konkreten Informationsinhal­
te treten in den Hintergrund. So kann beispielsweise die Be­
kanntheit eines Online­Portals die Einstellung gegenüber der
gebotenen Information beeinflussen.
Welche Route bei der Informationsverarbeitung zum Tragen
kommt, hängt einerseits von den individuellen Fähigkeiten und
der individuellen Expertise resp. dem individuellen Wissensstand
ab. Andererseits ist für die kognitive Informationsverarbeitung
das Involvement resp. der persönliche Bezug des Informations­
empfängers zentral.4 Bei persönlich wichtigen oder budget­
relevanten Reiseentscheidungen ist das Involvement hoch. Ent­
sprechend gründlich werden alle Argumente geprüft; die
Informationsverarbeitung erfolgt eher zentral. Während eine
Hochzeitsreise eine High­Involvement­Entscheidung darstellt,
gehören Kurzaufenthalte und Geschäftsreisen eher zu den Low­
Involvement­Entscheidungen. So wenden Gäste für Kurzferien
und Businessreisen weniger Zeit für die Hotelwahl auf und ent­
scheiden sich aufgrund von oberflächlicheren Informationen, auf
die sie schnellen Zugriff haben.
Qualitätsorientierte Portale berücksichtigen die
Arten der Informationsverarbeitung
Die Glaubwürdigkeit der Quelle übt einen direkten Einfluss auf
die Informations­Akzeptanz aus (Abbildung 2). Die Nützlichkeit
der Information beeinflusst sie indirekt. Je nachdem, wie die In­
formation verarbeitet wird, sind dabei das Vorhandensein schneller Entscheidungshilfen oder die Qualität der Information be­
deutender. Individuen mit geringer Expertise und geringem
Involvement verarbeiten Information oberflächlich (periphere
Route). Sie beurteilen Informationen primär dann als nützlich,
wenn sie schnell erfassbare Entscheidungshilfen enthalten. Für
motivierte und erfahrene Individuen (zentrale Route) wird die
Nützlichkeit einer Information und damit indirekt ihre Informa­
tions­Akzeptanz vor allem von der argumentativen Qualität der
Inhalte bestimmt.5
Diese theoretischen Diskussion zeigt: Bewertungsportale,
die möglichst viele Reisewillige bei der Entscheidung optimal
unterstützen wollen, sollten beide Routen der Informationsver­
arbeitung abdecken.
Wichtige Indikatoren für Qualitätsanalysen und
erste Portalbeispiele
Die Qualität von Bewertungsportalen lässt sich anhand der Krite­
rien Glaubwürdigkeit, schnelle Entscheidungshilfen und Qualität
5
4
Homburg, C., Krohmer H. (2009): Marketingmanagement: Strategie –
Instrumente – Umsetzung – Unternehmensführung.
Watts Sussman, S., Schneier Siegal, W. (2003): «Informational Influence
in Organizations: An Integrated Approach to Knowledge Adoption», in:
Information Systems Research.
104 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
der Information messen. Die in Abbildung 2 aufgeführten Indika­
toren konkretisieren diese Kriterien.
Die Glaubwürdigkeit der Quelle wird erhöht, wenn der Be­
wertende sich identifizieren muss (Identifikation des Bewertenden). Dies geschieht zum Beispiel, indem der Bewertende An­
gaben zu seinem Alter oder seiner Reiseerfahrung machen muss
und seine Anonymität damit reduziert. Besonders umfassende
Angaben zu soziodemografischen Merkmalen und zum Reise­
verhalten der Bewertenden finden sich zum Beispiel auf Trip­
Advisor, HolidayCheck und Zoover. Die Voraussetzungen zur
Bewertungsabgabe können zum Beispiel die Kopplung von
Buchung und Bewertung oder die obligatorische Übermittlung
eines Buchungsnachweises beinhalten. Sie dienen dazu, Mani­
pulationsversuche zu verhindern. Portale, die ausserdem Mass­
nahmen zur Authentizitätskontrolle umsetzen, erhöhen die
Glaubwürdigkeit der Inhalte. Ein Beispiel hierzu ist die Prüfung
der Bewertungen durch ein Content Integrity Team vor der Ver­
öffentlichung. HRS setzt beispielsweise solche Kontrollmecha­
nismen zusätzlich zur Kopplung der Bewertung an die Buchung
ein. Zudem tragen Interaktions- und Kontaktmöglichkeiten zwi­
schen den Bewertenden, den Hoteliers und den Portalen zur
Glaubwürdigkeit bei. Umfassende Kontakt­ und Interaktions­
möglichkeiten zwischen allen im Kommunikationsprozess invol­
vierten Akteuren sind beispielsweise auf TripAdvisor, Holiday­
Check und Zoover vorhanden. Sie lassen zum Beispiel zu, dass
Hoteliers angemessen auf ungerechtfertigte Bewertungen re­
agieren können. Schliesslich begünstigt die Relevanz der Por­
tale bzw. eine Mindestanzahl von Bewertungen pro Betrieb die
Glaubwürdigkeit. Die durchschnittliche Anzahl Bewertungen
pro Hotel ist für den Schweizer Kontext beispielsweise auf Book­
ing und TripAdvisor besonders hoch.
Schnelle Entscheidungshilfen bieten die Portale ihren Nut­
zern über die leichte Zugänglichkeit der gewünschten Inhalte –
zum Beispiel dank Sortier­ und Filterfunktionen nach inhaltlichen
Krieterien. Übersichten und aggregierte Informationen (wie
etwa Gesamturteile pro Beherbergungsbetrieb) sind ebenfalls
schnell erfassbar. Schnelle Entscheidungshilfen scheinen eine
Kernkompetenz der Portale zu sein und werden grundsätzlich
auf allen Plattformen bereitgestellt. Besonders umfassende Ent­
scheidungshilfen sind aber zum Beispiel auf Booking oder Expe­
dia vorhanden.
Die Qualität der gebotenen Information wird schliesslich von
der Aktualität der Bewertungen, der Informationsbreite (Vielfalt
der bewertbaren Aspekte) sowie der Informationstiefe (Detail­
liertheit der Bewertungen) beeinflusst. Die meisten Portale ge­
währleisten die Aktualität, indem sie alte Bewertungen bei der
Errechnung der Gesamtnote weniger gewichten als neue. Portal­
übergreifende Unterschiede liegen vor allem hinsichtlich der Ar­
chivierung alter Bewertungen vor. Einige Portale löschen diese
nach einer gewissen Zeit (z. B. Booking), während andere sie wei­
terhin zur Verfügung stellen, aber deutlich als «alt» kennzeich­
nen (z. B. HolidayCheck). Schliesslich gibt es Portale, auf denen
alte Bewertungen weiterhin gleichgestellt mit neuen angezeigt
werden (z. B. TripAdvisor). Auf allen Portalen sind Informationen
zu unterschiedlichen Aspekten der Beherbergungsbetriebe be­
wertbar. Besonders viele verschiedene Dienstleistungsaspekte
lassen sich zum Beispiel auf HolidayCheck, Zoover oder HRS be­
werten. Bei der Informationstiefe ergeben sich ebenfalls deutli­
che Unterschiede. Die Detailliertheit der Bewertungen nimmt un­
ter anderem zu, wenn die Abgabe eines persönlichen Urteils in
eigenen Worten obligatorisch ist. Persönliche Kommentare der
Bewertenden sind beispielsweise auf TripAdvisor, HolidayCheck,
und Zoover notwendig, um die Bewertung abzuschliessen.
Gezielte Auswahl der relevanten Portale
Im Rahmen der vorgestellten Studie wurde ein erster theoreti­
scher Ansatz zum Vergleich von Bewertungsportalen diskutiert
und ein Vorschlag zur Messung ihrer Qualität unterbreitet. Dabei
wurde deutlich, dass sich Hoteliers aktiv am Kommunikations­
prozess beteiligen können.
Folgende Anhaltspunkte können zu einem effektiven Um­
gang mit Online­Bewertungsportalen beitragen:
– Relevante Portale ermitteln, die dem Gästemix des Betriebs
entsprechen. Auswahlkriterien sind etwa Herkunft oder
Sprache der Gäste (z. B. HolidayCheck eher für deutschspra­
chige Gäste, TripAdvisor für englisch­ und Zoover für hollän­
dischsprachige Gäste).
– Anhand der Reisemotive einschätzen, ob das Involvement
der Gäste bei ihrer Reiseentscheidung eher hoch oder tief
ist. Portale eruieren, die diesem Involvement bezüglich Ent­
scheidungshilfen, Informationsbreite und ­tiefe entsprechen
(z. B. TripAdvisor und HolidayCheck für inhaltlich besonders
ausführliche Informationen und damit eher für High­Involve­
ment­Entscheidungen geeignet).
– Bewertungsprozess der Portale prüfen und klären, ob alle
für die Gäste relevanten Aspekte beurteilt werden können
(z. B. Hotelréception oder Wellnessanlage).
– Kommunikationsmöglichkeiten mit den Gästen und den
Portalbetreibern vergleichen (Hotelier kann zum Beispiel bei
TripAdvisor, HolidayCheck, HRS oder Booking Bewertungen
kommentieren).
Ausgewählte Portale aktiv bewirtschaften
Bei der aktiven Bearbeitung der Portale sind einige Punkte zu be­
achten. Es erscheint sinnvoll,
– jeweils bewusst zu entscheiden, ob eine Bewertung über­
haupt kommentiert wird. Potenzielle Gäste können es als
störend empfinden, wenn der Hotelier auf jede Bewertung
reagiert. Erste wissenschaftliche Untersuchungen haben er­
geben, dass extreme und dabei vor allem negative Bewer­
tungen das Interesse der Leser auf sich ziehen. Eine ange­
messene Reaktion von Seiten des Hoteliers ist somit vor
allem bei sehr negativen Bewertungen empfehlenswert.
– auf zu standardisierte und verteidigende Antwortstrategien
zu verzichten.
Bewertungsportale sind heute ein wichtiger Kommunikations­
kanal und im Reklamations­ und Reputationsmanagement der
Hotellerie vielerorts etabliert. Auf den Portalen findet die Kom­
munikation öffentlich und mit einer Art Rückkopplungsschleife
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015 105
statt: Reisewillige können Bewertungen zur Entscheidung heran­
ziehen, nach ihrem Aufenthalt aber auch selbst eine solche ver­
fassen. Um die Informations­Akzeptanz der Bewertungen zu er­
höhen, müssen Portale ihre Glaubwürdigkeit sichern. Im Idealfall
stellen die Portale sowohl aggregierte und schnell erfassbare als
auch qualitativ tiefgehende Informationen bereit. Mit einer akti­
ven Bewirtschaftung ausgewählter Portale können Hoteliers ihre
Gäste bei der Reiseentscheidung unterstützen.
Résumé
De nos jours, le tourisme ne se conçoit plus sans évaluations en ligne. Les prestataires touristiques ne peuvent plus se permettre
de s’en désintéresser. Toutefois, la multitude confuse des portails d’évaluation est source de nombreuses incertitudes. Dans ce
contexte, l’hôtelier, dont les ressources humaines et financières sont limitées, a tout intérêt à centrer ses efforts sur l’observation
et la gestion des portails les plus importants.
Pour les aider à y voir clair, l’Université de Berne développe actuellement un système de mesure pour une analyse comparative de
la qualité des portails. L’article de l’annuaire introduit le concept d’acceptation de l’information, qui se réfère à la disposition in­
consciente à lire une information, à lui accorder du crédit, à l’assimiler en tant qu’information véridique et exacte et à se laisser
influencer par elle. S’appuyant sur des considérations théoriques, on peut affirmer que le degré d’acceptation dépend grandement
de la crédibilité de la source, des aides rapides à la décision et de la qualité de l’information. On peut en déduire qu’un bon por­
tail est un portail qui fournit des informations groupées, faciles à comprendre et complètes, afin de soutenir au mieux les touristes
dans leurs décisions. Voilà qui livre à l’hôtelier quelques premiers points de repère pour une gestion efficace des portails en ligne.
106 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Best Practice:
Mehr Direktbuchungen, weniger Kommissionen
Die Online­Distribution ist heute das wichtigste Instrument, um neue Gäste zu gewinnen. Die über Online­
Plattformen generierten Buchungen steigen rasant. Für Hoteliers besteht dabei die Gefahr, den direkten
Kontakt zum Gast zu verlieren und von Buchungsportalen abhängig zu werden. Das wirkt sich – wegen der
explodierenden Kommissionen – negativ auf die Rentabilität aus. Die in diesem Beitrag vorgestellten Praxis­
beispiele zeigen, wie ein Hotel erfolgreich eigene Wege gehen und die Unabhängigkeit langfristig sichern kann.
GIANLUC A MARONGIU Swiss Hospitality Solutions (SHS)
In der Schweiz wird heute über ein Drittel der Hotelbuchungen on­
line generiert. Eine Online­Präsenz auf den entsprechenden Porta­
len – mit Angaben zu Verfügbarkeiten und Preisen sowie verbind­
licher Buchungsmöglichkeit – ist zwingend, um auf sein Angebot
aufmerksam zu machen und neue Gäste zu gewinnen. Die indirek­
ten Buchungen über entsprechende Portale und Plattformen sind
in den letzten Jahren rasant gestiegen (Abbildung 1). Parallel dazu
sind die Kommissionen, die der Hotelier den Plattformen für den
vermittelten Umsatz bezahlen muss, in die Höhe geschnellt.
COMPAR misst Kommissionskosten
Die Zunahme der Online­Buchungen hat den Verkauf in der Hotel­
lerie revolutioniert. Und das zu sehr hohen Kosten. Die Kommis­
sionen, die für den vermittelten Umsatz fällig werden, führen zu
einer Kostensteigerung und verfälschen die bisher üblichen Um­
satzvergleiche. Der RevPAR (Umsatz pro verfügbares Zimmer) ist
heutzutage kein aussagekräftiger Indikator mehr für eine nachhal­
tige Umsatzfrequenz. Um ein realistisches Bild zu erhalten, müssen
die direkten Kommissionskosten einkalkuliert werden.
