Soziale Probleme

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Soziale Probleme
soFid
Sozialwissenschaftlicher Fachinformationsdienst
Soziale Probleme
2010|2
Soziale Probleme
Sozialwissenschaftlicher Fachinformationsdienst
soFid
Soziale Probleme
Band 2010/2
bearbeitet von
Hermann Schock
GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften 2010
ISSN:
Herausgeber:
bearbeitet von:
Programmierung:
Druck u. Vertrieb:
0938-605x
GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Abteilung Fachinformation für Sozialwissenschaften (FIS)
Hermann Schock
Siegfried Schomisch
GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Lennéstr. 30, 53113 Bonn, Tel.: (0228)2281-0
Printed in Germany
Die Mittel für diese Veröffentlichung wurden im Rahmen der institutionellen Förderung von GESIS
durch den Bund und die Länder gemeinsam bereitgestellt.
© 2010 GESIS. Alle Rechte vorbehalten. Insbesondere ist die Überführung in maschinenlesbare
Form sowie das Speichern in Informationssystemen, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Einwilligung des Herausgebers gestattet.
Inhalt
Vorwort .................................................................................................................................................7
Sachgebiete
1
Armut und Arbeitslosigkeit......................................................................................................11
2.1
Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand..................................................................60
2.2
Altern und Lebensbedingungen im Alter.................................................................................77
2.3
Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter..................................................................................98
3.1
Jugendliche und erwachsene Behinderte, Lebensbedingungen und
schulische Integration............................................................................................................112
3.2
Berufliche Rehabilitation und Integration Behinderter..........................................................119
4
Krankheit, Pflege, Rehabilitation...........................................................................................121
5
AIDS (Aufklärung, Gefährdung, Situation Infizierter)..........................................................160
6
Sucht (Medikamenten- und Drogenabhängigkeit, Alkoholismus, Glücksspiele)..................163
7
Verschiedene Randgruppen (Prostituierte, Kriminelle, etc.).................................................180
Register
Hinweise zur Registerbenutzung.......................................................................................................221
Personenregister.................................................................................................................................223
Sachregister........................................................................................................................................231
Institutionenregister...........................................................................................................................251
Anhang
Hinweise zur Originalbeschaffung von Literatur...............................................................................257
Zur Benutzung der Forschungsnachweise.........................................................................................257
soFid Soziale Probleme 2010/2
Vorwort
7
Vorwort
zum soFid „Soziale Probleme“
GESIS bietet mit dem „Sozialwissenschaftlichen Fachinformationsdienst“ (soFid) zweimal jährlich aktuelle Informationen zu einer großen Zahl spezieller Themenstellungen an. Jeder soFid hat
sein eigenes, meist pragmatisch festgelegtes Profil. Gewisse Überschneidungen sind deshalb nicht
zu vermeiden.
Quelle der im jeweiligen soFid enthaltenen Informationen sind die von GESIS produzierten Datenbanken SOLIS (Sozialwissenschaftliches Literaturinformationssystem) sowie SOFIS (Forschungsinformationssystem Sozialwissenschaften – bisher FORIS).
Die Datenbank SOLIS stützt sich vorwiegend auf deutschsprachige Veröffentlichungen, d.h. Zeitschriftenaufsätze, Monographien, Beiträge in Sammelwerken sowie auf Graue Literatur in den
zentralen sozialwissenschaftlichen Disziplinen. In SOLIS ist bei einigen Hinweisen unter „Standort“ eine Internet-Adresse eingetragen. Wenn Sie mit dieser Adresse im Internet suchen, finden
Sie hier den vollständigen Text des Dokuments.
Wesentliche Quellen zur Informationsgewinnung für SOFIS sind Erhebungen in den deutschsprachigen Ländern bei Institutionen, die sozialwissenschaftliche Forschung betreiben. Zur Meldung
neuer Projekte steht unter http://www.gesis.org/dienstleistungen/fachinformationen/datenbankeninformationssysteme/forschungsdatenbank-sofis/erhebung/ permanent ein Fragebogen zur Verfügung.
Literaturhinweise sind durch ein "-L" nach der laufenden Nummer gekennzeichnet, Forschungsnachweise durch ein "-F". Im Gegensatz zu Literaturhinweisen, die jeweils nur einmal gegeben
werden, kann es vorkommen, dass ein Forschungsnachweis in mehreren aufeinander folgenden
Diensten erscheint. Dies ist gerechtfertigt, weil Forschungsprojekte häufig ihren Zuschnitt verändern, sei es, dass das Projekt eingeengt, erweitert, auf ein anderes Thema verlagert oder ganz abgebrochen wird. Es handelt sich also bei einem erneuten Nachweis in jedem Falle um eine aktualisierte Fassung, die Rückschlüsse auf den Fortgang der Arbeiten an einem Projekt zulässt.
***
Im Scope des soFid „Soziale Probleme“ vereint sind einige gesellschaftlich virulente soziale
Brennpunkte. Ihre Auswahl ergibt sich aus der Abgrenzung mit dem Gesamtprogramm des soFid,
das eine ganze Reihe von Titeln wie z.B. „Kriminal- und Rechtssoziologie“ enthält, die soziale
Problemlagen abbilden. Insofern ist der Dienst "Soziale Probleme" eher residual zu verstehen. Ein
Bemühen, alle Themen zu sozialen Problemen in einem Dienst vollständig nachzuweisen, müßte
aus quantitativen Gründen scheitern.
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soFid Soziale Probleme 2010/2
Vorwort
Zu beachten ist, dass historische und entwicklungspolitische Themen weitgehend ausgegliedert
sind. Sozialmedizinische Themen sind im soFid „Gesundheitsforschung“, Aufgaben der Politik im
Rahmen der Sozialen Sicherung im soFid „Sozialpolitik“ und Ausländerfragen im soFid „Migration und ethnische Minderheiten“ schwerpunktmäßig berücksichtigt und tiefer gegliedert dargeboten.
Die einzelnen Problembereiche sind zu umreißen:
Das erste Kapitel ist den Themen Armut und Obdachlosigkeit gewidmet. Im Wesentlichen sind
es Arbeiten zu Lebenslagen ohne Einkommen bzw. mit Niedrigsteinkommen wie Sozialhilfebezug, weiterhin zu Arbeits- und Wohnungslosigkeit sowie ihrer (subjektiven) Bewältigung. Auch
die Behandlung von Extremlagen von Kindern und Jugendlichen ist hier eingruppiert.
Das folgende Kapitel zur Alterns-Thematik ist in drei Abschnitte gegliedert und beginnt mit den
Beschäftigungs- und Qualifizierungsbedingungen, dem Leistungsvermögen älterer Arbeitnehmer und dem (gleitenden) Übergang aus dem Erwerbsleben in den Ruhestand. Auch enthalten
sind Arbeiten zur Wiederbeschäftigungsperspektive älterer Arbeitsloser. Die thematische Spanne
des zweiten Abschnitts Altern und Lebensbedingungen im Alter reicht von den Entwicklungen
subjektiver Befindlichkeiten und sozialer Beziehungen, der Bildungsbeteiligung, dem Freizeitverhalten, der Mediennutzung bis hin zur Selbsthilfe, den materiellen Grundlagen der Lebensführung
und dem Konsumverhalten. Der dritte Abschnitt ist auf den letzten Lebensabschnitt mit seinen
massiven Einschränkungen und der Unselbständigkeit bezogen und referiert Arbeiten zur Hilfsbedürftigkeit einerseits und dem Infrastrukturangebot andererseits, d.h. dem Angebot von Diensten
im Spektrum ambulanter und stationärer Betreuung/Behandlung.
Das dritte Kapitel hat die Situation jugendlicher und erwachsener Behinderter zum Thema.
Einbezogen sind alle Behinderungsarten, Schweregrade wie auch die Mehrfachbehinderungen.
Aus methodischer Sicht dominiert in den Arbeiten der Anwendungsbezug: Formuliert werden Anforderungen an die Familien, den Wohnungsbau und das Bildungswesen. Konzipiert und evaluiert
werden Modelle der Betreuung/Behandlung. Im nachfolgenden Unterkapitel zusammengefasst
sind alle Arbeiten zur Gestaltung der beruflichen Ausbildung, der Arbeitsplätze, der Integration in
den Arbeitsmarkt und in den Betrieb. Weiterhin enthalten sind Entwicklungen technischer und anderer Hilfen wie auch Studien zur Errichtung und den Betrieb von Werkstätten.
Krankheit, Pflege, Rehabilitation sind die Stichworte, die das vierte Kapitel umreißen. Zentral
dabei ist das subjektive Erleben somatisch, psychosomatisch oder psychisch bestimmter Krankheitssituationen je Alterstufe. Die Strategien der Prävention - Behandlung - Nachbehandlung - Beschäftigungstherapie fügen sich ein. Die Befassung mit den Umgebungsbedingungen Kranker
zählt mit zum Gegenstandsbereich wie auch die mit dem Sterben, dem Tod und Selbstmord. Zum
Thema „AIDS“ ist ein separates Kapitel nachfolgend eröffnet.
Thematisch schließt das fünfte Kapitel unmittelbar an. Zusammengefasst sind hier die sozialwissenschaftlichen Beiträge - die gesundheitspolitischen sind einbezogen - zur AIDS -Problematik in
den Dimensionen von Präventionspolitik, (sexueller) Verhaltensmodifikation, allgemeiner und
medizinischer Versorgung Infizierter, Umgebungsbedingungen in Familie und am Arbeitsplatz.
Im folgenden Kapitel sind alle sozialwissenschaftlich bearbeiteten Fragestellungen zum Problembereich Sucht mit allen ihren Varianten wie Medikamenten-, Drogen-, Spielsucht und Alkoholis-
soFid Soziale Probleme 2010/2
Vorwort
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mus zusammengeführt. Enthalten sind Themen der Prävention bzw. der darauf ausgerichteten Politik, der Behandlungsmethoden und Institutionen sowie den therapeutischen Erfolgsaussichten.
Die Lage verschiedener Randgruppen wie die der Prostituierten, Homosexuellen, Trebegängern,
gewaltgeneigten Jugendlichen, Kriminellen ist Thema des letzten Kapitels. Individuelle und gesellschaftliche Entwicklungen und Rechtslagen sind gleichermaßen Gegenstand. Weiterhin zählen
Integrationspolitik sowie Maßnahmen und ihre Erfolgsaussichten mit zum Scope.
Tabelle: „Soziale Probleme“, Ausgabe 2010/2 – Forschungs- und Literaturhinweise nach Sachgebieten
Kapitel und Sachgebiete
Anzahl Hinweise zu
Literatur
1
Armut und Arbeitslosigkeit
2.1
Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand
2.2
Forschung
82
12
9
17
Altern und Lebensbedingungen im Alter
33
8
2.3
Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
14
13
3.1
Jugendliche und erwachsene Behinderte, Lebensbedingungen
und schulische Integration
13
5
3.2
Berufliche Rehabilitation und Integration Behinderter
2
1
4
Krankheit, Pflege, Rehabilitation
37
26
5
Aids (Aufklärung, Gefährdung, Situation Infizierter)
5
1
6
Sucht (Medikamenten- und Drogenabhängigkeit, Alkoholismus,
Glücksspiele)
25
5
7
Verschiedene Randgruppen (Prostituierte, Kriminelle, Homosexuelle, etc.)
72
9
292
97
Ausgabe 2010/2 enthält 389 Einzelinformationen, davon
soFid Soziale Probleme 2010/2
1 Armut und Arbeitslosigkeit
1
11
Armut und Arbeitslosigkeit
[1-F] Alber, Jens, Prof.Dr.; Ehlert, Martin, M.A.; Grell, Britta, Dr.; Heisig, Jan Paul, Dipl.-Soz.;
Kohler, Ulrich, Dr.; Radenacker, Anke, Dipl.-Demogr.; Wörz, Markus, Dr. (Bearbeitung); Kohler,
Ulrich, Dr. (Leitung):
Die wirtschaftlichen Folgen zentraler Lebensrisiken in Deutschland und den USA und ihre
Entwicklung seit den achtziger Jahren
INHALT: In öffentlichen wie sozialwissenschaftlichen Debatten wird seit längerem immer wieder die These vertreten, dass ökonomische Unsicherheiten in den westlichen Gesellschaften
zugenommen hätten und dass dazu auch ein Abbau wohlfahrtsstaatlicher Sicherungsmechanismen beigetragen habe. Der empirische Gehalt dieser These ist allerdings bislang kaum ausreichend geprüft worden. Vor diesem Hintergrund untersucht das Forschungsvorhaben auf
Grundlage deutscher und US-amerikanischer Längsschnittdaten, wie sich die wirtschaftlichen
Folgen zentraler Lebensrisiken (Arbeitslosigkeit, Alter, Krankheit, Familiengründung, Trennung und Alleinerziehung) zwischen den beiden Ländern unterscheiden und wie sie sich über
die Zeit entwickelt haben. Die USA sind ein besonders interessanter Vergleichsfall, weil sie
den residualen Wohlfahrtsstaat, der - ob als nachahmenswertes oder abschreckendes Beispiel
- einen zentralen Bezugspunkt der Debatten darstellt, nach allgemeiner Auffassung stärker
verkörpern als jedes andere westliche Land. Allgemein soll die länder- und zeitvergleichende
Perspektive des Projekts zeigen, welche Auswirkungen zentrale Lebensrisiken in unterschiedlichen institutionellen Kontexten auf das wirtschaftliche Wohlergehen der Bürgerinnen und
Bürger haben. Um hier zu möglichst klaren Erkenntnissen zu gelangen, sollen die mikrodatenbasierten Auswertungen mit Beschreibungen der zentralen wohlfahrtsstaatlichen Institutionen und ihres Wandels zusammengebracht werden. Das Projekt strebt damit im Sinne einer
institutionenbezogenen Sozialstrukturanalyse eine systematische Verbindung von methodisch
anspruchsvoller mikrodatenbasierter Wohlfahrtsanalyse und institutionenvergleichender
Wohlfahrtsstaatsforschung an, die in der bisherigen Forschung zu kurz gekommen ist. ZEITRAUM: seit den achtziger Jahren GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland,
USA
METHODE: Regressionsmodelle für Paneldaten (insb. fixed-effects Modelle, dynamische Panelmodelle); Ländervergleich Deutschland-USA
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Projektantrag (in Auszügen).
Download unter: www.wzb.eu/bal/usi/pdf/Antrag-Ausschnitt%20für%20Internet.pdf .
ART: gefördert BEGINN: 2009-04 ENDE: 2011-03 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH Schwerpunkt Bildung, Arbeit und Lebenschancen Abt. Ungleichheit und soziale Integration (Reichpietschufer
50, 10785 Berlin)
KONTAKT: Leiter (Tel. 030-25491-361, e-mail: [email protected])
[2-L] Barrientos, Armando; Neff, Daniel:
Attitudes to chronic poverty in the "global village", (GIGA Working Papers, No. 134),
Hamburg 2010, 22 S. (Graue Literatur; www.giga-hamburg.de/dl/download.php?
d=/content/publikationen/pdf/wp134_barrientos-neff.pdf)
12
soFid Soziale Probleme 2010/2
1 Armut und Arbeitslosigkeit
INHALT: "In dem vorliegenden Arbeitspapier werden Haltungen zu chronischer Armut anhand
von Querschnittsdaten aus Entwicklungs- und Industrieländern auf der Basis der dritten Runde des World Values Survey (1994-1998) untersucht. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die
Mehrheit der Befragten Armut als chronisch ansieht. Die Untersuchung zeigt zudem die jeweiligen Einflussfaktoren auf die öffentliche Meinung zu chronischer Armut auf, von denen
insbesondere Interessen, Stellung, der Wissensstand als auch gemeinsame Werte bezüglich
sozialer Gerechtigkeit von Bedeutung sind." (Autorenreferat)
[3-L] Bauer, Michael; Endreß, Alexander (Hrsg.):
Armut: Aspekte sozialer und ökonomischer Unterprivilegierung, (Schriftenreihe der
Humanistischen Akademie Bayern, 3), Aschaffenburg: Alibri Verl. 2009, 161 S., ISBN: 978-386569-038-8
INHALT: Begriffe wie neue Armut und Prekariat rücken zunehmend in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses, denn immer mehr Menschen in Deutschland leben unterhalb der Armutsgrenze oder fühlen sich vom sozialen Abstieg bedroht. Mit dem Band, der die zweite
Jahrestagung der Humanistischen Akademie Bayern im März 2007 dokumentiert, wird dieses
Phänomen aus unterschiedlichen Perspektiven und aus einem breiten Armutsverständnis heraus angegangen.(ZPol, NOMOS). Inhaltsverzeichnis: Michael Bauer / Alexander Endreß:
Vorwort (7-11); Christoph Butterwegge: Krise und Zukunft des Sozialstaates (12-26); Uta
Meier-Gräwe: Gedeihen trotz widriger Umstände!? Förderung von Resilienz bei armen Kindern und Jugendlichen (27-49); Michelle Bichler: Die Rolle prekärer sozialer Lebensbedingungen im Kontext des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen in medialen Welten (5063); Uwe Helmert: Soziale Ungleichheit und Gesundheit in Deutschland: Müssen Arme früher sterben? (64-85); Alexander Endreß: International vergleichende Sozialstrukturanalyse als
Zugang zur Armutsforschung (86-94); Horst Groschopp: Moderner Humanismus und die soziale Frage (95-109); Armin Pfahl-Traughber: Zwischen "Kampf dem Kapital" und "raumorientierter Volkswirtschaft". Die Wiederentdeckung der sozialen Frage durch Rechtsextremisten (110-125); Christoph Kühberger: "Voices of the poor" hören. Ein möglicher geschichtswissenschaftlicher Beitrag zur lösungsorientierten Armutsforschung (126-144); Sebastian
Braun: Das soziale Kapital der Bürgergesellschaft. Zum vernachlässigten Problem der sozialen Ungleichheit (145-159).
[4-L] Becker, Jens:
Das Unbehagen in der Gesellschaft: Soziale Ungleichheiten und
Ungerechtigkeitserfahrungen in Deutschland, in: Stefan Selke (Hrsg.): Tafeln in Deutschland :
Aspekte einer sozialen Bewegung zwischen Nahrungsmittelumverteilung und Armutsintervention,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2009, S. 107-135
INHALT: "Ausgehend von einem verbreiteten Unbehagen in der Gesellschaft, das durch den
Umbau des Sozialstaats und den Primat des Ökonomischen verstärkt wird, werden Konfliktdimensionen und Ungerechtigkeitserfahrungen aus der Sicht der Bevölkerung thematisiert.
Geschildert wird der Paradigmenwechsel vom sorgenden zum aktivierenden Sozialstaat. In
weiteren Kapiteln werden Einstellungen zu Interessen- und Verteilungskonflikten, Gerechtigkeitsfragen und Veränderungen in der Wahrnehmung der sozialen Sicherheit diskutiert. Fer-
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
13
ner geht es um die Problemlösungsfähigkeit des politischen Systems und um die Bewertung
der Grundsicherung für Arbeitsuchende." (Autorenreferat)
[5-L] Bergstreser, Michael; Möllenberg, Franz-Josef; Pohl, Gerd (Hrsg.):
Globale Hungerkrise: der Kampf um das Menschenrecht auf Nahrung, Hamburg: VSA-Verl.
2009, 189 S., ISBN: 978-3-89965-383-0
INHALT: "Wie können das Menschenrecht auf Nahrung und die Rechte der arbeitenden Menschen gewahrt werden? Das Welternährungssystem ist sozial ungerecht. Über eine Milliarde
Menschen leiden unter chronischem Hunger. Damit wird das Menschenrecht auf Nahrung
verletzt. Zu den Hungernden gehören auch Millionen von Landwirtschafts- und Lebensmittelarbeitern. Das Welternährungssystem zerstört zudem die Ökologie, auf die es angewiesen ist.
Die Ursachen dieser Entwicklung sind vielfältig, sie werden in diesem Band analysiert und es
werden Alternativen aufgezeigt." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Franz-Josef Möllenberg: Vorwort (7-8); Constanze von Oppeln, Rafael Schneider: Kein Ende der globalen Hungerkrise in Sicht (9-27); Michael Windfuhr: Wasser als Ware oder Menschrecht auf Wasser?
(28-43); Armin Paasch: Hungerkrise reloaded - die Globalisierung schlägt zurück (44-56);
Peter Wahl: Die Finanzmarktkrise und der Hunger in der Welt (57-73); Ron Oswald: Ernährungskrise, Transnationale Konzerne und soziale Regulierung (74-86); Alexis Passadakis: Die
WTO - das Kronjuwel der Globalisierung (87-99); Jörg Goldberg: Spekulation mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln (100-116); Elmar Altvater: Der Klimawandel verschärft die Hungerkrise (117-130); Harald Wiedenhofer: Biokraftstoffe und Hunger (131-146); Herbert
Schui: Entwicklungsländer und internationales Kreditgeld (147-157); Pia Eberhardt: Zwischen kapitalistischem Alltagsgeschäft und Ernährungssouveränität (158-170); Michael
Bergstreser, Gerd Pohl: Das Menschenrecht auf Nahrung (171-180); Jean Ziegler: Hunger Schande des Imperiums (181-189).
[6-L] Bertram, Hans:
Familie, sozialer Wandel und neue Risiken: die vergessenen Kinder, in: Herfried Münkler
(Hrsg.) ; Matthias Bohlender (Hrsg.) ; Sabine Meurer (Hrsg.): Sicherheit und Risiko : über den
Umgang mit Gefahr im 21. Jahrhundert, Bielefeld: transcript Verl., 2010, S. 73-99
INHALT: Durch die Analyse ausgewählter Bereiche von individuellen Lebensentscheidungen
wird gezeigt, dass durch solche Entscheidungen nicht nur erhebliche Konsequenzen für die
ökonomischen und sozialen Risiken von Individuen entstehen, sondern sich auch erhebliche
Rückwirkungen auf die institutionellen und ökonomischen Strukturen des modernen Wohlfahrtsstaates aufzeigen lassen. Mit dieser Argumentation wird auch verdeutlicht, dass die
Analyse der Konsequenzen von Risiken und Risikoentwicklungen in modernen Wohlfahrtsstaaten sich nur dann sinnvoll durchführen lässt, wenn neben den Strukturveränderungen auf
der ökonomischen, politischen und institutionellen Ebene einer Gesellschaft auch die Veränderungen des individuellen Handelns und die Bedeutung dieser Veränderungen auf der Mikroebene für die Makrostruktur der Gesellschaft berücksichtigt werden. Dabei werden die
Veränderungen der privaten Lebensformen diskutiert, insbesondere von Alleinerziehenden,
die Wanderungsbewegungen innerhalb von Deutschland und Migrationsprozesse aus anderen
Ländern nach Deutschland untersucht und regionale Lebensbedingungen und ihre Effekte für
das individuelle Wohlbefinden analysiert. (ICF2)
14
soFid Soziale Probleme 2010/2
1 Armut und Arbeitslosigkeit
[7-L] Bescherer, Peter:
Alchimisten des Widerstands?: Lumpen, Pauper und Prekäre im Spiegel antikapitalistischer
Kritik, in: Karina Becker (Hrsg.) ; Lars Gertenbach (Hrsg.) ; Henning Laux (Hrsg.) ; Tilman
Reitz (Hrsg.): Grenzverschiebungen des Kapitalismus : umkämpfte Räume und Orte des
Widerstands, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2010, S. 253-279
INHALT: Der Beitrag zur Kapitalismuskritik analysiert die Thematisierungsweisen des 'LumpenSegments' moderner Gesellschaften durch die kritische Theorie der Gesellschaft, ihrer Angemessenheit und ihrer blinden Flecken und setzt dabei im ersten Schritt bei Marx und Engels
an. Neben der Begriffspolitik der Begründer des historischen Materialismus werden die verschiedenen und zum Teil widersprüchlichen Verwendungsweisen problematisiert und ein allen Bestimmungen gemeinsamer Kern herausgearbeitet: die angeblich korrupte und konterrevolutionäre Grundeinstellung des Lumpenproletariats. Im zweiten Schritt wird historisch zurückblickend mit Bourdieu, der Stichwortgeber des anti-neoliberalen Diskurses wie auch der
kritischen Prekarisierungsforschung, auf seine Adaption des Lumpenproletariat-Konzeptes
befragt. Bourdieus Einschätzung, dem Subproletariat fehlten schon die habituellen Voraussetzungen für eine politische Initiative, während die beruflich integrierten Proletarier sehr wohl
Planungsfähigkeit und kohärente politische Orientierungen ausbilden könnten, ist vor dem
Hintergrund seiner Habitustheorie zu sehen: Die Kritik am reproduktiven Bias im Habituskonzept ist eine Möglichkeit, die Plausibilität der Lumpenproletariat-These in Zweifel zu ziehen. Eine andere Möglichkeit ist, einen genaueren Blick auf die empirische Basis der Theorie
sowohl bei Marx als auch bei Bourdieu zu werfen sowie Gegenevidenzen aus der Geschichte
sozialer Bewegungen anzubringen. Beide Wege der Problematisierung werden im dritten
Schritt aufgezeigt. Im vierten Schritt wird dann aber theoretischen Anstößen für eine andere
Beurteilung subproletarischer Bevölkerungsteile nachgegangen, wobei die Ansätze von Benjamin und Gramsci im Mittelpunkt stehen. (ICG2)
[8-L] Bichler, Michelle:
Die Rolle prekärer sozialer Lebensbedingungen im Kontext des Aufwachsens von Kindern
und Jugendlichen in medialen Welten, in: Michael Bauer (Hrsg.) ; Alexander Endreß (Hrsg.):
Armut : Aspekte sozialer und ökonomischer Unterprivilegierung, Aschaffenburg: Alibri Verl.,
2009, S. 50-63
INHALT: Neben Familie, Schule und Peer Group zählen Medien durch ihre Allgegenwärtigkeit
(in allen Bevölkerungsschichten) mittlerweile zu den maßgeblichen Sozialisationsinstanzen,
denen im Kontext eines sich verändernden Konzepts von Kindheit und Jugend und infolge
gesellschaftlicher Wandlungsprozesse eine sehr hohe Bedeutung beigemessen werden muss.
Ein kompetenter und vor allem reflektierter Umgang mit Medien, der möglichst früh erlernt
werden soll - und der in wissenschaftlichen (vor allem medienpädagogischen) Diskursen unter dem Begriff Medienkompetenz zusammengefasst wird -, ist demnach Voraussetzung für
Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene, um in der heutigen Mediengesellschaft
partizipieren zu können. Der Aufbau von Medienkompetenz bzw. eines medienkompetenten
Umgangs mit Medien hängt erstens mit den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stehenden Medien respektive dem Medienzugang und zweitens mit ihrer oder der ihnen nahe gebrachten Umgangs weise mit Medien zusammen, der Art und Weise der Mediennutzung und
dem Umfeld der Medienrezeption. Ein wichtiger, auf Seiten der Familien zu verzeichnender
Einflussfaktor auf die Art und Weise der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen fin-
soFid Soziale Probleme 2010/2
1 Armut und Arbeitslosigkeit
15
det sich in den sozioökonomischen und sozio-kulturellen Lebensbedingungen der Familien.
Dabei spielen vor allem die Faktoren Schichtzugehörigkeit, Bildungsniveau, Familienform,
Wohnort, Wohngröße und auch Einkommenshöhe der Eltern eine wichtige Rolle. Der Faktor
Armut bzw. Einkommenshöhe der Eltern zählt dabei zu den zentralen Einflussfaktoren. (ICF)
[9-F] Boehle, Mara, M.A. (Bearbeitung); Berger, Peter A., Prof.Dr. (Betreuung):
Ursachen und Wandel familialer Armut in Deutschland, 1962 bis 2008. Eine theoretische
und empirische Analyse
INHALT: Der Kampf gegen Kinderarmut ist auf nationaler wie auf europäischer Ebene hoch auf
der politischen Agenda angesiedelt. Dennoch hat sich der Anteil armer Familien in der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren bis heute erhöht und auf einem überdurchschnittlichen Niveau verfestigt. Bislang liegen jedoch keine empirischen Studien vor, die in befriedigender
Form erklären, weshalb es zu diesem Sachverhalt kam. Die empirische Forschung zum Wandel familialer Armut bearbeitet das Thema bislang deskriptiv oder konzentriert sich in kurzfristigen Zeitvergleichen auf einzelne, vorwiegend individuelle Ursachen des Phänomens. Die
Dissertation hat zum Ziel, die Gründe für die zeitliche Persistenz des überdurchschnittlich hohen Armutsrisikos familialer Lebensformen seit den 1960er Jahren bis heute systematisch zu
untersuchen. Dieses wird unter Zugrundelegung eines theoretischen und empirischen Mehrebenenmodells erfolgen, das die ökonomische Situation von Familien als Funktion individueller und struktureller Faktoren im Zusammenspiel mit zeitlichen Veränderungen der deutschen
Sozialstruktur begreift. Anknüpfungspunkte sind die sich in diesem Zeitraum ereignenden
ökonomischen, (inner-)familialen, demographischen und politisch-institutionellen Wandlungsprozesse wie die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, die Veränderung der Familienformen, die Zunahme kinderloser Paare und die Umgestaltungen des sozialpolitischen Unterstützungssystems. Die Hypothesen der Dissertation werden dabei durch einen theoretisch integrativen Ansatz fundiert und auf Basis eines repräsentativen, um Makroindikatoren angereicherten Mikrozensus-Trendfiles überprüft. Zentrale Fragen lauten: Wie lässt sich die Zunahme familialer Armut in der Bundesrepublik erklären? Zu welchen Teilen ist sie auf strukturelle und
zu welchen Teilen auf individuelle Einflussgrößen zurückzuführen? Hat sich deren Erklärungskraft im Zeitverlauf gewandelt? Und welche relative Rolle spielen Kompositionseffekte,
wie die sich im Beobachtungszeitraum ereignende Zunahme des Anteils Alleinerziehender
und kinderloser (Doppelverdiener-)Paare? ZEITRAUM: 1962-2008 GEOGRAPHISCHER
RAUM: Bundesrepublik Deutschland
ART: Dissertation BEGINN: 2010-01 ENDE: 2013-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Rostock, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Institut
für Soziologie und Demographie Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, Makrosoziologie
(18051 Rostock); GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften Dauerbeobachtung der
Gesellschaft (B2,1, 68072 Mannheim)
KONTAKT: Bearbeiterin (e-mail: [email protected])
[10-F] Böhnke, Petra, Dr. (Bearbeitung):
Folgen sozialer Abstiege
16
soFid Soziale Probleme 2010/2
1 Armut und Arbeitslosigkeit
INHALT: Armuts- und Arbeitslosigkeitserfahrungen stehen in engem Zusammenhang mit niedriger Lebensqualität. Sozial Benachteiligte haben einen schlechteren Gesundheitszustand und
niedrigeres Wohlbefinden, und sie büßen Partizipationschancen sowohl in politischer als auch
in kultureller Hinsicht ein. Entsprechende empirische Forschungsergebnisse beruhen in weiten Teilen auf Querschnittsanalysen, die nur Momentaufnahmen liefern, und keine Aussagen
über die Abfolge von Lebensereignissen machen können. Es gibt wenig gesicherte Erkenntnisse über kausale Zusammenhänge und dynamische Verläufe hinsichtlich des Zusammenhangs von sozialen Abstiegen einerseits und Partizipationschancen und Wohlbefinden andererseits. Hier möchte das Projekt einen Beitrag leisten. In ländervergleichender Perspektive
fragt es nach den Folgen sozialer Abstiege für die Lebensqualität (Wohlbefinden, Gesundheit,
kulturelle und politische Partizipation) unter besonderer Berücksichtigung wohlfahrtsstaatlicher und institutioneller Rahmenbedingungen. Da Gegenwartsdiagnosen nahe legen, dass soziale Abstiege zu einem Lebensrisiko breiter Bevölkerungsschichten werden, wird auch untersucht, ob soziale Abstiege je nach Position, aus der heraus sie erfolgen, unterschiedliche
Auswirkungen auf die Lebensqualität haben. GEOGRAPHISCHER RAUM: Europa
METHODE: Panelanalysen
VERÖFFENTLICHUNGEN: Böhnke, Petra: Hoher Flug, tiefer Fall? Abstiege in Armut aus der
Mittelschicht und ihre Konsequenzen für das subjektive Wohlbefinden. in: Burzan, Nicole;
Berger, Peter A. (Hrsg.): Dynamiken (in) der gesellschaftlichen Mitte. Wiesbaden: VS Verl.
für Sozialwiss. 2010 (im Druck).+++Böhnke, Petra: Implications of the activation paradigm
on poverty and social exclusion in Germany: facts, hypotheses, uncertainties. in: German Policy Studies, Vol. 5, 2009, No. 2, pp. 76-87.+++Böhnke, Petra: Verarmung und soziales Kapital. in: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Jg. 22, 2009, H. 3, S. 55-65.+++Böhnke, Petra: Facetten des Verarmens. Wie Armut Wohlbefinden, Gesundheit und Teilhabe beeinträchtigt. in: WZB-Mitteilungen, 2009, H. 123, S. 8-11. ARBEITSPAPIERE: Böhnke, Petra: Vortrag zu "Soziale Abstiege und ihre Folgen". Sitzung der Sektion Soziale Indikatoren
zum Thema "(Un-)Sicherheit und gesellschaftliche Transformation - Indikatoren und Analysen" beim 34. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Jena, 10. Oktober 2008.
ART: Eigenprojekt BEGINN: 2007-01 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Institution
INSTITUTION: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH Schwerpunkt Bildung, Arbeit und Lebenschancen Abt. Ungleichheit und soziale Integration (Reichpietschufer
50, 10785 Berlin)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 030-25491-372, e-mail: [email protected])
[11-L] Böhnke, Petra:
Abwärtsmobilität und ihre Folgen: die Entwicklung von Wohlbefinden und Partizipation
nach Verarmung, (Discussion Papers / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung,
Forschungsschwerpunkt Bildung, Arbeit und Lebenschancen, Abteilung Ungleichheit und soziale
Integration, 2009-205), Berlin 2009, 38 S. (Graue Literatur;
bibliothek.wzb.eu/pdf/2009/i09-205.pdf);Forschungsbericht/Nummer:SPI2009-205
INHALT: "Die These, dass Armut negativ auf das Wohlbefinden und die Partizipationschancen
der Betroffenen wirkt, ist populär und weithin anerkannt. Ursache und Wirkung, Entwicklungsprozesse und erklärende Mechanismen sind aber bislang wenig untersucht worden. Welche Konsequenzen hat Armut für kulturelle, politische und zivilgesellschaftliche Partizipation
sowie für subjektives Wohlbefinden in Deutschland zwischen 1984 und 2006? Mit Hilfe von
soFid Soziale Probleme 2010/2
1 Armut und Arbeitslosigkeit
17
soziologischen und sozialpsychologischen Erklärungsansätzen wird geprüft, ob und in welcher Weise Armut weitere Benachteiligungen nach sich zieht (Kumulation). Die Ergebnisse
zeigen, dass Armut zu Einbußen beim Wohlbefinden und zu rückläufiger Partizipation führt,
obwohl mehrheitlich eine selektive, schon vorher benachteiligte Gruppe verarmt. Finanzielle
Restriktionen werden nicht mit sozialen und kulturellen Aktivitäten kompensiert, und es gibt
nur schwache Hinweise auf Anpassungsprozesse. Die Reaktionen unterscheiden sich nach betrachtetem Lebensbereich und vorangegangener Einkommensposition. Für Mittelschicht-Absteiger sind negative Effekte auf das Wohlbefinden ausgeprägter. Politisches Interesse reagiert nicht auf Armutserfahrungen. Vergleichsprozesse und stabile Persönlichkeitseigenschaften spielen als Erklärungen eine wichtige Rolle." (Autorenreferat)
[12-L] Brait-Poplawski, Lucimara:
Armutsverständnis im Wandel: eine Rekonstruktion der Armutsforschung und eine
gerechtigkeitsbegründete Darstellung der Armutskonzeption der CEPAL und der Weltbank
von 1948 bis 2008, (Europäische Hochschulschriften. Reihe 31, Politikwissenschaft, Bd. 581),
Frankfurt am Main: P. Lang 2009, XIX, 338 S., ISBN: 978-3-631-59815-3
INHALT: "Dieses Buch ordnet die theoretischen Bruchstücke des komplexen Puzzles, aus dem
die Armutsforschung besteht. Im Rekurs auf die Gerechtigkeitstheorien von John Rawls und
Amartya Sen legt diese Schrift die unterschiedlichen Maßstäbe und Verteilungskriterien dar,
auf denen die Theorien und die Politik der Weltbank und der CEPAL für Wirtschaftsentwicklung sowie die Lösungsansätze für die Armutsfrage in Lateinamerika beruhen. Ergänzend
zeichnet die Autorin Elemente eines angemessenen Existenzminimums und des Human Development auf, die darauf ausgerichtet sind, gesellschaftspolitische Spielräume und institutionelle Instrumente dort zu schaffen bzw. dort einzusetzen, wo Ungleichheit und Deprivation
ihre strukturellen Quellen haben." (Autorenreferat)
[13-L] Brynner, John:
New routes to employment: integration and exclusion, in: Walter R. Heinz (Hrsg.) ; Johannes
Huinink (Hrsg.) ; Ansgar Weymann (Hrsg.) ; Christopher Scott Swader (Mitarb.): The Life
Course Reader : individuals and societies across time, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2009, S.
213-233
INHALT: Der Beitrag untersucht am Beispiel der Einstellungspolitik von Unternehmen und der
Arbeitsverhältnisse und -bedingungen in Großbritannien die Bedeutung von Fähigkeiten und
Basisqualifikationen für die beruflich Karriere und - allgemeiner - für den Lebenslauf. Mehr
als Fachwissen und technische know how zählen heute Erwartungen an Flexibilität, Kreativität und Teamarbeit (social skills) - für den Autor Standards einer "neuen Mittelschicht" in einer globalisierten Ökonomie. Die empirischen Befunde zeigen, dass vor allem das Fehlen von
"kommunikativer Kompetenz" und strategischer Intelligenz ( basic literacy und numeracy
skills) zu Nachteilen auf dem Arbeitsmarkt bzw. bei einer Beschäftigung führen. Das Fehlen
bzw. die mangelnde Ausprägung dieser "basic skills" führt ebenfalls zu sozialer Exklusion.
Die Ausführungen zeigen insgesamt, dass die (post)modernen, "flexibilisierten" Arbeits- und
Lebensbedingungen nicht markrelevante Kompetenzen und "skills" eher marginalisieren(ICA)
18
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
[14-L] Busse, Stefan; Ehlert, Gudrun (Hrsg.):
Soziale Arbeit und Region: Lebenslagen, Institutionen, Professionalität, Berlin: RabenStückVerl. 2009, 480 S., ISBN: 978-3-935607-34-6
INHALT: "Region und Regionalität haben als Begriffe und Schlagworte im Rahmen von Wirtschaft, Politik, Ökologie und Kultur in den vergangenen Jahren Konjunktur. Sie stehen in einer Spannung zu Globalisierungsprozessen, die mit ihren wirtschaftlichen, medialen und ökologischen Entgrenzungen und Modernisierungen das Regionale auf das Provinzielle und Marginale zu reduzieren und die konkrete Lebenswelt in ihrer Bedeutung zu tilgen scheinen. In
die Praxis und Theorie Sozialer Arbeit hat 'Region' bislang kaum Eingang gefunden. Welchen
Stellenwert der regionale Bezug für sozialarbeiterisches bzw. sozialpädagogisches Handeln
hat, welche Bedeutung dieses wiederum für die 'Region' hat, sind grundlegende Fragen, die
nach theoretischer Verständigung und nach praktischer Vergewisserung verlangen. Beides
war Gegenstand eines Kongresses 'Soziale Arbeit und Region' in Sachsen im Oktober 2008."
(Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Prolog: Soziale Arbeit und Region (7-9); Epilog: Der
Blick zurück und nach vorn - Abschlussplenum des Kongresses (10-19); Regina Mannel: Sozialpolitische Herausforderungen der demografischen Entwicklung in Sachsen (20-31); Lothar Böhnisch: Soziale Arbeit im Sog der Globalisierung (32-41); Christian von Wolffersdorf:
Soziale Arbeit und gesellschaftliche Polarisierung - eine sozialräumliche Betrachtung (4259); Stephan Beetz: Soziale Arbeit in der Region - sozialräumliche Bedingung und Handlungsfeld (60-79); Bernhard Rohde: Die sächsische Jugendhilfe im Zeichen des demografischen Wandels (80-111); Wolfgang Scherer: Armut in Sachsen - Regionalisierte Daten zur
Armut und schwierigen Lebenslagen (112-142); Michel C. Hille: Hochaltrige Männer in Einrichtungen der stationären Altenhilfe und die Bedeutung geschlechtsspezifischer biografischer Arbeit (143-154); Matthias Pfüller: Regionalentwicklung und Rechtsextremismus - Interdependenzen und gegenläufige Trends (155-165); Monika Häußler-Scepan: Teenagerschwangerschaften im Osten - ausgewählte Ergebnisse einer Expertenbefragung in Berlin und
Brandenburg (166-176); Björn Redmann: Strukturen, Merkmale und Bedingungen der Jugendsozialarbeit in ländlichen Räumen (177-190); Wolfgang Scherer: Die Situation und Sicht
der Träger - eine Befragung (191-207); Armin Wöhrle: Institutionstransfer und Umstrukturierung der Träger - die generelle Situation und die Kritik an der Situation in Sachsen (208-244);
Kathleen Paul: Sterben als individuelle, professionelle und institutionelle Gestaltungsaufgabe
Professionelle Verortung Sozialer Arbeit im Bereich der Sterbebegleitung (245-263); Andreas
Markert: Lernende Regionen - eine tragfähige Perspektive für Studiengänge der Sozialen Arbeit? (264-275); Andreas Hanses: Professionalisierung Sozialer Arbeit - Fragmente einer reflexiven Positionsbestimmung (276-293); Stefan Busse, Gudrun Ehlert, Wolfgang Scherer:
Zwanzig Jahre Professionalisierung in Ostdeutschland das Personal der Sozialen Arbeit in
Sachsen (294-309); Kathi Neudert, Diana Hein: Qualifikationsbedarfe im Kontext der Erziehungshilfen "Komplexe Bedarfe - konkrete professionelle Konzepte?" (310-317); Dominique
Amaud, Heide Funk, Bianka Scholz: Professionalisierung in den Hilfen zur Erziehung - Zwischen Grenzen und neuen Herausforderungen (318-336); AGJF Sachsen e. V.: Wirken für die
Professionalisierung der Fachkräfte in Sachsen (337-349); Sabine Mertel: Bildung im 21.
Jahrhundert im Spektrum gesellschaftlicher, professionspädagogischer und forschungsmethodischer Herausforderungen (350-378); Ina Schenker: Geplant oder aus dem Bauch heraus:
Gedanken über eine konstruktivistische Didaktik in der Elementarpädagogik (379-387); Simone Kruschwitz, Katrin Schröter-Hüttich: Mädchenarbeit in den Regionen Sachsens (388404); Tom Küchler, Daniela Skrbek: Mobile Jugendarbeit in Sachsen (405-412); Kristin Kobylinski, Kathleen Jevlasch: Kompetenzen fördern, Meinungen der Jugendlichen ernst neh-
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
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men: Alternativen der Berufsförderung (413-420); Sybill Radig: Integrative Familienhilfe sozialpädagogische Familienhilfe als eine innovative Form der Arbeit mit Multiproblemfamilien (421-427); Annett Engelmann, Gabriele Gabriel, Wolfram Schmidt: Häusliche Gewalt Die Arbeit mit den Tätern (428-444); Kirsten Sander, Andreas Hanses: Gesundheitsförderung
als Ansatz in der Sozialen Arbeit mit Jugendlichen - ein Praxisbeispiel (445-462); Günter
Zurhorst: Arbeit mit bildungsfernen Eltern: Ein heißes Eisen der Schulsozialpädagogik! (463473).
[15-L] Butterwegge, Carolin:
Armut von Kindern mit Migrationshintergrund: Ausmaß, Erscheinungsformen und
Ursachen, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. 2010, 580 S., ISBN: 978-3-531-17176-0
INHALT: Die Studie ist in vier Teile untergliedert, die wiederum einzelne Kapitel enthalten. Teil
I behandelt im ersten Kapitel Schlüsselbegriffe, (Kinder-)Armutskonzepte sowie die Eingrenzung der Untersuchungsgruppe. Das zweite Kapitel arbeitet den zerfaserten Forschungsstand
auf und fasst ihn zusammen, während das dritte Kapitel Details zur Konzeption der Untersuchung benennt, wie deren Ziele, die Untersuchungsgruppen, Forschungsfragen, Methodik, angewandte Literatur oder die nachfolgend berücksichtigten Dimensionen der kindlichen bzw.
familiären Lebenslage. Das vierte Kapitel greift die wichtigsten familiären Dimensionen der
Lebenslage von Kindern auf, etwa die Einkommenssituation bzw. Armutsrisiken und die
Wohnsituation der Haushalte. Sie werden für die Migrantengruppen mittels diverser Indikatoren analysiert, wobei die übergreifende Fragestellung jene nach dem Ausmaß und den Erscheinungsformen von (Unter-)Versorgungslagen bei Migrantenhaushalten unterschiedlicher
Herkunfts- und ausländerrechtlicher Statusgruppen für die zentralen Dimensionen der Lebenslage (Einkommen bzw. Armut und Wohnen) ist. Das fünfte Kapitel konzentriert sich auf
die kindlichen Dimensionen einer Lebenslage, so auf die Gesundheit, die sozialen Netzwerke,
die Freizeitgestaltung und die Bildungssituation. Auf die Benachteiligung erwachsener Migrant(inn)en am Arbeitsmarkt bezogene Erklärungskonzepte stehen im Mittelpunkt des sechsten Kapitels, weil sowohl die hohe Arbeitslosigkeit als auch die geringen Arbeitsmarkterfolge
von Zuwanderern an vorderster Stelle bei der Erklärung ihrer hohen Armutsrisiken stehen,
von denen die Kinder indirekt betroffen sind. In Kapitel 7 folgen Ansätze der Migrationssoziologie, welche die hohen Armutsrisiken von Migrant(inn)en mittelbar über das Scheitern
der strukturellen Integration, über ethnische Unterschichtungs- oder über Ethnisierungsprozesse erklären. Im achten Kapitel werden Aspekte des sozialen Wandels der Gesellschaft erörtert und es wird dargelegt, welche sich auf die gestiegenen Armutsrisiken von Kindern auswirken. Das neunte Kapitel widmet sich den von der Kinderarmutsforschung als relevant belegten mikrosozialen Einflussfaktoren auf Ebene der Familien und der Kinder, welche sowohl
negative als auch positive Auswirkungen auf von Armut betroffene Kinder zeitigen können.
Das zehnte Kapitel bilanziert die Erkenntnisse der Studie in Bezug auf Erscheinungsformen
und Ursachen von Kinderarmut bei Migrant(inn)en. (ICF2)
[16-L] Butterwegge, Christoph:
Hartz-Gesellschaft und Sozialstaat, in: Johannes Rehm (Hrsg.) ; Hans G. Ulrich (Hrsg.):
Menschenrecht auf Arbeit? : sozialethische Perspektiven, Stuttgart: Kohlhammer, 2009, S. 69-94
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
INHALT: Mit dem als "Hartz IV" bezeichneten Gesetzespaket wurde nach Meinung des Autors
das für den deutschen Sozialstaat konstitutive Prinzip der Lebensstandardsicherung aufgegeben. Während ihre Befürworter die Reduktion der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit von
über 5,0 auf deutlich unter 3,0 Millionen Betroffene im Herbst 2008 auf die Hartz-Reform zurückführen, spielte bei den Montagsdemonstrationen und Protestaktionen gegen Hartz IV im
Herbst 2004 die PDS- Parole "Armut per Gesetz" eine Schlüsselrolle. Der Autor untersucht
vor diesem Hintergrund die Frage, ob die sogenannten Hartz-Gesetze tatsächlich bewirkt haben, dass Millionen Langzeitarbeitslose und ihre Familien in Armut fielen. Er wirft außerdem
die Frage auf, ob die Erwerbslosigkeit auf diese Weise verringert werden kann. Er vergleicht
hierzu die Geschichte des Fürsorge- bzw. Sozialhilfe- und Arbeitslosenrechts in der Weimarer Republik und der Bundesrepublik, in welcher seines Erachtens "Kontinuitäten des Begründungszusammenhanges, der gesetzlichen Legitimierung und der praktischen Ausgestaltung von erzwungenen Arbeitseinsätzen" sichtbar werden. Er diskutiert ferner das Gerechtigkeitsverständnis, das den deutschen Sozialstaat heute legitimieren soll, sowie die damit verbundenen (un)sozialen Folgen. (ICI2)
[17-L] Butterwegge, Christoph:
Ein sozialpolitischer Pyrrhussieg?: das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9.2.2010
zu den Hartz-IV-Regelsätzen, in: Sozialmagazin : die Zeitschrift für Soziale Arbeit, Jg. 35/2010,
H. 4, S. 30-33 (Standort: USB Köln(38)-XG3727; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Wenn die Bundesregierung an der Regelsatzhöhe wenig oder nichts verändert, bleiben
die Hartz-Regelsätze ihre sozialpolitische Achillesferse, zumal das Karlsruher Urteil die allgemeine Pauschalierung der Transferleistungen nicht ausschließt, nur eine "Härtefallregelung" für Sonderbedarfe "in seltenen Fällen" verlangt und von einem "Ansparpotenzial"
spricht, das in der Regelleistung enthalten sei. Gleichwohl besteht die Gefahr, dass am Ende
eine Kürzung des Eckregelsatzes (für alleinstehende Erwachsene) herauskommt, die Bundesregierung das BVerfG-Urteil zum weiteren Abbau des Sozialstaates missbraucht und sich der
juristische (Teil-) Erfolg der Klägerinnen und Kläger nicht als Weiterentwicklung des Grundgesetzes, vielmehr als sozialpolitischer Pyrrhussieg erweist. (ICF2)
[18-L] Candeias, Mario:
Prekarisierung als Kampf um globale soziale Rechte und Perspektiven feministischsozialistischer Transformation, in: Roland Klautke (Hrsg.) ; Brigitte Oehrlein (Hrsg.): Globale
soziale Rechte : zur emanzipatorischen Aneignung universaler Menschenrechte ; Beiträge des
"Kritischen Bewegungsdiskurses", Hamburg: VSA-Verl., 2008, S. 175-205
INHALT: Prekarisierung ist längst kein Problem einiger weniger mehr. In Deutschland bspw. arbeiten über 36% der Erwerbstätigen zu Bedingungen des Niedriglohnes (mit weniger als zwei
Drittel des Durchschnittseinkommens), davon gehören über 7 Mio. zu den "working poor",
die weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens erhalten - die Hälfte davon ist vollerwerbstätig. Der Anteil "regulärer" Beschäftigungsformen ist von ehemals über 80% (Mitte
der 1970er Jahre) auf weniger als 63% zurückgegangen, große Bereiche des Niedriglohnes
noch nicht eingerechnet, weil sie formal oft der unbefristeten Vollbeschäftigung entsprechen,
nur dass man davon eben nicht leben kann. Zudem werden schon jetzt über zwei Drittel aller
Jobs nur noch befristet vergeben, in Großbritannien oder Spanien bereits 90%. Arbeit auf Ho-
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
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norarbasis jenseits des Arbeitsrechts wird zur Normalität, in der Erwachsenenbildung wird
der Anteil der abhängig Selbstständigen an allen Beschäftigten auf 90% geschätzt. Zugespitzt
formuliert der Autor: "Das neue Normalarbeitsverhältnis sind die prekären Beschäftigungsverhältnisse". Zeiteinsparung, Verkürzung der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit für
ein Produkt, Rationalisierung und Effizienz und der Abbau sozialer Rechte beschreiben die
kapitalistische Logik der formellen Ökonomie. Die Ausführungen (aus einer feministischen
Perspektive) zeigen jedoch: Nicht alle Arbeiten können dieser Logik unterworfen werden; die
kapitalistische Produktionsweise auf andere Produktionsweisen angewiesen ist. Bestimmte
Tätigkeiten wie Pflege, Liebe, Zuwendung, Erzählen und Zuhören, aber auch Lehren und
Lernen etc. lassen sich nur schwerlich rationalisieren, setzen eine extensive Form der Zeitverausgabung voraus, ihre Qualität kann "nicht von Märkten gewährleistet" werden. (ICA2)
[19-L] Chassé, Karl August:
Unterschichten in Deutschland: Materialien zu einer kritischen Debatte, Wiesbaden: VS
Verl. für Sozialwiss. 2010, 210 S., ISBN: 978-3-531-16183-9
INHALT: Die Begriffe Klasse und Schicht erleben in den letzten Jahren vor dem Hintergrund
großer Umverteilungen eine Renaissance. Dies nicht nur in den Sozialwissenschaften, sondern auch in den Medien, vor allem den Wochenzeitschriften und in Fernsehsendungen. Neu
ist hier, dass nicht nur von einem Klassenbewusstsein in der deutschen Gesellschaft gesprochen wird, das anwachse, sondern in erster Linie von einer "unteren Klasse" die Rede ist. Das
vorliegende Buch wirft einen genaueren Blick auf die mit diesen neuen Semantiken verbundenen Entwicklungen. Gezeigt wird einerseits, dass die Rede von der "Unterschicht" mit der
Umstellung sozialstaatlicher Leistungen von finanzieller Unterstützung auf pädagogische Interventionen verbunden ist und finanzielle Leistungen mit Verhaltensanforderungen und
Pflichten (Fordern und Fördern) gekoppelt werden. Der Unterschichtdiskurs begründet also
Aktivierungspolitiken. Zum anderen richten sich diese Diskurse an die Mehrheit der Gesellschaft, der die Existenz sozialer Ausschließung als legitim verdeutlicht werden soll. Benachteiligung wird als selbst gewählt (Eigenverantwortung) konstruiert. Insgesamt handeln die
Diskurse um die neuen Unterschichten nicht wirklich von den "Underdogs", sondern richten
sich an die Mitte der Gesellschaft, deren Sorgen vor Statusverlust und sozialer Deklassierung.
Sie sollen sich nicht nur verstärkt abgrenzen können, sie sollen auch selbst die Anforderungen
der Flexibilität und Eigenverantwortung für das eigene Leben übernehmen und - die bisherige
wohlfahrtsstaatliche Solidarität mit benachteiligten Gruppen soll härter gehandhabt werden.
Im ersten Teil des Buches werden exemplarisch einige der medialen und politischen Konstruktionen vorgestellt und kommentiert. Der zweite Teil erarbeitet verschiedene Theorieteile,
mit denen theoretisch und empirisch ein Kontext zum Verständnis der Unterschichten und der
Unterschichtendiskussion entwickelt werden kann. Der dritte Teil versucht dann eine abschließende Rekonstruktion und zusammenfassende Deutung der gesamten Debatte. (ICA2)
[20-F] Dege, Martin (Bearbeitung); Straub, Jürgen, Prof.Dr.phil. (Betreuung):
Action research, possibility, and social movements - tracing the steps of the homeless
INHALT: keine Angaben
ART: Dissertation AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
22
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
INSTITUTION: Universität Bochum, Fak. für Sozialwissenschaft, Sektion Sozialpsychologie
und Sozialanthropologie Lehrstuhl Sozialtheorie und Sozialpsychologie (44780 Bochum)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0234-32-28167, e-mail. [email protected])
[21-L] Dewilde, Caroline:
A life-course perspective on social exclusion and poverty, in: Walter R. Heinz (Hrsg.) ;
Johannes Huinink (Hrsg.) ; Ansgar Weymann (Hrsg.) ; Christopher Scott Swader (Mitarb.): The
Life Course Reader : individuals and societies across time, Frankfurt am Main: Campus Verl.,
2009, S. 252-269
INHALT: Der Beitrag versucht den traditionellen, eher statischen Forschungsansatz zur Beziehung zwischen Armut und Lebenslauf zu rekonzeptualisieren, um so zu einem dynamischer
analytischen Bezugsrahmen zu kommen. Die Autorin geht dabei davon aus, dass der traditionelle Familien-Zyklus Ansatz (Rowntree 1902) mit dem Wandel und der Pluralisierung von
Familienformen (Individualisierung von Familienleitbildern, zunehmende Bedeutung von
atypischen Familien, Zerfall familiärer Bindungen) analytisch nicht mehr greift. Standardisierte Lebenslaufmuster erodieren unter dem Druck der Globalisierung von Wohlfahrtsstaaten
und dem Entstehen neuer sozialer Risiken in einer Zeit deregulierter und "flexibilisierter"
Ökonomien. Unter der Voraussetzungen einer "allgemeinen Verunsicherung" von Lebensperspektiven in weitgehend befristeten Arbeitsverhältnisse dynamisieren sich auch die Lebensläufe. Die neuen sozialen Risiken und die damit verbundene zunehmenden Armut, soziale
Ungleichheit und Exklusion können von den Wohlfahrtsstaaten der Nachkriegszeit nur noch
begrenzt bewältigt und "gemanagt" werden. (ICA)
[22-L] Diewald, Martin; Mach, Bogdan W.:
Comparing paths of transition: employment opportunities and earnings in East Germany
and Poland during the first ten years of the transformation process, in: Walter R. Heinz
(Hrsg.) ; Johannes Huinink (Hrsg.) ; Ansgar Weymann (Hrsg.) ; Christopher Scott Swader
(Mitarb.): The Life Course Reader : individuals and societies across time, Frankfurt am Main:
Campus Verl., 2009, S. 270-299
INHALT: Der Lebenslauf wird hauptsächlich durch Institutionen des Staates (Bildung, Gesundheit, Soziale Sicherung), der Wirtschaft (Märkte, Arbeitsbedingungen) und Familienformen
strukturiert; diese Felder prägen damit weitgehend Trajekte der Armut und pfadabhängiger
sozialer Ungleichheit. Der vorliegende Beitrag untersucht diesen allgemeinen Zusammenhang
anhand der Einkommensveränderungen in den postkommunistischen Gesellschaften Polens
und Ostdeutschlands. Die Autoren umgehen die idealtypische Polarisierung von "freier", kapitalistischer Marktwirtschaft und sozialistischer Planwirtschaft, in dem nach dem Humankapital - unabhängig von der Wirtschaftsordnung - gefragt wird. Die Daten zeigen, dass in Ostdeutschland die Löhne erheblicher schneller bei weit höherer Arbeitslosigkeit stiegen. Diese
Entwicklung bestätigt für den Autor den ökonomischen Lehrsatz, dass in einer Marktwirtschaft entweder die Löhne steigen oder die Beschäftigungsrate hoch ist, jedoch nicht beides.
(ICA)
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
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[23-L] Dörre, Klaus:
Die neue Landnahme: Prekarisierung im Finanzmarktkapitalismus, in: Neue Praxis :
Zeitschrift für Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Sozialpolitik, Jg. 40/2010, H. 1, S. 5-24
(Standort: USB Köln(38)-XG2744; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Angesichts einer zunehmenden Prekarisierung im Finanzmarktkapitalismus wird vom
Autor ein Deutungsangebot skizziert, das die soziale Frage, wie sie sich zu Beginn des 21.
Jahrhunderts in den kapitalistischen Zentren stellt, als Ausdruck eines neuen Landnahmezyklus deutet. Nach einer theoretischen Fundierung des Zusammenhangs von kapitalistischer
Entwicklung und Prekarität folgen Skizzen finanzkapitalistischer Landnahme und struktureller Ausprägungen diskriminierender Prekarität. Diese Überlegungen münden dann in ein Plädoyer für eine erneuerte Sozial- und Kapitalismuskritik." (Autorenreferat)
[24-L] Eick, Volker:
Hartz IV kommt jetzt in "Uniform": Randgruppen-Management in der neoliberalen Stadt,
in: Anne Allex (Hrsg.) ; Dietrich Kalkan (Hrsg.): Ausgesteuert - ausgegrenzt ... angeblich asozial,
München: AG SPAK Publ., 2009, S. 301-311
INHALT: Nach der aus Hartz IV resultierenden Workfare-Verpflichtung (u. a. 1-Euro-Jobs), sind
mittlerweile Tausende von Langzeitarbeitslosen in SOS-Diensten (Sauberkeit, Ordnung, Sicherheit) tätig. Für den Autor zeigen die alternativen, aus den aktivierenden Beschäftigungsprogrammen finanzierten Sicherheits- und Ordnungspatrouillen alle Charakteristika dessen,
was als "the poor policing the poor" bezeichnet wird. Mit dem Einsatz solcher Dienste geht
ein neues Verständnis von dem einher, was Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit sein sollen partikulare Normen, Wohlanständigkeit, Widerspruchslosigkeit, Arbeitspflicht und Moralisierungsdiskurse werden als Stichworte genannt: "Ein sicherheitspolitischer Neokommunitarismus von Ort zu Ort und von Fall zu Fall". Was sich mit der Verknüpfung von Workfare und
lokaler SOS-Politik herausbildet, sind multiple Sicherheitsmärkte, die "je nach geographischem oder sozialem Zuschnitt eigene, man könnte beinahe sagen 'kundenspezifische' Formen des Risikomanagements und der Störfallabwicklung auszubilden beginnen". Für den Bereich der Nonprofit-Organisationen, für die (lokal-)politischen Verantwortungsträger und für
die "abgehängten" Stadtquartiere sieht es für den Autor sehr danach aus, als habe man sich
"realpolitisch" darauf verständigt, das "the poor policing the poor" zu einem tragenden Konzept lokaler Ordnungspolitik auszubauen. (ICA2)
[25-L] Enders-Dragässer, Uta; Sellach, Brigitte:
Lebenslagen von Frauen und Wohnungsnotfallproblematik, in: Darja Reuschke (Hrsg.) ;
Beate Krotendiek (Mitarb.) ; Anja Szypulski (Mitarb.) ; Shih-cheng Lien (Mitarb.): Wohnen und
Gender : theoretische, politische, soziale und räumliche Aspekte, Wiesbaden: VS Verl. für
Sozialwiss., 2010, S. 195-214
INHALT: Der Beitrag widmet sich der Wohnungslosigkeit von Frauen und damit einer Lebensund Wohnform, die in der amtlichen Statistik nicht erfasst wird. Ziel ist es, Frauen mit einer
Wohnungsnotfallproblematik in ihrer gesellschaftlichen Normalität zu verorten, sie als Frauen in einer existenziellen Krise darzustellen, die sie nicht aus eigenen Kräften oder mit Hilfen
aus ihrem sozialen Netz bewältigen können. Aus der theoretischen Perspektive des Lebensla-
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gen-Ansatzes wird gezeigt, dass die vielfältigen Ursachen eines Wohnungsnotfalls ebenso
wie die Bewältigungsmuster geschlechtsspezifisch begründet sind. Daraus leitet sich die Bedeutung von institutionalisierter Hilfe im Wohnungsnotfall ab, wenn sie an der tatsächlichen
Lebenssituation und an den Bildern von Weiblichkeit der Betroffenen ansetzt. Auf der Basis
einer 2003/2003 durchgeführten qualitativen Befragung wird gezeigt, dass die Betroffenen
schon eine längere Vorgeschichte an sozialer Ausgrenzung und Benachteiligung hinter sich
haben, die bei einigen bereits in Kindheit und Jugend begonnen und zu schulischer wie beruflicher Benachteiligung geführt hat. Zentral sind die Faktoren Armut, Bildungsdefizite, Gewalt, Bewältigungsversuche, Ressourcendefizite von Bezugspersonen und fehlende Unterstützung von außen. (ICE2)
[26-L] Endreß, Alexander:
International vergleichende Sozialstrukturanalyse als Zugang zur Armutsforschung, in:
Michael Bauer (Hrsg.) ; Alexander Endreß (Hrsg.): Armut : Aspekte sozialer und ökonomischer
Unterprivilegierung, Aschaffenburg: Alibri Verl., 2009, S. 86-94
INHALT: In dem Beitrag wird auf zwei wesentliche Aspekte in der Armutsforschung hingewiesen: (1) Neben den monetären Messgrößen sind vor allem die subjektiv empfundenen Lebensbedingungen ausschlaggebend für das Ausmaß von Armut. Der Armutsbegriff muss weiter gefasst sein und impliziert auch, dass die Möglichkeiten, Relationen zu bilden, ausschlaggebend sind. Dabei gibt ein allgemeiner Zufriedenheits-, oder in diesem Fall Unzufriedenheitszustand, zwar noch nicht das Ausmaß an Reichtum oder Armut wieder. Er gibt aber Aufschluss über den Handlungsbedarf. (2) Um eine - auch im Zuge des Konvergenzbestrebens
der Europäischen Union - echte Vergleichbarkeit zu gewährleisten, müssen für die empirische
Messung nationalstaatliche Grenzen aufgelöst und Regionen als Untersuchungseinheiten herangezogen werden. Nur auf diese Weise können die Lebensverhältnisse deutlich gemacht
werden. Dadurch werden zwar die bestimmten Formen der Armut bzw. des Reichtums noch
längst nicht erforscht sein, jedoch sollten diese beiden Prinzipien handlungsleitend für jegliche Forschungsanlagen sein, deren Ziel die Erfassung von Vergleichsdaten ist. (ICF2)
[27-L] Ernst, Stefanie:
Gekränkter Stolz?: prekäres Leben und Arbeiten jenseits der NAV ; Zwischenrufe aus dem
"Niemandsland der (Dauer-)Arbeitslosigkeit", in: Alexandra Manske (Hrsg.) ; Katharina Pühl
(Hrsg.): Prekarisierung zwischen Anomie und Normalisierung : geschlechtertheoretische
Bestimmungen, Münster: Verl. Westfäl. Dampfboot, 2010, S. 84-109
INHALT: Der prozesstheoretisch und arbeitssoziologisch inspirierte Beitrag geht sowohl der
wachsenden Heterogenität und Segmentierung als auch der Verwundbarkeit und dem Eigensinn der Arbeitswelt mit Bezug auf Geschlecht und Qualifikation nach. In Form einer Analyse subjektiver Verarbeitungsformen und Deutungen werden Lebensperspektiven von zum
prekären Leben gezwungenen langzeitarbeitslosen Frauen und Männern verfolgt. Im ersten
Schritt wird zunächst der Stand der Debatte zur Prekarisierung, zum Wandel der Arbeitsgesellschaft und der Pluralisierung von Lebensentwürfen (junger) Männer und Frauen diskutiert. Das anschließende Beispiel der Arbeitslosigkeit wird in Bezug auf das Selbstverständnis
und die Wunschvorstellungen der Arbeitslosen, ihre Identifikation mit Erwerbsarbeit und Beruf sowie daraufhin analysiert, wie die betroffenen die so genannte Mehraufwandsentschädi-
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gung (1-Euro-Jobs) bewerten. Eine gelingende Lebensführung, so wird hier deutlich, ist auch
jenseits des Normalarbeitsverhältnisses nicht nur erst dann gefährdet, wenn sie für das männliche Beschäftigungssegment in Frage steht. Die immanente Brüchigkeit der konstruierten
Trennung der Sphären und Prozesse von Produktion und Gütern und Reproduktion des Lebens auf der einen, männlicher und weiblicher Lebenssphäre auf der anderen Seite wird vielmehr vollends deutlich, wenn Erwerbslosigkeit und Leben selbst organisiert und mit subjektiver Eigenleistung neu gestaltet werden müssen. (ICG2)
[28-L] Fischer, Judith:
Verarmungsrisiken im Wandel: Analyse des Einflusses gesellschaftlicher und
wirtschaftlicher Bedingungen auf die Beantragung von Sozialhilfe, (Sociologica, Bd. 103),
Hamburg: Kovac 2009, 441 S., ISBN: 978-3-8300-4383-6
INHALT: Einleitend werden das wissenschaftliche Problem, die theoretische Relevanz, der inhaltliche Aufbau, der wissenschat1liche Beitrag sowie die methodische Vorgehensweise der
Untersuchung erläutert. Anschließend wird die Klärung von Begrifflichkeiten rund um das
Thema Armut vorgenommen und das Ausmaß der Armutsgefährdung sowie Einkommensungleichheiten anhand von aktuellen Zahlen erläutert. Den Kern des Theorieteils macht die Darstellung von Verarmungsursachen und -risiken aus. Die Unterteilung erfolgt in personelle, gesellschaftliche, wirtschaftliche sowie wohlfahrtsstaatliche Bedingungen unter dem Aspekt der
Verarmung. Die personellen Bedingungen werden unterteilt in Bildung/Qualifikation, Alter
sowie Krankheit. Die gesellschaftlichen Bedingungen sind in die Abschnitte Familien- und
Haushaltsform, weibliches Geschlecht und Migration als Risiken von Armut gegliedert. Unter
den wirtschaftlichen Bedingungen sollen besonders Arbeitslosigkeit sowie prekäre Beschäftigung (z. B. Teilzeitarbeit, geringfügige Beschäftigung) beleuchtet werden. In einem weiteren
Schritt wird der Wohlfahrtsstaat als Risikofaktor erläutert. Nach einer kritischen Betrachtung
des - aktuell in Österreich noch gültigen - Sozialhilfesystems werden verschiedene Grundsicherungsmodelle wie etwa die bedarfsgerechte Grund- oder Mindestsicherung und deren historische Entwicklung erläutert. Abschließend wird auf das "Good-Practice"-Beispiel Dänemark und dessen Strategie zur Armutsbekämpfung eingegangen. Im darauf folgenden empirischen Teil wird anhand einer qualitativen und einer quantitativen Analyse von Sozialhilfeanträgen überprüft, ob bzw. welche Personengruppen im Wandel der Zeit einer stärkeren Armutsgefahrdung unterliegen und worin ihr Verarmungsrisiko besteht. Abschließend werden
Implikationen anhand der theoretischen und praktischen Ergebnisse getroffen sowie (Präventions-) Maßnahmen empfohlen. (ICF2)
[29-L] Flick, Uwe; Röhnsch, Gundula:
"Ich sehe, dass Menschen vor Diagnosen davonlaufen": chronische Krankheit jugendlicher
Obdachloser aus der Sicht von Experten und Expertinnen, in: Axel Groenemeyer: Doing
Social Problems : Mikroanalysen der Konstruktion sozialer Probleme und sozialer Kontrolle in
institutionellen Kontexten, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 170-203
INHALT: Die Autoren geben zunächst einen kurzen Überblick zur Jugendobdachlosigkeit in
Deutschland und zu den chronischen Krankheiten jugendlicher Obdachloser. Sie stellen anschließend einen theoretischen Rahmen vor, welcher soziale Repräsentationen als Fokus auf
"Doing social Problems" impliziert. Vor diesem Hintergrund beleuchten sie anhand einer em-
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pirisch-qualitativen Studie, wie sich das "Doing social Problems" im Kontext chronischer
Krankheit bei jugendlichen Obdachlosen darstellt und welche Erfahrungsweisen und Vorstellungen dabei aufeinander treffen bzw. gegenüber stehen. Ausgehend von den subjektiven
Sichtweisen der Betroffenen, wird zunächst beschrieben, wie chronisch kranke obdachlose
Jugendliche mit ihrer Beeinträchtigung umgehen. Im Anschluss daran wird der Frage nachgegangen, wie sich das Bewältigungsverhalten der Jugendlichen nach Erfahrung der interviewten Experten darstellt. Von besonderem Interesse ist, durch welche lebensweltlichen Faktoren
der Umgang mit der chronischen Erkrankung geprägt wird und welche Barrieren die Jugendlichen daran hindern, professionelle Hilfe aufzusuchen. Abschließend wird analysiert, inwieweit sich die Sichtweisen von Jugendlichen und Experten zum Umgang mit chronischer
Krankheit "auf der Straße" voneinander unterscheiden. (ICI2)
[30-L] Freudenschuss, Magdalena:
Kein eindeutiges Subjekt?: zur Verknüpfung von Geschlecht, Klasse und Erwerbsstatus in
der siskursiven Konstruktion prekärer Subjekte, in: Alexandra Manske (Hrsg.) ; Katharina
Pühl (Hrsg.): Prekarisierung zwischen Anomie und Normalisierung : geschlechtertheoretische
Bestimmungen, Münster: Verl. Westfäl. Dampfboot, 2010, S. 252-271
INHALT: Der Text stellt die Frage, wer in welcher Form im öffentlich printmedialen Diskurs als
prekäres Subjekt entworfen und welche gesellschaftspolitische Bedeutung Prekarisierung zugeschrieben wird. Die entsprechende These lautet, dass das diskursiv produzierte Subjekt kein
eindeutiges Subjekt ist und somit auch kein eindeutiges Geschlecht hat Geschlecht/-verhältnisse werden für diese Konstruktion des prekären/prekarisierten Subjekts vielmehr zitiert und
gleichzeitig auch reproduziert. Im ersten Schritt diskutiert die Autorin zunächst ihren diskurstheoretischen Zugriff und erläutert die empirische Basis der Ausführungen. Der zweite Schritt
lotet anschließend aus, in welcher Form auf Geschlecht in den diskursiven Verhandlungen zu
Prekarisierung zurückgegriffen wird. In einer weiteren geschlechtertheoretisch inspirierten
Wendung hin zu einer intersektionalen Betrachtungsweise erfolgt im dritten Schritt eine Ausdifferenzierung der im printmedialen öffentlichen Diskurs entworfenen prekären Subjektpositionen. Dabei werden drei diskursive Figuren skizziert: (1) geschlechterspezifische Arbeitsteilung - die niedrig qualifizierte prekär Beschäftigte, (2) Prekarisierung und Kinderlosigkeit die hochqualifizierte Prekäre sowie (3) Männlichkeitskonstruktionen und Prekarisierung - das
Prekariat als Unterschicht. Im vierten Schritt werden abschließend die diskursiven Figuren
aufeinander bezogen und darauf hin geprüft, welche Bedeutung sich aus diesen Konstruktionen für das Verständnis von Prekarisierung ergibt. (ICG2)
[31-L] Fuchs, Tatjana:
Beschäftigungsverhältnisse, in: Silke Bothfeld (Projektleiter) ; Christina Klenner (Projektleiter) ;
Astrid Ziegler (Projektleiter) ; Manuela Maschke (Projektleiter): Geschlechterungleichheiten im
Betrieb : Arbeit, Entlohnung und Gleichstellung in der Privatwirtschaft, Berlin: Ed. Sigma, 2010,
S. 141-189
INHALT: Die zunehmende Frauenerwerbsbeteiligung geht mit einem deutlich wachsenden Anteil von atypischen und prekären Beschäftigungsverhältnisse einher. Diese Beschäftigungsverhältnisse entbehren in verschiedener Hinsicht sozialer Rechte sowie Arbeitnehmerrechte,
unterschreiten finanzielle Mindestbedingungen und begründen damit ein prekäres Personal.
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
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Dieses Phänomen betrifft auch immer häufiger die Beschäftigungsbedingungen von Männern,
jedoch nicht im selben Maße wie die von Frauen. In der privaten Wirtschaft sind sowohl atypische als auch prekäre Beschäftigungsverhältnisse erheblich häufiger verbreitet als im öffentlichen Dienst. Die Grenze zur Prekarität liegt bei einem Bruttoeinkommen von 2000
Euro. Betroffen sind insbesondere teilzeitbeschäftigte Frauen. Betriebsräte schränken die Verbreitung von prekären Beschäftigungsverhältnissen im Betrieb ein. (ICE2)
[32-L] Geber, Friedrich:
Wohlfahrtsstaat Österreich: Grundsicherung für alle?, (Studien und Berichte), Wien: ÖGBVerl. 2009, 127 S., ISBN: 978-3-7035-1391-6
INHALT: "Auf Grund geänderter ökonomischer Rahmenbedingungen stellen sich neue soziale
Fragen, die im Wohlfahrtsstaat Österreich mit seinen sozialpolitischen Leitproblemen aktuell
diskutiert werden: Einkommenssicherungssysteme, wohlfahrtsstaatliche Transferleistungen.
Insbesondere aber bedarf das Problem der gegenwärtigen Entwicklung von Armut in erster
Linie nicht Debatten über soziale Treffsicherheit und Sozialschmarotzertum, sondern vielmehr über Maßnahmen zur Armutsvermeidung. Die Arbeit untersucht Grundsicherungsarten
und Grundeinkommen, wozu die Modelle in Gruppen eingeteilt werden, und zwar einerseits
ohne Vorrangigkeit zur Vermeidung von Einkommensarmut und sozialer Ausgrenzung sowie
andererseits in solche mit der Zielperspektive und Priorität der Vermeidung von Armut. Die
einzelnen Ziele, Treffsicherheit und gesellschaftliche Wirkung, werden nebst politischer
Machbarkeit zusammengefasst." (Autorenreferat)
[33-F] Gerlach, Jana, M.A. (Bearbeitung); Wenzel, Harald, Prof.Dr. (Betreuung):
Umgang mit Verwundbarkeit: ein Vergleich sozialer Abstiegserfahrungen in Deutschland
und den USA
INHALT: keine Angaben GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland, USA
ART: Dissertation AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Freie Universität Berlin, John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien Abt.
Soziologie (Lansstr. 7-9, 14195 Berlin)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 030-838-56669, e-mail: [email protected])
[34-L] Glatzer, Wolfgang:
Dauerbeobachtung der Gesellschaft: soziologische Weichenstellungen durch den SFB 3
"Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik", in: Soziologie : Forum der
Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Jg. 39/2010, H. 2, S. 141-151 (Standort: UuStB (Köln)38XG0236; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Das SPES-Projekt (Sozialpolitisches Entscheidungs- und Indikatorensystem) und der
Sonderforschungsbereich 3 (Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik) waren in
den 70er Jahren bis zum Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts in Deutschland zwei
Pionierprojekte der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung, die langfristig von der
Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurden. Der Beitrag behandelt vorwiegend soziologische Erträge; sie entstanden vor allem unter dem Einfluss von Wolfgang Zapf. Es han-
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
delt sich um Ansätze der Sozialberichterstattung, der Sozialindikatorenforschung, der Gesellschaftsanalyse, der Lebensqualitätsforschung und der Sozialpolitikforschung. In all diesen
Ansätzen werden bevorzugt repräsentative Datensätze eingesetzt und insgesamt sind sie sowohl durch theoretische Grundlegung als auch empirische Fundierung gekennzeichnet." (Autorenreferat)
[35-L] Gruber, Johannes:
Der flexible Sozialcharakter, in: Alex Demirovic: Das Subjekt - zwischen Krise und
Emanzipation, Münster: Verl. Westfäl. Dampfboot, 2010, S. 96-112
INHALT: Der Beitrag zur Frage nach dem Subjekt in der modernen kapitalistischen Gesellschaft
widmet sich den Auswirkungen auf den Sozialcharakter der Individuen in der Lebens- und
Arbeitswelt. Dabei gliedern sich die Ausführungen in folgende Punkte: (1) Die Sozialcharakteranalysen des Instituts für Sozialforschung (Fromm, Lukács, Adorno), (2) Sozialcharaktere
als Idealtypen (Habermas, Honneth u. a.), (3) Arbeits- und Lebenswelt im flexiblen Kapitalismus, (4) Flexibilität als arbeits- und lebensweltliches Anforderungsprofil, (5) psychische
Krankheiten (Depression, Borderline-Syndrom usw.), (6) der flexible Sozialcharakter auf der
Grundlage veränderter Sozialisationsbedingungen sowie (7) das Grundeinkommen. Für die
Einführung eines Grundeinkommens spricht nach Ansicht des Autors die Befreiung der Individuen von Überlebensnot und Existenzangst als Bedingung von substanzieller Freiheit.
Gleichwohl ist es kein Allheilmittel gegen die negativen Auswirkungen der kapitalistischen
Ökonomie. Konkurrenz, Macht- und Kapitalkonzentration sowie die Warenförmigkeit
menschlichen Lebens werden auf diese Weise nicht notwendig aufgehoben. (ICG2)
[36-L] Guillén, Ana M.; Gutiérrez Palacios, Rodolfo; Pena-Casas, Ramon:
Earnings inequality and in-work poverty, in: Ana M. Guillén (Hrsg.) ; Svenn-Age Dahl (Hrsg.):
Quality of work in the European Union : concept, data and debates from a transnational
perspective, Brüssel: P.I.E. Lang, 2009, S. 87-115
INHALT: Das Einkommen stellt eine der maßgebenden Dimensionen der Qualität des Arbeitslebens dar. Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses stehen die Einkommensdifferenzen und
der Umfang der Armut von Beschäftigten, die als Indikatoren für die Intensität des Spannungsverhältnisses zwischen Qualität und Quantität des Arbeitslebens interpretiert werden.
Die Verfasser bieten einen Überblick über Studien zum Einfluss der wirtschaftlichen Globalisierung auf die Dynamik der Einkommensungleichheiten. Anschließend werden die Trends
hinsichtlich der Verbreitung von Niedriglohnjobs und der Armut von Beschäftigten in der Europäischen Union im Zusammenhang mit der Flexibilisierung der industriellen Beziehungen
analysiert. Ein Schwerpunkt der Untersuchung bezieht sich auf die Sozial-, Arbeitsmarkt- und
Steuerpolitik, die eine maßgebliche Rolle hinsichtlich der Prägung von Einkommensdifferenzen und Verbreitung von Niedriglohnjobs spielen. Im Kontext der Evaluation des vorhandenen Datenmaterials zum Thema werden die Perspektiven der Forschung auf diesem Gebiet
zur Diskussion gestellt. (ICF)
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
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[37-L] Hark, Sabine; Völker, Susanne:
Feministische Perspektiven auf Prekarisierung: ein "Aufstand auf der Ebene der
Ontologie", in: Alexandra Manske (Hrsg.) ; Katharina Pühl (Hrsg.): Prekarisierung zwischen
Anomie und Normalisierung : geschlechtertheoretische Bestimmungen, Münster: Verl. Westfäl.
Dampfboot, 2010, S. 26-47
INHALT: Die Autorinnen befragen die Thematisierung von Prekarisierungsphänomenen als eine
spezifische Praxis des soziologischen Diskurses daraufhin, wie die Beteiligung an der Sorge
um Regier- und Regelbarkeit oder, positiv formuliert, um Integration die Sichtweise und die
Wahrnehmungsfähigkeit der Soziologie bestimmen bzw. begrenzen. Zum anderen und an diese Kritik anknüpfend geht es hier darum, den alltäglichen praktischen Aneignungen und Gestaltungen von prekären und prekarisierten Lebensführungen mit einem praxeologischen 'Inter-esse' zu begegnen. Die kritische feministische Perspektive auf Prekarisierung gliedert sich
in folgende Punkte: (1) das Aufsuchen geschlechtersoziologischer Ungewissheiten, (2) die
Neuformulierung geschlechtersoziologischer Klassifikationen, (3) die Verortung männlicher
Herrschaft im Kontext sozialer Unbestimmtheiten, (4) die Preisgabe der Macht der (soziologischen) Klassifikation sowie (5) die Aufstände auf der Ebene der Ontologie. (ICG2)
[38-L] Hautekeur, Gerard:
Mehr Bridging, weniger Bonding: der Bedarf an Sozialem Kapital in benachteiligten
Kommunen, in: Sozialmagazin : die Zeitschrift für Soziale Arbeit, Jg. 35/2010, H. 2, S. 40-43
(Standort: USB Köln(38)-XG3727; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Die gegenwärtige Praxis von Gemeinwesenarbeit tendiert dazu, sich auf die Stärkung
von Beziehungen zu konzentrieren, die benachteiligte Menschen mit anderen Bewohnern in
vergleichbarer Situation innerhalb des Gemeinwesens verbindet. Die Fachliteratur ist jedoch
mittlerweile anderer Meinung, nämlich dass die Beziehung zu Menschen unterschiedlicher
Lebensumgebungen wirksamer genutzt werden kann, um Armut und sozialen Ausschluss zu
bekämpfen. Der Beitrag befasst sich mit der Frage, ob starke oder schwache Bande nützlicher
bei der Armutsbekämpfung sind und erklärt die Bedeutung von Bonding und Bridging." (Autorenreferat)
[39-L] Heekerens, Hans-Peter:
Angst essen Seele auf: Anmerkungen zu einigen Ergebnissen der UNICEF-Studie 2010 zum
Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen, in: Sozialmagazin : die Zeitschrift für Soziale
Arbeit, Jg. 35/2010, H. 4, S. 46-56 (Standort: USB Köln(38)-XG3727; Kopie über den
Literaturdienst erhältlich;
www.juventa.de/zeitschriften/sozialmagazin/abstracts/Jahrgang2010/08201004046.html?2)
INHALT: "Anfang 2010 stellte das Deutsche Komitee für UNICEF die jüngste internationale
Vergleichsstudie zum Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen (UNICEF-Studie 2010)
vor. 'Kindliches Wohlergehen' ist ein erweitertes, mehrdimensionales Armutskonzept, das neben der materiellen Situation auch andere Dimensionen des Wohlergehens ins Auge fasst und
dabei auch Selbsteinschätzungen berücksichtigt. Der Autor erläutert in dem Artikel, warum
einige solcher in der UNICEF-Studie 2010 dokumentierten Selbsteinschätzungen Anlass zur
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Sorge geben und möchte damit die Sozialpädagogik anstoßen, Fragen zu stellen und Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten." (Autorenreferat)
[40-L] Helmert, Uwe:
Soziale Ungleichheit und Gesundheit in Deutschland: müssen Arme früher sterben?, in:
Michael Bauer (Hrsg.) ; Alexander Endreß (Hrsg.): Armut : Aspekte sozialer und ökonomischer
Unterprivilegierung, Aschaffenburg: Alibri Verl., 2009, S. 64-85
INHALT: Der Verfasser zeigt, dass bei der Analyse des Zusammenhanges zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit generell zwei wichtige Fragestellungen von Bedeutung sind: (1)
Gibt es einen sozialen Gradienten hinsichtlich gesundheitlicher Parameter und der Sterblichkeitsentwicklung über alle sozialen Schichten hinweg, oder trifft es eher zu, dass nur die ärmere Bevölkerung, nicht aber die Mittelschichten und die Wohlhabenden, mit weitaus stärkeren gesundheitlichen Risiken auf Grund ihrer schlechteren materiellen und sozialen Situation
konfrontiert sind? (2) Ist das vorherrschende Verursachungsprinzip für die ausgeprägten sozialen Unterschiede hinsichtlich des Morbiditätsgeschehens derart, dass Einkommensarmut
zu einer langfristigen Verschlechterung der gesundheitlichen Lage führt, oder derart, dass
lang andauernde schlechte individuelle Gesundheit zu persönlichen Einkommensverlusten bis
hin zum sozialen Abstieg führt? Das wird anhand der Darstellung des Forschungsstandes sowie durch die Präsentation einzelner Studien zum Thema verdeutlicht. (ICF2)
[41-L] Hepp, Rolf-Dieter:
Qualitative und quantitative Aspekte unsicherer Arbeitsverhältnisse, in: Rolf-Dieter Hepp:
The fragilisation of sociostructural components, Bremen: Europ. Hochsch.-Verl., 2009, S. 186194
INHALT: Parallel zu der Umorganisation der betriebsinternen Strukturen entzieht sich der modernisierende Kapitalismus sozialstaatlich abgesicherter Leistungen, indem er, etwa um Kosten zu sparen, Verschiebungen wie Standortverlagerungen vornimmt oder diese zumindest
androht. In der Folge dieser andauernden Veränderungen ergeben sich neue soziale Trennungslinien, Oppositionen und Ausschließungen über den Beschäftigungsstatus, die wiederum Effekte für die Sozialstruktur hervorrufen bzw. in sich tragen und neue Formen von Sozialzusammenhängen und Konfliktpotenzialen erzeugen. Die innere Struktur des Lohnarbeitsverhältnisses ist von diesen Prozessen betroffen und entfaltet innerhalb des sozialen Alltags
ihre Konsequenzen. Effekte, die sich aus der Planungsunsicherheit ergeben, bilden gleichzeitig ein wichtiges Kriterium des Einfindens in die entsprechenden sozialen Positionen. Die Arbeitslosen suchen sich billigere und kleinere Wohnungen und schränken sich selbst entsprechend ein, indem sie den Status Quo damit potenziell fixieren und festschreiben. Akteure mit
Zeitarbeitsverträgen beziehen die sozialen Unsicherheiten in all ihre Entscheidungen mit ein
(die dadurch dazu tendieren können habituelle Qualitäten zu entfalten und sich in den Akteuren festzuschreiben): das Schicksal einer Auflösung der Verträge ist bei allen kleineren und
größeren Entscheidungen (von der Wohnungssuche bis zum Kühlschrankkauf) präsent, so
dass eine Veralltäglichung stattfindet, die gleichzeitig Konsumeinschränkungen beinhaltet
und sich somit volkswirtschaftlich auf die Binnenkonjunktur auswirkt. (ICF2)
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[42-L] Hockerts, Hans Günter; Süß, Winfried (Hrsg.):
Soziale Ungleichheit im Sozialstaat: die Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien
im Vergleich, (Zeitgeschichte im Gespräch, Bd. 8), München: Oldenbourg 2010, 139 S., ISBN:
978-3-486-59176-7
INHALT: "Soziale Ungleichheit fordert moderne Gesellschaften permanent heraus. Der Sozialstaat kann Ungleichheiten abbauen, aber auch verstetigen und sogar selbst erzeugen. Der vorliegende Band untersucht am Beispiel Deutschlands und Großbritanniens, wie diese Herausforderung in zwei unterschiedlich geprägten Sozialstaaten reflektiert und politisch aufgegriffen wurde. Die Beiträge von Historikern und Sozialwissenschaftlern richten den Blick auf die
Problemfelder Armut, Bildungschancen und Geschlechterdifferenzen. Sie fragen nach dem
Verhältnis von Staat und Markt in der Alterssicherung sowie nach Konzepten von Gerechtigkeit. Aktuelle Kontroversen über die Zukunft der sozialen Sicherung und Debatten über alte
und neue Ungleichheitsmuster erhalten damit die notwendige historische Tiefenschärfe." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Hans Günter Hockerts: Einführung (9-18); Winfried Süß:
Armut im Wohlfahrtsstaat (19-42); Wilfried Rudloff: Ungleiche Bildungschancen als sozialpolitische Herausforderung (43-64); Christiane Kuller: Ungleichheit der Geschlechter (6588); Lutz Leisering, Christian Marschallek: Zwischen Wohlfahrtsstaat und Wohlfahrtsmarkt
Alterssicherung und soziale Ungleichheit (89-116); Cornelius Torp: Gerechtigkeitsprinzipien
in der Konstruktion sozialer Sicherung (117-137).
[43-L] Huster, Ernst-Ulrich; Schütte, Johannes:
"Zurück zur Familie und vorwärts in die Erwerbsarbeit?" - sozialstrukturelle Bedingungen
und Herausforderungen für die Familienhilfe, in: Hans-Jürgen Balz (Hrsg.) ; Klaus
Biedermann (Hrsg.) ; Ernst-Ulrich Huster (Hrsg.) ; Hildegard Mogge-Grotjahn (Hrsg.) ; Ursula
Zinda (Hrsg.): Zukunft der Familienhilfe : Veränderungen und integrative Lösungsansätze,
Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verl., 2009, S. 27-41
INHALT: Die Familie hat den Ergebnissen aktueller Umfragen zufolge nach wie vor einen hohen
Stellenwert im Bewusstsein der Bevölkerung, gerade auch bei Kindern mit negativen Erfahrungen in ihrer Herkunftsfamilie. Trägt jedoch das, was sich "Familie" nennt, wirklich in allen Fällen? Wird der Wunsch bzw. der Imperativ "Zurück zur Familie" nicht auch zu einem
Problem der zukünftigen Familienhilfe? Die Sozialisation zielt in unserer Gesellschaft nach
wie vor auf die spätere Beteiligung am Erwerbsleben. Was geschieht aber, wenn die Erwerbsarbeit selbst zum Problem geworden ist? Und schließlich: Wissenschaft und Praxis diskutieren längst das Phänomen einer intergenerativen Weitergabe von prekären Lebenslagen. Wie
kann man diesen Teufelskreis durchbrechen? Es stellt sich folglich die Frage nach den konkreten Bedingungen in den Familien, aber auch nach den sozialen Rahmenbedingungen für
Familien. Die Autoren diskutieren vor diesem Hintergrund die veränderten Sozialisationsbedingungen, die Rolle von Armut und Arbeitslosigkeit als bislang nicht bewältigte soziale Herausforderungen sowie die Zielsetzungen der Familienhilfe als Teil der gesamten sozialen Verteilungspolitik. (ICI2)
[44-F] Kilian, Christine; Berg, Philipp (Bearbeitung); Loges, Frank N., Prof.Dr. (Leitung):
Gesundheitsförderung als Stadtteilstrategie - Verbindung von Aktivierung und Steuerung
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INHALT: Ausgangssituation: Ende 2007 wurde in Berlin auf dem "13. Kongress Armut und Gesundheit" über die Korrelation von Gesundheit und Armut debattiert. Neben der Betrachtung
einzelner Fälle ist es längst unerlässlich, diesen Zusammenhang sozialräumlich wahrzunehmen, denn Menschen aus benachteiligten Stadtteilen haben in der BRD ein deutlich höheres
Risiko, diverse Krankheiten zu bekommen. Wie sich die Lebensverhältnisse eines Quartiers
auf die Gesundheit der dort lebenden Bevölkerung auswirken, soll auch im folgenden Projekt
erörtert und belegt werden, da es unabdingbar erscheint, die Gemeinwesenarbeit an diesem
problematischen Aspekt des Lebens der BewohnerInnen solcher Quartiere stärker auszurichten. Eine Reihe von Indizien sprechen auch im Fördergebiet der sozialen Stadt - EberstadtSüd - für die Verknüpfung von Stadtteilentwicklung und Gesundheitsförderung. Aus diesem
Grund soll folgendes Projekt durchgeführt werden. Problemstellung und Zielbildung: Bisher
besteht in Eberstadt Süd seit 2006 ein Netzwerk Gesundheit, das sich aus Ärzten, Apothekern, ErzieherInnen, SozialpädagogenInnen, LehrerInnen und anderen Professionellen zusammensetzt, um der vermuteten Korrelation zwischen Armut und Gesundheit zu begegnen.
Das Netzwerk hält es für sinnvoll, nicht nur steuernde gesundheitsfördernde Projekte zu initiieren, sondern einen wechselseitigen Dialog zwischen professionellen Experten des 'Netzwerks Gesundheit' und BewohnerInnen zu fördern. Mit einer lebensweltorientierten Erhebung
können die BewohnerInnen die Chance nutzen, ihr Wohn- und Lebensumfeld konstruktiv
mitzugestalten. So soll die Inanspruchnahme der Angebote erhöht und mittel- und langfristig
die gesundheitliche Situation im Stadtteil verbessert werden. Experten - Top-down: Steuerung. Dialog: Bewohner - Bottom-up - Aktivierung. Ziel: Im Zentrum der Untersuchung soll
eine enge Verzahnung der BewohnerInnen auf der einen und den professionellen Akteuren
auf der anderen Seite stehen. Ziel dieser Idee sind speziell auf die Bedarfe, Schwierigkeiten,
Bedürfnisse und Anregungen der EberstädterInnen ausgerichtete Angebote und Projekte zum
Thema Gesundheit. Dabei geht es um einen wechselseitigen Dialog zwischen diesen zwei
Parteien. So kann ein nachhaltiges, handlungsleitendes Konzept zur Gesundheitsförderung
mit präventivem Charakter entwickelt werden. Planungsvorgehen zur Erhebung: Seit Oktober
2007 arbeitet der Caritasverband, der Träger des Stadtteilbüros Eberstadt Süd, mit der Hochschule Darmstadt zusammen. Im WS 07/08 wurde die Lehrveranstaltung "Planungswerkstatt"
am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit der Hochschule Darmstadt
im Rahmen des Masterstudiengangs durchgeführt. Sie richtete sich zum Thema "Sozialraumorientiertes Arbeiten im Wohnquartier. Dabei entstand unter dem Gesichtspunkt von Gruppenarbeiten Studierender in Zusammenarbeit mit der Stadtteilwerkstatt Eberstadt Süd in Bezug auf die Kirchtannensiedlung die Idee zur Durchführung des Forschungsprojekts "Gesundheitsförderung als Stadtteilstrategie - Verbindung von Aktivierung und Steuerung". So haben
Überlegungen beider Seiten, sowohl aus praktischer als auch aus theoretischer Sicht, dazu geführt, eine Erhebung der gesundheitlichen Situation der BewohnerInnen in Eberstadt Süd anzugehen. Diese Erhebung besteht aus folgenden Phasen: Startphase WS 2008: Aufgrund von
theoretisch-hypothetischer Vorarbeiten konnten für Eberstadt Süd insbesondere Personen mit
Migrationshintergrund, Kinder und Jugendliche und ältere Personen als Risikogruppe identifiziert werden. Aus illustratorischen Gründen soll hier nur die Haupthypothese angeführt werden: Kriterien der Verstehbarkeit, Sinnhaftigkeit und der Veränderbarkeit sind sozial benachteiligten Personen in ihren Lebenswelten häufig verschlossen, z.B. aufgrund geringer Bildung
oder geringer Partizipationsmöglichkeiten, die ihnen in ihren Lebenswelten eingeräumt werden. So fehlt es an "generellen Widerstandsressourcen" im Hinblick auf die vermutete Korrelation zwischen Armut und Gesundheit. Letztlich orientieren sich alle daraus zu ziehenden Interventionen und Handlungsstrategien an strukturellen Bedingungen der Lebenswelten der betroffenen Personengruppen. Phase I SS 2009 (Expertensicht): Durch inhaltsanalytische Aus-
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
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wertungen von Protokollen und Verschriftlichungen des Netzwerks Gesundheit sowie durch
stark strukturierte, thematisch orientierte, Leitfaden gestützte Interviews soll die dargestellte
Problemlage aus der Sicht der ansässigen Experten ermittelt werden. Die Erkenntnisse daraus
dienen weiter als Anknüpfungspunkte für Leitfadeninterviews mit BewohnerInnen aus Eberstadt Süd. Ziel dieser Phase ist, inhaltsanalytisch auszuloten, wie eine Koordination und Kooperation zwischen Akteuren des Netzwerks und den BewohnerInnen aussehen kann, und
zwar sowohl während der Erhebung als auch bei daraus resultierenden Projekten. Phase II
WS 2009 (BewohnerInnenperspektive): Durch Leitfadeninterviews, Projekte, Gruppendiskussionen, Fragebogen etc. soll die Bedeutung des sozialen Handelns, in Bezug zur vermuteten
Korrelation zwischen Armut und Gesundheit, aus der Perspektive der Bevölkerung in Eberstadt Süd beleuchtet werden. Spezielle Bedürfnisse von Kindern und Personen mit Migrationshintergrund werden beachtet. Auch soll untersucht werden, was es schon in E-Süd gibt,
welche Bedarfe es hinsichtlich Gesundheit gibt, was passieren sollte/ könnte, an welchen bestehenden Projekten und Initiativen angesetzt werden könnte und was auf jeden Fall vermieden werden sollte. Phase III (Auswertungsverfahren): Eine Auswertung erfolgt im Rahmen
der qualitativen Inhaltsanalyse (Auswertung anhand von Texten, wie z.B. Interviews), die es
ermöglicht problemzentrierte, themenspezifische und lebensweltlich orientierte Ergebnisse
darzustellen. Daraus lassen sich dann entsprechende Handlungsstrategien für die Praxis ableiten. So kann eine größere Partizipation der Lebenswelten der BewohnerInnen an der Gesundheitsförderung begünstigt werden. Um die Ergebnisse in die Praxis einfließen zu lassen, erfolgt eine Veröffentlichung der Erhebung.
METHODE: Eine Datenerhebung findet auf der Grundlage empirisch-qualitativer Methoden
statt. Diese basiert auf einer starken Subjektbezogenheit. Dazu zählt auch die Untersuchung
von Lebenswelten aus verschiedenen alltäglichen Bereichen. Ziel ist es, die Lebenswelten
und die Bedeutung sozialen Handelns aus Sicht der Betroffenen realitätsnah zu erfassen.
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Loges, Frank; Kilian, Christine; Berg, Philipp: Gesundheitsförderung als Stadtteilstrategie - Verbindung von Aktivierung
und Steuerung. Darmstadt, 1 S.
ART: keine Angabe BEGINN: 2008-07 ENDE: 2009-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Hochschule Darmstadt, FB Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit
(Haardtring 100, 64295 Darmstadt)
KONTAKT: Leiter (Tel. 06151-16-8513, Fax: 06151-16-8990, e-mail: [email protected])
[45-L] Koch, Max:
Klassenstrukturen in Europa: zwischen Homogenisierung und Vertiefung, in: Hans-Guenter
Thien (Hrsg.): Klassen im Postfordismus, Münster: Verl. Westfäl. Dampfboot, 2010, S. 310-335
INHALT: Gegenstand der Studie ist die Entwicklung des Kräfteverhältnisses zwischen Lohnabhängigen und Kapitalinhabern in der EU insgesamt. Der proportionale Arbeitslohn (Marx)
wird als Indikator für diese Dynamik in der bereinigten Lohnquote empirisch analysiert. Letztere ist im Zeitraum 1995-2008 nach anfänglicher Stagnation gefallen, was eine relative Verschlechterung der Position der europäischen Lohnabhängigenklasse in Relation zu den Kapitalinhabern indiziert. Diese Verschlechterung steht in Zusammenhang mit einer ganzen Reihe
von Einzelentwicklungen, von denen der Verfasser die Entstandardisierung von Lohnarbeit
und die Polarisierung vom Reichtum hervorhebt. Dabei geht relative Armut vor allem in den
osteuropäischen Staaten mit Erfahrungen materieller Entbehrung einher. Es wird auch darauf
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hingewiesen, dass das BIP in der EU insgesamt im Beobachtungszeitraum relativ stabile Zuwachsraten aufwies. Dies eröffnete einen gewissen Spielraum für sozialstaatliche Gestaltung,
um soziale Ungleichheit innerhalb gewisser Grenzen zu halten. In der Zwischenzeit hat sich
die Lage geändert - worauf sämtliche aktuellen Ergebungen hindeuten: Für den Euroraum
wird für 2009 ein Absturz des BIP von drei bis vier Prozent vorausgesagt, mit zum Teil dramatischen Zuspitzungen in einzelnen Mitgliedsstaaten. Als Folge massiver Kapitalvernichtung aufgrund des Platzens der Immobilienspekulationsblase vor allem in Großbritannien, Irland und Spanien beklagen die meisten der untersuchten Länder große Staatsdefizite, was die
Währungsunion und in ihrem Gefolge die politische Einheit Europas belastet, in jedem Fall
aber den sozialstaatlichen Gestaltungsrahmen einengt. In dieser Situation ist es sehr wahrscheinlich, dass die bereits in dem der Krise vorausgehenden Zeitraum beobachtete soziale
Polarisierung sich verschärfen wird und mehr Menschen die Erfahrung von Arbeitslosigkeit,
Deklassierung und Exklusion machen müssen. (ICF2)
[46-L] Krämer, Klaus:
Prekarisierung - ein Vorschlag zur Systematisierung eines schillerndes Begriffs, in: Stefan
Kutzner (Hrsg.) ; Michael Nollert (Hrsg.) ; Jean-Michel Bonvin (Hrsg.): Armut trotz Arbeit : die
neue Arbeitswelt als Herausforderung für die Sozialpolitik, Zürich: Seismo Verl., 2009, S. 21-37
INHALT: Der Autor verdeutlicht in seinem Aufsatz die Vielschichtigkeit des Begriffs "Prekarisierung", er kritisiert die synonyme und nicht hinterfragte Verwendung von Prekarisierung
und Verarmung und plädiert für eine kontextbezogene, die Lebenslage einschließende Verwendung des Prekarisierungsbegriffs. Er entwirft hierzu einen konzeptionellen Rahmen für
die Analyse von Prekarisierungsprozessen, wobei er das Prekarisierungskonzept nicht nur wie üblicherweise - auf die Analyse der Erwerbsarbeit und den Wandel der Arbeitsgesellschaft in einem engeren Sinne beschränkt. Zugleich zieht er die umfassendere Dimension der
Lebenslage mit ein, um Aussagen über die gegenwärtige Transformation der Sozialstruktur in
modernen kapitalistischen Gesellschaften machen zu können. Er geht im Einzelnen der Frage
nach, inwieweit das in der Ungleichheitssoziologie und Sozialstrukturforschung entwickelte
Konzept der Lebenslage für die Operationalisierung von Prekarisierungsprozessen nutzbar
gemacht werden kann. (ICI2)
[47-L] Kutzner, Stefan; Nollert, Michael:
Armut trotz Arbeit: eine neue Herausforderung für die Sozialpolitik, in: Stefan Kutzner
(Hrsg.) ; Michael Nollert (Hrsg.) ; Jean-Michel Bonvin (Hrsg.): Armut trotz Arbeit : die neue
Arbeitswelt als Herausforderung für die Sozialpolitik, Zürich: Seismo Verl., 2009, S. 7-20
INHALT: Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist die "soziale Frage" noch nicht gelöst. Nachdem in der Nachkriegszeit der Kampf gegen die Armut gewonnen schien, nimmt die Zahl jener Menschen wieder zu, die sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht in das System der
Erwerbsarbeit integrieren lassen, oder trotz Erwerbsarbeit arm bleiben. Dabei ist zu beachten,
dass diese Diagnose auf Daten zur Langzeitarbeitslosigkeit und relativen Armut beruht und
deutliche internationale Unterschiede zu erkennen sind. Zudem dokumentiert der OECD-Bericht "Growing Inequalities" (2008), dass die relative Armut in der letzten Dekade vor allem
unter den Jugendlichen und den Erwerbstätigen zugenommen hat. Im vorliegenden Beitrag
werden die Entwicklungen und Ursachen der Armut skizziert sowie sozialstaatliche Reaktio-
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
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nen diskutiert, die sich auf die aktivierende Sozialpolitik, die Flexicurity-Strategie, die Bildungspolitik und die Debatten zur Zukunft der Arbeit beziehen. Es werden ferner die Perspektiven der Armutsforschung umrissen und die Beiträge des Sammelbandes kurz vorgestellt. (ICI2)
[48-L] Lamla, Jörn:
Authentizitätsmythos und Verbraucherautonomie: über soziale Wertschätzung im
kulturellen Kapitalismus und verbleibende Pfade in die "Nachknappheitsgesellschaft", in:
Manuel Franzmann (Hrsg.): Bedingungsloses Grundeinkommen als Antwort auf die Krise der
Arbeitsgesellschaft, Weilerswist: Velbrück Wissenschaft, 2010, S. 392-419
INHALT: Das Bürgerrecht auf ein bedingungsloses Grundeinkommen ist kein Mechanismus oder
Garant für kulturelle Transformationsprozesse. Als sozialrechtliche Institution ist es genauso
der Aneignung durch unterschiedliche bürgerkulturelle Habitusformationen und Deutungsmuster ausgesetzt wie jedes andere Recht auch. Genauso wenig, wie es aus außen-geleiteten
Individuen, die ihre Selbstwertschätzung von sozial vorgeprägten Bewährungsproben abhängig machen, sei es der Erfolg im Beruf, die gefühlte Nähe zu einem Popstar oder Serienheld
oder die Fähigkeit, gut Kochen oder Skilaufen zu können, zu größerer individueller Unabhängigkeit führt, genauso wenig verwandelt es innen-geleitete Charaktere, die ihre Authentizität
in einem individuellen Bildungsprozess verankert wissen, von heute auf morgen in selbstvergessene Hedonisten. Das Grundeinkommen kann kulturelle Prozesse des Wertschätzungslernens innerhalb einer Bürgergemeinschaft begünstigen, nicht aber schon herbeiführen. Es genügt sich in dieser Hinsicht nicht selbst und verweist folglich auf einen Bedarf an komplementären sozial- und demokratiepolitischen Gestaltungsmaßnahmen. Festzuhalten ist aber,
dass sowohl die Behauptung kultureller Transformationswirkungen in Richtung Autonomiesteigerung als auch die gegensätzliche Annahme eines Kultur- und Leistungsverfalls kritisch
hinterfragt werden muss. Jene, die das Schreckensszenario einer von Wohltaten des Sozialstaates abhängigen Bevölkerung an die Wand malen, deren Fähigkeit zu ökonomischer Initiative, bürgerschaftlichem Engagement und biographischer Innovation in der Grundeinkommensgesellschaft vollends absterbe, müssen sich die Gegenfrage gefallen lassen, woher die
kulturellen Dispositionen denn kommen, die für eine solch degenerative Aneignung sozialer
Bürgerrechte sprechen sollen. (ICF2)
[49-L] Langhoff, Thomas; Krietsch, Ina; Starke, Christian:
Der Erwerbseinstieg junger Erwachsener: unsicher, ungleich, ungesund, in: WSI
Mitteilungen : Monatszeitschrift des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der
Hans-Böckler-Stiftung, Jg. 63/2010, H. 7, S. 343-349 (Standort: USB Köln(38)-Haa964; Kopie
über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der Einstieg junger Erwachsener in die Erwerbsarbeit kann als besorgniserregend und
problematisch bezeichnet werden. Jugendliche und junge Erwachsene sehen sich bereits vor
Beginn des Erwerbslebens mit zahlreichen Problemlagen konfrontiert: Vergebliche Ausbildungsplatzsuche, Dauerpraktika, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitslosigkeit kurzum Zukunftsangst sind Themen, welche die junge Generation bewegen und mit denen sie
sich auseinandersetzt. Die Folgen dieser schwierigen Ausgangslage für Jugendliche sind weitreichend. Nicht nur die Existenzsicherung, sondern ebenso die psychische Gesundheit werden
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durch die Situation auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt beeinträchtigt. Schließlich stellt
Erwerbsarbeit nicht nur die Grundlage für finanzielle Selbstständigkeit dar, sondern nimmt
den zentralen Stellenwert für die individuelle Entwicklung und Entfaltung der (jungen) Erwerbstätigen ein. Werden jedoch Stabilität und Kontinuität zugunsten unsicherer und prekärer
Beschäftigungsverhältnisse ersetzt, sind damit die Zukunftsplanung und Entwicklungschancen der Betroffenen beeinträchtigt. Insbesondere bei der Leiharbeit kumulieren mehrere Faktoren unsicherer und prekärer Beschäftigung. Vor dem Hintergrund, dass die junge Generation dem Arbeitsmarkt noch einige Jahrzehnte zur Verfügung stehen muss, kann der Verschleiß
deren psychischer und physischer Gesundheit nur kritisch betrachtet werden." (Autorenreferat)
[50-L] Leßmann, Ortrud:
Armut: wie viel ist gerecht?: Armut, Armutsmessung und Gerechtigkeit, in: Gotthard Breit
(Hrsg.) ; Stefan Schieren (Hrsg.): Gerechtigkeit in der Demokratie : eine Einführung, Schwalbach:
Wochenschau Verl., 2009, S. 105-133
INHALT: "Rawls' Aussage, Armut sei in dem Maße tolerabel, in dem Ungleichheit allen zum
Vorteil gereicht, führt direkt zur Frage, wie Armut zu messen sei. Armutsmessung ist schon
im einfachsten Falle - wenn man sich auf Einkommensarmut beschränkt - ein komplexes Unterfangen und umfasst zwei Schritte. Zunächst muss die Gruppe der Armen identifiziert und
dann ein Maß für die Gesamtarmut in der Gesellschaft gefunden werden. Bei multidimensionalen Modellen gesellt sich ein dritter Schritt hinzu: das Zusammenspiel der Dimensionen
muss bestimmt werden. Einige Ansätze gehen noch darüber hinaus, indem sie Armut als eingeschränkte Handlungsfreiheit definieren." (Autorenreferat)
[51-F] Limmer, Ruth, Dr. (Bearbeitung):
Wissenschaftliche Begleitforschung zum Modellprojekt des Deutschen Familienverbandes/
Landesverbandes Bayern e.V.: "Familienunterstützende Angebote für Tafelkunden"
INHALT: Zielgruppe: Familien mit minderjährigen Kindern, bei denen ein Elternteil aufgrund einer prekären ökonomischen Situation das Angebot der Bayreuther Tafel nutzt. Im Rahmen
des Modellprojekts des Familienverbandes werden, zusätzlich zum Angebot vergünstigter
Nahrungsmittel der Tafel, weitere Angebote zur Unterstützung von Familien ausgearbeitet.
Die wissenschaftliche Begleitforschung hat folgende Ziele: a) Analyse von Unterstützungsbedarfen von Tafelkunden mit minderjährigen Kindern; b) Erhebung der Zufriedenheit der erreichten Familien mit genutzten Angeboten; c) Erhebung der Zufriedenheit der beteiligten Institutionen in Bayreuth mit den entwickelten Angeboten. GEOGRAPHISCHER RAUM: Bayern, Oberfranken, Bayreuth
METHODE: Ausgehend von bekannten Problemen der niederschwelligen Arbeit mit Familien
soll die Begleitforschung dazu beitragen, innovative und gemeindenahe Strategien zu entwickeln. Neben der Weiterentwicklung bestehender Interventionsansätze werden im Rahmen
der Begleitforschung die Erfahrungen der erreichten Familien sowie der beteiligten Institutionen dokumentiert. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Qualitatives Interview (Stichprobe: 80; Tafelkunden mit minderjährigen Kindern; Auswahlverfahren:
Selbstmelder). Standardisierte Befragung, face to face (Stichprobe: 280; Tafelkunden mit
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minderjährigen Kindern; Auswahlverfahren: Zufall). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des
Projekts.
ART: Auftragsforschung BEGINN: 2009-06 ENDE: 2011-03 AUFTRAGGEBER: Freistaat Bayern Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen FINANZIERER: Institution; Auftraggeber
INSTITUTION: Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg, Fak. Sozialwissenschaften (Bahnhofstr. 87, 90402 Nürnberg)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 0911-5880-2532, e-mail: [email protected])
[52-L] Lohmann, Henning:
Armut von Erwerbstätigen im europäischen Vergleich: Erwerbseinkommen und
Umverteilung, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Jg. 62/2010, H. 1, S.
1-30 (Standort: USB Köln(38)-Haa00277-b; Kopie über den Literaturdienst erhältlich; dx.doi.org/
10.1007/s11577-010-0093-2)
INHALT: "In Europa bestehen deutliche Unterschiede im Ausmaß und in der Struktur von Armut
von Erwerbstätigen. Die vorliegende Untersuchung analysiert in einem Vergleich von 20
Ländern, inwieweit dies auf die unterschiedliche Ausgestaltung der institutionellen Rahmenbedingungen eines jeweiligen Landes zurückzuführen ist. Die Analysen basieren auf Mikrodaten aus der EU-Statistik zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) des Jahres
2006 und Makrodaten aus unterschiedlichen Quellen. Es werden mehrere Stufen des Einkommensverteilungsprozesses betrachtet. Der Ausgangspunkt ist die Frage, ob das persönliche
Erwerbseinkommen einer Person ausreichend ist, um Armut zu vermeiden. In weiteren
Schritten werden der Haushaltskontext (Bedarf und weitere Erwerbseinkommen) und der Einfluss staatlicher Umverteilung (Steuern und Transfers) mitberücksichtigt. Nur in dieser umfassenden Perspektive ist es möglich zu klären, inwieweit Armut von Erwerbstätigen vor allem am Arbeitsmarkt entsteht oder auf andere Faktoren zurückzuführen ist." (Autorenreferat)
[53-L] Lorenz, Stephan:
Die Tafeln zwischen Konsumismus und 'Überflüssigkeit': zur Perspektive einer Soziologie
des Überflusses, in: Stefan Selke (Hrsg.): Tafeln in Deutschland : Aspekte einer sozialen
Bewegung zwischen Nahrungsmittelumverteilung und Armutsintervention, Wiesbaden: VS Verl.
für Sozialwiss., 2009, S. 65-84
INHALT: "In diesem Beitrag werden zunächst die Gesellschaftsdiagnose zum 'Konsumismus'
und die Debatte zu den 'Überflüssigen' gegenübergestellt. Die Tafeln treten als neuer gesellschaftlicher Akteur zwischen die so aufgezeigten Entwicklungstendenzen. Sie sammeln die
Abfälle des Konsumüberflusses ein und verteilen diese an die von Arbeits- und Konsumteilhabe ausgeschlossenen Bürgerinnen und Bürger. Im zweiten Teil des Beitrages wird danach
gefragt, wo die Tafeln selbst die Probleme und die Antworten sehen. Es lässt sich zeigen,
dass sie strukturell ein kritisch-anspruchsvolles Programm des Umgangs mit Überflussproblemen initiieren. Darin sind allerdings auch strukturelle Schwierigkeiten angelegt, die im öffentlichen Auftreten sichtbar werden. Nachhaltige Problemlösungen für Konsumüberfluss
und Ausgrenzungen sind nur in kooperativen Anstrengungen zu erreichen, für die sich weitere Akteure, nicht zuletzt die Wissenschaften, bereitfinden müssen." (Autorenreferat)
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[54-L] Lorey, Isabell:
Prekarisierung als Verunsicherung und Entsetzen: Immunisierung, Normalisierung und
neue Furcht erregende Subjektivierungsweisen, in: Alexandra Manske (Hrsg.) ; Katharina Pühl
(Hrsg.): Prekarisierung zwischen Anomie und Normalisierung : geschlechtertheoretische
Bestimmungen, Münster: Verl. Westfäl. Dampfboot, 2010, S. 48-81
INHALT: Der Beitrag liefert eine kritische Auseinandersetzung mit der Position von Robert Castel zur Prekarisierung: An Castels Argumentation lässt sich exemplarisch zeigen, in welcher
Weise der negativen Konstruktion von Prekarität jene politisch immunologische Funktion zukommt, die vor allem in der Adaption seiner Thesen im deutschsprachigen Raum reproduziert
und eng geführt wird. Die biopolitisch-immunisierende Dynamik in Castels Positionierung
bewegt sich zwischen Sicherheit und Schutz auf der einen und Gefährdung und Bedrohung
auf der anderen Seite. Entsprechend bedient in seinen Analysen zu Prekarität der Sozialstaat
die Seite des Schutzes, während sich Prekarität auf der potenziellen Seite der Gefährdung befindet, und zwar der Gesellschaft als ganzer. Die Betrachtung orientiert sich an zwei Fragen:
Wer war zum einen bereits im fordistischen Sozialstaatssystem nicht genügend abgesichert?
In welcher Weise wird zum anderen soziale Ungleichheit gegenwärtig zu einem Bestandteil
gesellschaftlicher Normalität? Als Gegenpol zu Castels Standpunkt wird der Ansatz von Judith Butler herangezogen: Im Gegensatz zu Castel versteht Butler den Begriff der existenziellen Gefährdung (precariousness) nicht in einem einseitig negativen Sinn. In der Unterscheidung zum politischen Begriff der precarity umreißt precariousness die grundlegende Gefährdetheit als anhaltende Bedingung des Sozialen und des Politischen. Eine politische Praxis jenseits des Immunologischen stellen die Auseinandersetzungen mit Prekarisierung im Zusammenhang mit der EuroMayDay-Bewegung dar. Vor dem Hintergrund dieses diskursiven und
aktivistischen Gefüges stellt die Autorin die über eine rein negativ konnotierte Prekarität, aber
auch über Butlers Begrifflichkeit von precariousness und precarity hinausgehende Konzeption der gouvernementalen Prekarisierung an das Textende. Damit wird auch eine Verschiebung des gesamten Begriffssystems vorgeschlagen, die Subjektivierungsweisen, Handlungsmöglichkeiten und politische Kämpfe systematisch in die Analyse einbeziehen soll. (ICG2)
[55-L] Maaz, Kai; Baumert, Jürgen; Trautwein, Ulrich:
Genese sozialer Ungleichheit im institutionellen Kontext der Schule: Wo entsteht und
vergrößert sich soziale Ungleichheit?, in: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Sonderheft, Jg.
2009/2010, H. 12, S. 11-46
INHALT: "Soziale Ungleichheiten im Bildungssystem sind ein gut dokumentierter Befund. Die
Befunde der großen internationalen Schulleistungsstudien haben soziale Ungleichheiten wieder in den Blickpunkt der Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik gerückt. Trotz verschiedenster Forschungsaktivitäten lässt sich die Frage, wo soziale Ungleichheit im Bildungssystem entsteht, nicht leicht beantworten. Diese Frage steht im Mittelpunkt des vorliegenden
Beitrags. In der erziehungswissenschaftlichen, soziologischen und psychologischen Forschung werden vornehmlich vier Bereiche identifiziert, an denen soziale Ungleichheiten im
Bildungssystem entstehen oder verstärkt werden können. Ungleichheiten können demnach an
Bildungsübergängen, innerhalb einer Bildungsinstitution, zwischen verschiedenen Bildungsprogrammen oder auch außerhalb des Bildungssystems entstehen. Der Beitrag gibt für jeden
dieser vier Bereiche einen Überblick über theoretische Grundlagen, systematisiert den empirischen Forschungsstand und weist auf Forschungsdesiderate hin." (Autorenreferat)
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[56-L] Mäder, Ueli:
Erwerbsarbeit und Armut: zur Dynamik von Integration und Ausschluss, in: Stefan Kutzner
(Hrsg.) ; Michael Nollert (Hrsg.) ; Jean-Michel Bonvin (Hrsg.): Armut trotz Arbeit : die neue
Arbeitswelt als Herausforderung für die Sozialpolitik, Zürich: Seismo Verl., 2009, S. 60-73
INHALT: Der Autor reflektiert vor dem Hintergrund der klassischen Ungleichheitssoziologie und
der Differenzierungstheorie die prominente Gegenüberstellung von Integration und Ausschluss, die vor allem in sozialpolitischen Debatten zu finden ist. Er beleuchtet anhand von
zwei schweizerischen Nationalfondsstudien die Situation von erwerbstätigen Armen ("Working Poor"), die auf Zusatzleistungen der Sozialhilfe angewiesen sind. Dabei steht die Frage
im Mittelpunkt, wie sich die Kategorisierung auswirkt, nach welcher die Sozialhilfe ihre Klientel einteilt. Der Autor geht ferner auf forcierte Integrationsversuche in den ersten Arbeitsmarkt ein, welche seiner Meinung nach zu einer Überforderung bzw. einem mittelfristigen
Ausschluss führen können und dazu beitragen, die Armut zu verstetigen. Er setzt sich außerdem mit verschiedenen Integrationskonzepten kritisch auseinander und zeigt, dass die Veränderungen der analytischen Zugänge auch Konsequenzen für die Wahrnehmung sozialer Praktiken und neuer sozialer Probleme haben. Aktuelle Erfahrungen weisen darauf hin, dass bei
einem Teil der Sozialhilfeklientel die Entlastung vom (zumindest kurzfristigen) Erwerbszwang die Chancen der sozialen Integration verbessert. Das wirft die abschließend diskutierte
Frage auf, ob und inwiefern eine Entkoppelung des Einkommens von der Erwerbsarbeit dazu
beiträgt, soziale Sicherheit zu konstituieren und Armut zu bewältigen. (ICI2)
[57-L] Mansel, Jürgen; Heitmeyer, Wilhelm:
Prekarität, Segregation und Armut im Sozialraum: ein Überblick zum Forschungsstand, in:
Deutsche Zeitschrift für Kommunalwissenschaften, Jg. 48/2009, H. 2, S. 5-20
INHALT: Die wahrgenommene Beschränkung der individuellen Handlungsmöglichkeiten sowie
die Erfahrung, dass man durch eigenes Handeln sowohl im Hinblick auf das eigene Leben
wie auch bezogen auf die Wohnqualität und das Zusammenleben von Menschen nur wenig zu
ändern vermag, führen in diesen Stadtteilen zu starken Gefühlen von politischer Machtlosigkeit: Man selbst kann nichts ändern, und die Politiker handeln am Wohl der kleinen Leute
vorbei. Sie interessieren sich nicht für die Probleme des kleinen Mannes. Es verwundert daher
nicht, dass bei Kommunalwahlen bis zu drei Viertel der Anwohner aus segregierten Stadtvierteln nicht mehr zur Wahl gehen. Auch die Regulationskrise "schlägt" damit bei Anwohnern in
segregierten Stadtvierteln in besonderem Maße "durch". Im Fokus des Schwerpunktheftes
stehen die Folgen des Lebens in segregierten Stadtteilen, dies vor allem im Hinblick auf Gesundheit, Gewaltverhalten und die Abwertung von Angehörigen schwacher Gruppen. Inwiefern stehen Prekarität, Armut und Tendenzen von Segregation, die Bewohner in wirtschaftlich
"abgehängten" Stadtteilen oder "abwärtsdriftenden" Regionen erleben, in einem Zusammenhang mit einerseits eher interiorisierenden Formen der Belastungsregulation, also mit Rückzugsverhalten, Resignation und/oder Beeinträchtigungen des psychosozialen und gesundheitlichen Wohlbefindens, und andererseits mit einem eher exteriorisierenden Problemverhalten,
z. B. mit der Abwertung von Angehörigen von Fremdgruppen, Gewaltbilligung, Gewaltbereitschaft, Diskriminierung und tatsächlich vollzogenen Gewalthandlungen? Welche Interventionspolitiken müssen entwickelt werden, wenn bisher greifende Mechanismen der Konfliktregulierung nicht mehr wirken? (ICF2)
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[58-L] Mansel, Jürgen; Legge, Sandra; Heitmeyer, Wilhelm:
Prekarität, Deprivationserleben und Armut in wirtschaftlich prosperierenden und in
abwärtsdriftenden Regionen: Abwertungsprozesse und Gewaltpotenzial im Vergleich, in:
Deutsche Zeitschrift für Kommunalwissenschaften, Jg. 48/2009, H. 2, S. 51-66
INHALT: "Im Beitrag wird überprüft, ob die Wirtschaftsstärke einer Region sich dahingehend
auswirkt, dass die Anwohner in strukturschwachen Gebieten stärker dazu tendieren, Angehörige potenzieller Konkurrentengruppen abzuwerten, als Personen, die in einer strukturstarken
Region leben. Hierzu wurden den Individualdaten aus den bisher acht Querschnittserhebungen des Projektes 'Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit' auf der Ebene der Kreise und
kreisfreien Städte solche Strukturdaten zugespielt, die eine Einschätzung der Wirtschaftsstärke der jeweiligen Regionen erlauben. Grundlage der vorgenommenen Analysen sind die Daten von insgesamt 17 349 Personen aus 241 verschiedenen Kreisen und kreisfreien Städten.
Gezeigt wird zunächst, dass Personen in wirtschaftlich abwärtsdriftenden Regionen in stärkerem Maße von Desintegrationsrisiken betroffen sind als solche in wirtschaftlich aufstrebenden Gebieten. Mehrebenenanalysen ergeben, dass die Wirtschaftsstärke einer Region unabhängig vom individuellen Desintegrationsniveau einen Effekt auf das Ausmaß von fremdenfeindlichen Einstellungen und Gewaltakzeptanz der Anwohner der jeweiligen Region hat."
(Autorenreferat)
[59-L] Manske, Alexandra; Pühl, Katharina:
Prekarisierung zwischen Anomie und Normalisierung, in: Alexandra Manske (Hrsg.) ;
Katharina Pühl (Hrsg.): Prekarisierung zwischen Anomie und Normalisierung :
geschlechtertheoretische Bestimmungen, Münster: Verl. Westfäl. Dampfboot, 2010, S. 7-23
INHALT: Der Einführungsartikel zu dem Sammelband 'Prekarisierung zwischen Anomie und
Normalisierung. Geschlechtertheoretische Bestimmungen' (2010) liefert zunächst den Hinweis, dass die Beiträge aus dem Wissenschaftsbereich der Geschlechterforschung an die Kritik konstatierter Einseitigkeiten der sozialwissenschaftlichen Prekarisierungsforschung anknüpfen. Die dem Band zugrunde liegende Leitfrage lautet: Inwieweit ist Prekarisierung als
analytisches Konzept geeignet, aktuelle Prozesse kapitalistischer Produktions-, Verwertungs-,
Austausch- und gesellschaftliche Reproduktionsprozesse in ihrer vergeschlechtlichten und
vergeschlechtlichenden Logik zu beschreiben? Wo liegen systematische Begrenzungen der
gegenwärtigen Diskussion, die durch den Bezug auf andere Theorietraditionen und theoretische Konzepte ausgeglichen werden können? Die Auseinandersetzung der Einzelbeiträge mit
diesem Thema umfasst folgende Aspekte, die hier skizziert werden: (1) das neoliberale Setting von Geschlechterasymmetrien, (2) soziologische Zugänge zum Thema und der theoretische Mehrwert von Prekarisierung, (3) die Kritik am industriegesellschaftlichen Bias der Prekarisierungsforschung und gendertheoretischer Revisionsbedarf, (4) theoretisch-konzeptionelle Weiterentwicklungen, (5) Anomie versus Normalisierung von Prekarisierung, (6) Diskursive als politische Interventionen sowie (7) die Notwendigkeit epistemologisch fundierter Gesellschaftsanalysen. (ICG2)
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[60-L] Marchart, Oliver; Adolphs, Stephan; Hamm, Marion:
Bewegungspraxis und "organische Theorie": zur Rezeption und Produktion
theorieförmiger Diskurse durch soziale Bewegungen am Beispiel der
Prekarisierungsbewegung, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, Jg. 39/2010,
H. 1, S. 73-87 (Standort: USB Köln(38)-XE00150; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Dieser Artikel geht von der These aus, dass soziale Bewegungen durch die Entwicklung eigenständiger 'organischer Theorien' einen Erklärungshorizont aufspannen, der ihnen
erlaubt, die eigene Protestpraxis mit Sinn zu versehen, der Bewegung ein Selbstbild zu geben
und die spezifische Problemlage analytisch einzuordnen. Im Aufsatz wird die Rezeption und
Produktion organischer Theorie am Beispiel der transnationalen Prekarisierungsbewegung
untersucht. Seit 2004 organisiert sich dieses Bewegungsnetzwerk transnational um das Protestformat der Euromayday-Paraden, die bis zum heutigen Tag in 40 europäischen und mehreren außereuropäischen Städten jeweils zum 1. Mai durchgeführt wurden. In der Studie interessierte die Autoren, wie Theorien des wissenschaftlichen Spezialdiskurses in den politischen Bewegungsdiskursen 'organischer Theorie' (d.h. im elaborierten Interdiskurs) verallgemeinert und schließlich mit bestehenden Subjektivierungsweisen und Praktiken (im Elementardiskurs des Alltagsverstands und der Alltagspraktiken der BewegungsakteurInnen) verschränkt wurden. Dies wird erstens anhand eines diskursanalytischen Vergleichs zweier Textkorpora untersucht. Zweitens wird in Form einer ethnographischen Untersuchung gezeigt,
wie theorieförmige Diskurselemente in den Praktiken der Bewegung selbst produziert und als
'embodied theory' ausagiert werden." (Autorenreferat)
[61-L] Molling, Luise:
Die Berliner Tafel zwischen Sozialstaatsabbau und neuer Armenfürsorge, in: Stefan Selke
(Hrsg.): Tafeln in Deutschland : Aspekte einer sozialen Bewegung zwischen
Nahrungsmittelumverteilung und Armutsintervention, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2009,
S. 175-196
INHALT: "Die hier in Auszügen vorgestellte Pilotstudie beleuchtet die ambivalente Rolle der
'Berliner Tafel' im Spannungsverhältnis zwischen Sozialstaatsabbau und neuer Armenfürsorge aus verschiedenen Perspektiven: Sie zeichnet deren Entwicklung von einer kleinen Hilfsaktion zu einem System struktureller Abhängigkeiten, das den Verein immer mehr von seinem ursprünglichen Prinzip abrücken lässt, ebenso nach, wie den umgebenden medial-politischen Diskurs, der die Lebensmittelhilfe des Vereins als Lösung für vermeintlich natürliche
Armutsprozesse stilisiert. Aus Sicht der Betroffenen scheint der Besuch der Ausgabestellen
allerdings lediglich dazu beizutragen, sich in ihrer durch soziale Ausgrenzung geeinten 'Parallelgesellschaf' besser einzurichten." (Autorenreferat)
[62-L] Molling, Luise:
Die Tafeln und der bürgergesellschaftliche Diskurs aus gouvernementalistischer
Perspektive, in: Stefan Selke (Hrsg.): Tafeln in Deutschland : Aspekte einer sozialen Bewegung
zwischen Nahrungsmittelumverteilung und Armutsintervention, Wiesbaden: VS Verl. für
Sozialwiss., 2009, S. 157-172
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INHALT: "Der Beitrag analysiert den Erfolg und rasanten Ausbau des Tafelsystems und dessen
Einbettung in die kommunitaristisch geprägte Debatte zum Thema 'Bürgergesellschaft' aus einer kritischen Perspektive. Während der bürgergesellschaftliche Diskurs vor der normativen
Folie des sozialstaatlichen Spannungsverhältnisses rückwärtsgewandt erscheint und die Lebensmittelspenden der Tafeln an vorsozialstaatliche Almosensysteme erinnern, lassen sich
beide Phänomene mit Michel Foucaults Konzept der Gouvernementalität als Teil einer spezifisch neoliberalen Regierung des Sozialen interpretieren, innerhalb derer das Soziale der Ökonomie mithilfe produktiver, wissensbasierter Machtstrategien untergeordnet wird." (Autorenreferat)
[63-L] Müller, Tobias:
Was haben die Hartz-Reformen bewirkt?: zu Ausmaß, Ursachen und Folgen der
Arbeitslosigkeit in Deutschland, Berlin: Weißensee Verl. 2009, 283 S., ISBN: 978-3-89998-1674
INHALT: "Mit der Frage ob mit den Hartz-Reformen, mit der die deutsche Arbeitsmarkt-und Sozialpolitik umfassend modernisiert wurde, die Arbeitslosigkeit wirksam bekämpft werden
konnte, beschäftigt sich dieses Buch. Um der Thematik gerecht zu werden, ist es m.E. notwendig, das Phänomen Arbeitslosigkeit in seinen relevantesten Facetten zu betrachten. Dieses
wird sich auch als hilfreich erweisen, um die Hartz-Reformen hinsichtlich ihrer Wirkungen
besser einordnen zu können. Zu Beginn wird in einem Problemaufriss (Kapitel 2) aufgezeigt,
welche psychosozialen Folgen Arbeitslosigkeit besitzt. Die Bedeutung, die die Arbeitslosigkeit in der Gesellschaft einnimmt, kann nur nachvollzogen werden, wenn man sich mit den
Auswirkungen der Arbeitslosigkeit auseinandersetzt. Im Zuge dessen wird auch der Vorwurf,
dass die meisten Arbeitslosen 'Sozialschmarotzer' seien, bewertet. Auch, weil dieser Vorwurf
bei den Hartz-Reformen zumindest latent mitschwang. Das 3. Kapitel thematisiert einige populäre Arbeitsmarkttheorien. Diese liefern zum einen wertvolle Einblicke in die Funktionsweise von Arbeitsmärkten und somit auch Erklärungen für die Existenz von Arbeitslosigkeit.
Zum anderen bilden Theorien auch Grundlagen politischer Konzepte, so dass eine Auseinandersetzung mit ihnen unerlässlich ist, wenn man sich umfassend mit der Vorbereitung und der
Umsetzung der Hartz-Reformen beschäftigen will. An Kapitel 3 schließt eine Darstellung der
statistischen Dimension der Arbeitslosigkeit an, die sich mit der Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den letzten Jahrzehnten, mit den Problemgruppen des Arbeitsmarktes und den
volkswirtschaftlichen Kosten der Arbeitslosigkeit auseinandersetzt. Kapitel 5 soll einige wesentliche Begründungsversuche der Arbeitslosigkeit in Deutschland beleuchten, was sowohl
für den späteren Verlauf der Arbeit, in denen auch Handlungsempfehlungen und Prognosen
aufgestellt werden sollen, als auch für die Bewertung der Hartz-Reformen unerlässlich ist.
Danach erfolgt in Kapitel 6 ein Blick auf wesentliche Etappen der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik vor den Hartz-Reformen. Schließlich setzte die Modernisierung der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik nicht erst mit den Hartz-Reformen ein. Die Kapitel 7 und 8 bilden das Herzstück dieses Buches. Im 7. Kapitel soll die Vorbereitung der Reformen durch die
Hartz-Kommission und die konkrete Umsetzung durch die Hartz-Gesetze I-IV dargestellt
werden, die dann in Kapitel 8 bewertet werden. Hierzu werden sowohl einzelne Reformbausteine und das Leitbild der Reformen beurteilt, als auch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit
in den letzten Jahren erörtert. Ferner soll im Schlussteil des 8. Kapitels die qualitative Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt präsentiert werden. Abschließend sollen in Kapitel
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9 die wesentlichen Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst und um einen persönlichen
Ausblick ergänzt werden." (Textauszug)
[64-L] Mümken, Sarah; Kieselbach, Thomas:
Prekäre Arbeit und Gesundheit in unsicheren Zeiten, in: Arbeit : Zeitschrift für
Arbeitsforschung, Arbeitsgestaltung und Arbeitspolitik, Jg. 18/2009, H. 4, S. 313-326 (Standort:
USB Köln(38)-XG07322; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "In dem Beitrag soll auf die Veränderungen und Herausforderungen eines sich wandelnden Arbeitsmarktes eingegangen werden. Zunächst wird der Blick auf Beschäftigungsformen gerichtet, die nicht dem klassischen Normalarbeitsverhältnis entsprechen. Im Anschluss
wird, nach einer begrifflichen Präzisierung von prekärer Beschäftigung, auf den Forschungsstand zum Zusammenhang von prekärer Beschäftigung und Gesundheit eingegangen. Anhand
einer Fragebogenuntersuchung unter weiblichen Reinigungskräften werden die Auswirkungen von Arbeitsplatzunsicherheit auf die gesundheitliche Konstitution dargestellt. Abschließend werden die Ergebnisse und Politikempfehlungen einer vom Generaldirektorat Beschäftigung der EU-Kommission unterstützten europäischen Expertengruppe vorgestellt, die sich
auf die gesundheitlichen Konsequenzen von Restrukturierungen und Ansatzpunkte der Gesundheitsförderung beziehen (HIRES-Projekt)." (Autorenreferat)
[65-F] Mund, Samuel; Senechal, Marcel (Bearbeitung); Böttger, Andreas, Prof.Dr. (Leitung):
Evaluation der Arbeit der gGmbH: "Hilfe für hungernde Kinder"
INHALT: Um die Arbeit von "Hilfe für hungernde Kinder" ansetzend an ihren eigenen Zielen in
ihrer gesamten Breite hinsichtlich ihrer Effizienz abzusichern und insbesondere bei nachgewiesenen Erfolgen der pädagogischen Arbeit einen Transfer des Konzepts für vergleichbare
Vorhaben in anderen Regionen zu ermöglichen, ist eine wissenschaftliche Begleitung erforderlich, die neben einer "summativen Evaluation" der Arbeitsergebnisse auch differenziert
ausgestaltete "formative Elemente" einschließt, durch die die durchführende Institution regelmäßig eine Rückmeldung zu den gewonnenen Erkenntnissen erhält, um ggf. "Kurskorrekturen" in der pädagogischen Arbeit vornehmen zu können. ZEITRAUM: 2009-2010 GEOGRAPHISCHER RAUM: Niedersachsen
METHODE: Grounded Theory; qualitative Evaluation. Unterschungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Beobachtung, teilnehmend (Stichprobe: 4). Qualitatives Interview
(Stichprobe: 10). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: Auftragsforschung BEGINN: 2009-07 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: "Hilfe für hungernde Kinder" gGmbH, Hannover FINANZIERER: Auftraggeber
INSTITUTION: arpos institut - Sozialwissenschaften für die Praxis (Noltestr. 9, 30451 Hannover)
KONTAKT: Leiter (Tel. 0511-7601210, e-mail: [email protected])
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[66-L] Oelkers, Nina; Richter, Martina:
Re-Familialisierung im Kontext post-wohlfahrtsstaatlicher Transformationsprozesse und
Konsequenzen für die Soziale Arbeit, in: Kurswechsel : Zeitschrift für gesellschafts-,
wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen, 2009, H. 3, S. 35-46 (Standort: USB Köln(38)XG9232)
INHALT: Gegenstand des Beitrags ist das veränderte Verhältnis von Staat und Familie, von Öffentlichkeit und Privatheit. Die Verfasser zeigen, dass sich im Kontext neoliberaler und neosozialer Regulationslogiken familiale Problemlagen insbesondere zu Ungunsten von Kindern
verschärfen. Besonderes Augenmerk liegt auf den unterschiedlichen familialen Lebenslagen
in Verbindung mit der Überantwortung sozialer Risiken ins Private oder in informelle Netzwerke als Ausdruck eines post-wohlfahrtstaatlichen Aktivierungsregimes. Problematisiert
wird, wie die Sozialarbeit im Sog dieser Entwicklung in Gefahr gerät, zum Anhängsel von
Familien-Aktivierungsprogrammen zu werden und damit unreflektiert Aktivierungslogiken
zu übernehmen. (ICE2)
[67-L] Offe, Claus:
Das bedingungslose Grundeinkommen als Antwort auf die Krise von Arbeitsmarkt und
Sozialstaat, in: Hartmut Neuendorff (Hrsg.) ; Gerd Peter (Hrsg.) ; Frieder O. Wolf (Hrsg.): Arbeit
und Freiheit im Widerspruch : bedingungsloses Grundeinkommen - ein Modell im Meinungsstreit,
Hamburg: VSA-Verl., 2008, S. 20-43
INHALT: Der Verfasser spricht über die Krise des Sozialstaats. Das allgemeine Grundeinkommen kann eine wichtige Rolle in dem Prozess spielen, in dem fortgeschrittene (wie ebenso
weniger fortgeschrittene) kapitalistische Industriegesellschaften ihre Widersprüche, Strukturprobleme und Gerechtigkeitslücken in einer prononciert freiheitlichen "links-libertären" Weise und im Rahmen eines neuartigen Systems ökonomischer Bürgerrechte zu bewältigen suchen. Der Autor sieht die (theoretischen) Vorteile eines bedingungslosen Grundeinkommens
(BGE) vor allem in der Chance einer selbst gestalteten Lebensführung des Bürgers, da durch
die bedingungslose Existenzsicherung die Möglichkeit besteht, nicht mehr jede Arbeit annehmen zu müssen. Es geht ihm um die Institutionalisierung von sozialer Gerechtigkeit: gleiche
Freiheit für alle. Das Grundeinkommen entschärft das Verteilungsproblem und macht die aktivierende Verwaltung verzichtbar. Nicht mehr der Arbeitnehmer, sondern der Bürger steht
also mit seinen Rechten und Pflichten im Mittelpunkt derartiger Reforminitiativen. Der Verfasser zweifelt jedoch an der kurzfristigen Realisierbarkeit eines BGE. Die Argumente für
diese Idee seien zwar gültig, politisch und funktional jedoch noch verfrüht. Deshalb auch sein
Bemühen, bei den Gewerkschaften für derartige Lösungsansätze Verständnis zu entwickeln.
(ICF2)
[68-L] Osier, Guillaume:
Variance estimation for complex indicators of poverty and inequality using linearization
techniques, in: Survey research methods, Vol. 3/2009, No. 3, S. 167-195 (w4.ub.uni-konstanz.de/
srm/article/view/369/3494)
INHALT: "The paper presents the Eurostat experience in calculating measures of precision, including standard errors, confidence intervals and design effect coefficients - the ratio of the
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variance of a statistic with the actual sample design to the variance of that statistic with a simple random sample of same size - for the 'Laeken' indicators, that is, a set of complex indicators of poverty and inequality which had been set out in the framework of the EU-SILC project (European Statistics on Income and Living Conditions). The Taylor linearization method
(Tepping, 1968; Woodru, 1971; Wolter, 1985; Tillé, 2000) is actually a well-established method to obtain variance estimators for nonlinear statistics such as ratios, correlation or regression coefficients. It consists of approximating a nonlinear statistic with a linear function of the
observations by using first-order Taylor Series expansions. Then, an easily found variance
estimator of the linear approximation is used as an estimator of the variance of the nonlinear
statistic. Although the Taylor linearization method handles all the nonlinear statistics which
can be expressed as a smooth function of estimated totals, the approach fails to encompass the
'Laeken' indicators since the latter are having more complex mathematical expressions. Consequently, a generalized linearization method (Deville, 1999), which relies on the concept of
influence function (Hampel, Ronchetti, Rousseeuw and Stahel, 1986), has been implemented.
After presenting the EU-SILC instrument and the main target indicators for which variance
estimates are needed, the paper elaborates on the main features of the linearization approach
based on influence functions. Ultimately, estimated standard errors, confidence intervals and
design effect coefficients obtained from this approach are presented and discussed." (author's
abstract)|
[69-L] Ostner, Ilona:
"Arbeit zwischen Misere und Utopie" - Aktualität und Kritik, in: Ralf Zwengel (Hrsg.): Ohne
Proletariat ins Paradies? : zur Aktualität des Denkens von André Gorz, Essen: Klartext-Verl.,
2009, S. 71-83
INHALT: Die Verfasserin zeichnet die Krise der Arbeitsgesellschaft nach und ordnet die einschlägigen Arbeiten von Gorz in eine "Pro und Contra"-Systematik ein. In die erste Gruppe
gehören Schriften zu den Entwicklungstendenzen der Arbeitsgesellschaft wie Prekarisierung,
unzureichende Existenzsicherung, Aktivierung aller Erwerbsfähigen und Quasivasallität der
Person des Arbeiters. Demgegenüber werden in der zweiten Gruppe Punkte angesprochen,
die die Verfasserin für problematisch hält. Dabei handelt es sich zum einen darum, dass Gorz
keine Akteure benennt, die die Kritik der postfordistischen Arbeitsgesellschaft weitertreiben,
zum anderen um eine Unterschätzung des Konsums und des Ausmaßes, in dem sich die Arbeitenden als Konsumenten verstehen. Auch Frauen werden ausschließlich in Nichtarbeitsbeziehungen thematisiert. Die allgemeine Verunsicherung, die den Bürger offen für veröffentlichte Meinungen macht und die die Politik strategisch zu nutzen versucht, spielt bei Gorz zudem nur hinsichtlich eines vorhandenen falschen Bewusstseins eine Rolle. Dabei übersieht
Gorz, dass die postfordistische Persönlichkeit des Rundumunternehmers seine Welt und deren
Erwerbsgelegenheiten ständig im Auge behalten und von seinen inneren Überzeugungen abstrahieren muss. Die damit verbundene Entwertung lebensweltlichen Wissens wird von Gorz
nicht wahrgenommen, bildet aber eine wesentliche Voraussetzung für den Fortbestand der
Arbeitsgesellschaft. (ICE2)
46
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
[70-L] Plutzer, Eric:
Do highly exclusive social welfare programs increase political inequality?: a comparative
analysis of the 50 US states, (Discussion Papers / Wissenschaftszentrum Berlin für
Sozialforschung, Forschungsschwerpunkt Bildung, Arbeit und Lebenschancen, Abteilung
Ungleichheit und soziale Integration, 2010-201), Berlin 2010, 23 S. (Graue Literatur;
bibliothek.wzb.eu/pdf/2010/i10-201.pdf);Forschungsbericht/Nummer:SPI2010-201
INHALT: "In this paper, I empirically test the notion that the degree of inclusion/ exclusion of social welfare policies can have important feedback effects on political participation of poor citizens. I conduct a comparative analysis of the 50 US states, using the uptake (or coverage
rate) of the Food Stamp program as an indicator of relative inclusiveness. If the inclusiveness
of the program 'sends a message' to potential recipients about their worth in the community,
these messages may encourage or discourage participation. Using data from the National
Education Longitudinal Survey, 1988-2000, I show that the turnout of young citizens raised
in poor families is dramatically influenced by the inclusiveness of the state's Food Stamp program. High inclusive states displayed much lower rates of political inequality. The mechanisms underlying this effect remain to be specified. However, in the context of previous individual-level studies, the results bolster the idea of policy feedback generally, and its impact
on political inequality in particular." (author's abstract)|
[71-L] Reiter, Herwig:
Die Arbeitslosen, der Staat und die Option der Abwanderung: zur Neubestimmung von
Solidarität im "Neuen Westen" Europas aus der Sicht Jugendlicher, in: BIOS : Zeitschrift für
Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen, Jg. 22/2010, H. 1, S. 32-56
(Standort: UB Bonn(5)-Z95/1; USB Köln(38)-M XE00648; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich)
INHALT: Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses steht die Frage, wie sich das gesellschaftlich
neue Problem der Arbeitslosigkeit in der Perspektive Jugendlicher im postsowjetischen Litauen konstituiert. Die empirische Grundlage dafür bildet eine qualitativ-explorative Studie zur
Bedeutung von Arbeit und Arbeitslosigkeit im Postkommunismus, in deren Rahmen problemzentrierte Interviews mit 30 männlichen und weiblichen Jugendlichen im Alter von 15 bis 24
Jahren in linearen und nichtlinearen Übergängen in die Arbeitswelt geführt wurden. Der Begriff der "nachholenden Modernisierung" im Sinne einer Angleichung an westliche Standards
marktdemokratischer (Wohlfahrts-)Staatlichkeit stellt das zentrale Instrument des theoretischen Konzepts der Untersuchung dar. Es wird das Dreieck der (Nicht-) Solidarität und der
zentralen Rolle von Staatlichkeit im Prozess der Profilierung sozialer Gruppen angezeigt. Obwohl sich die exakten Zusammenhänge zwischen öffentlichem und privatem Handeln gegenüber Arbeitslosen nicht durch eine qualitativ-explorative Studie bestimmen lassen, scheint der
Zusammenhang selbst kaum in Frage zu stehen. (ICF2)
soFid Soziale Probleme 2010/2
1 Armut und Arbeitslosigkeit
47
[72-L] Rogge, Benedikt G.; Kieselbach, Thomas:
Arbeitslosigkeit und psychische Gesundheit aus zwei theoretischen Perspektiven: soziale
Exklusion und soziologische Identitätstheorie, in: Arbeit : Zeitschrift für Arbeitsforschung,
Arbeitsgestaltung und Arbeitspolitik, Jg. 18/2009, H. 4, S. 366-371 (Standort: USB Köln(38)XG07322; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Zum Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und psychischer Gesundheit liegt eine unüberschaubare Fülle empirischer Forschungsergebnisse vor. Seit den 1980er und 1990er Jahren sind ihr Volumen und ihre Aussagekraft mit der erhöhten Verfügbarkeit längsschnittlicher
Studien nochmals stark gestiegen. Das Ausmaß der theoretischen Durchdringung des Zusammenhangs hält hiermit jedoch kaum Schritt. Nach wie vor sind die Ergebnisse der empirischen Studien entfernt davon, theoretisch integriert zu sein. Ziel des Beitrags ist es, die theoretische Diskussion zu dieser Forschungsfrage zu stimulieren. Hierzu stellen die Verfasser
zwei theoretische Perspektiven vor, aus denen sie das Untersuchungsproblem jeweils betrachten. Es handelt sich dabei um den Ansatz der sozialen Exklusion und den Ansatz der soziologischen Identitätstheorie. Beide Konzepte werden im Kontext der Arbeitslosenforschung erläutert, sind aber für den Zusammenhang von psychischer Gesundheit und Erwerbsstatus allgemein einschlägig. (ICF2)
[73-L] Römhild, Regina:
Prekarität und Kreativität in Europa: die soziale Erosion des Nationalstaats und die
Mobilisierung sozialer Praxis in der Perspektive einer politischen Anthropologie, in:
Zeitschrift für Volkskunde : Halbjahresschrift der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, Jg.
106/2010, Hjb. 1, S. 23-44 (Standort: UB Bonn(5)-Z55 131)
INHALT: "This article seeks to Europeanise and to 'anthropologise' the current debate on precariousness: a debate which is, predominantly, led under the premise of the (Western European)
nation state, and its concepts of a national solidarity among national subjects with national
rights to citizenship. By contrast, and by drawing on ethnographic research in Belgrade, the
article argues towards a transcendent perspective focussing on the increasing interdependencies, and in that sense, the emerging 'assemblages' of local, national, transnational, and global
economies, politics, and social practices within and beyond the shifting borders of the European Union. What tends to be overseen at the 'centre' becomes obvious at the 'periphery' of
the New Europe: the fundamental precarisation of the relationship between citizen and state,
due to multiple pressures on the nation state: from being exposed to political Europeanisation
and neoliberal economic globalization to being globalized 'from below' by way of transnational migration. In Belgrade, i. e. in one of the new nation states of the post-socialist, post-war
fringes of the shifting EU borders, the social erosion of the nation state and the resulting precariousness is not a marginal feature but the central common ground of social practice among
all subjects involved, be they 'proper' citizens with a national Passport, internally displaced
persons of the former Yugoslavian state, or migrants with an 'illegal' status. In this comparatively advanced context of a fluid, dispersed state power, citizenship is no longer granted an
exclusive privilege but subject to creative and collaborative forms of social self-organisation,
including migration as a major tactic of realizing a transnational, 'flexible citizenship' across
the borders of increasing European and global inequalities. Rather than being restricted to the
'periphery', this ethnographic view from the margins may well contribute to a broader under-
48
soFid Soziale Probleme 2010/2
1 Armut und Arbeitslosigkeit
standing of social precariousness: as a general Symptom of the current transformation of nationhood and statehood." (author's abstract)|
[74-L] Schaub, Daniel Sebastian:
Leben und Arbeiten neben und nach der Arbeitsgesellschaft, (Wissenschaftliche Beiträge aus
dem Tectum Verlag. Reihe Sozialwissenschaften, Bd. 23), Marburg: Tectum Verl. 2009, 148 S.,
ISBN: 978-3-8288-2064-7
INHALT: "Ich arbeite, also bin ich - das gilt besonders in der westlich geprägten Welt als Lebensmaxime. Arbeit sichert nicht nur den Lebensunterhalt, sie gibt dem Leben Sinn und vermittelt den Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe und sozialer Sicherung. Allerdings erfüllt
Arbeit zunehmend immer weniger dieser Funktionen, seit Billigjobs und Jobverlust nicht
mehr auf Randgruppen der Gesellschaft beschränkt bleiben. Die Prekarisierung mit ihren Prozessen sozialer Entkoppelung reicht längst bis in die Mitte der Gesellschaft und lässt sich mit
herkömmlichen Stereotypen nicht mehr klein reden. Prekarität ist eine Herrschaftsform, die
Armut und soziale Unsicherheit in allen gesellschaftlichen Zonen schafft. Gleichwohl entstehen im Windschatten dieses neoliberalen Gesellschaftsmodells neue Optionen, mit denen sich
neuartige Gesellschaftsräume gestalten lassen. Daniel Sebastian Schaub zeigt am Beispiel der
workstation Ideenwerkstatt e.V. wie kleine Akteure an den sozialen Bruchstellen der Arbeitsgesellschaft die tradierten Lohnarbeitsmuster überwinden können. Das Berliner Modellprojekt 'aktiv im Kiez' durchkreuzt auch als Instrument aktivierender Arbeitsmarktpolitik die
Lohnarbeitslogik gleich mehrfach. Es lässt sich damit als Teil einer Symbolischen Revolution
interpretieren." (Autorenreferat)
[75-L] Scherr, Albert:
Jugendkriminalität - eine Folge sozialer Armut und sozialer Benachteiligung?, in: Bernd
Dollinger (Hrsg.) ; Henning Schmidt-Semisch (Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität :
Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 203212
INHALT: Der Beitrag befasst sich kritisch mit der Annahme, dass Armut bzw. soziale Benachteiligung eine Ursache von Kriminalität ist. Denn trotz ihrer vordergründigen Plausibilität und
der guten Absicht, sozialpolitische und sozialpädagogische Maßnahmen einzufordern, die zur
Verbesserung der Lebenssituation und damit zur Kriminalitätsprävention beitragen, sind unterschiedliche Einwände gegen diese These in Rechnung zu stellen. So werden im Folgenden
drei Aspekte dementsprechend beleuchtet: (1) die Gültigkeit der vermeintlichen empirischen
Belege, (2) die Erklärungskraft jeweiliger Theorien sowie (3) die nicht unproblematischen
Folgen einer 'Logik des Verdachts', die mit der Unterstellung operiert, dass die Wahrscheinlichkeit abweichenden und strafbaren Verhaltens bei denjenigen hoch ist, die nicht in der
Lage oder nicht bereit sind, einer geregelten Arbeit nachzugehen und ein durchschnittliches
Einkommen zu erzielen. Im Zentrum der medialen und politischen Diskurse stehen insbesondere männliche Jugendliche mit geringem formalen Bildungsniveau und mit Migrationshintergrund. Somit schließen gegenwärtig relevante Konstruktionen an einen Diskurs an, der die
Erwartung etabliert, dass benachteiligte junge Männer potenziell bedrohliche Außenseiter
eine für die Jugendhilfe, die Polizei und das Strafrecht in besonderer Weise relevante Problemgruppe sind. Im Zuge der Auseinandersetzung mit der Frage, ob die Armen und Benach-
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
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teiligten tatsächlich häufiger straffälliger werden, stellt der Autor fest, dass es weder für die
wissenschaftliche Forschung, noch für die Jugendhilfe und Sozialpolitik hilfreich ist, eine Debatte fortzusetzen, die ganz generell und unspezifisch nach Zusammenhängen zwischen Armut, sozialer Benachteiligung und Kriminalität fragt. (ICG2)
[76-L] Schütt, Petra; Pfeiffer, Sabine; Hacket, Anne; Ritter, Tobias:
Soziologische Beiträge zur Arbeitslosenforschung, in: Thomas Raithel (Hrsg.) ; Thomas
Schlemmer (Hrsg.): Die Rückkehr der Arbeitslosigkeit : die Bundesrepublik Deutschland im
europäischen Kontext 1973 bis 1989, München: Oldenbourg, 2009, S. 149-160
INHALT: Im Beitrag werden die wesentlichen Entwicklungen der soziologischen Arbeitslosenbeziehungsweise Arbeitslosigkeitsforschung präsentiert. Vor diesem Hintergrund wird der
Ausgangspunkt markiert: das Aufkommen von Erwerbs- oder Lohnarbeit als zentrales Moment der Vergesellschaftung, die Arbeitslosigkeit entstehen ließ und damit eine soziologische
Auseinandersetzung mit dem Thema erst ermöglichte. Im Anschluss daran zeichnen die Verfasser die verschiedenen soziologischen Forschungsperspektiven im historischen Verlauf
nach und geben einen Überblick über aktuelle Fragestellungen und Forschungsrichtungen der
Arbeitslosenforschung in Deutschland. Abschließend gehen die Autoren speziell auf das Konzept des Arbeitsvermögens und seine Einbettung in die aktuelle qualitative Arbeitslosenforschung ein. (ICF2)
[77-L] Selke, Stefan (Hrsg.):
Tafeln in Deutschland: Aspekte einer sozialen Bewegung zwischen
Nahrungsmittelumverteilung und Armutsintervention, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss.
2009, 300 S., ISBN: 978-3-531-16139-6
INHALT: "Der Band liefert fundierte Hintergrundinformationen zu einem sich stetig ausbreitenden Massenphänomen in Deutschland: Lebensmitteltafeln. Meist ehrenamtliche Helfer versorgen mittlerweile fast eine Million Menschen mit Lebensmitteln aus der Überproduktion
der Lebensmittelbranche. Die in diesem Band versammelten Beiträge legen den Grundstein
für das neue Forschungsfeld 'Interdisziplinäre Tafelforschung'. Tafeln werden dabei aus soziologischer, sozialpolitischer, politikwissenschaftlicher, ernährungswissenschaftlicher, historischer und tafelinterner Perspektive analysiert und eingeordnet." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Stefan Selke: Einleitung: Tafeln und Gesellschaft. Soziologische Analyse eines polymorphen Phänomens (9-38); I. Einordnung der Tafeln: Hans Jürgen Teuteberg: Historische
Vorläufer der Lebensmitteltafeln in Deutschland (41-63); Stephan Lorenz: Die Tafeln zwischen Konsumismus und 'Überflüssigkeit'. Zur Perspektive einer Soziologie des Überflusses
(65-84); Konstantin von Normann: Ernährungsarmut und "Tafelarbeit" in Deutschland. Distributionspolitische Hintergründe und nonprofit-basierte Lösungsstrategien (85-106); Jens Becker: Das Unbehagen in der Gesellschaft. Soziale Ungleichheiten und Ungerechtigkeitserfahrungen in Deutschland (107-135); Eckhard Rohrmann: Tafeln und der Abbau des Sozialstaates (137-156); Luise Molling: Die Tafeln und der bürgergesellschaftliche Diskurs aus gouvernementalistischer Perspektive (157-172); II. Fallstudien zu Tafeln: Luise Molling: Die 'Berliner Tafel' zwischen Sozialstaatsabbau und neuer Armenfürsorge (175-196); Kerstin Clausen:
Kosten gesunder Ernährung für Kinder und Jugendliche im Kontext der Tafeln (197-208);
Hannes Klasen: Ernährungsarmut als Ausdruck sozialer Ungleichheit. Die Hilfsprojekte 'Ar-
50
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
che' und 'Berliner Tafel' für Kinder und Jugendliche in Berlin (209-222); Petra Krüger: Gender works im ehrenamtlichen Engagement einer Tafel (223-239); III. Positionen zu Tafeln:
Udo Engelhardt: Tafelarbeit als aktivierende Sozialarbeit statt Versorgung (243-249); Sabine
Werth: Es geht auch anders - Nach der Routine kommt die Vielfalt (251-257); Heribert Rhoden: Zwischen Armutszeugnis und Notwendigkeit - Das Konzept Tafel plus (259-262); Dieter
Hartmann: Mit der sozialen Frage kehrt die Barmherzigkeit zurück - Gegen die Vertafelung
der Gesellschaft (263-271); Stefan Selke: Das Leiden der Anderen - Die Rolle der Tafeln
zwischen Armutskonstruktion und Armutsbekämpfung (273-296).
[78-L] Selke, Stefan:
Das Leiden der Anderen - Die Rolle der Tafeln zwischen Armutskonstruktion und
Armutsbekämpfung, in: Stefan Selke (Hrsg.): Tafeln in Deutschland : Aspekte einer sozialen
Bewegung zwischen Nahrungsmittelumverteilung und Armutsintervention, Wiesbaden: VS Verl.
für Sozialwiss., 2009, S. 273-296
INHALT: "In diesem abschließenden Beitrag wird argumentiert, dass sich die Tafeln in einer
Sandwichposition zwischen Armutskonstruktion und Armutsbekämpfung befinden. Zuerst
wird gezeigt, wie sich die Konstruktionsprinzipien von Armut aus genuin soziologischer Perspektive darstellen und welchen Anteil Tafeln dabei an der Herstellung und Verstetigung von
Armut haben. Danach wird auf die Rolle der Tafeln für die alltägliche und praktische Bewältigung von Armut eingegangen. Im letzten Teil dieses Beitrages wird nach Alternativen zur
gegenwärtigen Praxis gesucht." (Autorenreferat)
[79-L] Slomczynski, Kazimierz M.:
Inequalities in Central and Eastern Europe: an introduction, in: Heinrich Best (Hrsg.) ;
Agnieszka Wenninger (Hrsg.): Landmark 1989 : Central and Eastern European societies twenty
years after the system change, Münster: Lit Verl., 2010, S. 110-113
INHALT: Der Verfasser zeigt, dass neben den alten Ungleichheiten, die den Staatssozialismus
'überlebt' haben, in den postsozialistischen Gesellschaften neue Formen der sozialen Differenzierung entstanden sind. Diesen sind die einzelnen Länderstudien gewidmet. Die Autoren
sind sich einig, dass dem Begriff 'Klasse' eine zentrale Bedeutung bei Beschreibung und Erklärung der sozialen Stratifikation im Postsozialismus zukommt. Hier hört jedoch die Einigkeit auf: Eine Gruppe von Autoren betont den ökonomischen Aspekt der Differenzierung, andere akzentuieren die Bedeutung des kulturellen Kapitals, des Gruppenbewusstseins oder der
intergenerationalen Beziehungen. Alle Verfasser befassen sich mit den Konsequenzen der sozialen Differenzierung. Am häufigsten wird dabei die Problematik von Armut, Marginalisierung und sozialer Isolation angesprochen. (ICF)
[80-F] Sommerwerck-Weber, Peter (Bearbeitung); Strasser, Hermann, Prof.Dr.Ph.D. (Betreuung):
Kinderarmut und Gesundheit. Neue Perspektiven und vernachlässigte Konsequenzen
INHALT: keine Angaben
ART: Dissertation ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
51
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Duisburg, Fak. für Gesellschaftswissenschaften, Institut für Soziologie Forschungsgruppe Sozialkapital (47048 Duisburg)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0203-379-1429, Fax: 0203-379-4350,
e-mail: [email protected])
[81-L] Spanier, Wolfgang:
Politische Strategien zur Gestaltung von Lebenswelten und sozialen
Kommunikationsräumen in segregierten Stadtvierteln, in: Deutsche Zeitschrift für
Kommunalwissenschaften, Jg. 48/2009, H. 2, S. 67-78
INHALT: "Die Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung geben eine Grundlage für
praktisches Handeln gegen Armut und Ausgrenzung ab. Die sozialen Probleme treten in segregierten Stadtteilen verdichtet auf. Für eine politische Gegenstrategie ist ein sozialräumliches und ganzheitliches Konzept notwendig. Die föderale Struktur mit den unterschiedlichen
Zuständigkeiten wirkt in diesem Zusammenhang eher erschwerend. Mit seinem sozialräumlichen, ganzheitlichen und sozial-integrativen Ansatz ist das Programm 'Soziale Stadt' Grundlage für eine Strategie gegen Armut und Ausgrenzung. Das Programm sollte fortgesetzt, weiterentwickelt und finanziell noch besser ausgestattet werden. Es muss vor allem ergänzt werden
durch Maßnahmen gegen Bildungsarmut und zur Stärkung der Familie auf der kommunalen
Umsetzungsebene. Förderprogramme sind hilfreich, aber die Förderung ist zeitlich befristet.
Armutsprävention und Integration müssten langfristig angelegt werden, um nachhaltige Wirkungen zu erzielen." (Autorenreferat)
[82-L] Steinert, Heinz:
Das Prekariat: Begriffspolitik und Klassenpolitik, in: Hans-Guenter Thien (Hrsg.): Klassen im
Postfordismus, Münster: Verl. Westfäl. Dampfboot, 2010, S. 174-201
INHALT: "Prekariat" war ursprünglich ein Begriff des Feuilletons und der Politik, hat sich jedoch in den letzten Jahren zunehmend auch in der akademischen Soziologie festgesetzt. Hier
steht er in Verbindung mit einer umfassenden Revision des akademischen wie populären Verständnisses der zeitgenössischen Ungleichheits-Strukturen, die ihren Ausgangspunkt in den
1980ern im Begriff der "Ausschließung" hat. In Europa wurde öffentlich wirksam das Modell
der Schichten auf das der Milieus und damit von dem traditionellen vertikal-hierarchischen
Bild von Sozialstruktur auf eine horizontale Metapher von "drinnen-draußen" umgestellt. Die
wirkliche wissenschaftliche Innovation der 1990er Jahre wurde hingegen kaum im politischen
und gesellschaftlichen Selbstverständnis wirksam: das Verständnis von Armut als Prozess.
Prekarität wird bevorzugt auf der Ebene von in ihr steckenden Personen verstanden, und noch
nicht einmal als Episode (wie es besonders für die Akademiker im Übergang von der Universität zur beruflichen Arbeit angemessen wäre), geschweige denn als Strukturveränderung in
der Organisation von Lohnarbeit. Im Beitrag werden anhand von zwei Fallstudien einige Details dieses Vorgangs dargestellt. Es handelt sich um die Diskussion über "Prekariat" und
"Unterschicht" (2006) in Deutschland sowie um die Erfindung und Durchsetzung von "Ausschließung" statt "Armut" seit den 1980ern in Europa. Anschließend werden Rückschlüsse
auf die gesellschaftlichen Veränderungen gezogen, die mit Hilfe dieser begrifflichen Revision
verschleiert werden sollten. Es handelt sich um vier Strukturverschiebungen: Zuwanderung in
Europa und die resultierende Migrations-Unterschicht, anhaltend hohe Arbeitslosigkeit und
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
Reduktion des Normal-Arbeitsverhältnisses auf die Stammbelegschaften, Bildungsexplosion,
besonders bei den Frauen, Blockade von sozialem Aufstieg. (ICF2)
[83-L] Stöbel-Richter, Yve; Berth, Hendrik; Albani, Cornelia; Decker, Oliver; Brähler, Elmar:
Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatzbedrohung und psychische Gesundheit bei Männern, in: Ilse
Nagelschmidt (Hrsg.) ; Kristin Wojke (Hrsg.): Typisch männlich!? : Fachtagung zum Welttag des
Mannes 2007, Frankfurt am Main: P. Lang, 2009, S. 27-43
INHALT: Arbeitslosigkeit ist und bleibt in Deutschland gesellschaftliche Realität, da mittelfristig
auf dem Arbeitsmarkt keine gravierende Besserung zu erwarten ist. Somit sind weiterhin umfassende Forschungen zu den psychosozialen Folgen von Arbeitslosigkeit notwendig. Aber
auch schon Arbeitsplatzunsicherheit kann zu gravierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Der Zusammenhang zwischen der Angst vor Arbeitsplatzverlust und affektiven
Störungen ist inzwischen empirisch gut belegt. Die im vorliegenden Beitrag dargestellten Ergebnisse legen anhand zweier in den Jahren 2004 und 2006 erhobenen deutschlandrepräsentativen Stichproben dar, auf welche Lebensbereiche sich Arbeitslosigkeit sowie die Angst vor
Arbeitsplatzverlust traumatisierend auswirken. Dabei werden das Ausmaß von Depressivität
und Angst sowie Stimmungslage und Lebenszufriedenheit bei Arbeitslosen im Vergleich zu
Nichtarbeitslosen und im Vergleich zu Personen betrachtet, die vom Verlust der Arbeit bedroht sind. Bezogen auf die Gruppe der arbeitslosen Männer wird konstatiert, dass Arbeitslosigkeit zu einer globalen psychischen und somatischen Verschlechterung des Befindens führt.
Zum Teil überraschend waren die Ergebnisse für die Gruppe der Männer mit unsicherem Arbeitsplatz. Gezeigt werden konnte, dass auch bereits die antizipierte Arbeitslosigkeit bzw. ein
als unsicher empfundener Arbeitsplatz zu einer deutlich negativen psychischen Stimmung,
Angst, Depressivität und Einschränkungen in der Lebensqualität führen. (ICA2)
[84-L] Süß, Winfried:
Armut im Wohlfahrtsstaat, in: Hans Günter Hockerts (Hrsg.) ; Winfried Süß (Hrsg.): Soziale
Ungleichheit im Sozialstaat : die Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien im Vergleich,
München: Oldenbourg, 2010, S. 19-41
INHALT: Der vorliegende Vergleich der (historischen) Entwicklung der Wohlfahrtsstaaten Bundesrepublik Deutschlands und Großbritanniens thematisiert zunächst unterschiedliche Perspektiven auf das Phänomen Armut in den beiden Ländern, die jedoch doch zwei Gemeinsamkeiten enthalten: Zum einen verweisen sie darauf, dass Armut keine statische, sondern
eine höchst dynamische Sozialfigur ist, deren Bedeutungshorizonte und Zuschreibungskriterien historisch und interkulturell variabel sind und markanten Veränderungen unterworfen sein
können. Zum anderen verbindet sie, dass es offensichtlich weniger um elementare physische
Notlagen geht als um soziokulturell definierte materielle Mangelerscheinungen, die Einzelne
oder Teile der Bevölkerung von gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten ausschließen. Anschließend dient das unterste Netz des Sozialstaats als erschließungskräftige Sonde für die
Auswirkungen sozialer und ökonomischer Umbrüche auf den Wohlfahrtsstaat. Es hat Signalfunktion für die Veränderung alter Problemlagen - etwa der Arbeitslosigkeit - sowie die Entstehung neuer Problemlagen und Risiken, wie etwa der Pflegebedürftigkeit im Alter, die von
den Hauptsäulen der sozialen Sicherung nicht oder nur unzureichend getragen wurden und
werden. Solche "Herausforderungen des Sozialstaates" betreffen alle europäischen Länder in
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
53
ähnlicher Weise. Der Beitrag beschreibt, dass und wie ihnen in unterschiedlichen institutionellen, kulturellen und politischen Kontexten begegnet wird und wie die Armutspolitik die
Lebensverhältnisse ihrer Adressaten im Kontext unterschiedlicher Arrangements von Versicherungsleistungen, sozialen Infrastrukturen und bedarfsorientierter Sozialhilfe beeinflusst.
(ICA2)
[85-L] Terwitte, Johannes:
Should proponents of basic income advocate basic income social experiments in Germany?,
(Hertie School of Governance - working papers, No. 46), Berlin 2009, 46 S. (Graue Literatur;
www.hertie-school.org/binaries/addon/1523_wp46.pdf)
INHALT: "Unconditional basic income (BI) is a proposal to reform social welfare provision under which every member of society would be entitled to an income above subsistence level
without means test or work requirement. The advantages of BI are that it effectively reduces
poverty and increases the real freedom of citizens. However, by abolishing the necessity to
work on the individual level BI policies are also inherently risky since they fundamentally
change incentive structures. It is clearly possible that BI is fiscally infeasible in this sense that
not enough people would engage in productive efforts on the basis of which a BI could then
be distributed. Social science is to date unable to say how likely an outcome this is. From the
perspective of BI supporters this state of affairs is suboptimal since the burden of proof on the
feasibility of BI is widely perceived to fall on them. Basic income social experiments (BISE)
are a very useful tool for meeting this strategic challenge. This is, firstly, because they are the
best available method for generating knowledge on the consequences of a radically new programme such as BI. However, despite all methodological sophistication the social sciences
can reduce but never eliminate the uncertainty regarding the consequences of BI, including
fiscal feasibility. Secondly, BISE are useful because they help to overcome the discursive impasse which results from the fundamental lack of knowledge. BISE would help to move the
currently stuck debate and - most importantly - show great promise for shifting the burden of
proof back to the defendants of the status quo. Lastly, this paper finds ethical objections to
BISE to be insubstantial and ascertains the feasibility of BISE in the German context. It hence
concludes that proponents of basic income should advocate basic income social experiments
in Germany." (author's abstract)|
[86-F] Thaa, Winfried, Prof.Dr.; Linden, Markus, Dr.; Bausch, Christiane, M.A.; Blaes-Hermanns, Nora, M.A. (Bearbeitung):
Formen und Funktionsweisen politischer Repräsentation von Fremden und Armen in der
Bundesrepublik Deutschland (Teilprojekt C7)
INHALT: Ziel ist die vergleichende Analyse der politischen Repräsentation von Fremden und
Armen in Beratungs- und Entscheidungsprozessen des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. Im Zentrum steht die Frage nach der spezifischen Funktionsweise verschiedener Repräsentationsformen und ihrer jeweiligen Bedeutung für die politische Inklusion
bzw. Exklusion beider Gruppen. (Neben der Repräsentation im Sinne von Interessenartikulation und Interessendurchsetzung besteht ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt im Vergleich
der symbolischen Repräsentation und der Semantik von Fremdheit und Armut im politischen
Diskurs). In der zweiten Förderphase des Projekts bildet neben deliberativen und parlamenta-
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
risch-parteipolitischen Formen der Repräsentation die sog. deskriptive Repräsentation von
Gruppen einen Schwerpunkt der Untersuchung. ZEITRAUM: 1998-2005 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
METHODE: Aufgrund eines Vergleichs des Repräsentationsverständnisses relevanter Demokratietheorien werden Fallstudien zur politischen Repräsentation der schwachen Interessen von
Fremden und Armen durchgeführt. Methodisch geht es um die inhaltsanalytische Auswertung
von Dokumenten, Leitfadeninterviews mit beteiligten Akteuren sowie die diskursanalytische
Identifizierung von Bedeutungsmustern in der Berichterstattung überregionaler Printmedien.
DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, standardisiert; Inhaltsanalyse, offen; Aktenanalyse,
offen; Qualitatives Interview; Sekundäranalyse von Individualdaten. Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Blaes-Hermanns, Nora: Abgehängtes Prekariat - abgehängt wovon? in: Neue Gesellschaft/ Frankfurter Hefte, Jg. 53, 2006, H. 12, S. 28-32.+++Dies.: Interessenrechtfertigung durch Gegenleistung? Politische Inklusion von Fremden: die unabhängige Kommission "Zuwanderung" und die sich anschließende öffentliche Debatte 2000-2005.
in: Raphael, Lutz (Hrsg.): Modi der Inklusion/ Exklusion von Fremden und Armen: Praktiken
und Repräsentationen im Wandel von Herrschaft und Gesellschaft. Frankfurt am Main: P.
Lang 2008, S. 461-486. ISBN: 978-3-631-58204-6.+++Linden, Markus: Regieren durch Diskurs? Ein Nachruf ohne Trauer. in: Die Politische Meinung, Jg. 50, 2005, H. 8, S. 15-19.+++
Ders.: Französische Verhältnisse? Ein Plädoyer für die politische Repräsentation und Partizipation von Migranten. in: Zeitschrift für Kulturaustausch, Jg. 55, 2005, H. 34, S. 132-133.++
+Ders.: Politische Integration im vereinten Deutschland. Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges.
2006. ISBN 978-3-8329-2206-1.+++Ders.: Integration ist machbar: eine Replik auf Robert S.
Leikens Verabschiedung des Integrationspostulats. in: Internationale Politik, Jg. 61, 2006, H.
5, S. 80-86.+++Ders.: Integration is feasible. in: Internationale Politik - Transatlantic Edition,
Jg. 7, 2006, H. 3, S. 98-102.+++Ders.: Feindliche Übernahme im Niemandsland? Bestimmungsgründe für die jüngsten NPD-Erfolge. in: Deutschland Archiv, Jg. 40, 2007, H. 1, S.
20-28.+++Ders.: Interessensymmetrie trotz Vielfalt? Modi gleichwertiger Inklusion in pluralistischen Demokratietheorien. in: Thaa, Winfried (Hrsg.): Inklusion durch Repräsentation.
Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. 2007, S. 61-81. ISBN: 978-3-8329-3065-3.+++Ders.: Kreuzung politischer Kreise - "Überlappende Mitgliedschaft" als Inklusions- und Kohäsionskonzept für pluralistische Einwanderungsgesellschaften. in: Meimeth, Michael; Robertson, John;
Talmon, Susanne (Hrsg.): Integration und Identität in Einwanderungsgesellschaften: Herausforderungen und transatlantische Antworten. Denkart Europa: Schriften zur europäischen Politik, Wirtschaft und Kultur, Bd. 4. Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. 2007, S. 81-98. ISBN
978-3-8329-2873-5.+++Ders.: Prekäre Lebenslage - prekäre Repräsentation? Ein Projekt- und
Tagungsbericht. in: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Jg. 21, 2008, H. 2, S. 119126.+++Ders.: Societal changes in East and West Germany since 1989. in: O'Mahony,
Niamh; O'Reilly, Claire (eds.): Ireland, Germany and Irish-German relations in business and
society. Baden-Baden (u.a.): Nomos Verl.-Ges. 2009, S. 93-119. ISBN 978-3-8329-4756-9.+
++Ders.: Wer repräsentiert die sozial Schwachen? in: Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte,
Jg. 56, 2009, H. 9, S. 49-52.+++Ders.: Streit als Chance. in: die tageszeitung, 15.10.2009, S.
12.+++Ders.: From strangers to cititzens. Modes and perspectives of political and social inclusion of immigrants in Germany. in: Gestrich, Andreas; Raphael, Lutz; Uerlings, Herbert
(Hrsg.): Strangers and poor people. Changing patterns of inclusion and exclusion in Europe
and the Mediterranean World from classical antiquity to the present day. Frankfurt a.M.
(u.a.): P. Lang 2009, S. 257-276. ISBN 978-3-6315-9947-1.+++Ders.: Integration of migrants
- the concept of overlapping memberships. in: Robertson, John (ed.): Immigration and (citi-
soFid Soziale Probleme 2010/2
1 Armut und Arbeitslosigkeit
55
zen) identity in the EU and the USA. Austin 2010 (i.E.).+++Ders.: "Die im Dunkeln sieht
man nicht" - Potentiale, Probleme und Perspektiven der Integration durch Repräsentation. in:
Weißeno, Georg (Hrsg.): Bürgerrolle in der Einwanderungsgesellschaft. Chancen des Politikunterrichts. Bonn: Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung 2010 (i.E.).+++
Ders.: Einleitung. in: Ders. (Hrsg.): Inklusion durch Repräsentation. Baden-Baden: Nomos
Verl.-Ges. 2007, S. 9-16. ISBN 978-3-8329-3065-3. ARBEITSPAPIERE: Blaes-Hermanns,
Nora: Symbolische Repräsentation von Fremden und Armen in der öffentlichen Debatte. Ein
Vergleich vor dem Hintergrund der Reformen von sozialer Sicherung, Staatsbürgerschaftsrecht und Zuwanderungsrecht in der Ära Schröder. Dissertation (Arbeitstitel).+++Ittenbach,
Peter: Ethnische Exklusion im Demokratisierungsprozess. Die baltischen Staaten im Vergleich. Magisterarbeit. Trier 2006.+++Klasen, Oliver: Die politische Kultur in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Eine diskursanalytische Untersuchung der Bundestagswahlkämpfe
1976 und 2005. Magisterarbeit. Trier 2007.+++Linden, Markus: Deliberation und Repräsentation - die Auswirkungen beratender Gremien auf die Rechtfertigung schwacher Interessen
am Beispiel der Süssmuth-Kommission. Arbeitspapier, 1. Trier 2006.+++ Ders.: Vom Fremden zum Bürger - Modi und Perspektiven der politischen und gesellschaftlichen Einbindung
von Migranten in Deutschland. Arbeitspapier, 1. Trier 2007, 25 S.+++ Ders.: Interessensymmetrie in der Demokratie. Ein- und Ausschluss durch Repräsentation am Beispiel Fremder
und Armer im politischen Kräftefeld der Bundesrepublik Deutschland. Habilitation (Arbeitstitel).+++Marx, Eva: Die Repräsentation schwacher Interessen in deliberativen Demokratietheorien und agonistischen Pluralismustheorien. Magisterarbeit. Trier 2007.+++Mauer, Heike: Multikulturalismus und/ oder Feminismus. Diskussion eines Spannungsverhältnisses am
Beispiel der Kopftuchdebatte. Magisterarbeit. Trier 2006.+++Thaa, Winfried: Rationalität
und Repräsentation in der deliberativen Demokratietheorie von Jürgen Habermas. Arbeitspapier, 2. Trier 2006, 49 S.
ART: gefördert BEGINN: 2005-01 ENDE: 2012-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Trier, FB III, Fach Politikwissenschaft Lehrstuhl für politische
Theorie und Ideengeschichte (Universitätsring 15, 54286 Trier); Universität Trier, SFB 600
Fremdheit und Armut - Wandel von Inklusions- und Exklusionsformen von der Antike bis zur
Gegenwart (Ludwig-Weinspach-Weg 3, 54286 Trier)
KONTAKT: Thaa, Winfried (Prof.Dr. Tel. 0651-201-2135, e-mail: [email protected])
[87-L] Villiger, Simone; Knöpfel, Carlo:
Armut macht krank: warum gesellschaftliche Verhältnisse die Gesundheit prägen,
(Diskussionspapiere, 24), Luzern: Caritas Verl. 2009, 106 S., ISBN: 978-3-85592-123-2
INHALT: Die Begriffe Gesundheit, Gesundheitswesen und Gesundheitskosten sind in aller Munde. Kaum eine Zeitschrift, die nicht mit neuen Vorschlägen wirbt, wie man jung, fit, schlank
und vor allem gesund werden oder bleiben kann. Solche Beiträge widerspiegeln die in der
Gesellschaft vorherrschende Meinung, dass der Grund vieler Krankheiten im persönlichen
Fehlverhalten liege. Gekoppelt ist diese Überzeugung meist mit der Vorstellung, das Verhalten sei frei wählbar. Die Wissenschaft zeichnet ein anderes Bild. Es wird aufgezeigt, trotz hoher Lebensqualität, hoher Lebenserwartung und einem qualitativ sehr guten Gesundheitssystem, dass je tiefer der sozioökonomische Status, desto kürzer die Lebensdauer ist. Heute ist
die Erklärung für die gesundheitliche Ungleichheit weniger offensichtlich. Es gibt mittlerweile jedoch einige Erklärungsansätze, die dargelegt werden. Sie weisen darauf hin, dass sich die
56
soFid Soziale Probleme 2010/2
1 Armut und Arbeitslosigkeit
Lebens- und Arbeitsbedingungen auch heute noch je nach sozioökonomischem Status stark
unterscheiden. Die Erklärungsansätze zeigen unter anderem Ansatzpunkte zur Verringerung
der gesundheitlichen Ungleichheit auf und machen deutlich, dass diese nicht innerhalb des
Gesundheitssystems und nicht in Reichweite der Gesundheitspolitik im engeren Sinn liegen.
Sie fallen in den Einflussbereich von einer Vielzahl von Politikbereichen wie die Bildungs-,
Arbeitsmarkt- oder Sozialpolitik, welche Kernthemen der Caritas sind. Die politischen Implikationen, die sich aus dieser Erkenntnis ergeben, werden ebenfalls abschließend aufgeführt.