Um die Nachhaltigkeit der Umsätze in der Praxis zu messen,
hat Swiss Hospitality Solutions (SHS) eine neue Kennzahl einge­
führt: den COMPAR (Kommissionen pro verfügbares Zimmer).
Der COMPAR gibt an, wie sich die Kommissionskosten im Ver­
hältnis zum Umsatz verhalten. Berechnet wird er wie folgt: Die
Summe aller direkten Vertriebskostenrechnungen werden durch
die Anzahl verfügbare Zimmer innerhalb derselben Periode ge­
teilt. Anhand des COMPAR lässt sich der Netto RevPAR berech­
nen (RevPAR abzüglich COMPAR). Der Netto RevPAR berücksich­
tigt die Kommissionskosten und ist deshalb eine realistischere
und aussagekräftigere Vergleichskennzahl als der RevPAR.
Bei der Berechnung speziell zu beachten sind Netto­Reise­
vermittler wie Orbitz, Expedia oder Hotelbeds, welche die Provi­
sionen direkt in Abzug bringen. Die Reservationen, die über die­
se Plattformen erfolgen, werden im Normalfall mit Nettopreisen
Abbildung 1 Buchungstrends in der Schweizer Hotellerie
2014 (n = 250)
57,4 %
2013 (n = 279)
42,6 %
63,7 %
2012 (n = 200)
62,0 %
2011 (n = 196)
36,3 %
38,0 %
66,7 %
33,3 %
2010 (n = 211)
71,1%
28,9 %
2009 (n = 198)
71,4 %
28,6 %
2008 (n = 184)
75,3 %
24,7 %
2006 (n = 100)
75,2 %
24,8 %
2005 (n = 94)
77,2 %
2002 (n = 202)
73,6 %
0
10
Direct Bookings (hotel-guest)
Quelle: Schegg 2015
20
30
40
Indirect Booking (via intermediary)
50
60
70
22,8 %
26,4 %
80
90
100
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015 107
im Reservierungssystem eingegeben. Das heisst, dass die Kom­
missionen bereits vom Durchschnittspreis abgezogen worden
sind und deshalb im RevPAR erfasst sind. Deshalb dürfen diese
Nettopreise im COMPAR nicht mehr berücksichtigt werden.
Für die Berechnung des COMPAR werden alle Kommissions­
rechnungen benötigt, welche direkt vom Logisertrag stammen
(mit Ausnahme der Kreditkartenkommissionen). Es empfiehlt
sich, diese Kosten beim Treuhänder in einem separaten Konto
aufführen zu lassen. Grundsätzlich gilt: Je besser die Strategie zur
Gewinnung von Direktbuchungen, desto tiefer der COMPAR.
Nachhaltige Umsätze dank Online-Distribution
Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren im Revenue Management
ist die Online­Strategie. Der Online­Vertrieb ist der schnellste
Weg, um die Gästefrequenzen zu erhöhen. Eine dynamische
Preisgestaltung trägt gleich zweifach zur Verbesserung des Rev­
PAR bei: In schwachen Zeiten stärken neue Gäste das Volumen,
und in starken Zeiten können – dank korrektem Yield­Verhalten –
die Durchschnittspreise erhöht werden. Der Hotelier gewinnt
neue Marktanteile und steigert damit Umsatz und Gewinn.
Nichtsdestotrotz haben viele Hotels Mühe, sich im Online­Markt
zu behaupten. Um die Chancen der Online­Distribution zu nut­
zen und langfristig erfolgreich zu sein, bleibt ihnen aber nichts
anderes übrig, als sich mit den neuen Kommunikationsformen
auseinanderzusetzen.
Kontrolle über die Online-Distribution und die
Vertriebskosten
Der Preis für neue Gäste, die über den Online­Vertrieb gewon­
nen werden, sind hohe Vermittlungsgebühren. Das wirkt sich ne­
gativ auf die Umsätze in der Hotellerie aus. Um auf Veränderun­
gen in der Nachfrage optimal reagieren zu können, braucht es
regulierte Prozesse und eine klare Channel­Management­Strate­
gie. Die Online­Vermittler sollen nur dann eine zentrale Rolle
spielen, wenn das Hotel sie auch wirklich braucht. In nachfrage­
starken Perioden kommt der direkte Buchungsweg zum Zug.
Neue Gäste zu Direktbuchungen bewegen
Verschiedene Studien haben das Buchungsverhalten von neuen
Gästen analysiert. Die Ergebnisse sind aufschlussreich: 73 Pro­
zent der neuen Online­Gäste fangen ihre Reise auf einer Such­
maschine (z. B. Google) an. Via Suchmaschine besuchen sie im
Schnitt 18 Reiseportale (Booking, TripAdvisor, Trivago etc.), um
eine engere Hotelauswahl (sogenannte Favoriten) zu treffen. An­
schliessend besuchen sie im Durchschnitt zehn Hotelwebsites,
bevor sie sich für ein Hotel entscheiden. Das heisst: Jedes Hotel
hat indirekt neun Mitbewerber – sofern es auf den wichtigsten
Plattformen präsent ist und in die Favoritenliste aufgenommen
wird.
Den entscheidenden Eindruck hinterlässt das Hotel oft auf
der eigenen Homepage. Sie dient nicht nur als erste Visitenkarte,
sondern sollte vor allem auch direkte Buchungen generieren. Ge­
langen Online­Sucher über eine Plattform direkt auf die Hotel­
website, so spricht man von einem «Billboard­Effekt».
Auf der Basis dieser Studienresultate hat SHS für mehr als
50 Hotels Massnahmen umgesetzt, um die Gäste zu einer direk­
ten Buchung auf der hoteleigenen Internetseite zu bewegen.
Konkret wurden dem Gast bei einer direkten Buchung Vorteile
gewährt. Bemerkenswert ist, dass diese Massnahmen durchge­
hend erfolgreich waren, obwohl sich die Gäste sonst online sehr
unterschiedlich verhalten. Die Erfindung von Google Hotel Finder
ist eine Bestätigung, dass der Gast gerne die Portale benutzt, um
ein Hotel zu finden. Die Buchung nimmt er dann aber auf derje­
nigen Website vor, die ihm den grössten Vorteil verschafft.
Für einmal ist die Ferienhotellerie gegenüber der Stadthotel­
lerie im Vorteil: Je länger der Aufenthalt und je höher die Ferien­
investition, desto mehr Zeit verbringt der Gast bei der Online­
Recherche. Eine attraktive Hotel­Website erhöht die Chancen auf
eine Direktbuchung deutlich. Je kürzer der Aufenthalt und je tie­
fer die Ausgaben, desto weniger Zeit investiert der Gast in die
Internetsuche. In einem solchen Fall legt er vor allem Wert auf ei­
nen zweckmässigen, schnellen Buchungsprozess und reserviert
deshalb eher über ein Buchungsportal.
Beispiel Hotel Storchen Zürich: Massnahmenpaket zur Stärkung
der Direktbuchungen
Differenzierungsstrategie auf den Vertriebskanälen
Nach der Einführung eines Revenue Managements und der Op­
timierung des Online­Geschäfts erhöhte sich im Hotel Storchen
Zürich nicht nur der RevPAR, sondern auch die Kommissionen.
Um die Kosten zu kontrollieren, setzte das Hotel deshalb für
die eigenen Kanäle auf eine Differenzierungsstrategie. Diese be­
inhaltet neben der Website auch andere direkte Buchungsquel­
len wie E­Mail oder Telefon.
Eine zentrale Massnahme war es, nur ausgewählte Zimmer­
typen (fünf von acht Zimmerkategorien) auf Buchungsplattfor­
men zur Verfügung zu stellen. Damit konnte ein wichtiges Ziel er­
reicht werden: Die Limmatzimmer, die aufgrund ihrer einzigartigen
Lage am stärksten nachgefragt sind, werden weniger über die
Vertriebsplattformen gebucht. Langfristig ist angedacht, die Lim­
matzimmer nur noch exklusiv im Eigenvertrieb anzubieten. Eine
Schlüsselrolle für die Differenzierung des Angebotes nehmen zu­
dem die Zimmer mit Classic Grandlits und Limmatsicht ein. Die
günstigste Doppelbelegung im Hotel ist nur noch direkt buchbar.
Für Einzelreisende ist die Limmatsicht als Upgrade­Zimmer auf al­
len Portalen ersichtlich. Für zwei Personen hingegen kann die
Limmatsicht auf den Online­Plattformen erst in der Superior­
Kategorie verbindlich reserviert werden. Dank der Differenzie­
rungsstrategie erhalten Gäste bei Direktbuchungen Vorteile, die
sich sehr gut auf der Homepage kommunizieren lassen.
108 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Best-Price-Garantie auf der eigenen Website
Im Storchen Zürich erhalten Gäste seit Kurzem eine Best­Price­
Garantie. Diese wird ausführlich auf der Website beschrieben.
Nirgends geniesst eine solche Best­Price­Garantie eine höhere
Glaubwürdigkeit als auf der hoteleigenen Website. Diese Glaub­
würdigkeit ist zentral, um die Gäste auf der Website zu halten
und zu einer Direktbuchung zu motivieren. Sie vertrauen den An­
gaben des Gastgebers mehr als den Portalen, welche die Best­
Price­Garantie jeweils aggressiv kommunizieren. Kann der Hote­
lier konsequent die besten Preise garantieren, wird der Gast
vermehrt die Direktbuchung wählen.
Der Storchen Zürich integrierte das Best­Price­Logo in den
Webauftritt und platzierte an prominenter Stelle eine schriftliche
Garantie. Diese Massnahme führte unmittelbar zu einer Steige­
rung der Conversion. Sie ist ebenso einfach wie effektiv, stärkt
das Vertrauen der Gäste und erhöht den Verkauf auf der Web­
site.
Aktion «Welcome back»
Die Direktbuchung ist nicht nur bei den neuen, sondern vor al­
lem auch bei den bestehenden Gästen aktiv zu bewerben. Bei
wiederkehrenden Gäste ist die Chance besonders gross, dass sie
direkt beim Hotel respektive auf der hoteleigenen Website
buchen. Aus diesem Grund lancierte der Storchen Zürich die
«Welcome back»­Aktion: Beim Check­out erhält jeder Gast ei­
nen Flyer, der mit einem Promotion Code versehen ist und die
Best­Price­ Garantie kommuniziert. Die Promotion dient dazu,
wiederkehrende Gäste aktiv dazu zu bewegen, ihre nächste Bu­
chung über die Website des Hotels zu tätigen.
Optimierung der Website
Eine attraktive Website ist für die Kommunikation zentral. Dank
der neuen Technologie Full Responsive passt sich die Website je­
dem Endgerät automatisch an und fördert damit die aktive Kom­
munikation auf allen Geräten. Auf der neuen Storchen­Home­
page wurde der Verkauf stärker in die Kommunikation integriert.
Indem die Verkaufsargumente auf mehreren Ebenen eingebun­
den wurden, konnten die Direktbuchungen auf allen Endgeräten
vereinfacht werden. Eine Website wird heute an den Verkaufs­
zahlen gemessen. Die Investition in einen guten Web­Auftritt
lohnt sich zuweilen schneller als erwartet.
Conversion-Messung mit Google Analytics
Das Online­Business hat den grossen Vorteil, dass sich das Kun­
denverhalten Schritt für Schritt verfolgen und messen lässt.
Google Analytics ist für die Stärkung der Direktbuchungen ein
sehr hilfreiches Tool. Trotzdem nutzen es die wenigsten Hotels,
um die Websitebesucher und die Buchungen zu messen. Dabei
ermöglicht Google Analytics jederzeit eine Kontrolle, ob sich die
Direktbucherstrategien auszahlen. Mit Google Analytics können
zudem eingeleitete Verbesserungen regelmässig gemessen und
neue Ziele angepeilt werden.
Beispiel Tradition Julen Hotels Zermatt: Leistungen nach Mass
plus Rabatte für längere Aufenthalte
Leistungen à la carte
Unter dem Stichwort «dynamische Pakete» haben die Tradition
Julen Hotels in Zermatt die Zahl der Direktbuchungen erhöht.
Sie boten dem Online­Gast auf der eigenen Website zusätzliche
Leistungen zum Vorzugspreis an. Gerade in der Ferienhotelle­
rie, in welcher das Erlebnis meistens im Vordergrund steht, sind
Zusatzleistungen sehr gefragt. Kleine Details wie die Kissen­
auswahl, bevorzugte Bettwäsche, Halbpensionsleistung, Früh­
anreisen etc. ergeben eine exklusive Gesamtleistung nach
Mass.
Durch die Vorausbuchung dieser Leistungen und den Vor­
zugspreis konnte in Ferienhotels ein zusätzlicher Mehrwert
für direkte Buchungen gefunden werden. Wichtig hierbei ist
die Kommunikation auf der Homepage, welche die Kunden mit
einem attraktiven Werbeslogan auf die Vorteile aufmerksam
macht.
Aktion «Vier Tage und mehr lohnen sich»
Gerade in der Ferienhotellerie, in welcher oft auch längere Feri­
enaufenthalte gebucht werden, ergeben sich gute Chancen für
Direktreservationen. Wegen der eher hohen Ausgaben sucht der
Kunde bei der Buchung gerne den Direktkontakt zum Hotel. Da
die Kommissionen für längere Aufenthalte während der Hoch­
saison besonders stark ins Gewicht fallen, sind hier Direktbu­
chungen besonders erwünscht. Entsprechend wichtig ist es, auf
diese Kundensegmente einzugehen.
Bei den Tradition Julen Hotels wird auf Rabatte oder Ge­
schenke für längere Aufenthalte gesetzt. In den Sommermona­
ten erhalten die Gäste ab vier Nächten ein Abendessen ge­
schenkt, während der Hauptsaison im Winter erhalten sie ab vier
Nächten Rabatte bei einer Direktbuchung. Diese Massnahme hat
sich bewährt und die Differenzierungsstrategie deutlich gestärkt.