(ICF2)
[88-F] Voges, Wolfgang, Prof.Dr. (Leitung):
Armenpolitik im Vergleich. Einfluss von Familienpolitik auf die Lebenslage von EinelternFamilien
INHALT: keine Angaben
ART: keine Angabe AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Bremen, Zentrum für Sozialpolitik -ZeS- Abt. Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung (Postfach 330440, 28334 Bremen)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0421-218- 4364,
e-mail: [email protected])
[89-L] Völker, Susanne:
"Nem Kind nun vorzumachen, du kriegst 'ne Lehrstelle, ist für mich unrealistisch.":
biografische Konstellationen in prekarisierten Erwerbsarbeitsverhältnissen - ein
Fallbeispiel, in: Österreichische Zeitschrift für Soziologie : Vierteljahresschrift der
Österreichischen Gesellschaft für Soziologie, Jg. 35/2010, H. 2, S. 38-53 (Standort: USB
Köln(38)-XH2528; Kopie über den Literaturdienst erhältlich;
dx.doi.org/10.1007/s11614-010-0053-0)
INHALT: "Gegenstand des Beitrags sind Handlungsstrategien und Praktiken sozialer Einbindung
unter den Bedingungen prekarisierter Erwerbsverhältnisse. Anhand der Biografie einer jungen Einzelhandelskauffrau gehe ich der Frage nach, inwieweit den Situationen zunehmender
sozialer Entsicherung und Ungewissheit in veränderten habituellen Prägungen und Aneignungen Ausdruck verliehen wird. Welche Bedeutung haben diskontinuierliche Lebensläufe für
die biografischen Selbstkonstruktionen? (Wie) Unterscheiden sich die alltäglichen Praktiken
und das Verhältnis zur ungewissen Zukunft der jüngeren Generationen von denen der Elterngeneration? Und welche Folgen hat das pragmatische Nutzen von Kontingenz für gelebte Geschlechterarrangements?" (Autorenreferat)
[90-L] Wacquant, Loic:
Territorial stigmatization in the age of advanced marginality, in: Protosociology : an
international journal of interdisciplinary research, Vol. 26/2009, S. 213-225 (Standort: USB
Köln(38)-XG07319; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "The comparative sociology of the structure, dynamics, and experience of urban relegation in the United States and the European Union during the past three decades reveals the
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1 Armut und Arbeitslosigkeit
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emergence of a new regime of marginality. This regime generates forms of poverty that are
neither residual, nor cyclical or transitional, but inscribed in the future of contemporary societies insofar as they are produced by the ongoing fragmentation of wage labor relationship,
theft disconnection of dispossessed neighborhoods from the national and global economies,
and the reconfiguration of the welfare state in the polarizing city. Based on a methodical comparison of the black American ghetto and the French working-class banlieue at century's turn,
this article spotlights three distinctive spatial properties of 'advanced marginality' - territorial
fixation and stigmatization, spatial alienation and the dissolution of 'place', and the loss of a
hinterland - and draws out their implications for the formation of the 'precariat' in postindustrial societies." (author's abstract)|
[91-L] Wiggert, Alexander:
Kosten von Arbeitslosigkeit, (Recht - Wirtschaft - Steuern), Hamburg: Igel Verl. 2009, 109 S.,
ISBN: 978-3-86815-263-0
INHALT: "Die Massenarbeitslosigkeit und die mit ihr über die letzen Jahrzehnte stetig anwachsenden Kosten sind eine ökonomische und soziale Herausforderung nicht nur für den einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft, die Volkswirtschaft und bei genauer Betrachtung eine
wachsende globale Problematik. Ein nicht beschäftigter Bürger des Staates wirkt sich in doppelter Hinsicht auf zusätzliche fiskalische Kosten aus. Zum einen ist der Bürger auf die staatlichen Lohnersatzleistungen während der Arbeitslosigkeit angewiesen, auf der anderen Seite
fällt ein Arbeitsloser als Steuerzahler und Sozialversicherungszahler aus. Der Solidargemeinschaft entstehen somit durch die Unterbeschäftigung sinkende Einnahmen aus dem Steueraufkommen, denen steigende Ausgaben für die Sozialleistungen gegenüberstehen." (Autorenreferat)
[92-L] Winker, Gabriele:
Prekarisierung und Geschlecht: eine intersektionale Analyse aus Reproduktionsperspektive,
in: Alexandra Manske (Hrsg.) ; Katharina Pühl (Hrsg.): Prekarisierung zwischen Anomie und
Normalisierung : geschlechtertheoretische Bestimmungen, Münster: Verl. Westfäl. Dampfboot,
2010, S. 165-184
INHALT: Der Beitrag befasst sich aus geschlechtertheoretischen und intersektionalen Perspektiven kritisch mit der Debatte um Prekarisierung, die nach Ansicht der Autorin beinahe durchgehend auf veränderte Beschäftigungsverhältnisse fokussiert und damit erwerbszentriert ist.
Vor diesem Hintergrund wird hier das Konzept der Prekarisierung erweitert, indem die Reproduktionssphäre zunächst in die Analyse einbezogen wird. Um Prekarisierungprozesse differenziert und konkret unter Berücksichtigung unterschiedlicher Differenzierungskategorien
auf der Struktur-, Repräsentations- und Identitätsebene bestimmen zu können, wird als Analysewerkzeug ein intersektionaler Mehrebenenansatz dargestellt, der in Auseinandersetzung mit
der Reproduktionskrise herausgearbeitet wird. Hierbei sind drei Ebenen maßgeblich: (1) die
Verunsicherung prekär lebender AkteurInnen, (2) ideologisierte Work-Life-Balance und (3)
Familienpolitik als Wirtschaftspolitik. Anschließend werden Prekarisierungsentwicklungen
anhand dreier Familienmodelle konkretisiert: (1) Ökonomisiertes, (2) prekäres und (3) subsistenzorientiertes Familienmodell. (ICG2)
58
soFid Soziale Probleme 2010/2
1 Armut und Arbeitslosigkeit
[93-L] Woltersdorff, Volker:
Prekarisierung und Heteronormativität von Erwerbsarbeit?: queertheoretische
Überlegungen zum Verhältnis von Sexualität, Arbeit und Neoliberalismus, in: Alexandra
Manske (Hrsg.) ; Katharina Pühl (Hrsg.): Prekarisierung zwischen Anomie und Normalisierung :
geschlechtertheoretische Bestimmungen, Münster: Verl. Westfäl. Dampfboot, 2010, S. 228-251
INHALT: Der Beitrag geht der Frage nach, ob die Entnormalisierung und Prekarisierung der Arbeits- und Lebensbedingungen im Neoliberalismus umgekehrt auch die Aufweichung der institutionellen Verankerung von Heteronormativität in unserer Gesellschaft bedeutet. Welche
Normalität gerät als vermeintlich verlorene und mutmaßlich rückzugewinnende in den Blick,
wenn Arbeits- und Lebensbedingungen als prekär identifiziert und skandalisiert werden? Mit
theoretischem Blick auf die Situation von Homosexuellen im marktwirtschaftlichen System
gliedern sich die Ausführungen in folgende Punkte: (1) Queer Theory und Kapitalismusanalyse, (2) sexuelle Deregulierung und der prekäre Kern von Sexualität, (3) neoliberale Prekarisierung von Arbeit und Leben sowie die Frage nach dem Ende der Heteronormativität, (4)
Prekarisierung, Heteronormativität und Sozialstaat am Beispiel von Hartz IV sowie (5) Prekarisierung und Neofamiliarisierung. Die Überlegungen gehen von der Vermutung aus, dass
Heteronormativität ebenso sehr von den sich historisch verändernden Produktionsweisen
strukturiert wird, wie sie diese strukturiert. Vor diesem Hintergrund wird aufgezeigt, dass die
Prekarisierung von Erwerbsarbeit im neoliberalen Kapitalismus mit einer Prekarisierung von
Heteronormativität einhergeht. Beide Entwicklungen sind durch fundamentale Paradoxien gekennzeichnet. Im selben Maße, wie das Normalarbeitsverhältnis zugunsten entgarantierter Arbeitsverhältnisse schwindet, ohne seinen idealen Status einzubüßen, geht auch die Verbindlichkeit geschlechtlicher und sexueller Normen zurück, ohne dass diese dadurch bereits ihre
Gültigkeit verlieren. (ICG2)
[94-F] Wüstendörfer, Werner, Prof.Dr. (Bearbeitung):
Wissenschaftliche Begleitung und Evaluierung des Modellprojekts "Begleitetes Wohnen in
Obdachlosenpensionen"
INHALT: Die zugrundeliegende Hypothese lautet, dass obdachlose Menschen durch zusätzliche
sozialarbeiterische Betreuung intensiver motiviert werden können, ihre Lebenszusammenhänge zu verbessern. ZEITRAUM: 2008-2010 GEOGRAPHISCHER RAUM: Nürnberg
METHODE: Quantitative Auswertung des Klientenverwaltungssystems SOKON im Hinblick auf
eine gelungene Vermittlung in Privatwohnungen bzw. Hilfeleistungen; Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern der am Modellprojekt teilnehmenden Pensionen sowie Experteninterviews mit Leitungskräften der Stadt Nürnberg und der am Modellversuch mitwirkenden freien Träger. Untersuchungsdesign: Trend, Zeitreihe; Querschnitt DATENGEWINNUNG: Gruppendiskussion (Stichprobe: 10; sozialpädagogisches Betreuungspersonal; Auswahlverfahren: total). Qualitatives Interview (Stichprobe: 10; beteiligte Sozialarbeiter und
ausgewählte Pensionsbewohner; Auswahlverfahren: total, Quota). Sekundäranalyse von Individualdaten (Stichprobe: 5.000; Obdachlose in Pensionen; Auswahlverfahren: total). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: Auftragsforschung BEGINN: 2008-09 ENDE: 2010-07 AUFTRAGGEBER: Stadt Nürnberg
Amt für Existenzsicherung und Soziale Integration - Sozialamt FINANZIERER: Institution;
Auftraggeber; Wissenschaftler
soFid Soziale Probleme 2010/2
1 Armut und Arbeitslosigkeit
59
INSTITUTION: Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg, Fak. Sozialwissenschaften (Bahnhofstr. 87, 90402 Nürnberg)
KONTAKT: Bearbeiter (e-mail: [email protected])
60
2.1
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.1 Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand
Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand
[95-L] Amrhein, Ludwig:
Altersintegration als Rezept gegen Ageism?: Anmerkungen zum Konzept der "Age
Integration" von Matilda W. Riley, in: Kai Brauer (Hrsg.) ; Wolfgang Clemens (Hrsg.): Zu
alt? : "Ageism" und Altersdiskriminierung auf Arbeitsmärkten, Wiesbaden: VS Verl. für
Sozialwiss., 2010, S. 81-96
INHALT: Der Verfasser stellt zunächst das Konzept der Altersintegration als sozialpolitisches
Leitbild einer altersirrelevanten Gesellschaft dar. Bezogen wird der Ansatz von Riley auf die
Aktivitäten der Vereinten Nationen und kontrastiert mit dem deutschen Sozialrecht, das eine
alters- und altersgruppenbezogene Sozialpolitik verfolgt. Den Vorstellungen von Riley stellt
der Verfasser für Deutschland Zahlen zur Entberuflichung des Alters und zur Altershomogenität sozialer Netzwerke entgegen. So lässt sich das Modell der Altersintegration eher als
konkrete Utopie denn als reale Tendenz der gesellschaftlichen Entwicklung charakterisieren.
Die Bedeutung einer funktionalen Binnendifferenzierung der bestehenden Altersschichtung
bestimmt danach weiter die gesellschaftliche Realität. Statt einer De-Institutionalisierung
sieht der Verfasser Tendenzen einer Verflüssigung der modernen institutionalisierten Lebensläufe. Für eine Entwicklung hin zu einer altersirrelevanten Gesellschaft gibt es seiner Auffassung nach keine stichhaltigen Argumente. (ICE2)
[96-F] Beck, Anja, Dipl.-Psych.; Herz, Andrea, Dipl.-Psych. (Bearbeitung); Becker, Manfred,
Prof.Dr. (Leitung):
Die wachsende Macht der Experten (MEX)
INHALT: Das Forschungsprojekt geht der Frage nach, inwiefern sich der Einfluss der Experten
in schrumpfenden und alternden Belegschaften verändert und welche Auswirkungen auf die
Einstellungen und damit das Verhalten von Experten zu erwarten sind. Ziel ist es, personalwirtschaftliche Gestaltungsempfehlungen aufzuzeigen, die einerseits der Bedeutung der Spezialisten im Unternehmen gerecht werden und andererseits zu einer Bewahrung ihres wertvollen Wissens im Rahmen alternder und schrumpfender Belegschaften beitragen.
METHODE: Machttheoretische Grundlagen, empirische Erhebung. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe: 100-150;
Auswahlverfahren: Zufall). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: Eigenprojekt BEGINN: 2009-10 ENDE: 2013-01 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Institution
INSTITUTION: Universität Halle-Wittenberg, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Wirtschaftswissenschaftlicher Bereich, Institut für BWL Lehrstuhl für BWL, insb. Organisation und Personalwirtschaft (Große Steinstr. 73, 06108 Halle)
KONTAKT: Leiter (Tel. 0345-55-23335, e-mail: [email protected])
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.1 Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand
61
[97-L] Bender, Saskia-Fee:
Age-Diversity: Wertschätzung statt Abwertung älterer Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer?, in: Kai Brauer (Hrsg.) ; Wolfgang Clemens (Hrsg.): Zu alt? : "Ageism" und
Altersdiskriminierung auf Arbeitsmärkten, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 171-186
INHALT: Die Verfasserin diskutiert zunächst die theoretischen Grundlagen von Age-Diversity.
Es wird dargestellt, welchen Ansatz Diversity-Konzepte verfolgen und welche Problemstellung ihre gemeinsame Basis bildet. Die Verfasserin geht zum einen der Frage nach, welche
Formen von Altersdiskriminierung im Betriebsalltag zu beobachten sind, und nimmt zum anderen eine Bestimmung der altersspezifischen Potenziale vor, die Arbeitnehmer durch ein
Age-Diversity-Konzept in ihr Unternehmen einbringen können. Im Mittelpunkt ihrer Auseinandersetzung mit der Umsetzung von Age-Diversity steht die Frage, welche personalpolitischen Maßnahmen zur Anerkennung Älterer angewendet werden können und welche Wettbewerbsvorteile Age-Diversity zuzuordnen sind. Es wird gezeigt, in wie fern Age-DiversityKonzepte ökonomischen Erfolg für Unternehmen versprechen und warum ein Schwerpunkt
der Age-Diversity-Forschung auf der Betonung der Profitabilitätsmöglichkeiten liegen sollte.
Abschließend werden Schwierigkeiten in der Realisierung von Age-Diversity thematisiert.
(ICE2)
[98-F] Bögel, Jan, M.A.; Frieling, Ekkehardt, Prof.Dr.phil.habil.; Knauth, Peter, Prof.Dr.-Ing.;
Weber, Andreas, Prof.Dr. (Bearbeitung); Frerichs, Frerich, Univ.-Prof.Dr. (Leitung):
Alternsgerechtes Management - Hauptstudie zur Entwicklung eines Qualitätssiegels
INHALT: Im Auftrag der Marie-Luise und Ernst Becker Stiftung erstellte das Zentrum Altern
und Gesellschaft im Jahr 2007 eine Vor- und Machbarkeitsstudie zur Entwicklung eines Qualitätssiegels "Alternsmanagement im Betrieb". Das im Rahmen dieser Studie entwickelte Organisations- und Handlungskonzept für betriebliches Alternsmanagement sowie die auf der
Basis von Literaturanalysen und Experteninterviews identifizierten relevanten Gestaltungsbereiche sollen nun in einem zweiten Schritt in einen Praxisleitfaden für Unternehmen und
einen Qualitätskriterienkatalog für das geplante Zertifizierungsverfahren übersetzt werden.
METHODE: Die Folgestudie umfasst folgende Arbeitsschritte und Methoden: 1. Auswertung der
im Rahmen der Vorstudie gesichteten Forschungsliteratur und Handlungsleitfäden zum Themenfeld "Alternsgerechtes Arbeiten" mit Fokus auf die Evidenzbasis und Anwendungsanforderungen von Maßnahmen altersgerechter Arbeits- und Organisationsgestaltung. 2. Entwicklung eines Praxisleitfadens in dem sowohl Planungs- und Anwendungskriterien für die einzelnen Alternsmanagementmaßnahmen als auch Anleitungen für die organisatorische Einbindung, Steuerung und Evaluation der Aktivitäten beschrieben werden. 3. Entwicklung bzw.
Identifizierung von Qualitätskriterien sowie geeigneter Dokumentations- und Messinstrumente für das Zertifizierungsverfahren. 4. Aktualisierung und Aufbereitung der im Vorprojekt angelegten Literaturdatenbank.
ART: Auftragsforschung BEGINN: 2008-01 ENDE: 2009-03 AUFTRAGGEBER: Marie-Luise
und Ernst Becker Stiftung FINANZIERER: Auftraggeber
INSTITUTION: Universität Vechta, Zentrum Altern und Gesellschaft (Postfach 1553, 49364
Vechta); Universität Vechta, Institut für Gerontologie (Postfach 1553, 49363 Vechta); Universität Kassel, FB 15 Maschinenbau, Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement Fachgebiet Arbeitspsychologie (34109 Kassel); Karlsruher Institut für Technologie
-KIT-, Fak. für Wirtschaftswissenschaften, Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle
62
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.1 Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand
Produktion -IIP- (Hertzstr. 16, 76187 Karlsruhe); Institut für Qualitätssicherung in Prävention
und Rehabilitation -IQPR- GmbH an der Deutschen Sporthochschule Köln (Sürther Str. 171,
50999 Köln)
KONTAKT: ZAG -Sekretariat- (Tel. 04441-15-233, e-mail: [email protected])
[99-F] Bögel, Jan, M.A. (Bearbeitung); Frerichs, Frerich, Univ.-Prof.Dr. (Betreuung):
Die Einführung von betrieblichem Alter(n)smanagement als Innovations- und Veränderungsprozess
INHALT: Ein sinkendes Angebot an Arbeitskräften und verlängerte Lebensarbeitszeiten werden
allen Prognosen zufolge künftig zu insgesamt höheren Anteilen älterer Arbeitnehmer in deutschen Unternehmen führen - wenngleich auch mit branchen-, betriebstypen- und regionalspezifisch unterschiedlichen Ausprägungen und Folgewirkungen. Aus personalwirtschaftlicher
Sicht ergibt sich hieraus die Herausforderung, Strategien zum Erhalt und zur Förderung der
Produktivität und Innovationsfähigkeit alternder Belegschaften zu entwickeln, insbesondere
in Arbeitsbereichen mit alterskritischen Belastungsprofilen. Vor diesem Hintergrund bildete
die Identifizierung geeigneter Maßnahmen zur betrieblichen Integration älterer Arbeitnehmer
in den vergangenen Jahren den Gegenstand vielfältiger interdisziplinärer Forschungsbemühungen, die sich in einem inzwischen kaum noch zu überblickenden Fundus an Programmatiken, Handlungsanleitungen und "Best Practice"-Katalogen niedergeschlagen haben. Empfohlen werden in diesem Zusammenhang vor allen Dingen mehrdimensionale und integrierte
Vorgehensweisen: Maßnahmen der Personalentwicklung, Arbeitsgestaltung und Gesundheitsförderung sollen demnach in Form eines systematischen Alters- und Alternsmanagement aufeinander bezogen werden. Obgleich entsprechende betriebliche Aktivitäten zur Integration älterer Arbeitnehmer trotz wachsenden Handlungsdrucks zum gegenwärtigen Zeitpunkt als insgesamt unzureichend eingestuft werden müssen, sind in den einschlägigen Übersichten nachahmenswerter Praxis inzwischen durchaus Unternehmen vorfindbar, die über Einzelmaßnahmen hinausreichende Alter(n)smanagement-Programme eingeführt zu haben scheinen. In der
wissenschaftlichen Diskussion weitgehend ausgeblendet wurde bislang allerdings die Frage,
unter welchen Voraussetzungen und in welcher Weise derartige Konzepte tatsächlich Eingang in die betriebliche Personalarbeit finden. So ist über die jeweiligen Hintergründe und
Anlässe, die den Anstoß für die Einführung von Maßnahmen einer alternsgerechten Arbeitsund Organisationsgestaltung in den als vorbildlich angesehenen Unternehmen lieferten, nur
sehr wenig bekannt. Dies gilt auch für die Verlaufspfade und -dynamiken der Implementierungsprozesse sowie die an der Entwicklung und Umsetzung maßgeblich beteiligten Akteure
bzw. Akteurskonstellationen. Eine stärker prozess- und akteursorientierte Betrachtung demografiesensitiver Personalpraktiken könnte indes dazu beitragen, relevante innerbetriebliche Initiatoren und Promotoren, aber auch Konflikte, Widerstände und Barrieren zu identifizieren.
Dies würde wiederum möglicherweise wichtige Anhaltspunkte für die Entwicklung von Konzepten der Prozessbegleitung liefern. Im Rahmen des geplanten Forschungsvorhabens soll daher der Versuch unternommen werden, auf der Basis von Betriebsfallstudien die Einführung
von betrieblichem Alter(n)smanagement als einen - nicht selbstverständlichen bzw. lediglich
als passive Anpassung an veränderte Umweltanforderungen interpretierten - organisationalen
Innovations- und Veränderungsprozess zu rekonstruieren. Die übergeordnete Zielstellung der
Untersuchung besteht darin, aufzuzeigen, auf welche Weise Entstehung, Einführung und Ergebnisqualität von Alter(n)smanagement-Programmen durch das Zusammenwirken unterschiedlicher betrieblicher Akteure beeinflusst werden. Hiermit verbunden sind folgende For-
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.1 Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand
63
schungsfragen: Welche Problemlagen und Motive waren ausschlaggebend für die Einführung
von Alter(n)smanagement-Programmen? Welche Handlungsfelder wurden betrieblicherseits
als relevant angesehen und aus welchen Gründen? An welche Zielgruppen richten sich die
daraus abgeleiteten Maßnahmen? Welche betrieblichen Akteure waren an der Konzeptentwicklung und -umsetzung maßgeblich beteiligt? Worin bestand ihre Rolle in diesem Prozess,
welchen Einfluss hatten sie auf das Prozessergebnis? Welche Widerstände ergaben sich?
Welche Maßnahmenbereiche erwiesen sich als besonders konfliktreich, wo bestand Konsens?
Wie wurde mit diesen Konflikten umgegangen? Welche betrieblichen Rahmenbedingungen
wirkten sich förderlich auf den Prozess aus (z.B. Betriebsgröße, Branche, Unternehmenskultur, Eigentümerverhältnis, wirtschaftliche Situation, Globalstrategie des Unternehmens, Existenz eines Betriebsrats)? Lassen sich typische Verlaufsmuster bzw. Entwicklungspfade identifizieren? Für die Entwicklung eines forschungsleitenden Analyserahmens wird auf handlungstheoretische Ansätze der Organisations- und Industriesoziologie zur Erklärung betrieblichen Wandels zurückgegriffen. Entsprechende Konzepte betrachten die Entstehung bzw. Veränderung von Arbeitsbedingungen und Arbeitskräftestrategien nicht allein als strukturdeterminierte Anpassungsreaktion von Betrieben auf technisch-ökonomische Sachzwänge, sondern verweisen auf den soziopolitischen Charakter betrieblicher Gestaltungsentscheidungen.
Betriebe werden in dieser arbeits- bzw. mikropolitischen Perspektive als pluralistische Gebilde gesehen, innerhalb derer verschiedene betriebliche Parteien mit unterschiedlichen Einflusschancen versuchen, ihre jeweiligen Interessen durchzusetzen. Hieraus ergibt sich die
Notwendigkeit von Verhandlung und Konsensfindung. Im Hinblick auf die beabsichtigte
Analyse der Einführung von Alter(n)smanagement-Programmen wird davon ausgegangen,
dass Probleme der Belegschaftsalterung sowie ihre jeweiligen Auswirkungen auf Bestand und
Leistungsfähigkeit eines Betriebes zwar den Impuls für eine Veränderungsinitiative liefern,
und dass das Spektrum an möglichen Reaktionsweisen aufgrund betriebsstruktureller Rahmenbedingungen und restringierender Umweltfaktoren nicht unbegrenzt ist. Die Art der Probleme und die potenziell zur Verfügung stehenden Lösungsmöglichkeiten determinieren jedoch nicht, welche Maßnahmen letztendlich realisiert werden, sondern bilden - in der Terminologie des Mikropolitik-Ansatzes - lediglich einen "Entscheidungskorridor", der bestimmte
Vorgehensweisen zulässt, andere hingegen ausschließt. Richtung und Inhalte der jeweiligen
Veränderungsinitiativen sowie der Verlauf und das Ergebnis ihrer Umsetzung in konkrete Gestaltungsmaßnahmen sind somit er-klärungsbedürftig. Sie werden - so wird vermutet - durch
die Interessen und Strategien unterschiedlicher inner- und auch überbetrieblicher Akteure
(z.B. Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Berufsgenossenschaften), damit verbundenen
Aushandlungsprozessen und auch die Qualität der innerbetrieblichen Verhandlungsbeziehungen entscheidend mitgeprägt.
METHODE: Aufgrund des explorativen Charakters des geplanten Forschungsvorhabens wird
eine qualitativ orientierte, auf Hypothesengenerierung abzielende Forschungsstrategie verfolgt. Geplant ist die Durchführung von kontrastierenden Intensivfallstudien in Unternehmen,
die mehrdimensional angelegte Programme zur Integration älterer Arbeitnehmer vorweisen
können. Die Auswahl der Betriebe soll auf Grundlage einer Analyse verschiedener "Best
Practice"-Datenbanken und -Kataloge erfolgen. Angestrebt wird dabei ein möglichst breites
Spektrum an unterschiedlichen Betriebstypen (Branchenzugehörigkeit, Betriebsgröße). Die
Datenerhebung erfolgt anhand problemzentrierter Interviews mit den an der jeweiligen Programmentwicklung und -einführung maßgeblich beteiligten betrieblichen Akteuren (z.B. Personalverantwortlichen, Betriebsräten, Arbeitsschutzexperten, Betriebsärzten). In Ergänzung
sollen Dokumentenanalysen (z.B. Programmbeschreibungen, Leitlinien, Sitzungsprotokolle,
Organigramme, Geschäftsberichte) sowie ggf. Betriebsbegehungen durchgeführt werden.
64
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.1 Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand
ART: Dissertation BEGINN: 2007-01 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Vechta, Zentrum Altern und Gesellschaft (Postfach 1553, 49364
Vechta); Universität Vechta, Institut für Gerontologie (Postfach 1553, 49363 Vechta)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 04441-15-5555, e-mail: [email protected])
[100-L] Brauer, Kai; Clemens, Wolfgang (Hrsg.):
Zu alt?: "Ageism" und Altersdiskriminierung auf Arbeitsmärkten, (Alter(n) und
Gesellschaft, Bd. 20), Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. 2010, 250 S., ISBN: 978-3-53117046-6
INHALT: "In den letzten Jahren hat sich die Aufmerksamkeit für alternde Arbeitsmärkte erhöht.
Dabei spielen jedoch bislang legitimatorische Fragen der Gleichbehandlung aller Altersgruppen im deutschen Kontext eine untergeordnete Rolle. Dieses Thema gewinnt aber - durch das
mediale Interesse am demographischen Wandel und die jüngeren europäischen Antidiskriminierungsanforderungen - zunehmend an Bedeutung. Dieser Entwicklung soll der transdisziplinäre Band Rechnung tragen. Erstmals wird sich explizit mit dem Problem der Altersdiskriminierung und dem Konzept des Ageism befasst. Altersdiskriminierung und Ageism werden
theoretisch und empirisch ausgelotet. In den Beiträgen kommen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus der Soziologie, Psychologie, Linguistik und Rechts- und Kulturwissenschaft sowie der Praxis zu Wort, die sich der möglichen Benachteiligung von Älteren in alternden Gesellschaften annehmen." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Wolfgang Clemens:
Ageismus und Altersdiskriminierung auf Arbeitsmärkten - eine Einleitung (7-20); Kai Brauer: Ageism: Fakt oder Fiktion? (21-60); Franz Kolland: Altersbilder und ihre normative Wirkung im Wandel der Erwerbsarbeit (61-80); Ludwig Amrhein: Altersintegration als Rezept
gegen Ageism? Anmerkungen zum Konzept der 'Age integration' von Matilda W. Riley (8196); Undine Kramer: Ageismus - Sprachliche Diskriminierung des Alters (97-114); Ursula
Rust: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) als Mittel gegen Altersdiskriminierung? Ein Beitrag aus juristischer Perspektive (115-130); Frerich Frerichs: "Aktive" Arbeitsmarktpolitik für ältere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen - Großbritannien, Japan und
Deutschland im Wohlfahrtsstaatsvergleich (131-148); Carola Burkert, Cornelia Sproß: Früher
oder später: Altersbilder auf Arbeitsmärkten im europäischen Vergleich - Veränderte nationale Sichtweise oder europäisches Konstrukt? (149-170); Saskia-Fee Bender: Age Diversity:
Wertschätzung statt Abwertung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? (171-186);
Christian Stamov Roßnagel: Was Hänschen nicht lernt...? Von (falschen) Altersstereotypen
zum (echten) Lernkompetenzmangel (187-204); Heike Schimkat: "Alter ist bei uns in der Tat
(k)ein Thema!"? Fallanalyse betrieblicher Einstellungsprozesse (205-230); Jürgen Tenckhoff:
Alter(n) und Altersakzeptanz in Unternehmen (231-250).
[101-L] Burkert, Carola; Sproß, Cornelia:
Früher oder später: Altersbilder auf Arbeitsmärkten im europäischen Vergleich: veränderte
nationale Sichtweise oder europäisches Konstrukt?, in: Kai Brauer (Hrsg.) ; Wolfgang
Clemens (Hrsg.): Zu alt? : "Ageism" und Altersdiskriminierung auf Arbeitsmärkten, Wiesbaden:
VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 149-170
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INHALT: Zunächst wird auf der Basis von Indikatoren der Arbeitsmarktintegration ein Abriss
über die aktuelle Arbeitsmarktlage Älterer im europäischen Vergleich gegeben und damit
eine Bestandsaufnahme der Erfolge einzelner Länder in den vergangenen Jahren im Vergleich
zu Deutschland dokumentiert. Die verbesserte Arbeitsmarktsituation älterer Arbeitnehmer
lässt darauf schließen, dass der Fokus nun auf einer zunehmenden Integration und längerem
Verbleib im Erwerbsleben liegt und somit eine Abkehr von der bisher praktizierten Frühverrentungskultur dokumentiert wird. Beschrieben wird, wie und unter welchen Rahmenbedingungen sich das gängige Bild "Jung für Alt" entwickelt hat und an wann und unter welchem
Einfluss eine Veränderung stattfand. Aber nicht nur das vorherrschende gesellschaftliche Altersbild ist von Bedeutung, sondern auch die betriebliche Perspektive. Befragungsergebnisse
aus dem IAB-Betriebspanel zeigen beispielhaft die Ansichten deutscher Betriebe gegenüber
älteren Arbeitnehmern. Abschließend wird die Frage nach einem gewandelten Altersbild als
Ergebnis veränderter nationaler Sichtweisen oder eines europäischen Konstrukts diskutiert.
(ICE2)
[102-L] Clemens, Wolfgang:
Ageismus und Altersdiskriminierung auf Arbeitsmärkten: eine Einleitung, in: Kai Brauer
(Hrsg.) ; Wolfgang Clemens (Hrsg.): Zu alt? : "Ageism" und Altersdiskriminierung auf
Arbeitsmärkten, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 7-20
INHALT: Dieser den Sammelband "Zu alt? : 'Ageism' und Altersdiskriminierung auf Arbeitsmärkten" einleitende Beitrag sieht es als Ziel des Sammelbandes aufzuzeigen, in wie fern eine
Beziehung zwischen Altersdiskriminierung und Ageism in Theorie und Praxis besteht und
wie entsprechende Ansätze für die Alterssoziologie nützlich gemacht werden können. In der
deutschen Alterssoziologie spielte bisher die Frage der Gleichbehandlung aller Altersgruppen
auf dem Markt im Sinne einer Diskriminierung nach Geburtsalter eine untergeordnete Rolle ganz im Gegensatz zu der amerikanischen Ageism-Debatte. Dies hat sich seit den 1990er Jahren geändert. Jetzt wird deutlich, dass ageistische Phänomene besonders stark in Kontexten
auftreten, in denen passive und reaktive Handlungsmodelle vorherrschen und Stereotype zur
Komplexitätsreduktion genutzt werden. Ein Überblick über die Einzelbeiträge des Sammelbandes gibt einen Eindruck vom thematischen Spektrum des Sammelbandes. (ICE2)
[103-F] Donnerbauer, Susanne, Dipl.-Soz. (Bearbeitung); Frerichs, Frerich, Univ.-Prof.Dr. (Betreuung):
Atypische Erwerbsformen in der späten Erwerbsphase: Chance oder Risiko?
INHALT: Im Zuge der fortschreitenden Flexibilisierung und Deregulierung des Arbeitsmarktes
wandelt sich das Muster der Erwerbsarbeit. Die Beschäftigungsformen werden vielfältiger
und das so genannte Normalarbeitsverhältnis verliert zunehmend an Bedeutung, während das
Ausmaß atypischer Erwerbsformen weiter expandiert. Welche Risiken und Chancen aus einer
Beschäftigung in atypischen Erwerbsformen für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen entstehen können, wird auf politischer sowie wissenschaftlicher Ebene kontrovers diskutiert.
Auffallend ist, dass im Rahmen dieser Debatte der Fokus überwiegend auf die Gesamtheit der
Erwerbstätigen gerichtet ist und ältere Arbeitskräfte nicht gesondert betrachtet werden, obwohl anzunehmen ist, dass diese zukünftig verstärkt auf diese Beschäftigungsformen zurückgreifen müssen, um bis zum Übergang in die Rente am Erwerbsleben teilhaben zu können.
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Die Promotion verfolgt das Ziel, die Konsequenzen, die aus atypischen Beschäftigungsformen für ältere Erwerbstätige und ihre weiteren Erwerbsverläufe resultieren können, zu analysieren. Der Untersuchungsschwerpunkt liegt dabei auf den temporären Erwerbsformen Leiharbeit und befristete Beschäftigung. Im Rahmen der empirischen Analysen soll folgenden
Fragestellungen nachgegangen werden: In welchem Umfang sind ältere Arbeitskräfte in Leiharbeit und befristeten Arbeitsverhältnissen beschäftigt und welche Strukturmerkmale weisen
diese Beschäftigungsformen in der späten Erwerbsphase auf? Welche Determinanten bedingen eine Beschäftigung älterer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in befristeten Beschäftigungsverhältnissen oder in Leiharbeitsarbeitsverhältnissen? Welche Folgen können befristete
Arbeitsverträge und Leiharbeitsverhältnisse für die Erwerbsverlaufe älterer Frauen und Männer haben?
METHODE: Auf Basis von Sekundärdaten zur Beschäftigungsstruktur und zum Erwerbsverlauf
sowie dem aktuell aufbereiteten sozioökonomischen Panel sollen deskriptive und multivariate
Analysen im Quer- und Längsschnitt durchführt werden.
ART: Dissertation BEGINN: 2007-01 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Vechta, Zentrum Altern und Gesellschaft (Postfach 1553, 49364
Vechta); Universität Vechta, Institut für Gerontologie (Postfach 1553, 49363 Vechta)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 04441-15-555, e-mail: [email protected])
[104-L] Eder, Anselm; Hager, Isabella; Hudler-Seitzberger, Michaela; Wimmer, Tanja:
Ageing Society: eine Herausforderung für Gesellschaft und Wirtschaft, (Austria: Forschung
und Wissenschaft - Soziologie, Bd. 7), : Lit Verl. 2009, 167 S., ISBN: 978-3-643-50009-0
INHALT: "Der Band 'Ageing Society - Eine Herausforderung für Gesellschaft und Wirtschaft'
bietet nicht nur einen fundierten theoretischen Überblick zum demografischen Wandel speziell im Bereich Arbeitsmarkt sondern auch die Aufarbeitung rezenter Beiträge zu diesem Thema in Österreich. Darauf aufbauend wird im Rahmen dreier vom Zukunftsforum Österreich
durchgeführter empirischer Studien die Situation Älterer am Arbeitsmarkt beleuchtet. Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung spiegeln die Situation der Österreicherinnen am Arbeitsmarkt wider. Eine Unternehmensbefragung gibt Auskunft darüber, wie sich
Betriebe mit der Herausforderung einer immer älter werdenden Belegschaft auseinandersetzen und eine Umfrage unter älteren Arbeitnehmerinnen informiert über deren Wünsche und
Anliegen." (Autorenreferat)
[105-F] Engelhardt-Wölfler, Henriette, Prof.Dr. (Bearbeitung):
Subjektive Lebenserwartung und Verrentung
INHALT: Gegenstand der Studie ist ein besseres Verständnis darüber, wie Personen auf die Zunahme der Lebenserwartung in ihrem individuellen Erwerbsverhalten reagieren. Sind sich die
Menschen ihrer längeren Lebenserwartung bewusst, werden sie nach der Theorie der Reskalierung des Lebenslaufs und nach dem Lebenszyklus-Modell unter bestimmten Bedingungen
ihr Erwerbsleben verlängern. Anhand des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE) wird der Effekt der subjektiven Überlebenswahrscheinlichkeit auf die Erwerbsbeteilung, auf den Wunsch nach baldmöglichstem Übergang in den Ruhestand sowie auf die
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Verweildauer im Erwerbsleben geschätzt unter Kontrolle individueller, betrieblicher und länderspezifischer institutioneller Regelungen und Arbeitsmarktbedingungen.
ART: Eigenprojekt AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Bamberg, Fak. Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Professur für
Bevölkerungswissenschaft (96045 Bamberg)
KONTAKT: Institution (Tel. 0951-863-2644, e-mail: [email protected])
[106-F] Fasang, Anette (Bearbeitung); Schömann, Klaus, Prof.Dr.; Brockmann, Hilke, Prof.Dr.;
Mayer, Karl Ulrich, Prof.Dr.; Aisenbrey, Silke, Prof.Dr. (Betreuung):
Family biographies and retirement processes - a comparative analysis of West Germany and
the United Kingdom
INHALT: keine Angaben GEOGRAPHISCHER RAUM: West Germany, United Kingdom
ART: Dissertation ENDE: 2008-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Jacobs University Bremen gGmbH, Jacobs Center for Lifelong Learning and Institutional Development (Campus Ring 1, 28759 Bremen)
[107-F] Frerichs, Frerich, Univ.-Prof.Dr. (Leitung):
Alternsmanagement im Betrieb - ein modulares Weiterbildungskonzept für Fach- und Führungskräfte in KMU
INHALT: Zielsetzung: Die im Zuge des demografischen Wandels prognostizierten Veränderungen in der Altersstruktur des Erwerbspersonenpotentials und der Belegschaften erfordern in
näherer Zukunft eine stärkere Berücksichtigung von älter werdenden Arbeitnehmern in der
betrieblichen Personalpolitik. Vor diesem Hintergrund soll ein modulares Weiterbildungskonzept für betriebliche Fach- und Führungskräfte im privatwirtschaftlichen Sektor entwickelt
und umgesetzt werden. Ziel ist es, die jeweils verantwortlichen Akteure auf Arbeitgeber- und
auf Arbeitnehmerseite in KMU für einen adäquaten Umgang mit älter werdenden Belegschaften zu sensibilisieren und zu qualifizieren sowie die Entwicklung alter(n)sgerechter personalpolitischer Konzepte und Instrumente anzuregen. Damit sollen die Beschäftigungschancen älterer Arbeitnehmer in der Zielregion "Nordwestliches Niedersachsen/ Weser-Ems-Gebiet"
verbessert und zusätzliche Produktivitätspotentiale der regionalen Unternehmen freigelegt
werden. Kooperationspartner: Oldenburgische Industrie- und Handelskammer, Oldenburg.
GEOGRAPHISCHER RAUM: Zielregion Nordwestliches Niedersachsen/ Weser-Ems-Gebiet
METHODE: Die systematische Entwicklung und Umsetzung des Weiterbildungskonzeptes "Betriebliches Alternsmanagement" soll in fünf Arbeitsschritten erfolgen: 1. Erarbeitung des
Weiterbildungskonzeptes: Bezogen auf die zentralen personalwirtschaftlichen Handlungsfelder des betrieblichen Alternsmanagements sollen relevante aktuelle Forschungsergebnisse
aufbereitet und zur Systematisierung und inhaltlichen Ausgestaltung der folgenden, problembezogenen Weiterbildungsmodule herangezogen werden: 1. Modul "Alternsgerechtes Gesundheitsmanagement" 2.Modul "Alternsgerechtes Kompetenzmanagement" 3.Modul "Alternsgerechte Personalentwicklung und -führung". 2. Marketing und Erstdurchführung: Über
intermediäre Akteure soll darauf aufbauend ein mediengestütztes Marketing durchgeführt und
das Weiterbildungskonzept für KMU in der Auswahlregion erstmalig umgesetzt werden. 3.
Formative Evaluation des Weiterbildungskonzeptes: Nach der Erstdurchführung erfolgt auf
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Grundlage eines gesteuerten Teilnehmerfeedbacks eine formative Evaluation des Weiterbildungskonzeptes. 4. Folgedurchführungen der Weiterbildungsmaßnahme: Die formative Evaluation mündet in zwei regelhafte Folgedurchführungen, um im Projektverlauf einen möglichst großen Wirkungsgrad zu erzielen. 5. Gesamtauswertung und Erarbeitung von Transferhilfen: Zur Sicherstellung der nachhaltigen Projektentwicklung und des Breitentransfers soll
eine praxiserprobte und wissenschaftlich geprüfte Transferhilfe mit zusätzlichen Unterrichtsmaterialien angereichert und über geeignete Medien und mit Hilfe der Kooperationspartner
verbreitet werden.
ART: gefördert BEGINN: 2008-09 ENDE: 2011-02 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: EFRE - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
INSTITUTION: Universität Vechta, Zentrum Altern und Gesellschaft (Postfach 1553, 49364
Vechta); Universität Vechta, Institut für Gerontologie (Postfach 1553, 49363 Vechta); Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften (26111 Oldenburg)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 04441-15-233,
e-mail: [email protected])
[108-L] Kolland, Franz:
Altersbilder und ihre normative Wirkung im Wandel der Erwerbsarbeit, in: Kai Brauer
(Hrsg.) ; Wolfgang Clemens (Hrsg.): Zu alt? : "Ageism" und Altersdiskriminierung auf
Arbeitsmärkten, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 61-80
INHALT: Der Verfasser rezipiert die Diskussion über gesellschaftliche Vorstellungen zu Alter
und Altersprozessen und fokussiert diese auf den Wandel der Erwerbsarbeit. Er diskutiert den
Zusammenhang zwischen der Ausprägung sozialer Normen und der Entwicklung von Altersbildern, außerdem die bedeutsame Rolle des Wohlfahrtsstaates bei der Entwicklung sozialer
Normen. Dies dokumentiert sich besonders deutlich in den verschiedenen Maßnahmen der
Sozial- und Kommunalpolitik. Die normative Wirkung von Altersbildern lässt sich anhand
der historischen Entwicklung nachzeichnen. Sie prägt in der Moderne vor allem die Differenz
in der Fremd- und Selbstwahrnehmung älterer Menschen. In der Arbeitswelt wirken vor allem
institutionelle Einflussfaktoren normierend, die über ökonomische Kalküle und Einschätzungen zur Arbeitsproduktivität älterer Beschäftigter zur Altersdiskriminierung führen können.
Ausgehend vom "Age Discrimination Act" aus den USA des Jahres 1967 zeichnet der Verfasser die Entwicklung bis zur Richtlinien der Europäischen Union zum Schutz vor Altersdiskriminierung von 2000 nach. Anhand eines empirischen Beispiels aus der Praxis eines österreichischen Stahlunternehmens werden abschließend Vor- und Nachteile von Diversity-Programmen diskutiert. (ICE2)
[109-F] Kownatka, Cindy, Dipl.-Psych. (Bearbeitung); Becker, Manfred, Prof.Dr.rer.pol. (Leitung):
Wahrnehmung, Einstellung, Verhalten und Handlungsfolgen in altersdiversen Belegschaften
(ADM II)
INHALT: Das empirische Forschungsprojekt reiht sich theoretisch in den Bereich des Age Diversity Managements ein und legt den Schwerpunkt vor allem auf Konzepte aus der Altersstereotypen- und Altersvorurteilsforschung. Der empirische Teil umfasst die Ermittlung von subjektiver Wahrnehmung des Lebensalters, von Einstellungen und (altersdiskriminierendem) Ver-
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halten gegenüber älteren Arbeitnehmern. Mit dem Ziel die Entwicklung altersdiverser Bevölkerungs- und Belegschaftsgruppen zu analysieren, sollen Gestaltungshinweise für ein diskriminierungs- und vorurteilsfreies Miteinander erarbeitet werden.
METHODE: Psychologische und verhaltenswissenschaftliche Theorien. Untersuchungsdesign:
Querschnitt DATENGEWINNUNG: Beobachtung, teilnehmend; Standardisierte Befragung,
schriftlich (Stichprobe: 250-300; Auswahlverfahren: ad hoc). Feldarbeit durch Mitarbeiter/innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Veröffentlichung des Vorgängerprojekts ADM I: Becker, M.; Labucay, I.; Kownatka, C.: Optimistisch altern. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde demographiefester Personalarbeit für altersgemischte Belegschaften. München/ Mering: Hampp 2008, 158 S. ISBN 978-3-86618-241-7.
ART: gefördert BEGINN: 2009-12 ENDE: 2012-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Land Sachsen-Anhalt Kultusministerium
INSTITUTION: Universität Halle-Wittenberg, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Wirtschaftswissenschaftlicher Bereich, Institut für BWL Lehrstuhl für BWL, insb. Organisation und Personalwirtschaft (Große Steinstr. 73, 06108 Halle)
KONTAKT: Leiter (Tel. 0345-55-23336, e-mail: [email protected]);
Bearbeiterin (Tel. 0345-55-23377, e-mail: [email protected])
[110-F] Kühl, Alexander; Papies, Udo, Dr.; Walter, Gerd, Dr. (Bearbeitung):
GeniAL II - Generationenmanagement im Arbeitsleben - Erweiterung des Beratungsangebots der Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung
INHALT: Die Ergebnisse und Wirkungen der im Jahr 2008 in den Modellregionen Berlin-Brandenburg und Sachsen-Anhalt durchgeführten Erprobungsphase des GeniAL-Praxistests haben
den Projektträger DRV Bund in Übereinstimmung mit den zuständigen Fachabteilungen des
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und dem Fördermittelgeber Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) veranlasst, das Projekt weitere zwei Jahre durchzuführen. In dieser
zweiten Phase - dem so genannten GeniAL-Praxistest - werden gezielt Fragen demographischer Wandlungsprozesse in jenen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) angesprochen,
die oft nur über wenig ausgeprägte personalwirtschaftliche Ressourcen verfügen. Diese sensibilisierende Beratung für Arbeitgeber beinhaltet neben (regionalen) demographischen Zusammenhängen und betriebsrelevanten Informationen zur Alterung der Belegschaft Hinweise zu
Handlungsansätzen und geeigneten Analyseinstrumenten. Mit Hilfe der erzielten Sensibilisierungseffekte sollen die Betriebe zur Umsetzung betrieblicher Gestaltungsmaßnahmen - wie
etwa eine alternsgerechte Arbeitsorganisation oder gesundheitsförderliche Arbeitsplatzgestaltung - angeregt werden. Hierbei wird GeniAL vor allem durch regionale Vernetzung getragen. Über die Vernetzung und angestrebte Kooperation - beispielsweise mit Krankenkassen
und Berufsgenossenschaften, Kammern und örtlichen Agenturen für Arbeit sowie Akteuren
aus Wirtschaft und Verbänden - sollen beratene Arbeitgeber eine angebotsorientierte Unterstützung erhalten. Modellhaft werden dabei Beratungsangebote zum Generationenmanagement im Arbeitsleben in 22 Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung erprobt und eingesetzt.
METHODE: Das Institut SÖSTRA hat die Aufgabe der wissenschaftlichen Projektbegleitung,
die neben konzeptioneller Arbeit auch einen Beitrag im Ausbildungsprozess der GeniAL-BeraterInnen leistet. Im Rahmen der Projektumsetzung werden die zum Einsatz kommenden Beratungsmaterialien erstellt. Sie basieren auf speziell erarbeiteten demographiezentrierten Re-
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gionalporträts. Im Mittelpunkt des Projektansatzes steht die sensibilisierende Beratung von
KMU zu demographischen Fragestellungen. Diese Beratungen werden von SÖSTRA im Tandem mit den GeniAL-BeraterInnen durchgeführt. Zudem flankiert die wissenschaftliche Begleitung die regionale Netzwerkarbeit der DRV-Beratungsstellen.
ART: Auftragsforschung BEGINN: 2009-04 ENDE: 2011-03 AUFTRAGGEBER: Deutsche Rentenversicherung Bund FINANZIERER: Auftraggeber
INSTITUTION: SÖSTRA Institut für Sozialökonomische Strukturanalysen GmbH (Torstr. 178,
10115 Berlin)
KONTAKT: Kühl, Alexander (e-mail: [email protected])
[111-L] Roncaglia, Irina:
Retirement transition in ballet dancers: "coping within and coping without", in: , 2010, 19 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs100210)
INHALT: "Bisher wurden Übergänge in den Ruhestand im Falle von Balletttänzer/innen wenig
erforscht. Deshalb widmet sich dieser Beitrag deren Erfahrungen mit Karriereübergangen unter einer Lebenslaufperspektive. Rückgreifend auf vorliegende Transitions-Modelle und
sportwissenschaftliche Befunde soll gezeigt werden, wie Balletttänzer/innen den Übergang in
den Ruhestand (nicht) bewältigen und welche Faktoren auf den Bewältigungsprozess Einfluss
nehmen. In der qualitativen Studie wurden 14 teilstrukturierte Interviews durchgeführt und im
Lichte eines idiografischen Ansatzes mit einer Kombination aus phänomenologischer Analyse und der Grounded-Theorie-Methodologie entlehnter Strategien ausgewertet. Es resultierten
ein Hauptthema, nämlich 'Bewältigungsstrategien: Coping within & without' und acht Subkategorien: Leugnen, Entfremdung, Unentschiedenheit, Abbruch, Akzeptanz, Loslassen, Neuaushandeln und Wiederherstellen: Im Übergang in den Ruhestand werden unterschiedliche
Reaktionen aus der Umwelt erlebt, die wiederum unterschiedliche Bewältigungsstrategien
hervorrufen, und in der Folge werden unterschiedliche Arten von Unterstützung gesucht. Am
Ende des Beitrags werden kurz Implikationen künftiger Karriereplanung diskutiert." (Autorenreferat)
[112-F] Schapfel-Kaiser, Franz, Dr.; Schute, Christel (Bearbeitung); Zimmermann, Hildegard, Dr.
(Leitung):
Weiterbildungskonzepte für das spätere Erwerbsleben (WeisE) - im Kontext lebensbegleitenden Lernens
INHALT: Die Qualifizierung älterer Beschäftigter ist in den letzten Jahren aufgrund des demografischen Wandels immer mehr zu einer bildungspolitischen Forderung geworden. Die Zunahme des Anteils älterer Beschäftigter scheint zwangsläufig einen Qualifizierungsbedarf
nach sich zu ziehen. Ausgehend von dieser Annahme sollten in dem Forschungsprojekt Vorschläge für die Gestaltung spezieller Weiterbildungsangebote für Ältere entwickelt werden.
Die Ergebnisse des Forschungsprojekts führen jedoch zu einer Relativierung dieses Ansatzes.
Die Kompetenzen Älterer werden in den befragten Betrieben sehr geschätzt. Problemlagen,
an denen Weiterbildungsansätze für ältere/ erfahrene Mitarbeiter ansetzen, sind nicht altersbedingt, sondern Ergebnis einer bestimmten berufsbiografischen und generationsspezifischen
Entwicklung. Es handelt sich z.B. um Motivationseinbrüche oder Unzufriedenheiten aufgrund
von Stagnationen im betrieblichen Berufsverlauf, um einen generationsspezifischen Nachhol-
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71
bedarf z.B. in neuen Technologien oder Präsentationstechniken oder um eine im Berufsverlauf entstandene Weiterbildungsdistanz, deren Ursache weniger auf der mangelnden Motivation der älteren Beschäftigten beruht als in der Organisation und Gestaltung der Arbeitsplätze
begründet ist, die ein Weiterlernen nicht immer notwendig machen. Spezielle Weiterbildungsangebote für Ältere sind notwendig, solange es wegen einer aufgrund des Alters unsicheren betrieblichen Beschäftigungs- und Entwicklungsperspektive Lern-, Motivations- und
Karriereabbrüche gibt. Das langfristige Ziel muss jedoch darin bestehen, durch eine betriebliche Sicherung der Kontinuität des Lernens und eine Personalpolitik, die auch älteren Mitarbeitern eine betriebliche Perspektive eröffnet, spezielle Maßnahmen für Ältere überflüssig zu
machen.
METHODE: Schriftliche Befragung von Personalverantwortlichen/ Betriebsinhabern (branchenund betriebsgrößenübergreifend) in Hinblick auf Qualifizierungsnotwendigkeiten und -ansätze für ältere Arbeitnehmer (interne und externe Angebote). Auf der Grundlage dieser Befragung erfolgt die Auswahl von Betrieben, in denen vertiefende Fallstudien durchgeführt werden. Fallstudien in Betrieben, die entweder Weiterbildungsangebote speziell für ältere Arbeitnehmer machen bzw. deren Lernbedürfnisse bei ihren Weiterbildungsangeboten berücksichtigen: leitfadengestützte Interviews mit älteren Arbeitnehmern und Personalverantwortlichen
bzw. Betriebsinhabern, Betriebsräten und Weiterbildnern bezogen auf Anforderungen an und
Erfahrungen mit Weiterbildungsangeboten für ältere Arbeitnehmer. Sachverständigengespräche mit Wissenschaftlern und Weiterbildnern, die sich wissenschaftlich oder praktisch mit der
Weiterbildung älterer Arbeitnehmer beschäftigt haben.
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Zimmermann, Hildegard;
Schapfel-Kaiser, Franz; Schulte, Christel: Weiterbildungskonzepte für das spätere Erwerbsleben (WeisE) - im Kontext lebensbegleitenden Lernens. Antragstext. Bonn 2006, 6 S. Download: www2.bibb.de/tools/fodb/pdf/at_34106.pdf .+++Dies.: Weiterbildungskonzepte für das
spätere Erwerbsleben (WeisE) - im Kontext lebensbegleitenden Lernens. Zwischenbericht.
Bonn 2005, 6 S. Download: www2.bibb.de/tools/fodb/pdf/zw_34106.pdf .+++ Dies.: Weiterbildungskonzepte für das spätere Erwerbsleben (WeisE) - im Kontext lebensbegleitenden
Lernens. Zwischenbericht. Bonn 2008, 27 S. Download: www2.bibb.de/tools/fodb/pdf/
eb_34106.pdf .
ART: Eigenprojekt BEGINN: 2004-04 ENDE: 2006-09 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Bundesinstitut für Berufsbildung -BIBB- (Postfach 201264, 53142 Bonn)
KONTAKT: Institution (e-mail: [email protected])
[113-F] Schippers, Joop, Prof.; Henkens, Kene, Dr.; Platman, Kerry, Dr.; Anxo, Dominique,
Prof.Dr.; Jensen, Per, Prof.Dr.; Lamura, Giovanni, Dr.; Perek-Bialas, Jolanta, Dr.; Guillemard,
Anne-Maria, Prof. (Bearbeitung); Frerichs, Frerich, Univ.-Prof.Dr. (Leitung):
Activating Senior Potential in Ageing Europe (ASPA)
INHALT: Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in der EU zielt das Forschungsprojekt auf eine umfassende, integrierte Darstellung und Analyse der organisationellen und staatlichen Voraussetzungen für eine Förderung des aktiven Alterns ab. Im Vergleich der einbezogenen EU-Länder werden im Einzelnen folgende Ziele angestrebt: a) Die Identifizierung von
Einflussfaktoren, die das aktive Altern in der Erwerbsarbeit und im zivilgesellschaftlichen
Engagement mitbestimmen; b) die Darstellung des tatsächlichen Umfangs und der Strukturen
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2.1 Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand
des aktiven Alterns in den genannten Bereichen; c) die Identifizierung von Handlungsstrategien, die zur Förderung Aktivitätspotentials älterer Menschen beitragen können
METHODE: Das Forschungsprojekt umfasst folgende Arbeitsschritte und Methoden: 1. Die Darstellung und Analyse unternehmensbezogener Einstellungen und Handlungsstrategien im
Rahmen einer repräsentativen, quantitativen Befragung von Betrieben; 2. die Darstellung und
sekundärstatistische Analyse von Aktivitätsraten älterer Menschen in der Erwerbsarbeit und
im zivilgesellschaftlichen Engagement; 3. die Darstellung und Analyse staatlicher Interventionsstrategien mittels Literatur- und Dokumentenanalysen, nationaler Experten- und Gruppeninterviews; 4. die Identifizierung und vergleichende Darstellung von Ansätzen zur Beschäftigungsförderung älterer Arbeitnehmer mit Hilfe betrieblicher Fallstudien; 5. die Identifizierung und vergleichende Darstellung von Ansätzen zur Förderung des zivilgesellschaftlichen
Engagements älterer Menschen mit Hilfe von Fallstudien und Fokus-Gruppen.
ART: Auftragsforschung; gefördert BEGINN: 2008-02 ENDE: 2011-01 AUFTRAGGEBER: Europäische Kommission FINANZIERER: Auftraggeber; 7. Rahmenprogramm für Forschung
und technologische Entwicklung
INSTITUTION: Universität Vechta, Zentrum Altern und Gesellschaft (Postfach 1553, 49364
Vechta); Universität Vechta, Institut für Gerontologie (Postfach 1553, 49363 Vechta)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 04441-15-233,
e-mail: [email protected])
[114-F] Schmidt, Christopher, Dipl.-Soz. (Bearbeitung):
Ältere Mitarbeiter in Betrieben
INHALT: Der Forschungsschwerpunkt "Ältere Mitarbeiter in Betrieben" beschäftigt sich grundlegend mit einer der unmittelbarsten Folgen des demographischen Wandels in Deutschland:
der zunehmenden Alterung der erwerbstätigen Bevölkerung. Im Zuge der seit Jahren konstant
niedrigen Fertilität bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung kommt es zu einer deutlichen
Steigerung des mittleren Alters der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Dabei steigt insbesondere der Anteil der potentiellen Erwerbspersonen über 50 Jahre an. Speziell diese Gruppe
ist aber bereits heute mit zahlreichen Problemen auf dem Arbeitsmarkt behaftet. Ihre aktuelle
Situation ist insbesondere durch (Langzeit-)Arbeitslosigkeit und Frühverrentung gekennzeichnet, was eine aktive Teilhabe auf dem Arbeitsmarkt massiv erschwert. Auf Basis der
Linked-Employer-Employee-Daten des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
(LIAB) soll vor allem die Rolle der Betriebe im Kontext der Beschäftigung älterer Mitarbeiter
und beim Übergang in Arbeitslosigkeit oder den Ruhestand analysiert werden. Diese Paneldaten enthalten sowohl Individualdaten über die Beschäftigten als auch betriebliche Merkmale
aus dem IAB-Betriebspanel. Auf Basis dieser Längsschnittdaten sollen Faktoren ausgemacht
werden die eine Beschäftigung älterer Mitarbeiter erleichtern bzw. erschweren, um somit
letztendlich Möglichkeiten aufzuzeigen, wie auch ein steigender Anteil älterer Erwerbspersonen über betriebliche Anpassungen in den Arbeitsmarkt integriert werden kann. GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
ART: Eigenprojekt AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Bamberg, Fak. Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Professur für
Bevölkerungswissenschaft (96045 Bamberg)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0951-863-2642, e-mail: [email protected])
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.1 Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand
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[115-F] Schönfeld, Gudrun; Tschöpe, Tanja; Klein, Dietmar (Bearbeitung); Moraal, Dick (Leitung):
Betriebliche Weiterbildung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in KMU
und Entwicklung von regionalen Supportstrukturen
INHALT: Im Zuge der demographischen Entwicklung wird der Anteil der Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer in höherem Lebensalter zunehmen, gleichzeitig ist eine Verlängerung der
Lebensarbeitszeit bzw. ein späterer Übergang in den Ruhestand zu erwarten. Das Ziel des
Projektes ist die Förderung der beruflichen Qualifizierung älterer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im kleinbetrieblichen Segment zur Stabilisierung der Alterserwerbstätigkeit.
Das Projekt betrachtet dabei die Förderung der beruflichen Weiterbildung als Aufgabe der regionalen Strukturentwicklung und wird daher in jeweils einer Region in den fünf am Projekt
beteiligten europäischen Ländern tätig. Das Bundesinstitut für Berufsbildung ist Partner und
Mitkoordinator des Projektes. Die weiteren am Leonardo da Vinci-Projekt beteiligten Institutionen sind: 3s Research Laboratory (Wien, Österreich); Studiecentrum voor Ondernemerschap (SVO), EHSAL-K.U Brüssel (Belgien); Center for arbejdsmarkedsforskning (CARMA) an der Universität Aalborg (Dänemark); Kenniscentrum beroepsonderwijs arbeitsmarkt
(Nijmegen, Niederlande). Die vier wichtigsten Projektziele sind im einzelnen: a) internationaler Vergleich von Beispiel-Regionen im Hinblick auf Beschäftigungsstrukturen, Maßnahmen
und Regionalstrukturen; b) international vergleichende Regional-Analyse der endogenen und
exogenen Ursachen für die Unterinvestition bzw. Abstinenz in der Weiterbildung in nicht
oder gering weiterbildungsaktiven KMU und in der Zielgruppe der älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer; c) Entwicklung von Instrumenten und Maßnahmen, die geeignet sind,
die gegenwärtigen Defizite zu mindern; dazu zählen beispielsweise Instrumente der Selbstbewertung, die in Kooperation mit regionalen Einrichtungen eingesetzt und für die Entwicklung
von zielgruppenspezifischen Maßnahmen verwendet werden können; d) Entwicklung von regionalen Supportstrukturen für die berufliche Qualifizierung von Erwerbstätigen in höheren
Altersstufen in Klein- und Mittelunternehmen: regionale Netzwerke von Unternehmen, Bildungsträgern und Sozialpartnern, die Qualifizierungsbedarfe feststellen.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Siehe unter: www.bibb.de/de/19239.htm . ARBEITSPAPIERE:
Moraal, Dick; Klein, Dietmar; Schönfeld, Gudrun; Schönfeld, Tanja: Betriebliche Weiterbildung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in KMU und Entwicklung von regionalen Supportstrukturen (Leonardo da Vinci-Projekt). Antragstext. Bonn 2004, 7 S. Download: www2.bibb.de/tools/fodb/pdf/at_26104.pdf .+++Moraal, Dick; Klein, Dietmar; Schönfeld, Gudrun; Tschöpe, Tanja: Betriebliche Weiterbildung von älteren Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmern in KMU und Entwicklung von regionalen Supportstrukturen (Leonardo
da Vinci-Projekt). Zwischenbericht. Bonn 2008, 7 S. Download: www2.bibb.de/tools/
fodb/pdf/zw_26104.pdf .+++Moraal, Dick; Schönfeld, Gudrun; Tschöpe, Tanja: Betriebliche
Weiterbildung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in KMU und Entwicklung
von regionalen Supportstrukturen (Leonardo da Vinci-Projekt). Abschlussbericht. Bonn 2007,
15 S. Download: www2.bibb.de/tools/fodb/pdf/eb_26104.pdf .+++Projektflyer. Siehe unter:
www.bibb.de/dokumente/pdf/a23_agequal_projekt-flyer.pdf .+++Projektergebnisse. PDF-Dateien. Siehe unter: www.bibb.de/de/19236.htm .
ART: gefördert BEGINN: 2004-10 ENDE: 2006-09 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Fachgebiet Berufspädagogik und Berufliche Weiterbildung; Generaldirektion Bildung und Kultur Programm Leonardo da Vinci
INSTITUTION: Bundesinstitut für Berufsbildung -BIBB- (Postfach 201264, 53142 Bonn)
KONTAKT: Leiter (e-mail: [email protected])
74
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.1 Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand
[116-L] Schröder, Heike; Hofäcker, Dirk; Muller-Camen, Michael:
Corporate Human Resource Management policies and the employment of older workers:
Germany and Britain compared, (Working Paper / Social Sciences Research Network
TransEurope, No. 4), Bamberg 2008, 22 S. (Graue Literatur;
www.transeurope-project.org/UserFiles/File/Papers/TransEurope_WP4_Schroeder_Hofaecker_M
ullerCamen.pdf)
INHALT: "Due to increasing life-expectancy and decreasing fertility rates, the average age is increasing in most industrialised countries. The old age-dependency ratio will significantly
grow within the next years, putting a substantial burden on social security systems and pension funds. This development has been amplified by the recent trend towards early retirement
in the 1980s and 1990s that was fostered by both governments and Human Resource Management (HRM) policies and practices in organizations (e.g. hiring, training, pay, promotions,
and redundancies). In recent years, national governments have started to introduce measures
to counteract the negative effects of population ageing. In addition, research increasingly advices organisations to change their HRM approach from youthcentric to age-neutral. Nonetheless; it remains unclear whether organisations are effectively adapting their HRM strategies. Against this background, our paper analyses the development of corporate HRM policies towards older workers in two distinct welfare and employment regimes, Germany and
Britain. Both countries use alternative institutional approaches with regards to Industrial Relations, labour market policies and social security, and also substantially differ in the labour
market participation rates of people aged 60 to 64. We will provide an overview of trends in
national policies governing the employment situation of older workers, highlighting institutional similarities and differences that might influence organisational practices. Subsequently,
we will use data from two national linked employer/ employee datasets for Germany (IAB
Betriebspanel) and Britain (WERS) to analyse the development of HRM policies in both
countries since the 1990s and will discuss and to what extent they enhance or hinder the employment prospects of older individuals." (author's abstract)|
[117-F] Siegrist, Johannes, Prof.Dr.; Dragano, Nico, Dr. (Leitung):
Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren bei älteren Beschäftigten im Spannungsfeld zwischen
Markt und Staat: eine internationale Studie
INHALT: Sind ältere Beschäftigte in Deutschland anderen Arbeitsbelastungen und Gesundheitsgefahren ausgesetzt, als Beschäftigte in den USA, Frankreich oder Japan? Und wenn dem so
wäre: welche politischen und ökonomischen Einflüsse erklären solch nationale Unterschiede?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich das aktuelle Forschungsprojekt, das Studiendaten aus 17
Ländern vergleichend analysiert. Kontext/ Problemlage: Im Zentrum der Analyse stehen psychosoziale Arbeitsbelastungen (kurz: Arbeitsstress), die in Folge des aktuellen Wandels der
Erwerbsarbeit weit verbreitet sind. Dieser Trend fällt mit der demographischen Alterung der
Erwerbsbevölkerung zusammen. Daher stellt sich verstärkt die Frage, inwieweit auch ältere
Beschäftigte solchen Belastungen ausgesetzt sind und welche gesundheitlichen Konsequenzen daraus folgen. Während die individuellen Hintergründe von Arbeitsstress gut erforscht
sind, fehlen Informationen darüber, welche äußeren Einflüsse die Verbreitung und Wirkung
solcher Belastungen begünstigen - oder im positiven Falle eindämmen. Denkbar ist, dass politisch-rechtliche Rahmenbedingungen, wie z.B. die Ausgestaltung der sozialen Sicherungssysteme oder Elemente der Arbeitsmarkpolitik, einen Einfluss darauf haben, welchen arbeitsbe-
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.1 Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand
75
zogenen Risiken Beschäftigte ausgesetzt sind. Die Überprüfung dieser Annahme steht aber
noch aus und es das Ziel des Projektes hierzu beizutragen. Fragestellung: Das Projekt untersucht in der Hauptsache, ob in Ländern mit schwacher sozialer Sicherung und schlechter Integration Älterer in den Arbeitsmarkt zugleich deren Arbeitsbelastungen vergleichsweise höher
und die Auswirkungen von Arbeitsbelastungen auf die Gesundheit stärker ausgeprägt sind,
als in Staaten mit weiter entwickelten Systemen. Daneben soll die einzigartige, erstmals in
diesem Zusammenhang verfügbare internationale Datenbasis dazu genutzt werden, die allgemeinen arbeitsmedizinischen Kenntnisse über Zusammenhänge zwischen Arbeitsbelastungen
und stress-assoziierten Erkrankungen, vor allem Depressionen und Herzinfarkten, bei älteren
Erwerbstätigen zu erweitern.
METHODE: Die Fragestellung erfordert eine ländervergleichende Analyse, damit Unterschiede
auf der Makro-Ebene - also der Ebene nationaler wirtschaftlich-politischer Strukturen und sozialstaatlicher Prinzipien - sichtbar gemacht werden können. Daher werden sowohl Quer- als
auch Längsschnittdaten aus fünf vergleichbaren Altersstudien (SHARE, ELSA, HRS, JHRS,
KloSA) ausgewertet. Insgesamt haben an diesen Studien über 25.000 ältere Erwerbstätige aus
17 Ländern teilgenommen. Für jedes dieser Länder kann berechnet werden, wie häufig Arbeitsstress auftritt und wie stark er sich auf Erkrankungsrisiken auswirkt. Sind Unterschiede
zwischen den Ländern zu beobachten, dann wird mit Hilfe spezieller statistischer Verfahren
(Mehrebenenmodelle) untersucht, ob diese Unterschiede mit Indikatoren für spezifische politische, sozialstaatliche und ökonomische Rahmenbedingungen (z.B. Arbeitslosenquoten, Sozialstaatskonzepte) zusammen hängen.
ART: gefördert AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Hans-Böckler-Stiftung
INSTITUTION: Universität Düsseldorf, Medizinische Fakultät, Institut für Medizinische Soziologie (Universitätsstr. 1, 40225 Düsseldorf)
KONTAKT: Siegrist, Johannes (Prof.Dr. e-mail: [email protected]);
Dragano, Nico (Dr. e-mail: [email protected])
[118-F] Strauß, Jürgen (Bearbeitung); Lichte, Rainer, Dr. (Leitung):
Generationenpolitik und Generationengerechtigkeit im Betrieb
INHALT: Das Projekt geht in betrieblichen Fallstudien in zwei Branchen den Fragen nach: Wann
können Belegschaftsgruppen unterschiedlichen Alters als betrieblich geprägte Generationen
verstanden werden? An welchen Gerechtigkeitsmaßstäben (Gleichbehandlung, Seniorität etc.)
orientieren sich betriebliche Akteure, insbes. Betriebsräte, beim Umgang mit Älteren und
Jüngeren? Verändern sich diese Maßstäbe? Kontext/ Problemlage: Generationengerechtigkeit
- die sozial gerechte Verteilung von Ressourcen und Lasten zwischen Generationen - hat u.a.
in der Debatte über die Konsequenzen des demographischen Wandels als Vorstellung, Anforderung und Maßstab in der Gesellschaft an Bedeutung gewonnen. Dagegen spielt Generationengerechtigkeit als Richtschnur des arbeits- und sozialpolitischen Handelns im Betrieb bzw.
für Betriebsräte eher eine untergründige und bislang wenig explizierte Rolle. Betriebsräte
sind aber seit jeher und qua Gesetz wichtige Akteure und Instanzen eines vielfältigen betrieblichen "Gerechtigkeitsmanagements" - auch zwischen Altersgruppen bzw. unterschiedlichen
Generationen im Betrieb. Mit den beginnenden Auseinandersetzungen über die betriebliche
Bewältigung des demographischen Wandels scheint Gerechtigkeit als Leitvorstellung für die
Verteilung von Chancen, Lasten und Belohnungen zwischen Altersgruppen bzw. Generationen im Betrieb für Betriebsräte wichtiger zu werden. Fragestellung: Primär aus der Sicht und
im Urteil der Betriebsräte fragen die Forscher: Wieweit sind traditionelle Muster von Genera-
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soFid Soziale Probleme 2010/2
2.1 Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand
tionengerechtigkeit faktisch und/ oder als Maßstab noch gültig? Etwa: a) besonderes Engagement/ besondere Verfügbarkeit in der Jugend - besonderer Schutz/ besondere Fürsorge im Alter, b) besondere Integrationschancen in der Jugend - Chancen zum vorzeitigen Ausstieg im
Alter. c) Zeichnen sich neue Muster der Verteilung von Lasten und Belohnungen, von Rechten und Pflichten zwischen den Generationen im Betrieb ab? Wie sehen diese Muster für Beschäftigte und im Hinblick auf Integration in und Ausscheiden aus dem betrieblichen Arbeitsmarkt aus? d) Wann können Gruppen unterschiedlichen Alters als betrieblich geprägte Generationen verstanden werden? e) Schaffen älter werdende Belegschaften eine erhöhte Sensibilität für eine nach Lebensalter differenzierte Arbeitsgestaltung oder herrscht eine vom Lebensalter abstrahierende, rigide Leistungsgerechtigkeit vor? Darstellung der Ergebnisse: 1.
Welche Generationenstrukturen haben sie vorgefunden? Drei-Generationen-Betriebe kommen in unserem Sample nicht vor, da meist nur wenig Ältere beschäftigt sind. 2. In vier Betrieben fanden sie zwei deutlich unterscheidbare Generationen, in zwei dagegen nur eine. Für
sie ist eine betrieblich geprägte Generation eine Belegschaftsgruppe mit gleichen Tätigkeiten
und aus benachbarten Altersklassen, die sich von der älteren oder jüngeren unterscheidet.
Diese Unterschiede sind für Stabilität oder Wandel im Betrieb von Bedeutung. 3. Wichtigstes
Unterscheidungsmerkmal ist die Qualifikation, z.B. der Übergang von Angelernten zu Facharbeitern aufgrund veränderter Einstellungspolitik und damit verbundener Leistungspolitik im
Betrieb. Das hat Konsequenzen für Zusammenarbeit und Konflikte innerhalb der Belegschaften. 4. Ein-Generationen-Betriebe sind Betriebe, die längere Zeit nicht mehr einstellen. Dies
ist für die betrieblichen Akteure durchaus ein Thema und ein Problem. Betriebsräte und Beschäftigte stellen sich dann vor, was anders wäre, wenn Nachwuchs eingestellt würde (z.B.
erweiterte Optionen für Arbeitsteilung und Belastungsausgleich, Signal für die Zukunftsfähigkeit des Betriebs).
METHODE: In sechs betrieblichen Fallstudien dieses explorativen Projekts aus den Branchen
Chemie- und Automobilindustrie haben sich die Forscher in jedem Betrieb auf eine wichtige
Tätigkeitsgruppe und auf ein Handlungsfeld, mit dem alternsgerechte Arbeit gefördert werden
soll, konzentriert: z.B. auf Laborarbeit und Langzeitkonten oder auf Arbeiter/innen in der
Endmontage und Gruppenarbeit. Der methodische Ansatz ist qualitativ: Es geht den Forschern um eine differenzierte Erkundung von Generationen und Generationengerechtigkeit
mit Hilfe von Betriebs- und Arbeitsplatzbegehungen, ausführlichen Leitfaden-Interviews mit
Betriebsräten und Managementvertretern, Gruppendiskussionen mit Beschäftigten und Betriebsräten, erwerbsbiografischen Interviews mit Beschäftigten sowie von Daten- und Dokumenten-Analysen. Wichtig war ihnen dabei, die Frage nach Generationen und Generationengerechtigkeit aus den unterschiedlichen Perspektiven der betrieblichen Akteure vergleichend
zu beleuchten.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Strauß, Jürgen; Lichte, Rainer; Tech, Daniel; Mönnighoff, Lars
(Hrsg.): Jung und Alt im Betrieb gerecht werden: Einführung, Pressedebatten, Praxis-Hinweise, Glossar. Materialien aus dem Projekt der Sozialforschungsstelle Dortmund "Generationenpolitik und Generationengerechtigkeit im Betrieb". Dortmund : Sozialforschungsstelle
Dortmund (sfs) 2007, 70 S. ISBN 978-3-00-021990-0. ARBEITSPAPIERE: Die richtige Balance: Jung und Alt im Betrieb.+++Strauß, Jürgen; Lichte, Rainer; Schulze, Christoph: Generationenpolitik und Generationengerechtigkeit im Betrieb. Ergebnisse aus Betriebsfallstudien.
Abschlussbericht. Dortmund November 2008, 185 S.
ART: gefördert AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Hans-Böckler-Stiftung
INSTITUTION: Sozialforschungsstelle Dortmund -sfs- Zentrale wissenschaftliche Einrichtung
der Technischen Universität Dortmund (Evinger Platz 17, 44339 Dortmund)
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.1 Ältere Arbeitnehmer, Übergang in den Ruhestand
77
KONTAKT: Leiter (e-mail: [email protected]);
Bearbeiter (e-mail: [email protected])
[119-F] Viebrok, Holger, Dr. (Leitung):
Der Übergang von der Beschäftigung in den Ruhestand - Arbeitsangebotsentscheidungen
von älteren Arbeitnehmern
INHALT: keine Angaben
ART: keine Angabe AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Bremen, Zentrum für Sozialpolitik (Postfach 330440, 28334 Bremen)
[120-F] Woratschek, Herbert, Prof.Dr. (Bearbeitung):
Altersdiskriminierung im Dienstleistungsbereich
INHALT: Untersuchung zur Diskriminierung älterer Menschen im Dienstleistungsbereich; Darstellung von Formen der Diskiminierung und Aufzeigen von Maßnahmen zur Vermeidung.
GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
METHODE: Erarbeitung theoretischer Grundlagen und Durchführung einer videographischen
Analyse um Altersdiskriminierung im Dienstleistungsbereich beobachten zu können. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, offen; Beobachtung,
nicht teilnehmend; Qualitatives Interview; Standardisierte Befragung, schriftlich. Feldarbeit
durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: Auftragsforschung BEGINN: 2008-05 ENDE: 2009-05 AUFTRAGGEBER: Deutsches Zentrum für Altersfragen FINANZIERER: Institution; Auftraggeber
INSTITUTION: Universität Bayreuth, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für BWL VIII Dienstleistungsmanagement (95440 Bayreuth)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0921-55-3496, e-mail: [email protected])
2.2
Altern und Lebensbedingungen im Alter
[121-L] Albrecht, Peter-Georg:
"Wenn jemand fragt, wir würden das machen ...": Engagementpotenziale junger Senioren
in ländlichen Räumen Ostdeutschlands, in: Claudia Neu (Hrsg.): Daseinsvorsorge : eine
gesellschaftswissenschaftliche Annäherung, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2009, S. 206219
INHALT: Im Frühjahr 2007 wurden von einem Interviewerteam ausgewählte junge Senioren aus
Rügen und dem Harz zu ihrem freiwilligen Engagement in ländlichen Räumen befragt. Alle
befragten Senioren beteiligen sich an der Arbeit in ihrem Gemeinwesen. Durch den Abbau
der sozialen und kulturellen Infrastruktur verlieren jedoch viele Aktive den Rückhalt für ihr
freiwilliges Engagement. Die Untersuchung zeigt, dass eine deutlich ausgeprägte Anerkennungskultur, hauptamtliche Unterstützung und innovative Lösungen zur Erhaltung der sozialen und kulturellen Infrastruktur geeignet sind, einen entscheidenden Beitrag zu leisten, damit
78
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.2 Altern und Lebensbedingungen im Alter
Senioren sich zukünftig mehr am öffentlichen Leben beteiligen und ihr Umfeld mitgestalten
können. (ICE2)
[122-L] Albrecht, Peter-Georg:
Senioren, Rechtsextremismus und zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechts in
Ostdeutschland: erste Schritte in einem neuen Praxis- und Forschungsfeld, in: Neue Praxis :
Zeitschrift für Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Sozialpolitik, Jg. 39/2009, H. 6, S. 613-620
(Standort: USB Köln(38)-XG2744; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Ziel einer qualitativen Engagiertenstudie in einer kreisfreien ostdeutschen Stadt, die
von der Hochschule Magdeburg-Stendal und dem Nexus Institut Berlin durchgeführt worden
ist, ist die Erhellung des Rechtsextremismus älterer Menschen und ihres Potenzials sich für
zivilgesellschaftlich-humanistische Grundwerte einzusetzen. Dafür wurden 25 problemzentrierte Interviews mit älteren Menschen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren durchgeführt. Im
Sample der qualitativen Untersuchung waren folgende Personen vertreten: Männer und Frauen, aktive Mitglieder aller demokratischen Parteien (SPD, CDU, Die Linke, FDP und Grüne),
konfessionell ungebundene Senioren sowie Mitglieder der evangelischen und der katholischen Kirche, DDR-nahe und DDR-kritische Personen, Mitglieder einer kommunalen Seniorenvertretung sowie Gruppenleiter verschiedener Seniorengruppen, Teilnehmer von Seniorenveranstaltungen sowie manifest rechtsextreme Senioren. Es wird argumentiert, dass Senioren
in den Blick zu nehmen, eine genaue Analyse ihrer spezifischen Verfangenheiten erfordert,
die zum einen zwar denen aller Altersgruppen entsprechen, zum anderen aber besondere
Gleichaltrigen-, Familien- und Vergangenheitsbezüge aufweisen - jenseits der Arbeitsweltkontexte und angefüllt mit vielen biografischen Erfahrungen. (ICF2)
[123-L] Barkholdt, Corinna; Naegele, Gerhard:
Konturen und Fragen einer sozialgerontologischen Lebenslaufforschung, in: Gerhard Naegele
(Hrsg.) ; Britta Bertermann (Mitarb.): Soziale Lebenslaufpolitik, Wiesbaden: VS Verl. für
Sozialwiss., 2010, S. 751-770
INHALT: "Die Autoren versuchen eine aktuelle sozialgerontologische Standortbestimmung der
Lebens(ver)laufforschung. Ausgehend von den offensichtlichen Berührungspunkten zwischen
soziologischer und sozialgerontologischer Lebenslaufforschung wird deutlich, wie stark soziale Gerontologie auf forschungsstrategische, methodische und inhaltliche 'Vorlagen' der Lebenslaufforschung angewiesen ist bzw. diese für ihre Forschungszwecke nutzen kann. Andererseits wird aber auch deutlich, welche 'sozialgerontologischen Entwicklungsperspektiven'
sich der Lebenslaufforschung bieten. Der Beitrag stellt dabei eine gekürzte Fassung der 2006
in Mollenkopf/Wahl (Hrsg.) erstmals veröffentlichten Publikation dar." (Autorenreferat)
[124-L] Bauschke, Rafael; Heindl, Andreas; Metz, Thomas:
Alternde Gesellschaften: vorprogrammierter Reformstau?, in: Uwe Wagschal (Hrsg.):
Deutschland zwischen Reformstau und Veränderung : ein Vergleich der Politik- und
Handlungsfelder, Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges., 2009, S. 249-275
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.2 Altern und Lebensbedingungen im Alter
79
INHALT: Ausgehend von Untersuchungen zu den Präferenzen von Rentnern, ihrer Partizipationsbereitschaft und ihres Wahlverhaltens zeichnen die Verfasser ein gemischtes Bild. Zwar
nimmt die elektorale Bedeutsamkeit dieser Gruppe immer weiter zu - so ist sowohl das politische Interesse als auch die Wahlbeteiligung bei älteren Menschen deutlich höher als bei jungen - in Umfragen zeigt sie aber keine deutlich höheren und signifikant von denen anderer
Bevölkerungsgruppen abweichenden Präferenzen gegenüber Reformen im Allgemeinen. Es
wird argumentiert, dass sich für Deutschland zumindest mittelbar die Möglichkeit einer 'grauen' Reformblockade nicht ausschließen lässt. So steigt nicht nur das Durchschnittsalter in den
kommenden Jahrzehnten an, gleichzeitig sind älteren Wähler vergleichsweise politisch interessiert, wobei dieses Ergebnis vermutlich einem Kohorteneffekt geschuldet ist. Insgesamt
lässt sich annehmen, dass die gesellschaftliche Alterung wenn dann in den Bereichen Gesundheit, Umwelt, Bildung und Verteidigung den Wunsch nach konstanten Ausgaben und damit
eine allgemeinere Reformunfähigkeit begünstigen dürfte. Im Hinblick auf die Frage, ob die
älteren Wähler zunehmend durch die politischen Parteien berücksichtigt werden, ist zunächst
festzustellen, dass die Interessen der älteren Wähler von den Parteien - wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß - abgebildet werden und dass altenrelevante Inhalte inzwischen mit
vielen verschiedenen Politikfeldern verbunden werden. Es kann kein eindeutiger Trend hin zu
einer steigenden Rücksichtnahme in den Wahlprogrammen der Bundestagsparteien nachgewiesen werden, der auf die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen ist. (ICF2)
[125-L] Berner, Frank; Romeu, Laura; Motel-Klingebiel, Andreas:
Lebenslauforientierung in der Alterssicherung, in: Gerhard Naegele (Hrsg.) ; Britta
Bertermann (Mitarb.): Soziale Lebenslaufpolitik, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S.
517-549
INHALT: "Die Autoren konzeptualisieren Alterssicherungspolitik als soziale Lebenslaufpolitik.
In ihrem Beitrag gehen sie dem Zusammenhang zwischen Wandel von Lebensläufen und der
Entwicklung der Alterssicherung in Deutschland nach und untersuchen die jeweiligen Wechselwirkungen zwischen beiden Sphären, von denen sie Wirkungen in beide Richtungen vermuten. Es wird gezeigt, dass einerseits die Alterssicherung mit über den Lebenslauf bestimmt. Dies gilt insbesondere für Art und Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Erwerbsleben, weniger dagegen für biografische Entscheidungen in Phasen des frühen und mittleren Erwachsenenalters. Demgegenüber scheint der Einfluss von sich verändernden Biografien auf
die Ausgestaltung der Alterssicherungspolitik weniger stark zu sein. Offen ist, ob die neue
'Altersvorsorgepolitik' mit ihrem Trend zur Individualisierung einen Wandel mit sich bringen
wird und 'ob die Absicherung im Alter zu einem relevanten Kriterium für die individuelle
Planung und Gestaltung der eigenen Biografie wird'." (Autorenreferat)
[126-L] Biermann, Ralf:
Hysteresis und Habitus als Ansätze für die Alter(n)smedienforschung: zur Genese
generationsspezifischer habitueller Muster am Beispiel der Computerspielnutzung, in: Bernd
Schorb (Hrsg.) ; Anja Hartung (Hrsg.) ; Wolfgang Reißmann (Hrsg.): Medien und höheres
Lebensalter : Theorie - Forschung - Praxis, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2009, S. 51-59
INHALT: Das Spielen mit dem Computer und der Konsole scheint die Generationen zu trennen:
Nicht zuletzt spiegelt sich in den gesellschaftlichen Diskursen um die Dysfunktionen des di-
80
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.2 Altern und Lebensbedingungen im Alter
gitalen Spiels eine negative Konnotation des Gegenstandes in der Vorstellungswelt (nicht
spielender) Erwachsener wider, die die Medienpraxiskulturen der Jüngeren einer Bewertung
unterzieht. Im vorliegenden Beitrag wird der Versuch unternommen, die distanzierte und teilweise abwehrende Haltung vieler älterer Menschen gegenüber elektronischen Spielen vor
dem Hintergrund des Habitus-Konzepts von Pierre Bourdieu zu reflektieren, und mithin zu
prüfen, inwiefern dieser Ansatz in einem noch zu formulierenden Programm der Alter(n)smedienforschung einen Beitrag leisten kann. Da jedoch davon auszugehen ist, dass in Zukunft
auch Menschen im höheren Lebensalter und Hochbetagte ganz selbstverständlich zur Gruppe
der Spieler/innen zählen werden, stellt sich die Frage nach den generationsspezifischen Medienhandlungs- und -bewertungsschemata. Bourdieus Theorieansatz bietet hier Anschlussstellen, die im vorliegenden Beitrag entfaltet und mit Blick auf die Nutzung und Bewertung von
Computerspielen diskutiert werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwiefern die Beharrlichkeit habitueller Muster ("Hysteresis") und die Distinktion - welche sich in spezifischen Bewertungen und Klassifizierungen ausdrückt - eine mögliche Computerspielnutzung durch ältere Menschen verhindert oder hemmt und wie diese Muster modifiziert werden können.
(ICI2)
[127-L] Bogen, Cornelia; Pabst, Sabine; Viehoff, Reinhold:
Partizipation älterer Menschen an Bürgermedien, in: Bernd Schorb (Hrsg.) ; Anja Hartung
(Hrsg.) ; Wolfgang Reißmann (Hrsg.): Medien und höheres Lebensalter : Theorie - Forschung Praxis, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2009, S. 393-406
INHALT: Bürgermedien haben die Aufgabe, einzelnen Personen oder Gruppen die Möglichkeit
zur Verbreitung eigener, lebensnaher Beiträge zu geben, Meinungsvielfalt zu gewährleisten
und Medienkompetenz zu fördern. Darüber hinaus gehört es zu den Aufgaben der Bürgermedien, Beiträge mit lokalem und regionalem Bezug im regionalen Verbreitungsgebiet auszustrahlen und die Massenmedien mit alternativen Sendungen publizistisch zu ergänzen. Gemäß
ihrer Leitidee machen Bürgermedien auch die älteren Nutzer der Offenen Kanäle (OK) und
Nichtkommerziellen Lokalradios (NKL) zu mit- und selbstbestimmenden, kreativen Akteuren
in der lokalen Medienlandschaft und Kommunikationskultur. Die Autoren berichten in ihrem
Beitrag von den Ergebnissen einer Befragung von älteren Teilnehmer/innen an medienpädagogischen Projekten der Bürgermedien in Sachsen-Anhalt. Sie stellen ferner die Prinzipien
und Leitbilder einer Arbeit mit älteren Menschen heraus, durch die deren Medienkompetenz
gefördert wird. Ihre Vorschläge zur Umsetzung von Projekten mit älteren Menschen beziehen
sich vor allem auf diese Zielgruppe und auf die durch sie gesetzten Bedingungen und Differenzierungen. Es werden insbesondere aufsuchende, integrierende und transformierende Maßnahmen zur Förderung der Partizipation älterer Menschen an Bürgermedien vorgeschlagen.
(ICI2)
[128-L] Bollmann, Vera:
Ältere Frauen und ihre Schwester: eine soziologische Annäherung, in: Eva Labouvie (Hrsg.):
Schwestern und Freundinnen : zur Kulturgeschichte weiblicher Kommunikation, Wien: Böhlau,
2009, S. 183-302
INHALT: Der Beitrag geht der Frage nach, welche sozialen Bindungen im postmodernen Zeitalter in der älteren weiblichen Bevölkerung eine existenzielle Rolle spielen. Bei höherer weibli-
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.2 Altern und Lebensbedingungen im Alter
81
cher Lebenserwartung, Kompression der Mortalität im hohen Lebensalter sowie niedrigen
Geburtenraten kommt gegenwärtig der Geschwister- bzw. Schwesternbeziehung eine besondere Bedeutung zu. Innerhalb des Verwandtschaftssystems, in dem sich die systemischen
Strukturen der Sozialbeziehungen verändern und die vertikale demographische Entwicklung
die Interaktion von bis zu vier Generationen ermöglicht, stellen sie die im Lebenslauf einzige
Beziehungskonstante gerade älterer Frauen dar, so dass das Verhältnis zur Schwester im höheren und hohen Lebensalter verstärkt als primäre soziale Beziehung in den Vordergrund
rückt. Mit Blick auf die innerdynamischen Prozesse von Schwesterndyaden und unter lebenslauftheoretischer Perspektive wird sowohl der Stellenwert der Schwesternbeziehung innerhalb der horizontalen Verwandtschaft und ihre Bedeutung als Beziehungskonstante als auch
Schwesterninteraktionen und der Stellenwert speziell intragenerationaler Solidaritäten unter
Frauen im hohen Alter analysiert. Zum einen wird dies durch retrospektivische Betrachtung
verschiedener Sozialisationsphasen auf der Mikroebene, zum anderen durch die Analyse der
sozialstrukturellen Entwicklung und deren Auswirkungen auf weibliche Biographien und Lebensstile auf der Makroebene bewerkstelligt. (ICA2)
[129-L] Dittrich-Wesbuer, Andrea; Föbker, Stefanie; Osterhage, Frank:
Demographic change and migration in city regions: results from two German case studies,
in: , 2008, S. 315-350 (dx.doi.org/10.1007/s12523-009-0019-0)
INHALT: "Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels wird den Wohnstandortentscheidungen sowohl von älteren Menschen als auch Familien mit Kindern zunehmend mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Für Ältere versprechen Quartiere mit höherer Wohndichte und mit
einem guten Dienstleistungsangebot verschiedene Vorteile, Familien mit Kindern werden dagegen vielfach als klassische Träger der Suburbanisierung gesehen. Auch für diese Gruppe
gibt es jedoch Argumente für zentrale Wohnstandorte. Dieser Artikel untersucht die Wanderungen beider Gruppen, insbesondere im Hinblick auf potentielle Trends hin zu einer Re-Urbanisierung. Zu diesem Zweck betrachten die Autoren die Wanderungsmuster in Stadtregionen sowohl von Älteren als auch Familien mit Kindern und untersuchen die Kriterien, die diese der Entscheidung zugrunde legen, wo sie leben wollen, sowie die Typen von Wohnquartieren, die sie wählen. Die Forschungsfragen werden in einem vergleichenden Ansatz untersucht, der auf zwei unterschiedlich strukturierte Stadtregionen zielt." (Autorenreferat)
[130-L] Döring, Diether; Kroker, Eduard J. M. (Hrsg.):
Alter und Gesellschaft, Frankfurt am Main: Frankf. Societäts-Dr. 2009, 222 S., ISBN: 978-37973-1166-5
INHALT: "Kaum eine Branche boomt zur Zeit wie das Geschäft mit dem Alter: Wo früher Parkhäuser standen, werden nun Altersresidenzen gebaut. Doch die Entwicklung hin zu einer Seniorengesellschaft birgt nicht nur neue Geschäftsmodelle, sondern vor allem eines: sozialen
Sprengstoff. Der neue Band des Königsteiner Forums untersucht die Chancen und die Risiken
einer Gemeinschaft, in der die 'Best Agers' zur bestimmenden Gruppe werden." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Jürgen Mittelstraß: Zur Geistesgeschichte und zur Zukunft des Alters
(13-31); Rembrandt Scholz: Demografischer Wandel und die lang anhaltenden Auswirkungen
auf die deutsche Bevölkerungsstruktur (33-47); Axel Börsch-Supan: Die Auswirkungen des
demografischen Wandels auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands (49-63); Ulrich
82
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.2 Altern und Lebensbedingungen im Alter
Walwei: Arbeiten ohne Ende? Perspektiven der Erwerbstätigkeit in einer älter werdenden Gesellschaft (65-84); Tessen von Heydebreck: Der demografische Wandel und die Personalpolitik der Unternehmen (85-100); Spiros Simitis: Altersdiskriminierung oder die veränderte
Wahrnehmung des Alters (101-116); Roland Prinzinger: Der programmierte Tod: In welchem
Takt tickt unsere Alter(n)s-Uhr? (117-142); Ursula M. Staudinger: Zukunft des Alter(n)s
(143-160); Hartmut Radebold: Zeitgeschichtliche Erfahrungen und ihre Folgen - notwendige
weitere Perspektive bei der Psychotherapie Älterer?! (161-174); Hannes Ziller: Wie wir im
Alter leben wollen - Altenhilfestrukturen der Zukunft (175-190); Elisabeth Steinhagen-Thiessen, A. Dietel: Die zukünftige Stellung des alten Menschen in der Gesellschaft - Müssen wir
grundsätzlich umdenken? (191-207).
[131-L] Egger, Andreas; Eimeren, Birgit van:
Die Generation 60plus und die Medien: zwischen traditionellen Nutzungsmustern und
Teilhabe an der digitalen (R)evolution, in: Media Perspektiven, 2008, Nr. 11, S. 577-588
(Standort: UB Bonn(5)-Z91/28; USB Köln(38)-FHM XD00257; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich; www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/Egger.pdf)
INHALT: Auch Mediennutzer im Alter von 60 Jahren und älter sind inzwischen immer häufiger
an das Internet angeschlossen wie die ARD/ZDF-Onlinestudie 2008 belegt. Dennoch bleibt
eine erhebliche "digitale Kluft" zwischen Jüngeren und Älteren bestehen. Die Älteren tun sich
wesentlich schwerer damit, neue Technologien anzunehmen. Diese Generationskluft öffnet
sich bereits zwischen den unter und über 35-Jährigen, um dann mit zunehmenden Alter aufgrund einer komplett anderen Mediensozialisation immer weiter auseinander zu klaffen. Der
Stellenwert des Fernsehens und der Tageszeitung liegt bei den ab 60-Jährigen höher als in der
Gesamtbevölkerung. Weit höhere Verbreitungsraten als das Internet verzeichnen in der Generation 60plus aber auch die nicht-tagesaktuellen Printmedien Zeitschrift und Buch. Eine ähnlich geringe Rolle wie das Internet spielen bei den Älteren auch die Video-Speichermedien
(Video und DVD). Für diese Altersgruppe besitzt das Fernsehen ein Image als Allroundmedium und "Alleskönner", das in seiner Absolutheit vergleichbar ist mit dem Image, das die unter 30-Jährigen dem Internet zuschreiben. Allerdings beginnt sich auch bei den Älteren die
Wahrnehmung der Medien zu verändern. Zu erwarten ist, dass auch die Generation 60plus
künftig höhere Anforderungen an die multimediale Vernetzung von Fernseh- und Hörfunkprogrammen mit zusätzlichen Optionen und Inhalten stellen und das Internet als "All-in-oneMedium" verstehen wird. Absehbar ist damit, dass auch das Medienverhalten der älteren Nutzergruppen aktiver und individualisierter werden wird. (UN2)
[132-F] Geyer, Johannes, Dipl.-Volksw.; Steiner, Viktor, Prof.Dr. (Bearbeitung); Steiner, Viktor,
Prof.Dr. (Leitung):
Erwerbsdynamik und Entwicklung der individuellen Alterseinkommen im demographischen Wandel - eine Mikrosimulationsstudie für Deutschland
INHALT: In dem Forschungsprojekt soll für Deutschland der Einfluss von Arbeitslosigkeit und
der zunehmenden Flexibilisierung der Beschäftigung in Form von Teilzeitarbeit und geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse auf die Entwicklung und Verteilung der Alterseinkommen
im demografischen Wandel untersucht werden. Es sollen auf Basis des SOEP und dem Scientific Use File "Versichertenkonten" der Rentenversicherung die Auswirkungen der empirisch
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festgestellten Änderungen im Erwerbsverhalten jüngerer Kohorten unter Berücksichtigung
der demografischen Entwicklung und der bereits umgesetzten Anpassungen im Rentenrecht
auf die Entwicklung und Verteilung der zukünftigen Alterseinkommen untersucht werden.
Dazu wird ein Mikrosimulationsmodell kombiniert mit einer Bevölkerungsfortschreibung
eingesetzt. Auf Basis dieses Modells können auch die Effekte von Reformalternativen im Bereich der gesetzlichen Renten auf die zukünftigen Alterseinkommen quantifiziert werden.
GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
ART: gefördert AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Deutsche Rentenversicherung
Bund Forschungsnetzwerk Alterssicherung
INSTITUTION: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung -DIW Berlin- Abt. Staat (10108
Berlin)
[133-L] Goerres, Achim:
Das Wahlverhalten älterer Menschen: Forschungsergebnisse aus etablierten Demokratien,
in: Zeitschrift für Parlamentsfragen, Jg. 41/2010, H. 1, S. 102-120 (Standort: USB Köln(38)XF148; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Dieser Beitrag gibt vor dem Hintergrund einer alternden deutschen Wählerschaft
einen Überblick über die empirischen Befunde zu altersabhängigen Effekten auf das Wahlverhalten. Diese Effekte lassen sich in Generationeneffekte, die in politischer und sozioökonomischer Sozialisation begründet sind, und Alterseffekte aufteilen, die auf Alterung, Erfahrung und dem Lebenszyklus zurückzuführen sind. Insgesamt zeigen die Ergebnisse aus etablierten Demokratien, dass sich ältere Wähler nicht auf eine einfache Art und Weise von jüngeren unterscheiden - weder bei der Wahlbeteiligung, noch beim Inhalt der Wahlentscheidung. Deswegen sollte auch jede Diskussion dieser Unterschiede und ihrer Implikationen für
alternde demokratische Gesellschaften ohne Vereinfachung geführt werden." (Autorenreferat)
[134-L] Goldstein, Joshua R.; Cassidy, Thomas:
How slowing senescence changes life expectancy, (MPIDR Working Paper, 2010-006), Rostock
2010, 13 S. (Graue Literatur; www.demogr.mpg.de/papers/working/wp-2010-006.pdf)
INHALT: "Mortality decline has historically been a result of reductions in the level of mortality
at all ages. The slope of mortality increase with age has been remarkably stable. A number of
leading researchers on aging, however, suggest that the next revolution of longevity increase
will be the result of slowing down the rate of aging, lessening the rate at which mortality increases as we get older. In this paper, we show mathematically how varying the pace of senescence influences life expectancy. We provide a formula that holds for any baseline hazard
function. Our result is analogous to Keyfitz's 'entropy' relationship for changing the level of
mortality. Interestingly, the influence of the shape of the baseline schedule on the effect of senescence changes is the complement of that found for level changes. We also provide a generalized formulation that mixes level and slope effects." (author's abstract)|
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[135-L] Gonser, Nicole:
Perspektiven zur Erforschung medialer Gratifikationen im höheren Lebensalter, in: Bernd
Schorb (Hrsg.) ; Anja Hartung (Hrsg.) ; Wolfgang Reißmann (Hrsg.): Medien und höheres
Lebensalter : Theorie - Forschung - Praxis, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2009, S. 73-80
INHALT: Die Autorin reflektiert die Grundlagen des in der Kommunikationswissenschaft verwendeten "Uses and Gratifications-Approachs" und fragt nach den Erweiterungen und Modifikationen für eine altersspezifische Mediennutzungs- und Gratifikationsforschung. Sie skizziert die verschiedenen Facetten und Figurationen der Mediennutzung sowie die Voraussetzungen und Besonderheiten älterer Mediennutzer. Sie plädiert unter anderem für den Einbezug gesundheitsbezogener Kontexte, aber auch individueller Bewältigungs- und Umgangsweisen mit dem Alter(n). Vor allem für die Praxis der quantitativen Reichweiten- und Akzeptanzforschung, die auf der Analyse von Nutzungsdaten, Nutzungsmotiven und Medienimages
basiert, sind solche Erweiterungen wichtig, um die Gruppen der älteren Menschen und ihre
Bedürfnisse und Erwartungen an Medien differenzierter betrachten zu können. (ICI2)
[136-L] Gronemeyer, Reimer:
Die Alzheimer-Gesellschaft: über die Barbarisierung des Alters, in: Andreas Kraft (Hrsg.) ;
Mark Weißhaupt (Hrsg.): Generationen: Erfahrung - Erzählung - Identität, Konstanz: UVK Verl.Ges., 2009, S. 261-270
INHALT: "Der Beitrag behandelt Erfahrung nur in ihrer Negation - der Beitrag handelt mithin
von Erfahrungsvernichtung: Der Autor stellt eine bitterböse Diagnose der heutigen Generationenverhältnisse und der Position der Alten in unserer Gesellschaft. Die zentrale, tragische
Dialektik dieser Position zeige sich in der Gleichzeitigkeit von materiellem Reichtum und
kultureller Verarmung. Die würdevollen Rollen des Alters in unserer Kultur seien zerstört.
Und bei dieser Diagnose schont der Autor die Alten nicht, denn 'sie haben jene Prozesse
durch ihre Taten mit in Gang gesetzt, die nun die Möglichkeit zur Weisheit vernichten.' Der
Autor wendet sich außerdem den unheimlichen Entwicklungen im gesundheitspolitischen Bereich zu, die die technische Machbarkeit, den politischen Willen und die gesellschaftliche Legitimierung eines Zusammenhangs betreffen, den man als 'Abwicklung' des Alters, oder, so
der Autor, als 'Entsorgung' des Alters beschreiben muss. Der Beitrag fügt sich in diesen Band,
der sich mit Generationenerzählungen beschäftigt, selbst im Genre der schwarzen Satire ein,
das ein Schlaglicht auf die gesellschaftlichen Verhältnisse wirft. Wo Mannheim für verschiedene Kulturen und Zeiten offen ließ, welche gesellschaftlichen Einflussfaktoren jeweils für
die Verwerfungen zwischen Generationen entscheidend sind, ist Gronemeyer in der Diagnose
für unsere Zeit sehr entschieden. Die Entwertung der Erfahrung der älteren Generation sei in
den heutigen westlichen Gesellschaften einem Faktor geschuldet: dem radikalisierten Markt.
Statt Erfahrung, Erzählung und Identität entsteht so das Bild einer zwar generationsübergreifenden, jedoch identitätslosen Konsumentenrolle." (Autorenreferat)
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[137-L] Hagestad, Gunhild O.:
Interdependent lives and relationships in changing times: a life-course view of families and
aging, in: Walter R. Heinz (Hrsg.) ; Johannes Huinink (Hrsg.) ; Ansgar Weymann (Hrsg.) ;
Christopher Scott Swader (Mitarb.): The Life Course Reader : individuals and societies across
time, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2009, S. 397-417
INHALT: Der Beitrag untersucht die vielfältigen Zusammenhänge zwischen drei Ebenen des sozialen Wandels von Generationenverhältnissen: Der Wandel von gesamtgesellschaftlichen
Formationen; die Dynamik von Familiensystemen mit einem komplexen Netzwerk sozialer
Beziehungen und der individuelle Lebensverlauf bzw. die Handlungsorientierungen der Lebensführung. Diese Ebenendifferenzierung wird dann mit der Lebenslaufperspektive und drei
zeitlichen Dimensionen verbunden: (1) Lebensphasen im biologisch-chronologische Alter,
mit entsprechenden Rollen, Rechten und Verpflichtungen; (2) Familienmitgliedschaft mit einer bestimmten Position im Generationengefüge und (3) Verankerung in der historischen Zeit
bzw. Epoche, häufig operationalisiert durch die Zugehörigkeit zu Alterskohorten. Familien
sind dann der Ort, wo diese drei zeitlichen Referenzen interferieren: Chronologische Alter
(Individuum), Generationenposition (Familie) und Kohortenzugehörigkeit (Gesellschaft) Die
Autoren zeigen, dass und wie sich diese Strukturprinzipien gegenseitig verstärken und die Familienbande - entgegen der Annahme vom Funktionsverlust der familiärer Beziehungen auch in der postindustriellen Gesellschaft stabilisieren. (ICA)
[138-F] Hank, Karsten, Prof.Dr.; Börsch-Supan, Axel, Prof.Ph.D.; et alii (Bearbeitung):
Eine neue Perspektive der Alternsforschung in Deutschland: Verknüpfung von medizinischbiologischer und sozio-ökonomischer Forschung und Verknüpfung von sozio-ökonomischen
Umfragen, Prozessdaten und Biomarkern
INHALT: keine Angaben GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
ART: gefördert BEGINN: 2009-07 ENDE: 2012-06 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Volkswagen Stiftung
INSTITUTION: Universität Köln, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Forschungsinstitut für Soziologie (Greinstr. 2, 50939 Köln); Universität Mannheim, Fak. für
Rechtswissenschaft und VWL, Mannheimer Forschungsinstitut Ökonomie und demographischer Wandel -MEA- (L13, 17, 68131 Mannheim)
KONTAKT: Institution, Sekretariat (Tel. 0221-470-5282,
e-mail: [email protected])
[139-F] Hank, Karsten, Prof.Dr. (Bearbeitung):
Active ageing: study on social participation and voluntary involvement of older people
INHALT: keine Angaben
ART: gefördert BEGINN: 2007-08 ENDE: 2008-03 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Generaldirektion Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit
INSTITUTION: Universität Mannheim, Fak. für Rechtswissenschaft und VWL, Mannheimer
Forschungsinstitut Ökonomie und demographischer Wandel -MEA- (L13, 17, 68131 Mannheim)
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KONTAKT: Institution, Sekretariat (Tel. 0221-470-5282,
e-mail: [email protected])
[140-F] Hartung, Anja, Dr.phil. (Bearbeitung); Marotzki, Winfried, Prof. Dr. phil.habil. (Betreuung):
Medien in Prozessen biografischer Selbstreflexion im höheren Lebensalter
INHALT: keine Angaben
METHODE: Wenn wir davon ausgehen, dass die Optionen für Entscheidungen in dem Maße zugenommen haben, wie Biographien von den traditionellen Lebensverhältnissen freigesetzt
worden sind, dann stellt sich nur folgerichtig die Frage, welche Bedeutung Medien als wichtige Sozialisations- und Bildungsinstanz moderner Gesellschaften für Prozesse biografischer
Selbstreflexion und -erfahrung im Hinblick auf die Entstehung und Veränderung von Selbstund Weltverständnissen haben. Winfried Marotzki und Benjamin Jörissen (2009) beschreiben
die Reflexion von Biographisierungsprozessen "wie sie durch verschiedene Medien induziert
werden, wie sie in und mittels Medien vollzogen werden" (ebd.) neben Wissens-, Handlungsund Grenzbezügen als vierte Dimension ihrer Medienbildungstheorie, die sie an ausgewählten
Beispielen visueller, audiovisueller und interaktiver Medien analysieren. Einen besonders
breiten Raum nimmt dabei die Betrachtung der unterschiedlichen medialen Inszenierungsformen von Erinnerung bzw. Erinnerungsarbeit ein. Anhand verschiedener Analysen zeigen sie,
dass diese einflussreiche Reflexionsfiguren bereitstellen, die wiederum als Modelle für individuelle Handlungs- und Erinnerungspraxen fungieren können (ebd.). Für die Forscherin ist
dieser Forschungskontext im Rahmen ihrer Habilitation fruchtbar, da Erinnerung gerade für
das Medienhandeln älterer Menschen von besonderer Bedeutung ist. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die (gleichsam empirisch zu stellende Frage), auf welche Weise Medienhandeln Anlässe der Erinnerungsarbeit stiften kann und in welcher Form diese Reflexionen je unterschiedlich entfaltet werden. Für die empirische Exploration biografischer Sinnkonstitution
stellt sich die Notwendigkeit, diese über ihre subjektiven Manifestationen hinaus, gleichsam
in ihrer Verflechtung mit ihren sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten deutend
nachzuvollziehen. Die Geschichte der biografischen Medienforschung hat gezeigt, dass eine
isolierte Betrachtung individuellen Medienhandelns zu kurz greift, um Aussagen zum komplexen Verhältnis von Medien und Biografie zu treffen. Damit rücken Fragen nach den gesellschaftlichen und lebensweltlichen Hintergründen und den damit einhergehenden
(medien-)kulturellen Veränderungen, die Biografien inspirieren und formen in den Mittelpunkt. Um Medienhandeln und den biografischen Stellenwert von Medien verstehend nachvollziehen zu können, sind diese gleichzeitig mit den vielfältigen Medienoptionen und ihrem
kulturhistorischem Kontext in Beziehung zu setzen und die jeweiligen Produkte komparativ
in ihren strukturellen Möglichkeiten bspw. für Wirklichkeitsentwürfe in den Blick zu nehmen. Ein solches Forschungsprogramm erfordert auf theoretischer wie methodologischer
Ebene ein Forschungsdesign, das gesellschaftliche, sozialökologische und subjektive Momente miteinander verbindet und diese im komplexen und kontingenten, stets neu konstruiertem
Zusammenspiel objektiver und subjektiver Komponenten individueller und sozialer Lebensgestaltung zu ergründen sucht. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Biografien
selbst eine medienkonstitutive Bedeutung innehaben. Medienhandeln ist wesentlich biografisch geprägt und ist entsprechend nur in seinem Verhältnis zu biografischen Erfahrungen,
den damit inkorporierten Wissensbeständen, Handlungsmustern und Präferenzen zu verstehen. Ziel der Arbeit ist es vor diesem Hintergrund, das spannungsvolle Wechselverhältnis der
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biografischen Formung des Medienhandelns und der mediensozialisatorischen und medienbildungsspezifischen Konstitution von Biografie in den Blick zu nehmen. Medienbildungstheoretisch interessiert fragte die Forscherin nach dem Umgang mit bedeutungsoffenen Lebenssituationen und verbundenen Handlungsproblemen und in diesem Zusammenhang nach
der Artikulation problematisch gewordenen Wissens. Angesichts der in diesem Zusammenhang geforderten kontextsensitiven, formatreflexiven und perspektivverschränkenden Forschung nimmt die Arbeit ihren methodischen Ausgang am Deutungs- und Handlungsrepertoire interessierender Medienbildungssubjekte, in diesem Fall eine Interaktionsgemeinschaft
älterer Menschen, die im Rahmen ihres Mitwirkens im Partipationsportal "UnsereZeiten" als
Online- Redaktion an die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien herangeführt wird. Die Arbeit dieser Gruppe wird über den Zeitraum eines Jahres methodisch perspektivverschränkend in einer Offline-Online-Ethnografie begleitet. Ergänzt wird dieser kontinuierliche Erhebungs- und Auswertungsprozess um Gruppendiskussion und narrativ-autobiografische Interviews. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, offen; Beobachtung, teilnehmend; Gruppendiskussion; Qualitatives Interview (Stichprobe: 25; Personen -m/w- im Alter zwischen 60 und 78 Jahren).
VERÖFFENTLICHUNGEN: Hartung, Anja: Biographischer Ansatz. in: Vollbrecht, Ralf; Wegener, Claudia (Hrsg.): Handbuch Mediensozialisation. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss.
2010. ISBN 978-3-531-15912-6.+++Hartung, Anja; Schorb, Bernd; Küllertz, Daniela; Reißmann, Wolfgang: Alter(n) und Medien. Theoretische und empirische Annäherungen an ein
Forschungs- und Praxisfeld (TLM-Schriftenreihe, Bd. 20). Berlin: Vistas 2009, 122 S. ISBN
978-3-89158-511-5.+++Hartung, Anja: "Mit den eigenen Augen sehen" - zur selbst- und
weltkonstitutiven Bedeutung des Fernsehens im höheren Alter. Forschungsstand und Perspektiven. in: Schorb, Bernd; Hartung, Anja; Reißmann, Wolfgang (Hrsg.): Medien und höheres
Lebensalter. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. 2009, S. 224-242. ISBN 978-3-531-162188.+++Küllertz, Daniela; Hartung, Anja: "Wenn das eigentliche Leben beginnt" - zur Entstehung von Medienbildungsräumen durch die Digitalisierung und Vernetzung von Lebensräumen älterer Menschen. in: Schorb, Bernd; Hartung, Anja; Reißmann, Wolfgang (Hrsg.): Medien und höheres Lebensalter. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. S. 187-210. ISBN 978-3531-16218-8.
ART: Habilitation BEGINN: 2007-09 ENDE: 2011-09 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Institution
INSTITUTION: Universität Magdeburg, Fak. für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, Institut für Erziehungswissenschaft Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik (Postfach 4120,
39016 Magdeburg)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 0177-880-2925, e-mail: [email protected])
[141-L] Hartung, Anja:
Alter(n) und Medien: theoretische und empirische Annäherungen an ein Forschungs- und
Praxisfeld, (TLM Schriftenreihe, Bd. 20), Berlin: Vistas Verl. 2009, 122 S., ISBN: 978-3-89158511-5
INHALT: "Die Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine digitale Spaltung der
Generationen nimmt zu. Gewünscht sind medienkompetente ältere Menschen, die 'Anschluss
(er-)halten' und sich den Herausforderungen der digitalen Kommunikations- und Wissensgesellschaft stellen. Allerdings, über das Medienhandeln im höheren Lebensalter ist bislang nur
wenig bekannt. Vergegenwärtigen wir uns das komplexe Handlungsfeld der Medienpädago-
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gik in seinen Themen, Fragestellungen und Zielperspektiven, so fällt unweigerlich auf, dass
dieses sich vorzugsweise auf die erste(n) Lebensphase(n) des Menschen konzentriert. Die Autor/innen des vorliegenden Bandes geben einen kursorischen Überblick über den bisherigen
Kenntnisstand, befassen sich eingehend mit den Ausgangspunkten und Setzungen in Forschung und Praxis und entwickeln auf dieser Grundlage Perspektiven einer Alter(n)smedienforschung, die sich an der Lebenssituation und den alltäglichen Erfahrungskontexten älterer
Menschen orientiert." (Autorenreferat)
[142-F] Hinrichs, Karl, Prof.Dr. (Leitung):
Wohlfahrtsmärkte und individuelles Risikomanagement. Eine vergleichende Analyse des
Vorsorgeverhaltens von Bürgern in europäischen Ländern
INHALT: Das Projekt untersucht, wie Individuen und Haushalte in europäischen Ländern (bislang: Deutschland, Schweden und Norwegen) die verschiedenen Möglichkeiten bzw. Notwendigkeiten privater Risikovorsorge wahrnehmen und bewerten und inwieweit sie aktiv auf
Wohlfahrtsmärkten auftreten. Das Forschungsinteresse gilt individuellen Strategien des Managements von Einkommensrisiken, die während des erwerbsfähigen Alters eintreten können
(bei Krankheit, Arbeitslosigkeit, Invalidität), und vor allem denjenigen Aktivitäten, die antizipierte (Einkommens-)Bedarfe in der anschließenden Lebensspanne sicherstellen sollen. Die
Untersuchung knüpft an empirische und theoretische Forschungsergebnisse zur Rolle von
Zeithorizonten bei der Wahrnehmung und im Umgang mit einkommens- und lebenslaufbezogenen Unsicherheiten und Risiken an und intendiert, diese vor allem in komparativer Perspektive weiter zu entwickeln. Dabei geht es auch um die Frage, inwieweit nationale Regierungen und andere Akteure überhaupt über die geeigneten Instrumente verfügen, private
Haushalte dazu zu bewegen, mögliche Risiken zu antizipieren, und sie weiterhin in die Lage
zu versetzen, tatsächlich Schritte zu unternehmen, um sich gegen künftige Einkommensminderungen oder unerwartet hohe Ausgaben durch den Abschluss von Versicherungen, Erwerb
von Wohneigentum, Aufbau von Altersvorsorgevermögen o.ä. zu wappnen. Die Untersuchung soll ab Sommer 2008 mit Hilfe einer Finanzierung durch die Deutsche Rentenversicherung/ Forschungsnetzwerk Alterssicherung fortgeführt und mit quantitativen und qualitativen
Erhebungen in Deutschland untermauert werden.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Hinrichs, Karl: Enlarging freedom of choice: pension reforms in
Nordic countries and Germany. in: Hvinden, Björn; Johansson, Hakon (eds.): Citizenship in
Nordic welfare states: dynamics of choice, duties and participation in a changing Europe.
London: Routledge 2007, pp. 200-215.
ART: Eigenprojekt BEGINN: 2005-01 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Universität Bremen, Zentrum für Sozialpolitik -ZeS- Abt. Theorie und Verfassung des Wohlfahrtsstaates (Postfach 330440, 28334 Bremen)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0421-218-4062, e-mail: [email protected])
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[143-L] Hofmann, Roswitha:
Die Konstruktion von Differenz im Diskurs zur "Wissensgesellschaft": eine Analyse des
institutionellen Diskurses der Europäischen Union am Beispiel der Kategorie "Ältere",
(Europäische Hochschulschriften. Reihe 22, Soziologie, Bd. 431), Frankfurt am Main: P. Lang
2009, 178 S., ISBN: 978-3-631-59285-4
INHALT: "Angesichts zunehmender sozialer Ausgrenzung in Europa stellt die Autorin die Frage,
inwiefern das Leitbild der 'Wissensgesellschaft' - wie häufig behauptet - dieser gesellschaftlichen Tendenz entgegenwirken kann. Ausgehend von postmodernen Differenztheorien spürt
sie beispielhaft der diskursiven Etablierung und Positionierung der Diversitätskategorie 'Älterer' im institutionellen EU-Diskurs zur 'Wissensgesellschaft' nach. Die dafür vorgenommene
Diskursanalyse zeigt, wie über Problem- und Lösungsnarrationen Identitäts- und normalisierendes Orientierungswissen in Bezug auf 'Ältere' etabliert wird. Die Analyse macht deutlich,
dass es dem EU-Diskurs zur 'Wissensgesellschaft' an multiplen Perspektiven mangelt und zudem Anschlüsse an die europäischen Antidiskriminierungs- und Nachhaltigkeitsdiskurse völlig fehlen. Ziel des Buches ist es, gegenüber gesellschaftlichen Leitbilddiskursen wie der
'Wissensgesellschaft' ein stärkeres kritisches Diskursbewusstsein anzuregen, um deren gesellschaftsgestaltenden Bedeutung gerecht zu werden." (Autorenreferat)
[144-L] Jäckel, Michael:
Ältere Menschen in der Werbung, in: Bernd Schorb (Hrsg.) ; Anja Hartung (Hrsg.) ; Wolfgang
Reißmann (Hrsg.): Medien und höheres Lebensalter : Theorie - Forschung - Praxis, Wiesbaden:
VS Verl. für Sozialwiss., 2009, S. 130-145
INHALT: Der Autor zeigt in seinem Beitrag, wie sich die Werbung mit und für ältere Menschen
gewandelt hat. Dabei stehen die Ergebnisse empirischer Studien für den Zeitschriften- und
Fernsehbereich im Vordergrund. Er referiert zunächst einige Befunde aus US-amerikanischen
Längsschnittanalysen, bevor er näher auf die Entwicklung in Deutschland eingeht. Er berichtet exemplarisch aus Inhaltsanalysen, die sich auf die Darstellung älterer Menschen in Printmedien sowie im Fernsehen beziehen. Er vergleicht hier jeweils die Erkenntnisse älterer und
neuerer Untersuchungen, so dass auch historische Veränderungen der werbemedialen Darstellung älterer Menschen erkennbar werden. Seine Ausführungen zeigen, wie schwer sich die
Werbe- und Marketingbranche in der Vergangenheit getan hat, ältere Menschen als Zielgruppe anzuerkennen. Die gegenwärtigen Entwicklungstrends in der "ergrauenden Werbung" lassen sich seiner Meinung nach folgendermaßen differenzieren: altersexklusive Werbung, alterspräferentielle bzw. alteninklusive Werbung, alterskontrastive Werbung und Alter als Imagefaktor. (ICI)
[145-L] Karl, Beatrix; Poier, Klaus (Hrsg.):
Alter und soziale Gerechtigkeit, (Schriftenreihe des Dr.-Karl-Kummer-Instituts, Bd. 6), Graz:
Leykam 2009, 272 S., ISBN: 978-3-7011-0158-0
INHALT: "In den Beiträgen der vorliegenden Publikation, die im Rahmen des Projektes 'Aufgabe
Soziale Gerechtigkeit. Baustelle Sozialstaat - Corporate Social Responsibility - Netze der Zivilgesellschaft - Basis Familie?' des Dr.-Karl-Kummer-Instituts in der Steiermark erscheint,
werden soziale Probleme und Anliegen älterer Menschen in unserer heutigen Gesellschaft
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2.2 Altern und Lebensbedingungen im Alter
aufgezeigt und analysiert sowie Lösungsvorschläge präsentiert." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Leopold Neuhold: Solidarität mit offenen Augen. Solidarität und Generationenbeziehungen (17-26); Paul R. Tarmann: Altern in Würde (27-32); Gerald Schöpfer: Eine alternde Gesellschaft und deren Herausforderungen für die Zukunft (33-41); Andreas Khol: Ältere
Menschen als Herausforderung für die Politik - oder ist Politik eine Herausforderung für ältere Menschen? (43-47); Barbara Eibinger: "Houston, wir haben ein Problem!" Überalterung
und Generationengerechtigkeit - Herausforderung für die Politik (49-53); Laura Rudas: Überalterung und Generationengerechtigkeit (55-59); Kurt Flecker: Auswirkungen der steigenden
durchschnittlichen Lebenserwartung auf das steirische Sozialsystem (61-63); Siegfried Nagl:
Graz und die Chance, generationenübergreifend Gemeinschaft zu sein (65-68); Barbara Hollomey: Frauen - spezielle Probleme und Betroffenheit (69-74); Hermann Schützenhöfer:
Weiß-grüne Lebensqualität für ältere Menschen (75-78); Johannes Kopf: Die Situation älterer
Menschen am österreichischen Arbeitsmarkt (81-87); Michael Friedrich: Altersdiskriminierung (89-93); Beatrix Karl: Die Bedeutung des Alters im Falle von Kündigungen (95-107);
Manfred Walzl: Unternehmenstreue statt "Seniorenmüll"? Chancen für "junge Alte" werden
steigen (109-114); Walter Rotschädl: Altersgerechte Arbeit aus Sicht der Arbeiterkammer
(115-119); Ingrid Reifinger: "Alternsgerechte" Arbeit aus Sicht der Gewerkschaft (121-125);
Maria Kaun: Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Sicht der Wirtschaft (127132); Ulrich Santner im Gespräch mit Manuel P. Neubauer: Ältere Arbeitnehmer aus Sicht
des Unternehmers (133-139); Barbara Bulla, Winfried Pinggera: Überalterung als Herausforderung für die gesetzliche Pensionsversicherung (143-148); Hans Stefanits, Josef Bauernberger, Roman Freitag: Die demografische Entwicklung als Herausforderung für das staatliche
Pensionssystem (149-155); Theodor Tomandl: Herausforderungen der Pensionsanpassung
(157-168); Othmar Ederer: Herausforderung der Überalterung für die private Pensionsversicherung (169-174); Veronika Krysl: Armut ist alt - und weiblich (175-178); Eric Hilf: Gesundheit und Alter (181-188); Johannes Huber: Better Aging - mit den Hilfen der Medizin
(189-210); Alois Stöger, Brigitte Juraszovich: Ältere Menschen als Herausforderung für das
Gesundheitssystem (211-219); Josef Kandlhofer: Überalterung als Herausforderung für die
gesetzliche Krankenversicherung (221-227); Gregor Hammerl: Aspekte von Gerechtigkeit
und Pflege (229-234); Michael Chalupka, Martin Schenk: Demenz: Die Pflegelücke. Vergessen, aber nicht vergessen werden. Es gibt Lücken in der Pflegebetreuung, und es gibt Modelle, sie zu schließen (235-238); Gerd Hartinger: Geriatrie - wo liegen die Probleme? (239244); Waltraud Klasnic: Hospiz und Palliative Care. Hospizkultur und palliative Betreuung
und Begleitung für alle Menschen in Österreich, die es brauchen (245-251); Karl Harnoncourt: Zur gesellschaftspolitischen Integration des Hospizwesens. Ein Modellversuch in der
Steiermark (253-258).
[146-F] Karl, Fred, Prof.Dr. (Bearbeitung):
Motivierung bildungsungewohnter älterer Menschen zur eigenständigen Informationssuche
INHALT: keine Angaben
ART: gefördert BEGINN: 2008-01 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Sokrates Grundtvig 2 (gemeinsam mit Institutionen aus mehreren europäischen
Ländern)
INSTITUTION: Universität Kassel, FB 04 Sozialwesen, Institut für Sozialpädagogik und Soziologie der Lebensalter Fachgebiet Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit mit älteren Menschen (34109 Kassel)
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KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0561-804-2928, Fax: 0561-804-7930,
e-mail: [email protected])
[147-L] Köster, Jens; Schultheiss, Daniel (Hrsg.):
Doppelklick statt Doppelherz - Medien für die Zielgruppe 50plus, (Menschen - Märkte Medien - Management, Bd. 3), Ilmenau: Univ.-Verl. Ilmenau 2010, 221 S., ISBN: 978-3-93947367-1
INHALT: "Die soziale Entwicklung Deutschlands ist durch den demografischen Wandel hin zu
einer immer älter werdenden Gesellschaft geprägt. Auch die Mediennutzung unterscheidet
sich in der heterogenen Zielgruppe 50plus zum Teil stark. Deshalb widmet sich der vorliegende Band der Mediennutzung von über 50-Jährigen und verschiedenen - auch innovativen Medienangeboten für diese Zielgruppe. So wird zu Beginn ein allgemeiner Überblick über die
Soziodemografie und Heterogenität der Zielgruppe geliefert. Hiernach wird das Internet als
Instrument für politische Partizipation im Alter analysiert. Die Verständlichkeit und das Angebot von Fernsehnachrichten für ältere Menschen und die Nutzung von digitalen Spielen
sind weitere Schwerpunkte. Abschließend werden innovative Medienangebote wie interaktives Fernsehen und Mobile-TV im Hinblick auf ihre Eignung für ältere Menschen beleuchtet."
(Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Jens Köster, Daniel Schultheiss: Medien und die Zielgruppe der über 50-Jährigen (7-12); Dorothee Arlt, Marco Bräuer, Jens Wolling: Rentnerdemokratie? Politische Kommunikation der Zielgruppe 50plus (13-40); Julia Lange: Die Verständlichkeit von Fernsehnachrichten für ältere Menschen - eine vergleichende Produkt- und
Rezeptionsanalyse (41-96); Daniel Schultheiss, Christina Schumann: Die Silvergamer - eine
Studie zur Nutzung von internetbasierten digitalen Spielen in der Generation 50plus (97-124);
Aurel Butz: Betty und die Best Ager - eine Studie zum interaktiven Fernsehverhalten der
Zielgruppe 50plus (125-178); Adele Rager: Ermittlung von Mobile-TV-Content für die Zielgruppe 50plus (179-217).
[148-L] Kruse, Andreas; Wahl, Hans-Werner:
Zukunft Altern: individuelle und gesellschaftliche Weichenstellungen, Heidelberg: Spektrum,
Akad. Verl. 2010, XI, 568 S., ISBN: 978-3-8274-2058-9
INHALT: In der Studie geht es um gesellschaftliche Sichtweisen des Alterns, auf die man Einfluss nehmen kann. Die Verfasser möchten die öffentlich-mediale Diskussion zu genauerem
Differenzieren anregen und die vorherrschenden Bedrohungsszenarien und Belastungsdiskurse relativieren, die oft von Engführungen auf Monetäres geprägt sind. In Teil A des Buches
nähern sich die Autoren der Thematik Altern von zwei Seiten. Sie fragen nach möglichen
Sichtweisen und Definitionen von Altern, und diskutieren die derzeit wichtigsten Einsichten
zu demografischem und gesellschaftlichem Altern samt sich daraus ergebender Implikationen. In Teil B begehen sie das Terrain der Alternsforschung anhand einer "Konstruktlandkarte". Ein solches Format erscheint auch deswegen als attraktiv, weil vielfach (zum Beispiel
von politischen Akteuren) der Wunsch geäußert wird, zu spezifischen Themen der Alternsforschung in gebündelter Form zentrale Befunde zu erhalten, ohne den Gesamtzusammenhang
und den Praxisbezug zu verlieren. Neben den obligatorischen (jedoch nicht zu zahlreichen)
Tabellen und Abbildungen stehen vertiefende Materialien unterschiedlicher Art. In Teil C untersuchen die Verfasser die zehn essenziellen Weggabelungen hin zu einer noch bevorstehen-
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2.2 Altern und Lebensbedingungen im Alter
den Zeit, in der Altern zu einem ebenso selbstverständlichen wie hoch geschätzten Faktor unserer Gesellschaft geworden ist: Wissen über Altern, kreativitätsfördernde Rahmenbedingungen, Engagement und Expertise, Miteinander der Generationen; menschenfreundliche Umwelten, Konsumentenverhalten und Wirtschaftskraft Alter, Prävention, Gesundheit, Krankheit
und Pflege, Endlichkeit und Grenzen des Daseins und eine Neupositionierung der Alternsforschung selbst. Hier gilt es, so das Argument der Autoren, die "Zukunftsweichen" heute richtig
zu stellen. In Teil D stellen die Autoren schließlich die Neuartigkeit der Aufgaben dar, die auf
gesellschaftliche Akteure, aber auch auf alternde Menschen sowie alle Generationen zukommen. (ICF2)
[149-F] Künemund, Harald, Univ.-Prof.Dr.; Schmähl, Winfried, Univ.-Prof.Dr.; Kröger, Katharina, Dipl.-Volksw. (Bearbeitung); Fachinger, Uwe, Univ.-Prof.Dr. (Leitung):
Die Dynamisierung von Alterseinkommen - Chancen und Risiken eines neuen Mischungsverhältnisses
INHALT: Vor dem Hintergrund des demographischen und erwerbsstrukturellen Wandels und den
damit verbundenen Finanzierungsproblemen des gesetzlichen Alterssicherungssystems ist der
betrieblichen und privaten Altersvorsorge eine stärkere Bedeutung zugewiesen worden. Diese
Teilsysteme können sich sowohl hinsichtlich der Erstberechnung der Leistungen als auch bezüglich der Anpassung der einmal zuerkannten Leistungen im weiteren Lebensverlauf unterscheiden, sodass de facto eine Leistungsreduzierung des einen Systems nicht automatisch zu
einer Leistungserhöhung des anderen Systems führt. Es stellt sich daher die Frage, wie risikoresistent die Altersvorsorge durch den Paradigmenwechsel geworden ist - insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen auf die Höhe der Alterseinkommen. Während über die Leistungshöhe beim Erstbezug und die damit verbundenen Risiken intensiv diskutiert wurde, blieb die
Anpassung der Leistungen während der Bezugszeit fast unbeachtet. Diesem zweitgenannten
Aspekt ist das Forschungsvorhaben gewidmet.
ART: Eigenprojekt BEGINN: 2009-04 ENDE: 2012-04 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Institution; Wissenschaftler
INSTITUTION: Universität Vechta, Zentrum Altern und Gesellschaft (Postfach 1553, 49364
Vechta)
KONTAKT: Leiter (e-mail: [email protected])
[150-L] Lange, Andreas:
Mediennutzung im Kontext multilokaler Mehrgenerationenfamilien, in: Bernd Schorb (Hrsg.)
; Anja Hartung (Hrsg.) ; Wolfgang Reißmann (Hrsg.): Medien und höheres Lebensalter : Theorie Forschung - Praxis, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2009, S. 60-72
INHALT: Die medialen Präferenzen und Rezeptionsweisen älterer Menschen werden im vorliegenden Beitrag in deren Familienkontexte und damit in die Generationsbeziehungen eingebettet. In einem ersten Abschnitt wird die öffentlich-mediale Inszenierung von Generationenkonflikten und die undifferenzierte Gegenüberstellung von alt und jung als "binäres Modell"
kritisiert, welcher in einem zweiten Schritt empirisch gesicherte Kenntnisse gegenüberstellt
werden. Diese verweisen nicht nur auf die wechselseitige Unterstützung der Generationen in
Familienverbänden, sondern auch auf die Erweiterung der jeweiligen Wissens- und Erfahrungsräume von Jung und Alt. Der Autor entwirft vor diesem Hintergrund einen heuristischen
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.2 Altern und Lebensbedingungen im Alter
93
Rahmen für die bisher kaum erforschte Mediennutzung in multilokalen Mehrgenerationenfamilien. Dazu arbeitet er vor allem das Potenzial von Medienrezeption und -gestaltung für
einen intergenerativen Austausch in den multilokalen Mehrgenerationenfamilien heraus, den
er auf die Leitbilder eines langen Lebens bezieht. Das Vorhaben, Medien in späten Phasen
des Familienlebenszyklus als reziproken Austausch von drei Familiengenerationen, zu betrachten, muss sich seines Erachtens auch in Auseinandersetzung mit kultur- und medienkritischen Positionen entfalten. Die Propagierung eines "produktiven", gesellschaftlich nützlichen
Alters verengt jedoch die Sichtweise auf solche medialen Praxen, die der Gesellschaft nützlich sind, und vernachlässigt die Perspektiven und Interessen der Beteiligten. (ICI2)
[151-L] Mahs, Claudia:
Glückliches Alter(n), (Kulturwissenschaftliche Beiträge der Alanus Hochschule für Kunst und
Gesellschaft, Bd. 4), Frankfurt am Main: P. Lang 2009, 495 S., ISBN: 978-3-631-59812-2
INHALT: Glückliches und sinnerfülltes Alter(n) ist für die Autorin Ausdruck einer erlernbaren
Grundhaltung des gesamten Lebens, dies wird an der Auswertung biographischer Interviews
gezeigt. Auch die Erziehungswissenschaft als lebensbegleitende Wissenschaft versteht die
moderne Alternskultur als multilaterales Kompetenzbündel, zu deren Erwerb jeder Mensch
lebenslang berufen ist. Die Basis dafür liefern lebenslanges Lernen, stabile soziale Strukturen,
Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie, Selbstbestimmung, Spiritualität sowie der
kreative Umgang mit dem Leben. Bei den befragten älteren Menschen handelte es sich um
acht Frauen und zwei Männer. Die Verteilung der Geschlechter liegt darin begründet, dass
Frauen eine höhere Lebenserwartung haben und ihr Anteil an der älteren Bevölkerung somit
größer ist. Die Befragten lebten in Altenheimen in Paderborn, München, Stuttgart und
Öschelbronn, entweder stationär oder im Betreuten Wohnen. Im Aufbau der Arbeit erfolgt
grundlegend vor der methodischen Betrachtung die Darstellung wissenschaftlicher Theorien
und Studien zu Lebenszufriedenheit, subjektivem Wohlbefinden, Glück und Lebenssinn, insbesondere bezogen auf die Lebensphase Alter. Im darauf folgenden Teil werden Alterstheorien zum "zufriedenen" oder "erfolgreichem" Alter als theoretische Basis dargestellt. Die Ergebnisse der Hauptuntersuchung sowie der wissenschaftlichen Studien und Theorien werden
in einem letzten Schritt miteinander abgeglichen und für die Betrachtung der Lebensphase
Alter als Gestaltungsaufgabe bzw. als Entwicklungsaufgabe herangezogen. (ICA2)
[152-L] Meulemann, Heiner:
Werte - Grenzsituationen: Anfang und Ende des Lebens aus der Sicht der deutschen
Bevölkerung, in: Maya Becker (Hrsg.) ; Rabea Krätschmer-Hahn (Hrsg.): Fundamente sozialen
Zusammenhalts : Mechanismen und Strukturen gesellschaftlicher Prozesse, Frankfurt am Main:
Campus Verl., 2010
INHALT: Individuen orientieren ihr Handeln an Werten, deren Inhalte sich durch Einstellungsbefragungen dokumentieren lassen. Der Beitrag untersucht Einstellungen zum Selbstbestimmungsrecht und zum Wert der Unverfügbarkeit des Lebens. Anhand von sozialen Grenzsituationen - künstliche Befruchtung, Schwangerschaftsabbruch, Sterbehilfe und Selbstmord wird gezeigt, dass individuellen Entscheidungen vorwiegend im Sinne des Selbstbestimmungsrechts getroffen werden, dem der Vorrang vor der Unverfügbarkeit des Lebens gegeben wird. Weil die Deutschen Grenzsituationen überwiegend aus einer utilitaristisch differen-
94
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.2 Altern und Lebensbedingungen im Alter
zierten Perspektive auf Konsequenzen sehen, unterstützen sie das Selbstbestimmungsrecht
auch bei der Regelung von Grenzsituationen, für die ein gesetzliches Verbot vorliegt. (ICE2)
[153-F] Möhring, Katja, Dipl.-Soz.Wiss. (Bearbeitung):
Economic well-being and poverty in old age in cross-national comparison (working title)
INHALT: keine Angaben
ART: Dissertation; gefördert BEGINN: 2009-10 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Köln, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Graduiertenkolleg SOCLIFE (Herbert-Lewin-Str. 2, 50931 Köln)
KONTAKT: Bearbeiterin (e-mail: [email protected])
[154-L] Morcellini, Mario:
Die Bühne der Kommunikation: neue Partizipationsmöglichkeiten für alte Menschen, in:
Bernd Schorb (Hrsg.) ; Anja Hartung (Hrsg.) ; Wolfgang Reißmann (Hrsg.): Medien und höheres
Lebensalter : Theorie - Forschung - Praxis, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2009, S. 297302
INHALT: Der Autor berichtet von der Mediennutzung älterer Menschen in Italien in Bezug auf
Fernsehen, Lesen, Besuch von kulturellen Veranstaltungen und Nutzung neuer Technologien.
Sein Beitrag verdeutlicht, dass sich die Gruppe der älteren Menschen auch in Italien nicht unter einem gemeinsamen Begriff fassen lässt, denn zu unterschiedlich sind ihre Herangehensweisen und Umgangsweisen, vor allem im Hinblick auf die Nutzung des Internets. Zwar sind
ältere Menschen stärker an die traditionellen Medien gebunden, jedoch stehen sie dem Internet grundsätzlich offen gegenüber. Es sind hier insbesondere soziale Kontexte, die den Zugang zu neuen Technologien eher stärken oder behindern. Insgesamt ergibt sich aus den dargestellten Ergebnissen zum medialen Kulturkonsum die Notwendigkeit, die bisher angenommene Passivität der Senioren neu zu überdenken und zu relativieren, besonders angesichts eines Aktivismus, der - wenn der Gesundheitszustand oder wirtschaftliche und soziale Umstände es zulassen - Konsumstrategien hervorbringt, die eine Alternative zur negativ bewerteten
Fernsehnutzung darstellen. Die differenzierte und vielseitige Nutzung der neuen Techniken
kann jedoch auch den Schwächeren die Möglichkeit geben, auf der Bühne der Kommunikation mitzuspielen. Ältere Menschen sind hier keine Ausnahme, sondern bestätigen diese Regel.
(ICI2)
[155-L] Olk, Thomas:
Bürgerschaftliches Engagement im Lebenslauf, in: Gerhard Naegele (Hrsg.) ; Britta
Bertermann (Mitarb.): Soziale Lebenslaufpolitik, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S.
637-672
INHALT: "Der Beitrag befasst sich mit dem Lebenslauf und seinen Anforderungen an die Individuen aus der Perspektive des bürgerschaftlichen Engagements. Er legt dar, dass sich Motivlagen, Umfang, Verlaufsformen und Inhalte freiwilliger und unbezahlter Tätigkeiten in Abhängigkeit von der Lebensphase, in der sich die Individuen befinden, variieren, auch dass sich
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.2 Altern und Lebensbedingungen im Alter
95
Vereinbarkeitsprobleme zwischen Engagement, Familienarbeit und Erwerbsarbeit höchst unterschiedlich in den einzelnen Phasen des Lebens ergeben. In seinem Beitrag werden die
theoretischen Ansätze zur Systematisierung der Zusammenhänge zwischen Lebensphasen
und bürgerschaftlichem Engagement sowie die empirischen Befunde zur Bedeutung biographischer Bedeutungsaufschichtungen für Engagementkarrieren diskutiert. Dabei werden insbesondere Engagementverläufe in Brüchen und Übergängen des Lebensverlaufs - also etwa in
der Jugend und im Übergang zum Ruhestand - in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt.
Der Beitrag schließt mit Implikationen dahingehend, wie im Lebenslauf Spielräume nicht nur
für Erwerbsarbeit und Familienarbeit, sondern auch für das bürgerschaftliche Engagement eröffnet werden sollten." (Autorenreferat)
[156-L] Schorb, Bernd; Hartung, Anja; Reißmann, Wolfgang (Hrsg.):
Medien und höheres Lebensalter: Theorie - Forschung - Praxis, Wiesbaden: VS Verl. für
Sozialwiss. 2009, 414 S., ISBN: 978-3-531-16218-8
INHALT: "Immer stärker finden auch ältere Menschen Beachtung in kommunikations- und medienwissenschaftlich geführten Diskursen und es mehren sich die Publikationen in Fachzeitschriften und Sammelbänden. Wie nehmen sich die Medien der wachsenden Zielgruppe an
und wie prägen ihre Bilder unsere Vorstellungen vom Alter? Welche Bedeutung haben Medien für ältere Menschen? Welche inhaltlichen Präferenzen und Umgangsformen sind charakteristisch? Welche Anregungen und Orientierungen bieten Medien im höheren Lebensalter?
Der Band führt unterschiedliche Perspektiven und Reflexionen in diesem Bereich zusammen
und gibt auf diese Weise erstmals einen systematischen Überblick zum bisherigen Kenntnisstand." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Ursula Lehr: Vorwort (9-10); Bernd Schorb,
Anja Hartung, Wolfgang Reißmann: Idee und Anlage dieses Buches (11-18); 1. Ansätze einer
alter(n)sbezogenen Medienforschung: Ralf Vollbrecht: Der medienbiographische Ansatz in
der Altersmedienforschung (21-30); Burkhard Schäffer: Mediengenerationen, Medienkohorten und generationsspezifische Medienpraxiskulturen. Zum Generationenansatz in der Medienforschung (31-50); Ralf Biermann: Hysteresis und Habitus als Ansätze für die Alter(n)smedienforschung. Zur Genese generationsspezifischer habitueller Muster am Beispiel der Computerspielnutzung (51-59); Andreas Lange: Mediennutzung im Kontext multilokaler Mehrgenerationenfamilien (60-72); Nicole Gonser: Perspektiven zur Erforschung medialer Gratifikationen im höheren Lebensalter (73-80); Manuela Pietraß: Mediennutzung im Alter aus Perspektive der Bildungsforschung (81-93); 2. Ergebnisse und Perspektiven einer alter(n)sbezogenenen Medienforschung: Hans-Dieter Kübler: Medien und Alter als Gegenstand der Medienforschung in Deutschland (97-113); Altersbilder und die Darstellung älterer Menschen in
den Medien: Anne-Kathrin Mayer: Vermittelte Altersbilder und individuelle Altersstereotype
(114-129); Michael Jäckel: Ältere Menschen in der Werbung (130-145); Eva-Marie Kessler:
Altersbilder in den Medien: Wirklichkeit oder Illusion? (146-156); Medienhandeln im höheren Lebensalter: Sascha Blödorn: Die Bedeutung der Massenmedien für ältere Menschen
(157-170); Wolfgang Schweiger, Anna Katharina Ruppert: Internetnutzung im höheren Lebensalter - Lebensglück, Alterserleben und die unerkannte Problemgruppe "Männer" (171186); Daniela Küllertz, Anja Hartung: "Wenn das eigentliche' Leben beginnt" - Zur Entstehung von Medienbildungsräumen durch die Digitalisierung und Vernetzung von Lebensräumen älterer Menschen (187-210); Walter Wittkämper: Lesen im höheren Lebensalter - auch
ein geragogisches Handlungsfeld (211-223); Anja Hartung: "Mit den eigenen Augen sehen" Zur selbst- und weltkonstitutiven Bedeutung des Fernsehens im höheren Alter. Forschungs-
96
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.2 Altern und Lebensbedingungen im Alter
stand und Perspektiven (224-242); Wolfgang Reißmann: Musik und Hörmedien im höheren
Lebensalter (243-258); Elizabeth Prommer: Mediengenerationen - Kinobesuch im Lebenslauf
(259-264); Clemens Schwender: Technische Dokumentation für Senioren (265-274); Einblicke in die internationale Forschung: Lucie Vidovicova, Renata Sedlakova: Media and old age
- the agenda and research in the Czech Republic (275-289); Francisco Pavón Rabasco, Juan
Casanova Correa: Ältere Menschen und Medien in Spanien (290-296); Mario Morcellini: Die
Bühne der Kommunikation. Neue Partizipationsmöglichkeiten für alte Menschen (297-302);
William Douglas, Suzanne Buck: Television and the elderly in the United States (303-315); 3.
Medienkompetenz und höheres Lebensalter: Bernd Schorb: Erfahren und neugierig - Medienkompetenz und höheres Lebensalter (319-337); Praxismodelle: Barbara Gehrke: Perspektiven
und Möglichkeiten der Medienkompetenzförderung im höheren Lebensalter (338-353); Carmen Stadelhofer: "Netzwerke" - Neue Formen der Zusammenarbeit und der Vernetzung in
der wissenschaftlichen Weiterbildung älterer Erwachsener mit Hilfe der neuen Medien (354369); Janine Schulz, Stefanie Suhr, Martha Karoline Schröder: Ältere Menschen im Blickfeld
der universitären Ausbildung in Medienpädagogik und Medienbildung (370-377); Sebastian
Ring: "storypodcasting.de" - Geschichten für jüngere und ältere Menschen (378-385); Jan
Schmolling: Bundeswettbewerb "Video der Generationen". Förderung des intergenerativen
Dialogs durch Medienarbeit (386-392); Cornelia Bogen, Sabine Pabst, Reinhold Viehoff: Partizipation älterer Menschen an Bürgermedien (393-406).
[157-L] Siegel, Michele J.; Akincigil, Ayse; Amin, Shala; Crystal, Stephen:
Cumulative advantage, educational attainment, and late life health status, in: Schweizerische
Zeitschrift für Soziologie, Vol. 35/2009, Iss. 2, S. 377-404 (Standort: USB Köln(38)-BP04865;
Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Es existiert eine starke Assoziation zwischen wirtschaftlichem Vorteil und Gesundheitsstatus im Alter, jedoch haben nur wenige Studien den spezifischen Zusammenhang zwischen verschiedenen Aspekten von sozioökonomischem Status (Einkommen, Bildung) und
Gesundheit (Selbsteingeschätzter Gesundheitszustand, funktionelle Einschränkung, chronische Erkrankungen) untersucht. Wir untersuchten diese Zusammenhänge mit für die U.S. Medicare Bevölkerung (65 Jahre oder älter) repräsentativen Daten der Medicare Current Beneficiary Survey (1992-2005). Korrigiert für derzeitiges Einkommen, tragen Versicherungsschutz
und Zugang zu Gesundheitsleistungen wenig zur Erklärung der Bildungs/ Gesundheits-Assoziation bei. Andere Faktoren sind wahrscheinlich bedeutender für die Erklärung dieses Zusammenhangs. Gleichwohl, trotz der langen Zwischenzeit, beinflusst im frühen Lebensabschnitt abgeschlossene Schulbildung den Gesundheitszustand im letzen Lebensabschnitt beträchtlich." (Autorenreferat)
[158-L] Spellerberg, Annette; Krickel, Pia:
Planung für Senioren in Pirmasens: empirische Studien und sozialwissenschaftliche
Begleitung, Kaiserslautern 2010, 75 S. (Graue Literatur;
nbn-resolving.de/urn:nbn:de:101:1-20100324158)
INHALT: Seit einigen Jahren werden die Phänomene des demographischen und sozialen Wandels intensiv diskutiert. Geburtenrückgang und zunehmende Lebenserwartung haben dazu geführt, dass der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung angestiegen ist. Insbesondere die
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.2 Altern und Lebensbedingungen im Alter
97
zunehmende Alterung der Bevölkerung erfordert neue Konzepte, durch die Lebensqualität
vor Ort erhalten und gesteigert werden kann. Eine bedarfsgerechte Seniorenplanung wird daher wichtiger. Hier sind besonders auch die Kommunen gefordert, sich den neuen Bedingungen anzupassen und zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln, die in Zeiten finanzieller
Knappheit tragfähig sind. Die Alterungsprozesse betreffen Pirmasens in besonderer Weise:
Im Jahr 2030 wird etwa ein Drittel aller Pirmasenser über 65 Jahre alt sein. Die Bedarfe der
Seniorinnen und Senioren haben sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt, denn auch die Lebensphase Alter verändert sich. Ältere Menschen sind heute viel häufiger mobil, gestalten ihr
Leben selbstständig und verfügen über einen guten Gesundheitszustand. Um die Überlegungen für die zukünftige Gestaltung der Lebens älterer Bürgerinnen und Bürger in Pirmasens
auf eine solide Grundlage stellen zu können, wurde die TU Kaiserslautern, Lehrgebiet Stadtsoziologie mit der Durchführung der wissenschaftlichen Begleitung der Seniorenplanung beauftragt. Zunächst war es das Anliegen der vorliegenden Studie, einen Überblick über die Lebenssituation und soziale Lage der älteren Menschen in Pirmasens zu geben. Auch die Wünsche und die Kritik der Seniorinnen und Senioren sollten erfragt werden. Ziele des Projektes
waren es außerdem, eine sozial differenzierte, bedürfnisgerechte Seniorenplanung und die
Vernetzung der Institutionen und Akteure zu unterstützen. Zu diesem Zweck wurde ein Vorgehen gewählt, dass folgende Bausteine umfasste: (1) Durchführung und Auswertung einer
repräsentativen postalischen Befragung von Seniorinnen und Senioren, (2) Experteninterviews mit Vertretern relevanter Einrichtungen für Senioren und (3)ein Beteiligungsverfahren.
Zunächst werden die drei Bausteine kurz dargestellt, bevor anschließend im dritten, vierten
und fünften Kapitel auf die einzelnen Ergebnisse dieser Bausteine eingegangen wird. Im siebten Kapitel werden schließlich Handlungsempfehlungen aus den Ergebnissen abgeleitet.
(ICD2)
[159-L] Staetsky, Laura:
Diverging trends in female old-age mortality: a reappraisal, in: Demographic Research, Vol.
21/2009, Art. 30, S. 885-914 (dx.doi.org/doi:10.4054/DemRes.2009.21.30)
INHALT: "Over the second half of the 20th century a number of divergences and convergences
of mortality schedules were observed across the world. Some of these developments remain
incompletely understood. In recent overviews of old-age female mortality Mesle and Vallin
(2006, Population and Development Review) and Rau, Soroko, Jasilionis, and Vaupel (2008,
Population and Development Review) describe two contrasting patterns of mortality change
between the mid-1980s and the end of the 20th century: a pattern of a large decrease in mortality exhibited by France and Japan and a pattern of a smaller decrease, stability or a certain increase in mortality shown by Denmark, the United States and the Netherlands. No satisfactory
explanation of this phenomenon has been proposed so far. This paper shows that the divergence is, to a very significant extent, due to the differential impact of smoking related mortality on female populations of France and Japan versus Denmark, the United States and the
Netherlands. The end to the diverging trends is demonstrated. Other lifestyle factors potentially implicated in the divergence are also discussed." (author's abstract)|
98
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.2 Altern und Lebensbedingungen im Alter
[160-L] Urrutia, Andrés I.; Cornachione, María A.; Moisset de Espanés, Gastón; Ferragut, Lilian;
Guzmán, Elena R.:
El desarrollo cumbre de la generatividad en adultas mayores: aspectos centrales en su
narrativa vital, in: , 2009, 23 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs090317)
INHALT: "Dieser Beitrag behandelt gängige Definitionen von Generativität und deren Veränderung im Lebenszyklus. Lebensgeschichtliche Hauptcharakteristika, die mit dem Ausdruck
von Generativität einhergehen, werden herausgearbeitet. Hierzu wurden insgesamt 15 Interviews mit älteren Frauen inhaltsanalytisch ausgewertet, die im Verlauf ihres Lebens Kulminationspunkte von Generativität erfahren hatten. Als Ergebnis fanden die Autoren eine Kontinuität von Generativität von der Kindheit bis in hohe Lebensalter; wesentlich in diesem Entwicklungsprozess war: 1. Beginn mit frühen Ausdrucksweisen von Empathie, Solidarität und
Hilfsbereitschaft; 2. Erweiterung und Produktivität im Erwachsenenalter; 3. Konsolidierung
generativer Errungenschaften; 4. generative Kontinuität im späten Erwachsenenalter." (Autorenreferat)
[161-L] Vidovicova, Lucie; Sedláková, Renáta:
Media and old age - the agenda and research in the Czech Republic, in: Bernd Schorb
(Hrsg.) ; Anja Hartung (Hrsg.) ; Wolfgang Reißmann (Hrsg.): Medien und höheres Lebensalter :
Theorie - Forschung - Praxis, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2009, S. 275-289
INHALT: Die Autorinnen geben zunächst einen Überblick über die gegenwärtige Medienlandschaft in Tschechien und die Darstellung älterer Menschen in den Medien. Sie berichten anschließend über die Ergebnisse verschiedener empirischer Forschungsarbeiten, die zwischen
1993 und 2007 publiziert worden sind und die Rolle der Senioren als Leser, Zuhörer und Zuschauer untersucht haben. In dieser Weise wird ein differenziertes Bild der Mediennutzung
älterer Menschen in Tschechien gezeichnet, wobei exemplarisch auch die Inhalte ausgewählter Medien analysiert werden. Weitere Schwerpunkte des Beitrags sind die Strukturen der sozialen Wahrnehmung sowie die Repräsentationsformen älterer Menschen in den tschechischen Medien. (ICI)
2.3
Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
[162-F] Becker, Karina, Dr.; Lehmann, Diana; Schulz, Maike (Bearbeitung); Dörre, Klaus,
Prof.Dr. (Leitung):
Befragung von Beschäftigten in den ambulanten Pflegediensten in Thüringen
INHALT: Ziel des Projektes ist es, einen repräsentativen Überblick über die Belastungs- und Gefährdungslage von Beschäftigten in den ambulanten Pflegediensten in Thüringen zu bekommen. Das Spektrum von "klassischen" physischen Belastungen (wie z.B. Heben und Tragen)
bis zu psychischen Belastungen (z.B. Zeit- und Leistungsdruck) soll erfasst werden. Darüber
hinaus wird die Nutzung bestehender Strukturen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im
Betrieb analysiert. Zunächst werden eine standardisierte schriftliche Befragung und im Anschluss eine Reihe vertiefender Interviews mit Beschäftigten durchgeführt. Die Erhebung
wird durch den Thüringer Landesbetrieb für Arbeitsschutz und technischen Verbraucher-
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.3 Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
99
schutz gefördert. Das Projekt findet im Rahmen der Schwerpunktsetzung durch die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) statt, eine von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern gemeinsam getragene, bundesweit geltende Zielstellung. GEOGRAPHISCHER RAUM: Thüringen
METHODE: In einer standardisierten schriftlichen Befragung werden zunächst Beschäftigte im
Betrieb angesprochen. In einem nächsten Schritt soll eine vertiefende mündliche Befragung
weiterer Beschäftigter erfolgen. Erfasst werden sollen sowohl Beschäftigte größerer Einrichtungen als auch die kleinerer Einrichtungen. DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, schriftlich.
ART: Auftragsforschung BEGINN: 2009-08 ENDE: 2010-01 AUFTRAGGEBER: Freistaat Thüringen Thüringer Landesbetrieb für Arbeitsschutz und technischen Verbraucherschutz FINANZIERER: Auftraggeber
INSTITUTION: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Fak. für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Institut für Soziologie Lehrstuhl für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie (CarlZeiß-Str. 2, 07743 Jena)
KONTAKT: Becker,Karina (Tel. 03641-955527, e-mail: [email protected])
[163-L] Beetz, Stephan:
Regionale Dimensionen des Alterns und der Umbau der kommunalen Daseinsvorsorge:
Entwicklungen am Beispiel ländlicher Räume, in: Claudia Neu (Hrsg.): Daseinsvorsorge : eine
gesellschaftswissenschaftliche Annäherung, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2009, S. 114132
INHALT: Der Beitrag diskutiert die Entwicklung ländlicher Räume unter drei Aspekten: (1) Die
gesellschaftliche Alterung weist große regionale Differenzen auf. (2) Das individuelle Altern
trifft auf erhebliche Unterschiede in den regionalen und lokalen Lebensverhältnissen. (3) Die
Daseinsvorsorge in Deutschland ist eng mit kommunalen Aktivitäten verknüpft. Obwohl die
Vielfalt ländlicher Räume keine Verallgemeinerungen in der Frage der Daseinsvorsorge zulässt, erweisen sich zumeist zwei Aspekte als relevant: Zum einen handelt es sich definitionsgemäß um dünn besiedelte Flächen mit verhältnismäßig kleinen Siedlungen, woraus sich bestimmte Anforderungen an Infrastrukturen ableiten lassen. Zum anderen überwiegen polyzentrische und kleinteilige kommunalpolitische Strukturen. Um die Entwicklung ländlicher Räume darstellen zu können, wird auf regionalstatistisches Material des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung zurückgegriffen. Hinzu kommen fallweise Untersuchungen in ausgewählten demografisch stark alternden ländlichen Räumen. (ICE2)
[164-L] Bode, Ingo:
Management- oder Systemversagen?: Qualitätsdifferenzen und Governance-Konstellationen
im deutschen Pflegeheimsektor, in: Zeitschrift für Sozialreform, Jg. 56/2010, H. 2, S. 263-286
(Standort: USB Köln(38)-Haa1648; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Qualitätsdifferenzen in Einrichtungen der stationären Altenpflege werden gegenwärtig vermehrt thematisiert und zum Gegenstand regulatorischer Interventionen. Der dabei vorherrschende Steuerungsansatz basiert zumindest implizit auf der Annahme, dass solche Differenzen maßgeblich auf lokales Managementversagen zurückzuführen sind und durch erhöhten
Kontroll- und Wettbewerbsdruck auf Pflegeheime vermindert oder gar aufgehoben werden
100
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.3 Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
könnten. Wie der vorliegende Beitrag in wohlfahrtsmarkt- wie organisationstheoretischer Perspektive argumentiert, verkennt dieser managerialistischen Leitbildern verpflichtete Ansatz
allerdings die komplexen lokalen Produktionsvoraussetzungen des Pflegesektors. Im Rekurs
auf Befunde zweier In-Depth-Fallstudien lässt sich plausibilisieren, dass die 'Qualitätsperformance' häufig nicht hausgemacht ist und im Hinblick auf die Hartnäckigkeit von Qualitätsdifferenzen eher ein Systemversagen vorliegt." (Autorenreferat)
[165-F] Borchert, Lars, Dr.; Müller, Rolf, Dr.rer.pol. (Bearbeitung); Rothgang, Heinz, Prof.Dr.
(Leitung):
Altern Zuhause - Unterstützung durch präventive Hausbesuche (Teilprojekt 5 im Rahmen
des Pflegeforschungsverbunds Mitte-Süd "Evidence basierte Pflege
INHALT: Ermittelt wird, ob sich durch präventive Hausbesuche, die mit einer Verbesserung der
ambulanten Versorgung und mit einer besseren Nutzung von Ressourcen älterer Menschen im
häuslichen Bereich verbunden sind, Heimübergänge in einem definierten Zeitraum vermeiden
oder aufschieben lassen. Die Studie ist als kontrollierte, randomisierte, longitudinale Interventionsstudie konzipiert. Sie wird durch eine prospektive sozialepidemiologische Studie zu Prädiktoren der Heimeinweisung sowie einer gesundheitsökonomischen Evaluation begleitet. In
der Interventionsstudie sind zwei Messzeitpunkte (Prä- und Post-Messung nach 18 Monaten)
vorgesehen sowie eine Prozessevaluation der Intervention während der erfolgten Hausbesuche. Die geplante Ergebnisverwertung sieht die Erarbeitung und Bereitstellung eines handlungsanleitenden Konzeptes für die Umsetzung von präventiven Hausbesuchen durch einen
breiten Anwenderkreis sowie Empfehlungen für die Finanzierung präventiver Hausbesuche
zur Umsetzung im deutschen Gesundheitssystem vor. In Kooperation mit der Universität Bremen wird ein besonderer Schwerpunkt auf den Heimübergang gelegt, der am Zentrum für Sozialpolitik mittels der Routinedaten der Gmünder Ersatzkasse (GEK) detailliert untersucht
werden soll.
ART: gefördert BEGINN: 2007-01 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Bundesministerium für Bildung und Forschung
INSTITUTION: Universität Bremen, Zentrum für Sozialpolitik -ZeS- Abt. Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung (Postfach 330440, 28334 Bremen)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0421-218-4364,
e-mail: [email protected])
[166-L] Burkart, Günter:
Weg ins Heim: Lebensläufe und Alltag von BewohnerInnen in der stationären Altenhilfe,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. 2009, 321 S., ISBN: 978-3-531-17022-0
INHALT: Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Frage, unter welchen Umständen ein
alter Mensch in ein Pflegeheim geht und was ihn dort erwartet. Forschungsleitend ist dabei
die Frage, ob die BewohnerInnen sich ins Heim abgeschoben fühlen oder ob eine Entscheidung für das Leben und Wohnen in einer solchen Einrichtung möglicherweise der eigenständigen Entscheidung der Betroffenen entstammt. Zur Beantwortung der Fragestellung wurden
die BewohnerInnen und ihr Alltagsleben im CQJ-Seniorenzentrum C-burg, einer Einrichtung
der stationären Altenpflege, in drei unterschiedlichen Ansätzen betrachtet: Zum einen wurden
mit narrativen Interviews die erzählten Lebensgeschichten von 22 BewohnerInnen aufgenom-
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.3 Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
101
men und für die spätere Analyse aufbereitet. Zum anderen wurde mit Mitteln von ethnographischen Methoden der Heimalltag festgehalten und verschriftet. Schließlich wurde mit Mitteln der Aktenanalyse und Mitarbeiterbefragungen durch Fragebögen ein quantitativer Bezugsrahmen für alle BewohnerInnen des Hauses entwickelt. Auf dieser Grundlage wurde ein
sozialräumliches Kategoriensystem entwickelt und durch Zitate belegt, das im Sinne von
"dichten Beschreibungen" (Geertz) den Heimalltag der Einrichtung und ihrer BewohnerInnen
wiedergibt. Als Ergebnis der Untersuchung wurden Fragen hinsichtlich des Zusammenhangs
der Heimaufnahme, nach Möglichkeiten zu Autonomie und Selbstbestimmung im Seniorenzentrum und nach möglicher oder unmöglicher Lebensqualität in dieser Heimumgebung erörtert. Abschließend setzt sich der Forschungsbericht mit der Frage auseinander, inwieweit die
Einrichtung eine "totale Institution" im Sinne Goffmans darstellt. (ICI2)
[167-L] Dammann, Rüdiger; Gronemeyer, Reimer:
Ist Altern eine Krankheit?: wie wir die gesellschaftlichen Herausforderungen der Demenz
bewältigen, Frankfurt am Main: Campus Verl. 2009, 227 S., ISBN: 978-3-593-38968-4
INHALT: Die Verfasser zeigen, dass die Menschen mit Demenz die Rückseite der von Beschleunigung besessenen Gesellschaft sind. Sie sind die Zurückgebliebenen, die Opfer, die sich in
den zerstörten sozialen Milieus nicht mehr zurechtfinden. Deswegen sind sie wichtig: Weil
sie etwas über das Gemeinwesen erzählen und die Richtung weisen, in der man eine gesellschaftliche Zukunft suchen muss. Wenn man die Demenz auf ein medizinisch diagnostizierbares Problem reduziert und sie lediglich als ein kostspieliges Versorgungsprojekt im Gesundheitsbereich auffasst, missversteht man Demenz. Mitten in der Informationsflut tauchen
neue Störungen auf: "ADS" (Aufmerksamkeitsdefizitstörung) bei Kindern, "COS" (Cognitive
Overflow Syndrome, ebenfalls eine Aufmerksamkeitsstörung) bei Erwachsenen und "Alzheimer" bei den Alten - was wie die dramatische Fortsetzung und Überhöhung von ADS und
COS aussieht. Kinder, Erwachsene und Alte scheinen auf je eigene Weise aus der unerträglichen Informationsflut zu desertieren. Die Wissens- und Konsumgesellschaft gerät damit in
eine Fundamentalkrise. Die Lebenswelt des Homo modernissimus setzt sich aus digitalen Impulsen zusammen. Bis in die letzten Ecken der Sprache reimen sich die Menschen eine digitale Ersatzerfahrung zusammen. Sie gründet sich auf die Aufmerksamkeit ihrer Gesellschaftsmitglieder, doch offenbar wächst die Zahl derer, die eben diese Fähigkeit verlieren und nicht
mehr eingebunden werden können. Mit der Hirnforschung wird ein Erklärungsmodell geliefert, das auf so altfränkische Begriffe wie Moral, Willensfreiheit oder Sinn endlich verzichten
kann. So wie die Marxschen Erkenntnisse über die Warenzirkulation auf der Entdeckung des
Blutkreislaufs beruhen, so stattet die Hirnforschung den modernen Menschen mit einem naturwissenschaftlich durchrationalisierten Erklärungsmuster aus, das keine schmuddeligen
Reh-Ecken mehr braucht. (ICF2)
[168-F] Fischbach, Christian (Bearbeitung); Strasser, Hermann, Prof.Dr.Ph.D (Betreuung):
Freiwilliges Engagement - das soziale Kapital in einer alternden Zivilgesellschaft? Eine Untersuchung der freiwilligen "Helfertypen" in der Betreuung von demenzkranken Hochaltrigen in Deutschland und den Niederlanden
INHALT: keine Angaben GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland, Niederlande
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2.3 Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
ART: Dissertation ENDE: 2009-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Duisburg, Fak. für Gesellschaftswissenschaften, Institut für Soziologie Forschungsgruppe Sozialkapital (47048 Duisburg)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0203-379-1429, Fax: 0203-379-4350,
e-mail: [email protected])
[169-L] Gansweid, Barbara; Wingenfeld, Klaus; Büscher, Andreas:
Definition der Pflegebedürftigkeit: Konzepte und Verfahren zur Neudefinition des
Pflegebedürftigkeitsbegriffes im SGB XI und zur Entwicklung eines neuen
Begutachtungsverfahrens, in: Sozialer Fortschritt : unabhängige Zeitschrift für Sozialpolitik, Jg.
59/2010, H. 2, S. 53-60 (Standort: USB Köln(38)-Haa1098; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich; dx.doi.org/10.3790/sfo.59.2.53)
INHALT: "Begleitend zu den Beratungen eines Beirats des Bundesministeriums für Gesundheit
zur Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs im SGB XI wurde ein neues Begutachtungsassessment (NBA) zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit entwickelt, das auf einem
pflegewissenschaftlich begründeten Verständnis von Pflegebedürftigkeit aufbaut. Darin werden gleichermaßen körperliche wie kognitive/ psychische Beeinträchtigungen und Verhaltensauffälligkeiten berücksichtigt und die derzeit geltende Engführung auf wenige körperbezogene Alltagsverrichtungen bei der Bestimmung von Pflegebedürftigkeit wird überwunden.
Als Maßstab zur Einschätzung von Pflegebedürftigkeit wird im NBA nicht die Pflegezeit,
sondern der Grad der Selbständigkeit bei der Durchführung von Aktivitäten oder der Gestaltung von Lebensbereichen verwendet. Das NBA ist auch für die Einschätzung der Pflegebedürftigkeit bei Kindern geeignet und hat sich bei einer bundesweiten praktischen Erprobung
gut bewährt. Es wurde vom Beirat zur Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs als zukünftiges Instrument zur Begutachtung der Pflegebedürftigkeit im Rahmen der Pflegeversicherung empfohlen." (Autorenreferat)
[170-L] Haberkern, Klaus; Brandt, Martina:
Intergenerationale und professionelle Unterstützung älterer Personen in Europa, in: WSI
Mitteilungen : Monatszeitschrift des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der
Hans-Böckler-Stiftung, Jg. 63/2010, H. 4, S. 188-195 (Standort: USB Köln(38)-Haa964; Kopie
über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der Beitrag untersucht die familiale und gesellschaftliche Organisation der Unterstützung Älterer. Dabei werden einerseits der Hilfe- und Pflegebedarf und andererseits Hilfe- und
Pflegeleistungen durch Privatpersonen und professionelle Dienstleister untersucht und in Beziehung zueinander gesetzt. Während im südlichen Europa und in den konservativen Wohlfahrtsstaaten Österreich und Deutschland informelle Pflegeleistungen vor allem durch die
Kinder an der Tagesordnung sind, wird die Unterstützung in den skandinavischen Staaten und
den Niederlanden häufig an professionelle Träger übergeben. Sporadische informelle Hilfeleistungen hingegen sind in allen untersuchten Ländern stark verbreitet. Insgesamt zeigt sich,
dass Hilfeleistungen den tatsächlichen Hilfebedarf bei Weitem übersteigen. Pflege hingegen
erfolgt nur (aber nicht immer), wenn sie tatsächlich notwendig ist. Das Risiko einer Unterversorgung ist insbesondere in den unteren Sozialschichten höher. Die empirischen Analysen ba-
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.3 Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
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sieren auf den Daten des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE), die
Informationen über ältere und alte Menschen in Europa beinhalten, wobei professionelle Hilfe und Pflege in Privathaushalten detailliert für die sieben Länder Belgien, Dänemark,
Deutschland, Italien, die Niederlande, Österreich und Schweden untersucht werden." (Autorenreferat)
[171-L] Hackmann, Tobias; Moog, Stefan:
Pflege im Spannungsfeld von Angebot und Nachfrage, in: Zeitschrift für Sozialreform, Jg.
56/2010, H. 1, S. 113-137 (Standort: USB Köln(38)-Haa1648; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich)
INHALT: "Von den heute ca. 2 Mio. Pflegefällen wird etwa die Hälfte durch Angehörige (informell) in den eigenen vier Wänden versorgt. Unter Berücksichtigung der demografischen Alterung der Gesellschaft, einer steigenden Erwerbsbeteiligung der Frauen sowie einem zunehmendem Anteil allein lebender Personen im Alter stellt sich die Frage, welche Rolle die informelle Pflege in Zukunft noch zu leisten im Stande ist. Vor dem Hintergrund einer Verdopplung der Pflegefälle bis zum Jahr 2050 zeigt der vorliegende Beitrag auf, dass der Anteil an
informeller Pflege in Zukunft immer weiter zurück- gedrängt wird. Demgegenüber werden
professionelle Pflegeleistungen durch ambulante sowie stationäre Anbieter künftig deutlich
an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung wird zu einem Nachfrageanstieg an professionellen Pflegekräften führen, weshalb sich der Pflegesektor zu einem der 'Beschäftigungsmotoren'
in Deutschland entwickeln könnte." (Autorenreferat)
[172-L] Junge, Norma:
Soziale Netzwerke im Alter: Unterstützungspotentiale für die Gesundheit, Saarbrücken:
VDM Verl. Dr. Müller 2008, 154 S., ISBN: 978-3-8364-6909-8
INHALT: "Die deutsche Bevölkerung bewegt sich demographisch auf eine Überalterung zu. Das
heutige Altersbild in der Gesellschaft ist stark geprägt vom Abbau körperlicher und geistiger
Leistungen, ebenso von negativen Stereotypen die sozialen Beziehungen betreffend. Entgegen den allgemeinen Annahmen werden in dieser Untersuchung die Möglichkeiten und Potientale sozialer Beziehungen im Alter analysisiert und ihr salutogener Einfluss herausgearbeitet. Die empirische Basis stellt eine sekundäre Längsschnittanalyse des Alterssurvey 1996
und 2002. Dieses Buch gibt Antworten auf die Fragen, worin der gesundheitsfördernde Einfluss durch soziale Netzwerke im Alter besteht, welche Potentiale vorhanden sind und wie sie
genutzt werden können." (Autorenreferat)
[173-F] Kiefer, Bernd (Bearbeitung); Stark, Wolfgang, Prof.Dr. (Betreuung):
Auswirkung des Qualitätsmanagements in der stationären Altenpflege. Eine empirische Untersuchung über die Innenwirkung der Qualitätsoffensive "Diakonie Siegel Pflege"
INHALT: Die Dissertation ist Teil eines Forschungsprojektes. Dieses Projekt soll untersuchen,
inwieweit die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems mit Hilfe eines Qualitätsleitfadens (Diakonie Siegel Pflege) in stationären Altenpflegeeinrichtungen Verbesserungen bzw.
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2.3 Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
Veränderungen bewirkt hat in Bezug auf die Struktur-, Prozess und Ergebnisqualität. ZEITRAUM: 1950-2010 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
METHODE: Diese Dissertation ist als Evaluationsstudie angelegt. Zur Exploration der Fragestellungen werden die Methoden der Fragebogenentwicklung, der schriftlichen und mündlichen
Befragung sowie der Dokumenten- und Textanalyse genutzt. DATENGEWINNUNG: Qualitatives Interview (Stichprobe: 30; Experten). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: Dissertation BEGINN: 2008-01 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Wissenschaftler
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Essen, Fak. für Bildungswissenschaften,
Institut für Psychologie Labor für Organisationsentwicklung -OrgLab- (45117 Essen)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0234-475819)
[174-L] Klie, Thomas:
Bürgerschaftliches Engagement in der Pflege, in: Thomas Olk (Hrsg.) ; Ansgar Klein (Hrsg.) ;
Birger Hartnuß (Hrsg.): Engagementpolitik : die Entwicklung der Zivilgesellschaft als politische
Aufgabe, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 571-591
INHALT: Der Verfasser wirft die Frage auf, wie es gelingen kann, Pflegeaufgaben fair zwischen
den Generationen und Geschlechtern und intelligent zwischen Markt, Staat, Familie und Drittem Sektor zu gestalten. Die Beantwortung dieser Frage verlangt nach einer neuen Grammatik der sozialen Sicherung der Pflege. Die Pflegeversicherung ist nicht auf Nachhaltigkeit angelegt. Die Gestaltung von Pflegeaufgaben als Herausforderung für die Bürgergesellschaft
verlangt einerseits die Neuformulierung des Subsidiaritätskonzepts und andererseits einen
strukturellen Beitrag bürgerschaftlichen Engagements, das konstitutiv in der Architektur der
Pflegeversicherung verankert werden muss. Teilhabesicherung von Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf ist keine Aufgabe, die allein den Familien oder ersatzweise Professionellen überantwortet werden kann. Abschließend werden Prüfsteine für eine nachhaltige Reform der Pflegeversichung formuliert. (ICE2)
[175-F] Kramer, Matthias (Bearbeitung); Karl, Fred, Prof.Dr. (Betreuung):
Angehörigenarbeit in der stationären Altenpflege
INHALT: keine Angaben
ART: Dissertation AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Kassel, FB 04 Sozialwesen, Institut für Sozialpädagogik und Soziologie der Lebensalter Fachgebiet Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit mit älteren Menschen (34109 Kassel)
KONTAKT: Betreuer (Tel. 0561-804-2928, Fax: 0561-804-7930,
e-mail: [email protected])
[176-F] Kreft, Ursula, M.A. (Bearbeitung); Uske, Hans, Dr. (Leitung):
Kulturkompetente Pflege in Ausbildung und Praxis (KAP)
INHALT: Die Projektgruppe Logistik und Dienstleistung übernimmt die wissenschaftliche Begleitung des vom maxQ im bfw - Fachseminar für Altenpflege durchgeführten Projektes. Das
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2.3 Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
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Projekt will die Implementation kulturkompetenter Pflege in die Ausbildung der Altenpflege
und der Altenpflegehilfe in Castrop-Rauxel fortsetzen und verbessern. Konkret werden folgende Ziele verfolgt: Das Projekt will eine seit Jahren im Rahmen von XENOS-Projekten
aufgebaute kulturkompetente Ausbildungspraxis im Bereich der Altenpflegeausbildung und
der Altenpflegehilfeausbildung fortsetzen und gleichzeitig erweitern bzw. verbessern. Folgende Ziele werden angestrebt: 1. Kulturkompetenz in der Altenpflegeausbildung soll ergänzt
werden durch Trainings zur sozialen Kompetenz, die dabei helfen sollen, fremdenfeindliche
Vorurteile der Schülerinnen und Schüler abzubauen. Eine kulturkompetente Pflege ist nur
dann möglich, wenn die Pflegenden Toleranz und Respekt gegenüber ihren künftigen zu Pflegenden an den Tag legen. 2. Die SchülerInnen sollen sensibilisiert werden für eine transkulturelle Haltung. Lebenswelten und soziale Netzwerke von Migrantinnen und Migranten sollen
anhand von Exkursionen erkundet werden. 3. Das Theorie-Praxis-Gefälle soll vermindert
werden. Kulturkompetente Pflege war bis vor kurzem weitgehend Theorie, weil noch nicht
viele Migrantinnen und Migranten pflegebedürftig waren. Das hat sich in den letzten Jahren
geändert. Im nördlichen Ruhrgebiet sind Pflegedienste und auch stationäre Altenhilfeeinrichtungen (Altenheime) entstanden, die genau auf diese Marktanforderungen reagiert haben.
Weitere sind in Gründung. Die Erfahrungen und Konzepte dieser Pflegedienste sollen in den
Unterricht hineingeholt werden. Wir wollen einen Arbeitskreis mit Praktikern bilden, um die
Ausbildung auch in diesem Punkt praxistauglicher zu machen. 4. Den (wechselnden) Lehrkräften muss die Sinnhaftigkeit von Kulturkompetenz für den Unterricht in der Altenpflegeausbildung und der Altenpflegehilfeausbildung stärker nahegelegt werde. Hierzu soll ein
"Set" aus verschiedenen Bausteinen (persönliche Ansprache, geeignete Informationsmaterialien, Workshops, Fortbildung, Beratung bei Problemen im Unterricht) entwickelt und institutionalisiert werden. 5. Ein Modul für den Unterricht zur "kultursensiblen Kommunikation"
soll entwickelt werden.
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Dücker, Martina; Uske, Hans
(Hrsg.): "Bausteine zur Entwicklung kulturkompetenter Pflege" im Projekt Kulturkompetente
Pflege in Ausbildung und Praxis (KAP). Broschüre. Duisburg 2010 (Download unter: www.risp-duisburg.de/abtpro/prolog/Broschuere_KAP_Internet.pdf ).
ART: gefördert BEGINN: 2009-04 ENDE: 2012-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Bundesministerium für Arbeit und Soziales Abt. VI Gruppe Soziales Europa GS2 Transnationale Maßnahmen, Bundesprogramm XENOS
INSTITUTION: Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V. -RISP- an der
Universität Duisburg-Essen (Heinrich-Lersch-Str. 15, 47057 Duisburg)
KONTAKT: Leiter (Tel. 0203-363-0331, Fax: 0203-363-2596,
e-mail: [email protected]); Bearbeiterin (Tel. 0203-3934-2959,
Fax: 0203-363-2596, e-mail: [email protected])
[177-L] Kreuzer, Arthur:
Prävention von Gewalt gegen Senioren: Bemerkungen zu rechtlichen und organisatorischen
Rahmenbedingungen, in: Bewährungshilfe : Soziales - Strafrecht - Kriminalpolitik, Jg. 57/2010,
H. 1, S. 88-105 (Standort: USB Köln(38)-Z334; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Begrifflichkeiten von Gewalt, Vernachlässigung und Misshandlung sind in jeweiligen
Kontexten von Strafrecht und sozialer Hilfe zu klären. Gewalt gegen Senioren wird nach Erscheinungsformen, Hintergründen und möglichen Ansätzen der Prävention durch Strafrecht,
Sozialrecht, ärztliche und soziale Pflegedienste, Aufsichtsstellen, private und ehrenamtliche
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2.3 Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
Mitarbeit dargestellt. Es wird unterschieden nach der Lage in öffentlichem Raum, häuslichfamiliärem Umfeld, häuslicher und Heimpflege sowie Krankenhäusern. Rechtliche, organisatorische und praktische Mängel sowie Möglichkeiten der Verbesserung werden aufgezeigt
vor allem für Justiz, Ärzteschaft, Pflegedienste und Heimaufsicht." (Autorenreferat)
[178-L] Kümpers, Susanne; Rosenbrock, Rolf:
Gesundheitspolitik für ältere und alte Menschen, in: Gerhard Naegele (Hrsg.) ; Britta
Bertermann (Mitarb.): Soziale Lebenslaufpolitik, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S.
281-308
INHALT: "Die Autoren befassen sich mit Gesundheitspolitik als Lebenslaufpolitik. In Anbetracht
der demografischen Entwicklung und des damit zusammenhängenden Drucks auf die sozialen
Sicherungssysteme plädieren sie für eine Gesundheitspolitik, die zum einen auf den Lebenslauf jeweils strategisch einbeziehende Präventionsstrategien basiert, und zum anderen auf solche gesundheitlichen Versorgungskonzepte zielt, die auf die spezielle Morbiditätsstruktur älterer Menschen einschließlich der damit verbundenen komplexen gesundheitlichen Versorgungsbedarfe jenseits der rein medizinischen ausgerichtet sind. Eine zentrale Begründung für
den Lebenslaufbezug auch in der Gesundheitspolitik liegt in der empirischen Evidenz von lebenslaufbedingten gesundheitlichen Einschränkungen und deren vielfacher Überlagerung
durch soziale Ungleichheiten, die sich im Lebenslauf kumulieren. Ein Ziel ist daher, gesundheitliche soziale Ungleichheit (auch) im Alter zu begrenzen bzw. zu vermeiden." (Autorenreferat)
[179-F] Lincke, Hans-Joachim, Dr. (Bearbeitung); Klie, Thomas, Prof.Dr. (Leitung):
Neue Architekturen des Sozialen - Fallstudien zum Welfare-Mix in ausgewählten Projekten
des Netzwerks Soziales Neu Gestalten
INHALT: Das Leben im Alter hat sich heute zu einem Experimentierfeld entwickelt. Im Rahmen
der Wohnprojekte von SONG wird die Entwicklung sozialer Netzwerke älterer Menschen gezielt begünstigt. Gesellschaftliche Partizipation und Selbstbestimmung sollen ermöglicht und
eine hohe Lebensqualität erreicht werden. Von der Überlegung ausgehend, dass Wohlfahrt im
Zusammenwirken unterschiedlicher Akteure entsteht, wurden Interviews mit Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn, Vertreter staatlicher Institutionen, privatwirtschaftlichen
Leistungsanbietern, Trägern der freien Wohlfahrtspflege sowie bürgerschaftlich engagierten
Personen geführt. Gegenstand der Befragung waren die spezifischen Logiken und Beiträge in
den Netzwerken der "gemischten Wohlfahrtsproduktion". ZEITRAUM: 2009 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
METHODE: Sechs qualitative Netzwerkanalysen zur Untersuchung von gemischter Wohlfahrtsproduktion. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Qualitatives Interview
(Stichprobe: 48; angehörige Netzwerke von 6 Personen in Wohnprojekten). Feldarbeit durch
Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Klie, Thomas; Lincke, Hans-Joachim: Eine neue Architektur des
Sozialen - sechs Fallstudien zum Welfare Mix. in: Netzwerk: Soziales neu gestalten (Hrsg.):
Zukunft Quartier - Lebensräume zum Älterwerden. Bd. 2. Gütersloh: Bertelsmann 2009, 302
S.