So konnte die hohe Kommissionslast gesenkt werden.
Massnahmen zahlen sich sofort aus
Bis anhin waren die Tradition Julen Hotels stark von den Bu­
chungsportalen abhängig. Zeitweise wurden über drei Viertel al­
ler neuen Gäste über die Portale vermittelt. Dagegen machten
die direkten Online­Buchungen via eigene Website lediglich
2 Prozent aus. Hohe Kommissionskosten waren die Folge. Mit
den genannten Massnahmen konnte der Online­Direktbu­
chungsanteil innerhalb von neun Monaten auf 40 Prozent erhöht
werden. Heute werden laufend neue Möglichkeiten zur Optimie­
rung entdeckt und umgesetzt.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015 109
Unabhängigkeit als zentraler Erfolgsfaktor
Die Vertriebskosten nehmen in der Schweizer Hotellerie bei oft
gleich bleibenden Umsätzen zu. Ohne eine Eigenvertriebsstrate­
gie lässt sich dieser negative Wandel kaum stoppen. Gefragt sind
Massnahmen, welche die Gäste auf den direkten Buchungsweg
führen. Die Airlines können diesbezüglich als Beispiele dienen.
Sie zeigen, dass es sich lohnt, bei Direktbuchungen Mehrwerte
zu bieten, damit die Kunden über die eigene Internetseite bu­
chen. In der Hotellerie zeichnet sich dieser Distributionstrend
ebenfalls langsam ab. Neben den erwähnten Beispielen können
auch weitere Massnahmen mittelfristig zu einer Steigerung der
Direktbuchungen führen (Abbildung 2). In Zeiten, in denen die
Preise und Margen unter Druck sind, kann der Hotelier höhere
Kommissionsaufwände kaum verkraften. Der Hotelier muss sich
vielmehr der Herausforderung stellen, die eigenen Kanäle zu
stärken und damit aktiv gegen stagnierende Erträge und hö­
here Kommissionskosten anzugehen. Die Unabhängigkeit im
Vertrieb bleibt einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Diese Un­
abhängigkeit ist langfristig zu bewahren.
Abbildung 2 Massnahmen zur Steigerung der Direktbuchungen
Channel Management / Kontingentierung OTA
Promotionen und dynamische Pakete
Verschärfung der Differenzierungsstrategie
Meta-search-Werbung mit direktem
Buchungsbutton
Google Brand Protection Advertising
Responsive design Homepage /
verkaufsorientiert
0
Erweiterung
Welcome-back-Promotion / Kundenbindung
100
Bestpreisgarantie-Versprechen
auf der Homepage
200
Bester Preis auf der Website
300
Basis
Kontrolle über gesamte Distribution
Logiernächte pro Monat
400
2015
2014
Zeit
Quelle: Swiss Hospitality Solutions AG
Résumé
La distribution en ligne constitue actuellement le principal instrument permettant de gagner de nouveaux clients. La dépendance
croissante envers les portails de réservation pèse sur la rentabilité du fait de l’explosion des commissions. Divers exemples nous
montrent cependant qu’un hôtel peut suivre sa propre voie et assurer son indépendance.
Le COMPAR (commission par chambre disponible) indique le rapport entre les coûts de la commission et le chiffre d’affaires. Le
RevPAR net (RevPAR moins le COMPAR) prend en compte les frais de commission et constitue de ce fait un ratio plus réaliste et
plus pertinent que le RevPAR. L’Hôtel Storchen à Zurich et les Tradition Julen Hotels à Zermatt ont mis en place une série de me­
sures pour multiplier les réservations directes. En font partie, une stratégie de l’offre différenciée, une garantie du meilleur prix,
un nouveau site internet, une mesure de conversion avec Google Analytics, une offre de de paquets dynamique et la mise en ligne
de promotions spéciales (pour des séjours de longue durée par exemple). Ces mesures ont permis d’augmenter la part des réser­
vations directes.
L’hôtelier doit relever le défi et renforcer ses propres canaux pour lutter activement contre la stagnation des ventes et la hausse
des frais de commission. L’indépendance de la distribution demeure l’un des principaux facteurs gagnants.
Arbeitsmarkt
Marché du travail
CORINA RIESER , HEINZ RÜT TER rütter soceco
Monitoring der Wirkungen
des L-GAV
Im Jahr 2010 trat der neue Landes­Gesamtarbeitsvertrag des
Schweizer Gastgewerbes (L­GAV) in Kraft. Er löste die bestehen­
den Regelungen von 1998 ab. Der L­GAV 2010 enthält wichtige
Neuerungen, die in zwei Etappen umgesetzt wurden. Sie verfol­
gen insbesondere vier Ziele: Zum einen sollen die neuen Bestim­
mungen die Fluktuation der Mitarbeitenden senken und sich zu­
dem positiv auf die Attraktivität des Gastgewerbes auf dem
Arbeitsmarkt auswirken. Zum anderen sollen die Produktivität
und Professionalität (Qualifikation des Personals) im Gastgewer­
be erhöht sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Branche geför­
dert werden.
Um für die Sozialpartner attraktiv zu bleiben, ist es von zen­
traler Bedeutung, dass sich der L­GAV an wirtschaftliche und ge­
sellschaftliche Veränderungen anpasst. Die (externen) Entwick­
lungen müssen überwacht und die (internen) Instrumente und
Massnahmen laufend auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.
Aus diesem Grund beauftragte die paritätische Aufsichtskom­
mission des L­GAV die Firma Rütter Soceco mit der Erstellung und
Umsetzung eines Monitoring­ bzw. Controllinginstruments. In
einem ersten Schritt wurde hierzu ein Wirkungsmodell erarbei­
tet, um mögliche Einflussfaktoren auf den L­GAV 2010 zu identi­
fizieren. Auf der Basis dieses Wirkungsmodells wurden Indikato­
ren gewählt, anhand deren überprüft wird, ob die ab 2010
eingeführten Massnahmen zu den gewünschten Erfolgen führen
bzw. die gewünschten Effekte hervorrufen. Der vorliegende Bei­
trag skizziert das methodische Vorgehen und präsentiert ausge­
wählte Ergebnisse aus dem laufenden Monitoring. Der Fokus
liegt dabei auf der Qualifikation des Personals bzw. der Betriebs­
leitenden und der Fluktuation im Gastgewerbe.
Wirkungsmodell stellt L-GAV-Ziele in Gesamtkontext
Der Erarbeitung des Wirkungsmodells gingen eine Literaturana­
lyse sowie darauf aufbauende Interviews mit insgesamt zwölf
Branchenexperten voraus. Zusammen mit den Experten wurden
die aus der Theorie und weiteren empirischen Studien abgeleite­
ten Wirkungsketten evaluiert und in einem Flussdiagramm zu­
sammengestellt. Das Wirkungsmodell (Abbildung 1) stellt dabei
die Ziele des L­GAV in einen volkswirtschaftlichen und gesell­
schaftlichen Kontext. Die identifizierten Wirkungszusammen­
hänge lassen sich in zwei Gruppen einteilen: personelle und
gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie betriebliche und
branchenspezifische Rahmenbedingungen. Während Erstere eng
mit dem Arbeitsmarkt verbunden sind, sind Letztere stark an den
Unternehmenserfolg und an volkswirtschaftliche Faktoren ge­
koppelt. Die folgende Beschreibung des Wirkungsmodells glie­
dert sich nach dieser Gruppierung und konzentriert sich auf die
oben genannten Hauptziele des L­GAV (in Abbildung 1 grün hin­
terlegt) bzw. auf ihre Einflussfaktoren.
Aus der personellen und gesellschaftlichen Perspektive
strebt der L­GAV 2010 eine Aufwertung des Images bzw. der Attraktivität des Gastgewerbes an. Letztere hängt stark davon ab,
wie die Arbeitgeberleistungen des Gastgewerbes im Branchen­
vergleich abschneiden. Deshalb muss die Attraktivität des Gast­
gewerbes im Kontext des Gesamtarbeitsmarkts gemessen wer­
den. Die identifizierten Einflussfaktoren sind unter anderem das
relative Lohnniveau (Löhne), die Sicherheit des Arbeitsplatzes,
Karrieremöglichkeiten sowie die zeitliche und physische Arbeitsbelastung. Diese Faktoren können sich wiederum positiv oder
negativ auf die Arbeitsmarktmobilität bzw. Fluktuation der Ar­
beitnehmenden oder auf das Interesse an Ausbildungsplätzen
auswirken. Die Erfahrung und Qualifikation der Beschäftigten
bildet denn auch ein wichtiges Standbein für die Sicherung und
Steigerung der Produktivität sowie der Servicequalität eines
Betriebs. Ein breites Angebot an niederschwellig zugänglichen
Aus­ und Weiterbildungen ist hierbei ein wichtiger Einflussfaktor.
Ebenfalls von Bedeutung ist die Mobilitätsquote auf dem Ar­
beitsmarkt, da bei einer hohen Fluktuation viel branchen­ und
betriebsspezifisches Wissen verloren geht. Um die Fluktuation im
Gastgewerbe abzubilden, gilt es, die relative Position der Branche
im Arbeitsmarkt bezüglich Lohn und Arbeitsbedingungen sowie
die Erfahrung und Qualifikation der Arbeitnehmenden zu erfas­
sen. Diese Faktoren haben insbesondere einen Einfluss auf den
Aufwand für die Grundausbildung und auf die Höhe des Investi­
tionsverlusts beim Personal. Der mit der Arbeitsmarktmobilität
verbundene Erfahrungsverlust hat zudem äusserst negative Fol­
gen für die Produktivität einer Branche.
112 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Eine angemessene Produktivität ist aus betrieblicher und
branchenspezifischer Perspektive ein Schlüsselfaktor für den Unternehmenserfolg und das langfristige Bestehen eines Betriebs.
Auf den Unternehmenserfolg wirken viele Faktoren ein. Dazu
gehört vor allem die Befähigung zur Betriebsführung dank betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Ein Indikator, der die Fähigkeit zur Betriebsführung quantitativ erfassbar macht, besteht in
der Qualifikation der Betriebsführung (Ausbildungsniveau). Zudem haben aus betrieblicher und branchenspezifischer Sicht die
Betriebsauslastung, die jeweilige Fertigungstiefe (Anteil Outsourcing) und die Technologisierung in einem Betrieb einen Einfluss
auf die Produktivität bzw. den Unternehmenserfolg. Ebenfalls
nicht zu vernachlässigen ist die Angebots- und Nachfrageentwicklung. Wie uns die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen
verdeutlichen, hängt diese stark von den volkswirtschaftlichen
Rahmenbedingungen ab. Letztere wirken sich in hohem Masse
auf die Auslastung und Angebotsgestaltung der Betriebe und
damit indirekt auf den Unternehmenserfolg bzw. die Produktivität aus. Zu den volkswirtschaftlichen Einflussfaktoren zählen
neben wirtschaftlichen Faktoren wie Konjunktur, Wechselkurs,
Preis- bzw. Kostenentwicklung namentlich auch gesellschaftliche
Faktoren wie Präferenzen der Konsumenten (z. B. Ausgabeverhalten), Bevölkerungsentwicklung und Demografie.
Das Wirkungsmodell zeigt die Vielschichtigkeit der Wirkungen im Zusammenhang mit dem L-GAV auf. Drei Aspekte sind
besonders zu beachten: Erstens werden viele der identifizierten
Wirkungsmechanismen durch exogene Faktoren gesteuert, die
nicht unmittelbar mit dem L-GAV in Zusammenhang stehen. Dies
betrifft vor allem Wirkungen auf der Betriebsebene wie beispielsweise die unternehmerischen Fähigkeiten der Betriebsführung
oder das konjunkturelle Umfeld. Zweitens sind die Wirkungen
meist nicht unmittelbar feststellbar, sondern werden erst mittelbis langfristig sichtbar. Insbesondere das Image der Branche auf
dem Arbeitsmarkt, die Arbeitsplatzmobilität oder die Produktivitätsgewinne aufgrund einer besseren Qualifikation der Mitarbeitenden und der Betriebsleitung kommen erst langfristig zum Tragen. Auch die neuen Lohnregelungen werden erst dann ihre
volle Wirkung entfalten, wenn die neuen Mindestlohnregelungen vollständig durchgesetzt sind. Drittens steht das Gastgewerbe auch in einem Wettbewerb mit anderen Branchen. Die sich
Abbildung 1 Wirkungsmodell
Gesellschaft
Wirtschaft
Image der Branche
als Arbeitgeber
Personal
Arbeitsmarkt
Qualifikation
Personenfreizügigkeit
Wechselkurs
Kostenentwicklung
Quelle: Rütter Soceco
Präferenzen
Arbeitsmarkt
Betriebsführung
Outsourcing
Technologie
Konjunktur
Fluktuation
(Drop-out)
Unternehmenserfolg
Produktivität
Betrieb
Branche
Arbeitsbelastung
Löhne
Servicequalität
Auslastung
Angebot
Investitionen
Nachfrage
(lokal & touristisch)
Präferenzen
Konsumenten
Bevölkerungsentwicklung
Demografie
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015 113
verändernden Präferenzen der Arbeitnehmenden sowie die Leis­
tungen der übrigen Branchen sind bei der Beurteilung der Wir­
kungen des L­GAV 2010 stets zu berücksichtigen.