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2.3 Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
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ART: Auftragsforschung BEGINN: 2008-05 ENDE: 2009-05 AUFTRAGGEBER: Centrum für
Soziale Investitionen und Innovationen FINANZIERER: Auftraggeber
INSTITUTION: Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung an der Evangelischen Hochschule Freiburg (Bugginger Str. 38, 79114 Freiburg im Breisgau)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0761-47812-695, e-mail: [email protected])
[180-F] Lincke, Hans-Joachim, Dr. (Bearbeitung); Klie, Thomas, Prof.Dr. (Leitung):
Retrospektive: der Vormundschaftsgerichtstag und das deutsche Betreuungsrecht
INHALT: Die Weiterentwicklung des deutschen Betreuungsrechts ist mit der Geschichte des
Vormundschaftsgerichtstags (VGT) eng verwoben. Im Auftrag des VGT vollzieht das zze in
einer multidisziplinären Retrospektive dessen Entstehung aus der Sicht seiner WegbereiterInnen nach. Was hat zur "Jahrhundertreform" des Betreuungsrechts geführt und warum wird sie
international als beispielhaft angesehen? Welche Rolle haben Neue Soziale Bewegungen im
Wandel von einem entmündigenden Verfahren hin zu einer Betreuung für den Menschen gespielt? Welche Hoffnungen gab es, womit hat man nicht gerechnet, was ist unerledigt geblieben? Welche gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen gibt es? Die Entstehung des
VGT soll auf der Grundlage inhaltlicher und thematischer Akten- und Publikationsanalysen,
persönlicher Interviews und Statistiken im Zusammenhang mit gesellschaftlichen, politischen
und rechtlichen Entwicklungen mit qualitativen und quantifizierenden Methoden der Sozialwissenschaften ausgewertet und rekonstruiert werden. Ein fundierter Ausblick schließt die
Analyse ab und nimmt weitere Entwicklungen in den Blick. GEOGRAPHISCHER RAUM:
Bundesrepublik Deutschland
ART: keine Angabe BEGINN: 2009-01 ENDE: 2010-10 AUFTRAGGEBER: Vormundschaftsgerichtstag e.V. FINANZIERER: Auftraggeber
INSTITUTION: Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung an der Evangelischen Hochschule Freiburg (Bugginger Str. 38, 79114 Freiburg im Breisgau)
KONTAKT: Institution (Tel. 0761-47812-14, Fax: 0761-47812-699,
e-mail: [email protected])
[181-F] Newerla, Andrea, M.A. (Bearbeitung); Kelle, Udo, Prof.Dr.; Gronemeyer, Reimer,
Prof.Dr. (Betreuung):
Das Dilemma der Pflegekräfte: zwischen anerkennenden und instrumentellen Pflegestrategien - Wie sozialpolitische Rahmenbedingungen Handlungsoptionen professioneller Pflegekräfte im Umgang mit Menschen mit Demenz beeinflussen
INHALT: Menschen mit Demenz werden zunehmend aufgrund ihres für ihre Umwelt als "herausfordernd" empfundenen Verhaltens in Pflegeheimen stationär betreut. Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen stationärer Altenpflege durch die seit den 1990er Jahren
stattfindenden sozialpolitischen Umstrukturierungen im Gesundheits- und Pflegesektor erheblich und begrenzen die personellen und zeitlichen Ressourcen im Pflegehandeln, so dass Pflegekräfte im Pflegealltag schnell an die Grenzen des Machbaren stoßen. Mit Hilfe eines qualitativen Designs wurde in unterschiedlichen Pflegeeinrichtungen untersucht, wie professionelle Pflegekräfte Handlungsprobleme im Umgang mit Menschen mit Demenz in subjektiven
Stresssituationen bewältigen, welche Handlungsoptionen die Akteure auswählen und wie das
Pflegehandeln durch strukturelle Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Für viele Pflegekräfte
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2.3 Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
gestaltet es sich als schwierige Aufgabe, herauszufinden, welche Bedürfnisse BewohnerInnen
haben, vor allem dann, wenn diese Bedürfnisse nicht auf konventionelle Weise (die Bewohnerin teilt dies verbal mit) erfahrbar sind. Im Pflegealltag stehen Pflegekräfte also häufig vor
der Frage: Was möchte der/ die BewohnerIn? Bei Menschen mit eingeschränkter Kommunikationsmöglichkeit (z.B. bei schwerer Demenz) benötigen Pflegekräfte mehr Zeit, um herauszufinden, was die Bedürfnisse der einzelnen Personen sind, die sie zu pflegen und zu versorgen haben. Diese Zeit haben sie häufig aber nicht, weil durch eine "Quasi-Taylorisierung" der
Pflege die Handlungsspielräume extrem eingeschränkt wurden. Gleichzeitig sind sie dazu angehalten, den gesellschaftlichen Pflegeauftrag zu erfüllen, der anhand der Pflegeversicherung
geregelt und biopolitisch beeinflusst ist. Diese Analyse soll Aufschluss über die Zusammenhänge von sozialpolitischen Rahmenbedingungen und Handlungsoptionen von Pflegekräften
in Pflegesituationen geben. Ein besonderer Strukturkonflikt der Pflege kommt hier zum Ausdruck: das Dilemma zwischen Formalziel (was möchte der/ die BewohnerIn?) und dem Sachziel (zweckoptimierte, organisatorisch und betriebswirtschaftlich vertretbare Betriebsführung)
einer Organisation wie dem Pflegeheim. In diesem Rahmen müssen sich die Pflegekräfte bewegen und Pflege organisieren. Die "Macht der Akteure", aus diesem strukturellen Dilemma
auszubrechen, einen Unterschied zu machen (Giddens), hängt stark von den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen (Ausbildung, Zeit) ab.
ART: Dissertation; gefördert BEGINN: 2007-08 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Marburg, Graduiertenkolleg 884 "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit: Ursachen, Phänomenologie und Konsequenzen" (Gutenbergstr. 18, 35032 Marburg)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 6421 28-24310, e-mail: [email protected])
[182-F] Niechoj, Christoph (Bearbeitung); Strasser, Hermann, Prof.Dr.Ph.D. (Betreuung):
Bürgerschaftliches Engagement und Altersdemenz. Ein Ländervergleich zwischen Deutschland und der Schweiz
INHALT: keine Angaben GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland, Schweiz
ART: Dissertation ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Duisburg, Fak. für Gesellschaftswissenschaften, Institut für Soziologie Forschungsgruppe Sozialkapital (47048 Duisburg)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0203-379-1429, Fax: 0203-379-4350,
e-mail: [email protected])
[183-F] Rudert, Bettina (Bearbeitung); Stark, Wolfgang, Prof.Dr. (Betreuung):
Auswirkung des Qualitätsmanagements in der stationären Altenpflege. Eine empirische Untersuchung über die Außenwirkung der Qualitätsoffensive "Diakonie Siegel Pflege"
INHALT: Die Dissertation ist Teil eines Forschungsprojektes. Dieses Projekt soll untersuchen,
inwieweit die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems mit Hilfe eines Qualitätsleitfadens (Diakonie Siegel Pflege) in stationären Altenpflegeeinrichtungen Verbesserungen bzw.
Veränderungen bewirkt hat in Bezug auf die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. ZEITRAUM: 1995-2010 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
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2.3 Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
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METHODE: Diese Dissertation ist als Evaluationsstudie angelegt. Zur Exploration der Fragestellungen werden die Methoden der Fragebogenentwicklung, der schriftlichen und mündlichen
Befragung sowie der Dokumenten- und Textanalyse genutzt. DATENGEWINNUNG: Qualitatives Interview (Stichprobe: 30; Experten). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: Dissertation BEGINN: 2008-01 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Wissenschaftler
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Essen, Fak. für Bildungswissenschaften,
Institut für Psychologie Labor für Organisationsentwicklung -OrgLab- (45117 Essen)
KONTAKT: Kiefer, Bernd (Tel. 0234-475819)
[184-F] Schacke, Claudia, Prof.Dr.; Philipp-Metzen, Elisabeth, Dr.; Steinhusen, Constanze, Dipl.Päd. (Bearbeitung); Zank, Susanne, Univ.-Prof.Dr. (Leitung):
Potentiale und Risiken in der familialen Pflege
INHALT: 1. Entwicklung eines Instruments zur Früherkennung von Risiken und Ressourcen zur
Prävention von Gewalt in der häuslichen Pflege älterer Menschen. 2. Evaluation der Präventionsmaßnahme.
METHODE: Übertragung von best-practice-Ansätzen aus anderen Bereichen (Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe) auf den Bereich der häuslichen Pflege älterer Menschen, Nutzung wissenschaftlicher und praktischer Expertise. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, offen (Literaturrecherchen zu best-practice-Ansätzen zur
Prävention von Gewalt in der Pflege). Gruppendiskussion (Stichprobe: 20; Expertendiskussion -internationaler Workshop-). Qualitatives Interview (Stichprobe: 10; Experten). Standardisierte Befragung, face to face (Stichprobe: 100; Evaluation der Präventionsmaßnahme, Implementierung durch Workshops). Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe: 100; Evaluation der Maßnahme in den einzelnen Einrichtungen). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen
des Projekts.
ART: gefördert BEGINN: 2009-12 ENDE: 2013-05 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
INSTITUTION: Universität Siegen, FB 02 Erziehungswissenschaft und Psychologie, Fach Psychologie Lehrstuhl Klinische Psychologie - Beratung, Gesundheit, Prävention (57068 Siegen)
[185-L] Scheider, Alban:
"Spiritual care" am Lebensende: eine empirische Studie zu Formen des modernen Sterbens,
Saarbrücken: VDM Verl. Dr. Müller 2008, VI, 186 S., ISBN: 978-3-8364-6260-0
INHALT: "Der 'gute Tod' tritt in der Moderne als der Tod auf, der entdeckt, versprachlicht und
dargestellt wird. Das Hospiz und die Praxis der Palliativmedizin schaffen dazu neue Formen
des Sterbens, in denen der Patient selbst als authentischer Sprecher entscheidet, wie mit ihm
verfahren werden soll. Ein multiprofessionelles und interdisziplinäres Team schafft auf der
Palliativstation neues Wissen um das Sterben und seine Vorgänge und bietet gleichzeitig
Strategien an, wie man dort dem Tod begegnen kann. Der hohe Anspruch einer ganzheitlichen Patientenbetreuung fordert eine multiperspektive Sichtweise auf die Bedürfnisse und
Wünsche des Sterbenden. Der Autor Alban Scheider macht sich auf die Suche nach Semantiken und deren Problemlösungskompetenz und kommt zu dem Schluss, dass ärztliches Handeln am Körper des Patienten nicht mehr alleine im Vordergrund des palliativmedizinischen
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soFid Soziale Probleme 2010/2
2.3 Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
Kontextes steht, sondern authentisches Sprechen von vielen Akteuren hinzutritt. Mit dem
Konzept der 'spiritual care' lässt sich dabei eine Steigerungsformel guter palliativmedizinischer Arbeit beschreiben." (Autorenreferat)
[186-F] Schüler, Gerhard, Dr. (Bearbeitung); Klaes, Lothar, Dr. (Leitung):
Neue Tätigkeitsprofile für Arzthelferinnen und medizinische Fachangestellte in der Versorgung älterer Menschen
INHALT: Medizinische Fachangestellte (med. FA) sollen künftig stärker in die medizinische
Versorgung einbezogen werden. Um sie hierfür zu qualifizieren, wurde von der BÄK (Bundesärztekammer) das Curriculum "Ambulante Versorgung älterer Menschen" entwickelt. Daneben existieren weitere Fortbildungskonzepte, z.B. "VERAH - Versorgungsassistentin in der
Hausarztpraxis". Die Weiterbildung "Ambulante Versorgung älterer Menschen" besteht aus
einem theoretischen Teil, nach dessen Abschluss sich eine Praxisphase mit Hausbesuchen anschließt. Am Ende steht ein Colloquium, nach dessen Bestehen die Teilnehmerinnen das Fortbildungszertifikat erhalten. Die BÄK hat Ende Oktober 2008 dem WIAD den Auftrag erteilt,
in enger Kooperation mit der Landesärztekammer Schleswig-Holstein die Fortbildung und
deren Effekte in der ärztlichen Praxis sowie die Akzeptanz bei den Patienten zu evaluieren.
GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
METHODE: Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Gruppendiskussion;
Qualitatives Interview (Stichprobe: 20; Experten). Standardisierte Befragung, schriftlich
(Stichprobe: 80; MFA. Stichprobe: 80; Ärzte. Stichprobe: 1.000; Patienten). Feldarbeit durch
Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: Auftragsforschung BEGINN: 2009-01 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: Bundesärztekammer - Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern FINANZIERER: Auftraggeber
INSTITUTION: Wissenschaftliches Institut der Ärzte Deutschlands e.V. -WIAD- (Ubierstr. 78,
53173 Bonn)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0228-8104-141, e-mail: [email protected])
[187-L] Volz, Jessica:
Effiziente Altenpflege in Amerika?: wie US-Gerontologen gegen den Pflegenotstand
vorgehen, Marburg: Tectum Verl. 2009, XXXVIII, 98 S., ISBN: 978-3-8288-2057-9
INHALT: "Deutsche sind heute im Durchschnitt mit 42 Jahren bereits 14 Jahre älter als der Weltdurchschnitt. In den kommenden Jahrzehnten wird die Zahl der Betagten und Hochbetagten
weiter ansteigen - und damit auch deren Pflegekosten. Wird das knappe Personal in der Lage
sein, all jene menschenwürdig zu pflegen? Die Autorin vergleicht erstmals Altenpflege in
Deutschland und den USA. Da die gerontologische Forschung jenseits des Atlantiks eine längere Tradition als hierzulande aufweist, sind von dort Impulse für eine effiziente und dennoch
würdevolle Pflege zu erwarten. Neben den rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen widmet sich die Monografie den Einrichtungskategorien, -trägerschaften und -größen,
Berufsbildern der Altenpflege, Qualifikationsmöglichkeiten, der Qualitätssicherung sowie
dem eigentlichen Pflegeprozess. Detailliert beurteilt die Autorin beide Systeme und leitet daraus Handlungsempfehlungen für eine effektive und effiziente Altenpflege in Deutschland ab."
(Autorenreferat)
soFid Soziale Probleme 2010/2
2.3 Hilfsbedürftigkeit und Dienste im Alter
111
[188-L] Welti, Felix:
Das Spannungsfeld von Pflege und Behinderung, in: Sozialer Fortschritt : unabhängige
Zeitschrift für Sozialpolitik, Jg. 59/2010, H. 2, S. 39-46 (Standort: USB Köln(38)-Haa1098; Kopie
über den Literaturdienst erhältlich; dx.doi.org/10.3790/sfo.59.2.39)
INHALT: "CDU/ CSU und SPD hatten für die 16. Wahlperiode ein Gesamtkonzept der Versorgung pflegebedürftiger, behinderter und alter Menschen in Aussicht gestellt. Ihre Reformen
haben diesen Anspruch nicht eingelöst. Begriffe, Institutionen und Verfahren des deutschen
Sozialrechts, die sich auf Pflege und auf Behinderung beziehen, sind nicht aufeinander abgestimmt. Das ist ein Problem, weil pflegebedürftige Menschen immer auch behindert sind und
Unterstützung durch verschiedene Systeme benötigen. Die deutsche Pflegeversicherung ist
nicht in gleichem Maße wie das Rehabilitationsrecht auf Selbstbestimmung, Teilhabe und Inklusion ausgerichtet. Sie ist mehr auf Versorgung denn auf einen menschenrechtlichen Ansatz
ausgerichtet. Durch die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen stehen Pflege
und Behinderung auf der Tagesordnung der 17. Wahlperiode." (Autorenreferat)
112
3.1
soFid Soziale Probleme 2010/2
3.1 Jugendliche und erwachsene Behinderte
Jugendliche und erwachsene Behinderte, Lebensbedingungen
und schulische Integration
[189-L] Aichele, Valentin:
Behinderung und Menschenrechte: die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit
Behinderungen, in: Aus Politik und Zeitgeschichte : Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament,
2010, H. 23, S. 13-19 (www.bpb.de/files/VFM4HO.pdf)
INHALT: "Die UN-Konvention erfordert die Verschiebung des Blickwinkels: Menschen mit Behinderungen sind als Akteure zu begreifen, die fundamentale Rechte haben und auch einfordern. Der Anspruch der Konvention, ihre Rechte zu gewährleisten, ist der neue Maßstab für
das staatliche Handeln in Deutschland." (Autorenreferat)
[190-F] Bente, Gary, Univ.-Prof.Dr. (Leitung):
Phänomenologie und Neurobiologie seiner Störungen beim hochfunktionalen Autismus
(Teilprojekt im Rahmen des Verbundprojekts "Sozialer Blick")
INHALT: Im Rahmen des Projektes "Sozialer Blick" übernimmt das Department Psychologie,
Sozialpsychologie und Medienpsychologie die sozialpsychologische Grundlagenforschung.
Das Forschungsprojekt untersucht die Wahrnehmung von sozialem Blickverhalten durch
Menschen mit hochfunktionalem Autismus oder Aspergersyndrom im Vergleich zu gesunden
Kontrollprobanden. Das Ziel des Projektes ist es, mögliche Defizite in der Wahrnehmung sozialer Reize bei hochfunktionalem Autismus genau zu beschreiben. Hierdurch werden die
Grundlagen für computergestützte Trainingsprogramme gelegt, die dazu dienen können, bestehende Defizite zu überwinden.
METHODE: Mit Hilfe von computergenerierten Avataren werden in experimentellen Paradigmen verschiedene Situationen sozialer Interaktion dargestellt, die von den Teilnehmern bestimmte Reaktionen erfordern. Hierbei werden behaviorale Daten erfasst sowie Eye-tracking
und physiologische Messungen. Die Reaktionen der Teilnehmer erlauben Rückschlüsse über
ihre Fähigkeiten, die sozialen Situationen korrekt zu interpretieren. Untersuchungsdesign:
Querschnitt DATENGEWINNUNG: Experiment (Stichprobe: 320; Auswahlverfahren: Zufall).
Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Schwartz, C.; Bente, G.; Gawronski, A.; Schilbach, L.; Vogeley,
K.: Responses to nonverbal behaviour of dynamic virtual characters in high-functioning autism. in: Journal of Autism and Developmental Disorders, retrieved January 14, 2010. See:
www.springerlink.com/content/yg648jl603q64817/ .
ART: gefördert BEGINN: 2007-01 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Bundesministerium für Bildung und Forschung
INSTITUTION: Universität Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Psychologie
Professur Sozialpsychologie II (Herbert-Lewin-Straße 2, 50931 Köln)
KONTAKT: Leiter (Tel. 0221-4702347, e-mail: [email protected])
[191-F] Boenisch, Jens, Prof.Dr. (Bearbeitung):
Kinder ohne Lautsprache
soFid Soziale Probleme 2010/2
3.1 Jugendliche und erwachsene Behinderte
113
INHALT: 1. Bundesweite Erfassung der kommunikativen Situationen von Kindern ohne Lautsprache an Schulen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung; 2.
Grundlagenforschung; 3. Verhältnis von Kommunikationsförderung/ UK-Förderung und
Sprachtherapie; 4. Erfolge der UK-Förderung und der Sprachtherapie bei Kindern ohne (verständliche) Lautsprache an Schulen für Körperbehinderte. ZEITRAUM: 2003-2004 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
METHODE: Kommunikations- und professionstheoretische Analyse; quantitative Studie
(N=1.665; über 80 Items pro Fragebogen). Untersuchungsdesign: fast Totalerfassung BRD
DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, schriftlich. Feldarbeit durch Mitarbeiter/innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Boenisch, Jens: Kinder ohne Lautsprache. Grundlagen, Entwicklungen und Forschungsergebnisse zur unterstützten Kommunikation. Internationale Forschungsreihe zur Sonderpädagogik. Karlsruhe: v. Loeper 2009, 191 S. ISBN 978-3-86059211-3.
ART: Eigenprojekt BEGINN: 2003-01 ENDE: 2009-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Wissenschaftler
INSTITUTION: Universität Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik
und Rehabilitation Professur für Pädagogik für Menschen mit Beeinträchtigungen der körperlichen und motorischen Entwicklung (Klosterstr. 79b, 50931 Köln)
KONTAKT: Bearbeiter (e-mail: [email protected])
[192-L] Bösl, Elsbeth:
Die Geschichte der Behindertenpolitik in der Bundesrepublik aus Sicht der Disability
History, in: Aus Politik und Zeitgeschichte : Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, 2010, H.
23, S. 6-12 (www.bpb.de/files/VFM4HO.pdf)
INHALT: "Von der Warte der kulturalistisch orientierten Disability History aus werden die Herstellung von Behinderung im Gesellschaftssystem der Bundesrepublik und die Formierung
der Behindertenpolitik untersucht. So lassen sich die hinter Behinderung stehenden Prozesse
der Kategorisierung und ihre Wurzeln aufzeigen." (Autorenreferat)
[193-L] Bösl, Elsbeth:
Politiken der Normalisierung: zur Geschichte der Behindertenpolitik in der Bundesrepublik
Deutschland, (Disability Studies : Körper - Macht - Differenz), Bielefeld: transcript Verl. 2009,
404 S., ISBN: 978-3-8376-1267-7
INHALT: Ziel der vorliegenden Studie ist es, die Behinderung als Untersuchungsgegenstand in
der bundesrepublikanischen Zeitgeschichte zu stärken und damit indirekt auch für Behinderung als allgemeine Differenzierungskategorie der Geschichtswissenschaft zu werben. Als
kulturalistische Untersuchung, die sich an einem Modell von Behinderung aus den Dis/ability
Studies orientiert, fragt sie nach den historischen Prozessen der Konstruktion von Andersheit
und Normalität im Kontext gesellschaftlicher und kultureller Rahmungen. Im ersten Kapitel
werden die diskursiven Konstruktionen von Behinderung, die Sprachregelungen und Argumentationsmuster sowie typische Inhalte und Wertungen des wissenschaftlichen und politischen Behinderungsdiskurses analysiert. Ziel ist es darzustellen, wie aus verkörperten Andersheiten in einem komplexen Benennungsprozess wissenschaftliche und politische Behin-
114
soFid Soziale Probleme 2010/2
3.1 Jugendliche und erwachsene Behinderte
derungsbegriffe entstanden sind und mit welchen Kategorien sie belegt wurden. Im zweiten
Kapitel werden die Aushandlungsprozesse innerhalb des komplexen behindertenpolitischen
Akteursnetzwerks sowie die damit verbundenen Thematisierungsmechanismen und -konjunkturen diskutiert, unter anderem am Beispiel des Contergankomplexes. Der dritte Themenblock ist der Rehabilitation als Kernstrategie im Umgang mit Behinderung gewidmet, während das vierte Kapitel die Prothetik und den Abbau von baulichen und technischen Alltagsbarrieren in den Blick nimmt. Die Untersuchung schließt mit einer kritischen Bilanz der Behindertenpolitik in der Reformära der Bundesrepublik. (ICI2)
[194-L] Dotter, Franz:
Hörbehindert = gehörlos oder resthörig oder schwerhörig oder hörgestört oder
hörgeschädigt oder hörsprachbehindert oder hörbeeinträchtigt?, in: SWS-Rundschau, Jg.
49/2009, H. 3, S. 347-368 (Standort: USB Köln(38)-XH05177; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich)
INHALT: "Der vorliegende Artikel versucht die Frage zu beantworten, wie es sein kann, dass
bloß der nicht bzw. nicht vollständig gegebene Zugang zu akustischer Kommunikation für
hörbehinderte (schwerhörige und gehörlose) Menschen zu massiven Benachteiligungen bezüglich Bildungs-, Berufs- und damit Lebenschancen führt. Aus der 'realpolitischen' Perspektive der hörenden Mehrheitsgesellschaft ist die Antwort: Hörbehinderte Menschen besitzen
entweder keine für den 'normalen' gesellschaftlichen Wettbewerb ausreichende Kommunikationsfähigkeit oder fordern - verbunden mit dieser - sogar einen Status als Sprachminderheit,
dessen Umsetzung enorme Kosten verursachen würde. Aus wissenschaftlicher Perspektive ergibt sich die Antwort, dass einflussreiche Gruppen einschlägig tätiger ExpertInnen über die
Zusammenhänge von Sprache und Kognition entweder viel zu geringe Kenntnisse haben oder
diese zugunsten gesprochener Sprache verfälschen." (Autorenreferat)
[195-L] Fröhlich, Christian:
Ausschluss vs. Integration?: der gesellschaftliche Umgang mit Behinderung in Russland und
Deutschland, in: SWS-Rundschau, Jg. 49/2009, H. 3, S. 293-313 (Standort: USB Köln(38)XH05177; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der vorliegende Beitrag argumentiert, warum ein Vergleich des Umgangs mit behinderten Menschen in verschiedenen Gesellschaften fruchtbar ist. Wenn Behinderung eine sozial konstruierte Kategorie für die negative Bewertung bestimmter körperlicher und psychischer Eigenschaften ist, dann wirft dies die Frage auf, welche Auswirkungen das auf den gesellschaftlichen Umgang mit den betroffenen Individuen hat. Am Beispiel von Russland und
Deutschland werden die jeweiligen Entwicklungslinien der Behindertenpolitiken vergleichend nachvollzogen und diese mit Ergebnissen einer vergleichenden Studie über Einstellungen zu Behinderung in diesen beiden Gesellschaften kontrastiert. Obwohl ein allgemeiner
Wandel zur Anerkennung von behinderten Menschen als gleichwertige Mitglieder in beiden
Gesellschaften vollzogen wird, lassen sich doch im gesellschaftlichen Umgang deutliche Unterschiede in der Implementierung erkennen." (Autorenreferat)
soFid Soziale Probleme 2010/2
3.1 Jugendliche und erwachsene Behinderte
115
[196-F] Gröhl, Kathrin, Dipl.-Pol. (Bearbeitung); Waldschmidt, Anne, Univ.-Prof.Dr.rer.pol. (Betreuung):
Zum Verhältnis von Antidiskriminierungs- und Sozialpolitik: eine vergleichende Analyse
der Behindertenpolitik in Deutschland und der Europäischen Union
INHALT: Im Mittelpunkt des Dissertationsprojekts steht die Analyse des Verhältnisses von europäischer Integration und nationalstaatlicher "policy". Dabei benutzt das Forschungsvorhaben
Theorien der Europäischen Integration, Wohlfahrtsstaatstheorie und den Wohlfahrtsstaatsvergleich. Konkret soll die Europäisierung von drei Politikfeldern der Behindertenpolitik - Existenzsicherung, Arbeitsmarktintegration und Bürgerrechtspolitik (vgl. Maschke 2007, S. 59ff.)
- und ihre Konsequenzen für den sozialpolitischen Schutz behinderter Menschen in vergleichender Perspektive analysiert werden: Die Situation in Deutschland steht im Mittelpunkt,
Großbritannien und Schweden bilden die Vergleichsländer. Trotz einiger empirischer Studien
befindet sich die Europäisierungsforschung noch in ihren Anfängen. Das weitreichendste
Konzept der Europäisierung stammt von Claudio Radaelli, der einen Analyserahmen für die
empirische Untersuchung der Europäisierung entworfen hat (Radaelli 2003). In dem Forschungsprojekt soll dieses Konzept auf die Behindertenpolitik der Bundesrepublik Deutschland übertragen und ein Beitrag zur Europäisierungsforschung geleistet werden. Die forschungsleitende Fragestellung lautet: Gibt es eine Europäisierung der deutschen Behindertenpolitik und wenn ja, was wurde europäisiert (nationale Makro-Strukturen; Public Policy; kognitive und normative Strukturen) und in welchem Ausmaß fand Europäisierung statt? Außerdem geht es in dem Dissertationsprojekt um die Frage nach dem aktuellen und zukünftigen
"Charakter" einer Europäischen Sozialpolitik. Bisherige Forschungsergebnisse zeigen, dass
die Europäische Union in Bezug auf redistributive Politik ein eher schwaches Profil hat, während ihr Aktionsradius im Bereich regulativer Politik, wozu auch die europäischen Antidiskriminierungspolitiken gehören, weitaus größer ist. Welche Auswirkungen hat diese "stille Antidiskriminierungsrevolution" (Leibfried 2006, S. 526)? Lässt sich am Beispiel von Menschen
mit Behinderungen beobachten, dass es durch eine Ausweitung regulativer Gleichstellungspolitik zu einer Verdrängung sozialer Schutzpolitiken kommt? Das Dissertationsprojekt beruht auf Forschungsergebnissen des vom 01.04.2007 bis 31.03.2009 an der Internationalen
Forschungsstelle Disability Studies (iDiS) durchgeführten Drittmittelprojekts "Soziale Teilhabe in Europa - eine Studie zu den Ordnungsprinzipien europäischer Sozial- und Gleichstellungspolitiken am Beispiel der Politiken für behinderte Menschen auf supranationaler und nationaler Ebene" ( idis.uni-koeln.de/forschung/projekte/europa/ ). GEOGRAPHISCHER
RAUM: Bundesrepublik Deutschland, Europäische Union
ART: Dissertation BEGINN: 2008-01 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik
und Rehabilitation Professur für Soziologie, Politik der Rehabilitation, Disability Studies
(Frangenheimstr. 4, 50931 Köln)
KONTAKT: Institution, Sekretariat (Tel. 0221-470-6891,
e-mail: [email protected])
[197-L] Haase, Kristina:
Alkoholismus bei Menschen mit einer geistigen Behinderung, : Diplomica Verl. 2009, 108 S.,
ISBN: 978-3-8366-7220-7
116
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3.1 Jugendliche und erwachsene Behinderte
INHALT: Die Diplomarbeit zum Thema "Alkoholismus bei Menschen mit einer geistigen Behinderung" rückt Fragen der Prävalenz in den Vordergrund. Einige kleinere Studien sind dazu
bisher erschienen und werden knapp vorgestellt. Gefolgt wird die Annäherung an die Prävalenz vom Trinkverhalten bei Menschen mit geistiger Behinderung und den Auswirkungen
von Alkoholismus. Im Vordergrund steht hier der Vergleich mit der Allgemeinpopulation.
Die Fragestellung, ob es Unterschiede gibt, hat Priorität. Ein weiterer Aspekt, warum Menschen mit geistiger Behinderung eine spezielle Risikogruppe darstellen, wird anschließend
diskutiert. Den Abschluss dieses Abschnittes bilden spezielle Problematiken, Präventionsmöglichkeiten und der Gebrauch anderer Drogen. Im letzten Teil werden therapeutische Interventionsmöglichkeiten aufgezeigt. Hier werden Erkenntnisse aus beiden Bereichen (Behindertenhilfe und Suchtkrankenhilfe) verbunden. (ICA2)
[198-F] Herz, Birgit, Prof.Dr.phil. (Bearbeitung):
Verhaltensstörungen: inklusive Erziehung/ Bildung in Finnland und Deutschland
INHALT: 17.12.2008 Ratifizierung der UN-Konvention über Rente bei Menschen mit Behinderung: 1. Iklusive schulische und außerschulische Bildung und Erziehung bei Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen. 2. Inklusive Praxis in Finnland EU-weit exzellent. 3.
Bedeutung von Prävention und gemeindenahen Unterstützungssystemen. 4. Stellenwert der
Gesamtschule. Zwischenergebnis: Sonderschulleiterausbildungen verändern Kooperationsnetzwerke. ZEITRAUM: 2007-2012 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland, Finnland
METHODE: qualitative Sozialforschung
VERÖFFENTLICHUNGEN: Herz, B.; Kuorelahti, M. (eds.): Cross-categorical special education needs in Finland and Germany. Münster, New York, München, Berlin: Waxmann 2007.++
+Herz, B.; Kuorelahti, M.: Integrative Förderung in Finnland. in: Zeitschrift Heilpädagogik,
Jg. 56, 2005, H. 9, S. 330-334.
ART: gefördert AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutscher Akademischer Austauschdienst -DAADINSTITUTION: Universität Hannover, Philosophische Fakultät, Institut für Sonderpädagogik
Abt. Pädagogik bei Verhaltensstörungen (Schloßwender Str. 1, 30159 Hannover)
KONTAKT: Bearbeiterin (e-mail: [email protected])
[199-L] Hollander, Jutta:
Lebenswelten im Alter: Konvergenzen von Altenhilfe und Behindertenhilfe, Münster 2009,
236 S. (Graue Literatur; nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:6-78489575971)
INHALT: "Die Auswirkungen des demografischen Wandels zeigen sich bereits heute beispielsweise in der Vielzahl von neuen individuellen Lebensstilen älterer Menschen. Erstmals erreichen auch Menschen mit Behinderungen ein höheres Alter, in dem entscheiden müssen, wie,
wo und mit wem sie alt werden möchten. In Zukunft ist anzunehmen, dass sie unter den Prämissen 'Selbstbestimmung und Partizipation' immer mehr zu einem Teil der Gruppe älterer
Menschen werden und ihre eigenen Stile entwickeln werden. Doch fehlen ihnen häufig Vorbilder und Orientierungen, die sie zu mehr Autonomie führen können. Die Lebenswelt des
einzelnen alten Menschen mit und ohne Behinderung sowie eine personzentrierte Herange-
soFid Soziale Probleme 2010/2
3.1 Jugendliche und erwachsene Behinderte
117
hensweise bieten Ansatzpunkte wie Menschen darin unterstützt werden können, ihr Alter(n)
selbst gestalten und meistern zu können." (Autorenreferat)
[200-L] Kulzer, Barbara:
Strukturelle Gewalt gegen Menschen mit Behinderung: Untersuchung an
Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe, Saarbrücken: VDM Verl. Dr. Müller 2008, 102 S.,
ISBN: 978-3-8364-8370-4
INHALT: "Die betreuten Wohnformen für Menschen mit Behinderung haben sich in den letzten
Jahrzehnten ständig weiterentwickelt. Die Entwicklung geht von ländlicheren Großeinrichtungen mit sehr fremdbestimmten Strukturen hin zu kleineren Wohnformen. Die Umsetzung
neuerer Grundsätze, wie Empowerment und Normalisierung, gibt bei den Bewohnern eine
umfassendere Bedürfnisbefriedigung, sowie mehr Raum für Selbstverwirklichung und damit
soll eine höhere Lebensqualität erreicht werden. Was versteht man überhaupt unter struktureller Gewalt und wo ist diese in den Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe zu finden? Wirken die neueren Grundsätze dem Vorherrschen von struktureller Gewalt entgegen und welche
veränderten Bedingungen spielen eventuell noch eine Rolle? Dies sind Fragen, die die Autorin in diesem Buch versucht zu beantworten." (Autorenreferat)
[201-L] Luciak, Mikael:
Behinderung oder Benachteiligung?: SchülerInnen mit Migrationshintergrund und
ethnische Minderheiten mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Österreich, in: SWSRundschau, Jg. 49/2009, H. 3, S. 369-390 (Standort: USB Köln(38)-XH05177; Kopie über den
Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Im österreichischen Schulwesen ist die Zuerkennung von sonderpädagogischer Förderung von der Feststellung einer physischen oder psychischen Behinderung abhängig. Ziel dieses Beitrags ist es, anhand statistischer und qualitativ erhobener Daten auf schichtspezifische,
ethnisch-kulturelle und geschlechtsspezifische Disparitäten in der Population von SonderschülerInnen, in der so genannte lern- oder leistungsbehinderte SchülerInnen den größten Anteil haben, hinzuweisen und die Nachteile der gängigen Praxis von Sonderschulüberweisungen aufzuzeigen. Im schulischen Kontext werden sozial benachteiligte SchülerInnen zu SchülerInnen mit Behinderungen, ein Umstand, der für sie weitreichende negative Konsequenzen
hat. Daher bedarf es inklusiver Strukturen im Bildungsbereich, die der Heterogenität der
SchülerInnen besser gerecht werden und zur Beseitigung von Ungleichheiten im Bildungswesen führen." (Autorenreferat)
[202-L] Naue, Ursula:
Österreichische Behindertenpolitik im Kontext nationaler Politik und internationaler
Diskurse zu Behinderung, in: SWS-Rundschau, Jg. 49/2009, H. 3, S. 274-292 (Standort: USB
Köln(38)-XH05177; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der vorliegende Artikel setzt sich mit österreichischer Behindertenpolitik auseinander. Er behandelt die Frage, welche nationalen und internationalen Kontexte und Einflüsse
dieses Feld prägen, welche Faktoren und Kategorien die unterschiedlichen Entwicklungen im
118
soFid Soziale Probleme 2010/2
3.1 Jugendliche und erwachsene Behinderte
Politikfeld Behindertenpolitik bestimmen und wie das Spannungsfeld im Bereich von Behindertenpolitik strukturiert ist. Der Artikel ist als politikwissenschaftlicher Vergleich angelegt
(Österreich, Schweden, USA), indem der Einfluss der USA und Schwedens auf österreichische Behindertenpolitik analysiert wird. Es wird herausgearbeitet, aus welchen historischen
Gegebenheiten sich österreichische Behindertenpolitik entwickelt hat, wie sie gegenwärtig
formuliert wird und welche zukünftigen Entwicklungen zu erwarten sind." (Autorenreferat)
[203-L] Stöppler, Thomas:
Ja zur Vielfalt (sonder-)pädagogischer Angebote, in: Aus Politik und Zeitgeschichte : Beilage
zur Wochenzeitung Das Parlament, 2010, H. 23, S. 19-24 (www.bpb.de/files/VFM4HO.pdf)
INHALT: "Ein inklusives Bildungssystem garantiert die Realisierung lebenslanger Bildungsansprüche auch von Menschen mit Behinderungen. Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren können mit ihren differenzierten Angeboten im Bereich der Sonderpädagogik
im Einzelfall einen wesentlichen Beitrag leisten." (Autorenreferat)
[204-L] Waldschmidt, Anne:
"Normalität" und "Behinderung" im Alltagswissen: Diskursanalyse eines Internetforums,
in: SWS-Rundschau, Jg. 49/2009, H. 3, S. 314-336 (Standort: USB Köln(38)-XH05177; Kopie
über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Mit Hilfe der Diskursanalyse untersucht der Beitrag folgende Fragen: Wie werden im
massenmedial vermittelten Alltagswissen die Diskursgegenstände 'Normalität' und 'Behinderung' konstruiert? Wie werden Grenzziehungen gestaltet? Das empirische Material, das quantitativen Zählungen und qualitativer Kategorisierung unterzogen wurde, entstammt einem Internetforum über Bioethik. Im Ergebnis zeigt die Analyse, dass erstens die Sprecherposition
'Wir Normalen' dominant ist. Zweitens wird der diskursive Gegenstand 'Behinderung' als auffällig markantes Stereotyp, dagegen 'Normalität' als Leerformel konstituiert. Drittens erweisen sich 'das behinderte Kind' und 'die Behinderten' als zentrale Begrifflichkeiten. Viertens
enthüllt die Analyse zwei Diskursstrategien: Die eine Position bemüht sich um die Dichotomisierung von Grenzziehungen zwischen Behinderung und Normalität, die andere plädiert für
eine Flexibilisierung. Insgesamt werden sowohl Kontinuitäten als auch Verschiebungen im
aktuellen Behinderungsdiskurs sichtbar." (Autorenreferat)
[205-F] Wegner, Martina, Dr.; Kern, Susanne (Bearbeitung); Klie, Thomas, Prof. (Leitung):
Bestandsaufnahme: Alter und Behinderung
INHALT: Der Fachverband Evangelische Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie in Bayern e.V.
(FEBS) sowie die Landesarbeitsgemeinschaft Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (LAG
CBP) Bayern haben das zze im September 2008 mit einer Bestandsaufnahme zum Thema 'Alter und Behinderung' in ihren Einrichtungen beauftragt. Die Bestandaufnahme beinhaltet sowohl die Erhebung der Alterstruktur in Wohnheimen, Werkstätten, Tagesstätten und der Offenen Behindertenarbeit und des sozialpsychiatrischen Dienstes der Auftraggeber, als auch
die Evaluierung vorhandener Konzepte zur Betreuung und Unterstützung von Menschen mit
soFid Soziale Probleme 2010/2
3.1 Jugendliche und erwachsene Behinderte
119
Behinderung im höheren Alter. Sie erfolgt als Vollerhebung und wird mittels ausdifferenzierter Fragebögen durchgeführt.
ART: keine Angabe BEGINN: 2008-09 AUFTRAGGEBER: FEBS, LAG CBP FINANZIERER:
Auftraggeber
INSTITUTION: Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung an der Evangelischen Hochschule Freiburg (Bugginger Str. 38, 79114 Freiburg im Breisgau)
KONTAKT: Institution (Tel. 0761-47812-14, Fax: 0761-47812-699,
e-mail: [email protected])
[206-L] Wocken, Hans:
Über Widersacher der Inklusion und ihre Gegenreden, in: Aus Politik und Zeitgeschichte :
Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, 2010, H. 23, S. 25-31
(www.bpb.de/files/VFM4HO.pdf)
INHALT: "Die UN-Behindertenrechtskonvention wird allgemein begrüßt. Der Autor benennt,
welche gesellschaftlichen Gruppen sich gleichwohl gegen die darin geforderte Inklusion behinderter Schülerinnen und Schüler aussprechen. Es werden ihre typischen Argumentationsfiguren und -strategien beschrieben und problematisiert." (Autorenreferat)
3.2
Berufliche Rehabilitation und Integration Behinderter
[207-L] Biewer, Gottfried; Fasching, Helga; Koenig, Oliver:
Teilhabe von Menschen mit einer intellektuellen Beeinträchtigung an Bildung, Arbeit und
Forschung, in: SWS-Rundschau, Jg. 49/2009, H. 3, S. 391-403 (Standort: USB Köln(38)XH05177; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Ein vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) gefördertes Forschungsprojekt
am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien versucht, Partizipationserfahrungen von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung zu erfassen, die sich an der Nahtstelle
zwischen Schule und Beruf oder bereits im Arbeitsleben befinden. Neben der in Österreich
für diese Personengruppe erstmals durchgeführten bundesweiten quantitativen Erhebung
(Übergangsverläufe von der Schule in den Beruf und Strukturdaten für den Arbeitsmarkt)
zielt das Projekt primär auf die Rekonstruktion der Perspektive der Betroffenen mit qualitativen Methoden. In einer Längsschnittstudie werden auf Basis der Grounded Theory Daten zu
den Erfahrungen in beiden Gruppen (Jugendliche und junge Erwachsene in der Übergangsphase sowie bereits im Arbeitsleben Stehende) bearbeitet. Mit der Einbeziehung von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung in die Interpretation und Validierung qualitativer
Daten durch eine Referenzgruppe leistet das Projekt einen Beitrag zur Methodenentwicklung
im Bereich partizipativer Forschung." (Autorenreferat)
[208-F] Friedrich-Gärtner, Lene, M.Sc.; Kaul, Thomas, Prof.Dr.; Menzel, Frank, Dipl.-Soz.Wiss.
(Bearbeitung); Niehaus, Mathilde, Univ.-Prof.Dr.rer.nat.Dr.phil.habil. (Leitung):
Zugangswege junger Menschen mit Behinderung in Ausbildung und Beruf
120
soFid Soziale Probleme 2010/2
3.2 Berufliche Rehabilitation und Integration Behinderter
INHALT: Ziel der Studie ist es, einen Überblick über die in den Bundesländern vorstrukturierten
Wege und Zugangschancen von jungen Menschen mit Behinderung, insbesondere mit einem
Potenzial für eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (vgl. Paragraph 38a SGB
IX), in Ausbildung und Beschäftigung und ihrer jeweiligen spezifischen Rahmenbedingungen
herzustellen. Dabei sollen sowohl statistische Angaben als auch einschlägige pädagogische
Konzepte berücksichtigt werden. 1. Sichtung und Erfassung von vorhandenen Datenquellen
in den einzelnen Bundesländern; 2. Zusammenfassung und Auswertung der Erkenntnisse über
die unterschiedlichen Wege junger Menschen mit Behinderung in Ausbildung und Beruf; 3.
Überprüfung von betrieblichen Standards und Rahmenbedingungen für die Ausbildung junger
Menschen mit Behinderung anhand einer Sekundärdatenanalyse; 4. Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Berufsbildungspolitik. GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
METHODE: Mithilfe einer Sekundärdatenanalyse sowie einer qualitativen Befragung soll die
derzeitige Situation von jungen Menschen mit Behinderung beim Übergang in Ausbildung
und Beruf dokumentiert und analysiert werden. Die Ergebnisse sollen anschließend mit Ergebnissen anderer Forschungsstudien zu diesem Themenbereich zusammengeführt und verglichen werden. Abschließend werden aus den Ergebnissen dieser Untersuchungen Handlungsempfehlungen für eine verbesserte Berufsbildungspolitik erarbeitet. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, standardisiert; Sekundäranalyse von
Aggregatdaten. Aktenanalyse, standardisiert (Studien und Projekt zu den Zugangswegen).
Qualitatives Interview; Standardisierte Befragung, face to face (Stichprobe: 14; betriebliche
Akteure und Auszubildende mit Behinderung; Auswahlverfahren: systematisch). Feldarbeit
durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: Auftragsforschung BEGINN: 2010-01 ENDE: 2010-10 AUFTRAGGEBER: Bundesministerium für Bildung und Forschung FINANZIERER: Institution; Auftraggeber
INSTITUTION: Universität Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik
und Rehabilitation Professur für Arbeit und berufliche Rehabilitation (Herbert-Lewin-Str. 2,
50931 Köln); Universität Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik
und Rehabilitation Professur für Pädagogik und Didaktik hörgeschädigter Menschen (Klosterstr. 79b, 50931 Köln)
KONTAKT: Leiterin (Tel. 0221-470-4955, e-mail: [email protected])
[209-L] Pfahl, Lisa; Powell, Justin J.W.:
Draußen vor der Tür: die Arbeitsmarktsituation von Menschen mit Behinderung, in: Aus
Politik und Zeitgeschichte : Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, 2010, H. 23, S. 32-38
(www.bpb.de/files/VFM4HO.pdf)
INHALT: "Menschen mit Behinderungen sind häufig vom Erwerbsleben ausgeschlossen. Somit
sind sie einem erhöhten Arbeitslosigkeits- und Armutsrisiko ausgesetzt. Das Fehlen qualifizierender Schulabschlüsse und Berufsausbildungen stellt eine zentrale Ursache für ihre Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt dar." (Autorenreferat)
soFid Soziale Probleme 2010/2
4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
4
121
Krankheit, Pflege, Rehabilitation
[210-F] Adelsberger, Deborah, Dr. (Bearbeitung); Hebebrand, Johannes, Prof.Dr.med. (Betreuung):
Psychiatrische Störungen bei Adoptivkindern
INHALT: keine Angaben
VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Adelsberger, Deborah:
Psychiatrische Störungen bei Adoptivkindern. Dissertation. 2008, 121 Bl.
ART: Dissertation ENDE: 2008-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Essen, Medizinische Fakultät - Universitätsklinikum, LVR-Klinikum Essen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindesund Jugendalters (Virchowstr. 174, 45147 Essen)
KONTAKT: Betreuer (Tel. 0201-7227-466, Fax. 0201-7227-302,
e-mail: [email protected])
[211-L] Bär, Stefan:
Wege ins Krankenhaus: Krankenhauswahl als Rational Choice, Saarbrücken: VDM Verl. Dr.
Müller 2008, 104 S., ISBN: 978-3-8364-7521-1
INHALT: "Kenntnisse über die Krankenhauswahl-Entscheidungen von Patienten sind für die
Krankenhäuser unter dem Stichwort 'Patientenrekrutierung' ein wichtiger Faktor. Entgegen
Annahmen über Kundenverhalten, die häufig auf die Situation von Patienten übertragen werden, konnte auf der Basis einer vom Autor durchgeführten Patientenbefragung festgestellt
werden, dass Rationalität bei dieser Entscheidung zwar eine Rolle spielt, aber nicht im Sinne
von Abwägungen aufgrund von Präferenzen, sondern im Sinne von Vereinfachungsstrategien
mit einem rationalen Kern. Die Untersuchungsergebnisse weisen darauf hin, dass sich Patienten in dieser Entscheidungssituation mehrheitlich weder am medizinischen Renommee, noch
an vorgehaltenen Spezialabteilungen orientieren, noch, dass sie medizinische Ergebnisqualität
anderer Patienten in ihre Erwägungen einbeziehen. Sie suchen vielmehr nach Vereinfachung.
Je schlechter der eigene Gesundheitszustand erscheint, und je größer die Sorge darum ist, desto eher geben Patienten die Krankenhauswahl-Entscheidung aus der Hand." (Autorenreferat)
[212-L] Begenau, Jutta; Schubert, Cornelius; Vogd, Werner (Hrsg.):
Die Arzt-Patient-Beziehung, Stuttgart: Kohlhammer 2010, 162 S., ISBN: 978-3-17-020554-3
INHALT: "Die Begegnung zwischen Arzt und Patient ist komplex. Dies betrifft die grundlegende
Asymmetrie in der Arzt-Patient-Beziehung, die, je nach Zeitgeist, von paternalistischen oder
partizipativen Vorstellungen geprägt ist. Aber sie steht auch in institutionellen, bürokratischen und wirtschaftlichen Kontexten. Dieses praxisorientierte Buch ermöglicht die Reflexion der eigenen Position und die Annäherung an ein gemeinsames Behandlungsziel von Arzt
und Patient. Durch Beispiele u. a. aus Gynäkologie, Psychiatrie und Onkologie werden konkrete Behandlungssituationen aus soziologischer Sicht aufgearbeitet, wodurch Spannungsfelder und Auswirkungen von Asymmetrien auf die Arzt-Patient-Beziehung erkennbar werden."
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(Autorenreferat). Inhalt: Jutta Begenau, Cornelius Schubert und Werner Vogd: Einleitung:
Die Arzt-Patient-Beziehung aus soziologischer Sicht (7-33); 1. Jutta Begenau: "Es gibt so
viele Klippen": Die Ärztin-Patientin-Beziehung in der Gynäkologie (34-60); 2. Werner Vogd:
Anthropologie des Vertrauens - Psychotherapeutische Beziehungen im Spannungsfeld von
Zwang und Freiheit (61-75); 3. Peri Terzioglu: Abgesicherte Freiheit - Gelungene Arzt-Patient-Kooperation in der ambulanten Behandlung von Menschen mit Psychosen (76-94); 4.
Hürrem Tezcan-Güntekin: "Da muss ich denen erst mal den Wind aus den Segeln nehmen!" Wie Ärzte mit informierten Patienten umgehen (95-111); 5. Anja Hermann: Das Arrangement
der Hoffnung auf der Basis von Perspektivendivergenz (112-128); 6. Werner Vogd: Rahmungen - Sterben im Modus des "als ob" (129-142); 7. Cornelius Schubert: Zwischen Bürokratie
und Ökonomie - Oder: Wie man die Verwaltung täuscht, Patienten behandelt und auch wieder los wird (143-159).
[213-L] Begenau, Jutta:
"Es gibt so viele Klippen": die Ärztin-Patientin-Beziehung in der Gynäkologie, in: Jutta
Begenau (Hrsg.) ; Cornelius Schubert (Hrsg.) ; Werner Vogd (Hrsg.): Die Arzt-Patient-Beziehung,
Stuttgart: Kohlhammer, 2010, S. 34-60
INHALT: Der Umgang mit Intimität, Scham und Sexualität kennzeichnet in der Gynäkologie in
besonderer Weise die Begegnung von Ärztin und Patientin. In diesem Spannungsfeld der
Körperlichkeit wird der Leib des Anderen sowohl als Objekt als auch als Subjekt und Gegenstand der Verletzung sowie als Wissens- und Erfahrungsspeicher betrachtet. Die biomedizinische Behandlungslogik und die lebensweltliche Perspektive der Patienten sind in diesem Arrangement nicht deckungsgleich. Frauenärztin und Patientin begegnen sich in einer wechselvollen und widersprüchlichen Beziehung von Öffnung und Absicherung, symmetrischen Fiktionen und praktischen Asymmetrien. Treten Frauenärztinnen aus dem Medizinalsystem heraus und beziehen die Lebenswelt ihrer Patientinnen mit ein, entstehen neue Spannungsfelder jetzt wird von ihnen gefordert, einem Bereich gegenüber neutral und objektiv zu bleiben, der
oft auch der eigene ist. Der Beitrag beruht auf Ergebnissen der Frauengesundheitsforschung
und Forschungsergebnissen und -erfahrungen der Verfasserin. Exemplarisch für ein Handeln
im "Modus von Respekt und Vertrauen" wird auf Interviews mit zwei Frauenärztinnen zurückgegriffen. (ICE2)
[214-L] Benzenhöfer, Udo:
Der gute Tod?: Geschichte der Euthanasie und Sterbehilfe, Göttingen: Vandenhoeck &
Ruprecht 2009, 224 S., ISBN: 978-3-525-30162-3
INHALT: "Euthanasie und Sterbehilfe sind aktuelle Themen, die ausführlich und kontrovers diskutiert werden. Das zeigen die Debatte um Sterbehilfe und Patientenverfügung sowie das
jüngst vom Bundestag verabschiedete Patientenverfügungsgesetz. Das Spektrum der Diskussion reicht von der Sterbebegleitung über den Abbruch der Behandlung bei unheilbar Kranken bis hin zur 'aktiven Sterbehilfe'. Udo Benzenhöfer stellt die wichtigsten Positionen zu
Euthanasie und Sterbehilfe von Platon bis zur aktuellen Diskussion aus philosophischer, medizinischer, juristischer und theologischer Sicht vor, um aus der eingehenden Untersuchung
existierender Positionen Nutzen für die aktuelle Debatte zu ziehen." (Autorenreferat)
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[215-F] Bernstein, Sören; Schubert, Kirsten, Dr.med. (Bearbeitung); Boy, Peter, Dr. (Leitung):
Stärkung der Gesundheitskompetenz und Autonomie von Patientinnen, Patienten und pflegenden Angehörigen über die Förderung ihrer Selbstorganisation und Souveränität durch
Nutzung web-basierter Informationstechnologie
INHALT: Seit einigen Jahren entdecken Gesundheitspolitik und Professionals des Gesundheitswesens die Souveränität und Selbstverantwortung des Patienten. Empowerment wurde das
Schlagwort. In der Folge wurde breit gestreut eine große Zahl von Veränderungen eingeführt.
So wurden z.B. die Rechtsposition von Patienten verbessert, eine große Zahl von Aufklärungs- und Informationskampagnen gestartet, Behandlungsroutinen dahingehend geändert,
dass Patienten an Behandlungsentscheidungen in gewissem Umfang beteiligt wurden, Selbsthilfegruppen wurden gefördert, u.v.m. Geblieben ist dabei allerdings ein ausgesprochen
asymmetrisches Verhältnis: Der Patient bzw. Betroffene bildet nicht sich fort, sondern wird
fortgebildet. Das Interaktionsmuster Fachmann - Laie ist nach wie vor unangetastet. Fachleute diskutieren untereinander und informieren dann den Laien. Diese Struktur wird nur teilweise durch Selbsthilfegruppen und andere Formen der Selbstorganisation aufgebrochen. Der
Laienstatus entspricht vielfach dem Selbstverständnis in den Gruppen. Es fehlt der "brain
trust", der für die Fachwelt selbstverständlich ist und es fehlt auch eine Kommunikationsplattform, die für die Fachwelt mit ihren Konferenzen und dem Publikationswesen ebenfalls
selbstverständlich ist, um eine eigene Perspektive zu entwickeln und öffentlich zu etablieren.
Das Projekt geht der Frage nach, in welchem Umfang web-basierte Informationstechnologie
eine geeignete Kommunikationsplattform zur Verfügung stellen kann. Der Schwerpunkt liegt
dabei zunächst auf der technischen Seite. Ziel ist, den üblichen unidirektionalen, rein konsumierenden Informationsfluss in einen Informationsaustausch zu verwandeln und dabei gleichzeitig aggregative Verfahren zur Verfügung zu stellen. Nach einer Analyse der technischen
Bedarfe und Voraussetzungen soll die Erstellung eines allgemeinen Frameworks und die Erstellung einer Referenzimplementation am Beispiel des apallischen Durchgangssyndroms
(Wachkoma) erfolgen. Wichtigstes methodisches Instrumentarium ist die partizipative Systementwicklung.
ART: gefördert BEGINN: 2005-01 ENDE: 2010-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Verband "Schädel-Hirnpatienten in Not e.V; Deutsche Wachkoma Gesellschaft
INSTITUTION: Universität Bremen, Zentrum für Sozialpolitik -ZeS- Abt. Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung (Postfach 330440, 28334 Bremen)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0421-218-4364,
e-mail: [email protected])
[216-L] Budowski, Monica; Masia, Maurizia; Tillmann, Robin:
Psychological health: an analyis of the intersection of cumulative disadvantage and
partnership events, in: Schweizerische Zeitschrift für Soziologie, Vol. 35/2009, Iss. 2, S. 357376 (Standort: USB Köln(38)-BP04865; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Vor dem Hintergrund von Studien über soziale Ungleichheiten und Gesundheit sowie
des Lebenslaufs wird in diesem Beitrag untersucht, inwiefern sich kumulierte Benachteiligungen und Partnerschaftsereignisse auf die psychische Gesundheit auswirken. Insgesamt zeigen
die empirischen Analysen mit Daten des Schweizer Haushalt Panels (1999-2006), dass Partnerschaftsereignisse und soziale Umgebung bedeutend sind, um die kurzfristige Veränderung
der psychischen Gesundheit zu erklären. Hingegen erweist sich der Einfluss von kumulativer
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Benachteiligung sowie aktueller sozialer und materieller Umgebung als relevant zur Erklärung der psychischen Gesundheit zu einem bestimmten Zeitpunkt." (Autorenreferat)
[217-L] Cheng, Yen-hsin Alice; Landale, Nancy S.:
Teen overweight, weight stigma, and intimate relationship development from adolescence to
young adulthood, (MPIDR Working Paper, 2010-008), Rostock 2010, 37 S. (Graue Literatur;
www.demogr.mpg.de/papers/working/wp-2010-008.pdf)
INHALT: "With an emphasis on how weight stigma is manifested in social relationship context,
this study explores two under-studied consequences of adolescent overweight, timing of first
sex and subsequent intimate relationship development. The data employed come from Waves
I to III of the National Longitudinal Study of Adolescent Health. The results indicate that
overweight adolescents have significantly later onset of first sex and are more likely to enter
early adulthood without any intimate relationship experience when compared to normalweight youth. Overweight adolescents are vulnerable to discriminatory treatments such as
being rejected by or having less close relationships with peers and are thus less likely to have
any intimate relationship. The study contributes to the existing literature on overweight youth
by revealing the critical role of prejudiced social encounters in peer relationships as the key
context that hinders the development of intimate relationships from adolescence to early
adulthood. Future studies should seek to understand the broader implications of poor social
adjustments during adolescence for later development." (author's abstract)|
[218-L] Cohen, Alan; Tillinghast, John; Canudas-Romo, Vladimir:
No consistent effects of prenatal or neonatal exposure to Spanish flu on late-life mortality in
24 developed countries, in: Demographic Research, Vol. 22/2010, Art. 20, S. 579-634
(dx.doi.org/doi:10.4054/DemRes.2010.22.20)
INHALT: "The authors test the effects of early life exposure to disease on later health by looking
for differences in late-life mortality in cohorts born around the 1918-1919 flu pandemic using
data from the Human Mortality Database for 24 countries. After controlling for age, period,
and sex effects, residual mortality rates did not differ systematically for flu cohorts relative to
surrounding cohorts. They calculate at most a 20-day reduction in life expectancy for flu cohorts; likely values are much smaller. Estimates of influenza incidence during the pandemic
suggest that exposure was high enough for this to be a robust negative result." (author's abstract)|
[219-F] Damm, Oliver, MPH (Bearbeitung); Greiner, Wolfgang, Prof.Dr.; Razum, Oliver,
Prof.Dr. (Leitung):
Nursing care for cancer patients: longitudinal, population-based evaluation of needs and resources
INHALT: Das Hauptziel des Projektes ist es, erstmals in Deutschland den Pflegebedarf und die
daraus resultierenden Kosten bei Patientinnen und Patienten mit der Diagnose Krebs (Brust-,
Prostata und Darmkrebs) zu quantifizieren. Zur Abschätzung des Pflegebedarfs werden die
Daten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung Westfalen-Lippe und die Daten
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des Epidemiologischen Krebsregisters Nordrhein-Westfalen der Jahre 2003-2006 für die Region des Regierungsbezirkes Münster verlinkt. Diese Verbindung geschieht mit Hilfe der
Pseudonymisierungsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe mit pseudonymisierten Daten. Der gesundheitsökonomische Teil des Forschungsvorhabens besteht in der
Analyse der direkten und indirekten Kosten der drei Krebsarten durch die Hinzuziehung von
Daten der AOK Westfalen- Lippe. Eine Gesamtübersicht über die direkten und indirekten
Kosten soll im Rahmen einer Krankheitskostenstudie Auskunft über den Ressourcenverzehr
und die volkswirtschaftliche Belastung geben. Statistische Analysemethoden sollen die
Hauptkostentreiber und bedeutende Abhängigkeiten zwischen den Kosten und diversen Einflussfaktoren identifizieren. Darüber hinaus sollen typische Patientengruppen herausgearbeitet werden und die Kostenwirkungen unterschiedlicher Patientenprofile untersucht werden.
Mögliche Einflussparameter können dabei soziodemographische Merkmale, klinische Variablen zum Krankheitsstadium und Komorbiditäten aber auch Daten zur Art der Versorgungsform (z.B. Disease Management) darstellen. Insbesondere sollen hier auch Pflegeaspekte Berücksichtigung finden. Projekt in Kooperation mit dem Epidemiologischen Krebsregister
NRW GgmbH. ZEITRAUM: Daten aus 2003-2006 GEOGRAPHISCHER RAUM: NordrheinWestfalen/ Westfalen-Lippe
METHODE: Untersuchungsdesign: Trend, Zeitreihe; Panel DATENGEWINNUNG: Sekundäranalyse von Individualdaten; Sekundäranalyse von Aggregatdaten (Patienten mit Brust-,
Darm- und Prostatakrebs. Herkunft der Daten: Krebsregister NRW, MDK Westfalen-Lipppe,
AOK Westfalen-Lippe). Deskreserach durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: gefördert BEGINN: 2008-02 ENDE: 2010-01 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Deutsche Krebshilfe e.V.
INSTITUTION: Universität Bielefeld, Fak. für Gesundheitswissenschaften, Arbeitsgruppe 05
Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement (Postfach 100131, 33501 Bielefeld);
Universität Bielefeld, Fak. für Gesundheitswissenschaften, Arbeitsgruppe 03 Epidemiologie
& International Public Health (Postfach 100131, 33501 Bielefeld)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0521-106-4679, e-mail: [email protected])
[220-F] Davids, Eugen, Priv.Doz. Dr.; Keller-Pließnig, Anett, Dr.; Gastpar, Markus, Prof.Dr.med.
(Bearbeitung):
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bei Erwachsenen: Basisdokumentation im Rahmen einer Multicenteruntersuchung
INHALT: Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) des Erwachsenen gewinnt in der Versorgung in der Bevölkerung zunehmend an Bedeutung. Dennoch sind die
Kenntnisse über Vorbehandlungen, Komorbidität und spezifische Behandlungsmodi in
Deutschland noch nicht hinreichend überprüft. Vor diesem Hintergrund wird aktuell in etwa
10 universitären Einrichtungen parallel eine Erhebungsstudie zur ADHS bei Erwachsenen
durchgeführt. Ziel ist es, eine Gruppe von etwa 200 Patienten zu dokumentieren. Hauptuntersuchungsinstrumente sind standardisierte Skalen und Erhebungsbögen. Federführendes und
koordinierendes Zentrum ist dabei die Arbeitsgruppe ADHS an der Universität Homburg.
ART: keine Angabe AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Essen, Medizinische Fakultät - Universitätsklinikum, LVR-Klinikum Essen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Virchowstr.
174, 45147 Essen)
KONTAKT: Institution (Tel. 0201-7227-201, Fax: 0201-7227-301, e-mail: [email protected])
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[221-F] Dehn-Hindenberg, Andrea, Dr. (Bearbeitung); Grewe, Norbert, Prof.Dr.; Beushausen,
Ulla, Prof.Dr. (Betreuung):
Patientenbedürfnisse in der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie
INHALT: Hypothesen: Die Identifizierung von Patientenbedürfnissen und die Erfassung der Therapiebewertung im Kontext der Therapeut/ Patient Interaktion ermöglicht die Ableitung professioneller Handlungskompetenzen im Zuge der Akademisierung der Gesundheitsberufe und
deren Anforderungen. Die Ergebnisse der Patientenbefragung liefern wichtige Hinweise für
die Implementierung von Qualitätsstandards, die zur Existenzsicherung von Praxen der Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie beitragen. Ausgangsposition 1: Die Zusammenarbeit
zwischen Therapeut und Patient nimmt eine zentrale Stellung im Gesamtkontext des Gesundheitswesens ein. Dabei sind die kommunikativen Handlungskompetenzen und der Therapeuten von zentraler Bedeutung und stehen in einem engen Zusammenhang mit einem positiven
Therapieverlauf. Ausgangsposition 2: Eine Patientenbefragung mit dem Ziel einer Defizitund Zufriedenheitsanalyse in diesem ausgewählten Kontext stellt einen Beitrag zum "Total
Quality Management-Konzept" dar. Erst eine dezidierte Analyse der Wahrnehmung und Bewertung des Therapieverlaufs seitens der Patienten ist die Voraussetzung für konzeptionelle
und inhaltliche Optimierung von Versorgungsabläufen im Gesundheitswesen. Ausgangsposition 3: Die inhaltliche Ausrichtung der Ausbildung von Therapeuten der Gesundheitsberufe
im Bereich Kommunikation, Information und Beratung sollte auf den Erkenntnissen und Erfordernissen dieses speziellen Kontextes der Medizin und des Gesundheitswesens basieren
und den Besonderheiten Rechnung tragen. Forschungsertrag 1: Bedürfnisspezifische Patientenpräferenzen wurden identifiziert und bilden die Grundlage für den Kontext professioneller
Handlungskompetenzen von therapeutischen Gesundheitsberufen und Ärzten in Kommunikation und Beratung. Forschungsertrag 2: Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung und -sicherung, indem sie die Prozessabläufe und -inhalte der Behandlung anhand von
Patientenbedürfnissen und Patientenbewertungen überprüft. Forschungsertrag 3: Ausgehend
von ausgewerteten Daten wird Lehrmaterial erstellt, das auf die Bedürfnisse der Berufe im
medizinischen und therapeutischen Kontext für die Bereiche Kommunikation, Gesprächsführung und Beratung ausgerichtet ist. Ergebnisse: Kommunikative Handlungskompetenzen und
das Einfühlungsvermögen der Therapeuten stellen die zentralen Bedürfnisse der Patienten der
drei Berufe dar. Empathisches Therapeutenverhalten und Informationen haben einen hohen
Stellenwert. Das Informationsverhalten der Therapeuten und der wahrgenommene Therapieerfolg sind deutlich verbesserungsbedürftig. Bewertungsverhalten sind altersspezifisch different.
METHODE: Theoretischer Ansatz: Der Kommunikation zwischen Therapeuten des Gesundheitswesens und Patienten wird ein hoher Stellenwert im Rehabilitations- und Heilungsprozess zugeschrieben. Das kommunikative Verhalten der therapeutischen Gesundheitsberufe ist aus
zwei Gründen gesellschaftlich relevant: 1. Zum einen steht der Einsatz psycho-kommunikativer Strategien im Gesundheitswesen im Fokus der Aufmerksamkeit. Bedingt durch den Paradigmenwechsel einer rein medizinisch-kurativen Sichtweise hin zu einem bio-psycho-sozialen Ansatz des Heilungsprozesses. 2. Zum anderen gibt es trotz der Dringlichkeit der Fragestellung keine als allgemein gültig ausgewiesenen Kriterien, wie die Kommunikation zwischen Therapeut und Patient beschreibbar, in ihrer den Therapieprozess unterstützenden Wirkung messbar oder gar durch Schulungsinhalte in der Ausbildung der Therapeuten optimierbar ist. Das kommunikative Verhalten der therapeutischen Gesundheitsfachberufe (Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie) stand bisher nicht im Zentrum von empirischen Forschungsvorhaben, auch bedingt durch die bisher nicht-akademische Ausbildung dieser Beru-
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fe. Durch die seit 2001 bundesweit ins Leben gerufenen Bachelor- und Masterstudiengänge
bietet sich mit der geschaffenen Infrastruktur die Möglichkeit zur wissenschaftlichen Überprüfung innovativer Fragestellungen. Methodik: Eine an den Patienten orientierte Versorgung
benötigt Informationen über wichtige Erlebnisse und Erfahrungen ihrer Patienten mit der Versorgung und wie Patienten diese beurteilen. Um das Forschungsvorhaben effektiv und aussagekräftig zu gestalten, war eine schriftliche Patientenbefragung mittels standardisierter Fragebögen die effektivste Art der Erhebung. Durchführung der Fragebogenerhebung an einer repräsentativen Stichprobe. (50 Praxen/ 647 Patienten); Auswertung der Daten mittels SPSS
(Statistical Package for the Social Science). In einer Pilotstudie wurden im ersten Schritt die
Handlungskompetenzen von Therapeuten mittels Fragebogen und Leitfaden gestützten Interviews über Ziele und Zeitaufwand bei der Vermittlung des Therapieplans und ihr Kommunikationsverhalten aus eigener Sichtweise erfasst. Eine Beschreibung der Therapeuten-Patienten-Interaktion mit Hilfe qualitativer Verfahren (teilnehmende Beobachtung, Retrospektive,
Interview) wurden daraufhin erarbeitet, die die Kriterien des kommunikativen Verhaltens von
Therapeuten beschreiben. Es wurde mit diesen qualitativen und quantitativen Ansätzen eine
Ableitung von Kriterien zur Beschreibung spezifischer therapeutischer Situationen erfasst.
Daraus relevante Ergebnisse flossen in die Fragebogenerhebung mit ein. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe:
647). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Dehn-Hindenberg, A.: Patientenbedürfnisse in der Physiotherapie,
Ergotherapie und Logopädie. Idstein: Schulz-Kirchner 2008.+++Dies.: Versorgungsqualität
aus der Nutzerperspektive: der Einfluss von Alter und Geschlecht auf die Bedürfnisse von Patienten im Kontext patientenorientierter Interaktion. in: Das Gesundheitswesen, e-First. S.
www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/gesu/doi/10.1055/s-0029-1233476
.+++Dies.:
Kommunikation im Therapieprozess: Bedürfnisse und Bewertungen von Patienten. in: Die
Ersatzkasse, 2009, 4, S. 132-135.+++Dies.: Qualität aus Patientensicht: Kommunikation, Vertrauen und die Berücksichtigung der Patientenbedürfnisse sind der Schlüssel zum Therapieerfolg. in: Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement, 2008, 13, S. 298-303.+++Dies.:
Patientenbedürfnisse in der Physiotherapie. Kommunikation und Einfühlungsvermögen als
zentrale Faktoren für einen erfolgreichen Therapieverlauf. in: pt - Zeitschrift für Physiotherapeuten, 59, 2007, 7, S. 648-658.+++Dies.: Patientenbedürfnisse in der Logopädie. Die Qualität bestimmt die Therapiebewertung. in: Forum Logopädie, 4 (21), Juli 2007, S. 26-33.++
+Dies.: Die Bedeutung von Kommunikation und Empathie im Therapieprozess: Patientenbedürfnisse in der Ergotherapie. in: Ergotherapie und Rehabilitation, 2007, 7, S. 5-10.
ART: Dissertation BEGINN: 2004-09 ENDE: 2007-02 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Wissenschaftler
INSTITUTION: Universität Hildesheim, FB I Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Institut für
Psychologie (Marienburger Platz 22, 31141 Hildesheim); Fachhochschule Hildesheim-Holzminden-Göttingen, Fak. Soziale Arbeit und Gesundheit Standort Hildesheim (Brühl 20,
31134 Hildesheim)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 05085-92001, e-mail: [email protected])
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[222-L] Dellwing, Michael:
"Wie wäre es, an psychische Krankheiten zu glauben?": Wege zu einer neuen soziologischen
Betrachtung psychischer Störungen, in: Österreichische Zeitschrift für Soziologie :
Vierteljahresschrift der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie, Jg. 35/2010, H. 1, S. 40-58
(Standort: USB Köln(38)-XH2528; Kopie über den Literaturdienst erhältlich; dx.doi.org/10.1007/
s11614-010-0045-0)
INHALT: "Das Thema 'psychischer Störungen' oder 'Krankheiten' gehört zu den klassischen Feldern der Devianzsoziologie, hat jedoch in den letzten Jahren und Jahrzehnten nur noch geringe Aufmerksamkeit erlangt. Das ist z. T. auf die harten Angriffe zurückzuführen, die von Seiten der Soziologie gegen die Psychiatrie erfolgt sind. Der vorliegende Beitrag möchte jenseits
dieser Angriffe ein soziologisches Reden über psychiatrische Diagnosen vorschlagen, das
nicht mehr eine soziologische Erklärung gegen eine psychiatrische stellt, sondern in dem die
Soziologie die Analyse der Leistung des psychiatrischen Vokabulars übernimmt. Damit folgt
der hier vorgeschlagene Ansatz einer pragmatistischen und definitionstheoretischen Linie, auf
der die Frage nach der Wahrheit einer Erklärung zugunsten der Frage nach ihren praktischen
Anwendungen zurückgelassen wird. In dieser Perspektive wird die Frage, ob es 'wirklich'
psychische Störungen gebe, nebensächlich, gar leer." (Autorenreferat)
[223-L] Detka, Carsten:
Zur Wirkung biographischer Bedingungen in Krankheitsprozessen, in: Susan BittkauSchmidt (Hrsg.) ; Jeannette Drygalla (Hrsg.) ; Martina Schuegraf (Hrsg.): Biographische Risiken
und neue professionelle Herausforderungen : Identitätskonstitutionen - Wandlungsprozesse Handlungsstrategien, Opladen: B. Budrich, 2007, S. 57-66
INHALT: "The behaviour of ill people in the disease process is not only influenced by the kind of
somatic function disturbance. There are systematic biographical conditions for how ill people
deal with their disease and with the effects of the disease on the different dimensions of life.
These are conditions which result from experiences ill people made in the progress of there
biographical development prior to the disease (and, of course, from experiences in the clinical
progress, too). In the present text, an example illustrates the effect of biographical conditions
in disease processes." (author's abstract)|
[224-L] Dreßke, Stefan:
Soziale Problemarbeit in der medizinischen Rehabilitation: zur Körpernormalisierung bei
Behinderung, in: Axel Groenemeyer: Doing Social Problems : Mikroanalysen der Konstruktion
sozialer Probleme und sozialer Kontrolle in institutionellen Kontexten, Wiesbaden: VS Verl. für
Sozialwiss., 2010, S. 204-219
INHALT: Im vorliegenden Beitrag wird die Formierung der Identität körperlich Behinderter als
ein Prozess sozialer Zuschreibungen am Beispiel der Erstbehandlung querschnittgelähmter
Patienten untersucht. Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass vollkommen gesunde Menschen nach einem Unfall oder einer plötzlich und unvorhergesehen eingetretenen Krankheit
aus ihrem Leben gerissen sind. Lebensplanungen, biographische Projekte und Aspirationen
werden vollständig durcheinander gebracht, und die dauerhaften körperlichen Einbußen machen einen radikalen Perspektivenwechsel in fast allen Lebensbereichen notwendig. Die man-
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gelnde soziale Vermittlung, die Unerwünschtheit und die Dauerhaftigkeit von Behinderung
ziehen ferner nach sich, dass der Behindertenstatus nicht freiwillig eingenommen wird. Damit
ist die Sozialisationsarbeit zu "behindert" als einer neuen Identitätszuweisung während der
medizinischen Erstbehandlung besonders voraussetzungsvoll. Denn dieser Perspektivwechsel
muss in Aushandlungsprozessen vom Personal der Rehabilitationseinrichtungen forciert und
unter Umständen gegen den Patienten durchgesetzt werden. Die Formierung von Querschnittsgelähmten wurde in der vorliegenden Studie über neun Monate mit teilnehmenden
Beobachtungen in einer spezialisierten Rehabilitationsabteilung untersucht und das Datenmaterial anhand von Fallverläufen ausgewertet, von denen ein Beispiel exemplarisch vorgestellt
wird. (ICI2)
[225-F] Dunker, Sibylle (Bearbeitung); Bering, Robert, PD Dr. (Betreuung):
Prognose und Verlauf der Posttraumatischen Belastungsstörung bei Soldaten der Bundeswehr. Längsschnittstudie zur Neuvalidierung des Kölner Risikoindex-Bundeswehr (KRIBw)
INHALT: In einer Längsschnittuntersuchung werden Ausmaß und Verlauf der Posttraumatischen
Belastungsstörung (PTBs) bei deutschen Soldaten nach einem Auslandseinsatz erfasst. Die
Stichprobe besteht aus 650 Afghanistan-Rückkehrern, die 2-4 Monate und 6 Monate nach
dem Auslandseinsatz befragt wurden. Die PTBS-Prävalenz beträgt 6 Monate nach der Rückkehr für die Gesamtstichprobe 1,9-7,5% für traumatisierte Soldaten 3,7-12,1%. Die intraindividuelle Auswertung zeigt heterogene Symptomverläufe bei traumatisisierten Soldaten. Der
Kölner Risiko Index-Bundeswehr (KRI-Bw), ein auf Risikofaktoren basierendes Screeninginstrument zur Prognose einer BTBS bei Soldaten wird zum Validierten Kölner RisikoindexBundeswehr (V-KRI-Bw) weiterentwickelt. Die prognostische Validität des V-KRI-Bw beträgt .509-.562. Es werden Angaben zu Trennschärfe, Sensitivität und Spezifität gemacht. Der
Einfluss postexpositorischer Wirkfaktoren auf die Symptomentwicklung wird nachgewiesen.
ZEITRAUM: 2007
METHODE: Verlaufsmodell der psychischen Traumatisierung. Untersuchungsdesign: Panel DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe: 650; Soldaten nach
Rückkehr aus Afghanistan; Auswahlverfahren: total). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des
Projekts.
ART: Dissertation BEGINN: 2007-01 ENDE: 2009-10 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Wissenschaftler
INSTITUTION: Streitkräfteamt Gruppe Wehrpsychologie (Robert-Schuman-Platz 3, 53109
Bonn)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 0228-43320-342, e-mail: [email protected])
[226-L] Eberle, Andreas; Luttmann, Sabine; Foraita, Ronja; Pohlabeln, Hermann:
Socioeconomic inequalities in cancer incidence and mortality: a spatial analysis in Bremen,
Germany, in: Journal of public health : Zeitschrift für Gesundheitswissenschaften, Vol. 18/2010,
No. 3, S. 227-235 (dx.doi.org/10.1007/s10389-009-0306-1)
INHALT: "Aim: Several international studies have already investigated the influence of socioeconomic factors on the risk of cancer. For Germany, however, the data are still insufficient.
The authors examined the effects of social differences on cancer incidence and mortality on
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the population of Bremen, a town in northwest Germany. Subjects and methods: Data were
obtained from the Bremen Cancer Registry, a population-based registry. The database comprised 27,430 incident cases, newly diagnosed between 2000 and 2006. The allocation of social class for each patient was based on the home address at the time of diagnosis, which led
to the corresponding town district, which again could be linked to the 'Bremen discrimination
index'. Based on this index, cases were allocated to five categories, for which the authors
compared standardized incidence ratios (SIR) and mortality ratios (SMR) for different cancers: prostate, breast, lung, colorectal, bladder, uterine, ovarian, cervical, malignant melanoma of the skin, non-melanoma skin cancer and all cancer sites summarized. Results: The influence of social status was observed for different cancer sites. An inverse association was
ascertained for all cancer sites (only men) and for tumors of the oral cavity and pharynx, and
for lung, cervical and bladder cancers. A positive correlation was observed for female breast
cancer, malignant melanoma, non-melanoma skin tumors and prostate cancer. Conclusions:
In spite of the methodical restrictions, our analyses suggest an association between social factors and cancer incidence and mortality. The results are in agreement with international studies. Many of the observed social class differences could probably be explained by known
risk factors, such as smoking, alcohol consumption, diet and physical activity." (author's abstract)|
[227-L] Fuß, Susanne:
Soziodemografische, sozioökonomische und persönlichkeitsbezogene Einflussfaktoren auf
die psychosoziale Versorgung im Krankenhaus: eine empirische Analyse auf der Grundlage
des Kölner Patientenfragebogens (KPF), Köln 2009, 93 S. (Graue Literatur;
nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:38-29767)
INHALT: "Den gesteigerten Aktivitäten in der medizinischen Forschung und den wachsenden
Kenntnissen über die Bedeutung psychosozialer Faktoren für den Krankheits- und Rehabilitationsverlauf steht ein Mangel der Forschung in der psychosozialen Versorgung gegenüber.
Der Schwerpunkt ärztlicher Versorgung sollte nicht nur allein zum Beispiel auf fachgerechte
chirurgische Maßnahmen abzielen, sondern auch auf dem zielgerichteten Aufbau einer vertrauensvollen Arzt-Patient-Beziehung liegen - im Sinne der Theorie der sozialen Unterstützung. Die vorliegende Arbeit versucht Faktoren zu identifizieren, die einen Einfluss auf die
ärztliche psychosoziale Versorgung im Krankenhaus haben. Ein besonderer Schwerpunkt
liegt dabei auf der Untersuchung der Faktoren sozialer Ungleichheit und persönlichkeitsbezogener Einflussfaktoren: Paternalismuspräferenz und Partizipationsbedürfnis. Haben die individuellen Merkmale einzelner Patienten einen Einfluss auf die ärztliche Versorgung? Grundlage der Analyse ist ein Datensatz, welcher auf der Befragung von 2470 über 18-jährigen Patienten der inneren und chirurgischen Fachabteilungen Kölner Krankenhäusern (Universitätsklinikum und St. Franziskus) und Umgebung (St. Katharinen in Frechen und Maria Hilf in
Bergheim) sowie zweier Bundeswehrkliniken (Bad Zwischenahr und Ulm) aus den Jahren
2000/2001 beruht. Die durchgeführte Analyse dient der Überprüfung eines theoriegeleiteten
Modells mithilfe von inferenzstatistischer Regressionsverfahren. Dabei sollen die Variablen,
die sich aus dem theoretischen Teil dieser Arbeit herleiten lassen, in das Modell integriert und
die Stärke ihres Einflusses auf die ärztliche psychosoziale Versorgung quantifiziert werden."
(Autorenreferat)
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
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[228-F] Giesler, Jürgen M., Dr.phil. (Bearbeitung); Giesler, Jürgen M., Dr.phil.; Weis, Joachim,
Prof.Dr. (Leitung):
Reliabilität, Validität und Stabilität bewältigungsbezogener Selbstwirksamkeitsüberzeugungen in der stationären Rehabilitation. Eine explorative Analyse der deutschen Kurzform des
Cancer Behavior Inventory
INHALT: Der Cancer Behavior Inventory (CBI, Merluzzi et al., 2001) misst spezifische Selbstwirksamkeitsüberzeugungen im Hinblick auf Verhaltensweisen, die sich auf die Bewältigung
einer Krebserkrankung beziehen und für die Selbstregulation von Bedeutung sind. Da ein solches Verfahren im deutschsprachigen Raum bislang nicht zur Verfügung stand, wurde die
Kurzform dieses Instruments (CBI-B) aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt und
auf der Basis einer Rückübersetzung ins Amerikanische optimiert. Anschließend wurden die
Gütekriterien dieser so entstandenen deutschsprachigen Kurzform an einer Stichprobe von
Patienten mit verschiedenen Tumorerkrankungen ermittelt, die eine Anschlussheilbehandlung
an einer onkologischen Rehabilitationsklinik durchführten. Die deutschsprachige Version des
Verfahrens erweist sich dabei mit inneren Konsistenzen um .87 als reliabel. Signifikante Korrelationen mit Allgemeiner Selbstwirksamkeit und verschiedenen Lebensqualitätsskalen des
EORTC QLQ-C30 belegen seine Validität. Zudem finden sich Hinweise darauf, dass das
Verfahren änderungssensitiv ist und die Stärke bewältigungsbezogener Selbstwirksamkeitsüberzeugungen im Laufe der onkologischen Rehabilitation signifikant zunimmt. Somit steht
nunmehr auch für den deutschsprachigen Raum ein erfolgversprechendes Verfahren zur Erfassung bewältigungsbezogener Selbstwirksamkeitsüberzeugungen im Kontext einer Krebserkrankung zur Verfügung, seine psychometrischen Eigenschaften bedürfen jedoch noch weiterer Überprüfung im Rahmen anwendungsbezogener Forschung.
METHODE: Theorien der Selbstwirksamkeit und Selbstregulation (Bandura, Carver & Scheier).
Untersuchungsdesign: Panel DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, schriftlich
(Stichprobe: 130; Patientinnen und Patienten mit einer Krebserkrankung im Rahmen der Anschlussheilbehandlung; Auswahlverfahren: gezielt).
ART: Eigenprojekt BEGINN: 2007-12 ENDE: 2008-09 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Institution
INSTITUTION: Klinik für Tumorbiologie an der Universität Freiburg Institut für Rehabilitationsforschung und Prävention (Breisacher Str. 117, 79106 Freiburg im Breisgau)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0761-206-2226, e-mail: [email protected])
[229-F] Giesler, Jürgen M., Dr.phil. (Bearbeitung); Weis, Joachim, Prof.Dr. (Leitung):
Psychosoziale Versorgung in zertifizierten Brustzentren: eine Untersuchung zur Strukturund Prozessqualität
INHALT: Ziel war es, die Struktur- und Prozessqualität der psychosozialen Versorgung in Brustzentren zu bestimmen. Hierzu erhielten zunächst alle 218 durch OnkoZert zertifizierte Brustzentren bzw. Standorte dieser Zentren (Stand: Juni 2008) einen Fragebogen zugesandt, der
Merkmale der Struktur- und Prozessqualität der jeweils realisierten psychoonkologischen
Versorgung von Brustkrebspatientinnen erfasste. Ergänzend dazu wurden in 140 nach Zufall
ausgewählten Zentren (bzw. Standorten) Patientinnen mit Brustkrebs unter anderem dazu befragt, inwieweit sie a) über die Möglichkeit psychoonkologischer Unterstützung informiert
worden waren, b) eine solche in Anspruch genommen hatten und c) wie sie eine eventuell erfahrene psychoonkologische Unterstützung beurteilten. Das aktuelle Belastungserleben der
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
Patientinnen sowie ausgewählte soziodemografische, erkrankungs- und behandlungsbezogene
Merkmale wurden dabei zum Zweck der statistischen Kontrolle mit erhoben. Die bislang vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass es im Zuge der Zertifizierungsprozesse weitgehend gelungen ist, strukturelle Voraussetzungen für eine angemessene psychoonkologische Versorgung
von Patientinnen mit Brustkrebs zu schaffen. Dem entspricht, dass die in den Zentren befragten Patientinnen die jeweils erfahrene psychoonkologische Unterstützung mehrheitlich sehr
positiv beurteilen. Gleichwohl finden sich aber auf beiden Untersuchungsebenen (Zentren
bzw. Patientinnen) auch Hinweise darauf, dass der Prozess der Information über verfügbare
psychoonkologische Unterstützungsangebote noch verbessert werden kann. Ebenso zu diskutieren sind darüber hinaus Fragen der Einbeziehung von Vertreterinnen der Selbsthilfe und
der adäquaten Ermittlung des Bedarfs an psychoonkologischer Unterstützung.
METHODE: Versorgungsforschung. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG:
Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe: 146; Brustzentren bzw. Standorte; Auswahlverfahren: total. Stichprobe: 975; Brustkrebspatientinnen, die innerhalb eines spezifizierten Zeitraums in nach Zufall ausgewählten Brustzentren behandelt werden; Auswahlverfahren: gezielt).
VERÖFFENTLICHUNGEN: Giesler, J.M.; Weis, J.: Psychoonkologische Versorgung in Brustzentren. in: FORUM, 24, 2009, 6, S. 49-52.
ART: Eigenprojekt; gefördert BEGINN: 2008-03 ENDE: 2009-02 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Krebsgesellschaft
INSTITUTION: Klinik für Tumorbiologie an der Universität Freiburg Institut für Rehabilitationsforschung und Prävention (Breisacher Str. 117, 79106 Freiburg im Breisgau)
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0761-206-2226, e-mail: [email protected])
[230-F] Grosser, Urte, Dr.med.; Löbel, Anja, M.A.; Mollova, Mariya (Bearbeitung); Wessel, Armin, Prof.Dr.; Geyer, Siegfried, Prof.Dr. (Leitung):
Belastungen der Eltern von Kindern mit angeborenem Herzfehler
INHALT: Im Rahmen des DFG-geförderten Projekts wird untersucht, wie Eltern von Kindern mit
angeborenem Herzfehler mit den Belastungen, die durch diese Erkrankung entstehen, umgehen. Es soll weiterhin erforscht werden, wie sich das Verhalten der Eltern auf den Krankheitsverlauf der Kinder auswirkt und ob die Schwere des Herzfehlers eine Rolle bei der Bewältigung spielt. Die Bearbeiter wollen außerdem Lösungen erarbeiten, um die Belastungen der
Eltern zu verringern. Das Projekt ist interdisziplinär angelegt. Etwa 1 von 100 Kindern wird
mit einem Herzfehler geboren. Mit der Erkrankung an sich und der Operation sind für die Eltern enorme psychische und zeitliche Belastungen verbunden, da dies eine lebensbedrohliche
Situation darstellt, die Behandlung meist im jungen Alter stattfindet und ein längerer Krankenhausaufenthalt damit einhergeht. Es ist anzunehmen, dass die elterlichen Belastungen
nach der Operation nicht komplett verschwinden, da bei einem angeborenen Herzfehler lebenslange Prävention ein wichtiger Faktor in der Gesunderhaltung ist und im Alltag Probleme
entstehen können, die aus der Krankheit resultieren. Bislang gibt es nur wenige Studien zu
den Auswirkungen solcher Situationen auf die betroffenen Eltern. Arbeiten zu den Auswirkungen elterlicher Reaktionen auf den Krankheitsverlauf des Kindes sind bisher nicht erschienen. Die Arbeiten sind primär darauf ausgerichtet, Merkmale der Eltern von Kindern mit angeborenen Herzfehlern zu untersuchen, in keiner Studie wurden jedoch Effekte der betrachteten Merkmale auf den Krankheitsverlauf der Kinder untersucht. In dieser Studie erfolgt eine
Konzentration auf die Mütter, da diese die meiste Zeit mit den Kindern verbringen und so die
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Auswirkungen am ehesten erfahren. Es ist davon auszugehen, dass die Mütter einen unterschiedlichen Wissensstand in Bezug auf krankheitsbezogene Aspekte haben. Da dieses Verständnis entscheidend ist für die weitere Behandlung und die Anpassung an das Alltagsleben,
wird untersucht, ob sich die unterschiedlichen Kenntnisse auch in einem differierenden
Krankheitsverlauf widerspiegeln. Das mütterliche Wissen über angeborene Herzfehler wird
mit Hilfe des Leuven-Fragebogens erfasst, der im Rahmen der Studie an Kinder angepasst
wurde. Um den Krankheitsverlauf der Kinder festzustellen, werden zwei, sechs und zwölf
Monate nach der Operation kardiologische Tests durchgeführt. Es ist davon auszugehen, dass
bei den Müttern unterschiedliche Bewältigungsstrategien anzutreffen sind. In diesem Zusammenhang wird untersucht, ob die Schwere des Herzfehlers einen Einfluss auf das Bewältigungsverhalten hat und ob sich der unterschiedliche Umgang mit den Anforderungen auf den
Krankheitsverlauf oder die Entwicklung des Kindes auswirkt. Das Bewältigungsverhalten
wird mit Hilfe einer Weiterentwicklung des Bedford Coping Inventory erfasst, die Entwicklung des Kindes durch die Bayley Scales of Infant Development II. Es wird weiterhin angenommen, dass die Mütter die Belastungen durch den Herzfehler unterschiedlich erleben. Diese subjektiv erlebte Belastung wird anhand des Familienbelastungsbogens (FaBel) erhoben.
Ein weiterer Aspekt, der die Entwicklung und Genesung des Kindes beeinflusst, ist die Inanspruchnahme regelmäßiger Kontrollen. Dabei wird untersucht, wie sich das Inanspruchnahmeverhalten der Eltern darstellt und ob ein sozialer Gradient zu finden ist. Das Inanspruchnahmeverhalten wird durch einen eigens entwickelten Fragebogen erfasst. Um sowohl die
Entwicklung des Verhaltens der Mütter und die Entwicklung des Kindes adäquat zu erfassen
als auch um die kardiologischen Untersuchungen zu ermöglichen, findet ein Jahr nach dem
ersten Interview ein Follow up statt. Die Studie hat im Februar 2008 begonnen und wird für
drei Jahre gefördert.
ART: gefördert BEGINN: 2008-02 ENDE: 2011-02 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Medizinische Hochschule Hannover, Zentrum für öffentliche Gesundheitspflege, Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Soziologie (Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0511-532-6679, Fax: 0511-532-4214,
e-mail: [email protected] o. [email protected])
[231-L] Hahn, Alois; Hoffmann, Matthias:
Der Tod und das Sterben als soziales Ereignis, in: Cornelia Klinger (Hrsg.): Perspektiven des
Todes in der modernen Gesellschaft, Wien: Böhlau, 2009, S. 121-144
INHALT: Kern des vorliegenden Aufsatzes sind die Ergebnisse einer von den Autoren durchgeführten empirischen Untersuchung nach den Möglichkeiten und Bedingungen von Sterbebegleitung und hospizlicher Arbeit in Krankenhäusern. Die Situation der Sterbenden wird auf
indirektem Wege beschrieben: Befragt wurden diejenigen, die mit Sterbenden professionell
zu tun haben, hauptsächlich Ärzte und Pflegekräfte. Die Studie rekonstruiert, in welchem
Maße die Befragten erstens über Ansätze und Inhalte zeitgemäßer Sterbebegleitung respektive Hospizarbeit informiert sind, inwieweit sich zweitens diese Ansätze unter den Bedingungen eines Krankenhausalltags überhaupt umsetzen lassen und inwieweit sie drittens in ihrer
jeweiligen Ausbildung bzw. ihrem Studium auf den Umgang mit Sterbenden vorbereitet wurden. Die Ergebnisse zeigen Folgendes: Die Ärzte und Pflegekräfte wissen, dass die Aufgabe,
Patienten beim Sterben zu begleiten, sie unter den gegebenen Ausbildungs- und Arbeitsbedin-
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gungen überfordert. Die Ausbildungen in der Medizin und den Pflegeberufen passen sich
zwar auf lange Sicht den Erfordernissen des Umgangs mit Tod und Sterben an, aber die strukturellen Gegebenheiten eines Krankenhauses sind nicht in vergleichbarer Weise anzupassen
(Schichtdienst, also häufig wechselndes Personal etc.). Die befragten Ärzte und Pflegekräfte
formulieren daher auch klare Wünsche an die Hospizbewegung, die sich notwendig aus der
Struktur von Institutionen wie Krankenhäusern ergeben. (ICA2)
[232-L] Hermann, Anja:
Das Arrangement der Hoffnung auf der Basis von Perspektivendivergenz, in: Jutta Begenau
(Hrsg.) ; Cornelius Schubert (Hrsg.) ; Werner Vogd (Hrsg.): Die Arzt-Patient-Beziehung,
Stuttgart: Kohlhammer, 2010, S. 112-128
INHALT: Am Beispiel einer onkologischen Spezialklinik zeigt die Verfasserin, wie alle Beteiligten von Ärzten und Patienten über Pflegekräfte und Angehörige den drohenden Tod in ihrer
Interaktion ausblenden und damit die Behandlungsfähigkeit im Kontext der stationären Behandlung sichern. Trotz der gemeinsamen Ausblendung des Sterbens und der Aufrechterhaltung einer kurativen Fiktion der biomedizinischen Behandlungslogik sind alle genannten Personengruppen unterschiedlich von der Krankheit betroffen und mit ihr konfrontiert. Die ArztPatient-Beziehung ist dann nicht durch eine Perspektivenübernahme, sondern durch eine
deutliche Perspektivendivergenz geprägt. Die Verfasserin illustriert ihre Darstellung mit Hilfe
von Material aus einer qualitativen Interviewstudie. (ICE2)
[233-L] Janshen, Doris:
Soziomedizinische Genderforschung: eine Innovation nicht ohne Risiken und
Nebenwirkungen, in: Lothar Schröder (Hrsg.): Innovation durch Chancengleichheit :
Chancengleichheit als Innovation, Hamburg: VSA-Verl., 2008, S. 95-111
INHALT: Der Beitrag präsentiert und kommentiert Fragen der soziomedizinischen Genderforschung. Im Fokus steht hier die Frage, in welchem Maße und in welchen Formen die medizinische Forschung als naturwissenschaftliche Disziplin sowie die ärztliche und klinische Praxis mit sozialen und kulturellen Faktoren verschränkt sind. Am Essener Kolleg für Geschlechterforschung werden hierbei die medizinischen Disziplinen - insbesondere die Kardiologie, die Nephrologie, die Pharmakologie und die Neurowissenschaften mit den Sozialwissenschaften und der Genderforschung zur Konvergenz gebracht. Den Innovationsgehalt dieses Forschungsansatzes erläutert die Autorin am Beispiel des Projekts "Frauen und Männer
nach der Nierentransplantation". Es steht exemplarisch für die Sicherung der Partizipation
von Frauen an einem zukunftssichernden Forschungsfeld. Unter Zusammenführung von pharmakologischem, nephrologischem und sozialwissenschaftlichem Wissen wird erforscht, wie
die sozialen Lebenslagen und deren Verarbeitung die Rehabilitation von Patienten und Patientinnen nach der Nierentransplantation beeinflussen. Der Beitrag macht insgesamt deutlich,
wie hochinnovativ es ist, Geschlecht in disziplinäre medizinische Forschungen bzw. interdisziplinäre soziomedizinische Projekte einzubringen. Insofern sind entsprechende wissenschaftliche Orientierungen für WissenschaftlerInnen von Nutzen. (ICA2)
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
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[234-F] Jochheim, Kai (Bearbeitung); Hebebrand, Johannes, Prof.Dr.med. (Betreuung):
Psychiatrische Störungen bei arbeitslosen Jugendlichen
INHALT: keine Angaben
ART: Dissertation AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Essen, Medizinische Fakultät - Universitätsklinikum, LVR-Klinikum Essen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindesund Jugendalters (Virchowstr. 174, 45147 Essen)
KONTAKT: Betreuer (Tel. 0201-7227-466, Fax. 0201-7227-302,
e-mail: [email protected])
[235-F] Jong-van den Berg, Lolkje T.W. de; Vries, Corinne S. de; Fegert, Jörg M.; Zito, Julie Magno (Bearbeitung); Glaeske, Gerd, Prof.Dr.; Janhsen, Katrin, Dr. (Leitung):
Psychopharmakatherapie im Kindes- und Jugendalter im internationalen Vergleich
INHALT: Auf der Basis verfügbarer Sekundärdatenbestände werden in Kooperation mit der University of Maryland, Baltimore (USA) und der Universität Groningen (Niederlande) und weiteren Kooperationspartnern vergleichende, deskriptive Analysen zur Psychopharmakatherapie
im Kindes- und Jugendalter durchgeführt. Im Mittelpunkt standen im Berichtszeitraum Antidepressiva-, Neuroleptika- und Stimulantienverordnungen.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Fegert, Jörg M.; Kölch, Michael; Zito, Julie Magno; Glaeske,
Gerd; Janhsen, Katrin: Antidepressant use in children and adolescents in Germany. in: Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology, 16, 2006, 1, pp. 197-206.+++Zito, Julie
Magno; Jong-van den Berg, Lolkje T.W. de; Fegert, Jörg M.; Safer, Daniel J., Janhsen, Katrin; Hansen, Dörte G.; Gardner, James F.; Glaeske, Gerd: Antidepressant prevalence for
youths: a multi-national comparison. in: Pharmacoepidemiology and Drug Safety, 15, 2006,
11, pp. 793-798.+++Zito, Julie Magno; Safer, Daniel J.; Jong-van den Berg, Lolkje T.W. de;
Fegert, Jörg M.; Janhsen, Katrin; Vries, Corinne S. de; Glaeske, Gerd: Stimulant utilization in
children and adolescents in 4 countries. in: Pharmacoepidemiology and Drug Safety, 15,
2006, S1, p. 15.
ART: Eigenprojekt BEGINN: 2004-01 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Universität Bremen, Zentrum für Sozialpolitik -ZeS- Abt. Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung (Postfach 330440, 28334 Bremen)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0421-218-4364,
e-mail: [email protected])
[236-F] Kis, Bernhard, Dr.; Meiler, Birgit; Steil, Christian, Dipl.-Psych. (Bearbeitung):
Seelische Gesundheit langzeitarbeitsloser älterer Menschen (TANDEM)
INHALT: Obwohl durch nationale und internationale Untersuchungen höhere Prävalenzen psychischer Störungen bei arbeitslosen Menschen belegt sind, gibt es nur wenige Untersuchungen der diesem Zusammenhang zugrundeliegenden Prozesse. Gleichzeitig berücksichtigen
erst wenige Programme zur Gesundheitsförderung für langzeitarbeitslose Menschen den
Aspekt der seelischen Gesundheit. Durch eine Kooperation der Klinik für Psychiatrie und
Psychotherapie der Universität Duisburg-Essen am LVR-Klinikum mit einem Zusam-
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
menschluss verschiedener Einrichtungen der Arbeitsvermittlung in Essen (KomET Essen)
soll die Unterstützung von langzeitarbeitslosen Menschen ab dem 50. Lebensjahr mit psychischen Störungen verbessert werden. Im Rahmen des Projektes erfolgt eine strukturierte
Längsschnitt-Untersuchung der seelischen Gesundheit über einen Untersuchungszeitraum von
12 Monaten in dieser Population. Ziele der Untersuchung sind die Erfassung und Beschreibung von psychischen Störungen und ihrer Beziehungen zu anderen psychologischen Konzepten wie z.B. Selbstwert, Motivation und Persönlichkeitsfaktoren. GEOGRAPHISCHER
RAUM: Bundesrepublik Deutschland
ART: gefördert AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Bundesministerium für Arbeit
und Soziales
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Essen, Medizinische Fakultät - Universitätsklinikum, LVR-Klinikum Essen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Virchowstr.
174, 45147 Essen)
KONTAKT: Kis, Bernhard (Dr. Tel. 0201-7227-190, e-mail: [email protected])
[237-L] Klinger, Cornelia (Hrsg.):
Perspektiven des Todes in der modernen Gesellschaft, (Wiener Reihe : Themen der
Philosophie, Bd. 15), Wien: Böhlau 2009, 254 S., ISBN: 978-3-05-004442-2
INHALT: "Das invariante Faktum von Sterblichkeit und Tod ist offen für fast unendlich viele
Varianten von Verhaltens- und Handlungsweisen, von Deutungen und Sinnstiftungen. Der
Band versammelt Beiträge aus verschiedenen Bereichen von Theologie und Philosophie über
Sozial- und Kulturwissenschaften bis hin zur Medizin. So entsteht ein Spektrum unterschiedlicher Perspektiven auf das Phänomen des Sterbens und Tötens in der modernen Gesellschaft.
Die Frage nach dem Ende des Lebens ist zugleich eine Frage nach der Grenze des Wissens
und der Diskurse, nach der Verfasstheit des Wissens. Der Band soll einen Beitrag leisten zur
Diskussion des Todesverständnisses der Gegenwart, sowie Anregungen geben zur Bewusstseins- und Willensbildung, zu gesellschaftlichen und individuellen Entscheidungsfindungen."
(Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Cornelia Klinger: Die Bedeutung des Todes in der heutigen Gesellschaft. Zur Einführung (7-10); Leben lassen. Ein Gespräch über den Tod zwischen
Hubertus von Amelunxen und Dieter Appelt (11-23); Anna Bergmann: Organspenden zwischen animistisch-magischen Todesvorstellungen und medizinischer Rationalität (24-54); Ulrike Brunotte: Martyrium, Vaterland und der Kult der toten Krieger. Männlichkeit und Soteriologie im Krieg (55-74); Iris Därmann: Die Auferweckung des eigenen Todes. Heidegger
und Freud (75-97); Terry Eagleton: Death, Evil and Non-being (98-107); Kathleen M. Foley:
Transforming the Culture of Death in America (108-120); Alois Hahn, Matthias Hoffmann:
Der Tod und das Sterben als soziales Ereignis (121-144); Hanfried Helmchen, Hans Lauter:
Krankheitsbedingtes Leiden, Sterben und Tod aus ärztlicher Sicht (145-182); Eberhard Jüngel: Der Tod in christlicher Perspektive (183-192); Gabriela Kilianova: Das Bestattungsritual
als Ausdruck der Transformation der modernen post-sozialistischen Gesellschaft. Fallstudie
Slowakei (193-216); Oliver Krüger: Die Vervollkommnung des Menschen. Tod und Unsterblichkeit im Posthumanismus und Transhumanismus (217-232); Christoph Markschies: Der
Tod im Jenseits. Wie bereiten uns Religion und Theologie auf den Tod vor? (233-240); HansLudwig Schreiber: Tod und Recht. Hirntod und Verfügungsrecht über das Leben (241-250).
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
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[238-L] Klusen, Norbert; Meusch, Andreas (Hrsg.):
Zukunft der Pflege in einer alternden Gesellschaft: Konzepte, Kosten, Kompetenzen,
(Beiträge zum Gesundheitsmanagement, Bd. 25), Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. 2009, 282 S.,
ISBN: 978-3-8329-4743-9
INHALT: "Das Gesundheitswesen soll bürger- und patientenorientiert sein - darin sind sich alle
einig. Doch während der mündige Bürger in vielen Gesellschaftsbereichen akzeptiert ist, wird
das Leitbild des mündigen Patienten noch längst nicht allseits gelebt. Dabei hat die wissenschaftliche Forschung bereits gezeigt, dass der informierte und selbstbestimmte Patient einen
wichtigen Beitrag zur Qualitätsverbesserung (Abbau von Über-, Unter- und Fehlversorgung)
leisten kann. Probleme bestehen jedoch beim Transfer dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse
in die alltägliche Versorgungsroutine. Dieser Sammelband richtet sich an alle, die unmittelbar
oder mittelbar an der Gestaltung der Patientenversorgung und deren Rahmenbedingungen beteiligt sind. Werden die Patienten angemessen an der medizinischen Entscheidungsfindung
beteiligt? Gibt es ein ausreichendes Angebot an ausgewogenen und unverzerrten Patienteninformationen? Welchen Handlungsbedarf gibt es in der Praxis und welche Initiativen wurden
bereits ergriffen? Namhafte Autoren diskutieren diese und weitere Fragen aus gesundheitswissenschaftlicher, ökonomischer, kommunikationswissenschaftlicher, juristischer, politischer und ethischer Perspektive." (Autorenreferat). Inhaltsverzeiochnis: 1. Kapitel: Die (Wieder-)Entdeckung des Patienten: Sabine Großkinsky: Der Patient als Subjekt in der Gesundheitsversorgung - Perspektive der Salutogenese (17-33); Ingrid Mühlhauser, Hardy Müller:
Patientenrelevante Endpunkte und patient-reported outcomes in klinischer Forschung und medizinischer Praxis (34-65); Fülöp Scheibler, Andreas Loh: Therapeutische Effekte mit partizipativer Entscheidungsfindung - Ein Blick über die Studienlage (66-79); Thomas Nebling,
Anja Fließgarten: Wollen Patienten mündig sein? (80-96); Gerd Nagel: Patientenkompetenz
im Gesundheitswesen der Schweiz am Beispiel der Onkologie (97-108); Albert G. Mulley:
The Role of the Patient in Medical Decision Making and Management: An American Perspective (109-120); 2. Kapitel: Der informierte Patient: Herausforderungen für die Arzt-Patienten-Kommunikation: Odette Wegwarth, Gerd Gigerenzer: "Zu Risiken und Nebenwirkungen ..." - Wie informiert sind Ärzte und Patienten? (123-138); David Klemperer: Qualitätssicherung durch informierte Patienten (139-155); Daniela Simon, Martin Härter: Gemeinsame
Entscheidungsfindung zwischen Arzt und Patient - Zeitraubender Luxus im Praxisalltag?
(156-169); Gisela Brünner: Die Verständigung zwischen Arzt und Patient als Experten-LaienKommunikation (170-188); Kristin Bührig, Bernd Meyer: Gespräche zwischen Patienten und
Ärzten - Ein- und mehrsprachige Anamnesen im Krankenhaus (189-205); Joachim R. Höflich, Steffen Präger, Christin Mertten, Maria Rossmann, Sophia Templin: Wozu braucht man
da noch einen Arzt? Die Veränderung der Arzt-Patienten-Beziehung durch das Internet (206220); 3. Kapitel: Der selbstbestimmte Patient: Politische, ethische und rechtliche Perspektiven: Andreas Köhler: Patientenorientierung aus Sicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (223-240); Stefan Etgeton: Konsumentensouveränität im Gesundheitswesen - Anforderungen an die Gesundheits- und Verbraucherpolitik (241-264); Frank Mathwig: Was meint
"menschenwürdige" Gesundheitsversorgung? Zu ethischen Aspekten gerechter Verteilung im
Gesundheitswesen (265-283); Michael Wiese: Selbstbestimmte Lebensführung pflegebedürftiger Menschen (284-296); Dieter Hart: Ärztliche Aufklärung bei der Arzneimittelbehandlung
- System und neuere Rechtsprechungsentwicklungen insbesondere beim medizinischen Erprobungshandeln (297-311); Georgia Skorczyk: Die Rolle der Versicherten im Recht der gesetzlichen Krankenversicherung (312-328); Anne-Kathrin Klemm: Mehr Versichertensouveränität durch Wahltarife in der gesetzlichen Krankenversicherung? (329-346); 4. Kapitel:
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
Märkte und Unternehmen für Gesundheitsdienstleistungen: Peter Oberender, Jürgen Zerth:
Ein nachfragegesteuertes Gesundheitswesen - Konditionen und gesundheitspolitische Maßnahmen (349-363); Henning T. Baberg, Francesco De Meo: Qualität zahlt sich aus! Wie sich
Qualität und wirtschaftlicher Erfolg vereinbaren lassen - am Beispiel der HELIOS Kliniken
(364-378); Marie-Luise Dierks, Gabriele Seidel: Angebot und Nachfrage nach kritischer Gesundheitsbildung - Erfahrungen aus der ersten Patientenuniversität in Deutschland (379-393);
Christoph Straub, Thomas Nebling: Vom Patienten zum Partner - Die Versorgungsstrategie
der Techniker Krankenkasse (394-412).
[239-F] Krumm, Silvia (Bearbeitung); Eßbach, Wolfgang, Prof.Dr. (Betreuung):
Biographie und Kinderwunsch bei Frauen mit schweren psychischen Erkrankungen. Eine
soziologische und sozialpsychiatrische Untersuchung
INHALT: keine Angaben
ART: Dissertation ENDE: 2009-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Freiburg, Philosophische Fakultät, Institut für Soziologie Professur
für Kultursoziologie (Postfach , 79085 Freiburg im Breisgau)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0761-203-3490, Fax: 0761-203-3493,
e-mail: [email protected])
[240-L] Kuhn, Joseph; Böcken, Jan (Hrsg.):
Verwaltete Gesundheit: Konzepte der Gesundheitsberichterstattung in der Diskussion,
Frankfurt am Main: Mabuse Verl. 2009, 319 S., ISBN: 978-3-940529-46-6
INHALT: "Gesundheitsberichterstattung wird in der Public Health-Literatur häufig als Instrument
der Rationalisierung und der Demokratisierung von Gesundheitspolitik beschrieben. Gesundheitsberichterstattung ist jedoch nicht einfach die objektive Sichtbarmachung dessen, was ist,
sondern ein komplexes Anknüpfen an und Hervorbringen von gesundheitlichen Diskursen.
Das Buch will dem Verhältnis von Anspruch (Theorie) und Wirklichkeit (Praxis) in der Gesundheitsberichterstattung nachgehen. Die Beiträge der Autorinnen und Autoren fragen nach der Entstehungsgeschichte der Gesundheitsberichterstattung und den dabei relevanten
Motiven, - nach der Ausdifferenzierung von Berichterstattungen in der Gegenwart, - nach den
verschiedenen Blickwinkeln, die Institutionen heute in die Berichte einbringen und - nach
machttheoretischen und ethischen Aspekten in der Gesundheitsberichterstattung." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Joseph Kuhn, Jan Böcken: Verwaltete Gesundheit: Gesundheitsberichterstattung als Strategie der Sichtbarmachung (9-18); 1. Teil: Historische Entwicklungslinien: Klaus Reder: Sozialmedizinische Verpflichtung und Regierungsinteresse als Grundlage
der Physikatsberichte im 19. Jahrhundert (19-33); Jörg Vögele: Amtliche Statistik zwischen
Staat und Wissenschaft im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert (35-54); Johannes Donhauser: Der Jahresgesundheitsbericht in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland
(55-80); 2. Teil: Praxisaufbrüche: Gabriele Klärs, Thomas Ziese: Daten für Ziele - Ziele für
Daten (81-94); Matthias Perleth: Die Rolle der Gesundheitsberichterstattung im Gemeinsamen Bundesausschuss (95-101); Enno Swart: Zum Verhältnis von Qualitätsberichterstattung
und Gesundheitsberichterstattung (103-119); Jan Böcken: Gesundheitspolitische Beratung
durch unabhängige Stiftungen am Beispiel des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung
soFid Soziale Probleme 2010/2
4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
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(121-139); Philipp Dickel, Andreas Wulf: Global Health Watch: Ein alternativer Weltgesundheitsbericht - Stellenwert und Potenziale (141-156); Wolfgang Bödeker: Das "Policy Cycle"Modell der arbeitsweltbezogenen Gesundheitsberichterstattung am Beispiel der Präventionsziele der gesetzlichen Krankenversicherung (157-169); Andreas Böhm: Bürgernahe Gesundheitsberichterstattung (171-181); Waldemar Süß: Integrierte Berichterstattung für integrierte
Handlungskonzepte auf kommunaler Ebene - konzeptionelle und normative Anforderungen
(183-199); Eleonore Bachinger, Gerlinde Grasser: Capacity Building für Gesundheitsberichterstattung (201-222); Silvia Klein, Ralf Reintjes: Gesundheitsberichterstattung und Surveillance - von der Lehre in die Praxis (223-237); Teil 3: Reflexionen: Susanne Stockmann, Joseph Kuhn, Angelika Zirngibl, Ulrich Mansmann: Der Public Health-Kontext der kommunalen Gesundheitsberichterstattung in Deutschland (239-256); Eva Barlösius: Wenn Repräsentation funktioniert - die Macht der offiziellen Berichterstattung (257-270); Peter SchröderBäck: Erkenntnistheoretische und ethische Aspekte der Gesundheitsberichterstattung (271291); Joseph Kuhn: Gesundheitsberichterstattung: Welche Theorie für welche Praxis? (293307); Teil 4: Denken beim Wandern: Kurzbeiträge von Doris Bardehle, Vera Grunow-Lutter
und Manfred Wildner (309-315).
[241-L] Kuitto, Kati; Pickel, Susanne; Neumann, Henning; Jahn, Detlef; Metelmann, Hans-Robert:
Attitudinal and socio-structural determinants of cervical cancer screening and HPV
vaccination uptake: a quantitative multivariate analysis, in: Journal of public health :
Zeitschrift für Gesundheitswissenschaften, Vol. 18/2010, No. 2, S. 179-188
(dx.doi.org/10.1007/s10389-009-0308-z)
INHALT: "Aim: The introduction of the human papillomavirus (HPV) vaccine enables for the
first time in the history of cancer prevention the possibility of combating the major cause of a
cancer even before its onset. The secondary prevention measure of cervical cancer screening
has thus been complemented by a primary prevention measure. The aim of this study is to
analyze the determinants of uptake of preventive measures against cervical cancer as a basis
for comparing the determinants of screening attendance with those of HPV vaccination attendance. Subject and methods: A population-based representative survey comprising 760 randomly selected women aged 14 to 65 was performed in the German federal state of Mecklenburg-Western Pomerania. Prevention behavior, attitudes towards cervical cancer screening
and HPV vaccination, and knowledge about cervical cancer and HPV were investigated by
means of a structured questionnaire. Descriptive analyses and multivariate logistic regression
analyses were conducted to identify the determinants of screening and HPV vaccine uptake.
Results: Attendance both at screening and at HPV vaccination was best predicted by attitudinal factors. Positive connotations of cancer prevention measures and utility expectations, fear
of cancer and high subjective risk perception were conducive to attendance at screening and
HPV vaccination. Screening attendance was less regular among women of lower socioeconomic status. In contrast, HPV vaccination uptake was higher for young women with lower educational attainment and lower social class. Knowledge did not impact prevention behavior significantly. There is no trade-off between screening and vaccination attendance; the vast majority of respondents was aware of the necessity of regular screening attendance even when
vaccinated against HPV. Conclusions: Uptake rates for existing primary and secondary prevention measures against cervical cancer can be enhanced by fostering perceptions of utility
and positive connotations of regular screening and becoming vaccinated against HPV. Elderly
140
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
women in particular should be encouraged to attend screening by means of a recall system.
Given the low overall level of knowledge about cervical cancer and its risk factors, there is a
need for education about the necessity and utility of prevention to reach women of all social
classes." (author's abstract)|
[242-F] Medizinische Hochschule Hannover:
Frauen-, Kinder- und Familiengesundheit
INHALT: Im Forschungsverbund Familiengesundheit werden Studien zur Mütter-, Kinder- und
Familiengesundheit im Kontext von stationären Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen
für Mütter bzw. Mütter/ Väter und ihre Kinder durchgeführt. Im Vordergrund stehen mütterspezifische Belastungen und Beschwerden. Im Spannungsfeld von gesellschaftlichen Anforderungen, drohenden Existenzkrisen, Wandel der Familienformen und Verunsicherung in der
Mutterrolle geraten viele Frauen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Eine ständige Überforderung bei mangelnder Entlastung und Regeneration führt zu Befindlichkeitsstörungen, psychosomatischen Beschwerden und Krankheitssymptomen, die das Leben und den Alltag in der
Familie erheblich beeinträchtigen. Diese mütterspezifischen Überlastungen und Erkrankungen haben Collatz et al. (1998) als Leitsyndrom beschrieben. 80% aller Mütter, die eine Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme für Mütter bzw. Mütter und Kinder in Anspruch nehmen, sind davon betroffen. Das Leitsyndrom ist gekennzeichnet durch das Kernsyndrom der
Erschöpfung, Multimorbidität, Multiaxialität und in deren Folge Einschränkungen der Aktivitäten und der Partizipation (Kernsyndrom: schwere Erschöpfungszustände; psychosomatische
Beschwerden; Burn-Out-Syndrom. Multimorbidität: somatische und psychische Erkrankungen und Beschwerden -weitgehend im frühen Befundstadium. Multiaxialität: psychosoziale
Probleme; Gratifikationskrisen. Einschränkungen der Aktivitäten und der Partizipation: Probleme in der Bewältigung häuslicher und beruflicher Aktivitäten; Störungen der Mutter-KindInteraktion; Störungen der kindlichen Entwicklung; Störungen des Familiensystems und des
sozialen Netzwerks). In der jüngeren Vergangenheit standen Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Mütter- und Kindergesundheit sowie zu spezifischen Problemlagen (Mütter mit Migrationshintergrund, Mütter mit chronischen Rückenschmerzen, Mütter mit Gratifikationskrisen) im Mittelpunkt der Forschung. Die Effektivität und Nachhaltigkeit der zielgruppenspezifischen stationären Maßnahmen konnte anhand der Daten von etwa 7.000 Müttern und über 10.000 Kindern belegt werden (siehe Publikationen).
VERÖFFENTLICHUNGEN: Arnhold-Kerri, Sonja: Eignet sich der KINDL zur Erfassung von
Behandlungseffekten bei Kindern in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen für Mütter
und Kinder? in: Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, Jg. 59, 2009, S.
177-185.+++Arnhold-Kerri, Sonja; Sperlich, Stefanie: Vermitteln Erziehungsressourcen von
Müttern zwischen sozialer Ungleichheit und gesundheitsbezogener Lebensqualität bei Kindern? in: Gesundheitswesen, Jg. 72, 2009, H. 2, S. 77-87 (Download unter:
dx.doi.org/10.1055/s-0029-1214398).+++Arnhold-Kerri, Sonja; Collatz, Jürgen: Besteht bei
Müttern ein Zusammenhang zwischen psychischem Befinden, negativen Stressverarbeitungsstrategien und der Wahrnehmung kindlicher Verhaltensauffälligkeiten? in: Praxis Klinische
Verhaltensmedizin und Rehabilitation, Jg. 72, 2006, H. 2, S. 165-171.+++Barre, Friederike:
Effektivität und Nachhaltigkeit der Behandlung von Rückenschmerzen in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen für Mütter und Kinder. in: Praxis Klinische Verhaltensmedizin und
Rehabilitation, Jg. 72, 2006, H. 2, S. 172-177.+++Sperlich, Stefanie; Collatz, Jürgen: Ein-Elternschaft - eine gesundheitsriskante Lebensform? Reanalyse der Daten aus Vorsorge- und
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
141
Rehabilitationseinrichtungen für Mütter und ihre Kinder. in: Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, Jg. 72, 2006, H. 2. S. 127-137.+++Neubourg, Stefan: Wie fühlen
sich Mütter in der Erziehung ihrer Kinder? Zum Stand und zu Veränderungen erlebter elterlicher Kompetenz während einer mütterspezifischen Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahme.
in: Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, Jg. 72, 2006, H. 2, S. 159-164.++
+Bruns, Sonja; Collatz, Jürgen: Differentielle Effekte von mütterspezifischen Vorsorge- und
Rehabilitationsmaßnahmen auf Belastung, Bewältigung und Befinden. in: Praxis Klinische
Verhaltensmedizin und Rehabilitation, Jg. 72, 2006, H. 2, S. 139-147.+++Arnhold-Kerri,
Sonja: Das mütterspezifische Leitsyndrom als Rahmenindikation. in: Collatz, Jürgen; Barre,
Friederike; Arnhold-Kerri, Sonja (Hrsg). Prävention und Rehabilitation für Mutter und Kind.
Bedarf - Gesetze - Umsetzungen. Tagungsband des III. Wissenschaftliches Symposiums. Berlin: Wiss. Verl. Berlin 2005, S. 119-129.+++Collatz, Jürgen (2005): Risiken von Müttern und
Kindern in einer flexiblen Gesellschaft, Versorgungsprobleme und salutogenetische Möglichkeiten. In: Collatz, Jürgen; Barre, Friederike; Arnhold-Kerri, Sonja (2005) (Hrsg.): Prävention
und Rehabilitation für Mutter und Kind. Bedarf - Gesetze - Umsetzungen. Tagungsband des
III. Wissenschaftliches Symposiums. Berlin: Wissenschaftlicher Verlag Berlin, S. 32-50.
ISBN 3-86573-128-7.+++Arnhold-Kerri, Sonja; Sperlich, Stefanie; Collatz, Jürgen: Krankheitsprofile und Therapieeffekte von Patientinnen in Mutter-Kind-Einrichtungen. in: Rehabilitation, Jg. 42, 2003, H. 5, S. 290 - 299 (Download unter: dx.doi.org/10.1055/s-200342858 ).+++Neubourg, Stefan: Wie sicher fühlen sich Mütter in der Erziehung ihrer Kinder?
Zum Stand und zu Veränderungen erlebter elterlicher Kompetenz von Müttern während einer
Mutter-Kind-Maßnahme. Zugl. Hannover, Med. Hochsch., Diss., 2003. Hannover 2003
(Download unter: : nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:354-2006071889 ).+++Collatz, Jürgen;
Barre, Friederike: Mütter und ihre Kinder brauchen eine familienorientierte Gesundheitsversorgung. in: Niedersächsisches Ärzteblatt, Sonderdr., 2003, Ausg. 11, S. 18-19.+++Clauß,
Anette: Veränderungen im weiblichen Selbstkonzept im Verlauf einer Mutter-Kind-Maßnahme. Zugl.: Hannover, Med. Hochsch., Diss., 2003. Berlin: Wiss. Verl. Berlin 2003, 112 S.
ISBN 3-936846-25-1.+++Collatz, Jürgen: Mutter-Kind-Kuren: Weniger Medikamente. Studie belegt Langzeitwirkung der Maßnahmen. in: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 98, 2001, H. 43, S.
A2765.+++Collatz, Jürgen; Fischer, Gisela; Thies-Zajonc, Sophia (Hrsg.): Mütterspezifische
Belastungen - Gesundheitsstörungen - Krankheit. Gesundheitsforum für Mütter und Kinder,
Bd 1. Berlin: Verl. für Wiss. und Bildung 1998, 177 S. ISBN 3-86135-280-X.+++Collatz,
Jürgen; Borchert, Henning; Brandt, Andreas; Titze, Inge: Effektivität, Bedarf und Inanspruchnahme von medizinischen und psychosozialen Versorgungseinrichtungen für Frauen und
Mütter mit Kindern. Der Beitrag von Mütterkuren zur Frauengesundheit. Deutschland:
Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bd. 126.
Stuttgart: Kohlhammer 1996, XII, 265 S. ISBN 3-17-014959-8.+++Borchert, Henning; Collatz, Jürgen: Zu Belastungssituationen und Bewältigungsstrategien von Frauen mit Kindern.
in: Zeitschrift für Medizinische Psychologie, 1994, H. 3, S. 109-118.+++Brandt, Andreas:
Der Einfluss von Belastungen, Beschwerden und sozialer Unterstützung auf den Medikamentenkonsum von Müttern zwischen 20 und 50 Jahren. Zugl. Hannover, Med. Hochsch., Diss.,
1994. Hannover: Med. Hochsch. 1994, XI, 136 Bl.+++Collatz, Jürgen: Kann die medizinische Versorgung frauen- und familienorientiert sein? in: Zeitschrift für Frauenforschung, Jg.
12, 1994, H. 4, S. 84-97. ARBEITSPAPIERE: Otto, Friederike: Psychosoziale Einflussfaktoren auf die Rückenschmerzbelastung bei Müttern und Frauen ohne Kinder im Haushalt. Tagung DGMS/ DGMP 2008, 25 S. (Download unter: www.mh-hannover.de/fileadmin/institute/med_soziologie/downloads/Rueckenschmerzen_Jena_2008.pdf )
ART: keine Angabe AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
142
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
INSTITUTION: Medizinische Hochschule Hannover, Zentrum für öffentliche Gesundheitspflege, Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Soziologie (Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0511-532-6423, Fax: 0511-532-6429,
e-mail: [email protected])
[243-F] Medizinische Hochschule Hannover:
ICF Core set - Entwicklung
INHALT: Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit
(ICF) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde als länder- und fächerübergreifende
Sprache zur Beschreibung der funktionalen Gesundheit und ihrer Beeinträchtigungen und
Kontextfaktoren entwickelt. Die ICF wurde 2001 in englischer Sprache und 2004 als vorläufige Endfassung in deutscher Übersetzung veröffentlicht. In verschiedenen Bereichen der Rehabilitationsmedizin, aber auch der Pflege und Therapie wird die ICF für die Beschreibung
der Funktionsfähigkeit genutzt. Für verschiedene Gesundheitsstörungen wurden ICF Core
sets entwickelt, die in nationalen und internationalen Projekten validiert werden. 80% aller
Frauen, die eine Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme für Mütter bzw. Mütter und Kinder in Anspruch nehmen, sind vom "Leitsyndrom mütterlicher Erschöpfung" betroffen. Das
Leitsyndrom beschreibt die typische Symptomkonstellation, die durch das Kernsyndrom der
Erschöpfung, Multimorbidität und Multiaxialität gekennzeichnet ist. Es kann zu Einschränkungen der Aktivitäten und der Partizipation führen, die die häuslichen und beruflichen Aktivitäten der Mütter betreffen und die Mutter-Kind-Interaktion sowie das gesamte Familiensystem beeinträchtigen können. Als Kernsyndrom zeigen sich bei vielen Müttern schwere Erschöpfungszustände, die bis zu den höchsten Stufen des Burn-out reichen. Über 90% der Patientinnen leiden unter mehreren Erkrankungen (Multimorbidität), die aufgrund des jungen Alters der Frauen oft noch im frühen Befundstadium sind. Am häufigsten treten Erkrankungen
des Muskel-Skelett-Systems, psychische Störungen, Haut- und Atemwegserkrankungen auf.
Grundlegend ist die Multiaxialität der Krankheitsgenese, die durch psychische, soziale und
körperliche Kontextfaktoren geprägt ist. Dies sind insbesondere Risikofaktoren wie Rauchen,
Übergewicht und Bewegungsmangel, Probleme aufgrund niedrigen Einkommens, Alleinerziehen oder Partnerschaftskonflikten sowie der geringen gesellschaftlichen Anerkennung der
mütterlichen Tätigkeiten (Gratifikationskrise). Im Forschungsverbund Prävention und Rehabilitation für Mütter und Kinder wurden ICF Core sets zur Beschreibung der Einschränkungen der Aktivitäten und der Teilhabe der Mütter entwickelt und erprobt.
ART: keine Angabe AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Medizinische Hochschule Hannover, Zentrum für öffentliche Gesundheitspflege, Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Soziologie (Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0511-532-6423, Fax: 0511-532-6429,
e-mail: [email protected])
[244-F] Medizinische Hochschule Hannover:
Patientenzufriedenheits-Studie
soFid Soziale Probleme 2010/2
4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
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INHALT: In den letzten Jahren haben Patientenbefragungen eine steigende Bedeutung erlangt.
Dabei ist die Patientenzufriedenheit ein wesentlicher Teil der Effektmessung und bietet wichtige Anhaltspunkte zur Verbesserung der Qualität der Einrichtung. Die Studie des Forschungsverbundes zur Patientenzufriedenheit in Mütter- bzw. Mutter-/ Vater-Kind-Kliniken
ermöglicht einen Vergleich zwischen gleichartigen Einrichtungen und gibt eine Orientierung
über den Leistungsstand der beteiligten Häuser. Die Ergebnisse ermöglichen a) eine Standortbestimmung der eigenen Klinik mit Stärken und Schwächen, b) eine fundierte Qualitätsberichterstattung, auch für die Außenpräsentation, c) die Erkennung von Optimierungspotentialen und deren Umsetzung als Beitrag zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Mit
der neuen Studie werden aktuelle Entwicklungen und Forschungstendenzen in der Erfassung
der Patientenzufriedenheit aufgegriffen: Mit Reportingfragen werden von außen nachprüfbare
Ereignisse abgefragt, die für den Maßnahmeverlauf von Bedeutung sind, z.B. "Wann fand die
erste Therapie (Gruppe, Einzelbehandlung, Vortrag) statt?". Mit Ratingfragen wird die subjektive Einschätzung der Zufriedenheit ermittelt, z.B. "Wie zufrieden waren Sie insgesamt
mit der Eingangsuntersuchung?" Mit einer Präferenzliste wird nach den Aspekten gefragt, die
am meisten zum Erfolg der Maßnahme beigetragen haben. Die Erfassung der Befindlichkeit
und der Behandlungsschwerpunkte ermöglicht einen fairen Klinikvergleich. Ein standardisierter Fragebogen, der die Erfassung klinikspezifischer Angebote ermöglicht, wird in den
teilnehmenden Kliniken in zwei oder drei stationären Maßnahmen eingesetzt, so dass eine Patientenzahl zwischen 60 und 200 Befragten erreicht wird.
ART: keine Angabe AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Medizinische Hochschule Hannover, Zentrum für öffentliche Gesundheitspflege, Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Soziologie (Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover)
KONTAKT: Institut -Sekretariat- (Tel. 0511-532-6423, Fax: 0511-532-6429,
e-mail: [email protected])
[245-F] Nees, Frauke, Dr.rer.nat. (Bearbeitung); Flor, Herta, Prof.Dr.rer.soc. (Leitung):
IMAGEN - Verstärkungsbezogenes Verhalten bei normaler und psychopathologischer Gehirnfunktion
INHALT: Die Bewertung von Reizen nach motivationaler und emotionaler Bedeutsamkeit und
die daraus resultierende Anpassung von Verhalten ist eine wichtige Gehirnfunktion. Genetisch bedingte individuelle Unterschiede in der Hirnaktivierung auf Belohnung, Bestrafung
und emotionale Reize bei Heranwachsenden führen zu unterschiedlich ausgeprägten Risiken,
psychische Erkrankungen zu entwickeln.
METHODE: In einer Longitudinal-Studie sollen mittels "Imaging Genomics", der Kombination
zwischen fMRI und genetischen Analysen, an einer Stichprobe von Jugendlichen, die bei der
Erstuntersuchung 14 Jahre alt sind, die neurobiologischen und genetischen Grundlagen der
Ätiologie psychischer Erkrankungen erforscht werden. Als fMRI-Paradigmen dienen eine
"Reward-/ Punishment"-Aufgabe, eine "Stop-Signal"-Aufgabe, eine auditorische OddballAufgabe sowie ein Paradigma zur Emotionsverarbeitung. Die Studie ist eingebettet in das
multizentrische, von der EU geförderte IMAGEN-Projekt. Untersuchungsdesign: Trend,
Zeitreihe DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, standardisiert; Aktenanalyse, standardisiert;
Experiment; Psychologischer Test; Standardisierte Befragung, face to face; Standardisierte
Befragung, telefonisch; Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe: 2.000; 14-jährige
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soFid Soziale Probleme 2010/2
4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
Probanden; Auswahlverfahren: systematisch). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: gefördert BEGINN: 2007-02 ENDE: 2011-02 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Europäische Union
INSTITUTION: Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät Mannheim, Zentralinstitut für
Seelische Gesundheit Institut für Neuropsychologie und Klinische Psychologie (J 5, 68159
Mannheim)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 0621-1703-6306, e-mail: [email protected])
[246-F] Pahmeier, Iris, Univ.-Prof.Dr.phil.habil. (Leitung):
Entwicklung gesundheitsorientierter Sport-, Bewegungs- und Fitnessprogramme für spezifische Zielgruppen und spezifische Probleme. Input-Evidenz. Evaluation und Effizienzprüfung dieser spezifischen Programme. Output-Evidenz
INHALT: Seit 2000 werden für unterschiedliche Institutionen (u.a. Krankenkassen, Fitnessbranche) Gesundheitsportprogramme entwickelt, die sich an spezifische Zielgruppen mit spezifischen Beschwerdebildern wenden. In diesem Zeitraum sind zwei Programme entwickelt worden. Es handelt sich um Langzeitprogramme (Laufzeit ein Jahr). Das eine Programm wendet
sich an Erwachsene mit Übergewicht Adipositas, das zweite ist ein Programm für ältere Erwachsene. Die laufenden Evaluationen überprüfen die Wirksamkeit dieser Programme auf
dem Hintergrund des Modells zur Gesundheitsförderung durch Gesundheitssport von Brehm
& Pahmeier. Erhoben werden im Rahmen von Feldstudien Daten zu den Bereichen Risikofaktoren, Physische Gesundheitsressourcen, Psychosoziale Gesundheitsressourcen, Befinden
sowie motivationale Faktoren (Bindung, Verhaltensveränderung). Darüber hinaus werden Daten zur Organisation (Verhältnisse) erhoben. Da die Programme in Fitness-Studios, Vereinen
und in Form von Kursangeboten bei Krankenkassen durchgeführt werden, werden immer
wieder Evaluationen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung - aktuell zum Bereich Sport
und Abnehmen sowie Sport im Altersgang - durchgeführt.
ART: keine Angabe AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Vechta, Zentrum Altern und Gesellschaft (Postfach 1553, 49364
Vechta)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 04441-15-233,
e-mail: [email protected])
[247-F] Pfaff, Holger, Prof.Dr.; Karbach, Ute, Dr.rer.pol.; Ernstmann, Nicole, Dr.rer.medic. (Leitung):
Exploration und Priorisierung von Patientenpräferenzen im Rahmen der Entwicklung von
Ergebnisqualitätsindikatoren
INHALT: Gemeinsam mit der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) erarbeitet das
ZVFK einen methodischen Standard zur systematischen Einbindung der Patientenperspektive
in den Prozess der Entwicklung von Qualitätsindikatoren zur externen Qualitätssicherung.
METHODE: Geplant ist in einem ersten Schritt eine qualitative Exploration der Patientenpräferenzen als paralleler Arbeitsschritt zur Leitlinienrecherche und zur Versorgungsprozessanalyse durch Fachexperten. In einem zweiten Schritt ist eine quantitative Priorisierung der abgeleiteten Indikatoren durch die Patienten vorgesehen.
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
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ART: Auftragsforschung BEGINN: 2009-01 ENDE: 2009-06 AUFTRAGGEBER: Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung gGmbH FINANZIERER: Auftraggeber
INSTITUTION: Universität Köln, Medizinische Fakultät, Zentrum für Versorgungsforschung
Köln -ZVFK- (50924 Köln); Universität Köln, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft -IMVR- (Eupener Str. 129, 50933 Köln)
KONTAKT: Karbach, Ute (Dr. Tel. 0221-478-97109, e-mail: [email protected])
[248-L] Pilgram, Roosmaryn:
Argumentation in doctor-patient interaction: medical consultation as a pragma-dialectical
communicative activity type, in: Studies in Communication Sciences : Journal of the Swiss
Communication and Media Research Association (SGKM), Vol. 9/2009, No. 2, S. 153-171
(www.scoms.ch/current_issue/abstract.asp?id=442)
INHALT: "In medical consultation, the doctor's advice (or the support for it) is not always immediately acceptable to the patient. The medical advice might, for instance, mean that the patient
has to drastically change his behavior. An important way in which the doctor can nonetheless
make his advice acceptable is by presenting argumentation. In this paper, the authoress will
argue that, to adequately analyze and evaluate argumentation in medical consultation, medical
consultation should be analyzed as a pragma-dialectical communicative activity type." (author's abstract)|
[249-L] Porzsolt, Franz; Pressel, Holger; Maute-Stephan, Carola; Kindervater, Ralf; Geldmacher,
Jan; Meierkord, Sigrid; Sigle, Jörg M.; Eisemann, Martin:
Appraisal of health care: from patient value to societal benefit, in: Journal of public health :
Zeitschrift für Gesundheitswissenschaften, Vol. 18/2010, No. 3, S. 297-302
(dx.doi.org/10.1007/s10389-009-0294-1;nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-123164)
INHALT: "Aim: This paper summarizes the deficiencies and weaknesses of the most frequently
used methods for the allocation of health-care resources. New, more transparent and practical
methods for optimizing the allocation of these resources are proposed. Method: The examples
of quality-adjusted life years (QALYs) and efficiency frontier (EF) are analyzed to describe
weaknesses and problems in decisions regulating health-care provision. After conducting a literature search and discussions with an international group of professionals, three groups of
professionals were formed to discuss the assessment and appraisal of health-care services and
allocation of available resources. Results: At least seven essential variables were identified
that should be heeded when applying the concept of QALYs for decisions concerning healthcare provision. The efficiency frontier (EF) concept can be used to set a ceiling price and perform a cost-benefit analysis of provision, but different stakeholders - a biostatistician (efficacy), an economist (costs), a clinician (effectiveness), and the patient (value) - could provide a
fairer appraisal of health-care services. Efficacy and costs are often based on falsifiable data.
Effectiveness and value depend on the success with which a particular clinical problem has
been solved. These data cannot be falsified. The societal perspective is generated by an informal cost-benefit analysis including appraisals by the above-mentioned stakeholders and carried out by an authorized institution. Conclusion: The analysis suggests that study results expressed in QALYs or as EF cannot be compared unless the variables included in the calculation are specified. It would be far more objective and comprehensive if an authorized instituti-
146
soFid Soziale Probleme 2010/2
4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
on made an informal decision based on formal assessments of the effectiveness of health-care
services evaluated by health-care providers, of the value assessed by consumers, of efficacy
described by biostatisticians, and of costs calculated by economists." (author's abstract)|
[250-L] Rapport, Frances; Doel, Marcus A.; Hutchings, Hayley A.; Jerzembek, Gabi S.; John, Dai
N.; Wainwright, Paul; Dobbs, Christine; Newbury, Stephen; Trower, Carol:
Through the looking glass: public and professional perspectives on patient-centred
professionalism in modern-day community pharmacy, in: FQS, Vol. 11, No. 1, 2010, 24 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs100177)
INHALT: "Der Beitrag stellt die Ergebnisse aus insgesamt fünf Workshops mit 29 Apotheker/innen, Patient/innen und weiteren Akteuren vor, die sich mit 'Patient/innen-zentrierter Versorgung' in der Alltagsarbeit und -umgebung von Apotheker/innen befassten. Dieses Konzept ist
in der relevanten Literatur nur ungenügend definiert, und ein Ziel der Studie war, dessen situativen Charakter für Patient/innen und im Gesundheitssystem Tätige zu präzisieren. In den
Workshops kamen Fotografien aus der Alltagspraxis und spezifische Gruppenarbeitsverfahren zum Einsatz. Im Beitrag werden nach einer Information über die Teilnehmenden die Ergebnisse der thematischen Inhaltsanalyse zusammengefasst, die die folgenden Schwerpunkte
erbrachte: Aufbau von Beziehungen mit Patient/innen, Umgang mit externen Einflussgrößen,
(räumliche) Umgebungseffekte und Unterschiedlichkeit von Rollen und Erwartungen. Die Ergebnisse zeigen, dass 'Patient/innen-zentrierte Versorgung' nicht in einer singulären oder statischen Weise definiert werden kann, sondern am besten nachvollziehbar ist entlang von Beispielen aus der Alltagspraxis und von Alltagsinteraktionen, abhängig davon, wessen Erfahrungen ausgedrückt und wessen Bedürfnisse im Fokus stehen sollen. Dieses Verständnis trifft
für eine Vielzahl an Interessen und Akteuren zu, um Praxis zu rekonzeptualisieren, die zugleich auch fragil und strittig ist: Während Patient/innen möglichst schnelle und effektive
Dienstleistungen von sachkundigen Apotheker/innen erwarten, wenden diese sich gegen
wachsende öffentliche Ansprüche und zunehmend formalisierte Beratungen, die sie von der
Art von Arbeit entfernen, die Kern ihrer professionellen Identität ist." (Autorenreferat)
[251-L] Richter, Stefanie:
Essstörung: eine fallrekonstruktive Studie anhand erzählter Lebensgeschichten betroffener
Frauen, (Körperkulturen), Bielefeld: transcript Verl. 2006, 492 S., ISBN: 3-89942-464-6
INHALT: "Anhand von erzählten Lebensgeschichten (insgesamt 30 autobiographisch-narrative
Interviews) wird ein systematischer Einblick in die Erlebnis- und Erfahrungswelt von Menschen mit 'Essstörungen' gegeben. Sichtbar werden Entwicklungsbögen von der Entstehung
über die Verfestigung bis zu den verschiedenen Bewältigungsversuchen sowie Ressourcen
und Kompetenzen der Protagonistinnen. Diese Perspektive ermöglicht ein Neuverstehen des
Phänomens 'Essstörung', das über die gängigen defizitären Konzeptionen hinausgeht und
Konsequenzen für eine ressourcenorientierte Begleitung von Betroffenen aufzeigt. Inhaltliche
werden folgende Themen behandelt: (1) das Phänomen 'Essstörung' im sozial- und humanwissenschaftlichen Diskurs, (2) das Phänomen 'Essstörung' in seiner biographischen Einbettung (ein biographieanalytischer Forschungsansatz), (3) Fallstudien, (4) fallübergreifende
Diskussion: die biographische Genese des Phänomens 'Essstörung' und die theoretischen Verarbeitungsversuche der Biographieträgerinnen. (5) Diskussion zentraler Aspekte der fallre-
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konstruktiven Studie in Beziehung zu fremdtheoretischen Modellen und Überlegungen zur
biographischen Arbeit als Kern von Bewältigungsprozessen." (Autorenreferat)
[252-F] Ridder, Stephanie, Dr.; Lipinski, Slawomira, Dipl.-Psych.; Wicking, Manon, Dipl.Psych.; Liebscher, Claudia, Dipl.-Psych.; Pohlack, Sebastian, Dipl.-Psych.; Cacciaglia, Raffaele,
Dipl.-Psych. (Bearbeitung); Flor, Herta, Prof.Dr.rer.soc. (Leitung); Flor, Herta, Prof.Dr.rer.soc.
(Betreuung):
Die Rolle von assoziativen und nicht-assoziativen Lernprozessen bei der Posttraumatischen
Belastungsstörung (PTB)
INHALT: Nach der Dual-Brauch-Hypothese spielen assoziative wie auch nicht-assoziative Lernprozesse eine wichtige Rolle bei der Entstehung der PTB. Die vorliegende Arbeit untersucht,
ob eine erhöhte stressinduzierte Analgesie im Sinne einer Stress-Sensitivierung bei PTB Patienten vorliegt im Vergleich zu traumatisierten Personen ohne PTB und nicht-traumatisierten
Kontrollprobanden. In einer zweiten Studie werden anhand einer Konditionierung höherer
Ordnung assoziative Lernprozesse in den drei beschriebenen Gruppen untersucht. In beiden
Studien werden zudem neuronale Korrelate der beschriebenen Prozesse erfasst mittels FMRT.
METHODE: Querschnittsstudie mit 3 Gruppen, Integration von neuronalen psycho-pysiologischen und behavioralen Daten. Analyse von Daten über spm und in SPSS über ANOVAs mit
Messwiederholung. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Experiment;
Psychologischer Test (Stichprobe: N=90; Patienten mit PTB, Traumatisierte ohne PTB, nichttraumatisierte Kontrollprobanden). Qualitatives Interview; Standardisierte Befragung, face to
face; Standardisierte Befragung, telefonisch; Standardisierte Befragung, schriftlich; JMRI
(Stichprobe: N=90).
ART: Dissertation; gefördert BEGINN: 2005-07 ENDE: 2009-07 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät Mannheim, Zentralinstitut für
Seelische Gesundheit Institut für Neuropsychologie und Klinische Psychologie (J 5, 68159
Mannheim)
[253-F] Riedel, Natalie, Dipl.-Ing. (Bearbeitung); Jöckel, Karl-Heinz, Prof.Dr.; Hoffmann, Barbara, Priv.Doz. Dr.; Dragano, Nico, Dr. (Leitung):
Wenn die Stadt krank macht: Einflüsse der sozialen und physikalisch-chemischen Umwelt
auf die Gesundheit älterer Menschen. Eine interdisziplinäre Studie zum Zusammenhang
zwischen kontextuellen Risikofaktoren und individueller Gesundheit bei einer bevölkerungsbezogenen Stichprobe aus drei Städten des Ruhrgebiets
INHALT: Mit diesem Forschungsprojekt beabsichtigen die Bearbeiter, die Auswirkungen großstädtischer Wohnumwelten auf die Gesundheitschancen von Bewohnern mittleren und höheren Alters im Ruhrgebiet epidemiologisch abzuschätzen. Das Projekt ist in die Heinz Nixdorf
Recall Studie (HNRS) integriert, einer epidemiologischen Kohortenstudie, die im Jahr 2000
begonnen hat und im Wesentlichen auf die frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren chronischer Krankheiten hoher Prävalenz, insbes. kardiovaskulärer Erkrankungen, abzielt. Im Kontext Stadt sind dies v.a. materielle und soziale Deprivation sowie - damit auch häufig einhergehend - Umweltbelastungen im Wohnstadtteil, die nach dem internationalen Stand der Forschung das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen erhöhen können. In
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
Deutschland jedoch fehlt es an belastbaren Studien, die die Zusammenhänge zwischen sozialen und chemisch-physikalische Kontextrisiken und der Entstehung spezifischer Krankheiten
untersuchen. Zentrale Leitfragen, die in diesem Forschungsprojekt geklärt werden sollen, sind
daher: Hängen Inzidenz und Prävalenz kardiovakulärer Erkrankungen und Depressionen bei
den StudienteilnehmerInnen vom sozialen und physikalischen Wohnkontext in den drei Ruhrgebietsstädten ab und wenn ja, wie ist der jeweilige krankheitsspezifische Einfluss zu quantifizieren? Inwiefern treten soziale und physikalische Kontextrisiken simultan auf? Was macht
ihre kombinierte Wirkung auf kardiovaskuläre Gesundheit und Depressionen aus? Spiegelt
sich die gemeinsame Einwirkung in einer mehrfachen 'kardiovaskulären und depressiven
Krankheitslast' bei den StudienteilnehmerInnen wieder? Sind gemeinsame pathophysiologische Mechanismen nachweisbar? Inwieweit intervenieren und/oder moderieren personenbezogene und gruppenbezogene Merkmale, Risikofaktoren und Verhaltensweisen die kontextuellen Einflüsse? Bisherige kontextuelle Querschnittsanalysen im Rahmen der HNRS haben
u.a. ergeben, dass die Herz-Kreislauf-Gesundheit der StudienteilnehmerInnen zum Zeitpunkt
der Erstuntersuchung entlang sozialer Charakteristika der Wohnstadtteile und in Abhängigkeit von der Nähe der Wohnung zu stark befahrenen Straßen variiert; eine hohe Verkehrsbelastung zusammen mit einem niedrigen individuellen Sozialstatus besonders hohe Risiken für
subklinische koronare Erkrankungen mit sich bringt. Diese ersten Analyseergebnisse fordern
dazu auf, die Beteiligung kontextueller Risikofaktoren an der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen weiter zu erkunden. Ohne Berücksichtigung der zeitlichen Abfolge und der Dauer von Risikoeinwirkung und der Erkrankungen ist der Einfluss der
Kontextrisiken jedoch nur eingeschränkt zu bestimmen. Aus diesem Grund wurden in diesem
Forschungsprojekt retrospektiv Kontextdaten erhoben, mit denen die Belastungssituation
zehn Jahre vor der Erstuntersuchung rekonstruiert werden kann. Auf diese Weise können unterschiedliche Zeiträume niedriger oder hoher Belastung als vermittelnde und gewichtende
Faktoren bewertet und eventuelle Fehlklassifikationen in den vorangegangenen Querschnittsanalysen korrigiert werden. Schließlich können die so gewonnenen Analyseergebnisse das
Grundlagenwissen für eine gesundheits- und altersgerechte Stadt- und Sozialplanung verbessern. ZEITRAUM: 1990 bis 2000/2003 GEOGRAPHISCHER RAUM: Mülheim an der Ruhr,
Essen, Bochum
METHODE: Theoretisch und methodisch orientiert sich das Forschungsprojekt an den Analysekonzepten der internationalen sozial- und umweltepidemiologischen 'Urban Health' - Forschung, die die Beziehung von kontextuellen und individuellen Risikofaktoren und spezifischem Krankheitsgeschehen untersucht. Dazu werden hypothetische Wirkungspfade zwischen Kontext, Individuum und individuellen Gesundheitszustand spezifiziert und in eine statistische Mehrebenenanalyse übertragen. Während krankheitsbezogene, physiologische, psychosoziale und verhaltensgebundene Risikomarker aus den primär erhobenen Individualdaten
der HNRS bezogen werden, sind die Kontextindikatoren von den Statistik- und Umweltämtern der drei Studienstädte und vom Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz
NRW erhoben und operationalisiert. Dadurch können die kontextuellen Einflussgrößen als
objektiv und unabhängig von den Angaben der StudienteilnehmerInnen gelten, sodass die geforderte Unabhängigkeit der beiden Faktorengruppen im hierarchischen Regressionsmodell
gewahrt wird. Im hier geschilderten Forschungsprojekt spielt zudem der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle, der durch die Entwicklung unterschiedlicher Variablen kumulativer Belastung, wie etwa die mittlere Belastung in den letzten zehn Jahren vor der Erstuntersuchung
oder verbrachte Monate in einem Stadtteil mit sehr hoher Belastung, abgebildet wird. Untersuchungsdesign: Panel DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, face to face (Stichprobe: 4.814; Auswahlverfahren: Zufall). Sekundäranalyse von Aggregatdaten (Stichprobe:
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
149
4.814; Kontextdaten aus dem städtischen Verwaltungsvollzug/ Umweltmedizinische Daten
-z.B. Dispersionsmodelle-; Auswahlverfahren: Zufall). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen
des Projekts.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Dragano, N.; Hoffmann, B.; Moebus, S.; Möhlenkamp, S.; Stang,
S.; Verde, P.E.; Jöckel, K.-H.; Erbel, R.; Siegrist, J.; on behalf of the Heinz Nixdorf Recall
Study Investigative Group: Traffic exposure and subclinical cardiovascular disease: is the association modified by socioeconomic characteristics of individuals and neighbourhoods? Results from a multilevel study in an urban region. in: Occupational and Environmental Medicine, 66, 2009, pp. 628-635.+++Dragano, N.; Hoffmann, B.; Stang, A.; Moebus, S.; Verde,
P.E.; Weyers, S.; Möhlenkamp, S.; Schmermund, A.; Mann, K.; Jöckel, K.-H.; Erbel, R.; Siegrist, J.; on behalf of the Heinz Nixdorf Recall Study Investigative Group: Subclinical coronary atherosclerosis and neighbourhood deprivation in an urban region. in: European Journal
of Epidemiology, 24, 2009, pp. 25-35.+++Hoffmann, B.; Moebus, S.; Dragano, N.; Stang, A.;
Möhlenkamp, S.; Schmermund, A.; Memmesheimer, M.; Mann, K.; Erbel, R.; Jöckel, K.-H.:
Chronic residential exposure to particulate matter air pollution and inflammatory markers of
atherosclerosis. in: Environ Health Perspect, 117, 2009, pp. 1302-1308.+++Hoffmann, B.;
Moebus, S.; Kröger, K.; Stang, A.; Möhlenkamp, S.; Dragano, N.; Schmermund, A.; Memmesheimer, M.; Erbel, R.; Jöckel, K.-H.; on behalf of the Heinz Nixdorf Recall Study Investigative Group: Residential exposure to urban air pollution, ankle-brachial index and peripheral
arterial disease - results from the Heinz Nixdorf Recall Study. in: Epidemiology, 20, 2009,
pp. 280-288.
ART: Eigenprojekt; gefördert BEGINN: 2008-12 ENDE: 2010-10 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Volkswagen Stiftung
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Essen, Medizinische Fakultät - Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie -IMIBE(Hufelandstr. 55, 45122 Essen); Universität Düsseldorf, Medizinische Fakultät, Institut für
Medizinische Soziologie (Universitätsstr. 1, 40225 Düsseldorf)
KONTAKT: Dragano, Nico (Dr. Tel. 0211-81-14914, e-mail:[email protected])
[254-L] Sainsaulieu, Ivan:
Le bon patient est sous contrôle: communautés de service et pratiques soignantes à l'hôpital,
in: Schweizerische Zeitschrift für Soziologie, Vol. 35/2009, Iss. 3, S. 551-570 (Standort: USB
Köln(38)-BP04865; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Dieser Artikel erforscht die Wahrnehmung der Patienten von ihren Pflegern gemäß
ihrer Dienststellung. Er beruht auf den Ergebnissen einer Studie in einem kanadischen Krankenhaus und führt die vorangehenden Untersuchungen in französischen Anstalten weiter. Die
verstehende Analyse, welche auf die Sichtweise des Pflegepersonals fokussiert, betont die
Rolle der lokalen Dienstkontexte in Anbetracht der sich wandelnden Arbeitsatmosphäre und
Wahrnehmung des Patienten. Obwohl der Patient bei den Werten und der Arbeitszufriedenheit der Pfleger an erster Stelle steht, geht hervor, dass es sich eher um die klassische Figur
des unterworfenen Patienten handelt und weniger um die eines neuen Akteurs. Diese Präferenz ist nicht nur in Medizinberufen anzutreffen, sondern auch beim gesamten befragten Pflegepersonal." (Autorenreferat)
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
[255-L] Schaller, Anja:
Sterben und Tod in der Moderne: eine Diskursanalyse der öffentlichen Dikussion,
Saarbrücken: VDM Verl. Dr. Müller 2008, 96 S., ISBN: 978-3-8364-4035-6
INHALT: "Entscheiden zu müssen wie man sterben wird ist eine neue Anforderung der Moderne.
Die Medikalisierung des Sterbens führt zu der Notwendigkeit neue Sicherheiten im Umgang
mit dem Tod zu schaffen und diese in die soziale Wirklichkeit hinein zu konstruieren. Das
Buch deckt auf wie dies durch institutionalisierte Formen des Umgangs mit dem Tod geschieht, wie aber gleichzeitig auch Unsicherheiten entstehen. Datenmaterial dieser Analyse
bildet die Experten-Diskussion einer medizinischen Fachzeitschrift, methodisches Instrument
ist die Diskursanalyse anknüpfend an Michel Foucault. Dazu werden die methodischen
Grundlagen der Analyse detailliert gelegt, um dann den Entscheidungsprozess am Ende des
Lebens und das Problem der Unerfahrbarkeit des individuellen Todes analysieren zu können.
Freies und autonomes Entscheiden stellt sich als Schlüssel der Analyse heraus und es lässt
sich feststellen: Patienten entscheiden tatsächlich autonom. Denn wo vom freien Entscheiden
geredet wird, entstehen Patienten, die frei entscheiden müssen." (Autorenreferat)
[256-F] Schimmelmann, Benno Graf, Priv.Doz. Dr. (Bearbeitung); Hebebrand, Johannes,
Prof.Dr.med. (Betreuung):
Spezifische Aspekte zum Verlauf psychotischer Ersterkrankungen - Verlaufsprädiktion und
Psychopharmakologie
INHALT: keine Angaben
ART: Habilitation ENDE: 2008-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Essen, Medizinische Fakultät - Universitätsklinikum, LVR-Klinikum Essen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindesund Jugendalters (Virchowstr. 174, 45147 Essen)
KONTAKT: Betreuer (Tel. 0201-7227-466, Fax. 0201-7227-302,
e-mail: [email protected])
[257-L] Schmitt, Hanspeter:
Leben - Freiheit - Würde: ethische Aspekte der organisierten Selbsttötungshilfe, in: Ethica :
Wissenschaft und Verantwortung, Jg. 18/2010, H. 2, S. 129-159
INHALT: "In der Schweiz findet derzeit ein rechts- und gesellschaftspolitischer Diskurs über die
Frage statt, ob die bisher geduldeten, weit über die Grenzen der Eidgenossenschaft hinaus
wirksamen Aktivitäten der bekannten Suizidhilfeorganisationen strafrechtlich eingedämmt
werden sollen. Darin wird auf anthropologische Grundvollzüge wie Leben, Freiheit und Würde rekurriert, näherhin auf das Verhältnis von menschlicher Verantwortung zur Möglichkeit
der Selbsttötung und ihrer Unterstützung durch Dritte. Eine ethische Erörterung der rechtlichen Erlaubtheit organisierter Suizidhilfe bemüht sich zunächst um eine angemessene Offenlegung und Interpretation solcher anthropologischer Fundamente und diskutiert von dort her
die Legitimität aller in der organisierten Suizidhilfe vorausgesetzten Teilhandlungen. Während man unter bestimmten Voraussetzungen von der Legitimität einer Selbsttötung und der
persönlich geleisteten Suizidhilfe ausgehen kann, was freilich kein Anspruchsrecht auf diese
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
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Handlungen begründet, ist eine öffentliche Struktur und Professionalisierung eines solchen
Hilfeangebotes trotz ihrer vermeintlichen Vorteile moralisch abzulehnen. Gründe sind die damit gegebene Organisiertheit und Legitimierung der gesellschaftlich und kulturell nicht indifferenten, sondern herausfordernden Suizidhandlungen, aber auch die methodische Beteiligung der Medizin sowie die gravierende Verletzung von Freiheitsrechten Dritter. Die Problematik humaner Lebensgestaltung in Alter, Krankheit, Krise und Sterben darf nicht durch den
Ausweg über diese und andere Tötungshandlungen verdrängt werden, sondern ist durch eine
umfassende Politikstrategie bezüglich Palliativ-Care, Suizidprävention, Altersgestaltung und
deren kommunikative Vermittlung produktiv und entschlossen aufzunehmen." (Autorenreferat)
[258-F] Schneider, Nils, Priv.-Doz. Dr.med. (Bearbeitung):
Public health Ziele für die Palliativversorgung
INHALT: keine Angaben GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
METHODE: Mixed method design; quantitativ und qualitativ, u.a. Delphi-Methode DATENGEWINNUNG: Gruppendiskussion; Qualitatives Interview; Standardisierte Befragung, schriftlich.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Schneider, Nils; Lückmann, Sara Lena; Behmann, Mareike; Bisson, Susanne: Problems and challenges for palliative care: what are the views of different stakeholders on the meso and macro level of the health system? in: Health Policy, 93, 2009, pp.
11-20.+++Lückmann, Sara Lena; Behmann, Mareike; Bisson, Susanne; Schneider, Nils:
"Good idea but not feasible" - the views of decision makers and stakeholders towards strategies for better palliative care in Germany: a representative survey. in: BMC Palliative Care,
2009, 8:10.+++Behmann, Mareike; Lückmann, Sara Lena; Schneider, Nils: Palliative care in
Germany from a public health perspective: qualitative expert interviews. in: BMC Research
Notes 2009; 2:116.+++Schneider, N.; Bisson, S.; Dierks, M.-L.: Rahmenbedingungen für die
palliative Versorgung in Deutschland und Entwicklung von Public-Health-Zielen. Studiendesign und Methodik. in: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz,
51, 2008, 4, S. 467-471.
ART: gefördert BEGINN: 2007-07 ENDE: 2011-07 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Medizinische Hochschule Hannover, Zentrum für öffentliche Gesundheitspflege, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung Stiftungslehrstuhl Prävention und Rehabilitation in der System- und Versorgungsforschung (Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover)
KONTAKT: Bearbeiter (e-mail: [email protected])
[259-L] Schönwälder, Marion:
Deprofessionalisierung des Ärztestandes: neue Folgenhaftigkeit ärztlichen Handelns,
München: AVM 2009, 126 S., ISBN: 978-3-89975-811-5
INHALT: "Das Schlagwort 'Deprofessionalisierung' beschreibt die derzeitigen Veränderungen im
Arbeitsumfeld der Ärzte. Beispielsweise werden ärztliche Kompetenzen heute zunehmend
von Patienten hinterfragt und die Ärzte selbst u. a. von Klinikverwaltungen und Kostenträgern unter Druck gesetzt. Diese Untersuchung befasst sich mit den Gründen dieser und ande-
152
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
rer Veränderungen im Gesundheitssystem und deren Folgen für die Ärzteschaft. Im Mittelpunkt stehen das Öffentlichkeits- und Selbstbild des Arztes und die Frage, wie die Ärzte
selbst ihre Situation im derzeitigen Gesundheitssystem kommunizieren. Dabei wird nicht nur
der Ist-Zustand betrachtet. Auch die Entwicklungsschritte, die überhaupt zur Professionalisierung der Ärzte geführt haben, werden in einem historischen Überblick dargestellt. Ziel dieser
Arbeit ist es daher, Entwicklungen, die mit der Deprofessionalisierung des Ärztestandes zusammenhängen, aufzuführen und so einen Beitrag zur Erforschung dieses Feldes zu leisten."
(Autorenreferat)
[260-L] Schubert, Cornelius:
Zwischen Bürokratie und Ökonomie: oder: wie man die Verwaltung täuscht, Patienten
behandelt und auch wieder los wird, in: Jutta Begenau (Hrsg.) ; Cornelius Schubert (Hrsg.) ;
Werner Vogd (Hrsg.): Die Arzt-Patient-Beziehung, Stuttgart: Kohlhammer, 2010, S. 143-159
INHALT: Die Verfasserin rekapituliert soziologische Studien, die sich mit der Arzt-Patient-Beziehung unter dem Eindruck bürokratischer und ökonomischer Zwänge beschäftigen. Es geht
darum, den Patienten in einen bearbeitbaren Fall zu transformieren und gegebenenfalls auch
wieder los zu werden. Insbesondere wird die Rolle der Patientenakte hervorgehoben, die
einen konstitutiven Bestandteil der modernen medizinischen Praxis und damit auch der Beziehung zwischen Arzt und Patient bildet. Die damit einher gehende Trennung von Akte und
Körper muss von der Ärzten täglich aufs Neue hergestellt und in den Behandlungsverlauf integriert werden, um diesen in einer organisierten Form zu gewährleisten. Damit werden Orientierungen für das soziale Handeln von Ärzten relevant, die nicht mit dem Patienten als Person, sondern mit dessen administrativ geregelter Behandlung und den überlagernden ökonomischen Kalkülen zusammenhängen. (ICE2)
[261-L] Schulz, Peter; Meuffels, Bert:
Knowledge, information sources and awareness regarding breast cancer screening: a
comparative study in Lugano/ Switzerland and Amsterdam/ Holland, in: Studies in
Communication Sciences : Journal of the Swiss Communication and Media Research Association
(SGKM), Vol. 9/2009, No. 1, S. 249-264 (www.scoms.ch/current_issue/abstract.asp?id=429)
INHALT: "Knowledge and insight in women's knowledge regarding breast cancer recommendations and the possible influence of this knowledge on women's actual and future behavior are
still lacking. A survey was performed in Lugano, the major city of the Italian-speaking part of
Switzerland, and Amsterdam, the major city of Holland. In Switzerland opportunistic mammography screening is the rule in most cantons, whereas in Holland, as part of a nationwide
mammography-screening program, women aged 50-75 are invited to a mammography every
second year. Data collection was done by means of a face-to-face written questionnaire. No
significant differences between Lugano and Amsterdam were found regarding general knowledge, but Amsterdam women show better specific knowledge of the age groups for whom
screening is recommended. Lugano women are more concerned about breast cancer, use more
information sources, have a higher intention to go for a mammography, practice more breast
selfinvestigation, have had more mammograms in the past, whereas the Amsterdam women
claim to have more experience with breast cancer among their families and friends. As knowledge of the recommendations seems to play a role in women's proper future behavior regar-
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
153
ding screening, efforts should be made to improve women's knowledge, especially in Ticino."
(author's abstract)|
[262-L] Schulz, Peter:
Communication and health, in: Studies in Communication Sciences : Journal of the Swiss
Communication and Media Research Association (SGKM), Vol. 8/2008, No. 2, S. 379-386
(www.scoms.ch/current_issue/abstract.asp?id=405)
INHALT: "Communication in the area of health is consistently a central concern for policy makers, economists, and academics. Switzerland, along with other countries in Europe and
North America, has confronted crises ranging from public debates around avian flu, obesity,
and human genetic research to concerns about appropriate communication in different health
settings. The media plays a key role in each of these debates and the importance of the provider-patient interaction is an ever-growing concern in the provision of quality health care. Increasingly, the key question in relation to communication and health is how to maximize health outcomes through optimal communication. Thus, researchers who examine the impact of
communication on health and health care delivery are privileged to focus upon processes of
fundamental human import." (author's abstract)|
[263-L] Schumpelick, Volker; Vogel, Bernhard (Hrsg.):
Volkskrankheiten: gesundheitliche Herausforderungen in der Wohlstandsgesellschaft ;
Beiträge des Symposiums vom 4. bis 7. September 2008 in Cadenabbia, (7. Symposium
"Cadenabbia-Gespräche Medizin - Ethik - Recht", 2008), Freiburg im Breisgau: Herder 2009, 638
S., ISBN: 978-3-451-30285-5
INHALT: "Volkskrankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Depressionen,
Demenzen, bedeuten Leid für die Kranken und ihre Angehörigen. Gleichzeitig sind sie eine
sozio-ökonomische Last. Beide Aspekte stehen im Mittelpunkt von Medizin und Gesundheits-politik. Welche Volkskrankheiten gewinnen an Bedeutung? Welche Risiken kommen
auf die Menschen zu? Gibt es wirksame diagnostische und therapeutische Optionen, um
Volkskrankheiten zu bekämpfen? Was kann die biomedizinische Forschung leisten? Auf was
müssen sich Gesundheitswesen und Gesundheitspolitik einstellen? Fachleute aus Medizin,
Gesundheitspolitik, Gesundheitswirtschaft, Medizinethik und Recht geben Antworten auf die
Volkskrankheiten als Herausforderungen in der Wohlstandsgesellschaft." (Autorenreferat).
Inhalt: Volker Schumpelick, Bernhard Vogel: Vorwort (11-13); I. Gesundheit: Recht, Eigenverantwortung, Selbstbestimmung: Klaus Bergdolt: Schuld und Sühne? Die Tradition der Eigenverantwortung für die Gesundheit (16-32); Paul Kirchhof: Ein Recht auf Gesundheit? (3364); Hermann Lübbe: Wertewandel und Krankheit. Über Ungleichheitsfolgen moralischer
Selbstbestimmung (65-78); II. "Volkskrankheiten" - Begriffsbestimmungen: Hartwig Bauer:
"Volkskrankheiten" - Begriffsbestimmungen aus der Sicht der Medizin (80-97); Klaus-Dirk
Henke, Sabine Troppens: "Volkskrankheiten" - Begriffsbestimmungen aus der Sicht der Gesundheitsökonomie (98-111); Lucian Haas: Volkskrankheiten aus der Sicht der Medien (112114); III. Volkskrankheiten: Welche Herausforderungen kommen auf uns zu? Reinhard
Kurth, Bärbel-Maria Kurth: Gesundheitsberichterstattung in Deutschland - Historie, Ergebnisse und Perspektiven (116-142); Carsten Wippermann: Lebensstile und Milieus: Einflüsse
auf die Gesundheit (143-156); Stephan Letzel: Soziale Umwelt: Was macht krank? (157-
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
171); Carsten J. Krones, Rafael Rosch, Gerhard Steinau, Joachim Conze, Volker Schumpelick: Volkskrankheiten - die Patientensicht (172-187); Peter T. Sawicki: Die aktive Rolle
des Patienten am Beispiel der Therapie arterieller Hypertonie. Ergebnisse des strukturierten
Hypertonie-Behandlungs- und Schulungsprogramms (188-222); Rolf Koschorrek: Volkskrankheiten: Prognosen und Visionen aus politischer Sicht (223-230); Rafael Rosch, Carsten
J. Krones, Gerhard Steinau, Volker Schumpelick: Volkskrankheiten: Prognosen und Visionen
aus ärztlicher Sicht (231-234); Stephan K. Weiland, Kilian Rapp, Jochen Klenk, Ulrich Keil:
Zunahme der Lebenserwartung: Größenordnung, Determinanten und Perspektiven (235-252);
Michael-Jürgen Polonius: Herz-Kreislauf-Erkrankungen (253-268); Manfred Weber: Adipositas und Diabetes (269-281); Gerhard Steinau, Carsten J. Krones, Rafael Rosch, Volker
Schumpelick: Adipositas im Kindes- und Jugendalter - eine retrospektive Studie (282-286);
Achim Regenauer: Stoppt die Adipositas-"Epidemie" den Trend zur Langlebigkeit? (287299); Volker Schumpelick, Rafael Rosch, Joachim Conze, Gerhard Steinau, Carsten J. Krones: Krebs, Frakturen und Arthrose (300-308); Klaus Zerres: Genetik von Krebserkrankungen
(309-316); Stefan Hentschel: Epidemiologische Daten zu den Krebserkrankungen in Deutschland und ihre Bedeutung für das Gesundheitswesen (317-328); Rainer Freynhagen: Volkskrankheit Schmerz (329-338); Kurt Hahlweg: Volkskrankheit Depression (339-352); Alexander Kurz: Die Alzheimer-Krankheit (353-362); Konrad Maurer, David Prvulovic: Wenn die
Gestalt zerfällt (363-375); IV. Volkskrankheiten in der Leistungsgesellschaft: Peter Marx,
Anke Rahmel: Gesundheit als Investitionsgut. Bedeutung einer gesünderen Bevölkerung für
Gesellschaft und Ökonomie (378-393); Christoph Straub: Volkskrankheiten als Herausforderung für die GKV (394-400); Hans Georg Faust: Volkskrankheiten und sektorenübergreifende Versorgung (401-410); Gert Nachtigal: Was kann das Kurwesen leisten? (411-414); Wolfgang Glahn: Was kann die Rehabilitation leisten? (415-420); Andreas Penk, Peter Marx,
Anke Rahmel: Volkskrankheiten im Wandel der gesellschaftlichen Entwicklung. Medizinische und pharmazeutische Forschung im Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft (421-444); Norbert Arnold: Gesundheitsforschung als politische Aufgabe (445-451);
Michael Stolpe: Die Erhaltung der Gesundheit von Arbeitnehmern als politische Aufgabe in
der alternden Gesellschaft (452-465); Regina Görner: Veränderte Anforderungen des Arbeitslebens und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit der Arbeitnehmer (466-480); Stephan Letzel: Arbeit und Gesundheit - Krankheitsursachen am Arbeitsplatz (481-493); Manfred J. Müller, Beate Landsberg: Was kann man für die eigene Gesundheit tun und warum ist es in unserer Gesellschaft so schwer, gesund zu leben? (494-513); Wolfram Höfling: Gesundheitliche
Eigenverantwortung. Anmerkungen zu einer schwierigen Kategorie (514-526); Karl-Heinz
Schulz: Zur Bedeutung chronischer Belastung und sozialer Unterstützung für die Entwicklung körperlicher Erkrankungen (527-552); Herbert Löllgen, Deborah Löllgen: Prävention
von Volkskrankheiten. Aus kardiologischer und sportwissenschaftlicher Sicht (553-567); V.
Volkskrankheiten - Perspektiven und Lösungswege: Andrea Kdolsky: Gesundheitspolitische
Lösungswege für Österreich (570-583); Dagmar Schipanski: Im Zentrum: Der Patient. Zum
Umgang mit Kranken am Beispiel Krebs (584-588); Herbert Landau: Gesundheit als Staatsziel? Verfassungsrecht und Staatsaufgaben (589-602); Joachim Fetzer: Das Gemeinwohl als
Leitgedanke im Gesundheitswesen? (603-617); Vl. Die andere Perspektive: Birgit Lermen:
Autorenlesung. Einführung in das Werk von Uwe Tellkamp (620-627); Uwe Tellkamp: Der
Turm (628-632).
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[264-L] Sulek, Karsten:
Typen und Probleme der Arbeit mit onkologischen Patienten bei den verschiedenen
Gruppen von Medizinprofessionellen und die Schwierigkeiten der biografischen
Bearbeitung ihrer Berufsprobleme, in: Susan Bittkau-Schmidt (Hrsg.) ; Jeannette Drygalla
(Hrsg.) ; Martina Schuegraf (Hrsg.): Biographische Risiken und neue professionelle
Herausforderungen : Identitätskonstitutionen - Wandlungsprozesse - Handlungsstrategien,
Opladen: B. Budrich, 2007, S. 133-148
INHALT: "This article puls forward some analytical results which emerged during the study of
problems and types of special kind of work that various medicine professionals - especially
when looking after cancer patients - have to deal with. This researchfocuses on the special
strategies of single professionals in contact with cancer patients, taking into consideration the
really incriminatory work situation and the systematically missing methods of proceeding."
(author's abstract)|
[265-F] Tesch, Stefan, Dipl.-Sozialwirt (Bearbeitung); Wilk, Thomas, Prof.Dr. (Leitung); Wilk,
Thomas, Prof.Dr. (Betreuung):
Adherence von Patienten bei der Medikamenteneinnahme
INHALT: Ermittlung Ausmaß Non-Adherence/ Adherence bei chronischen Erkrankungen; Erklärung der Non-Adherence; Erarbeitung von Adherence-Interventionen.
METHODE: Empirische Forschung auf Basis von Hypothesen. Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, face to face (Stichprobe: 450; Patienten in Apotheken; Auswahlverfahren: Quota). Standardisierte Befragung, telefonisch
(Stichprobe: 1.500; Patienten einer Indikation; Auswahlverfahren: total). Sekundäranalyse
von Individualdaten (Stichprobe: ca. 6 Mio.; Versicherte einer deutschen Krankenkasse; Auswahlverfahren: total). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: Dissertation; Eigenprojekt BEGINN: 2009-01 ENDE: 2011-12 AUFTRAGGEBER: nein
FINANZIERER: Institution; Wissenschaftler
INSTITUTION: Hochschule Wismar, Fak. für Wirtschaftswissenschaften (Postfach 1210, 23952
Wismar)
KONTAKT: Leiter (e-mail: [email protected])
[266-F] Tezcan-Güntekin, Hürrem (Bearbeitung):
Deutungsmuster ärztlichen Handelns im Lichte des informierten Patienten
INHALT: Ärzte werden in den letzten Jahren vermehrt mit einem neuen Patiententypus konfrontiert: dem informierten Patienten, der sich über technische Medien Zugang zu medizinischen
Themen verschafft und sich über Diagnosen, Behandlungen und Therapiemöglichkeiten seine
Krankheit betreffend informiert. Dieser neue, veränderte Patiententypus ist zum einen auf den
allgemeinen Trend zurückzuführen, dass ein verändertes Bewusstsein für den Körper und das
Wohlbefinden entstanden ist und dadurch Krankheit und Gesundheit ein stärkeres Gewicht
beigemessen wird. Zum anderen ist der vermehrte Umgang mit und die Verbreitung von Informationstechnologien dafür verantwortlich, dass die notwendige Infrastruktur für die Informationsbeschaffung über bestimmte Krankheitsbilder vorhanden ist. Als Folge hieraus kann
der Patient durchaus besser über ein bestimmtes Krankheitsbild informiert sein als der Arzt
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und dementsprechend mit einer veränderten Erwartungshaltung dem Arzt entgegen treten.
Gegenstand der Studie ist zu untersuchen, inwiefern sich diese veränderte Situation für Ärzte
in Deutungsmustern ärztlichen Handelns niederschlägt. Mittels einer Deutungsmusteranalyse
werden Fragen zur ärztlichen Autonomie und zur Rolle des Arztes als Krisenbewältiger bearbeitet. Dabei ist das Ziel herauszufinden, ob durch den informierten Patienten eine Deprofessionalisierung ärztlichen Handelns stattfindet.
ART: Dissertation; gefördert AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Bundesministerium für
Bildung und Forschung; Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Bielefeld, Bielefeld Graduate School in History and Sociology
-BGHS- (Postfach 100131, 33501 Bielefeld)
KONTAKT: Bearbeiterin (e-mail: [email protected])
[267-L] Tezcan-Güntekin, Hürrem:
"Da muss ich denen erstmal den Wind aus den Segeln nehmen!": wie Ärzte mit
informierten Patienten umgehen, in: Jutta Begenau (Hrsg.) ; Cornelius Schubert (Hrsg.) ;
Werner Vogd (Hrsg.): Die Arzt-Patient-Beziehung, Stuttgart: Kohlhammer, 2010, S. 95-111
INHALT: Die Verfasserin untersucht, welche ärztlichen Strategien in der Arzt-Patient-Interaktion
zu finden sind, wenn Patienten weitergehende Autonomie beanspruchen. Gerade chronisch
kranke Patienten nutzen die Möglichkeit von Selbsthilfegruppen und Informationen aus dem
Internet und können die Autorität ärztlicher Entscheidungen in Frage stellen. Auf den ersten
Blick scheinen hier die Wissensasymmetrie in der Beziehung und das hiermit implizierte
Machtverhältnis durch den sogenannten informierten Patienten aufgehoben zu werden. Die
Ärzte können jedoch ein Arrangement entfalten, das verhindert, den Patienten zu verlieren,
und gleichzeitig ihre ärztliche Autorität im Behandlungsprozess wieder herstellt. Die Verfasserin illustriert dies am Beispiel des Umgangs eines Dermatologen mit unterschiedlich informierten Patienten. (ICE2)
[268-L] Tucker, Ian:
"This is for life": a discursive analysis of the dilemmas of constructing diagnostic identities,
in: FQS, Vol. 10, No. 3, 2009, 19 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0903240)
INHALT: "In diesem Beitrag nutzt der Autor einen diskursanalytischen Ansatz zum Verständnis
von Identitäten, die durch den Erhalt psychiatrischer Diagnosen als Dilemmata konstruiert
werden (der Autor wird diese im Weiteren als 'diagnostische Identitäten' bezeichnen), und
zum Nachvollzug der folgenden Aushandlungen von Identität im Lichte dieser Dilemmata.
Konkreter interessiert ihn die Diagnose Schizophrenie und wie Menschen, die als schizophren
diagnostiziert wurden, ihre Identitäten konstruieren. Ein wesentlicher Aspekt der Schizophrenie-Diagnose ist, dass die eigene Identität möglicherweise als bedroht (und bedrohlich) erlebt
wird mit Blick auf die zahlreichen negativen und ganz überwiegend stereotypisierten Vorstellungen, die über Schizophrenie existieren. Indem er auf Literatur aus dem Bereich der Gesundheitsversorgungsforschung zurückgreift, versucht er über die Begrenzungen einer psychiatrisch-biomedizinischen Perspektive hinauszukommen um verstehen zu können, welchen
Einfluss derartige Klassifikationen und Zuschreibungen auf diejenigen haben, die sie erfahren. Der Autor zeigt auch die diskursiven Überarbeitungen individueller diagnostischer Identitäten und deren Strategien wie z.B. Widerstand gegen die Diagnose, Versuche, sich von der
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
157
Diagnose zu distanzieren, eine Existenzialisierung der Diagnose oder deren Anerkennung,
ohne zugleich zu akzeptieren, als schizophren diagnostizierte Person ein 'soziales Risiko' zu
sein." (Autorenreferat)
[269-L] Ullrich, Peter; Wollbrück, Dorit; Danker, Helge; Kuhnt, Susanne; Brähler, Elmar; Singer,
Susanne:
Psychosoziale Anforderungen an die Therapie mit HNO-Tumor-Patient/innen:
Praxiserfahrungen, kommunikative Kompetenzen und Weiterbildungsbedarf von
onkologisch tätigen Logopäd/innen und Sprechwissenschaftler/innen, in: , 2010, 26 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1001220)
INHALT: "Angesichts hoher Belastungen und unzureichender psychosozialer Betreuung von onkologischen Patient/innen im HNO-Bereich sind Logopäd/innen und Sprechwissenschaftler/
innen mit speziellen Anforderungen konfrontiert, die über ihr engeres Berufsfeld hinausgehen. Um ihre Problemwahrnehmungen und Fähigkeiten im Umgang damit sowie einen möglichen Weiterbildungsbedarf zu ermitteln, wurden in einem mehrperspektivischen Mixed-Methods-Zugang folgende Aspekte untersucht: 1. Erfahrungen und Problemfelder der Arbeit mit
psychisch belasteten onkologischen HNO-Patient/innen aus Sicht von Logopäd/innen; 2.