Ausgewählte Monitoring-Ergebnisse
Basierend auf den genannten Überlegungen zum Wirkungsmo­
dell und den identifizierten Einflussfaktoren wurde ein thema­
tisch abgestimmtes Indikatorenset erstellt. Dieses ermöglicht es,
die Entwicklung der Wirkungszusammenhänge im Arbeitsmarkt
in Bezug auf die Zielvariablen des L­GAV zu dokumentieren (Ab­
bildung 1). Alle Indikatoren des Monitorings beruhen auf beste­
henden Daten des Bundes und weiterer privater Anbieter. Die
folgenden Ausführungen beinhalten die Ergebnisse zu zwei ausgewählten Indikatoren, die im Rahmen des laufenden und erst­
malig durchgeführten Monitorings 2015 analysiert wurden. Als
Datenbasis dient die Schweizer Arbeitskräfteerhebung (SAKE)
des Bundesamts für Statistik. Die SAKE Statistik bietet zurzeit die
umfangreichste und aussagekräftigste Datenbasis zur Situation
der Erwerbstätigen. Trotz repräsentativer Stichprobe lassen sich
die Resultate wegen der geringen Fallzahlen für einzelne detail­
lierte, branchenspezifische Auswertungen zum Teil nur begrenzt
interpretieren. Im Folgenden werden beispielhaft Auszüge aus
den Analysen zur Qualifikation der Erwerbstätigen sowie der Betriebsleitenden im Gastgewerbe und zum Fluktuationsindikator
«Branchenabflussquote» präsentiert. Dabei liegt ein besonderer
Fokus auf den Zielvariablen und den im Wirkungsmodell identifi­
zierten Wechselbeziehungen.
Qualifikation von Erwerbstätigen und Betriebsleitenden:
Abbildung 2 stellt die Struktur der höchsten abgeschlossenen
Ausbildung der Erwerbstätigen im Gastgewerbe und in der Ge­
samtwirtschaft dar. 2013 weisen im Gastgewerbe sowie im ge­
samtwirtschaftlichen Durchschnitt gut 40 Prozent der Erwerbs­
tätigen einen Berufsabschluss (inkl. Vollzeitberufsschule) oder
eine Anlehre als höchsten Bildungsabschluss auf. Rund 30 Pro­
zent verfügen im Gastgewerbe über eine Ausbildung auf Ebene
der Sekundarstufe I (Obligatorische Grundschule, Haushaltslehr­
jahr, Handels­, Diplommittelschule, allgemeinbildende Schule). In
der Gesamtwirtschaft liegt dieser Anteil bei lediglich 12 Prozent.
Mindestens eine Maturität oder eine abgeschlossene Ausbildung
auf tertiärer Stufe (universitäre Hochschule, Fachhochschule)
können im Gastgewerbe 30 Prozent der Erwerbstätigen vorwei­
sen, in der Gesamtwirtschaft sind es dagegen über 45 Prozent.
Von 2010 bis 2013 zeigen sich für das Gastgewerbe und die Ge­
samtwirtschaft ähnliche Entwicklungen. Deutlich ist der Trend zu
mehr akademischen Bildungsabschlüssen und weniger Berufs­
ausbildungen und Schulabschlüssen auf Sekundarstufe I. Bei die­
sen Befunden ist zu beachten, dass alle Personen in der Auswer­
tung berücksichtigt werden, die angeben, einer Erwerbstätigkeit
in der entsprechenden Branche nachzugehen. Nicht berücksich­
tigt wird jedoch, ob diese Personen die genannte Tätigkeit haupt­
beruflich oder zur Finanzierung einer Aus­ / Weiterbildung bzw.
anderer Tätigkeiten ausüben. Daher sind die Ergebnisse für das
Gastgewerbe immer vor dem Hintergrund zu interpretieren, dass
die Branche Ungelernten sowie Personen in der Aus­ / Weiterbil­
dung in besonderem Masse eine Erwerbstätigkeit bietet.
Wird von allen Erwerbstätigen lediglich die Gruppe der
Betriebsleitenden im Gastgewerbe betrachtet (Abbildung 2), so
verändert sich die Struktur der höchsten abgeschlossenen Aus­
bildung im Vergleich zum Branchendurchschnitt. Als Betriebs­
leitende werden hier erwerbstätige Personen verstanden, die
entweder selbstständig sind bzw. als Familienangehörige im
Familienbetrieb mitarbeiten oder als Arbeitnehmende eine Funk­
tion in der Unternehmensleitung innehaben. Von den Betriebs­
leitenden verfügt rund die Hälfte über einen Berufsabschluss
bzw. eine Anlehre, was mehr ist als im Durchschnitt der Branche.
Rund 30 Prozent können mindestens eine Maturität oder einen
Fachhochschul­ bzw. Universitätsabschluss als höchste abge­
schlossene Ausbildung vorweisen. Im Vergleich zur Gesamtwirt­
schaft relativ hoch ist der Anteil derer, die lediglich einen Ab­
schluss auf Ebene der Sekundarstufe I vorweisen (21 Prozent).
Dieser Wert liegt klar unter dem Branchendurchschnitt im Gast­
Abbildung 2 Qualifikation der Erwerbstätigen und Betriebsleitenden im Gastgewerbe sowie der Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft
100 %
100 %
100 %
75 %
75 %
75 %
50 %
50 %
50 %
25 %
25 %
25 %
0%
0%
2010
2011
2012
Gastgewerbe
2013
Obligatorische Grundschule
Haushaltslehrjahr / Handelsschule 1–2 Jahre
Diplommittelschule / allgemeinbildende Schule
0%
2010
2011
2012
2013
Betriebsleiter Gastgewerbe
Anlehre
Berufslehre
Vollzeitberufsschule
Quelle: Schweizer Arbeitskräfteerhebung SAKE, BFS, Berechnungen Rütter Soceco
Maturität, Lehrerseminar
Universität, ETH, FH
2010
2011
2012
Gesamtwirtschaft
2013
114 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
gewerbe (30 Prozent). Analog zum Branchendurchschnitt und
der Gesamtwirtschaft zeichnet sich auch für die Gruppe der
Betriebsleitenden eine leichte Zunahme der Bildungsabschlüsse
auf tertiärer Stufe ab. Gleichzeitig gibt es etwas weniger Per­
sonen mit einer Berufslehre als höchste abgeschlossene Aus­
bildung.
Fluktuation von Erwerbstätigen: Die Analysen im Rahmen
des Monitorings zeigen, dass das Gastgewerbe im Branchenver­
gleich am stärksten von Personalrotationen betroffen ist. So wei­
sen markant mehr erwerbstätige Personen zwischen zwei Beob­
achtungsjahren einen Stellenwechsel oder eine Veränderung
ihres Arbeitsmarktstatus in die Nichterwerbstätigkeit bzw. Er­
werbs­ oder Arbeitslosigkeit vor (auch Bruttorotationsquote
genannt).1 Gleiches gilt auch für den Anteil der Erwerbstätigen,
die im Zuge eines Stellenwechsels das Gastgewerbe zugunsten
einer anderen Branche verlassen. Diese sogenannte Branchenab­
flussquote ist in Abbildung 3 beispielhaft als Indikator für die
Fluktuation von Erwerbstätigen aus der jeweiligen Branche dar­
gestellt. Die Branchenabflussquote ist im Gastgewerbe höher als
in den Vergleichsbranchen und liegt zudem deutlich über dem
gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Im Beobachtungszeitraum
von 2010 bis 2013 wechselten im Gastgewerbe demnach jährlich
zwischen rund 7 und 8 Prozent der Erwerbstätigen in eine ande­
re Branche. In der Gesamtwirtschaft taten dies durchschnittlich
nur rund 5 Prozent. Über die drei untersuchten Jahre hinweg ist
die Branchenabflussquote im Gastgewerbe allerdings kontinuier­
lich gesunken.
Indikatorenset unterstützt laufenden Controllingprozess:
Wie eingangs erwähnt, werden im Rahmen des L­GAV Monito­
rings 2015 die hier präsentierten Indikatoren sowie weitere Indi­
katoren im Kontext des Wirkungsmodells zum ersten Mal analy­
1
Murier, T. (2012): Die berufliche Mobilität. Eine Analyse aufgrund
der Ergebnisse der Schweizer Arbeitskräfteerhebung (SAKE)
von 1993 bis 2011, Neuchâtel, Bundesamt für Statistik.
Abbildung 3 Jährliche Branchenabflussquote von Erwerbstätigen der
jeweiligen Branche
15 %
12 %
9%
6%
(8.3)
(7.6)
(6.5)
5.3
4.7
4.7
3%
0%
2010/11
Gastgewerbe
Baugewerbe
Verkehr/Lagerei
Gesamtwirtschaft
2011/12
2012/13
Verarbeitendes Gewerbe/
Energieversorgung
Handel/Reparaturgewerbe
Gesundheits-/Sozialwesen
Hinweis: Zahlen in Klammern basieren auf Extrapollationen aufgrund von weniger
als 50 Beobachtungen. Die Resultate sind mit grosser Vorsicht zu interpretieren
Quelle: Schweizer Arbeitskräfteerhebung SAKE, BFS, Berechnungnen
Rütter Soceco
siert. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass sich
die Wirkungen des L­GAV 2010 anhand der ausgewerteten Indi­
katoren nicht direkt messen lassen. Die Effekte der 2010 einge­
führten Massnahmen werden ihre volle Tragkraft erst mittel­ bis
langfristig entfalten. Darüber hinaus müssen sie im Gesamtkon­
text und vor dem Hintergrund exogener bzw. nicht beeinflussba­
rer gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und branchenspezifischer
Rahmenbedingungen interpretiert werden. Aus diesem Grund
lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschliessenden
Aussagen zur Wirksamkeit des L­GAV formulieren. Die vorgese­
hene jährliche Aktualisierung des Indikatorensets (Monitoring)
unterstützt die paritätische Aufsichtskommission zukünftig im
Controllingprozess über die Wirkungen des L­GAV und schafft
Transparenz über die realen Entwicklungen der relevanten Ziel­
grössen.
Résumé
L’introduction de la Convention collective nationale de travail de l’hôtellerie suisse (CCNT) en 2010 a incité la Commission paritaire
de surveillance à demander la réalisation et la mise en œuvre d’un outil de monitoring et de controlling destiné à évaluer l’impact
de la convention. L’entreprise mandatée Rütter Soceco a élaboré un modèle d’efficacité permettant de mesurer la progression vers
les quatre grands objectifs assignés à la CCNT (augmentation de l’attractivité de la branche, du niveau de qualification et de la
productivité et baisse du taux de rotation), mais aussi d’identifier les facteurs induisant des changements. Le modèle met en outre
en évidence les corrélations entre les données et les replace, de même que les objectifs et les facteurs d’influence, dans un
contexte économique et social plus large. A partir de là ont été définis une série d’indicateurs thématiques destinés à vérifier si
les mesures introduites dans la CCNT 2010 produisent les effets recherchés. Les premiers exemples de résultats montrent que le
niveau de formation des chefs d’exploitation et des salariés de l’hôtellerie est inférieur à la moyenne nationale. Cependant, s’agis­
sant du niveau de formation achevée, on observe une augmentation des diplômes de degré tertiaire, dans l’hôtellerie comme dans
l’économie en général. Concernant la rotation du personnel, l’hôtellerie est le secteur qui fait état des taux les plus élevés, aussi
bien pour les changements d’employeurs internes à la branche que pour les sorties de la branche.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015 115
MIRIAM SHERGOLD hotelleriesuisse
Massnahmen gegen den
Fachkräftemangel
«Ein Fachkräftemangel besteht vereinfacht gesagt dann, wenn
die Nachfrage nach Arbeitskräften einer bestimmten Qualifika­
tion das Angebot bei den vorherrschenden Arbeitsbedingungen
übersteigt. Neben der Quantität (offene Stellen) ist auch die Qua­
lität angesprochen, d. h. ob Personal mit den gewünschten Qua­
lifikationen rekrutiert werden kann oder nicht», so eine im April
2014 im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) ver­
öffentlichte Studie.1 Die Sorge, dass den zu besetzenden Arbeits­
plätzen zukünftig nicht mehr ausreichend und ausreichend qua­
lifizierte Arbeitskräfte gegenüberstehen, beschäftigt die Branche,
aber auch Politik, Verwaltung und Medien seit geraumer Zeit.
Diese Sorge gründet zunächst auf dem statistisch belegten
Trend, dass in den kommenden Jahren in der Schweiz mehr
Menschen in den Ruhestand treten werden, als Berufsanfänger
nachrücken. Dies liegt vor allem an den unterschiedlichen Gebur­
tenraten in den relevanten Jahrgängen (hier Babyboom, dort
rückläufige Geburtenraten). Zu dieser Veränderung in der Struk­
tur der inländischen Bevölkerung – der demografischen Entwick­
lung – gesellt sich die Beobachtung, dass die heutige Arbeitswelt
vermehrt spezialisierte Kenntnisse verlangt. Der «Pool» der Per­
sonen, die für eine bestimmte Tätigkeit infrage kommen, hat sich
verkleinert. Stand es Arbeitgebern zuvor noch frei, allfällige Lü­
cken durch geeignete Fachkräfte aus dem EU­Raum zu füllen,
wird die Umsetzung der Volksinitiative gegen die Massenein­
wanderung diesem Vorgehen Grenzen setzen. Jede Branche und
jeder Betrieb muss sich also die Frage stellen: Woher kommen zu­
künftig unsere Mitarbeitenden?
–
–
Inländisches Potenzial nutzen
Im Rahmen der vom Eidgenössischen Departement für Wirt­
schaft, Bildung und Forschung (WBF) lancierten Fachkräfteinitia­
tive wurden im Jahr 2013 Handlungsfelder für die bessere Aus­
schöpfung inländischen Potenzials definiert. Neben dem Bereich
«Innovation» konzentrieren sich diese Handlungsfelder auf drei
Zielgruppen: ältere Menschen, Frauen und Menschen mit Poten­
zial zur (Höher­)Qualifizierung gemäss den Bedürfnissen der Ar­
beitswelt.2
– Ältere Menschen sollen länger im Arbeitsprozess gehalten
werden, mindestens bis zur Pensionierung und auch darüber
hinaus. Die Arbeitslosenquote ist bei den über 50­Jährigen
zwar nicht besonders hoch (3,0 Prozent). Für sie ist es nach
1
2
B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung (2014), Fachkräftemangel in der
Schweiz – Ein Indikatorensystem zur Beurteilung der Fachkräftenachfrage in verschiedenen Berufsfeldern. Studie im Auftrag des
Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), Basel.
Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung,
Konferenz Kantonaler Volkswirtschaftsdirektoren (2013), Fachkräfteinitiative. Situationsanalyse und Massnahmenbericht.
einem Stellenverlust jedoch schwierig, wieder im Arbeits­
markt Fuss zu fassen. Viele Fachkräfte wären auch nach der
Pensionierung willens und in der Lage, ihr Wissen und ihr
Können einzubringen, haben dazu aber keine Gelegenheit.
Um dies zu ändern, sollen die Altersvorsorge reformiert so­
wie rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen
geprüft werden. Zudem sind Arbeitgebern und Arbeitneh­
mern nachhaltige Modelle für eine langfristige Einbindung in
den Betrieb aufzuzeigen.
Frauen sind in der Schweiz gut ausgebildet. Häufig reduzie­
ren sie aber ihre Erwerbstätigkeit oder geben diese ganz auf,
um Aufgaben in der Familie wahrzunehmen. 2011 lag die Er­
werbstätigenquote bei 25­ bis 54­jährigen Frauen mit Kin­
dern unter 15 Jahren bei lediglich 43 Prozent (auf Vollzeit­
äquivalente umgerechnet). Um diese Quote zu erhöhen,
sollen auf Bundesebene bestehende Hürden abgebaut wer­
den, indem finanzielle Negativanreize für die Zweitbeschäf­
tigung beseitigt, neue Betreuungsstrukturen gefördert und
Steuerabzüge für die ausserfamiliäre Kinderbetreuung ge­
währt werden.
Menschen mit Potenzial zur (Höher­)Qualifizierung können
sich wegen ihrer mangelnden Bildung nicht als Fachkräfte
entfalten, obwohl die Wirtschaft nach Spezialisten verlangt.
Im Jahr 2012 verfügten unter der Wohnbevölkerung der
Schweiz rund 463 000 Erwerbspersonen (d. h. Erwerbstätige
und Erwerbslose) im Alter von 25–64 Jahren über keine
nach­obligatorische Ausbildung.3 Unter den Vollzeitarbeits­
kräften mit nachobligatorischer Ausbildung verharrten
1,5 Millionen auf der Sekundarstufe II.2 Bildung besitzt nicht
nur für die optimale Entwicklung der Wirtschaft eine grosse
Bedeutung, sondern auch für den individuellen Werdegang.
Daher wurde in den vergangenen Jahren nach Wegen ge­
sucht, um Erwachsene zum Berufsabschluss (sei er erstmalig
oder im Zuge einer Neuorientierung) zu führen.4 Am Natio­
nalen Spitzentreffen der Berufsbildung im Frühling 2014
erklärten die Verbundpartner die Entwicklung von erwach­
senengerechten Bildungsangeboten zu einem Handlungs­
schwerpunkt. Darüber hinaus formulierten sie das Ziel, die
höhere Berufsbildung und die Berufsmaturität zu fördern
und damit die Höherqualifizierung voranzutreiben.
Fachkräftemangel im Gastgewerbe
Im Gastgewerbe arbeiten aktuell gegen 210 000 Personen. Das
sind 5 Prozent der Beschäftigten in der Schweiz. In der Beherber­
gungsindustrie sind rund 71 000 Personen tätig. Das Gastgewer­
be ist eine Branche mit einem hohen Personalbedarf. Dieser lässt
sich kaum durch Automatisierung und Steigerung der Produkti­
vität kompensieren. Deshalb ist das Gastgewerbe darauf ange­
wiesen, dass weiterhin genügend geeignete Mitarbeitende zur
Verfügung stehen. Auch wenn keine exakten Prognosen möglich
sind, ist davon auszugehen, dass die demografische Entwicklung
3
4
Bundesamt für Statistik (2014), Schweizerische Arbeitskräfteerhebung
(SAKE).
Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI (2014).
Berufsabschluss und Berufswechsel für Erwachsene.
116 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
sowie die Umsetzung der Masseneinwanderung die Branche vor
besondere Herausforderungen stellen wird. Migration aus dem
EU­Raum war bisher zentral für die Branche. Gut 43 Prozent des
Personals besitzen einen ausländischen Pass. Dagegen weist die
Gesamtwirtschaft einen Ausländeranteil von lediglich 24 Prozent
auf.
Die Branche brachte in den vergangenen Jahren rund 3500
neue Berufsleute auf den Markt. Wegen der sinkenden Schüler­
zahlen zeichnet sich hier eine Verknappung ab. Hinzu kommt,
dass sich die Schulabgänger in jüngster Zeit weniger für die Bran­
che begeisterten. Das zeigt der gesunkene Anteil von neuen
Lehrverhältnissen (vgl. Beitrag «Bildungsmarkt in Bewegung» auf
Seite 47). Die Mitarbeitenden in einem Betrieb respektive in der
Branche zu halten, stellt eine weitere Herausforderung dar. 2011
und 2012 wechselten 28 Prozent der Erwerbstätigen die Stelle,
was der höchsten Rotationsrate unter allen Branchen entspricht.
Rotation kann wertvoll sein, wenn sie dazu dient, vielseitige Er­
fahrungen innerhalb der Branche zu sammeln. Über die Hälfte
der Betroffenen haben das Gastgewerbe aber zugunsten einer
anderen Branche verlassen.5
Wegen des Fachkräftemangels ist es heute wichtiger denn
je, Jugendliche für das Gastgewerbe zu gewinnen und die beste­
henden Mitarbeitenden an die Branche zu binden. Zum anderen
muss, wie von der Fachkräfteinitiative thematisiert, das Potenzial
an inländischen Arbeitskräften insbesondere bei älteren Men­
schen, Frauen und Menschen mit Potenzial zur (Höher­)Qualifi­
zierung besser genutzt werden. Wie das Gastgewerbe diese Zie­
le erreichen kann und wie sich die Situation im Gastgewerbe
präsentiert, beschreibt die folgende Übersicht.
Ältere Menschen in den Betrieben halten
Das Gastgewerbe ist eine vergleichsweise junge Branche. 51 Pro­
zent der Beschäftigten sind jünger als 40 Jahre. In der Gesamt­
wirtschaft gehören dagegen nur 44 Prozent dieser Altersklasse
an.6 Die Gruppe der über 54­Jährigen ist mit einem Anteil von
14 Prozent klar untervertreten. In der Gesamtwirtschaft beträgt
ihr Anteil 19 Prozent. Die Bedeutung der über 54­Jährigen ist im
Gastgewerbe in den vergangenen Jahren jedoch gestiegen.5 Bei
einigen Aufgaben verunmöglicht die körperliche Anstrengung
eine Beschäftigung bis zum Pensionsalter und darüber hinaus.
Insgesamt bietet die Branche aber günstige Rahmenbedingun­
gen für die Beschäftigung älterer Menschen: Der Landes­Ge­
samtarbeitsvertrag (L­GAV) sieht schon seit Jahren Beiträge an
die Berufliche Vorsorge (BVG) vor, die für alle Mitarbeitenden ab
dem 24. Lebensjahr gleich sind. Die Betriebe sind gefordert, ih­
ren Mitarbeitenden langfristige Perspektiven aufzuzeigen und
die Aufgaben so zu verteilen, dass wertvolles Fachwissen erhal­
ten bleibt.
stellen drei Viertel der im Vergleich mit der Gesamtwirtschaft
zahlreichen Teilzeitbeschäftigten in der Branche. Dabei weist die
Beherbergung gemäss BFS einen deutlich höheren Anteil an Voll­
zeit arbeitenden Frauen (70 Prozent) auf als die Gastronomie und
andere Wirtschaftszweige. Als wichtigster Grund für die vielen
teilzeitbeschäftigten Frauen gilt die Betreuung von Kindern und
pflegebedürftigen Angehörigen.5 Angebote für die familienex­
terne Kinderbetreuung, wie Kindertagesstätten und Tagesschu­
len, sind vielerorts noch nicht in ausreichender Zahl vorhanden.
Aber auch feste Betreuungsblöcke passen schlecht zu den Be­
dürfnissen von Beschäftigten mit unregelmässigen Arbeitszeiten.
Hier gilt es, Lösungen zu finden, die den lokalen Bedürfnissen
und Möglichkeiten entsprechen, zum Beispiel in Form von Ko­
operationen. Als Anregung können Angebote dienen, die sich im
Pflege­ und Gesundheitsbereich bereits etabliert haben.
Menschen mit Potenzial fördern
Die Branche ist einerseits auf gut qualifizierte Mitarbeitende an­
gewiesen, bietet andererseits aber auch Arbeitskräften mit ge­
ringen Qualifikationen eine hohe Anzahl von Arbeitsplätzen.
Entsprechend breit ist das Bildungsspektrum der Erwerbstätigen
im Gastgewerbe. Im Jahr 2012 konnte die Hälfte von ihnen eine
Anlehre, einen Berufsabschluss oder einen Abschluss auf Tertiär­
stufe (Höhere Berufsbildung oder Hochschule) vorweisen. In der
Gesamtwirtschaft verfügten im gleichen Jahr drei Viertel der Er­
werbstätigen über eine Ausbildung auf der Sekundarstufe oder
höher. Noch deutlicher war die Differenz auf der Tertiärstufe: Ei­
nem Anteil von 14 Prozent von Erwerbstätigen mit einem Terti­
ärabschluss im Gastgewerbe stand ein Anteil von 36 Prozent in
der Gesamtwirtschaft gegenüber.5 Mit zahlreichen Programmen
und Angeboten engagiert sich die Branche dafür, Ungelernten
und Einsteigern die Qualifikation und Berufsleuten die Höher­
qualifikation zu ermöglichen.
Progresso: Erste formale Qualifikation für Mitarbeitende
Mit dem Progresso­Lehrgang richtet sich die Bildungsinstitution
Hotel & Gastro formation Schweiz an Mitarbeitende ohne gast­
gewerblichen Berufsabschluss, die in der Küche, im Service oder
in der Hauswirtschaft tätig sind. Diese fachliche Weiterbildung ist
seit 20 Jahren im Angebot. Der fünfwöchige Lehrgang führt die
Teilnehmenden zu einem Zertifikat. Daran kann eine auf ein Jahr
verkürzte berufliche Grundbildung (Eidg. Berufsattest) ange­
schlossen werden. Ab 2015 wird zudem das Sprachförderkon­
zept fide darin integriert und der Sprachunterricht wird ausge­
baut. Der L­GAV des Gastgewerbes trägt die Kosten für die
landesweit angebotene Ausbildung und entschädigt die Arbeit­
geber für die aufgewendete Arbeitszeit. Das Angebot wird ins­
besondere von Frauen und Personen mit Migrationshintergrund
genutzt. Es erreicht rund 400 Personen pro Jahr.
Frauen Familien- und Berufsleben ermöglichen
Mit einem Anteil von 55 Prozent arbeiten im Gastgewerbe über­
durchschnittlich viele Frauen (Gesamtwirtschaft: 44 Prozent). Sie
5
6
Rütter Soceco (2014), Monitoring L-GAV. Schlussbericht.
Bundesamt für Statistik (2014); Beschäftigungsstatistik.
Perfecto Futura: Einstieg für Erwerbslose
Perfecto­Futura­Kurse werden seit 1996 von Hotel & Gastro formation Schweiz im Auftrag der regionalen Arbeitsvermittlungs­
zentren angeboten. Sie richten sich an Erwerbslose, die in einem
27­tägigen Blockkurs Basisfähigkeiten und ­fertigkeiten in der
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015 117
Küche, im Service oder in der Hauswirtschaft erlernen. Die Ver­
mittlungsquote ist mit ca. 65 Prozent überdurchschnittlich hoch.
Das Angebot erreicht 500 bis 600 Personen pro Jahr.
Verkürzte modulare Grundbildung (Eidg. Berufsattest)
Personen mit Berufserfahrung, die einen Progresso­Lehrgang
absolviert haben, können das eidg. Berufsattest als Küchen­ oder
Restaurationsangestellte in einem statt in zwei Jahren erwerben.
Nach der modularen Ausbildung haben sie die Möglichkeit, das
auf zwei Jahre verkürzte eidg. Fähigkeitszeugnis zu erlangen. Das
Angebot erreicht 25 bis 30 Personen pro Jahr.
Höherqualifizierung mit Unterstützung durch den L-GAV
Der L­GAV sieht eine umfangreiche finanzielle Unterstützung von
Mitarbeitenden vor, die sich aus­ und weiterbilden. Die Mitarbei­
tenden bezahlen eine Einschreibegebühr in der Höhe von 20 Pro­
zent der gesamten Ausbildungskosten. Bei erfolgreichem Ab­
schluss eines Aus­ oder Weiterbildungslehrgangs wird die Hälfte
der Einschreibegebühren zurückerstattet. Der Betrieb kann je
nach Lehrgang einen Lohnersatz geltend machen. Diese Unter­
stützung hat zu einer deutlich stärkeren Nachfrage in der Höhe­
ren Berufsbildung geführt (2013 wurden 90 Prozent der erreich­
ten Abschlüsse der eidg. Prüfungen durch den L­GAV gefördert),
ausserdem wurden diverse Weiterbildungen absolviert. Gegen­
wärtig nutzen rund 400 Personen die Angebote von Hotel & Gas­
tro formation Schweiz.
Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt
Der RIESCO­Lehrgang wird seit 2006 von den Kantonen Zürich
und Luzern in Zusammenarbeit mit Hotel & Gastro formation
Schweiz angeboten. Er bietet Flüchtlingen und vorläufig aufge­
nommenen Flüchtlingen die Möglichkeit, eine kombinierte Basis­
ausbildung für das Gastgewerbe zu durchlaufen. Diese dauert
227 Tage und verbindet Unterricht mit erster betrieblicher Praxis.
Auch das kantonal initiierte Angebot «Profora» von Hotel & Gas­
tro formation richtet sich an Flüchtlinge. Sie erhalten während
23 Wochen Unterricht in verschiedenen Fachbereichen und ab­
solvieren ein Praktikum. RIESCO erreicht rund 42 Personen pro
Jahr, Profora 15 bis 30.
Attraktiver für Frauen und ältere Menschen
Vergleicht man die offiziellen Bestrebungen zur Bekämpfung des
Fachkräftemangels mit der Situation in der Branche, lässt sich
Folgendes feststellen: Für Menschen mit Potenzial zur (Höher­)
Qualifizierung engagiert sich das Gastgewerbe bereits seit vielen
Jahren. Hier gilt es, die Zahl der Teilnehmenden an den Bildungs­
programmen noch deutlich zu erhöhen. Dazu dient zum Beispiel
eine neue Informationsoffensive zum Progresso­Lehrgang. Bei
den anderen Zielgruppen (Frauen, ältere Menschen) besteht in
der Branche Nachholbedarf. Hier könnten Modelle, die in ande­
ren Wirtschaftsbereichen umgesetzt wurden, als Inspiration die­
nen. Zum Beispiel gibt es im Pflegebereich bereits viele Betriebe,
die Betreuung für Kinder von Mitarbeitenden anbieten. Diese
grundsätzliche Offenheit muss das Machbare pragmatisch im
Blick behalten. Während dem Einsatz älterer Menschen in kör­
perlich anstrengenden Aufgabenfeldern Grenzen gesetzt sind,
gibt es für sie in anderen Bereichen wertvolle Arbeitsmöglichkei­
ten. Grundsätzlich gilt es, Menschen für die Branche zu gewin­
nen, sie zu halten und ihnen eine Weiterentwicklung zu ermög­
lichen. Doch auch wenn das Inlandspotenzial optimal genutzt
wird, wird die Rekrutierung im Ausland weiterhin erforderlich
bleiben.
Résumé
L’hôtellerie est une branche à forte intensité de main­d’œuvre. Une main­d’œuvre qu’elle ne peut guère compenser par des
mesures d’automatisation ou une hausse de la productivité. L’avenir de la branche dépend donc considérablement de sa facilité
à disposer d’un personnel qualifié en suffisance. L’acceptation de l’initiative sur l’immigration de masse, conjuguée aux change­
ments démographiques, la place donc face à un formidable défi. Les pays d’Europe jouent un rôle majeur pour le recrutement de
personnel qualifié, dès lors que l’hôtellerie est la branche qui occupe la plus forte proportion de ressortissants de l’UE. Elle s’en­
gage à exploiter le potentiel de la main­d’œuvre indigène, en visant avant tout les femmes, les seniors et les personnes ayant les
capacités d’acquérir une qualification (supérieure) en phase avec les besoins du monde du travail. S’agissant de la formation, plu­
sieurs programmes novateurs et mesures d’encouragement ont été mis sur pied – bien avant l’initiative sur l’immigration de
masse – pour promouvoir la formation et l’intégration. Il importe aujourd’hui de tirer le meilleur parti des autres moyens pour
pallier la pénurie de personnel. A l’avenir, la branche restera malgré tout tributaire de la main­d’œuvre étrangère.
118 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Best Practice :
RIESCO – un programme d’intégration des réfugiés pour la
restauration et l’hôtellerie
La mise en application de l’initiative sur l’immigration de masse va bouleverser le marché du travail dans
l’hôtellerie et la restauration. La lutte à l’intérieur de la branche – voire la lutte interbranche – pour
engager du personnel qualifié deviendra une réalité toujours plus aiguë ces prochaines années, alors que
restaurateurs et hôteliers ont recouru sans restriction à la main­d’œuvre étrangère européenne depuis
13 ans. Les offres de la branche pour mieux intégrer les forces de travail présentes en Suisse existent pour­
tant depuis longtemps. A témoin la formation de base RIESCO de Hotel & Gastro formation destinée
aux requérants d’asile et aux personnes admises à titre provisoire. Cet article résume le cadre politique et
illustre au travers de RIESCO les chances d’un tel programme pour les cantons et l’hôtellerie.
CHRISTOPHE HANS hotelleriesuisse
Si l’initiative sur l’immigration de masse acceptée le 9 février 2014
par 50,3 % des voix est effectivement mise en œuvre conformé­
ment au texte soumis au peuple, elle va immanquablement ex­
poser l’hôtellerie et la restauration à des problèmes de recrute­
ment. Avec environ 250 000 employés, le secteur occupe quelque
43 % d’étrangers, alors que la moyenne de l’économie se situe
à 24 %. En 2013, l’hôtellerie et la restauration ont engagé
25 733 personnes venant directement de l’étranger, tout statut
confondu.1 Environ les deux tiers (18 001 personnes) l’ont été au
titre de population résidente non permanente, c’est­à­dire pour
leur immense majorité avec une autorisation de séjour de courte
durée (livret L) entre 4 et 12 mois (13 666 personnes).
Le Conseil fédéral a approuvé le 11 février 2015 l’avant­pro­
jet de la nouvelle législation sur les étrangers qui sert de base à
l’application de l’initiative et a ouvert la procédure de consulta­
tion. Selon cet avant­projet, des nombres maximums et des
contingents annuels s’appliqueront à tous les travailleurs étran­
gers à partir d’un séjour de quatre mois. Frontaliers, réfugiés re­
connus et personnes admises à titre provisoire sont aussi concer­
nées. Le Conseil fédéral veut donner la priorité à la main­d’œuvre
déjà sur place. Des allègements pour des professions sujettes
à forte pénurie sont également prévus. Le tout devrait entrer en
vigueur en février 2017, date butoir pour l’application de l’ini­
tiative.
Pas de contingents contraires à l’économie
saisonnière
Les branches intenses en personnel comme le secteur touris­
tique, s’opposent à un modèle trop strict. Elles rejettent, en
particulier, un contingentement des étrangers au bénéfice
d’un permis de séjour de courte durée de moins de douze
mois : contingenter les permis de court séjour n’est pas compa­
tible avec les besoins de l’économie saisonnière. L’initiative pré­
voit explicitement de tenir compte des intérêts économiques.
1
Secrétariat d’Etat aux Migrations SEM, Statistiques des étrangers.
Parallèlement, le Conseil fédéral entend présenter dans le
courant de 2015 des mesures visant à mobiliser le potentiel de
main­d’œuvre indigène, en particulier les femmes, les travailleurs
âgés et les personnes relevant de la législation sur l’asile. Il s’agit
de mesures dans des domaines comme les assurances sociales,
la fiscalité, la santé, les infrastructures ou encore la sécurité.
Des cours pour les personnes en recherche d’emploi,
les femmes et les migrants
Depuis l’acceptation de l’initiative, le Conseil fédéral exhorte
l’économie à présenter ses solutions pour répondre à la pénurie
de personnel qualifié. L’hôtellerie et la restauration n’ont pas at­
tendu l’appel des autorités. L’organisation Hotel & Gastro formation (HGf) propose des qualifications de base dans la cuisine, le
service et l’intendance2 pour différents publics cibles. Pour les
personnes en recherche d’emploi, HGf a conçu en 1996 déjà Perfecto sur mandat des offices régionaux de placement. Ce cours
de 27 jours transmet les connaissances de base suffisantes pour
réintégrer le marché du travail. En 2014, 700 personnes ont par­
ticipé à cette formation avec un taux élevé de réinsertion de
l’ordre de 65 %.
Autre exemple, Progresso est un cours de cinq semaines
s’adressant aux personnes travaillant déjà dans la branche sans
être au bénéfice d’un titre reconnu. Ce cours est particulièrement
intéressant pour les femmes grâce à sa flexibilité. Une fois leur
certificat en poche, les participants peuvent obtenir une attesta­
tion fédérale de formation professionnelle accélérée en une an­
née (au lieu de deux ans) grâce à un système modulaire d’appren­
tissage. 300 personnes suivent Progresso chaque année dans
toute la Suisse et une trentaine va jusqu’à l’attestation.
Enfin, les réfugiés reconnus et les personnes admises provi­
soirement sans reconnaissance du statut de réfugiés ont la pos­
2
Sur la problématique de l’initiative pour lutter contre la pénurie de
personnel qualifié, lire aussi l’article de Miriam Shergold « Massnahmen
gegen den Fachkräftemangel » en page 115.
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015 119
sibilité de suivre depuis 2006 le cours RIESCO. Les cantons de
Lucerne et Zurich le proposent, ainsi que Genève dans une
version allégée appelée Prosperimo. Ces cours qui font l’objet
de la seconde partie de cet article sont financés par les services
cantonaux de l’immigration.
Hotel & Gastro formation avec ses partenaires les associa­
tions faitières hotelleriesuisse, GastroSuisse et Hotel & Gastro
Union étudient actuellement la possibilité d’intensifier ces efforts
et d’étendre les cours déjà établis. RIESCO aurait par exemple un
potentiel de développement puisqu’il n’est proposé que par deux
cantons. Le canton de Vaud déjà s’y intéresse.
Le Conseil fédéral et le Parlement doivent cependant se
rendre compte que les efforts de la branche ne pourront jamais
combler le fossé sur le marché du travail qu’une application
stricte de l’initiative contre l’immigration de masse imposerait au
secteur touristique.
RIESCO – succès d’un programme pour les réfugiés
Ali Ashemi, Afghan de 19 ans, et Moses Kigozi, journaliste ou­
gandais de 31 ans, n’ont aucune idée des enjeux que représente
l’initiative sur l’immigration de masse. Depuis qu’ils possèdent
leur livret F, leur souci est de travailler et d’ « accéder à une vie
meilleure », peut­être un jour de construire en Suisse leur avenir.
Ils ont donc des rêves plein la tête, mais les pieds suffisamment
sur terre pour savoir qu’une vie ordonnée et réussie chez nous
passe par une formation et l’intégration dans le marché du tra­
vail. Avec treize autres participants Ali et Moses fréquentent
depuis mi­février 2015 le cours RIESCO (je réussis, je gère en ita­
lien) installé dans la fabrique textile désaffectée de Viscosuisse
à Emmenbrücke (LU). Le premier s’intéresse à la mécanique au­
tomobile, le second jure qu’après avoir étudié la situation de
l’emploi, il deviendra chef de cuisine. Les candidats à ce cours
sont soigneusement sélectionnés. Pour participer à ce pro­
gramme de 10 mois, ils ont dû se soumettre à un assessment. Ils
ont été testés non seulement sur leur motivation, mais aussi sur
leur comportement social et leurs valeurs.
Pour Heinz Gerig, concepteur de RIESCO et responsable de
la qualification de base à Hotel & Gastro formation, le choix des
candidats est primordial pour assurer le succès du programme :
« Certains candidats ne savent pas se servir d’un couteau et
d’une fourchette. Ceux­là n’ont aucune chance d’être pris ». Les
futurs participants doivent donc prouver un certain degré d’assi­
milation avant même de commencer. « La socialisation est bru­
tale » note le formateur. C’est non seulement important d’un
point de vue intégratif vis­à­vis de la société suisse, mais aussi
entre eux, puisqu’ils partagent classe et repas de midi pendant
près d’un an et que leur culture et leur formation sont extrême­
ment diverses. Pour la volée 2015 de Lucerne, ils viennent
d’Afrique subsaharienne, du Moyen­Orient ou d’Asie. Certains
n’ont pas été à l’école, d’autres sont enseignant en mathéma­
tiques, traducteur ou moine bouddhiste. La ponctualité, la ges­
tion des absences peuvent être des obstacles rédhibitoires et Ali
ne cache pas que cela lui pose parfois des problèmes.
Les quatre premières semaines de cours sont donc consa­
crées au comportement social (valeurs et normes, 10 jours), à la
technique d’apprentissage (5 jours) et à des leçons d’allemand.
Un soin particulier est porté à l’apprentissage de la langue. Ces
cours s’étendent tout au long de l’année et s’intensifient avant
que les apprenants entrent en stage dans les entreprises ou qu’ils
commencent à postuler pour des places de travail. Pour cette
phase­là, les participants à RIESCO sont instruits et entraînés à la
technique de l’interview pendant une semaine. Dans leur for­
mation, ils reçoivent encore des notions d’informatique et sont
testés sur leurs forces et leurs faiblesses.
Dans un second stade, ils se familiariseront avec les do­
maines de l’intendance (35 jours), de la cuisine (25 jours) et du
service (25 jours). Avant d’attaquer la pratique en entreprise pen­
dant cinq semaines, chaque participant passe un examen qui clôt
l’enseignement en classe. A la fin des stages pratiques, ils sont
encore une fois évalués et défendent un projet. La semaine pré­
cédant Noël est consacrée aux examens et la cérémonie de
clôture est prévue le 23 décembre. Pendant ces dix mois, Ali et
Moses n’auront pas eu le loisir de prendre une semaine de va­
cances.
Un taux de réussite exemplaire
La plupart des diplômés auront trouvé une place de travail entre­
temps. Ceux qui n’en auraient pas sont encore suivis pendant
cinq mois. Il appartient cependant aux participants de chercher
un emploi. « C’est la preuve qu’ils sont aptes au marché du tra­
vail » remarque le père de RIESCO. Heinz Gerig peut se targuer
d’un taux de réussite de 85 % avec 250 participants placés de­
puis 2006. « Nous voulons évidemment le plus haut taux de réus­
site possible » explique­t­il.
La formation est chère et les autorités comme l’opinion sont
particulièrement sensibles à ne pas dépenser inutilement les de­
niers publics. Il faut compter entre 26 000 et 30 000 francs par
élève. « Cela peut paraître cher, note pour sa part Julia Morais,
cheffe du Service pour les questions d’intégration du canton de
Zurich, mais une intégration réussie est à ce prix. Nous sommes
très satisfaits des résultats ». Au final, estiment les spécialistes,
c’est moins cher qu’une prise en charge par l’aide sociale. Avec
trois diplômés de RIESCO intégrés sur quinze participants, le
canton rentre déjà dans ses frais, fait­on remarquer du côté de
Hotel & Gastro formation.
Un concept allégé pour Genève
Le Bureau de l’intégration des étrangers du Canton de Genève
est aussi intéressé par l’expérience. En 2014, il a délégué la mise
sur pied du programme à l’Hospice général. Les Genevois ont
déjà un atelier d’insertion consacré à la cuisine. Cet atelier confec­
tionne quelque 400 repas par jour, mais il ne donne pas de cer­
tificat en fin de stage. Hotel & Gastro formation a donc adapté le
concept de RIESCO et créé un programme nommé Prosperimo.
120 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Le projet pilote s’est déroulé sur trois mois, de septembre à dé­
cembre 2014 avec 27 jours de formation théorique et deux mois
de stage. Le coaching des participants après le cours s’est clos fin
mai et les responsables de l’Hospice général ne veulent pas se
prononcer avant d’avoir pu tirer un bilan d’ici la fin du premier
semestre.
Peter Schoeni, responsable du siège romand de HGf, estime
l’expérience globalement positive. Il y a certes eu des abandons
en cours de formation, en particulier à cause de la connaissance
de la langue, mais les candidats n’ont pas été sélectionnés selon
la méthode en vigueur à Lucerne et Zurich. D’autre part, pour des
raisons financières et parce qu’il fallait s’insérer dans une offre
existante, Genève n’a proposé que le volet « cuisine ». Or, il est in­
déniable que l’ « intendance » offre plus de débouchés pour les
participants. De plus, le marché du travail genevois a ceci de spé­
cifique qu’il est saturé par les frontaliers, ce qui n’aide pas l’inser­
tion des migrants.
La loi autorise les réfugiés à travailler
Enfin, beaucoup d’hôteliers ne souhaitent pas engager de
personnes admises à titre provisoire par méconnaissance : ils
craignent que ces employés doivent quitter la Suisse rapidement
en vertu de leur statut. La loi est pourtant claire : la personne ad­
mise à titre provisoire (titulaire d’un permis F) peut exercer une
activité lucrative ainsi que changer d’emploi et de profession sans
tenir compte de la situation du marché du travail ou de l’écono­
mie. Ces changements sont cependant soumis à un contrôle des
conditions d’engagement par le Secrétariat d’Etat aux migra­
tions. L’admission provisoire est prononcée pour une durée maxi­
male de 12 mois et elle est reconductible chaque année pour
12 mois. Quant au réfugié reconnu (titulaire d’un permis B ou C),
il a, lui aussi, besoin d’une autorisation pour exercer une activité
lucrative. Il appartient à l’employeur d’effectuer les démarches
dans les deux cas.
En ce qui concerne les conditions cadres, Peter Schoeni es­
time que certains obstacles à l’accès au monde du travail des per­
sonnes relevant du domaine de l’asile devraient être soit levés ou
allégés ou du moins mieux expliqués au public intéressé. Il existe
par exemple une retenue de salaire de 10 % qui complique le dé­
compte salarial et retient certains employeurs. Il s’agit d’une taxe
fédérale de 15 000 francs dont doivent s’acquitter les requérants
d’asile et les personnes admises provisoirement dès qu’ils exercent
une activité lucrative. Et l’éternelle question du serpent qui se
mord la queue pourrait être résolue une fois pour toutes : les em­
ployeurs demandent aux candidats un permis B, mais pour l’ob­
tenir, le réfugié a besoin de prouver qu’il travaille… Le Conseil fé­
déral a reconnu en février 2015 que ces autorisations compliquent
inutilement l’accès à l’emploi de ces travailleurs potentiels. Le Se­
crétariat d’Etat aux migrations étudie actuellement la possibilité
de simplifier l’obligation d’autorisation pour exercer une activité
lucrative.
Des avantages pour les hôteliers
Pour quelles raisons un hôtelier devrait­il engager les futurs diplô­
més RIESCO ? Par amour du prochain ? Patric Graber, directeur du
Waldstätterhof, un hôtel trois étoiles de 96 chambres situé à
deux pas de la gare CFF de Lucerne, y voit plein d’avantages. Sur
ses 60 employés, cinq ont fait leur classe à RIESCO. Ils sont à
l’étage ou en cuisine. D’abord, note­t­il, les diplômés RIESCO sont
présents sur le marché du travail, alors que par le passé le recru­
tement de personnel étranger s’est avéré difficile. Ensuite, ils ont
une formation de base. Le directeur reçoit chaque jour deux à
trois candidatures spontanées de personnes qui n’ont aucune af­
finité avec le métier. Avec RIESCO, le futur employeur est assuré
que les candidats ont des rudiments sur les produits et les ma­
chines ainsi que sur le comportement social qu’on attend d’eux.
D’autre part, ces employés sont généralement stables, même
si beaucoup d’entre eux vivent leur première expérience sur le
marché du travail local. « Evidemment, ils ont le droit, comme
tout un chacun, de s’épanouir chez un autre employeur et dans
un autre métier ! » relève Patric Graber.
Le directeur du Waldstätterhof a connu certains de ses fu­
turs employés au travers des stages que ces derniers ont effec­
tués dans son établissement. Cela aussi est un avantage, car
chacun sait ce qui l’attend. Enfin, les employés en stage ne
coûtent rien, puisque la formation RIESCO est entièrement prise
en charge par les bureaux cantonaux de l’intégration. « Ce per­
sonnel représente une aide bienvenue dans l’organisation du
travail, car avec des employés supplémentaires, nous pouvons
effectuer des tâches extraordinaires », commente l’hôtelier. Max
Züst, directeur d’Hotel & Gastro formation, appuie ces propos :
« Nous connaissons les gens, leurs forces et leurs faiblesses, et
nous savons chez qui ils peuvent bien s’intégrer ». Après la for­
mation, il appartient aux œuvres d’entraide et aux services so­
ciaux d’accompagner les apprenants qui n’auraient pas trouvé
de places de travail. Pour donner un coup de pouce ou un
conseil, rien ne remplace cependant le réseau des formateurs
de HGf.
Un instrument efficace qui peut faire école dans
d’autres cantons
Si Ali Ashemi et ses compagnons persévèrent, ils seront les bien­
venus sur le marché du travail en 2016. Avec 250 personnes di­
plômées et un taux de réussite de 85 %, le programme RIESCO
tel que mis en place à Lucerne et Zurich depuis 2006 répond aux
attentes des usagers. Les autorités peuvent compter sur un ins­
trument d’intégration efficace. La théorie et la pratique dans l’in­
tendance, en cuisine et au service acquises durant 10 mois tant
en classe que sur le terrain donnent de solides connaissances de
base aux réfugiés. L’accent mis par les formateurs sur le respect
des normes et des valeurs d’une part, l’apprentissage de la
langue d’autre part comme celui des techniques pour décrocher
un emploi est cependant décisif pour une intégration réussie et
durable dans la société. Une telle formation a cependant son
prix. Il est moins élevé socialement qu’une dépendance des per­
sonnes concernées aux services sociaux et leur ghettoïsation
dans la population. Les hôteliers y trouvent aussi leur compte. Ils
ont accès à un personnel stable, sur place et formé.
RIESCO est actuellement appliqués dans deux cantons. Il a le
potentiel d’être repris par d’autres. A l’heure où l’économie doit
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015 121
se préparer à des problèmes de recrutement de la main­d’œuvre
suite à l’acceptation de l’initiative sur l’immigration de masse,
RIESCO offre une alternative parmi d’autres qui vaut la peine
d’être exploitée. Il appartient enfin aux politiques de rendre le
cadre législatif attrayant, pour que les employeurs recourent à
cette force de travail.
Zusammenfassung
Wird die Masseneinwanderungsinitiative gemäss dem der Bevölkerung unterbreiteten Wortlaut umgesetzt, führt dies für das Gast­
gewerbe unweigerlich zu Schwierigkeiten in der Personalrekrutierung. Die Branche beschäftigt 43 Prozent Ausländer, im Jahr 2013
hat sie über 25 000 Personen aus dem Ausland eingestellt. Parallel zum Ausführungsgesetz wird der Bundesrat Massnahmen zur
Mobilisierung des inländischen Arbeitskräftepotenzials präsentieren, insbesondere für Personen, die dem Asylgesetz unterstellt
sind. Hotel & Gastro formation bietet einen praxisbezogenen zehnmonatigen Lehrgang für anerkannte Flüchtlinge und vorläufig
Aufgenommene, der zurzeit in Luzern und Zürich durchgeführt wird. Mit 250 zertifizierten Personen und einer Erfolgsquote von
85 Prozent erfüllt der RIESCO­Lehrgang seit 2006 die Erwartungen der beteiligten Akteure. Die Behörden verfügen damit über ein
wirksames Integrationsinstrument. Im Klassenunterricht und im Praxiseinsatz erhalten die Teilnehmenden in den Bereichen
Hauswirtschaft, Küche und Service solide theoretische und praktische Grundkenntnisse. Schwerpunkte der Ausbildung sind einer­
seits Normen und Werte, andererseits die Beherrschung der Sprache sowie der Erwerb von Wissen für die Stellenbewerbung. Auch
die Hoteliers kommen auf ihre Rechnung: Sie erhalten Zugang zu stabilem und ausgebildetem Personal vor Ort. RIESCO hat das
Potenzial, auch von anderen Kantonen übernommen zu werden. In Hinblick auf die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative
stellt RIESCO eine interessante Möglichkeit zur Schulung und Gewinnung neuer Fachkräfte dar.
Anhang
Annexe
Autorenverzeichnis
Index des auteurs
Fotoverzeichnis
Légende des photos
Porträt
Portrait
Autorenverzeichnis
Index des auteurs
Projektleiter Wirtschaftspolitik bei
hotelleriesuisse. In dieser Funktion ist er
unter anderem für das Dossier Finanzen
und Steuern zuständig. Ebenfalls in sein
Aufgabengebiet fallen das Aufbereiten
volkswirtschaftlicher Grundlagen und
statistischer Auswertungen für tourismusrelevante Themengebiete sowie
das Begleiten von branchenspezifischen
Abstimmungskampagnen.
Stephan Alexander
lic. phil.
hotelleriesuisse
Simon Amrein
MSc B&F / MSc EH
IFZ, Hochschule Luzern – Wirtschaft
Leiterin der Forschungsstelle Tourismus
im CRED (Center for Regional Economic
Development) der Universität Bern.
In dieser Funktion befasst sie sich mit
der allgemeinen Tourismuslehre und
-forschung, insbesondere mit der
Regionalökonomie und -entwicklung,
dem Qualitätsmanagement im Tourismus sowie mit Projektevaluationen.
Monika Bandi
Dr. rer. oec.
Forschungsstelle Tourismus im CRED, Uni Bern
Senior Researcher am Schweizerischen
Institut für Entrepreneurship SIFE an der
HTW Chur. In Forschung und Beratung
beschäftigt er sich mit sozialen Beziehungen und Netzwerken in betriebswirtschaftlichen, technischen und medialen Kontexten.
Michael Beier
Dr.
HTW Chur
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ
der Hochschule Luzern – Wirtschaft. Zu
seinen Schwerpunkten gehören unter
anderem der Bankenmarkt Schweiz und
das Crowdfunding.
Leiter Klassifikation & Normen und
interner Qualitätsbeauftragter bei
hotelleriesuisse. Er ist verantwortlich für
die Umsetzung und Weiterentwicklung
der Schweizer Hotelklassifikation.
Daniel Beerli
Eidg. dipl. Hotelier-Restaurateur HF / SHL
hotelleriesuisse
Professor für Tourismus an der Universität St. Gallen und Vizedirektor des
Instituts für Systemisches Management
und Public Governance. In seiner Forschungs-, Lehr- und Beratungstätigkeit
beschäftigt er sich schwergewichtig
mit Destinationsmanagement.
Pietro Beritelli
Prof. Dr.
IMP-HSG, Universität St. Gallen
126 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Dozent, Projektleiter, Studiengangsleiter
des MSc Banking and Finance sowie
Leiter des Kompetenzzentrums Financial
Services Management am Institut für
Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hoch­
schule Luzern – Wirtschaft. Er ist spe­
zialisiert auf Trends und Entwicklungen
im Finanz­ und Bankenbereich.
Direktorin von pro ressource – Finanzie­
rungsoptima und unabhängige Expertin
für neue und bestehende Finanzierun­
gen und Zinsabsicherungen. Sie be­
gleitet Unternehmungen der Hospitality
Industy (Spitäler, Heime und Hotels) in
finanzstrategischen Fragen und unter­
stützt sie, ihre Fremdkapitalattraktivität
zu steigern und geeignete Finanzie­
rungsmöglichkeiten zu finden.
Anne Cheseaux
lic. oec. HEC, dipl. EHL
pro ressource – Finanzierungsoptima
Andreas Dietrich
Prof. Dr.
IFZ, Hochschule Luzern – Wirtschaft
Als Dozent an der HES­SO Wallis kon­
zentriert er seine Forschungstätigkeit
auf die Bereiche eCRM, eCommerce
und Social Media im Tourismus.
Als Leiterin Daten & ERFA­Gruppen ist
sie für die Koordination und Durchfüh­
rung der Erfahrungsaustausch­(ERFA)­
Gruppen zuständig. Die Schweizer
Hotel­Datenbank und der offizielle und
umfassendste Schweizer Hotelführer
www.swisshotels.com sowie Benchmark­
Kennzahlen fallen ebenfalls in ihren
Aufgabenbereich.
Barbara Friedrich
MSc BA / dipl. Hotelmanagerin NDS HF
hotelleriesuisse
Michael Fux
Dr. rer. oec.
Institut für Tourismus, HES-SO Valais Wallis
Il enseigne le management stratégique
et la veille stratégique au sein des
filières d’économie d’entreprise et d’in­
formatique de gestion. Il participe
aux études de marché «focus» de l’Ob­
servatoire Valaisan du Tourisme ainsi
qu’à différents projets de recherche ap­
pliquée sur les thèmes de la conception
de modèles d'affaires innovants et du
crowdsourcing.
Vincent Grèzes
PhD, Senior researcher
Institut Entrepreneurship & Management, HES-SO Valais
Als freier Wirtschafts­ und Touristik­
Journalist in Zürich (www.schriftzug.ch)
schreibt er regelmässig für die htr hotel
revue.
Andreas Güntert
Freier Journalist
Hilfsassistentin an der Forschungsstelle
Tourismus im CRED (Center for Regional
Economic Development) der Universität
Bern. Dort arbeitet sie in verschiedenen
Forschungs­ und Dienstleistungspro­
jekten und bei der Betreuung von Lehr­
veranstaltungen mit.
Sarah Hämmerli
BA Soc Sc
Forschungsstelle Tourismus im CRED, Uni Bern
Leiter Wirtschaftspolitik bei hotellerie­
suisse. In dieser Funktion ist er ver­
antwortlich für die politische Interessen­
vertretung. Dazu gehören nebst der
Kontaktpflege zu politischen Akteuren
und Verbänden auch die Betreuung
der tourismus­ und wirtschaftspolitischen
Dossiers. Zudem leitet und koordiniert
er das Monitoring der Bundesgesetze
aus Sicht der Hotellerie.
Christophe Hans
lic. ès sc. pol.
hotelleriesuisse
ANNUAIRE DE L’HÔTELLERIE SUISSE 2015 127
Professor für Tourismus und Dienstleistungsmanagement und Direktor des
Instituts für Systemisches Management
und Public Governance, an welchem
er das Research Center für Tourismus
und Verkehr leitet. Er beschäftigt sich
schwergewichtig mit Konsumentenverhalten, betriebswirtschaftlichen Fragestellungen in touristischen Unternehmen sowie Destinationsmanagement.
Christian Laesser
Prof. Dr.
IMP-HSG, Universität St. Gallen
Freier Journalist und Tessiner Korrespondent für diverse Deutschschweizer
Zeitungen. Er schreibt regelmässig
für die htr hotel revue.
Theres Lagler
Redaktorin BR
htr hotel revue
Partner und Revenue Consultant bei
der Swiss Hospitality Solutions AG.
Er befasst sich täglich mit RevenueManagement-Strategien im Tourismus
und sucht dabei nach Lösungsansätzen
für die Praxis.
Gianluca Marongiu
Revenue Management Experte
Swiss Hospitality Solutions AG
Gerhard Lob
Freier Journalist
Directeur de la SCH depuis 2008, après
une longue expérience acquise dans
les domaines du crédit et du conseil,
avec spécialisation dans le tourisme et
les dossiers de restructuration. Il est
également membre du conseil d’administration d’une entreprise de remontées mécaniques et intervenant
dans une école supérieure.
Philippe Pasche
Executive Master of Economic Crime Investigation
Société suisse de crédit hôtelier SCH
Gründer und Geschäftsleiter von Rütter
Soceco (ehemals Rütter+Partner).
Seine Forschungsschwerpunkte liegen
in den Bereichen Wertschöpfungs-,
Branchen- und Regionalanalysen sowie
touristische und wirtschaftliche Wirkungsstudien.
Heinz Rütter
Dr. rer. oec.
rütter soceco
Redaktorin bei der htr hotel revue.
Sie ist verantwortlich für die aktuelle,
tourismuspolitische Berichterstattung.
Zentrale Themen sind insbesondere
die finanziellen Förderinstrumente des
Bundes, die Schweiz Tourismus, Innotour, die Schweizerische Gesellschaft
für Hotelkredit (SGH) und die Neue
Regionalpolitik (NRP) umfassen.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei
Rütter Soceco. Sie befasst sich insbesondere mit den Bereichen Eventund Branchenanalysen, nachhaltige
Regionalentwicklung und Sport.
Corina Rieser
MSc Sport Science / MSc Minor Geography
rütter soceco
Er beschäftigt sich im Rahmen seiner
Forschungstätigkeit vor allem mit dem
Einfluss neuer Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Tourismusindustrie. Sein Fokus liegt dabei
auf der Entwicklung der Vertriebskanäle
in der Hotellerie.
Roland Schegg
Prof. Dr. sci. nat
Institut für Tourismus, HES-SO Valais Wallis
128 JAHRBUCH DER SCHWEIZER HOTELLERIE 2015
Als Projektleiterin Bildungsmonitoring
bei hotelleriesuisse widmet sie sich der
Beschaffung und Analyse von Informationen zu Bildungsfragen in der Hotellerie. Die Ergebnisse dienen als Entscheidungsgrundlagen für die Ausgestaltung
von Bildungsangeboten und für die
bildungspolitische Positionierung des
Verbandes.
Als Business Development Manager ist
er verantwortlich für die Vermarktung
von sämtlichen Produkten und die
Entwicklung des Kundenstamms in
Deutschland, Österreich, der Schweiz,
sowie der Benelux-Region. Er arbeitet
ausserdem mit verschiedenen Hotelverbänden zusammen und vertritt STR
Global an Konferenzen und Veranstaltungen.
Dennis C. Spitra
BBA International Hotel Management
STR Global
Miriam Shergold
PhD
hotelleriesuisse
Leiter des Bereichs Analyse und übergreifende Aktivitäten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR)
und Verantwortlicher der monetären
Tourismusstatistik des Bundesamts
für Statistik (BFS).
Jerry Suk
Dr. rer. oec., Diplom-Volkswirt
Bundesamt für Statistik (BFS)
Projektleiter Forschung & Innovation bei
hotelleriesuisse. In dieser Funktion ist
er unter anderem für die Koordination
von Forschungsprojekten zuständig
und nimmt eine Drehscheibenfunktion
zwischen der Forschung und der Branche
wahr. Des Weiteren arbeitet er als
Senior Researcher am Institut für Tourismuswirtschaft der Hochschule Luzern –
Wirtschaft.
Fabian Weber
Dr. phil.
hotelleriesuisse
Leiterin des Schwerpunkts Digitale
Strategien am Schweizerischen Institut
für Entrepreneurship SIFE der HTW
Chur. In Forschung und Beratung beschäftigt sie sich mit neuen Geschäftsmodellen und strategischen Fragen
von Unternehmen und Organisationen,
insbesondere im Online-Kontext.
Kerstin Wagner
Prof. Dr.
HTW Chur
Annuaire de l’hôtellerie suisse 2015
Annuaire de l’hôtellerie suisse 2015
2015
Jahrbuch der Schweizer Hotellerie 2015
Jahrbuch der Schweizer Hotellerie 2015
Jahrbuch der Schweizer Hotellerie
Fotoverzeichnis
Annuaire de
l’hôtellerie
suisse
Légende des photos
Jahrbuch der Schweizer Hotellerie
Annuaire de l’hôtellerie suisse
2015
Lausanne Palace
© Hotelarchiv Schweiz HAS 031
(Imprimerie du Simplon)
Belvédère Davos
© Hotelarchiv Schweiz HAS 001
(Sammlung hotelleriesuisse)
Golf Sierre
© Hotelarchiv Schweiz HAS 031
(Imprimerie du Simplon)
Parkhotel Gunten
© Hotelarchiv Schweiz HAS 001
(Sammlung hotelleriesuisse)
Parkhotel Vitznau
© Hotelarchiv Schweiz HAS 001
(Sammlung hotelleriesuisse)
Waldhaus Sils-Maria
© Hotel Waldhaus, Sils-Maria
Eden Montreux
© Hotelarchiv Schweiz HAS SAM GHP
(Sammlung Club Grand Hôtel & Palace)
Metropole Genève
© Hotelarchiv Schweiz HAS 031
(Imprimerie du Simplon)
Eurotel
© Hotelarchiv Schweiz HAS 004
(Eurotel Montreux)
Alpina Gstaad
© Hotelarchiv Schweiz HAS 001
(Sammlung hotelleriesuisse)
Schweizerhof Bern
© Hotelarchiv Schweiz HAS 001
(Sammlung hotelleriesuisse)
Porträt
Portrait
hotelleriesuisse
hotelleriesuisse
hotelleriesuisse ist das Kompetenzzentrum für die Schweizer
Hotellerie und vertritt als Unternehmerverband die Interessen
der national und international ausgerichteten Hotelbetriebe. Seit
1882 steht hotelleriesuisse gemeinsam mit seinen 3000 Mitgliedern, davon 2000 Hotels, für eine qualitätsbewusste und
zukunftsorientierte Hotel- und Beherbergungswirtschaft.
Die von hotelleriesuisse klassierten Betriebe repräsentieren
65 Prozent der Schweizer Hotelbetten und generieren 75 Prozent
der Logiernächte. hotelleriesuisse ist in allen Landesteilen und
Sprachregionen präsent und zählt 98 Mitarbeitende. Der Verband erfüllt folgende Kernaufgaben:
– Schweizer Hotelklassifikation
– Wirtschaftspolitische Interessenvertretung
– Nachwuchsförderung, Aus- und Weiterbildung
– Interessenvertretung Hotellerie in der Sozialpartnerschaft
– Rechtsberatung
– Herausgabe der unabhängigen Fachzeitung htr hotel revue
hotelleriesuisse est le centre de compétence de l’hôtellerie en
Suisse. L’association des entrepreneurs défend les intérêts des
hôtels à vocation nationale et internationale. Depuis 1882, hotelleriesuisse incarne avec ses 3000 membres, dont 2000 hôtels,
une économie de l’hôtellerie et de l’hébergement axée sur la
qualité et tournée vers l’avenir.
Les établissements classés par hotelleriesuisse représentent
65 % des lits d’hôtels en Suisse et génèrent 75 % des nuitées.
hotelleriesuisse est présente dans toutes les régions linguistiques
du pays et emploie 98 collaborateurs. L’association des entrepreneurs assume les tâches-clés suivantes :
– Classification suisse des hôtels
– Défense des intérêts politico-économiques
– Promotion de la relève, formation initiale et continue
– Défense des intérêts de l’hôtellerie dans le partenariat social
– Conseil juridique
– Edition de l’hebdomadaire indépendant htr hotel revue
Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit SGH
Société suisse de crédit hôtelier SCH
Die SGH, mit Sitz in Zürich, ist eine öffentlich-rechtliche Genossenschaft und besteht auf Basis des Bundesgesetzes über die
Förderung der Beherbergungswirtschaft vom 20. Juni 2003. Sie
verfolgt das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit
der Beherbergungswirtschaft zu erhalten und zu verbessern. Ihre
Aufgabe ist die Förderung von wirtschaftlich zukunftsfähigen
Beherbergungsbetrieben mittels Darlehen und Beratungsleistungen. Gefördert werden können Beherbergungsbetriebe sowie
Kooperationen und überbetriebliche Einrichtungen. Der Begriff
der Beherbergungswirtschaft wird im Sinne moderner Entwicklungen des Ferientourismus verstanden. Bei den Darlehen handelt es sich in der Regel um subsidiäre Finanzierungen an Beherbergungsbetriebe in Tourismusgebieten und Badekurorten. Die
Darlehen können vorwiegend für Investitionsvorhaben, Erwerb
und Nachfolgeregelungen gewährt werden. Die SGH bietet auch
Beratungsleistungen an, wie Unternehmensbewertungen, Machbarkeitsstudien, Finanzierungsprüfungen, regionale Förderprogramme oder Gutachten. Die Gestaltung von Instrumenten und
der Wissenstransfer zugunsten der Beherbergungsbranche runden die Beratungstätigkeit ab.
La SCH est une société coopérative de droit public créée sur la
base de la loi fédérale sur l’encouragement du secteur de l’hébergement du 20 juin 2003. Elle a pour but de préserver et de développer la compétitivité du secteur de l'hébergement et d'assurer
sa pérennité. Sa tâche est le soutien aux établissements d’hébergement économiquement prometteurs, par des prêts et des
prestations de conseil. Peuvent bénéficier d’un soutien les établissements d’hébergement ainsi que des coopérations et des
infrastructures interentreprises. La notion de secteur de l’hébergement tient compte des formes modernes du tourisme de vacances. Les prêts consistent en règle générale en des financements subsidiaires accordés aux établissements d’hébergement
dans les régions touristiques et les stations thermales. Les prêts
peuvent être octroyés principalement pour des projets d’investissement, des acquisitions et des successions. La SCH offre des
prestations de conseil, telles que des évaluations d’entreprises,
des études de faisabilité, des études de financement, des programmes de promotion régionaux ou des expertises. La conception d’instruments et le transfert de connaissances en faveur des
acteurs de l’hébergement complètent les activités de conseil.
Impressum
Herausgeber
Projektleitung
Redaktion
Gestaltung
Fotos
© hotelleriesuisse, Bern und
Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit, Zürich
Fabian Weber, hotelleriesuisse, Bern
Nora Fehr, Dr. Schenker Kommunikation AG, Bern
Stämpfli AG, Bern
Hotelarchiv Schweiz
Fotokonzept
Druck
Auflage
Preis
Historische Hotelplakate
Stämpfli AG, Bern
4800 Exemplare
CHF 35.–
Printed in Switzerland
PERFO RMAN CE
neutral
Drucksache
No. 01-14-424085 – www.myclimate.org
© myclimate – The Climate Protection Partnership
Zu Gunsten der Leserlichkeit wird im vorliegenden Jahrbuch das
generische Maskulinum verwendet, welches auch weibliche Personen einbezieht.
Par souci de lisibilité, le masculin générique est utilisé pour désigner les deux sexes dans le présent annuaire.
Jahrbuch der Schweizer Hotellerie 2015
Annuaire de l’hôtellerie suisse 2015
Jahrbuch der Schweizer Hotellerie
Annuaire de l’hôtellerie suisse
2015