Selbsteinschätzung der Stärken und Schwächen der Logopäd/innen im Umgang mit
Patient/innen und deren Angehörigen; 3. Erfahrungen von Supervisor/innen von onkologisch
tätigen Logopäd/innen und 4. Kommunikationskompetenz von Logopäd/innen in emotionalen
Gesprächssituationen. Es zeigte sich ein hohes Bewusstsein der Therapeut/innen für die psychische Belastung der Patient/innen. Übereinstimmend wurde von einem sehr hohen psychosozialen Beratungsbedarf und großen Gesprächsanteilen in der logopädischen Therapie berichtet. Diese Sondersituation führte zu Abgrenzungsschwierigkeiten, Überforderungsgefühlen und belastenden Situationen. Das psychoonkologische Wissen und die Gesprächsführungskompetenzen waren bei vielen für diese Anforderungen nicht hinreichend; es besteht
dringender Weiterbildungsbedarf." (Autorenreferat)
[270-L] Varnholt, Renate Rhoda Mandy:
Mündige Kommunikation: zur Soziologie des Verhältnisses zwischen Arzt und Patient, Ulm:
RV-Verl. 2008, 180 S., ISBN: 978-3-9810424-2-9
INHALT: "Diese Magisterarbeit untersucht Kommunikation als zentralen Faktor von Handlungsund somit Heilungsprozessen unter Bezugnahme auf den Wahlspruch der Aufklärung: 'sapere
aude' des Philosophen Immanuel Kant. Teil eins (Kap. 1.-3.) beinhaltet außer soziologischen
Begriffen und Theorien zur Soziologie im Allgemeinen und der Kommunikation im Besonderen, eine umfangreiche Sammlung von Textausschnitten bereits vorhandener Literatur zum
Kommunikations-Verhältnis Arzt/Patient sowie Original-Textauszüge aus der Kant'schen
Aufklärungsliteratur. Teil zwei (Kap. 4., 5. und 7.) der qualitativen Forschungsarbeit besteht
aus einer empirischen Studie mittels zwei transkribierten, offenen Leitfadeninterviews Arzt/
Patient, bezogen auf die jeweils wahrgenommene Kommunikationssituation und dem Versuch einer Auswertung mittels der Methode der Objektiven Hermeneutik." (Textauszug
158
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4 Krankheit, Pflege, Rehabilitation
[271-L] Wolf, Bianca:
Suizidgefährdete Jugendliche im World Wide Web, in: tv diskurs : Verantwortung in
audiovisuellen Medien, Jg. 13/2009, H. 3, S. 62-64
INHALT: In der öffentlichen Diskussion hat die Frage der Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch das World Wide Web einen hohen Stellenwert. Ziel ist es, negative Aspekte
möglichst auszugrenzen, was aufgrund der kaum überschaubaren Datenmenge kaum realisierbar ist. Besondere Beachtung finden unter diesem Aspekt auch sogenannte Suizidforen, die
durch tragische Einzelschicksale "traurige" Aufmerksamkeit ausgelöst haben. Die Autorin
geht entgegen der gesellschaftlichen Ablehnung "kritisch, jedoch wertfrei" der Frage nach,
warum sich Jugendliche diesen Foren zuwenden und worin der subjektive Nutzen für sie besteht. "Die Isolation der Betroffenen kommt jedoch nicht nur durch eine psychischen Erkrankung oder andere Beweggründe des Suizidenten zustande. Vielmehr vollzieht sich ein zweiseitiger Kommunikationsabruch, der zum einen durch den Rückzug des Suizidgefährdeten
und zum anderen durch die mangelnde Fähigkeit der Gesellschaft, mit Suizidalität und depressivem Verhalten umzugehen, gekennzeichnet ist." In den Suizidforen treffen die Jugendlichen auf Menschen, von denen sie nicht befürchten müssen, entwertet, pathologisiert oder
abgelehnt zu werden. Aus der Sicht der Autorin lässt sich die Existenz von derartigen Gesprächsforen als Mangel an niederschwelligen Hilfsangeboten interpretieren. Trotz subjektiv
empfundener Hilfe für die betroffenen Jugendlichen treffen derartige Suizidforen auf Ablehnung in der Öffentlichkeit. Die Autorin plädiert dafür, verstärkt an einer Enttabuisierung von
Suizidalität in der Gesellschaft zu arbeiten. "Dabei steht außer Frage, dass der öffentliche
Diskurs über eine Gefährdung der Onlineforen nicht mit dem Ruf nach Verboten und Kontrolle begegnet werden kann, sondern sich vielmehr der Frage nach dem Nutzen für die Betroffenen widmen muss." (UN)
[272-F] Zimmermann, Johannes, Dipl.-Psych. (Bearbeitung); Kämmerer, Annette, Prof.Dr.; Cierpka, Manfred, Prof.Dr.med. (Betreuung):
Beziehungsdynamik der Depression im interkulturellen Vergleich
INHALT: Im Rahmen des Promotionsprojekts werden beziehungsdynamische Zusammenhänge
bei depressiven Patienten in Deutschland und Chile untersucht. Die methodische Herausforderung besteht in der Entwicklung eines Q-Sort-Instruments, das eine standardisierte, multiperspektivische und psychometrisch anspruchsvolle Beziehungsdiagnostik erlaubt. Die inhaltlichen Fragestellungen orientieren sich am Schema der OPD-Beziehungsachse: Es wird geprüft, ob sich depressive Patienten ihres problematischen Beziehungsangebots bewusst sind,
welche Konsequenzen mögliche Wahrnehmungsverzerrungen auf Erleben und Verhalten haben, und inwiefern die Beziehungsgestaltung durch interpersonelle Motive bestimmt ist. Die
interkulturelle Fragestellung konzentriert sich auf die Rolle von kulturvermittelnden Mechanismen wie die Akzentuierung des Selbstbilds oder die familiäre Normgebundenheit: Es wird
geprüft, ob solche Variablen die Zusammenhänge zwischen kultureller Zugehörigkeit, Beziehungsgestaltung und depressiven Symptomen vermitteln oder beeinflussen. Die Datenerhebung erfolgt jeweils an einer Stichprobe depressiver Patienten, die in Heidelberg bzw. Santiago de Chile eine stationäre psychotherapeutische Behandlung absolvieren. Die Beziehungsgestaltung der Patienten wird anhand des Beziehungsmuster-Q-Sorts (OPD-BQS) erhoben - von
externen Beobachtern der OPD-Interviews und von den Patienten selbst. Neben der psychotherapeutischen Standarddiagnostik (SKID, BDI, SCL-90-R) kommen Fragebogeninstrumen-
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159
te zum Einsatz, die das interpersonelle Leiden (IIP-D), die interpersonellen Motive (IIM), den
Bindungsstil (ECR-RD), die Neigung zur sozialen Erwünschtheit (BIDR) und kulturvermittelnde Variablen (HKFB) erfassen. Außerdem wird die OPD-Diagnose des Interviewers berücksichtigt. Das Promotionsprojekt leistet nicht nur einen Beitrag zur psychodynamischen,
interpersonellen und interkulturellen Depressionsforschung, sondern beteiligt sich außerdem
an aktuellen sozial- und persönlichkeitspsychologischen Kontroversen (Moderatoren der
Übereinstimmung von Selbst- und Fremdeinschätzung, Nutzen und Nachteil von verzerrter
Selbstwahrnehmung, etc.). GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland, Chile
METHODE: Untersuchungsdesign: Querschnitt DATENGEWINNUNG: Psychologischer Test;
Beobachtung, nicht teilnehmend; Standardisierte Befragung, face to face (Stichprobe: 60; depressive Patienten - Heidelberg, Santiago de Chile). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des
Projekts.
ART: Dissertation; gefördert BEGINN: 2007-09 ENDE: 2010-08 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH
INSTITUTION: Universität Heidelberg, Fak. für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften, Deutsch-chilenisches Promotionskolleg "Interkulturelle Ätiologie- und Psychotherapieforschung am Beispiel der Depression" (Hauptstr. 47-51, 69117 Heidelberg); Universität
Heidelberg, Medizinische Fakultät Heidelberg, Zentrum für Psychosoziale Medizin Institut
für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie (Bergheimer Str. 54,
69115 Heidelberg)
KONTAKT: Bearbeiter (e-mail: [email protected])
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5
soFid Soziale Probleme 2010/2
5 AIDS
AIDS (Aufklärung, Gefährdung, Situation Infizierter)
[273-L] Kleres, Jochen:
Just being there: buddies and the emotionality of volunteerism, in: Debra Hopkins (Hrsg.) ;
Jochen Kleres (Hrsg.) ; Helena Flam (Hrsg.) ; Helmut Kuzmics (Hrsg.): Theorizing emotions :
sociological explorations and applications, Frankfurt am Main: Campus Verl., 2009, S. 291-314
INHALT: Gegenstand der Untersuchung sind Bedeutungen und Emotionen sowie ihr organisatorischer und kultureller Kontext bei den freiwilligen Aktivitäten. Analysiert wird eine Form
solcher Aktivitäten, nämlich die sog. Kameradschaften oder Freiwillige, die sich für die Pflege eines AIDS-kranken Menschen engagiert haben. Diese Aktivitäten werden vor allem als
eine emotionale Reaktion auf AIDS betrachtet. Bei der Auseinandersetzung mit dem Umfang
und dem Inhalt solcher freiwilliger Aktivitäten wird der Frage nach den emotionalen Hintergründen der Entstehung der Beziehung zu den Patienten sowie nach den relevanten Bedeutungen und Identitätsveränderungen nachgegangen. Empirische Grundlage der Studie sind
halbstandardisierte Interviews mit Mitgliedern von solchen Kameradschaften und mit professionellen Koordinatoren freiwilliger Aktivitäten. Sie spiegeln Erfahrungen in einer großen
und in einer mittelgroßen Stadt in Deutschland. Die Feldforschung ist 2005 durchgeführt worden. (ICF)
[274-L] Langer, Phil C.:
Beschädigte Identität: Dynamiken des sexuellen Risikoverhaltens schwuler und bisexueller
Männer, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. 2009, 279 S., ISBN: 978-3-531-16981-1
INHALT: "Warum gehen nach über 25 Jahren intensiver Aufklärungsarbeit Menschen die Gefahr
ein, sich mit einem unheilbaren Virus zu infizieren? Wie kommt es zu dem drastischen Anstieg der HIV-Neudiagnosen der letzten Jahre? Und warum sind in Deutschland insbesondere
schwule und bisexuelle Männer von HIV und AIDS betroffen? Die vorliegende Arbeit untersucht die psychosozialen Hintergründe und Dynamiken ihres sexuellen Risikoverhaltens. Sie
basiert auf einer qualitativen Interviewstudie mit HIV-infizierten Männern und geht der Frage
nach, wie und warum gerade Schwule und Bisexuelle 'verwundbar' werden für HIV und
AIDS: Aufgezeigt werden die gesundheitlichen Auswirkungen von sozialer Anerkennungsverweigerung, Stigmatisierung, Diskriminierung und Gewalt; die subjektiven Bedeutungen
hetero- und homonormativer Praktiken; das komplexe Zusammenspiel von psychischen Belastungen, Drogenkonsum und Sexualverhalten. Damit verweist der Titel auf die krisen- und
konflikthaften Identitätskonstruktionen schwuler und bisexueller Männer, die das Eingehen
sexueller Risiken und ihre gesellschaftliche Verwundbarkeit für HIV und AIDS wesentlich
mitbegründen." (Autorenreferat)
[275-F] Müller-Doohm, Stefan, Prof.Dr. (Bearbeitung):
AIDS-Prävention bei Jugendlichen. Effektive Konzepte der Gesundheitsaufklärung
INHALT: keine Angaben
ART: gefördert AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Bund
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5 AIDS
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INSTITUTION: Universität Oldenburg, Fak. 01 Bildungs- und Sozialwissenschaften, Institut für
Sozialwissenschaften Arbeitsgruppe Kultur- und Kommunikationsforschung (26111 Oldenburg)
[276-L] Pfundt, Katrina:
Die Regierung der HIV-Infektion: eine empirisch-genealogische Studie, Wiesbaden: VS Verl.
für Sozialwiss. 2010, 441 S., ISBN: 978-3-531-17095-4
INHALT: Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage nach der Selbstkonstituierung HIVinfizierter Frauen. Es wird danach gefragt, wie soziale Strukturen und Subjektivität zusammenhängen, d. h. wie soziale Strukturen subjektiv relevant werden. Im ersten Kapitel wird der
theoretische Rahmen der Untersuchung vorgestellt. In diesem Kontext wird vor der Folie humanistischer Subjektvorstellungen die Wahl für eine poststrukturalistische Subjektkonzeption
begründet. Anhand der Skizze verschiedener theoretischer Konzeptionen wird dargelegt, wie
in der fortschreitenden Moderne die metaphysische Essenz des Subjekts dezentriert und damit
(theoretisch) "unhaltbar" wird. Dem metaphysischen Subjektverständnis wird anschließend
das Gouvernementalitätskonzept von Foucault entgegengestellt. Im zweiten Kapitel wird der
methodologische und methodische Rahmen der Arbeit dargelegt. Anschließend wird die Ebene der Fremdführung ins Visier genommen, bevor die Ergebnisse der empirischen Analyse
vorgestellt werden. Anhand der politischen Rationalitäten von Liberalismus, Vorsorgestaat
und Neoliberalismus wird rekonstruiert, in welcher Form auf gesellschaftlicher Ebene der
Schutz und die Sicherheit der Bevölkerung vor "existenziellen Risiken" mit seinen wirtschaftlichen Folgen organisiert wird/wurde. Vor diesem Hintergrund analysiert die Verfasserin, wie
die Suche nach der Diagnose, die Durchführung des HIV-Antikörpertests und die Diagnosemitteilung durch den Arzt verläuft. Ausgangspunkt der Analyse bildet hier die Rationalität
des HIV-Antikörpertests und aktueller Gesetze. Gezeigt wird, wie die Veränderungen des
Körpers und dasStigmatisierungspotenzial der Diagnose auf dereinen Seite zu Abhängigkeiten und Restriktionen und auf der anderen Seite als Auslöser für eine positiv konnotierte
Transformation des Selbstverhältnisses führen. Zum Schluss werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst. (ICF2)
[277-L] Rauer, Valentin:
Isotypische Differenz: eine serielle Analyse der symbolischen Formen von öffentlichen HIVStatistiken (1983-2003), in: Thomas Petersen (Hrsg.) ; Clemens Schwender (Hrsg.): Visuelle
Stereotype, Köln: Halem, 2009, S. 124-140
INHALT: Seit ihren Anfängen beschäftigt sich die Soziologie mit der Frage nach den sozialen
Formen von Typisierungen bzw. Typifikationen. Max Webers Konzept der Idealtypen ist nur
einer unter vielen klassischen Ansätzen zur Beschreibung dieses zentralen Phänomens. Ein
weiteres genuin soziologisches Konzept zur Typisierung ist das Isotyp von Otto Neurath.
Während das Stereotyp verallgemeinert und dabei bestimmte Merkmale gefühlsbetont überzeichnet, zielt das Isotyp auf eine möglichst neutrale Visualisierung von sozialen Tatbeständen. Der vorliegende Beitrag zeigt zunächst, dass und wie Isotype als eigenständige Darstellungsform spezifische eigenlogische Effekte hervorrufen. Die ikonologischen Voraussetzungen für diese Effekte werden knapp analysiert. Neurath war der Erste, der die Verbildlichung
von Zahlen auf nachvollziehbare Weise systematisierte. Das Isotyp gilt als direktes Resultat
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5 AIDS
des "erkenntnistheoretischen Programms" des Wiener Kreises. Im Gegensatz zu sprachlichen
Metaphern sind Isotype per Definition wertneutraler und rationaler. Gleichzeitig sind sie anschaulicher als abstrakte Kurven, Begriffe, Rechtecke und Zahlen, die Genauigkeit oft nur
vortäuschen. Die vorliegende Studie basiert auf einer empirischen Untersuchung zur öffentlichen Repräsentation der Infektionskrankheit "AIDS". Es werden nicht nur Fotos oder Karikaturen, sondern sämtliche visuelle Repräsentationsformen erfasst. Eingegrenzt wurde die Datenbasis auf die Titelthemen zu AIDS im Zeitraum von 1983 bis heute in den Magazinen
"Der Spiegel" und "Time Magazine". (ICA2)
[278-L] Schmidt, Axel J.; Bochow, Michael:
Trends in risk taking and risk reduction among German MSM: results of follow-up surveys
"Gay men and AIDS" 1991-2007, (Discussion Papers / Wissenschaftszentrum Berlin für
Sozialforschung, Forschungsschwerpunkt Bildung, Arbeit und Lebenschancen Forschungsgruppe
Public Health, 2009-303), Berlin 2010, 27 S. (Graue Literatur;
bibliothek.wzb.eu/pdf/2009/i09-303.pdf);Forschungsbericht/Nummer:SPI2009-303
INHALT: "Objectives: To calculate estimates for group level trends among German men who
have sex with men (MSM) regarding parameters related to HIV epidemiology: frequency of
anal intercourse, consistency in condom use, risk-taking, numbers of sex partners, incident
bacterial STIs, and HIV-testing behaviour. Methods: Data derived from six large cross-sectional national follow-up surveys among MSM, conducted between 1991 and 2007. Questionnaires were circulated with German magazines for gay men; in 2003/2007, online recruitment was added. 23,878 anonymously self-administered questionnaires were analyzed in
multiple regression models for five subgroups. Results: With the normalization of AIDS, restriction of anal intercourse to primary partnerships has lost its relevance as a risk avoidance
strategy for MSM. Other traditional risk reduction strategies among MSM in Germany showed a high degree of time stability: Between 1991 and 2007, condom use in anal intercourse
has been relatively stable; numbers of sex partners have been rather constant. No positive
trends in the use of Nitrite inhalants were seen, party drugs were increasingly used by a minority of gay men during the 1990s. The syphilis epidemic seen after 1999 among German gay
men is well reflected in the survey data. No evidence was found for a concurrent rise in urethral gonorrhoea. The proportion of MSM with a recent HIV test has been continuously increasing. Conclusions: We found no evidence for increasing 'carelessness' or 'prevention fatigue'.
However, given the increasing proportions of MSM who frequently engage in anal intercourse with casual partners, a rise in HIV incidence is likely; especially if accompanied by a syphilis epidemic. Time trend analyses of these large behavioural follow-up surveys suggest
that the rise in new HIV diagnoses among MSM in Germany may partially reflect an increased uptake of HIV-testing, rather than new infections due to the erosion of condom use or increased numbers of sex partners." (author's abstract)|
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6 Sucht
6
163
Sucht (Medikamenten- und Drogenabhängigkeit,
Alkoholismus, Glücksspiele)
[279-L] Agra, Candido da:
Requiem für den Krieg gegen Drogen: portugiesische Erfahrungen der Entkriminalisierung,
in: Soziale Probleme, Jg. 20/2009, H. 1/2, S. 90-118 (Standort: USB Köln(38)-XG07368; Kopie
über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Die Entwicklung des Konsums illegaler Drogen und des Systems seiner Kontrolle variiert deutlich zwischen verschiedenen Ländern, genauso wie auch die aktuellen Erfahrungen
mit Formen der Entkriminalisierung. Auf der Basis historischer und empirischer Daten über
das, was der Autor portugiesisches Experiment nennt, wird die These entwickelt, dass das
Ende des 'Krieges gegen die Drogen' gekommen sei. Kann man den regelmäßigen Konsum illegaler Drogen außerhalb des Strafrechts regulieren? Die Frage wird auf der Grundlage des
portugiesischen Experiments bejaht. Darüber hinaus lässt die Analyse den Schluss zu, dass
die Entkriminalisierung weder zu einem Anstieg von Gesundheitsproblemen noch von Kriminalität geführt hat." (Autorenreferat)
[280-L] Baier, Dirk; Rabold, Susann:
Drogenkonsum im Jugendalter: Verbreitung, Bedingungsfaktoren und Zusammenhang mit
Gewaltverhalten, in: Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe, Jg. 20/2009, H. 4, S.
292-306
INHALT: "Auf Basis einer deutschlandweit repräsentativen Befragung von 44.610 Jugendlichen
der neunten Jahrgangsstufe werden Befunde zu Verbreitung und Bedingungsfaktoren des
Drogenkonsums vorgestellt. Davor wird der Forschungsstand zu den Fragen, ob der Drogenkonsum von Jugendlichen in Deutschland zunimmt und wo Jugendliche aus Deutschland im
internationalen Vergleich hinsichtlich des Ausmaßes des Drogenkonsums stehen, vorgestellt."
(Autorenreferat)
[281-L] Barsch, Gundula:
Medizinisch eingehegt: Forschung zum Umgang mit psychoaktiven Substanzen, in:
Widersprüche : Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich,
Jg. 29/2009, Nr. 4 = H. 114, S. 69-85 (Standort: USB Köln(38)-M XG 05865; Kopie über den
Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Die Verfasserin zeigt, wie sich ideologische Fetischisierungen auf Forschung, Theorieentwicklung und Praxis Sozialer Arbeit auswirken können. Sie kritisiert, dass es keine sozial
wissenschaftliche Forschung zum geglückten Umgang mit psychoaktiven Substanzen gibt.
Wer sollte eine solche Forschung, die der prohibitiven Drogenpolitik, vor allem der Illegalisierung bestimmter Stoffe und der Kriminalisierung ihrer KonsumentInnen durch das Betäubungsmittelgesetz (BTMG) den Boden entziehen könnte, auch finanzieren? Die "sozialwissenschaftliche Suchtforschung" wird in der Bundesrepublik durch die über wenig Eigenmittel
verfügende drogenpolitische Opposition, deren Hoch-Zeit die neunziger Jahre mit der Ent-
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6 Sucht
wicklung des Akzeptanzparadigmas waren, gegenwärtig mühsam vor dem "Aus" bewahrt.
Stattdessen werden die finanziellen Mittel für die "Sucht-Forschung" in molekulargenetische
Forschungsstrategien investiert, die nach auffälligen Rezeptoren suchen und in neurobiologische Forschungen, denen es um "gestörte Hirnfunktionen" geht. (ICF2)
[282-L] Bilke, Oliver (Interviewter); Weinert, Barbara (Interviewer):
Wenn aus Spiel Ernst wird: über die Computerspielsucht bei Kindern und Jugendlichen, in:
tv diskurs : Verantwortung in audiovisuellen Medien, Jg. 13/2009, H. 3, S. 82-87
INHALT: Interaktive Medien und mobile Kommunikationsgeräte bieten Kindern und Jugendlichen neue Möglichkeiten, stellen aber auch eine Gefährdung dar. Gerade Computerspiele
üben auf Heranwachsende eine große Faszination aus. Die Entwicklungen in diesem Bereich
sind rasant und kaum zu überblicken. Besonders bei psychisch auffälligen oder labilen Kindern und Jugendlichen befürchten Ärzte und Therapeuten, dass sie sich in virtuelle Computerwelten flüchten, wenn sie mit ihrem realen Leben und den damit verbundenen entwicklungsaufgaben nicht zurechtkommen. Der Chefarzt der Spezialambulanzen für Computersuchtprobleme der Berliner Vivantes-Kliniken, Oliver Bilke, in denen nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Fachleute Unterstützung suchen können, äußert sich im Gespräch zur Problematik der Computerspielsucht und zu Therapieansätzen, mit denen versucht wird, dieser
zu begegnen. (UN)
[283-L] Bouhnik, Patricia:
Heroin und Prekarität in Frankreich, 1990-2000, in: Soziale Probleme, Jg. 20/2009, H. 1/2, S.
160-181 (Standort: USB Köln(38)-XG07368; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Nach einem Überblick über den Kontext und die Geschichte des Heroinkonsums in
Frankreich sowie einer Präsentation zentraler empirischen Ergebnisse zur Verbreitung des
Drogenkonsums konzentriert sich der Beitrag auf die Analyse der Verbindung zwischen Drogenkonsum, Drogenhandel und der Prekarisierung von Stadtteilen in den großen Städten und
insbesondere in den Vorstädten. Der Opiatkonsum lässt sich hier mit einer 'epidemischen' Logik beschreiben, nach der die Verbreitung des Konsums über enge soziale Beziehungen und
über ein Netz informeller Ökonomie funktioniert. Die sozialen Netzwerke und die Repression
tragen zu einer Fixierung auf einen Lebensstil bei, der gleichzeitig eine Funktion der Unterstützung (beim Konsum, als Netzwerke des Drogenhandels und als Schutz) erfüllt und eine
Rolle bei der Entwicklung von 'Vulnerabilität' (Entwicklung von Risikoverhalten, Vergiftungen, negative Diskriminierungen, Kriminalisierung) spielt. Die Analyse von Geschlechtsunterschieden und die Entwicklung polytoxikomaner Konsummuster geben einige Ideen über
die in diesen Lebensstilen wirkenden Kräfte. Die Drogenpolitik scheint Schwierigkeiten zu
haben, diese Aspekte in eine kohärente Politik zu integrieren, die den Betroffenen hilft." (Autorenreferat)
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[284-L] Campbell, Rose G.; Sato, Hajime:
Examination of global prohibition regime: a comparative study of Japanese and US
newspapers on the issue of tobacco regulation, in: Gazette : the international journal of mass
communications studies, Vol. 71/2009, Nr. 3, S. 161-179 (Standort: USB Köln(38)-MAP00647;
Kopie über den Literaturdienst erhältlich; gaz.sagepub.com/cgi/reprint/71/3/161)
INHALT: Wichtige Themen der öffentlichen Gesundheit sind verschränkt mit Handelsbeschränkungen, wobei die Politik eines Landes schädliche Auswirkungen auf andere Nationen haben
kann. Nachrichtendokumente sind kritische historische Quellen zur Untersuchung derartiger
Aktionen. Es scheint bislang keine Untersuchungen zu geben, die passende internationale
Nachrichtendokumente für ein spezielles Problem der öffentlichen Gesundheit genutzt haben.
Der Beitrag berichtet über eine vergleichende Inhaltsanalyse von Artikeln zur Tabakpolitik in
jeweils zwei wichtigen Tageszeitungen Japans und der USA über einen Zeitraum von sechs
Jahren hinweg, der den Kontext in dem die Weltgesundheitsorganisation die Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle (FCTC) mit der internationalen Gemeinschaft verhandelte, umfasst.
Die Ergebnisse zeigen signifikante Unterschiede zwischen den US-amerikanischen und japanischen Zeitungen in Bezug auf Quellen, Argumente und Tendenzen der Parteinahme. Die
Argumentationen zur Politik selbst, einschließlich Effektivität, Legalität und Rechtsprechung,
waren wichtige Indikatoren für positive Tendenzen in dem japanischen Sample und lassen erkennen, dass "Gesundheit und Schaden" nicht das wichtigste Argument zur Förderung von
Tabakkontrolle via Verfechtung in den Medien ist. Die Implikationen für wirksame Kampagnen zur Tabakpolitik werden erläutert. (UNübers.) (UN)
[285-L] Cottino, Amedeo; Prina, Franco:
Die italienische Szene illegaler Drogen: Konsumformen und Politik, in: Soziale Probleme, Jg.
20/2009, H. 1/2, S. 119-137 (Standort: USB Köln(38)-XG07368; Kopie über den Literaturdienst
erhältlich)
INHALT: "Der Konsum illegaler Drogen ist in Italien erst seit einigen Jahrzehnten zu einem öffentlichen Problem geworden. Erst in den 1990er Jahren sind drei Typen von Konsumenten
auf der Drogenszene erschienen: Heroinkonsumenten (überwiegend männliche Erwachsene),
Konsumenten und Konsumentinnen von Ecstasy (überwiegend Jüngere beiderlei Geschlechts) und Kokainkonsumenten (überwiegend sozial gut integrierte junge Erwachsene).
Cannabis ist allerdings auch bei diesen Gruppen die am häufigsten konsumierte Droge. Auf
der Ebene der Gesetzgebung beobachtet man eine Bewegung des Ausbalancierens zwischen
einer sozial- bzw. gesundheitspolitischen und einer prohitionistischen Position, wobei letztere
im letzten Jahrzehnt die Oberhand gewinnt. Die Mitte-Links-Regierung hatte über die Initiative einiger ihrer Mitglieder versucht, eine weniger punitive Politik zu formulieren, die allerdings über eine Koalition aus verschiedenen politischen Lagern nur schwer in bedeutende
Veränderungen der aktuellen Drogenpolitik umzusetzen war." (Autorenreferat)
[286-L] Demetrovics, Zsolt; Fountain, Jane; Kraus, Ludwig (Hrsg.):
Old and new policies, theories, research methods and drug users across Europe, Lengerich:
Pabst 2009, 152 S., ISBN: 978-3-89967-583-2
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INHALT: "Substances like opium and cannabis have been taken in Europe for centuries. Over the
decades, the introduction and widespread use of synthetic drugs, such as LSD and MDMA
(ecstasy), has created new user groups and changed the patterns of use. Drugs, old or new, do
not only have an impact on the individual in form of psychological disorders, but also on society's reaction to their users. They create an illegal market with all its criminal side effects,
and they trigger researchers to understand the phenomenon of drug use, changing patterns and
spread. This book reflects on patterns of and changes in the use of old and new drugs; it challenges the gateway theory, critically discusses the concept of dealers, and examines strategies
of harm reduction for imprisoned offenders. In addition, it offers new approaches to old problems by bridging the gap between quantitative and qualitative drug research." (Autorenreferat). Contents: 1. Dirk J. Korf: Old and new: Persistence, revival and innovation in European
drug issues (11-16); 2. Alfred Uhl & Ludwig Kraus: Reassessing the gateway theory and its
implications for drug policy (17-33); 3. Heino Stöver, Rick Lines & Katja Thane: Harm reduction in European prisons: Looking for champions and ways to put evidence-based approaches into practice (34-49); 4. Garfield (Gary) Potter: Exploring retail-level drug distribution:
Social supply, "real" dealers and the user/dealer interface (50-74); 5. Susanna Prepeliczay:
Psychedelic generations: Similarities and differences of socio-cultural factors related to historic & contemporary use of LSD and other hallucinogenic drugs (75-97); 6. Patrick McCrystal:
Arriving at the party early? An exploration of the early onset use of ecstasy and cocaine in
Northern Ireland (98-111); 7. Alastair Roy: New methods - old problems: A practical and philosophical analysis of participatory approaches to qualitative drugs research (112-127); 8.
Paula Mayock, Jennifer Cronly & Michael Clatts: Researching "new" heroin users in Ireland:
An ethno-epidemiological approach (128-150).|
[287-L] Duprez, Dominique; Groenemeyer, Axel:
Drogenkonsum, Drogenprobleme und Drogenpolitik in Europa: Geschichte und aktuelle
Entwicklungen im internationalen Vergleich, in: Soziale Probleme, Jg. 20/2009, H. 1/2, S. 5-36
(Standort: USB Köln(38)-XG07368; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "The developments of drug use patterns, drug problems and drug policy are only loosely coupled in the history of this social problem, they don't follow the same logic and are influenced by different conditions. The contributions of this issue are illustrating this assumption
in a comparative perspective of the developments in European countries from the beginning
of modern drug problems in 19th century. One basic question concerns the logics of different
forms of constructing the drug problem and its related form of intervention and control. The
dominant form of construction still are drugs as crime and the control by criminal law, which
for long time has been paralleled by the construction of drugs as illness or addiction favouring
intervention by psychiatric or medical treatment. Since the 1980th a new construction of drug
problems gained political and practical relevance with the development of harm reduction policies. Each of these three forms of interventions follows its own logic and underlies different
condition in producing policy results, which are illustrated by the case studies from Belgium,
England, France, Germany, Italy, the Netherlands and Portugal." (author's abstract)|
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[288-L] Gautschi, Thomas; Hangartner, Dominik:
Zwölf Jahre nach Letten: die Konsumenten harter Drogen in den Zürcher Kontakt- und
Anlaufstellen, in: Schweizerische Zeitschrift für Soziologie, Vol. 35/2009, Iss. 3, S. 479-499
(Standort: USB Köln(38)-BP04865; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "In den frühen 1980er-Jahren entwickelte sich in Zürich eine der größten offenen Drogenszenen Europas. Der mittelfristig damit einhergehenden Verelendung der Konsumenten
harter Drogen versuchte die Stadt Zürich mit der Schaffung niederschwelliger Anlaufstellen
entgegen zu wirken. In diesem Artikel werden Resultate einer aktuellen Studie zu den Lebensumständen und zum Gesundheitszustand der Benutzer dieser Kontakt- und Anlaufstellen
präsentiert. Wie die Studie zeigt, erfüllen die vier Anlaufstellen ihren Zweck. Ein ausführlicher Vergleich mit Daten von 1997 (Braun et al. 2001) zeigt sowohl einen gesundheitlichen
Fortschritt, eine stärkere Reaktion der Konsumenten auf Preisänderungen auf dem Drogenmarkt, als auch eine bessere soziale Integration der Konsumenten. Dies führt auch dazu, dass
die Konsumenten harter Drogen heute bezüglich ihrer Soziodemographie und ihrem Konsummuster eine homogenere Gruppe darstellen als noch vor 10 Jahren." (Autorenreferat)
[289-L] Haller, Reinhard; Jehle, Jörg-Martin (Hrsg.):
Drogen - Sucht - Kriminalität, (Neue Kriminologische Schriftenreihe, Bd. 111), (Tagung
"Drogen - Sucht - Kriminalität", 2007), Mönchengladbach: Forum Verl. Godesberg 2009, IX, 370
S., ISBN: 978-3-936999-63-1
INHALT: "Die Verbindungen zwischen Drogen, Sucht und Kriminalität reichen vom internationalen Rauschgifthandel bis zu den diversen Bekämpfungsformen, von Präventions- und Therapiestrategien bis zur Suchtmittelgesetzgebung und von der kriminogenen Bedeutung süchtigen und delinquenten Verhaltens bis zu Verquickungen zwischen Sucht- und Kriminalitätskarrieren. Da Risikofaktoren und -konstellationen von Delinquenz und Abhängigkeit oft identisch oder sehr ähnlich sind, gibt es auch zwischen den Ansätzen der Primär-, Sekundär- und
Tertiärprävention große Übereinstimmung. Auf der Innsbrucker Tagung der kriminologischen
Gesellschaft (KrimG, vormals NKG) im Herbst 2007 haben verschiedene renommierte Experten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien den aktuellen wissenschaftlichen
Kenntnisstand vermittelt. Die meisten der Tagungsreferate finden sich als schriftliche Beiträge in diesem Tagungsband. Sie gruppieren sich unter den Themenfeldern: Bekämpfung der
suchtassoziierten Kriminalität, Diagnose und Begutachtung von Abhängigen, Substitution
und Intervention, Therapie im strafrechtlichen Rahmen" (Autorenreferat). Inhalt: I. Bekämpfung der suchtassoziierten Kriminalität: Reinhard Haller: Gesundheitsbezogene Maßnahmen
zur Bekämpfung der Drogenkriminalität (3-20); Walter Hauptmann: Die sozialen Kosten im
Gefolge der Drogenkriminalität. Eine nationale Studie für Österreich (21-38); Jürgen Stock:
Organisierte Kriminalität und Drogen (39-57); Matthias Braasch: Erscheinungsformen und
Bekämpfungsmöglichkeiten des organisierten internationalen Handels mit Dopingmitteln (5975); II. Diagnose und Begutachtung von Abhängigen: Volker Dittmann: Psychotrope Substanzen und Schuldfähigkeit (79-89); Norbert Nedopil: Substanzmissbrauch: Störung und Risikofaktor bei der Rückfallprognose (91-103); Adelheid Kastner: Spielsucht: Delinquenz und
Schuldfähigkeit (105-115); Thomas Stompe: Schizophrenie, Substanzkonsum und Delinquenz (117-129); Friedrich Martin Wurst, Natasha Thon & Wolfgang Weinmann: Direkte
Ethanolmetabolite in Blut und Urin. Relevanz in Diagnose und Therapie alkoholbezogener
Störungen (131-141); III. Substitution und Intervention: Arthur Kreuzer: Neue Forschungser-
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gebnisse zur Substitution. Kriminologische Betrachtungen unter besonderer Berücksichtigung
des deutschen Modellprojekts zur heroingestützten Behandlung Opiatabhängiger (145-163);
Martin Killias, Nicole Egli, M. Pina, P. Skovbo Christensen & Marcelo F. Aebi: Zur Wirkung
von Substitutionsprogrammen auf die Beschaffungsdelinquenz Drogenabhängiger. Ergebnisse einer internationalen Meta-Analyse (165-186); Rebecca Löbmann: Heroingestützte Behandlung und Kriminalität (187-202); Tilmann Köllisch: Die heroingestützte Behandlung
Opiatabhängiger. Auch ein Erfolgsmodell zur Verringerung von Gewaltdelinquenz? (203217); Gebhard Hüsler: Die Wirksamkeit von Cannabisinterventionen im meta-analytischen
Vergleich (219-232); IV. Therapie im strafrechtlichen Rahmen: Wolfgang Heinz: Freiheitsentziehende Maßregeln der Besserung und Sicherung. Statistische Eckdaten zur Anordnungspraxis und zum Vollzug (235-251); Stefan Markus Giebel: Typenbildung im Maßregelvollzug zur Bestimmung der "Therapiefähigkeit" von Patienten (253-262); Jörg-Martin Ahle:
Drogentherapie in freien Einrichtungen. Eine Alternative zum Maßregelvollzug (263-279); V.
Aktuelle kriminologische Themen: Susanne Rabold & Dirk Baier: Stadtteileigenschaften und
Drogenkonsum von Jugendlichen. Eine Überprüfung der Theorie der sozialen Desorganisation am Beispiel Hannovers (283-302); Stefan Markus Giebel & Isabell Kulik: Analyse des
räumlichen Verhaltens bei sexuell motivierten Serienmördern. Eine Erweiterung der statistischen Verfahren zur Analyse geographischer Muster (303-315); Aisha Perret, Daniel Gutschner & Sabine Völkl-Kernstock: Welche strafrechtlichen Maßnahmen machen Sinn? Eine
Langzeitstudie mit dissozialen Jugendlichen in der Schweiz (317-328); Norbert Schalast &
Isabell Groenewald: Ein Kurzfragebogen zur Einschätzung des sozialen Klimas im Strafvollzug. Erste Befunde auf Abteilungen des Regelvollzugs und der Sozialtherapie (329-352);
Beccaria-Preisverleihung: Laudatio für Prof. Dr. jur. Roland Miklau (355-358); Laudatio für
Prof. Dr. med. Norbert Nedopil (359-362).
[290-F] Hartmann-Graham, Ursula, Dipl.-Soz.; Holbach, Dirk, M.A.; Link, Sabine, Dipl.-Soz.Arb. Dipl.-Päd. (Bearbeitung); Frietsch, Robert, Prof.Dr. (Leitung):
FAIRE - Fachstelle Arbeitsmarktintegration und Reintegration Suchtkranker
INHALT: Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Klienten/ Rehabilitanden der Suchtkrankenhilfe durch die Implementierung von Netzwerkarbeit, Fort- und Weiterbildung, Projektberatung und -entwicklung für Fachkräfte der Suchtkrankenhilfe und Fachkräfte von Institutionen der Arbeitsmarktintegration. GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesgebiet, insb.
Rheinland-Pfalz
METHODE: Arbeit und Beschäftigung sind stabilisierende Determinanten nach einer Entwöhnungsbehandlung. Sie verhindern in hohem Maße die Rückfallwahrscheinlichkeit. Dazu ist
ein funktionierendes Übergangsmanagement aus der medizinischen Reha in weiterführende
arbeitsmarktbezogene Maßnahmen erforderlich. Untersuchungsdesign: Trend, Zeitreihe;
Querschnitt DATENGEWINNUNG: Qualitatives Interview (Stichprobe: 15; Experten; Auswahlverfahren: Quota). Standardisierte Befragung, schriftlich (Arbeitsagenturen, ARGEn,
Suchthilfe; Auswahlverfahren: total).
VERÖFFENTLICHUNGEN: Arbeitshilfe für Fachkräfte der Suchtkrankenhilfe und der Einrichtungen für Arbeitsmarktintegration. Fragen und Antworten zur Suchtproblematik im Rahmen der Arbeitsmarktintegration - Handlungsleitlinien des Schnittstellenmanagements Kompatibilität des neuen 4-Phasen-Modells der ARGE/ Agentur mit der Fachlichkeit der
Suchtkrankenhilfe. ARBEITSPAPIERE: Kriterien zur Arbeitsmarktinteraktion von Rehabilitanden der Suchtkrankenhilfe.+++Jahresberichte 2006/2007 und 2008. Unveröff.
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ART: gefördert BEGINN: 2006-11 ENDE: 2009-12 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Land Rheinland-Pfalz Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen;
Bundesministerium für Gesundheit
INSTITUTION: Fachhochschule Koblenz, FB Sozialwesen, Institut für Weiterbildung und angewandte Forschung in der Sozialen Arbeit (Konrad-Zuse-Str. 1, 56075 Koblenz)
KONTAKT: Link, Sabine (Tel. 0261-9528-246, e-mail: [email protected])
[291-L] Heckmann, Wolfgang:
Alkoholkonsum und Jugendgewalt, in: Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe, Jg.
20/2009, H. 4, S. 322-327
INHALT: "Aktuelle Beispiele für Rohheitsdelikte, die von Jugendlichen und jungen Erwachsenen begangen wurden sowie neue Phänomene im jugendtypischen Alkoholkonsum-Verhalten
(Flatrate-Partys, Koma-Saufen) werden in diesem Beitrag im Kontext der Entwicklungspsychologie des Jugendalters diskutiert. Alkohol spielt bei weit mehr Straftaten (auch Erwachsener) eine Rolle, als die Kriminal-Statistiken ausweisen; die Taten unterliegen dabei einer spezifischen Dynamik von pharmakologischen, ökonomischen und sozialen Faktoren. Die Dimension Gewalt in die Betrachtung von Alkohol-Folge-Schäden wieder aufzunehmen, wird
als positiv bewertet, gleichzeitig aber auch vor Überschätzung des Problems bei Jugendlichen
und vor Überreaktionen gewarnt. Prävention in diesem Bereich kann sich nicht in erster Linie
auf Ordnungsmaßnahmen stützen, sondern muss auf die Bedingungen des Aufwachsens in einer die Modulation von Stimmungen durch Suchtstoffe mehr und mehr akzeptierenden Gesellschaft eingehen." (Autorenreferat)
[292-L] Hess, Volker:
Regulating Risks?: der Umgang mit Life-Style-Drugs zwischen potentieller Gefährdung und
kalkuliertem Risiko, in: Herfried Münkler (Hrsg.) ; Matthias Bohlender (Hrsg.) ; Sabine Meurer
(Hrsg.): Sicherheit und Risiko : über den Umgang mit Gefahr im 21. Jahrhundert, Bielefeld:
transcript Verl., 2010, S. 187-206
INHALT: Wenn nur selten direkt auf Contergan Bezug genommen worden ist, so ist der Skandal
in den Köpfen der Beteiligten stets präsent gewesen, wenn die möglichen Gefahren der Antibabypille verhandelt worden sind. Zwar lässt sich nicht behaupten, dass der moderne Begriff
des Arzneimittelrisikos dieser Konstellation erwuchs. Gerade der Vergleich beider Szenarien
zeigt jedoch, wie sich das Management vom Typus des Unfalls hin zum Typus des Risikos
verschob. Anhand beider Szenarien wird im Beitrag nachvollzogen, wie sich in den 1960er
und 1970er Jahren ein neues Konzept zur Begegnung und zum Umgang mit der möglichen
Gefährdung durch Arzneimittel herausbildete. Unter der Vielzahl der Faktoren im historischen Bedingungsgefüge werden drei eingehender dargestellt, nämlich (1) die Durchsetzung
eines statistischen Kausalitätsbegriffs, (2) die Normalisierung des Pathologischen, und (3) die
Herausbildung eines entsprechenden Regulationsregimes. (ICF2)
170
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[293-L] Jeanmart, Caroline:
Drogenpolitik und Praktiken des Drogenkonsums im frankophonen Belgien, in: Soziale
Probleme, Jg. 20/2009, H. 1/2, S. 138-159 (Standort: USB Köln(38)-XG07368; Kopie über den
Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Über Drogenkonsum und Drogenpolitik in Belgien zu sprechen ist nicht einfach. Tatsächlich ist die Größe des Landes umgekehrt proportional zur Komplexität seines institutionellen und politischen Systems, das durch einen trennenden Föderalismus in permanenter
Veränderung gekennzeichnet ist. Der Beitrag versucht nicht, ein allgemeines Bild des illegalen Drogenkonsums zu geben, sondern konzentriert sich auf einige spezifische Aspekte. Die
verschiedenen Formen des Dogenkonsums sowie der Rechts- und Gesundheitspolitik werden
kurz in einer historischen Perspektive beschrieben. Die aktuelle Situation des illegalen Drogenkonsums und der Drogenpolitik bilden den Kern des Beitrags. Zusätzlich wird der Konsum im Kontext der Partyszenen beschrieben." (Autorenreferat)
[294-F] Körkel, Joachim, Prof.Dr.; Happel, Hans-Volker, Prof.Dr. (Bearbeitung):
Prüfung der Wirksamkeit des behavioralen Selbstkontrollprogramms KISS- ("Kontrolle im
selbstregulierten Substanzkonsum"): ein randomisierter Kontrollversuch (Randomized
Controlled Trial) bei DrogengebraucherInnen mit massiven Abhängigkeitsproblemen
INHALT: Bei den Veränderungsabsichten in Bezug auf ihren Substanzkonsum werden vor allem
Crack (58%), Heroin (56%) und Benzodiazepine (48%) genannt. 64% der den KISS-Gruppen
zugeordneten TeilnehmerInnen erfüllten das TPP-Kriterium (Treatment Per Protocol) von
mindestens vier Teilnahmen an den Gruppensitzungen. Es zeigt sich eine signifikante Überlegenheit der KISS-Gruppe gegenüber der Wartekontrollgruppe, wobei sowohl bei der 7-Tagesals auch bei der 30-Tagesprävalenz die Reduktion des Konsums insbesondere von Crack und
Benzodiazepinen über verschiedene Parameter hinweg (geringerer Konsum pro Konsumtag
und pro Konsumwoche, höhere Anzahl konsumfreier Tage etc.) als Behandlungseffekt nachweisbar ist. Die monatlichen Konsumkosten werden von der Interventionsgruppe um 36%
(244 Euro) reduziert, während die Wartekontrollgruppe eine Reduktion der monatlichen Konsumausgaben von 3% aufweist (25 Euro). Darüber haben 47% der KISS-Gruppe, aber nur
16% der Warte-Gruppe mindestens eine Substanzabhängigkeit im Laufe der Programm- bzw.
Wartezeit überwunden, ohne eine neue Abhängigkeit zu entwickeln. Schlussfolgerungen:
Selbst schwerstabhängige DrogengebraucherInnen sind zu einer Reduktion ihres Drogenkonsums bereit. Das behaviorale Selbstkontrollprogramm KISS stellt eine effektive Behandlungsoption für DrogengebraucherInnen dar, die nicht fähig oder auch nicht willens sind, abstinent zu leben. Gleichwohl war für einige der TeilnehmerInnen die Erfahrung mit dem
KISS-Programm der Einstieg in die Abstinenz.
METHODE: Die Etablierung des Therapieziels "Kontrolliertes Trinken" im Spektrum der verschiedenen Behandlungs- und Interventionsangebote im Alkoholbereich soll auf seine Übertragbarkeit in den Bereich der Abhängigkeit von illegalen Drogen überprüft werden. Selbst
dann, wenn langjähriger Drogengebrauch bzw. -missbrauch stattgefunden hat, kann, auch bei
marginalisierten Drogenpopulationen der "offenen Drogenszene", mit einer Bereitschaft zur
Veränderung ihrer zum Teil riskanten und obsessiven Konsummengen und -muster gerechnet
werden. Ziel: Überprüfung der Effektivität des behavioralen Selbstkontrolltrainings "KISS"
zur Reduktion des Drogenkonsums und Überwindung der Drogenabhängigkeit. Methode: 113
intravenös polyvalent Drogenabhängige aus drei niedrigschwelligen Drogenhilfeeinrichtun-
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gen der integrativen Drogenhilfe e.V. in Frankfurt wurden durch Randomisierung einer von
10 KISS-Gruppen bzw. einer von 10 Warte-Kontrollgruppen zugewiesen. Die TeilnehmerInnen unterzogen sich prä-, post- und 6-monatigen follow-up-assessments, bei denen ausführliche Dokumentationen des Konsumverhaltens, der gesundheitlichen, psychischen und sozialen
Situation sowie Blut- und Urinscreenings durchgeführt wurden. In 12 strukturierten Gruppenoder Einzelterminen, die wöchentlich stattfanden, wurden die 12 zentralen Programminhalte
(Konsumverhalten, Selbstkontrolle, Freizeitverhalten, Risikosituation etc.) vermittelt. Der
Programmablauf wird durch das Führen eines Konsumtagebuches, wöchentliche Zielsetzungen in Bezug auf den Drogenkonsum, Identifikation und Bewältigung von Hochrisikosituationen sowie den Umgang mit "Ausrutschern" und Rückfällen strukturiert. Stichprobenbeschreibung: Die Geschlechterverteilung in der Gesamtgruppe beträgt 71,7% Männer und 28,3%
Frauen, das Durchschnittsalter beträgt 38,9 Jahre. 92% der Gesamtgruppe beziehen Sozialleistungen, 73,5% sind arbeitslos. Der körperliche Zustand ist durch eine Vielzahl massiver
Störungen gekennzeichnet (14,6% HIV-positiv, 6% Hepatitis C, 18% polyneuropathische
Störungen, 84,3% psychische Problemen in den letzten 12 Monaten). Alle KlientInnen sind
nach DSM-IV zum Teil von mehreren psychotropen Substanzen abhängig. Untersuchungsdesign: Panel; Prä-, Post-Katanmese DATENGEWINNUNG: Experiment (Stichprobe: 113;
KonsumentInnen aus der niedrigschwelligen Drogenhilfe; Auswahlverfahren: Zufall). Urinscreenings.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Happel, Hans-Volker; Becker, Gabi; Körkel, Joachim: Angewandte Methoden und Programme: Verhaltensorientiertes Selbstmanagentprogramm "Kontrolle im selbstbestimmten Substanzkonsum (KISS)" in: Gerlach, Ralf; Stöver, Heino: Psychosoziale Unterstützung in der Substitutionsbehandlung. Praxis und Bedeutung. Lambertus:
Freiburg 2009.+++Straub, Christoph; Happel, Hans-Volker: Das Programm KISS - Kontrolle
im selbstbestimmten Substanzkonsum - in der niedrigschwelligen Drogenarbeit. in: Klee, Jürgen; Stöver, Heino: Drogen, HIV/ AIDS, Hepatitis. Ein Handbuch. Berlin: Deutsche AIDSHilfe 2010 (2. Aufl.). ARBEITSPAPIERE: Körkel, Joachim; Becker, Gabi; Happel, HansVolker; Lipsmeier, Gero: Behavioral Self-Control Training mit Drogenabhängigen: ein Randomized Controlled Trial zur Wirksamkeit des Programms "KISS". Vortrag auf dem 1. Deutschen Suchtkongress der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie &
Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie, Mannheim, 11.-14. Juni 2008.
ART: Auftragsforschung; gefördert BEGINN: 2007-10 ENDE: 2010-07 AUFTRAGGEBER: Stadt
Frankfurt am Main Drogenreferat
INSTITUTION: Fachhochschule Frankfurt am Main, FB 04 Soziale Arbeit und Gesundheit, Institut für Suchtforschung -ISFF- (Nibelungenplatz 3, 60318 Frankfurt am Main); Evangelische Fachhochschule Nürnberg (Bärenschanzstr. 4, 90429 Nürnberg)
KONTAKT: Happel, Hans-Volker (Prof.Dr. Tel. 069-1533/2873,
e-mail: [email protected])
[295-L] Kraav, Inger; Hämäläinen, Juha:
The connection between parenting and the risk of intoxicant use among young people, in:
Jaan Mikk (Hrsg.) ; Marika Veisson (Hrsg.) ; Piret Luik (Hrsg.): Teenagers in Estonia: values and
behaviour, Frankfurt am Main: P. Lang, 2009, S. 67-85
INHALT: "This paper examines the association between 14-year-old Finnish, Estonian and Russian adolescents' attitudes towards substances and experiences of upbringing and, especially,
parents' values of upbringing. The data were collected using a questionnaire. Attitudes were
172
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pro-substance among those adolescents who had never been engaged in good recreational activities. The values of parents as experienced by the adolescents seemed to have an impact on
how young people spend their leisure time. A correlation between adolescents' attitudes towards substances and parents' negative upbringing styles was not found in a single one of the
three countries. However, parents' positive upbringing strategies did affect adolescents' attitudes; in these cases, adolescents who identified their upbringing as positive also were more likely to react negatively to or reject substance use and abuse. In all the countries, the ethical
values of parents correlated with the young people's rejection of substance use. Country-specific differences in adolescents' attitudes towards substances, leisure time and experiences of
upbringing were found. These were determined in expressions of cultural characteristics that
reflect upbringing and lifestyle traditions of substance use." (author's abstract)|
[296-L] Kursawe, Janet:
Drogenpolitik im Goldenen Halbmond: Wahrnehmungsmuster und drogenpolitische
Strategien als Reaktion auf die steigende Drogenverbreitung in Afghanistan, Pakistan und
Iran, Frankfurt am Main: Verl. für Polizeiwiss. 2010, 492 S., ISBN: 978-3-86676-060-8
INHALT: "Der transnationale Drogenhandel zählt seit Ende des Kalten Krieges zu den bedeutendsten sicherheitspolitischen Herausforderungen innerhalb der internationalen Gemeinschaft. Auf Grund seiner geostrategisch günstigen Lage ist der nah- und mittelöstliche Raum
zu einer Drehschreibe für den internationalen Drogenhandel geworden. Eine besondere Rolle
nehmen seit Jahrzehnten die Länder des so genannten 'Goldenen Halbmondes' Afghanistan,
Pakistan und Iran ein. Dieses Länderdreieck gilt inzwischen als globale Hauptanbau- und
-transitregion, in deren Zentrum Afghanistan als globaler Hauptexporteur von Opiaten steht.
Seit Beginn der beiden militärischen Interventionen Operation Enduring Freedom und ISAF
(2001/2002) lässt sich weiter ein kontinuierliches Wachstum der Anbau- und Produktionszahlen feststellen. Damit bleibt Afghanistan nicht nur für den Westen mit seinen attraktiven Absatzmärkten ein sicherheitspolitisches Sorgenkind, sondern auch im Land selbst verstärken
sich die sicherheitspolitischen und sozioökonomischen Auswirkungen des Schlafmohnanbaus. Die Bekämpfungsstrategien sowie der staatliche und gesellschaftliche Umgang mit der
Drogenverbreitung, wie er sich im öffentlichen Diskurs zeigt, stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit. Das Konzept der Versicherheitlichung (Securitization) bildet hierbei den
theoretischen Rahmen der Studie. Die vorliegende Studie zeigt auf, wie exemplarisch am Bereich des transnationalen Drogenhandels eine Sicherheitsrelevanz durch politische Entscheidungsträger kreiert wird, die als Legitimationsgrundlage für bestimmte, zum Teil unpopuläre,
Maßnahmen benutzt werden kann. Darüber hinaus leistet die Arbeit einen wissenschaftlichen
Beitrag für die Theoriendebatte über die Klassifizierungen neuer Sicherheitsgefährdungen."
(Autorenreferat)
[297-F] Malcherek, Patrick (Bearbeitung); Hebebrand, Johannes, Prof.Dr.med. (Betreuung):
Zusammenhang zwischen Störungen des Sozialverhaltens und Suchterkrankung
INHALT: keine Angaben
ART: Dissertation AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
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INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Essen, Medizinische Fakultät - Universitätsklinikum, LVR-Klinikum Essen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindesund Jugendalters (Virchowstr. 174, 45147 Essen)
KONTAKT: Betreuer (Tel. 0201-7227-466, Fax. 0201-7227-302,
e-mail: [email protected])
[298-F] Mariotti, Luca, Dipl.-Soz. (Bearbeitung); Boers, Klaus, Prof.Dr.jur.; Reinecke, Jost,
Prof.Dr.rer.soc. (Betreuung):
Application of longitudinal analysis techniques to the study of drug use behaviour among
adolescents
INHALT: Recent developments in longitudinal research, coupled with the increasing importance
of the life-course paradigm in criminology, has prompted the development of new interesting
techniques for the analysis of deviant conduct over time. Furthermore, the increasing availability of longitudinal data has also allowed new insights in the development of deviant behaviours, especially in connection with the many changes that occur in the life-course of an individual. More specifically, beside the classical concept of frequency of offending, new powerful notions like onset, continuity and desistance have become the main objects of interests
for developmental criminology. In particular, the study of substance use behaviour from a
longitudinal perspective has been substantively neglected in the last century - especially if
compared to deviant behaviours in general - and only in the last two decades has attracted
some attention. These early works have highlighted some important differences in how to study, and understand, the development of a particular behaviour. In fact, implicit in the concept
of development are two important features that are equally useful to explain and describe it:
individual growth, and development through well defined behavioural stages. The necessity
to study individual growth, in contrast with simple aggregate data, has stimulated the development of important statistical techniques over the last twenty years, such as latent growth
models and growth mixture models. In particular, for what concerns the application of finite
mixture techniques, only in the last decade some studies have been published, in which growth mixture models have been applied to the study of alcohol consumption and illicit drug use.
On the other hand, researchers were not only interest in continuous individual development
over time, but also in development through discrete stages. This has been achieved by means
of latent transition analysis (LTA). For the particular case of substance use, the former technique is concerned with the amount of a specific substance taken in a specific time span, whereas the latter with what kind of drugs are used and in which sequence. The above mentioned
General Growth Mixture Models (GGMM) analysis framework allows the researcher to analyse not only the overall developmental pattern of an outcome variable across time, but even
to distinguish among qualitatively different groups within the same population. By means of
growth mixture models (GMM) it is now possible to discern between different groups with
different trajectories with respect to a particular type of behaviour over time. By means of this
method it will thus be possible to analyse different developmental patterns of drug consumption among youths. By means of GGMM, however, few is learned about the underlying processes that lead to the consumption of a particular substance. Does an individual start using
drugs with any of these, or does he follow a more or less identifiable pattern where he experiments with different substances? This question cannot be answered by means of GGMM.
This, in fact, can model development of a defined group of individuals across time, but cannot determine transitions from one group to another. Furthermore, it gives us patterns of de-
174
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velopment for users, but does not tell us directly which drugs are taken, and further, does not
tell us in which sequence these drugs have been taken. Knadel (1975) proposed the so called
gateway theory of drug involvement, in which she stated that the involvement with drugs follows generally determined path; from alcohol and cigarettes to marihuana, and from marihuana to harder drugs. These stages are often cumulative, that means, the new substance adds to
the previous used ones. The same perspective was later researched with more ad hoc statistical techniques by Collins and colleagues. It is thus now possible to analyze not only trajectories for particular substances, but even the qualitatively movement over time from supposed
less dangerous and more accepted drugs to more serious and condemned ones, and to model
these transitions by means of substantively significant covariates. This is done by means of
LTA, which allows the researcher to statistically specify different theoretically determined
stages through which an individual might go through in his drug-career. For each time point
the probability to move to a new behavioural stage (or to stay, or to move back) are calculated. The main purpose of the PhD project is to statistically identify and describe the development of drug use across time in a sample of German youth from the town of Duisburg. The
data are taken from the longitudinal study Crime in Modern Cities. The results of the two
above mentioned statistical techniques will be combined to obtain a more comprehensive picture of the phenomenon under study. More specifically: on the one hand, GMM will be used
to determine the existence of substantively different trajectories of drug use; on the other
hand, LTA will provide an adequate understanding of the transition patterns in the use of different types of substances. Eventually, the substantive interpretation of these results might
throw a bit more light on the development of substance use during adolescence.|
ART: Dissertation; gefördert AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Bundesministerium für
Bildung und Forschung; Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Münster, FB 03 Rechtswissenschaftliche Fakultät, Institut für Kriminalwissenschaften (Bispinghof 24-25, 48143 Münster); Universität Bielefeld, Bielefeld Graduate School in History and Sociology -BGHS- (Postfach 100131, 33501 Bielefeld)
KONTAKT: Bearbeiter (e-mail: [email protected])
[299-L] Ooyen-Houben, Marianne M. J.:
Gebrauch illegaler Drogen und die niederländische Drogenpolitik: Überblick und
Bewertung, in: Soziale Probleme, Jg. 20/2009, H. 1/2, S. 57-89 (Standort: USB Köln(38)XG07368; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Die niederländische Drogenpolitik zielt auf eine Risikominderung sowie auf eine Reduzierung negativer Folgen des Drogenkonsums. Diese Politik, offiziell in einem Bericht von
1995 vorgestellt, scheint im Hinblick auf ihre Prinzipien und grundlegenden Ziele kaum verändert. Der Beitrag präsentiert den Sinn dieser Politik und zeigt ihre Umsetzung in der Praxis.
Es wird gezeigt, dass im Großen und Ganzen die Ziele erreicht werden, aber einige spezifisch
betroffene Gruppen bedürfen einer besonderen Aufmerksamkeit, und die Kontrolle der Produktion und des Handels der Drogen bereitet weiterhin Probleme. Gegenwärtig zeigen sich
größere Probleme in den Bereichen der (organisierten) Kriminalität und der öffentlichen Belästigungen, die im Programm von 1995 noch nicht vorhersehbar waren. Das Gleichgewicht
der verschiedenen Facetten dieser Politik scheint deshalb gestört, was aktuell zu ihrer Infragestellung führt." (Autorenreferat)
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[300-L] Pearson, Geoffrey:
Entwicklungen von Drogenproblemen und Drogenpolitik in Großbritannien, in: Soziale
Probleme, Jg. 20/2009, H. 1/2, S. 37-56 (Standort: USB Köln(38)-XG07368; Kopie über den
Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "In Großbritannien sind die durch den Konsum illegaler Drogen verursachten Probleme erst spät zu einem öffentlichen Thema geworden. Der medizinische Konsum von Opium
war im 19. Jahrhundert bekannt und mit dem Ersten Weltkrieg gab es eine kurze Episode des
Kokainkonsums. Seit den 1920er Jahren führte das System des Rolleston-Komitees zu einem
bemerkenswert niedrigen Niveau der Drogenabhängigkeit, aber das so genannte Britische
System fand seinen Niedergang Ende der 1960er Jahre. Billiges Heroin aus dem Iran und Afghanistan wurde verfügbar, und das Rauchen von Heroin verbreitete sich insbesondere unter
arbeitslosen Jugendlichen in Nordengland (Thatcher Ära). In den 1980er Jahren entwickelte
sich die Strategie der Risikominimierung mit dem Ziel der Bekämpfung der Ausbreitung von
HIV/ AIDS (Nadelaustausch). Gleichzeitig verschob sich die politische Agenda stärker in
Richtung auf Kriminalitätskontrolle, wobei davon ausgegangen wurde, dass ein Drittel der
kriminellen Delikte mit dem Konsum illegaler Drogen verbunden sei. Allerdings bleibt Cannabis die am meisten konsumierte Droge mit etwa 3-5 Millionen regelmäßigen Konsumenten
und Konsumentinnen, wobei sich diese Zahl zu reduzieren scheint, auch wenn man hierfür
bislang keine Gründe angeben kann." (Autorenreferat)
[301-F] Pfinder, Manuela (Bearbeitung):
Intergenerational consequences of prenatal alcohol consumption
INHALT: The dissertation project on "Intergenerational consequences of prenatal alcohol consumption" focuses on intergenerational effects which enforce social inequalities among children and teenagers exposed to prenatal alcohol consumption in the status passages from infancy until adolescence. Intergenerational consequences go along with the idea of effects that
cause positive or negative performances of PEAs (prenatal exposed children). Social inequalities in the sense of having unequal access to immaterial as well as material resources are enforcing health-inequalities. The dissertation project focuses on the correlation between social
and health-related inequalities. On the one hand there might be mechanisms that make a child
resilient, or on the contrary vulnerable, towards bad life circumstances. It is supposed that the
health-outcome of a child is connected to the "dynamic, transactional exchange process between the child and its environment". On the other hand there might be social mechanisms that
enforce a negative or a positive outcome. A correlation between the extension of the child's
impairment and the familiar social background is estimated. This correlation would indicate
social mechanisms that facilitate the absorption of negative or positive consequences of prenatal alcohol consumption. This sociological contribution rises to the challenge to give innovative answers to questions of intergenerational consequences of prenatal alcohol consumption. To realize this intention, the researcher makes use of a dataset of 17.641 children and parents surveyed by the Robert Koch Institute in the years 2003 until 2006.|
ART: Dissertation; gefördert AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Bundesministerium für
Bildung und Forschung; Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Bielefeld, Bielefeld Graduate School in History and Sociology
-BGHS- (Postfach 100131, 33501 Bielefeld)
KONTAKT: Bearbeiterin (e-mail: [email protected])
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[302-L] Rabold, Susann:
Stadtteileigenschaften und Drogenkonsum von Jugendlichen: eine Überprüfung der Theorie
der sozialen Desorganisation am Beispiel Hannovers, in: Reinhard Haller (Hrsg.) ; Jörg-Martin
Jehle (Hrsg.): Drogen - Sucht - Kriminalität, Bonn: Forum Verl. Godesberg, 2009, S. 283-302
INHALT: Die Studie zeigt anhand empirischer Daten, dass der Alkoholkonsum unter Jugendlichen in Hannover räumlich ungleich verteilt ist. Es gibt Stadtteile, in denen nur 11,6 % aller
Jugendlichen häufiger Alkohol trinken; demgegenüber stehen Stadtteile, in denen dies von
53,2 % aller Jugendlichen getan wird. Diese Unterschiede basieren nicht allein auf der unterschiedlichen demographischen Zusammensetzung (z. B. nach Geschlecht oder ethnischer
Herkunft) der Jugend eines Stadtteils, sondern auch auf Merkmalen der Stadtteile. Eine derartige räumliche Ungleichverteilung der Konsumbereitschaft kann hinsichtlich das Rauchen
und den Cannabiskonsum nicht festgestellt werden. Um die nach Stadtteilen variierende Bereitschaft zum jugendlichen Alkoholkonsums zu erklären, wird die Theorie der sozialen Desorganisation herangezogen. Die empirischen Befunde sprechen allerdings (auf den ersten
Blick) gegen einen solchen Erklärungsansatz: Wurde bislang davon ausgegangen, dass ethnisch durchmischte Stadtteile das Konfliktpotenzial erhöhen und damit u. a. häufiger zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führen (bei denen dann auch niemand eingreift), sind sich
in heterogenen Stadtteilen lebenden Personengruppen dahin gehend einig, dass Alkoholkonsum (aus religiösen oder anderen kulturellen Gründen) inakzeptabel ist. (ICA2)
[303-L] Reichertz, Jo; Niederbacher, Arne; Möll, Gerd; Gothe, Miriam; Hitzler, Ronald:
Jackpot: Erkundungen zur Kultur der Spielhallen, (Erlebniswelten, Bd. 16), Wiesbaden: VS
Verl. für Sozialwiss. 2010, 235 S., ISBN: 978-3-531-16780-0
INHALT: Weil die historisch erarbeitete Kultur des Spielens, die Kultur der damit verbundenen,
jeweils variierenden Glücksvorstellungen und die Kultur der spezifischen sozialen Räume
auch in die heutige Kultur des Glücksspiels hineinragen und bedeutsam sind, präsentieren die
Verfasser einleitend die Sozialgeschichte des Glücks, des (Glücks-) Spiels und der sozialen
Räume des Glücksspiels. Nur so, also aus einer historischen Perspektive, ist es möglich, das
(Glücks-) Spiel und damit auch das Unterhaltungsspiel an Automaten mit Gewinnmöglichkeit, welches im Zentrum des Erkenntnisinteresses steht, jenseits aktueller Gefechte im langen 'War over the Games' der wie auch immer daran teilhabenden Interessengruppierungen zu
verstehen. Die Verfasser analysieren, was im Zusammenhang mit dem Spielen an Geldspielgeräten im Weiteren thematisiert wird und daher für das Forschungsvorhaben relevant sein
könnte. Das sind insbesondere Überlegungen zu den Aspekten Glück, Spiel im Allgemeinen,
Orte des Spiels und dessen wirtschaftliche Bedeutung sowie rechtliche Rahmenbedingungen
gewesen. Die empirischen Forschungsergebnisse werden in drei Durchgängen vorgestellt:
Den ersten, umfangreichsten Teil bilden die sich noch nah an der Deskription befindenden
Verdichtungen. Im zweiten Teil wird abstrahiert und Anschluss an sozialwissenschaftliche
Konzepte gesucht, während im dritten Teil das Spielen in Spielhallen im Rahmen der europäischen Kultur gedeutet wird. (ICF2)
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[304-L] Reuband, Karl-Heinz:
Entwicklungen des Drogenkonsums in Deutschland und die begrenzte Wirksamkeit der
Kriminalpolitik, in: Soziale Probleme, Jg. 20/2009, H. 1/2, S. 182-206 (Standort: USB Köln(38)XG07368; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Drogenkonsum entwickelte sich in Deutschland als Massenphänomen in der zweiten
Hälfte der 1960er Jahre. In den meisten Fällen handelte es sich um Cannabis. Seit dieser Zeit
ist der epidemiologische Verlauf durch Auf- und Abwärtsbewegungen gekennzeichnet gewesen, mit Anzeichen eines Rückgangs in den letzten Jahren. Der Gebrauch harter Drogen und
die Drogenmortalität sind dem Trend des Cannabisgebrauchs in der Regel zeitverzögert gefolgt. Unterschiede in der Kriminalpolitik innerhalb der Bundesrepublik auf Länderebene haben weder Unterschiede in der Cannabisprävalenz noch in den Einstellungen zum Cannabisgebrauch zur Folge gehabt: Ob das Vorgehen gegenüber Cannabis eher repressiv oder eher liberal war, blieb ohne Auswirkungen. Ein Zusammenhang lässt sich auch im internationalen
Vergleich nicht belegen." (Autorenreferat)
[305-L] Stock, Jürgen:
Organisierte Kriminalität und Drogen, in: Reinhard Haller (Hrsg.) ; Jörg-Martin Jehle (Hrsg.):
Drogen - Sucht - Kriminalität, Bonn: Forum Verl. Godesberg, 2009, S. 39-57
INHALT: Der Beitrag stellt die Verbindungen zwischen organisierter Kriminalität und Drogen
aus polizeilicher Sicht dar, wobei zunächst phänomenologische Aspekte und danach die staatlichen Reaktionen auf den international organisierten Drogenhandel erörtert werden. Dabei
stehen die Maßnahmen der deutschen Sicherheitsbehörden zur Bekämpfung des international
organisierten Drogenhandels im Vordergrund. Zunächst wird der Begriff "Organisierte Kriminalität" (OK) definiert: "OK ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige
Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung
sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig (1) unter Anwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen; (2) unter Anwendung von
Gewalt oder anderer zur Einschüchterung geeigneter Mittel oder (3) unter Einflussnahme auf
Politik, Medien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft zusammenwirken". Der Begriff umfasst nicht Straftaten des Terrorismus. Die Drogenkriminalität ist für die Kriminalitätslage in Deutschland von unvermindert hoher Bedeutung. Für die im international organisierten Drogenhandel agierenden Täterstrukturen ist Deutschland sowohl ein wichtiger Absatzmarkt als auch ein bedeutender Transitstaat beim europaweiten Vertrieb illegaler Drogen.
Eine Änderung dieser Situation ist in absehbarer Zeit kaum zu erwarten, zumal sich anhand
der aktuellen Entwicklungen in den Rauschgiftanbau- und Produktionsstaaten (so vor allem
Afghanistan) keine Entspannung der Lage auf den illegalen Drogenmärkten abzeichnet.
(ICA2)
[306-L] Ulrich, Ines; Stopsack, Malte; Barnow, Sven:
Risiko- und Resilienzfaktoren von adoleszenten Kindern alkoholkranker Eltern: Ergebnisse
der Greifswalder Familienstudie, in: Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, Jg. 5/2010, H. 1,
S. 47-61 (Standort: USB Köln(38)-XG 9053; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
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INHALT: "Kinder alkoholkranker Eltern (COA) weisen ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung von
Alkohol- und weiteren psychischen Störungen auf. Ziel dieser Studie war es, längsschnittlich
zu überprüfen, ob auch beim Übergang von der Adoleszenz ins junge Erwachsenalter COAs
ein erhöhtes Risiko für Alkohol- und weitere psychische Störungen aufweisen und welche
Faktoren dabei eher verstärkend bzw. schützend wirken. Methode: 310 junge Erwachsene einer Allgemeinbevölkerungsstichprobe sowie deren Eltern wurden im Abstand von etwa 5
Jahren zu zwei Messzeitpunkten hinsichtlich Alkoholgebrauch, psychischen Störungen sowie
soziodemografischen Variablen untersucht. Ergebnisse: Hinsichtlich Trinkmenge und
Rauschtrinken zeigten sich keine Gruppenunterschiede zwischen COAs (n=83) und nonCOAs
(n=227), jedoch berichteten COAs weniger regelmäßigen Alkoholkonsum (47.0% vs. 61.7%).
Allerdings wiesen COAs ein 2.4fach erhöhtes Risiko für Alkoholstörungen (16.9 vs. 7.9%)
auf, ebenso zeigten sie vermehrt affektive Störungen (18.1 vs. 8.8%) und tendenziell mehr
Cluster-B-Persönlichkeitsstörungen (10.8% vs. 5.3%, p=.075). Gleichermaßen fanden sich erhöhte Psychopathologiewerte in der COA-Gruppe. Da nur etwa 17 Prozent der COAs eine
Alkoholstörung aufwiesen, stellte sich die Frage, ob Persönlichkeitsdimensionen und Erziehungsverhalten das Risiko für Alkoholprobleme in der COA-Gruppe moderieren. Es fanden
sich eine höhere emotionale Wärme der Eltern und höhere Werte im Temperamentsfaktor Belohnungsabhängigkeit der Kinder als Schutzfaktoren. Schlussfolgerungen: Es scheint eine besonders gefährdete Gruppe von COAs zu geben, die sich durch eine geringe Belohnungsabhängigkeit und ein als wenig warm wahrgenommenes Erziehungsverhalten charakterisieren
lassen. Jedoch legen die Daten nahe, dass ein Großteil dieser Kinder sehr gute Regulationsmechanismen besitzt und nahezu abstinent bleibt. Dies sollte in zukünftigen Präventions- und
Interventionsmaßnahmen berücksichtigt werden." (Autorenreferat)
[307-L] Unterkofler, Ursula:
Wandel der Vorstellung von Hilfe in der sozialen Arbeit: Auswirkungen auf die
Problemarbeit im Feld der Drogenhilfe, in: Axel Groenemeyer: Doing Social Problems :
Mikroanalysen der Konstruktion sozialer Probleme und sozialer Kontrolle in institutionellen
Kontexten, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 124-151
INHALT: Da für Soziale Arbeit gerade das Zusammenwirken unterschiedlicher Ziele und Aufgabenstellungen konstitutiv ist, stellt sich nach Meinung der Autorin die zentrale Frage, in welcher Weise die Prinzipien und Ansprüche der jeweiligen Institutionen und ihre typischen Logiken der Problembearbeitung miteinander in Konkurrenz treten bzw. spezifische Bündnisse
eingehen. Sie versucht in ihrem Beitrag zu zeigen, wie sich das institutionelle Setting Sozialer
Arbeit gestaltet und inwiefern dabei unterschiedliche Vorstellungen von Hilfe, d. h. unterschiedliche Definitionen sozialer Probleme und sozialer Kontrolle aufeinander treffen. Anschließend nimmt sie die Profession Sozialer Arbeit in den Blick, um den Wandel der Vorstellung von Hilfe im sozialarbeitstheoretischen Diskurs exemplarisch anhand von zwei
Theorien aufzuzeigen. Vor diesem Hintergrund wird die Frage untersucht, ob sich der beschriebene Wandel des Hilfeverständnisses auch in der Praxis Sozialer Arbeit manifestiert, d.
h. welche Auswirkung er auf die konkrete Problemarbeit der Sozialarbeiter hat. Im Rahmen
einer Untersuchung des Deutungsmusters "Hilfe" im Arbeitsfeld akzeptierender Drogenarbeit
wird diese Frage beantwortet. Abschließend werden zukünftige Forschungsperspektiven aufgezeigt. (ICI2)
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[308-L] Wlachojiannis, Jannis:
Computerspiel- und Internetsucht in der BRD: eine Bestandsaufnahme und die Rolle der
sozialen Arbeit, Saarbrücken: VDM Verl. Dr. Müller 2008, 156 S., ISBN: 978-3-8364-7388-0
INHALT: "Die Zahl der Internetanschlüsse in der BRD steigt täglich. Die Gebühren für einen Internetschluss sowie die damit verbundenen Online-Kosten sinken kontinuierlich. In allen Bereichen unserer Gesellschaft wird technisch aufgerüstet: In unserer Gesellschaft werden neue
Medien zunehmend idealisiert, so dass der Eindruck entsteht, dass diese ausschließlich zum
Vorteil aller seien. In Zeiten der Globalisierung sind kurze Wege sowie schnelle Zugangsmöglichkeiten zu Medien und Informationsflüssen gefragt. Allerdings berichtet die Presse seit
einiger Zeit sporadisch und in jüngster Zeit regelmäßig über Personengruppen, für die sich
die Mediennutzung nicht nur zum Vorteil entwickelt. Neue Begriffe wie 'Internetsucht' stehen
neben 'intensive PC-Nutzung' oder 'exzessives Computerspielen'. Es gibt (immer mehr) Menschen, die anscheinend suchtähnliche Verhaltensweisen in Bezug auf den Internetgebrauch
oder PC-Spiele entwickeln. In dieser Arbeit soll genau dieser Sachverhalt analysiert werden
Für die Forschung und Auseinandersetzung mit der Computerspiel- und Internetsucht bietet
sowohl die institutionelle Seite als auch die Seite der Betroffenen Angehörigen ein hohes Erkenntnispotenzial. Hierbei soll der Fokus auf eine Bestandsaufnahme liegen. Abschließend ist
zu überlegen, wie die Berufsgruppe der Sozialen Arbeit mit einem neuen Phänomen wie diesem umzugehen hat und wie ihre Rolle aussieht oder auszusehen hat." (Autorenreferat)
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7 Verschiedene Randgruppen
Verschiedene Randgruppen (Prostituierte, Kriminelle, etc.)
[309-L] Abebe, Tatek:
Orphanhood, poverty and the care dilemma: review of global policy trends, in: Social work
& society, Vol. 7/2009, Iss. 1, o.A. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0009-11-20322)
INHALT: "The care and protection of children experiencing orphanhood presents a major childcare policy challenge. This paper draws on a review of the literature to document divergent
conceptualizations of orphanhood, how the hurdles for the care of orphans reflect wider issues of poverty and inequality, as well as the ways in which different care interventions (familial, institutional, community-based and rights-based) might be appropriated for children in
need. It is argued that the map of contemporary orphanhood overlaps with the contours of
global poverty, inequality, age-based deprivations and marginalization. An example of a 'globalised' model of orphan care, namely SOS Children's Villages, is presented and its implications for policy are examined. The paper highlights the significance of fighting poverty and enhancing the care-giving capabilities of extended families in the care and protection of children
from a rights-based perspective. It suggests that external interventions should primarily address the structural causes of poverty and marginality, rather than amplifying inequalities
through the selective support of orphans in economically vulnerable communities." (author's
abstract)|
[310-L] Allex, Anne; Kalkan, Dietrich (Hrsg.):
Ausgesteuert - ausgegrenzt ... angeblich asozial, Neu-Ulm: AG SPAK Publ. 2009, 344 S.,
ISBN: 978-3-930830-56-5
INHALT: "Der Berliner Arbeitskreis 'Marginalisierte - gestern und heute!' befasst sich mit der
Geschichte von Unangepassten und Missliebigen, insbesondere der Aufklärung über die Verfolgung und Vernichtung so genannter Asozialer im Nationalsozialismus. Im Buch werden
Kontinuitäten und Brüche dieser Entwicklung bis hin zu aktuellen Erscheinungen unter den
Fragestellungen 'Wer ist nützlich?' und 'Wer ist minderwertig?' diskutiert. Kulminationspunkt
der Beiträge ist die Auseinandersetzung mit dem Wesen des Stigmas 'Asozial', das im Prinzip
auf diskriminierenden Zuschreibungen fußt. Im jeweils spezifisch historischen Spannungsfeld
der Sozialpolitiken und des (sozialadministrativen) Arbeitszwangs, den dazu benutzten Argumentationen und dem spezifischen Verwaltungshandeln werden unter anderem die geschlechtspezifische Diskriminierung von Frauen und Mädchen, die Unterdrückung von Heimkindern, die Repression gegen Inhaftierte und Verfolgung von Bettlern, 'Widerständigen' und
'Gemeinschaftsfremden' thematisiert." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Dirk Stegemann:
Wider eine Gesellschaft der sozialen Ausgrenzung! (9-13); Rolf Schwendter: Vorwort (1517); NS-Verfolgte so genannte Asoziale: Wolfgang Ayaß: Bettler und soziale Außenseiter im
Nationalsozialismus (21-36); Frank-Uwe Betz: NS-Verfolgung widerständiger "kleiner Leute" und "Gemeinschaftsfremder" (37-54); Christa Schikorra: "Herumtreiberei" und "liederlicher Lebenswandel" (55-61); Hans-Peter Klausch: "Vernichtung durch Arbeit" - Strafgefangene der Emslandlager im KZ Neuengamme (62-86); Andrea Behrendt u. a.: Das Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen Uckermark (87-90); Elvira Manthey: "Ihr
kommt alle weg" (91-101); Hans Coppi: Aktion "Arbeitsscheu" (102-104); NS-Ideologien
und -Institutionen: Wolfgang Ratzel: Die Rolle der Verwaltung bei der Vernichtung "asozia-
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7 Verschiedene Randgruppen
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len" Lebens (107-144); Dieter Glietsch: Ausgrenzung und Verfolgung und die Verstrickung
der Polizei (145-149); Dieter Maier: Die Aktion "Arbeitsscheu Reich" als Arbeitseinsatzpolitik (150-160); Dietrich Kalkan: "Schwachsinn jeder Ursache" (161-178); Robert Sommer:
"Asoziale" Frauen in Lagerbordellen (179-191); Günter Saathoff, Ulla Jelpke, Elvira Manthey, Christa Schikorra, Karl Stenzel: Zur Rehabilitierung und Entschädigung von "Asozialen" (192-206); Retro(per)spektive: Sven Korzilius: Arbeitsethik, Sozialdisziplinierung und
Strafrecht in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR - Kontinuität oder Diskontinuität? (209-222); Ralf-Axel Simon: Ich wollte Sand im Getriebe der Macht sein (223-228);
Anne Allex, Dido: Porträt: Karlheinz Weigand (1955-2003) (229-232); Dirk Stegemann: "Ravensbrücker Ballade" von Hedda Zinner - Positionen zu einer Auseinandersetzung (233-241);
Harald Rein: Wer Vollbeschäftigung ruft, wird Arbeitsdienst ernten! (242-254); Lothar Eberhardt: Porträt: Bruno Schleinstein (255-258); Rückblick vor 1933: Claudia v. Gélieu: Arbeitshaus, Bettelvoigt und Tretmühle (261-267); Klaus Trappmann: Weh, dass es die gibt, die darben ... Zur Geschichte des Berliner Asylvereins (268-278); Thomas Irmer: Vom "Ochsenkopf" nach Rummelsburg (279-284); Blickwinkelwechsel ab 2008: Anne Allex: Kein Mensch
ist "asozial" (287-298); André Schmitz: Grabe, wo du stehst (299-300); Volker Eick: Hartz
IV kommt jetzt in "Uniform". Randgruppen-Management in der neoliberalen Stadt (301-311);
Lothar Eberhardt: Enthistorisierung öffentlicher Gebäude - Entsorgung des Erinnerns an die
NS-Zeit? (312-316); Katrin Framke: Arbeitshaus Rummelsburg (317-320); Anne Allex: "Sozialer Krieg" (321-335); Gedicht "Die Gedanken sind frei" (335); Arbeitskreis "Marginalisierte - gestern und heute!" "Kein Mensch ist asozial!" Aufruf zur Schaffung eines europäischen
Ortes zum Erinnern und Nachdenken (336-337).
[311-L] Ammann, Ruth:
Politische Identitäten im Wandel: lesbisch-feministisch bewegte Frauen in Bern 1975-1993,
(Berner Forschungen zur Neuesten Allgemeinen und Schweizer Geschichte, Bd. 4), Nordhausen:
Bautz 2009, 167 S., ISBN: 978-3-88309-513-4
INHALT: "Auch in Bern hatte sich zu Beginn der 1970er Jahre eine Frauenbewegung herausgebildet. Nach 1975 forderten Aktivistinnen den Feminismus weiter heraus: Nicht nur die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern sollte reflektiert werden, sondern die Diskriminierung lesbischer Frauen in der Gesellschaft und innerhalb der Frauenbewegung musste Gegenstand jeder Frauenbefreiung werden. Waren es nicht gerade lesbische Frauen, welche die
Frauenbewegung zu einem großen Teil trugen? Weshalb war ihre spezifische Situation bisher
nicht in den Blick geraten? Das Verhältnis zwischen Lesbianismus und Feminismus bestimmte auch in der Schweiz die innerfeministischer Ausdifferenzierungen in den 1970er Jahren.
Am Beispiel dreier Berner Gruppierungen, welche sich auf unterschiedliche Weise für die
Emanzipation frauenliebender Frauen einsetzten, wird der subtile Wandel im politischen
Selbstverständnis lesbisch-feministischer Akteurinnen zwischen 1975 und 1993 nachgezeichnet. Dieser ermöglicht nicht zuletzt Rückschlüsse auf zentrale Veränderungen in der Frauenbewegung, die sich in den 1970er und 1980er Jahren vollzogen." (Autorenreferat)
[312-L] Autrata, Otger; Scheu, Bringfriede (Hrsg.):
Jugendgewalt: interdisziplinäre Sichtweisen, (VS research), Wiesbaden: VS Verl. für
Sozialwiss. 2009, 261 S., ISBN: 978-3-531-17040-4
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INHALT: "Jugendgewalt ist zu einem bedeutsamen Bestandteil der gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Debatte geworden. Im Blickpunkt der Diskussionen ist häufig der Diskurs
um die Entwicklung von Häufigkeit und Intensität von Jugendgewalt im großen Maßstab. Zu
berücksichtigen ist aber auch, dass jedes einzelne Vorkommnis von Jugendgewalt für ihre
Opfer wie auch häufig für die Täterinnen, die diese gewalttätige Handlungsform begehen und
später mit Bestrafung rechnen müssen, leidvolle Erfahrungen stiftet. Die gesellschaftliche Betroffenheit durch Jugendgewalt wie auch daraus resultierende Bedrohtheitsgefühle werden oft
als Auftrag an die Soziale Arbeit und andere Professionen weitergegeben: Jugendgewalt soll
verhindert oder zumindest eingedämmt werden. Das schafft eine komplexe Anforderungsstruktur und wirft auch die Frage auf, ob die Soziale Arbeit und andere Professionen eine solche Aufgabe überhaupt bewältigen können. Es gibt Arbeitsansätze in der Sozialen Arbeit, wie
mit dem Problem der Jugendgewalt umzugehen ist; skeptisch zu reflektieren ist, ob solche
durch Ressourcen und das methodische Verständnis begrenzten Arbeitsformen zum Erfolg
führen können. So wird eine breite Auseinandersetzung mit dem Phänomen Jugendgewalt zur
Klärung des Gegenstands und eines entsprechenden wissenschaftlich begründeten Verständnisses notwendig. Das sollte über den Horizont der Sozialen Arbeit hinaus auch in einer Verzahnung mit interdisziplinären Sichtweisen geschehen. Um diesem Anliegen nachzukommen,
veranstalteten der Studienbereich Soziales der Fachhochschule Kärnten und das RottenburgFeldkirchner Institut für subjektwissenschaftliche Sozialforschung (RISS) im April 2009 in
Feldkirchen in Kärnten einen wissenschaftlichen Fachtag. Wissenschaftlerinnen mit unterschiedlicher disziplinärer Orientierung stellten ihre Überlegungen zu Jugendgewalt vor einem
Auditorium, das sich vor allem aus Berufstätigen aus der Sozialen Arbeit zusammensetzte,
dar." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Bringfriede Scheu: Ursachen von Jugendgewalt
(13-50); Hubert Höllmüller: Jugendgewalt aus sozialphilosophischer Perspektive (51-76); Susanne Dungs: Anerkennung und Jugendgewalt (77-106); Johannes Stehr: Jugendgewalt Skandalisierungskonzept und ideologische Kategorie (107-124); Bernd Suppan: Jugendgewalt aus rechtlicher Sicht (125-154); Rainer Buck: Sozialpolitik und Jugendgewalt (155-182);
Gerald Knapp: Jugendgewalt und Jugendwohlfahrt in Österreich (183-222); Otger Autrata:
Prävention von Jugendgewalt (223-262).
[313-L] Bereswill, Mechthild; Neuber, Anke:
Jugendkriminalität und Männlichkeit, in: Bernd Dollinger (Hrsg.) ; Henning Schmidt-Semisch
(Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität : Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 307-317
INHALT: Der Beitrag diskutiert das Verhältnis von Männlichkeit und Kriminalität unter Bezug
auf die verschiedenen Dimensionen der Kategorie Geschlecht. Dabei werden strukturtheoretische, interaktionstheoretische und identitätstheoretische Aspekte aufgegriffen, die einen je
unterschiedlichen Zugang zu Männlichkeit eröffnen. Die Überlegungen werden am Beispiel
eines Phänomens konkretisiert, das im Zusammenhang der Frauen- und Geschlechterforschung von großer Bedeutung ist und zugleich den öffentlichen wie wissenschaftlichen Diskurs zu Devianz und Geschlecht maßgeblich prägt - Gewalt. Die Ausführungen gliedern sich
in folgende Punkte: (1) die Strukturkategorie Geschlecht, hegemoniale Männlichkeit und
männliche Herrschaft, (2) Männlichkeit als soziale Konstruktion sowie (3) Geschlecht als
Konfliktkategorie - Männlichkeit als Konfliktdynamik. Die Theorieansätze der Frauen- und
Geschlechterforschung schaffen einen Rahmen, die fortlaufende Naturalisierung von Geschlechterdifferenz, wie sie in den Handlungsmustern und Zuschreibungen von Devianz, De-
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linquenz, Kriminalität und sozialer Kontrolle sichtbar werden, zu durchkreuzen. Hierin liegt
eine wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderung im Umgang mit Jugendkriminalität. (ICG2)
[314-L] Bereswill, Mechthild:
Männlichkeit als verfestigte Norm und als dynamischer Konflikt, in: Christa Binswanger
(Hrsg.) ; Margaret Bridges (Hrsg.) ; Brigitte Schnegg (Hrsg.) ; Doris Wastl-Walter (Hrsg.):
Gender Scripts : widerspenstige Aneignung von Geschlechternormen, Frankfurt am Main:
Campus Verl., 2009, S. 105-117
INHALT: Aus der Perspektive der Subjekte betrachtet ist Männlichkeit nach Meinung der Autorin eine Konfliktdynamik. Die Konstruktionen von Männlichkeit sind zugleich an symbolische Gewalt und damit an Macht und Herrschaft gebunden. Die Männlichkeitsnormen fungieren als Taktgeber für Prozesse der sozialen Anerkennung und ihre Überschreitung wird entsprechend sanktioniert, insbesondere wenn die rigide Grenze in Richtung von Weiblichkeitszuschreibungen berührt wird. Diese Dynamik lässt sich am Verhältnis von Normalität, Abweichung und Geschlecht verdeutlichen, was im vorliegenden Beitrag mit dem Fokus auf
Männlichkeit geschieht. Es folgen zunächst einige grundlegende Überlegungen zum Verhältnis von Männlichkeit und Devianz. Anschließend werden Ergebnisse aus einer Langzeitstudie
im jugendlichen Strafvollzug vorgestellt, um das Verhältnis von kulturellen Männlichkeitsnormen und subjektiven Männlichkeitsentwürfen auszuleuchten. Im Unterschied zu Forschungsansätzen, die Gewalt und Männlichkeit miteinander verschränken, schlägt die Autorin
vor, Männlichkeit als eine Konstellation zu untersuchen, bei der bestimmte Konfliktdynamiken und Bedeutungen verdeckt gehalten werden. Sie verweist diesbezüglich auf die Brüchigkeit sowohl von Normen selbst wie auch von deren Abweichungen. Sie betont ferner das
Spannungsverhältnis von "scripts" und "prescripts", gerade auch wenn es um eine deviante
und marginalisierte Männlichkeit geht. (ICI2)
[315-L] Bereswill, Mechthild:
Adoleszenz und biographische Diskontinuität bei hafterfahrenen jungen Männern, in:
Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, Jg. 5/2010, H. 1, S. 33-45 (Standort: USB Köln(38)-XG
9053; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Im Mittelpunkt des Beitrags steht das Verhältnis von Adoleszenzkonflikten und einer
spezifischen institutionellen Konstellation: Untersucht wird die Erfahrung des Freiheitsentzugs aus der Perspektive männlicher Jugendlicher und Heranwachsender. Zunächst wird die
Struktur einer geschlossenen Unterbringung reflektiert und im Zusammenhang von Adoleszenzkonflikten - unter Einbezug der Bedeutung von Geschlecht - betrachtet. Im Anschluss
werden ausgewählte Ergebnisse einer qualitativen biographischen Längsschnittstudie mit jungen Inhaftierten vorgestellt und in zwei Fallvignetten konkretisiert. Die biographische Verarbeitung des Freiheitsentzugs zeigt sich dabei als komplexer Prozess, dessen Tiefenstruktur
sich im Kontext biographischer Diskontinuität erschließt: ein Strukturmuster, das die psychosoziale Verwundbarkeit von jungen Inhaftierten in den Blick rückt, für die der 'Möglichkeitsraum' Adoleszenz mit der Erfahrung verbunden ist, ihre Autonomiekonflikte unter restriktiven institutionellen Bedingungen austragen zu müssen." (Autorenreferat)
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[316-L] Bessler, Cornelia; Brägger, Benjamin F.; Dittmann, Volker; Fink, Daniel; Steiner, Silvia;
Vogler, Fabienne (Hrsg.):
Neue Gewalt oder neue Wahrnehmung?, (Kriminologie / Schweizerische Arbeitsgruppe für
Kriminologie - SAK, Bd. 26), (Jahrestagung "Neue Gewalt oder neue Wahrnehmung?", 2008),
Bern: Stämpfli 2009, X, 181 S., ISBN: 978-3-7272-8971-2
INHALT: "Gewalttaten sind ein Bestandteil der Menschheitsgeschichte, soweit wir sie zurückverfolgen können. Ob aber Phänomenologie und Ausmaß der Gewalttätigkeit sich in jüngerer
Zeit entscheidend verändert haben, wird in den kriminologischen Wissenschaften, den Medien und der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Lässt sich eine vermehrte Gewaltbereitschaft
auf Grund empirischer Ergebnisse wirklich belegen oder handelt es sich unter dem Einfluss
von Politik und Medien nur um eine andere Wahrnehmung? Mit diesen Fragen befasst sich
der Tagungsband zum Kongress 2008 der Schweizerischen Arbeitsgruppe für Kriminologie."
(Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis / Table des matières: Teil I / Partie I: Gewalt und ihre
Wahrnehmung / La violence et sa perception: Isabel Zoder: Gewaltkriminalität im Spiegel der
Kriminalstatistik (3-28); Olivier Guéniat: L'augmentation de la délinquance des jeunes, mythe
ou réalité? (29-34); Denis Salas: Victimes, violences et droit pénal (35-40); Teil II / Partie II:
Die Wahrnehmung von Gewalt aus Sicht des Individuums / La perception de la violence du
point de vue de l'individu: Klaus Schmeck: Werden aus gestörten Jugendlichen erwachsene
Kriminelle? (43-49); Philippe Le Moigne: Mineurs multirécidivistes: La justice à l'ereuve de
la question personnelle (51-62); Cornelia Bessler: Jugendliche Sexualstraftäter: Persönlichkeitsmerkmale, Beurteilungsverfahren und Behandlungsansätze (63-86); Heinz Spiller: Umgang mit stark gewaltbereiten Insassen im Strafvollzug (87-95); Teil III / Partie III: Die
Wahrnehmung von Gewalt aus Sicht der Familie und der Schule / La perception de la violence du point de vue de la famille et des écoles: Alain Clémence: Les échanges de coups à
l'école et leur sens pour les maitres et les élèves (99-115); Madeleine Eggler: Kinder als Opfer
körperlicher und sexueller Gewalt (117-130); Teil IV / Partie IV: Die Wahrnehmung der Gewalt aus Sicht der Gesellschaft / La perception de la violence du point de vue de la société:
Lukas Gschwend: Institutionelle Gewalt und Sozialdisziplinierung gegen Minderheiten (133150); André Kuhn, Joelle Vuille: Répression versus resocialisation - La punitivité du public
est-elle en phase avec celle des juges? (151-170); Benjamin F. Brägger: In dubio contra libertatem - oder wehret den Anfängen! (171-181).
[317-L] Bettinger, Frank:
Kriminalisierung und soziale Ausschließung, in: Bernd Dollinger (Hrsg.) ; Henning SchmidtSemisch (Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität : Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 441-452
INHALT: Der Beitrag zu Interventionen im Schnittfeld von Sozialer Arbeit und Justiz im Bereich
der Jugendkriminalität befasst sich mit der Frage, was soziale Ausschließung bedeutet und in
welchem Zusammenhang diese Prozesse zu solchen der Kriminalisierung stehen. In diesem
Zusammenhang werden im ersten Schritt zunächst die Forschungsansätze in der Kriminologie
und die damit einhergehenden Gegenstandsbereiche wie Normalität/Abweichung,
Legalität/Kriminalität, Vernunft/Wahnsinn, Gut/Böse usw. beschrieben. Ferner wird darauf
hingewiesen, dass die traditionelle, positivistische Kriminologie an den Vorgaben des Strafrechts und der Strafgesetzgebung orientiert ist und sich somit in der Logik staatlicher und kriminalpolitischen Handelns eingenistet hat. Der zweite Schritt beleuchtet sodann den Aufga-
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benbereich bzw. Umgang der Sozialen Arbeit mit den Phänomenen der sozialen Ausschließung und Kriminalisierung. Demgemäß sollte eine sich kritisch verstehende Soziale Arbeit
zur Realisierung von Teilhabe, Chancengleichheit und Partizipation folgenden Anforderungen stellen: (1) Gewährung von Hilfe und Unterstützung, (2) Offerierung von Bildungs- und
Sozialisationsprozessen, (3) Thematisierung und Skandalisierung von Macht-, Herrschaftsund Ungleichheitsverhältnissen, (4) Selbstverständnis als politische Akteurin sowie (5) Erkennung und Analyse von Diskursen als Herrschaft legitimierende Techniken der Wirklichkeitsproduktion und somit von gesellschaftlichen Ordnungen in der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft. (ICG2)
[318-L] Birrer, José Matthias; Gawlas, Jana; Klein, Kaya; Pichl, Max; Röhner, Cara:
California, the same-sex state?: Gesellschafts- und rechtstheoretische Analyse des Kampfes
um die Anerkennung alternativer Lebensweisen am Beispiel der kalifornischen "Marriage
Cases", in: Kritische Justiz : Vierteljahresschrift für Recht und Politik, Jg. 42/2009, H. 4, 404-416
(Standort: USB Köln(38)-XF126; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Der Grundstein für den Rechtsstreit um die same-sex marriage wurde in San Francisco
gelegt. Als der damals neu gewählte demokratische Bürgermeister der Stadt, Gavin Newsom,
im Februar 2004 veranlasste, die städtischen Heiratsformulare geschlechtsneutral zu formulieren, sodass auch gleichgeschlechtlichen Paaren die Eheschließung ermöglicht wurde, wollte er ein Zeichen gegen den ablehnenden Ton des damaligen Präsidenten George W. Bush gegenüber gleichgeschlechtlichen PartnerInnenschaften setzen. Dieser Vorstoß in das von der
Justiz beanspruchte Terrain der Verfassungsinterpretation führte jedoch schon am 11. März
2004 zu einer Reaktion des Supreme Court of California, der Newsoms eigenhändiger Interpretation die Berechtigung absprach, ihn an seinen Kompetenzbereich erinnerte und die bis
dahin geschlossenen gleichgeschlechtlichen Ehen annullierte. In der Studie werden vor dem
Hintergrund dieser Ereignisse mehrere Überlegungen angestellt: Vor Gericht für Bürgerinnenrechte zu kämpfen, hat insbesondere in den USA eine lange Tradition. Gesellschaft und
Recht bewegen sich als miteinander verbundene, aber dennoch voneinander unabhängige
Sphären zueinander und beeinflussen sich wechselseitig. Die Verfasser zeichnen die gesellschaftlichen Kämpfe um Anerkennung und Inklusion anhand der verschiedenen AkteurInnen
mit ihren spezifischen Rollen im kalifornischen Diskurs nach. Des Weiteren wird dargelegt,
wie sich diese Kämpfe im Recht verdichten, wie sie reartikuliert und ausgehandelt werden
und schließlich wieder auf die Strategien und Projekte der verschiedenen AkteurInnengruppen zurück wirken. Anhand dieses konkreten Falls werden die Analyse der Praxen sozialer
Bewegungen in ihrem Kampf um rechtliche Anerkennung mit einigen rechtstheoretischen
Überlegungen verbunden. (ICF2)
[319-L] Bonfert, Norbert:
Die Grenzgänger: eine soziologische Studie über Vermittler zwischen Jenseits und Diesseits,
Tönning: Der Andere Verl. 2007, 267 S., ISBN: 978-3-89959-663-2
INHALT: Der Autor untersucht die bisher vernachlässigte Randkultur der "Jenseitsvermittler"
aus einer soziologischen Perspektive. Er zeigt, dass sich trotz und gerade auch wegen dieser
Marginalisierung eine eigene Kultur der "Jenseitsvermittler" entwickelt hat, die sich aus einer
Jahrtausende alten Tradition des Spiritualismus und Okkultismus erhalten hat. Durch gemein-
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7 Verschiedene Randgruppen
same Praktiken und Ideen, welche der "normalen" Gesellschaft oft entgegengesetzt sind,
durch gemeinsame Symbole und durch das gemeinsame Handeln, sowie durch die Verwendung von Fachausdrücken und eines ähnlichen, spirituell-ideologischen Grundgedankens,
verbinden sich diese Außenseiter einer Gesellschaft zu einer Randkultur. Diese Kultur beinhaltet eigene Regeln, Rituale, Strukturen, Hierarchien und Strategien, welche der Autor im
Rahmen einer qualitativen Feldforschung näher beleuchtet. Die angewandten Methoden umfassen neben dem "eroepischen Gespräch" nach Roland Girtler und der teilnehmenden unstrukturierten Beobachtung insbesondere Archivrecherchen bei der "Österreichischen Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften" (ÖGPP) in Wien und dem
deutschen "Institut für Grenzgebiete der Psychologie und der Psychohygiene (IGPP) in Freiburg. (ICI)
[320-L] Brüchert, Oliver:
"Gewalt ist keine Lösung": der Beitrag von Kampagnen der Kriminalprävention zur
Konstruktion sozialer Probleme, in: Axel Groenemeyer: Doing Social Problems :
Mikroanalysen der Konstruktion sozialer Probleme und sozialer Kontrolle in institutionellen
Kontexten, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 272-295
INHALT: Was die Gesellschaft als Kriminalität wahrnimmt und welche sozialen Probleme dabei
identifiziert werden, ist nach Meinung des Autors das Ergebnis eines komplexen Zuschreibungsprozesses im Zusammenspiel wissenschaftlicher Wissensproduktion, der Erweiterung
und Verteidigung professioneller Handlungsfelder, des normierenden und kontrollierenden
Zugriffs verschiedener Institutionen, der politischen und medialen Skandalisierung und Dramatisierung sowie der Coping-Strategien der Betroffenen. Der Autor untersucht Beispiele aktueller Präventionskampagnen hinsichtlich der Frage, welche Problemlagen sie identifizieren
und welche allgemeinen Tendenzen in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Hervorbringung sozialer Probleme sich darin widerspiegeln. Als Untersuchungsgegenstand beschränkt
er sich auf groß angelegte Bewusstseins-Kampagnen, die sich an eine allgemeine Öffentlichkeit wenden und Themen setzen, Handlungsfelder und Probleme definieren, aber auch Material und Serviceleistungen für konkrete Projekte zur Verfügung stellen. Aufgrund des Kampagnencharakters ist dieses Material gut geeignet, die grundsätzlichen Themen herauszuarbeiten, auf die sich der Diskurs in der Kriminalprävention bezieht, und die Zusammenhänge zwischen Kriminalität/Gewalt und sozialen Problemlagen zu verdeutlichen. (ICI2)
[321-L] Caprez, Christina; Nay, Eveline:
Frauenfreundschaften und lesbische Beziehungen: zur Geschichte frauenliebender Frauen
in Graubünden, in: Silke Redolfi (Hrsg.) ; Silvia Hofmann (Hrsg.) ; Ursula Jecklin (Hrsg.):
FremdeFrau : Beiträge zur Frauen- und Geschlechtergeschichte Graubündens im 19. und 20.
Jahrhundert, Zürich: Verl. Neue Zürcher Zeitung, 2008, S. 229-316
INHALT: "Bündnerinnen waren Pionierinnen in der öffentlichen Diskussion um gleichgeschlechtliche Liebe zwischen Frauen, und dies nicht nur innerhalb des Kantons Graubünden,
sondern schweizweit. Die Philosophin Meta von Salis verteidigte Ende des 19. Jahrhunderts
vehement den Wert enger Frauenfreundschaften gegen die diffamierende Kritik in den Medien. Die Theologin Marga Bührig organisierte in den 1970er Jahren die ersten kirchlichen Tagungen für Homosexuelle in der Schweiz und forderte gesellschaftliche Anerkennung für ihre
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Lebenspartnerschaft mit zwei Frauen. Charli Moser und Brigitte Sulser waren 1993 das erste
lesbische Paar der Deutschschweiz, das seine Liebesbeziehung kirchlich segnen ließ. Und
Eva-Maria Pally klagte vor Bundesgericht im Jahr 2000 das Recht auf eine Aufenthaltsbewilligung für ausländische Partnerinnen und Partner, die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung leben, ein. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit diesen und weiteren frauenliebenden Frauen in Graubünden vom letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bis heute. Er geht davon
aus, dass es maßgeblich vom historischen und gesellschaftlichen Zusammenhang abhängt, ob
und wie Frauen Liebesbeziehungen zu andern Frauen leben. Vor diesem Hintergrund geht er
der Frage nach, wie sich gesellschaftliche Vorstellungen von Homosexualität gewandelt haben und welches Selbstverständnis frauenliebende Frauen im jeweiligen historischen Kontext
entwickeln." (Textauszug)
[322-F] Cinar, Esma (Bearbeitung); Strasser, Hermann, Prof.Dr.Ph.D. (Betreuung):
Gewaltprävention bei Jugendlichen durch soziales Kapital?
INHALT: keine Angaben
ART: Dissertation ENDE: 2011-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Duisburg-Essen Campus Duisburg, Fak. für Gesellschaftswissenschaften, Institut für Soziologie Forschungsgruppe Sozialkapital (47048 Duisburg)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0203-379-1429, Fax: 0203-379-4350,
e-mail: [email protected])
[323-L] Cöster, Anna Caroline:
Ehrenmord in Deutschland, (Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag. Reihe
Sozialwissenschaften, Bd. 21), Marburg: Tectum Verl. 2009, 309 S., ISBN: 978-3-8288-2040-1
INHALT: Ziel der vorliegenden Studie ist es, die in Deutschland verübten Ehrenmorde unter dem
Gesichtspunkt der sozioökonomischen und familiären Situation insbesondere der Täter zu
analysieren. Somit kann erstmals ein differenzierteres Bild als das bisherige über das Vorkommen und die Hintergründe der in Deutschland verübten Ehrenmorde gezeichnet werden.
Nach einem einleitenden Überblick über den Forschungsstand wird zunächst der Ehrbegriff
näher erläutert, die Problematik der Grenzziehung von ehrbezogener Gewalt aufgezeigt sowie
die Erscheinungsformen ehrbezogener Gewalt im Rahmen häuslicher Gewalt, Zwangsverheiratung und Ehrenmorde beschrieben. Im Hauptteil der Studie erfolgt eine ausführliche Analyse deutscher Gerichtsurteile zu Ehrenmorden im Zeitraum von 1997 bis 2005. Dabei wird geprüft, ob die in Deutschland bekannt gewordenen Tötungsdelikte dem wissenschaftlichen
Verständnis traditioneller Ehrenmorde entsprechen. Anhand der Biographien von zwei Frauen in Notsituationen wird im letzten Kapitel der Studie die subjektive Sicht auf die Entstehung, Bewältigung und den alltäglichen Umgang mit der ehrbezogenen Gewalt nachgezeichnet. Ziel ist es dabei, herauszuarbeiten, was das Leben der betroffenen Frauen prägt und wo
bei ihnen im Nachhinein und für andere Betroffene ein präventiver Handlungsbedarf besteht.
(ICI)
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[324-L] Cremer-Schäfer, Helga:
Die Jugendkriminalitätswelle und andere Kriminalisierungsereignisse, in: Bernd Dollinger
(Hrsg.) ; Henning Schmidt-Semisch (Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität : Kriminologie und
Sozialpädagogik im Dialog, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 187-201
INHALT: Der Beitrag befasst sich kritisch mit dem Phänomen der Kriminalitätswelle, bei der es
sich seit den 1990er Jahren um die Welle der Jugendgewalt handelt. So betrachtet der erste
Schritt zunächst die theoretischen und begrifflichen Voraussetzungen der Jugendkriminalitätswelle, wobei auf die naive Bestimmung des Kriminalitätsbegriffs hingewiesen und ferner
die Kriminalstatistik als 'Zerrspiegel von Kriminalität' dargestellt wird. Der zweite Schritt
macht indes deutlich, wie das Augenscheinliche einer Kriminalitätswelle insbesondere durch
die Medien fabriziert wird, das heißt wie mit Kriminalität und Gewalt ein Bedrohungsszenario geschaffen wird, das schließlich die gesamte Bevölkerung betrifft. Der dritte Schritt beleuchtet die Jugendkriminalitätswelle als Element von autoritären, wohlfahrtsstaatlichen und
punitiven Moralpaniken. In diesem Zusammenhang wird (1) die Geschichte der Politik mit
dem Strafrecht im Fall der Jugend skizziert, (2) die Entwicklung von der episodischen zur
permanenten Moralpanik beschrieben, (3) die langen Wellen und Konjunkturen von Theorien
und Etiketten der Jugendkriminalität betrachtet sowie (4) das gesellschaftliche Nachspiel der
Jugendgewalt thematisiert. Der vierte Schritt geht abschließend der Frage nach, ob eine Kontrolle von Moralpaniken als Produzenten von Jugendgewaltkriminalitätswellen möglich ist.
(ICG2)
[325-L] Dollinger, Bernd; Schmidt-Semisch, Henning (Hrsg.):
Handbuch Jugendkriminalität: Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog, Wiesbaden:
VS Verl. für Sozialwiss. 2010, 586 S., ISBN: 978-3-531-16067-2
INHALT: "Die Lebensphase 'Jugend' wird häufig mit Defiziten, Störungen und riskanten Verhaltensweisen assoziiert. Besondere mediale und politische Aufmerksamkeit erhalten Jugendliche dann, wenn sie mit strafrechtsrelevantem Verhalten in Erscheinung treten. In diesen publizistisch-politischen Kontexten stoßen kriminologische und sozialpädagogische Befunde
und Erkenntnisse häufig auf wenig Interesse. Dieses Handbuch thematisiert daher zentrale
Felder der aktuellen wissenschaftlichen Auseinandersetzung über Phänomen und Bearbeitung
jugendlicher Kriminalität. Es kommen dabei ebenso konsensuelle wie strittige Befunde zur
Sprache." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: A. Einführung: Bernd Dollinger, Henning
Schmidt-Semisch: Sozialpädagogik und Kriminologie im Dialog. Einführende Perspektiven
zum Ereignis "Jugendkriminalität" (11-21); Roland Anhorn: Von der Gefährlichkeit zum Risiko - Zur Genealogie der Lebensphase "Jugend" als soziales Problem (23-42); Hans-Jörg Albrecht: Internationale Tendenzen in der Entwicklung des Jugendstrafrechts (43-59); B. Aktuelle Entwicklungen und Diskurse: Fritz Sack: Symbolische Kriminalpolitik und wachsende
Punitivität (63-89); Heribert Ostendorf: Strafverschärfungen im Umgang mit Jugendkriminalität (91-104); Micha Brumlik: Das Wiederaufleben der Disziplin. Autorität und Strafe am
Beispiel Immanuel Kants (105-111); Reinhard Kreissl: Neurowissenschaftliche Befunde, ihre
Wirkung und Bedeutung für ein Verständnis der Jugendkriminalität (113-123); Bernd Dollinger: Jugendkriminalität zwischen Sozial- und Kriminalpolitik. Ein lebenslaufbezogener Blick
auf den Umgang mit sozialer Auffälligkeit (125-135); Christine Graebsch: What works? Nothing works? - Who cares? "Evidence-based Criminal Policy" und die Realität der Jugendkriminalpolitik (137-147); Olaf Emig: Kooperation von Polizei, Schule, Jugendhilfe und Jus-
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tiz - Gedanken zu Intensivtätern, neuen Kontrollstrategien und Kriminalisierungstendenzen
(149-155); C. Theoretische Ansatzpunkte: Stefanie Eifler: Theoretische Ansatzpunkte für die
Analyse der Jugendkriminalität (159-172); Bernd Dollinger: Ansatzpunkte eines reflexiven
Begriffs von Jugendkriminalität. Eine kulturtheoretische Annäherung (173-186); Helga Cremer-Schäfer: Die Jugendkriminalitätswelle und andere Kriminalisierungsereignisse (187201); Albert Scherr: Jugendkriminalität - eine Folge sozialer Armut und sozialer Benachteiligung? (203-212); Dietrich Oberwittler: Jugendkriminalität in sozialen Kontexten - Zur Rolle
von Wohngebieten und Schulen bei der Verstärkung von abweichendem Verhalten Jugendlicher (213-227); Thomas Naplava: Jugenddelinquenz im interethnischen Vergleich (229-240);
D. Verlaufsformen und Identitätskonstruktionen: Karl F. Schumann: Jugenddelinquenz im
Lebensverlauf (243-257); Karl-Heinz Reuband: Delinquenz im Jugendalter und gesellschaftlicher Wandel. Delinquenzverbreitung, Entdeckungsrisiken und polizeiliche Intervention im
Trendvergleich (259-291); Thomas Naplava: Jugendliche Intensiv- und Mehrfachtäter (293306); Mechthild Bereswill, Anke Neuber: Jugendkriminalität und Männlichkeit (307-317);
Mirja Silkenbeumer: Jugendkriminalität bei Mädchen (319-331); E. Prognose und Prävention: Marcus Hußmann: Diagnose und Individualprognose als Kernproblem des Umgangs mit
Jugendkriminalität (335-350); Detlev Frehsee: Korrumpierung der Jugendarbeit durch Kriminalprävention? (351-364); Robin Reder, Holger Ziegler: Kriminalprävention und Soziale Arbeit (365-377); F. Interventionen im Schnittfeld von Sozialer Arbeit und Justiz: Thomas Trenczek: Mitwirkung der Jugendhilfe im Strafverfahren - Jugendgerichtshilfe (381-392); Regine
Drewniak: Ambulante sozialpädagogische Maßnahmen als Alternativen zum Freiheitsentzug
(393-404); Tilman Lutz: Wiedergutmachung statt Strafe? Restorative Justice und der TäterOpfer-Ausgleich (405-413); Stefan Weyers: Demokratische Partizipation durch "Just Communities" (415-425); Hans-Joachim Plewig: "Konfrontative Pädagogik" (427-439); Frank
Bettinger: Kriminalisierung und soziale Ausschließung (441-452); Der strafjustizielle Umgang mit Jugendkriminalität: Heinz Cornel: Der Erziehungsgedanke im Jugendstrafrecht: Historische Entwicklungen (455-473); Klaus Laubenthal, Nina Nestler: Geltungsbereich und
Sanktionenkatalog des JGG (475-482); Bernd-Rüdeger Sonnen: Neuere Interventionsformen
im Jugendstrafrecht (483-492); Gabriele Kawamura-Reindl: Bewährungshilfe im Spannungsfeld von Resozialisierung und Kontrolle (493-505); Karl-Heinz Reuband: Einstellungen der
Bevölkerung gegenüber jugendlichen Straftätern. Eine empirische Analyse ihrer Erscheinungsformen und Determinanten (507-531); H. Inhaftierung und geschlossene Unterbringung: Johannes Feest, Kai Bammann: Jugendstrafvollzugsgesetze: Anspruch und Umsetzung
(535-543); Mechthild Bereswill: Strafhaft als biographischer Einschnitt. Befunde zum Jugendstrafvollzug aus der Perspektive seiner Insassen (545-556); Michael Lindenberg: Geschlossene Unterbringung in der Kinder- und Jugendhilfe. Darstellung, Kritik, politischer Zusammenhang (557-572); Knut Papendorf: Gegen die Logik der Inhaftierung - die Forderungen des AJK aus heutiger Sicht (573-583).
[326-L] Dollinger, Bernd:
Ansatzpunkte eines reflexiven Begriffs von Jugendkriminalität: eine kulturtheoretische
Annäherung, in: Bernd Dollinger (Hrsg.) ; Henning Schmidt-Semisch (Hrsg.): Handbuch
Jugendkriminalität : Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog, Wiesbaden: VS Verl. für
Sozialwiss., 2010, S. 173-186
INHALT: Der Beitrag zum Forschungsgegenstand Jugendkriminalität unternimmt auf theoretischer Ebene den Versuch der Konturierung einer Perspektive, die ihren Gegenstand nicht es-
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7 Verschiedene Randgruppen
senzialistisch voraussetzt, sondern die dessen Konstitution ebenso in Frage stellen kann wie
ihre eigene Beobachtungsleistung. Die Mittel, durch die dies geleistet werden soll, beziehen
sich auf die Etikettierungstheorie, die cultural criminology sowie poststrukturalistische Theorieelemente, die zu einer reflexiven Forschungsstrategie verbunden werden. Um nützlich zu
sein, muss sie Antworten auf zentrale Problemlagen der Theoretisierung von Jugendkriminalität zulassen. Als solche werden hier drei Aspekte betrachtet: (1) Ein erkenntniskritischer Zugang muss sich die Frage nach dem Wesen von Kriminalität im gesellschaftlichen Rahmen
stellen. (2) Da Kriminalität gerade bei Jugendlichen in hohem Maße auf die differenzierte Zuschreibung individueller Verantwortlichkeit abstellt, ist ferner zu diskutieren, welche Rolle
der Einzelne als Subjekt im Kontext von Kriminalität und Kriminalisierung übernimmt. (3)
Es ist zu erörtern, wie die Verbindung von Gesellschaft und Subjekt kriminalitätstheoretisch
verstanden und rekonstruiert werden kann. Die Ausführungen machen deutlich, dass eine reflexive Theoretisierung von Jugendkriminalität skeptisch betrachten muss, wie und in welchem Ausmaß die Forschung zu Jugendkriminalität an arrivierten Kriminalitätsdiskursen teilnimmt und sie voraussetzt. (ICG2)
[327-L] Dollinger, Bernd:
Jugendkriminalität zwischen Sozial- und Kriminalpolitik: ein lebenslaufbezogener Blick auf
den Umgang mit sozialer Auffälligkeit, in: Bernd Dollinger (Hrsg.) ; Henning Schmidt-Semisch
(Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität : Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 125-135
INHALT: Der Beitrag zur Jugendkriminalität erörtert die Annahme, dass die Sozial- und Kriminalpolitik nicht zwei getrennte Dimensionen politischen Handels darstellen. Vielmehr werden
sie als Modi politischer Steuerung in den Blick genommen, die sich vielfach überschneiden
und wechselseitig überlagern. Grundlegend ist dabei die sozial-/politische Funktion der
Steuerung von Lebensläufen Jugendlicher nach kulturellen Mustern und Erwartungshorizonten legitimer Lebensführung. Um dies näher auszuführen, wird im ersten Schritt zunächst auf
begrifflich-konzeptionelle Bezugspunkte von Sozialpolitik hingewiesen. Ergänzend wird im
zweiten Schritt auf die Kriminalpolitik geblickt, um nachzuweisen, dass sie, ähnlich der Sozialpolitik, als Instanz der Zuweisung von Chancen der Lebensführung und der Strukturierung
von Mustern des Lebenslaufs zu identifizieren ist. Die Darstellung dient insgesamt der Aufklärung über Hintergründe und Optionen der Kooperation derjenigen Instanzen, die mit der
Bearbeitung sozialer Auffälligkeit beauftragt sind. Es wird versucht, gleichsam hinter die Probleme zu blicken, die sich an dem schwierigen Verhältnis von pädagogisch orientierter Erziehung und kriminalrechtlich gedachter Strafe aufzeigen lassen. (ICG2)
[328-L] Eggeling, Tatjana:
Homosexualität und Fußball: ein Widerspruch?, in: Aus Politik und Zeitgeschichte : Beilage
zur Wochenzeitung Das Parlament, 2010, H. 15/16, S. 20-26 (www.bpb.de/files/J32BRH.pdf)
INHALT: "Homophobie und Heteronormativität werden im Fußball erst seit wenigen Jahren thematisiert, der Wandel zum fair play für alle im und um den Fußball Aktiven hat noch viele
Hürden zu nehmen." (Autorenreferat)
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[329-L] Eggen, Bernd:
Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit und ohne Kinder: eine Expertise auf der
Basis des Mikrozensus 2006, (ifb-Materialien, 1/2009), Bamberg 2009, 32 S. (Graue Literatur;
nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-124824)
INHALT: Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit und ohne Kinder sind keine neue Lebens- und Familienform. Dennoch hat sich besonders in den letzten Jahren ihre Existenz gewandelt. Bislang waren sie für die meisten in unserer Gesellschaft unsichtbar und jetzt erfahren sie zunehmend ihre öffentliche Anerkennung als Lebensgemeinschaft und Familie. Die
amtliche Statistik in Deutschland hat dem Rechnung getragen. Seit 1996 liefert der Mikrozensus als europaweit größte repräsentative Bevölkerungsstichprobe Informationen über gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, etwa über ihre ökonomischen und familialen Strukturen. Der vorliegende Beitrag gibt Aufschluss über ausgewählte sozialstrukturelle Merkmale
von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften mit und ohne Kindern, Kindern homosexueller Paare und eingetragenen Partnerschaften. Im Weiteren wird der Frage nachgegangen,
ob wegen dieser grundlegend anderen Bedingungen gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften teilweise andere familiale und ökonomische Strukturen aufweisen als verschiedengeschlechtliche. Aus methodischen Gründen verzichtet der vorliegende Beitrag beim Vergleich
mit heterosexuellen ehelichen und nicht ehelichen Lebensgemeinschaften oft auf konkrete
Prozentangaben und verweist statt dessen nur auf Tendenzen. (ICD2)
[330-L] Eifler, Stefanie:
Theoretische Ansatzpunkte für die Analyse der Jugendkriminalität, in: Bernd Dollinger
(Hrsg.) ; Henning Schmidt-Semisch (Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität : Kriminologie und
Sozialpädagogik im Dialog, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 159-172
INHALT: Der Beitrag zur Jugendkriminalität geht der Frage nach, aus welchen Gründen bzw.
warum Jugendliche kriminellen Aktivitäten nachgehen. In den Sozialwissenschaften werden
bei der Suche nach den sozialen Bedingungen der Jugendkriminalität gegenwärtig hauptsächlich drei verschiedene Strategien verfolgt, deren gemeinsamer Ausgangspunkt die typischen
Erscheinungsweisen der Jugenddelinquenz sind. Dabei hat vor allem die Beobachtung, dass
die Jugendkriminalität episodisch auftritt, dazu geführt, dass sich in der theoretischen Analyse
der delinquenten Aktivitäten von Jugendlichen Ansätze durchgesetzt haben, welche die Gründe für das Auftreten von Jugendkriminalität bezogen auf den Lebensverlauf analysieren. So
lassen sich folgende drei Perspektiven unterscheiden: (1) die Beschreibung verschiedener
Verläufe der kriminellen Aktivitäten von Jugendlichen über die Lebensspanne in der Tradition der klassischen Mehrfaktorenansätze in der Kriminologie; (2) die Erklärung unterschiedlicher Verläufe der Jugenddelinquenz unter Rückgriff auf klassische Theorien abweichenden
Verhaltens; (3) die Zurückführung verschiedener Verläufe der Jugendkriminalität im Anschluss an den klassischen Labeling Approach auf die gesellschaftlichen Reaktionen auf kriminelle Aktivitäten von Jugendlichen. Die Ausführungen schließen mit einer Reihe offener
Fragen in der Analyse der Jugendkriminalität. (ICG2)
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[331-L] Entorf, Horst:
Strafvollzug oder Haftvermeidung - was rechnet sich?, in: Aus Politik und Zeitgeschichte :
Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, 2010, H. 7, S. 15-21 (www.bpb.de/files/8SQP4F.pdf)
INHALT: "Dieser Aufsatz geht der Frage nach, ob der Nutzen des Strafvollzugs die Kosten der
Sicherung und Resozialisierung von Straftätern überschreitet oder ob alternative, haftvermeidende Strategien vorzuziehen sind." (Autorenreferat)
[332-L] Erben, Sayime:
Zwischen Diskriminierung und Straffälligkeit: Diskriminierungserfahrungen straffällig
gewordener türkischer Migrantenjugendlicher der dritten Generation in Deutschland,
(Münchner Beiträge zur Bildungsforschung, Bd. 14), München: Utz 2009, XIV, 238 S., ISBN:
978-3-8316-0926-0
INHALT: "Zu den Dauerthemen der (kriminal-)politischen Diskussion zählen weniger Diskriminierungen und ihre Auswirkungen, als vielmehr die 'Ausländerkriminalität', die sich zugleich
wirksam in Presse, Fernsehen und am Stammtisch vermarkten lässt. Nicht die ethnische Herkunft fördert Kriminalität - kriminalitätsfördernd können vielmehr defizitäre Lebenslagen und
soziale Situationen und Wahrnehmungen sein. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es daher, straffällige türkische Migrantenjugendliche der dritten Generation aus ihrer eigenen Perspektive
über Diskriminierungserfahrungen berichten zu lassen und herauszustellen, welche Strategien
sie entwickelt haben, um mit diesen Diskriminierungserfahrungen umzugehen. Die Analysen
machen deutlich, dass sich ein Teil von türkischen Migrantenjugendlichen aus der Mehrheitsgesellschaft und von ihren Werten abgrenzt, zurückzieht und seine 'eigene' Welt in der ethnischen Parallelgesellschaft sucht." (Autorenreferat)
[333-L] Frenzke-Kulbach, Annette:
Kindesvernachlässigung: Probleme, Ausmaß und Gegenstrategien, in: Soziale Arbeit :
Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete, Jg. 59/2010, H. 2, S. 50-58 (Standort: UuStB
Köln (38)-Haa1082; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der Vernachlässigung von Kindern ist in der Vergangenheit weniger Aufmerksamkeit
geschenkt worden als der körperlichen oder sexuellen Kindesmisshandlung. Die bekannt gewordenen Fälle zeigen jedoch, dass Kindesvernachlässigung die häufigste Form der Kindesmisshandlung darstellt. Strategien der Hilfen weisen einerseits auf die Notwendigkeit einer
guten Kooperation aller beteiligten Stellen hin. Andererseits gibt es Hinweise auf die Wirksamkeit von Präventionsprogrammen besonders bei der Risikogruppe der Kinder unter drei
Jahren. Schließlich zeigen gerade diese Programme die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen den Systemen der Kinder- und Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen." (Autorenreferat)
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[334-L] Friedmann, Fabian:
Polizei und Fans - ein gestörtes Verhältnis?: eine empirische Untersuchung von
gewalttätigem Zuschauerverhalten im deutschen Profifußball, Hamburg: Diplomica Verl.
2009, 154 S., ISBN: 978-3-8366-8182-7
INHALT: "Gewalt und Fußball stehen seit Jahrzehnten in einer wechselseitigen Beziehung. In
Deutschland erreichte das Problem in den 70er und 80er Jahren besondere Brisanz, als verfeindete Hooliganmobs von Bundesligavereinen für zahlreiche Tote und Verletzte verantwortlich waren. Seitdem geht die deutsche Polizei massiv und repressiv gegen gewaltbereite
Fußballfans vor. Die Sicherheitsvorkehrungen in und um die Stadien haben sich zuletzt auch
im Zuge der WM 2006 massiv weiterentwickelt: Große Polizeipräsenz, Kameraüberwachung,
szenekundige Beamte, Polizisten in Zivil, strikte Blocktrennung zwischen den Fanlagern,
Fanprojekte und Sicherheitsbeauftragte der Vereine sollen dafür sorgen, dass der mittlerweile
zum gesellschaftlichen Event hochstilisierte Profifußball nicht durch gewalttätige Exzesse
einzelner instrumentalisiert wird. Doch viele aktive Fußballfans kritisieren diesen enormen
Sicherheitsapparat und hinterfragen die Verhältnis- und Rechtmäßigkeit vor allem der polizeilichen Maßnahmen. Dazu häufen sich zusehends Berichte von Fanvereinigungen und Faninitiativen über ungerechtfertigte Stadionverbote, repressive Kontrollen, unrechtmäßige
Speicherung von persönlichen Daten und über die Kriminalisierung friedlicher Fans. Es stellt
sich die Frage: Treten die Ordnungshüter in gewissen Situationen als zusätzliche Aggressoren
auf und verstärkt der Auftritt der Sicherheitskräfte das Feindbild Polizei auch bei nicht gewaltbereiten Fans? Die vorliegende empirisch-soziologische Untersuchung beleuchtet das
Verhältnis zwischen Fans und Polizei eingehender. Sie hinterfragt, ob die massive Präsenz
und das Vorgehen der Polizei im Rahmen von professionellen Fußballspielen teilweise für
Aggressionen und Fangewalt in und um die deutschen Stadien mitverantwortlich sind. Sie
will klären, wie es zu einer Eskalation zwischen Fans und Polizeikräften kommen kann."
(Autorenreferat)
[335-L] Fuchs, Sabine:
Femme!: radikal - queer - feminin, Berlin: Querverl. 2008, 225 S., ISBN: 978-3-89656-170-1
INHALT: "Femme! radikal - queer - feminin ist das erste deutschsprachige Buch zu dem bisher
vernachlässigten Thema 'Femmes'. Endlich wird queere Femininität als eine Form des Widerstands gegen gängige Geschlechternormen dargestellt und nicht als eine Anpassung an die heterosexuelle Lebenswelt. In zahlreichen Aufsätzen, Essays und Interviews zeichnen die Autor_innen ein selbstbewusstes und politisches Bild von Femmes: kritisch-analytisch, selbstironisch-provokant und leidenschaftlich-fem(me)inistisch." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis:
Joan Nestle: Vorwort: Vorwärts (8-10); Sabine Fuchs: Femme ist eine Femme ist eine Femme
... Einführung in den Femme-inismus (11-46); Lisa Duggan und Kathleen McHugh: Ein
fem(me)inistisches Manifest (47-55); Tania Witte: QueerFemme. Vom lebhaften (Er)Leben
einer Nicht-Existenz (56-63); Joke Janssen: Femme für alle im lesbisch-schwulen Mainstream? Ein Plädoyer für die Re/Politisierung eines Begriffes (64-86); Sabine Fuchs mit Stephanie Kuhnen: Femme/Butch als Strategie, lesbisches Begehren zu repräsentieren. Ein Interview (87-98); Sabine Fuchs mit Anja Ranneberg: Die Anfänge der Femme-Bewegung in
Deutschland. Ein Gespräch (99-106); Heike Schader: Zwischen Mädi und Femme fatale. Das
Bild der femininen homosexuellen Frau in den 1920er Jahren (107-126); Dominique Grisard:
Die Femme als Doppelagentin. Ein Plädoyer für Tarnung und Täuschung (127-140); Sabine
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Fuchs: Das Paradox der sichtbaren Unsichtbarkeit. Femme' im Feld des Visuellen (141-158);
Karen Wagels: "Wie viel Weiblichkeit gestehe ich mir selbst zu?" Trans/Formationen mit und
am Femme-Körper (159-172); Andrea von Kameke: "1, 2, 3, 4, you're the one that I adore."
Queer-feminine Handlungsmacht in Jamie Babbits But I'm a Cheerleader (173-183); Ann
Cvetkovich: Rezeptivität neu besetzen: Femme-Sexualitäten (184-202); Sabine Fuchs unter
Mitarbeit von Rabea Naber: Cherchez la Femme: Eine Femme-Bibliografie (203-219).
[336-L] Gabler, Jonas:
Der DFB und die Ultras - gemeinsam gegen Rechtsextremismus im Fußball?, in:
Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Jg. 23/2010, H. 2, S. 52-62
INHALT: "Rechtsextremistische Handlungen von Zuschauern sind im deutschen Profifußball seltener geworden. Anhand seines theoretischen Erklärungsmodells zeigt der Autor, dass dafür
die Ächtung solchen Verhaltens durch das Publikum entscheidend war. Dies relativiert in gewisser Hinsicht die Bedeutung des diesbezüglichen Engagements des Deutschen FußballBundes (DFB) und lenkt den Blick auf Veränderungen in der Fankultur und insbesondere auf
die Verbreitung des neuen Fantypus 'Ultras'. Dabei handelt es sich um eine aus soziologischer
Perspektive hochinteressante Jugendkultur, die im Politisierungsprozess von Jugendlichen
eine wichtige Rolle spielen kann. Die bis heute vorwiegend positive Entwicklung dieser Fankultur ist aber durch das schlechte öffentliche Bild und das gespannte Verhältnis zwischen
DFB und Ultraszene gefährdet. Vor diesem Hintergrund befasst sich der Artikel mit der Rolle
des DFB und der Ultras im Kampf gegen Rechtsextremismus und geht auch auf deren Konflikt und dessen Folgen ein." (Autorenreferat)
[337-L] Graebsch, Christine:
What works? - Nothing works? - Who cares?: "Evidence-based Criminal Policy" und die
Realität der Jugendkriminalität, in: Bernd Dollinger (Hrsg.) ; Henning Schmidt-Semisch
(Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität : Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 137-147
INHALT: Der Beitrag befasst sich mit dem Thema der EBCP (Evidence-based Criminal Policy)
aus der internationalen englischsprachigen Kriminologie, das mittlerweile auch in Deutschland in aller Munde ist. Im ersten Schritt wird zunächst Konzept und Kritik dieses Politikfeldes dargestellt. So stützt sich EBCP auf Ergebnisse kriminalpräventiver Evaluationsforschung, die mit möglichst exakten (quantitativen) Forschungsmethoden gewonnen werden.
Angestrebt werden echte experimentelle Designs mit Randomisierung. Die randomisierten
Studien haben jedoch den Nachteil, dass ihre Ergebnisse bei Effektivitätskontrollen nicht aus
sich heraus verstehbar sind, weil es sich um rein statistische Zusammenhangsnachweise handelt, die einer nachträglichen Erklärung bedürfen. In der Praxis arbeiten zudem gerade die
randomisierten Forschungsdesigns in der Kriminologie mit äußerst schlichten Rückfallparametern als Ergebnisvariable und einer theoretischen Black Box, wobei sich lediglich ein Erfolg oder Misserfolg, nicht aber die Zusammenhänge, die diesen bedingen, erforschen lassen.
Zur Verdeutlichung wird im zweiten Schritt die Realität von EBCP in den USA anhand von
ausgewählten Beispielen aus dem Jugendbereich beschrieben. Im dritten Schritt wird abschließend kurz auf das Verhältnis zwischen empirischer Erkenntnis und Jugendkriminalität
in der Bundesrepublik eingegangen. (ICG2)
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7 Verschiedene Randgruppen
195
[338-L] Grenz, Sabine:
Geld und die "Natürlichkeit" der Sexualität: über die Bedeutungsvielfalt des Geldes in der
Prostitution, in: Thorsten Benkel (Hrsg.) ; Fehmi Akalin (Hrsg.): Soziale Dimensionen der
Sexualität, Gießen: Psychosozial-Verl., 2010, S. 291-317
INHALT: Der sozialwissenschaftliche Beitrag befasst sich mit der Thematisierung des Geldes in
der Prostitution. Im Mittelpunkt steht dabei eine Freier-Studie von 2007 in Berlin mit der Frage nach den Ambivalenzen, die durch das Bezahlen für die Freier entstehen können. Die Untersuchung in Form narrativer Interviews beschränkt sich auf die heterosexuelle Prostitution
für Männer als Kunden. Nach einer einführenden Skizzierung des Forschungsstandes zum
Thema Prostitution werden folgende Aspekte betrachtet: (1) Geld und Konsum sexueller
Dienstleistungen, (2) die theoretischen Grundlagen der Untersuchung, (3) Ambivalenzen im
Verhältnis von Geld und Geschlecht (Begrenzungen des Geldes, Männer bezahlen für Frauen,
Umfang der Käuflichkeit, die kulturelle Konstruktion der weiblichen Einheit von Körper und
Seele sowie (4) das Nicht-Käufliche in der Prostitution. In einer Schlussbetrachtung fasst der
Autor zusammen, dass Geld einerseits Begrenzung und andererseits Allmacht symbolisiert.
Weiterhin gilt es als anonymes Tauschmittel, kann zugleich aber ein Mittel der zwischenmenschlichen Fürsorge werden. Diese verschiedenen Aspekte erzeugen Spannungen. Zusätzlich wird Sexualität hier als Dispositiv dargestellt. Sexualität wird nicht nur durch von außen
kommende Mächte beeinflusst, sondern sie ist durch Wissens- und Machtstrategien strukturiert, mit denen sich Subjekte identifizieren. (ICG2)
[339-L] Groenemeyer, Axel:
Doing Social Problems: Mikroanalysen der Konstruktion sozialer Probleme und sozialer
Kontrolle in institutionellen Kontexten, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. 2010, 327 S.,
ISBN: 978-3-531-17192-0
INHALT: "Arme, Kranke, Kriminelle, Behinderte oder hilfsbedürftige Familien stellen Kategorien der Betroffenheit von sozialen Problemen dar, mit denen jeweils bestimmte Institutionen
der Problemarbeit und der sozialen Kontrolle verbunden sind. Diese Einrichtungen der Bearbeitung sozialer Probleme können als Ergebnis einer erfolgreichen öffentlichen und politischen Institutionalisierung sozialer Probleme verstanden werden. In den Einrichtungen der
Polizei und Justiz, der Sozialpolitik und der Sozialen Arbeit oder des Gesundheitssystems
werden soziale Probleme in Fälle verwandelt, die dann in einer jeweils typischen Art und
Weise behandelt werden. Mit dem neuen Konzept des 'Doing Social Problems' oder der 'Problemarbeit' werden diese Prozesse und institutionellen Kontexte der Bearbeitung sozialer Probleme auf der Ebene des Alltags von Institutionen der sozialen Kontrolle in einer vergleichenden Perspektive untersucht. Mit diesem Buch wird diese Perspektive, die in den USA bereits
zu einem fruchtbaren Forschungsprogramm geworden ist, erstmals in Deutschland systematisch dargestellt und anhand empirischer Fallstudien aus verschiedenen Bereichen erläutert."
(Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: I. Doing Social Problems - Kontexte und theoretische
Perspektiven der Konstruktion sozialer Probleme: Axel Groenemeyer: Doing Social Problems
- Doing Social Control. Mikroanalysen der Konstruktion sozialer Probleme in institutionellen
Kontexten - Ein Forschungsprogramm (13-56); Raimund Hasse, Lucia Schmidt: Der Arbeitsbegriff in der Soziologie sozialer Probleme und im Neo-Institutionalismus. Konzeptualisierung und Anwendung im Forschungsfeld Bildungsungleichheit (57-78); Ralf Wetzel: Zur organisationalen Verfertigung von Behinderung. Über den kollektiven Umgang mit Differenz
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anhand neuerer organisationstheoretischer Sprachangebote (79-102); II. Analysen der institutionellen Konstruktion und Bearbeitung sozialer Probleme: Bernd Dollinger: Doing Social
Problems mit Wissenschaft. Die Entwicklung der Sozialpädagogik als disziplinäre Form der
Problemarbeit (105-123); Ursula Unterkofler: Wandel der Vorstellung von Hilfe in der Sozialen Arbeit. Auswirkungen auf die Problemarbeit im Feld der Drogenhilfe (124-151); Brita
Krucsay, Roland Gombots: Nischen in der Marktlogik? Zum Einfluss institutioneller Einbettung auf Konzeptualisierungen sozialer Probleme in der Sozialen Arbeit (152-169); Uwe
Flick, Gundula Röhnsch: "Ich sehe, dass Menschen vor Diagnosen davonlaufen" - Chronische
Krankheit jugendlicher Obdachloser aus der Sicht von Experten und Expertinnen (170-203);
Stefan Dreßke: Soziale Problemarbeit in der medizinischen Rehabilitation. Zur Körpernormalisierung bei Behinderung (204-219); Kurt Möller: Ausstiege aus dem Rechtsextremismus Wie professionelle Ausstiegshilfen Themen- und Bearbeitungsdiskurse über Rechtsextremismus (re)produzieren und modifizieren (220-245); Steffen Zdun: Doing Social Problems bei
der Polizei im Straßenkulturmilieu (246-271); Oliver Brüchert: "Gewalt ist keine Lösung".
Der Beitrag von Kampagnen der Kriminalprävention zur Konstruktion sozialer Probleme
(272-295); Marc Loriol, Valerie Boussard, Sandrine Caroly: Ethnische Diskriminierung in
Dienstleistungsorganisationen. Ein berufsübergreifender Vergleich (296-323).
[340-L] Großegger, Beate:
"Meine Lieblingsbeschäftigung ist fernsehen und ich schlafe ab und zu auch gern": Medienund Konsumwelten von Kindern und Jugendlichen in sozialen Randlagen, in: Medien &
Zeit : Kommunikation in Vergangenheit und Gegenwart, Jg. 25/2010, Nr. 1, S. 28-38
INHALT: Die Autorin zeigt in ihrem lebensweltlich orientierten Beitrag die Medien- und Konsumwelten von Kindern und Jugendlichen in sozialen Randlagen in Österreich auf. Ihre qualitative Grundlagenstudie verdeutlicht auf der Basis von 42 problemzentrierten Interviews mit
Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern, in welcher Weise diese exklusionsgefährdeten
Gruppen eines "abgehängten Prekariats" ihren Alltag meistern. Sie beleuchtet die Konsumorientierung, die medialen und sozialen Parallelwelten sowie die "Absturzexistenzen" der Jugendlichen in sozialen Randlagen. Die Exklusion, oftmals in generationeller Abfolge, hat
demnach weitreichende Folgen hinsichtlich der Identität des Einzelnen: Individuelle Konstitutions- wie interpersonelle Sozialisationsbedingungen werden durch die Markierung von
Grenzen der Zugehörigkeit und Teilhabe sowie durch Prozesse der Schließung bzw. Öffnung
von Zugängen zu materiellen, sozialen, kulturellen und politischen Ressourcen mitbestimmt.
(ICI2)
[341-L] Heeg, Rahel:
Mädchen und Gewalt: Bedeutungen physischer Gewaltausübung für weibliche Jugendliche,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. 2009, 320 S., ISBN: 978-3-531-17026-8
INHALT: "Anhand ausführlicher Fallstudien arbeitet die Autorin unterschiedliche Bedeutungen
physischer Gewaltausübung für weibliche Jugendliche heraus. Dabei werden zwei Gruppen
unterschieden. Manche Mädchen üben Gewalt aus, um dadurch einen Gewinn zu erlangen.
Sie erleben sich als stark, unabhängig und gerecht, wenn sie Gewalt anwenden. Zusätzlich erhalten sie in einer gewaltbereiten Bezugsgruppe Anerkennung für ihr Tun und schaffen ein
Gefühl der Zugehörigkeit. Andere Mädchen sehen sich von einer feindseligen Umwelt be-
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droht. Durch Gewalt schützen sie sich. Da sie sich von ihren aggressiven Emotionen überwältigt fühlen, bestätigt und vertieft ihr Handeln ein negatives Selbstkonzept. Die Autorin erläutert die unterschiedlichen Motive und subjektiven Gewinne von physischer Gewalt für weibliche Jugendliche und verdeutlicht deren Sinnhaftigkeit im Rahmen familiär gelernter Interaktionslogiken." (Autorenreferat)
[342-F] Hellwig, Julia, Dipl.-Soz.Päd. (Bearbeitung); Bereswill, Mechthild, Prof.Dr. (Betreuung):
Mütter und Kinder im bundesdeutschen Strafvollzug. Eine qualitative Fallstudie
INHALT: keine Angaben GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
ART: Dissertation AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Kassel, FB 04 Sozialwesen, Promotionskolleg "Biographische
Strukturierung als kulturelle Praxis" (34109 Kassel)
KONTAKT: Institution -Sekretariat- (Tel. 0561-804-3961, e-mail: [email protected])
[343-F] Herz, Birgit, Prof.Dr.phil. (Bearbeitung):
Sexuelle Gewalt gegenüber Jungen und Pädophilie
INHALT: Präventionsprogramm gegen Pädophilie bei sexuell missbrauchten Jungen; Verhaltensstörungen im Kontext sexueller Gewalt; Praxisbezug: Sonderstati für Erziehungshilfe und
Kinder- und Jugendhilfe. ZEITRAUM: 2010-2013 GEOGRAPHISCHER RAUM: Hamburg,
Hannover
METHODE: qualitative Sozialforschung; Handlungsforschung
ART: Auftragsforschung; Eigenprojekt BEGINN: 2010-01 ENDE: 2013-01 AUFTRAGGEBER:
keine Angabe FINANZIERER: Institution
INSTITUTION: Universität Hannover, Philosophische Fakultät, Institut für Sonderpädagogik
Abt. Pädagogik bei Verhaltensstörungen (Schloßwender Str. 1, 30159 Hannover)
KONTAKT: Bearbeiterin (e-mail: [email protected])
[344-L] Hoffarth, Florian:
Queer Dating: eine kontrastive Untersuchung von Kontaktanzeigen in Online-Magazinen
für Schwule und Lesben, Duisburg: Universitätsverl. Rhein-Ruhr 2009, 103 S., ISBN: 978-3940251-51-0
INHALT: "'Liebliches Herz sucht passende Herzkammer' - Für Millionen von Menschen ist das
Internet als Kontaktbörse inzwischen unentbehrlich geworden. Zur Gruppe derer, die über das
'World Wide Web' ihren Traumpartner zu finden hoffen, gehören - neben heterosexuellen
Nutzern - in zunehmendem Maße auch Schwule und Lesben. Gegenstand der vorliegenden
Arbeit ist ein sprachwissenschaftlicher Vergleich von Kontaktanzeigen, die in Online-Magazinen für Schwule und Lesben erschienen sind. Die Analyse eines aus 100 Anzeigen bestehenden Korpus liefert interessante Aufschlüsse über die Vertextungsstrategien schwuler und
lesbischer Kontaktsuchender. Es wird gezeigt, dass es deutliche Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten in der Formulierungsweise beider Gruppen und in der Artikulation ihres 'Begehrens' gibt. Und es wird der Frage nachgegangen, ob und auf welche Weise Schwule und
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Lesben durch ihre Sprachverwendung in Kontaktanzeigen spezifische Geschlechts- bzw.
'Gender'-Identitäten konstruieren." (Autorenreferat)
[345-L] Hylander, Ingrid; Granström, Kjell:
Organizing for a peaceful crowd: an example of a football match, in: , 2010, 26 S.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs100283)
INHALT: "Gewalt in großen Menschenmengen ist ein Thema, für das sich die Sozialpsychologie
seit Langem interessiert, und das auch für die Sportpsychologie von Belang ist. Die Entstehung von Krawallen wurden aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven heraus erklärt,
z.B. im Sinn individueller Differenzen, als Deindividuations-Phänomen, infolge spezifischer
Gruppeninteraktionen oder in geschichtlicher und kultureller Perspektive. In dieser Studie
wurde ein sozialpsychologisches Modell, das an Gruppeninteraktionen interessiert ist, hinzugezogen, das 'Aggravation und Mitigation (AM)-Modell', um Befriedungsprozesse im Rahmen eines Sportereignisses zu identifizieren. Hauptergebnis war - im Einklang mit dem AMModell - dass dann am ehesten friedliche Ausgänge von Großveranstaltungen zu erwarten
sind, wenn 1. diese Veranstaltungen eine Art 'Festival-Charakter' haben, 2. Gelegenheiten zur
Erfüllung von Grundbedürfnissen und eine wiedererkennbare Ordnung sowie 3. übergeordnete Identifikationsangebote vorhanden sind." (Autorenreferat)
[346-F] Issmer, Christian, Dipl.-Psych. (Bearbeitung):
"Abgestempelt und ausgegrenzt" - die Folgen gesellschaftlicher Stigmatisierung und der
Einfluss von Metastereotypen (Arbeitstitel)
INHALT: Seit mehr als 50 Jahren gehen kriminologische Labeling-Theorien davon aus, dass delinquentes Verhalten durch gesellschaftliche Reaktionen gegenüber den Betroffenen - etwa
durch Abstempeln als "Kriminelle" - verfestigt werden kann (vgl. Bernburg, Krohn & Rivera,
2006). Darüber hinausgehend wird in der jüngeren Forschung zur Stigmatisierung postuliert,
dass schon die Wahrnehmung von in der Gesellschaft verbreiteten Stereotypen sich negativ
auf Einstellungen und Verhalten Betroffener auswirken kann (siehe Link & Phelan, 2001;
Major & O'Brien, 2005). Diese Annahme soll im Rahmen des Dissertationsvorhabens mittels
einer Stichprobe inhaftierter Straftäter im Jugendstrafvollzug sowie einer Stichprobe von Berufsschülern mit prekärem Bildungshintergrund untersucht werden. In beiden Stichproben
sind dabei längsschnittliche Fragebogenerhebungen mit jeweils zwei Messzeitpunkten geplant. Zentrale Hypothese ist, dass die Wahrnehmung negativer gesellschaftlicher Stereotype
sich verstärkend auf Gewaltbereitschaft sowie norminkonsistente Einstellungen und Verhaltensweisen der Betroffenen auswirkt. Darüber hinaus wird erwartet, dass die entsprechenden
Zusammenhänge durch wahrgenommene Desintegration sowie die Verbundenheit mit delinquenten Peers mediiert werden. Durch das Dissertationsvorhaben soll ein Beitrag zum Verständnis der (sozial-)psychologischen Konsequenzen wahrgenommener gesellschaftlicher
Stereotypisierung auf Betroffene mit prekärem Sozialisationshintergrund geleistet werden.
ART: Dissertation; gefördert AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Universität Marburg, Graduiertenkolleg 884 "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit: Ursachen, Phänomenologie und Konsequenzen" (Gutenbergstr. 18, 35032 Marburg)
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199
KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 06421-28-23602, e-mail: [email protected])
[347-L] Kassis, Wassilis:
Die fatale Korrespondenz zwischen Desintegration in pädagogischen Kontexten und
gesellschaftlicher Dominanz, hin zur Gewalt in der Schule, in: Schweizerische Zeitschrift für
Soziologie, Vol. 35/2009, Iss. 3, S. 431-452 (Standort: USB Köln(38)-BP04865; Kopie über den
Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Die erlebte Desintegration in den zwei relevantesten pädagogischen Feldern 'Elternhaus' und 'Schule' wird über Strukturgleichungsmodelle mit gesellschaftlichen Dominanzorientierungen gekoppelt und deren kombinierte Wirkung auf die Entstehung von Gewalt in der
Schule untersucht. Die Ergebnisse aus dieser geschlechtsspezifisch (184 Jungen im Alter von
15/16 Jahren) formulierten Analyse verweisen auf beachtliche Relationen und zugleich bedrückende Aufschaukelungsprozesse zwischen der Desintegration in den pädagogischen Sozialisationsfeldern 'Elternhaus' und 'Schule' und den gesellschaftlichen Dominanzorientierungen. Die von den männlichen Jugendlichen in der Schule ausgehende physische Gewalt wird
damit als ein Phänomen erkannt, welches, alleine über die innerpsychischen Funktionen für
die männlichen Jugendlichen gewertet, deutlich unterdeterminiert wäre." (Autorenreferat)
[348-L] Katzer, Catarina; Fetchenhauer, Detlef; Belschak, Frank:
Cyberbullying: who are the victims?: a comparison of victimization in internet chatrooms
and victimization in school, in: Journal of media psychology : theories, methods, and
applications, Vol. 21/2009, Nr. 1, S. 25-36 (Standort: UB Bonn(5)-Z91/171)
INHALT: Mobbing ist ein Phänomen, dass nicht nur in schulischer Umgebung auftritt. Schüler
sind auch das Opfer verbaler Aggression (Frotzelei, Drohungen, Beleidigungen oder Schikanen) im Kontext von Chatrooms im Internet. Die Studie geht den folgenden Fragen nach: (1)
Wie oft kommt Mobbing in Internetchatrooms vor? (2) Wer sind die Opfer von Mobbing in
Internetchatrooms? (3) Was sind die Determinanten von Schikanierungen in Internetchatrooms? Insgesamt beteiligten sich 1.700 Schüler verschiedener deutscher weiterführender
Schulen an der Untersuchung. Die Ergebnisse zeigen eine starke Korrelation zwischen Schikanierungen in der Schule und Schikanierungen in Internetchatrooms; wer Opfer in der Schule ist, ist auch häufiger Opfer von Chats. Darüber hinaus zeigen die Prognosefaktoren von
Chat- und Schulschikanierung sowohl Gemeinsamkeiten (Geschlecht, Selbstverständnis, Eltern-Kind- Beziehung) als auch Unterschiede (soziale Integration, Beliebtheit und Mobbingverhalten). (UNübers.)
[349-L] Kenten, Charlotte:
Narrating oneself: reflections on the use of solicited diaries with diary interviews, in: , 2010,
19 S. (nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1002160)
INHALT: "Der Beitrag behandelt die Kombination von Tagebüchern, die die Art und Weise thematisieren, wie lesbische Frauen und schwule Männer in ihrem Alltag mit ihrer Sexualität
konfrontiert werden, mit Tagebuchinterviews. Rückgreifend auf eine empirische Studie wird
für den Einsatz solcher Interviews plädiert, da sie ein reichhaltigeres, tieferes und kontextuel-
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7 Verschiedene Randgruppen
les Verständnis der Tagebücher selbst erlauben. Die Erfahrungen der Teilnehmer/innen der
Studie mit dem Prozess des Tagebuchschreibens, der Gehalt der so produzierten Dokumente
und 'Heterosexismus' als eines der Hauptthemen der Tagebuch- und der Interviewanalysen
werden reflektiert." (Autorenreferat)
[350-F] Kerner, Hans-Jürgen, Prof.Dr.; Hermann, Dieter, Prof.Dr.phil.; Dölling, Dieter, Prof.Dr.iur. (Leitung):
Begleitforschung zum Projekt "Betreuung junger Strafgefangener nach der
Haftentlassung"
INHALT: Im 'Nachsorgeprojekt Chance', einem Modellprojekt des Justizministeriums BadenWürttembergs, wird jungen Strafgefangenen eine besonders intensive Betreuung im Übergang vom Strafvollzug in die Freiheit angeboten. Ziel der Begleitforschung ist es zu ermitteln, welche Strafentlassene durch das Nachsorgeprojekt erreicht werden, welche Nachsorgemaßnahmen in dem Projekt ergriffen werden, wie die Beteiligten das Projekt beurteilen und
ob durch das Projekt die Situation der Strafentlassenen in kriminologisch relevanten Merkmalen beeinflusst wird. Durch die Klärung dieser Fragen soll eine empirisch abgesicherte
Grundlage für die Beurteilung des Projekts geschaffen werden. Die Tübinger Forschung ist
Teil einer breiter angelegten wissenschaftlichen Evaluation der Wirkungen des Interventionsprojektes auf die daran beteiligten Strafentlassenen. Informationen zu 'Nachsorgeprojekt
Chance': www.projekt-chance.de/Nachsorgeprojekt/Nachsorgeprojekt.htm .
METHODE: Die quantitativen Erhebungen werden vom Institut für Kriminologie in Heidelberg
durchgeführt. Die Tübinger Forschergruppe ist für Durchführung und Analyse des qualitativen Teils verantwortlich. Erfahrungen mit und die Bewertung des Projektes durch die verschiedenen am Nachsorgeprojekt beteiligten Akteure werden mit folgenden Erhebungen ermittelt: Interviews mit teilnehmenden Probanden am Ende ihrer Nachsorgezeit, Gruppendiskussionen mit Sozialarbeitern im Vollzug, Interviews mit Nachsorgebetreuern, Interviews mit
Vertretern von Verbänden, die das Projekt koordinieren und Interviews mit verschiedenen
Praktikern der Justiz (Richter, Staatsanwälte, Bewährungshelfer). DATENGEWINNUNG:
Qualitatives Interview (Stichprobe: 50; entlassene Strafgefangene, Sozialarbeiter, Strafjuristen; Auswahlverfahren: total). Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe: 200; Sozialarbeiter im Strafvollzug, entlassene Strafgefangene, Betreuer entlassener Strafgefangener;
Auswahlverfahren: total). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: gefördert BEGINN: 2005-12 ENDE: 2010-11 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Land Baden-Württemberg Ministerium für Justiz
INSTITUTION: Universität Tübingen, Juristische Fakultät, Institut für Kriminologie (Sand 6-7,
72076 Tübingen); Universität Heidelberg, Juristische Fakultät, Institut für Kriminologie
(Friedrich-Ebert-Anlage 6-10, 69117 Heidelberg)
KONTAKT: Hermann, Dieter (Prof.Dr. Tel. 06221-54-7449, Fax: 06221-54-7495,
e-mail: [email protected])
[351-L] Kessler, Ailine; Seck, Sarah; Loretan, Janine:
Häusliche Gewalt ... Männer- oder Frauensache?, Saarbrücken: VDM Verl. Dr. Müller 2009,
136 S., ISBN: 978-3-8364-3832-2
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INHALT: "Sind Frauen gewalttätiger als Männer? Wird die Zahl der männlichen Opfer unterschätzt? Zahlreiche Studien aus den USA, England und Dänemark kommen zu dem Ergebnis,
dass körperliche Gewalt in der Partnerschaft überwiegend von Frauen ausgeübt wird. Haben
sich geschlechtsspezifische Rollenbilder im Laufe der Emanzipation verändert? Die Autorinnen verstanden es als Herausforderung, eventuelle überholte Vorstellungen neu zu formieren
und dadurch neue Tabuthemen aufzudecken. Sie vervollständigen das bisher einseitige Bild
der Gewalt in Paarbeziehungen und beleuchten das Thema unter dem geschlechtsspezifischen
Aspekt aus unterschiedlichen Perspektiven. Ausgehend von verschiedenen Studien, Literaturrecherchen und Interviews mit Fachpersonen werden die Themen Gewalt, Aggression und
Macht genauer erläutert. Es werden differenzierte Inhalte zu Hilfsangeboten für Betroffene,
Prävention, rechtlichen Grundlagen und zur Sozialisation geliefert, zudem werden aktuelle
Projekte und Handlungsansätze präsentiert." (Autorenreferat)
[352-L] Kossek, Oliver M.:
Figurationen der Gewalt: ein Vergleich gewalttätiger Fußballzuschauer in England und
Argentinien, Saarbrücken: VDM Verl. Dr. Müller 2008, 226 S., ISBN: 978-3-8364-5608-1
INHALT: Rund um die Spielfelder der Fußballwelt zeigt sich Gewalt von Zuschauern in höchst
unterschiedlichen und verschiedenen Formen: Spielfelderstürmungen, Angriffe auf Spieler
und Schiedsrichter, Sachbeschädigungen innerhalb und im Umfeld der Fußballstadien, Bandenkämpfe und militante Auseinandersetzungen mit der Polizei, verwüstete Innenstädte mit
zerstörten und geplünderten Geschäften. Die vorliegende Dissertation verfolgt hier folgende
Fragestellung: Wie lassen sich die Differenzen zwischen Europa und Lateinamerika bezüglich der Erscheinungs- bzw. Ausprägungsformen von Fußballzuschauergewalt erklären? Dazu
wird nicht nur exemplarisch die internationale Vielseitigkeit von Fußballzuschauergewalt in
Erscheinungs-, Darstellungs- und Bewertungsformen aufgezeigt, auch die Suche nach einem
theoretischen Erklärungsrahmen, mit Hilfe dessen die verschiedenen "Spielarten" dieses Phänomens zusammengefasst und (ein-) geordnet werden können, steht im Mittelpunkt der Untersuchung. Bezugrahmen ist dabei die Theorie des Zivilisationsprozesses von Norbert Elias.
Der Autor identifiziert in diesem Rahmen kontinentale Verschiedenheiten, bis hin zu Differenzen auf nationaler Ebene. Der internationale und -kulturelle Vergleich zeigt, dass gewalttätige Zwischenfälle und Ausschreitungen von Fußballfans besonders häufig im Bereich jener
Kontinentalverbände anzutreffen sind, die durch sportliche Erfolge auf höchster internationaler Ebene bei der Entstehung und Entwicklung dieser Sportart bis zum heutigen Zeitpunkt
eine führende und maßstabsetzende Rolle einnehmen: der europäische sowie der lateinamerikanische Fußball. (ICA2)
[353-L] Kreissl, Reinhard:
Neurowissenschaftliche Befunde, ihre Wirkung und Bedeutung für ein Verständnis der
Jugendkriminalität, in: Bernd Dollinger (Hrsg.) ; Henning Schmidt-Semisch (Hrsg.): Handbuch
Jugendkriminalität : Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog, Wiesbaden: VS Verl. für
Sozialwiss., 2010, S. 113-123
INHALT: Der Beitrag beschreibt mit den Neurowissenschaften und ihren Erkenntnissen ein neues Interpretationsschema zur Erklärung der Jugendkriminalität. In das Thema einführend,
wird im ersten Schritt zunächst die Konjunktur der Neuro- und Biowissenschaften seit den
202
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1990er Jahren beschrieben. Auf dieser Grundlage wird im Folgenden der Frage nachgegangen, welche Bedeutung diese Art von Befunden für das Problem der Jugendkriminalität hat.
Auf der Basis entsprechender Annahmen über die Neurobiologie von Emotionen lassen sich
traditionelle Kategorien und Beschreibungen, die in der Kriminologie zur Typologisierung
von Individuen verwendet werden (etwa mangelnde Selbstkontrolle, große Risikobereitschaft
usw.) biologisch untermauern. Diese Bestandsaufnahme erläuternd, werden schließlich folgende Punkte beleuchtet: (1) Das Problem des Determinismus zweiter Ordnung, (2) Rückkopplungen zwischen sozialen und neurochemischen Prozessen sowie (3) das Robinsonmodell oder Interaktion als Grundkategorie. Der praktische Wert vieler Ergebnisse aus den Neuro- und Biowissenschaften für ein Verständnis von Jugendkriminalität beschränkt sich darauf,
Hypothesen, die bereits seit längerem vertreten werden, mit Befunden aus dem Bereich dieser
Forschungen zu untermauern. Problematisch sind diese Ansätze, wenn aus der Analyse von
neurobiologischen Defiziten auf zukünftiges Verhalten geschlossen wird. Hier zeigt sich
dann, dass eine Reduktion von Kriminalität auf Verhaltensmerkmale, die eher einem theoriefernen Alltagsverständnis entspringen, zu kaum haltbaren Interpretationen führt. (ICG2)
[354-L] Kunczik, Michael; Zipfel, Astrid:
Gewalt, in: Ralf Vollbrecht (Hrsg.) ; Claudia Wegener (Hrsg.): Handbuch Mediensozialisation,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 373-379
INHALT: Mediengewalt ist heute für viele Kinder und Jugendliche ein selbstverständlicher Anteil der Mediensozialisation. Die damit einher gehenden Risiken müssen differenziert betrachtet werden. Während der Mediengewaltkonsum für die meisten Rezipienten keine negativen
Konsequenzen hat, kann es bei bestimmten Problemgruppen zur Aggressionssteigerung kommen. Die Identifikation solcher Risikogruppen sowie besonders gefährlicher Inhalte ist der
zentrale Gegenstand der aktuellen "Medien und Gewalt"-Forschung. (ICE2)
[355-L] Laubenthal, Klaus:
Gefangenensubkulturen, in: Aus Politik und Zeitgeschichte : Beilage zur Wochenzeitung Das
Parlament, 2010, H. 7, S. 34-39 (www.bpb.de/files/8SQP4F.pdf)
INHALT: "Der Beitrag befasst sich mit Erscheinungsformen der Gefangenensubkulturen in den
Justizvollzugsanstalten. Herausgearbeitet sind die dort Sicherheit und Ordnung beeinträchtigenden mit den Subkulturen verbundenen Problembereiche." (Autorenreferat)
[356-L] Legewie, Joscha; Simons, Arno:
Zur Rationalität von Selbstmordattentätern: kritische Überlegungen zur Anwendung von
Rational-Choice Theorien, in: Susumu Shikano (Hrsg.) ; Joachim Behnke (Hrsg.) ; Thomas
Bräuninger (Hrsg.): Theorien der Verfassungsreform, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2009,
S. 245-274
INHALT: Das Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, eine Rekonstruktion von Selbstmordattentaten auf individueller Ebene mithilfe von Rational-Choice (RC) zu entwickeln, um auf dieser
Basis die Tragweite von RC-Theorien kritisch zu beleuchten. Damit verbunden ist zum einen
das Interesse, das Phänomen der terroristischen Selbstmordattentate aus einer soziologischen
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Perspektive zu untersuchen und durch eine handlungstheoretische Fundierung auf der Mikroebene der Frage nachzugehen, warum Selbstmordterrorismus im Vergleich zu früheren historischen Perioden eine so weitreichende Verbreitung gefunden hat. Zum anderen ist die experimentelle Suche nach einem RC-Modell von theoretischer Bedeutung, da RC-Theorien den
Anspruch erheben, jegliches menschliche Handeln durch Kosten-Nutzen-Relationen rekonstruieren zu können. Zur Auseinandersetzung mit der aufgeworfenen Fragestellung wird im
ersten Abschnitt das Phänomen definiert und in einem historischen Abriss die Entwicklung
des modernen Selbstmordterrorismus überblicksartig dargestellt. Anschließend werden bisherige Erklärungsansätze beschrieben und ein eigenes Modell vorgestellt, das anhand von empirischen Beispielen plausibilisiert wird. Im letzten Abschnitt wird der Bogen zu den Zielsetzungen geschlagen und auf die Bedeutung für RC-Theorien in Bezug auf deren Erklärungsanspruch und die Kombinierbarkeit mit anderen Theorien eingegangen. (ICI2)
[357-L] Leibetseder, Doris:
Queere Tracks: subversive Strategien in der Rock- und Popmusik, (Gender Studies),
Bielefeld: transcript Verl. 2009, 336 S., ISBN: 978-3-8376-1193-9
INHALT: Queere Tracks beschreiben Spuren, Pfade oder Wege in der Populärmusik, die von der
heterosexuellen Orientierung abweichen - queere Rillen im Plattenteller für VinylliebhaberInnen oder queere (auf keinen Fall "genderbinäre") Codes für Digitalmusikbegeisterte. Die wissenschaftliche Fragestellung der Studie lautet, wo und wie subversive Ideen und Strategien
des Feminismus und der Queer Theory zu hegemonialen Geschlechtskonzeptionen in der
Rock- und Popmusik angewandt werden. Die Analyse dieser Strategien und deren Beispiele
stehen dabei im Vordergrund. Der Schwerpunkt liegt auf der Auflösung und Erweiterung des
herkömmlichen binären Geschlechtersystems und der heterosexuellen Matrix, was den Zielsetzungen der Queer Theory entspricht. Einer Aufforderung bell hooks folgend, bewegt sich
der Verfasser nicht nur im akademischen Elfenbeinturm, sondern bezieht sich auch auf populäre Kultur. Aus diesem Grund bilden die Cultural Studies die zweite theoretische Achse in
seiner Studie. Da Filme und populäre Literatur in Bezug auf queere Geschlechter erforscht
werden oder bereits wurden, wählt er unter anderem aufgrund seines persönlichen Interessengebietes die Rock- und Popmusik. In diesem populärkulturellen Bereich herrscht, wie besonders die dritte Welle des Feminismus aufzeigt, ein stereotypisches Geschlechterbild und queere Elemente werden hauptsächlich für den Mainstream verwendet. Daher ist es ein besonderes
Anliegen des Autors, feministische Beispiele (seien es Frauenbands oder MusikerInnen, die
nicht dem gängigen Geschlechterklischee entsprechen) zu finden, und in ihnen queere subversive Strategien, die eine politische Relevanz besitzen und nicht nur der Verkaufsförderung
dienen zu analysieren. (ICF2)
[358-L] Matt, Eduard:
Übergangsmanagement: zur Konzeption einer systematischen
Wiedereingliederungsstrategie von (Ex-)Strafgefangenen und Straffälligen, in: Neue
Kriminalpolitik : Forum für Praxis, Recht und Kriminalwissenschaften, Jg. 22/2010, H. 1, S. 3439
INHALT: Mit der Strategie des Übergangsmanagements ist ein umfassender Prozess der Neuund Umorganisation der Betreuung von Ex-Strafgefangenen und Straffälligen verbunden. Zu
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beachten sind nicht nur die spezifizierten Qualitätsstandards der unterschiedlichen beteiligten
Institutionen (Bildung, Bewährungshilfe etc.), sondern es gilt, Common Standards und Entwicklung einer gemeinsamen Wiedereingliederungsperspektive zu entwickeln und umzusetzen. Die Durchsetzung einer allgemein anerkannten Arbeitsmarktperspektive und entsprechender Standards ist erforderlich. Der Begriff Übergangsmanagement bietet eine übergreifende handlungsleitende Perspektive zur systematischen Wiedereingliederung von (Ex-)Strafgefangenen und Straffälligen. Er beinhaltet eine umfassende Konzeption, Steuerungselemente
und empirisch ausgewiesene spezifische Strategien. Eine Umsetzung des Übergangsmanagements hat Auswirkungen auf alle Bereiche, ist kriminal politisch zu steuern und organisatorisch umzusetzen. Zugleich kann die Strategie nur erfolgreich sein, wenn sie sich auf allen
Ebenen durchsetzt. Mit ihm werden deutlich neue Impulse für den alten Diskurs um Resozialisierung gesetzt. Im Kontext Strafvollzug und Bewährungshilfe kann eine Umsetzung zu einer deutlichen Modernisierung und Professionalisierung des Handelns der Institutionen führen als auch und gerade zu einer verbesserten Integration der Klienten. (ICF2)
[359-L] Mengel, Hans-Joachim:
Homosexualität und internationaler Menschenrechtsschutz, in: Aus Politik und Zeitgeschichte
: Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, 2010, H. 15/16, S. 33-40
(www.bpb.de/files/J32BRH.pdf)
INHALT: "In derzeit 76 Ländern wird Homosexualität mit strafrechtlichen Sanktionen verfolgt.
Die internationale öffentliche Meinung wird zum immer bedeutenderen Faktor bei der Schaffung und Interpretation völkerrechtlicher Normen." (Autorenreferat)
[360-L] Munro, Vanessa E.:
Über Rechte und Rhetorik: Diskurse um Erniedrigung und Ausbeutung im Kontext von
Sexhandel, in: Kritische Justiz : Vierteljahresschrift für Recht und Politik, Jg. 42/2009, H. 4, S.
365-385 (Standort: USB Köln(38)-XF126; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Menschenhandel (insbesondere von Frauen und Mädchen zum Zweck der Prostitution) ist in letzter Zeit immer öfter als Menschenrechtsverletzung international verurteilt worden. Die Anwendung der Menschenrechte in diesem Kontext ist von jenen unterstützt worden, die enge Opferhierarchien zu hinterfragen suchen. Jedoch scheitern diese Ansätze daran,
klar zu artikulieren, welche spezifischen Handlungsaspekte welche spezifischen Rechte wie
und in welcher Form verletzen. Der vorliegende Artikel untersucht die Anwendbarkeit eines
Rechtsschutzes vor Versklavung und unmenschlicher/ entwürdigender Behandlung und argumentiert, dass angesichts der Diversität und Komplexität gegenwärtigen Menschenhandels
die Grenzen möglichen Rechtsschutzes offenbar werden. In den Schlussbetrachtungen wird
das Konzept der Ausbeutung als Alternative herangezogen, um Menschenrechtsansprüche zu
rechtfertigen und zu untermauern. Dieses Unterfangen erfordert eine ausführlichere Diskussion des Ausbeutungsbegriffs (insbesondere mit Blick auf die Schadenswirkungen und den Status zugrunde liegender 'Zustimmung') zum Zwecke sowohl theoretischer Deutlichkeit als
auch praktischer Umsetzbarkeit." (Autorenreferat)
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[361-L] Naplava, Thomas:
Jugendliche Intensiv- und Mehrfachtäter, in: Bernd Dollinger (Hrsg.) ; Henning SchmidtSemisch (Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität : Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 293-306
INHALT: Der Beitrag befasst sich mit wiederholter Straffälligkeit von Jugendlichen in wissenschaftlicher und anwendungsorientierter Perspektive und versucht, Ansatzpunkte zur Verknüpfung beider Perspektiven aufzuzeigen. Dabei werden seitens der Praxis polizeiliche
Maßnahmen im Umgang mit wiederholt straffälligen Jugendlichen umrissen und mit Ansätzen und Befunden der Forschung in Beziehung gesetzt. Dies erfolgt mit dem Ziel, die Sichtweise der Praxis und deren spezielle Probleme im Umgang mit Intensivtätern in den Themenkatalog der Forschung aufzunehmen und die die Praxis leitenden Überlegungen durch theoretische Ansätze und empirische Befunde zu ergänzen. Die Ausführungen gliedern sich im Einzelnen in folgende Punkte: (1) Die Schlüsselbegriffe kriminelle Karriere und Intensivtäter, (2)
kriminologische und kriminalpolitische Relevanz wiederholter Straffälligkeit sowie (3) Intensivtäter und kriminelle Karrieren aus polizeilicher Perspektive (polizeiliche Maßnahmen und
deren kritische Würdigung). Für Forschung und Praxis stellen sich die Fragen, welche polizeilichen Maßnahmen auf welche Weise auf das Verhalten der Intensivtäter wirken. Dabei
wäre insbesondere zu klären, ob die polizeilichen Maßnahmen überhaupt Abschreckungseffekte entfalten und inwieweit diese Tatverdächtige davon abhalten, weitere Straftaten zu begehen, oder ob die polizeilichen Interventionen eher Etikettierungseffekte zur Folge haben.
(ICG2)
[362-L] Oberwittler, Dietrich:
Jugendkriminalität in sozialen Kontexten: zur Rolle von Wohngebieten und Schulen bei der
Verstärkung von abweichendem Verhalten Jugendlicher, in: Bernd Dollinger (Hrsg.) ;
Henning Schmidt-Semisch (Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität : Kriminologie und
Sozialpädagogik im Dialog, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 213-227
INHALT: Der Beitrag liefert im ersten Abschnitt zunächst einen Überblick über die theoretischen
Grundlagen und empirischen Ergebnisse der internationalen Forschung zu sozialräumlichen
Kontexteffekten auf jugendliche Delinquenz. Die Erfahrungen aus der Studie 'MPI-Schulbefragung 1999/2000' mit ca. 5000 befragten Jugendlichen in mehr als 60 Stadtvierteln und
Schulen in Köln, Freiburg und dem Freiburger Umland bilden die Grundlage des zweiten Abschnitts. Bei der Darstellung der Wechselwirkungen zwischen Jugendlichen und sozialräumlichen Kontexten werden (1) familiäre Faktoren, (2) Gleichaltrigenbeziehungen und (3) das
Geschlecht näher beleuchtet. Als wesentliches Ergebnis der aktuellen Forschung kann festgehalten werden, dass Kontexteffekte sozialräumlicher Benachteiligungen auf Jugendliche im
Sinne einer Verstärkung der Delinquenz existieren, jedoch im Vergleich zu den wesentlich
bedeutsameren individuellen Risikofaktoren eher schwach sind. Dies gilt erst recht im Vergleich der europäischen zu den amerikanischen Studien. (ICG2)
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[363-L] Parpan-Blaser, Anne; Pfister, Andreas; Nideröst, Sibylle; Gredig, Daniel:
Freier im mann-männlichen Sexgewerbe: Beweggründe für den Kauf von Sex, in: Neue
Praxis : Zeitschrift für Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Sozialpolitik, Jg. 39/2009, H. 6, S. 565578 (Standort: USB Köln(38)-XG2744; Kopie über den Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Soziale Arbeit mit Sexarbeitern - sei es Beratung, Unterstützung oder Prävention muss sich auf forschungsbasiertes Wissen zu deren Lebenssituation abstützen können. Freier
als Kunden von Sexarbeitern sind dabei aus interaktionistischer Perspektive als Akteure zu
verstehen, die die Lebenssituation von Sexarbeitern maßgeblich mitprägen. Vor diesem Hintergrund gehen die Verfasser den Fragen nach, was die Beweggründe von Freiern sind, Sex
zu kaufen, und wie sie in der Folge die Interaktionssituation mit Sexarbeitern gestalten. Antworten bietet eine qualitative Untersuchung von Freiern von Sexarbeitern, die im Zeitraum
von 2004 bis 2006 in der Schweiz durchgeführt worden ist. Eingangs wird der Forschungsstand zu Freiern von Sexarbeitern referiert, die bestehenden Forschungsdefizite offengelegt
und die forschungspraktischen und -methodischen Desiderate in diesem Feld umrissen. Um
aufzuzeigen, wie die Herausforderungen angegangen wurden, denen sich Forschende bei der
Gewinnung von Freiern für eine Befragung gegenüber sehen, werden nach der Darlegung der
Fragestellung die Anlage der Untersuchung und das methodische Vorgehen ausführlich erläutert. Es folgt die Darstellung der Ergebnisse, wobei sich der Fokus auf die bei Freiern von
Sexarbeitern vorgefundenen Beweggründe für transaktionalen Sex und die Gestaltung der Interaktion mit dem Sexarbeiter richtet. Unter "transaktionalem Sex" werden sexuelle Handlungen verstanden, die im Tausch gegen Geld, aber auch gegen Güter, wie z. B. Drogen oder
eine Wohngelegenheit, vorgenommen werden. Der Beitrag schließt mit der Diskussion, in der
ein Vergleich der Ergebnisse mit bestehenden Studien gezogen wird und Implikationen für
die Soziale Arbeit und die HIV-Prävention mit Freiern gefolgert werden. (ICF2)
[364-L] Paschke, Sven:
Die Kriminalitätstheorien der Chicago-Soziologie: über den zweifelhaften Einfluss von
Erziehungsheimen, Hamburg: Diplomica Verl. 2009, 180 S., ISBN: 978-3-8366-7830-8
INHALT: Als theoretische Grundlage der Diplomarbeit dient Edwin Sutherlands Theorie kriminellen Verhaltens und Edwin Lemerts "Theorie der sekundären Devianz". Sutherland geht,
wie einige Jahre später Lemert auch, von einem Sozialisationsprozess aus, bei dem das Individuum bestimmte Techniken und Motive im Laufe des Lebens erlernt und diese die Handlungen des Individuums bestimmen. Dabei betonen Lemert und Sutherland die Abhängigkeit
des Individuums von den unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen, in denen das Individuum
agiert. Die empirische Überprüfung beider Theorieansätze erfolgt mittels Clifford Shaws Arbeiten: "The Jack-Roller", "The Natural History of a Delinquent Career" und "Brothers in
Crime". Als Ergebnis dieser Analyse werden zwei Fragestellungen diskutiert: In wie weit ist
es mittels beider Theorieansätze möglich, die Entstehung verschiedener Delinquenzkarrieren
zu beschreiben? Welche Bedingungen bewirken die Beendigung einer kriminellen Karriere?
Im abschließenden Teil wird ein Ansatz vorgestellt, der auf Basis der im Rahmen dieser Arbeit gewonnen Erkenntnisse Bedingungen betrachtet, mit denen ein grundlegender Verhaltenswechsel des Individuums - von einem kriminell handelnden Individuum hin zu einem gesellschaftskonformen Individuum - erklärt werden kann. (ICA2)
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[365-L] Pelikan, Christa:
Der (österreichische) Außergerichtliche Tatausgleich (ATA) bei Gewaltstraftaten in
Paarbeziehungen: Replikation einer empirischen Studie nach 10 Jahren, oder: Die Männer
werden nicht besser, aber die Frauen werden stärker - stimmt das noch so?, in: Streit :
feministische Rechtszeitschrift, Jg. 28/2010, H. 1, S. 17-26
INHALT: Die Verfasserin stellt zunächst das Instrument des Außergerichtlichen Tatausgleichs
(ATA) vor. Sie legt dann Ergebnissen einer quantitativen Befragung (n=168) vor, die zeigen
soll, ob es zu einer Stärkung des Opfers kommen kann, wie nachhaltig diese Wirkung ist und
als wie relevant sie sich für das weitere Leben der Geschädigten erweist. Es zeigt sich, dass
der ATA in vielen Fällen eine nachhaltige Stärkung der Frauen bewirkt. Illustriert werden
diese Ergebnisse durch qualitative Fallstudien. Diese zeigen einen Paradigmenwechsel bei
Gewalt in Intimbeziehungen, der durch das Gewaltschutzgesetz in Gang gesetzt wurde und
im Rahmen des ATA seine Wirkung entfaltet. (ICE2)
[366-L] Rauch, Peter:
Coming of age at Bullworth Academy: Bully and narratives of youth violence, in: Journal of
social science education, Vol. 9/10/2008, No. 2/1, S. 112-118
(www.jsse.org/2008/2008/2008-2/pdf/Rauch-Violence-2-2008-1-2009.pdf)
INHALT: "The 1999 rampage at Columbine High School, and the high-profile school shootings
that preceded it, dramatically heightened pre-existing cultural anxieties about the consumption of violent media in childhood. In particular, videogames received unprecedented public
scrutiny, and even now the specter of Columbine continues to hang over any discussion of
violent videogames. When Rockstar Games, developer of the ultraviolent Grand Theft Auto
series, announced Bully, a similarly styled game that would take place in a school, controversy predictably ensued. Rockstar made no effort to dispel this controversy, and might have actually encouraged it, but the game itself bears little relation to an archetypal school shooting.
As a text, Bully represents a much different narrative of adolescence, one that questions the
morality of adult institutions and problematizes the very idea of 'growing up'. This essay compares and contrasts Bully with other narratives of youth violence, ranging from the popularly
accepted telling of the Columbine shootings to William Golding's Lord of the Flies." (author's
abstract)|
[367-L] Reuband, Karl-Heinz:
Einstellungen der Bevölkerung gegenüber jugendlichen Straftätern: eine empirische
Analyse ihrer Erscheinungsformen und Determinanten, in: Bernd Dollinger (Hrsg.) ; Henning
Schmidt-Semisch (Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität : Kriminologie und Sozialpädagogik im
Dialog, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 507-531
INHALT: Der Beitrag liefert die Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsstudie zur Frage
nach dem Strafbedürfnis der Bevölkerung in Deutschland. Welche Einstellungen nehmen die
Bürger gegenüber jugendlicher Kriminalität ein - wie sehr überwiegen rehabilitative und wie
sehr repressive Strafbedürfnisse? Welche Einstellungen nehmen Personen mit unterschiedlichen sozialen Merkmalen ein - welchen Stellenwert haben Geschlecht, Alter und Bildung?
Wie sehr üben Kriminalitätsfurcht, Anomie und allgemeine Strafvorstellungen einen Einfluss
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auf das Strafverlangen aus? Die Befunde basieren auf einer postalischen Befragung von insgesamt 4831 Erwachsenen aus fünf Hauptstädten ausgewählter Bundesländer und gliedern
sich in folgende Punkte: (1) die Verbreitung und Struktur von Sanktionseinstellungen unter
der befragten Stadtbevölkerung, (2) Besonderheiten und Gemeinsamkeiten der Ergebnisse im
bundesweiten Vergleich, (3) widersprüchliche Befunde bisheriger Forschung zu sozialen Determinanten der Strafeinstellungen sowie (4) der Einfluss sozialer Merkmale und psychosozialer Befindlichkeiten auf das Sanktionsverlangen unter den Befragten. Die Untersuchung
zeigt, dass von einer punitiven Grundorientierung gegenüber Jugendlichen, die ein kriminelles Delikt begangen haben, in der deutschen Bevölkerung nicht die Rede sein kann. Dies gilt
auch dort, wo - wie in Großstädten - Kriminalität gewöhnlich weiter verbreitet ist als in kleineren Gemeinden und Mittelstädten. (ICG2)
[368-L] Reuband, Karl-Heinz:
Delinquenz im Jugendalter und gesellschaftlicher Wandel: Delinquenzverbreitung,
Entdeckungsrisiken und polizeiliche Intervention im Trendvergleich ; dargestellt am
Beispiel Dresdner und Düsseldorfer Studenten, in: Bernd Dollinger (Hrsg.) ; Henning SchmidtSemisch (Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität : Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 259-291
INHALT: Der Beitrag präsentiert und analysiert die Ergebnisse einer Langzeituntersuchung zur
selbstberichteten Delinquenz junger Menschen und zwar eine Studie unter Studenten der Sozialwissenschaften in Ost- und Westdeutschland, durchgeführt an den Universitäten Dresden
und Düsseldorf. Insgesamt werden in Dresden in der Zeit zwischen 1993 und 2008 1732 Studenten und in Düsseldorf zwischen 1997 und 2008 1459 Studenten befragt. So werden im ersten Schritt zunächst die Befunde zu Verbreitung, Entwicklung sowie Auffälligkeit und Registrierung durch die Polizei folgender Delikte dargestellt: (1) Schwarzfahren, (2) Sachbeschädigung, (3) Ladendiebstahl, (4) Alkohol am Steuer und (5) Drogenkonsum. Der zweite Schritt
beschäftigt sich mit der Frage der Generalisierbarkeit der Ergebnisse aus den Studentenumfragen. Der dritte Schritt thematisiert den Wertewandel als mögliche Ursache für die rückläufige Delinquenz, während der vierte Schritt die Delinquenz in Ostdeutschland in der Vorwendezeit beleuchtet. In einem Fazit stellt der Autor fest, dass Delinquenz unter Studenten nahezu universell verbreitet ist und eine vorübergehende Episode bleibt. (ICG2)
[369-L] Rodler, Isolde Elisabeth:
Bullying und Viktimisierung: Gewalt im Kontext Schule: eine empirische Untersuchung,
Hamburg: Diplomica Verl. 2009, 151 S., ISBN: 978-3-8366-7931-2
INHALT: Die Erziehung und Sozialisierung von Kindern und Jugendlichen hat sich aufgrund
von gesellschaftlichen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten weitgehend auf das Schulsystem und die Peergroup verlagert. Kinder verbringen über 50 Prozent ihrer Zeit in der
Schule, denn durch die Berufstätigkeit meist beider Elternteile werden die erzieherischen
Kompetenzen vom Elternhaus weitgehend an die Schule delegiert. Das Schulsystem fokussiert seinen Aufgabenbereich hauptsächlich auf Wissensvermittlung und kognitive Lernziele,
wohingegen soziale Fertigkeiten und die Förderung von emotionaler Kompetenz derzeit keinen Eingang in die Lehrpläne finden. Die vorliegende Studie setzt sich mit der Problematik
Aggressionen am Schulweg, insbesondere im Schulbus, sowie mit Bullying und Viktimisie-
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rung in verschiedenen Klagenfurter Schulen auseinander. In der Prä-Post-Untersuchung wurden in einem ersten Schritt die Gewaltbereitschaft und Situationsangst im Schulbus erfasst.
Im zweiten Schritt wurden SchülerInnen zu Konfliktlösern ausgebildet, deren Einsatz im
Schulbus zur Deeskalation von aggressiven Konfliktverläufen beitragen sollte. Der dritte Teil
der Untersuchung befasst sich mit der Auswertung der quantitativen und qualitativen Daten,
die nach der geplanten Intervention und Ausbildung von 17 Schüler-StreitschlichterInnen gewonnen wurden. Durch die neuerliche Befragung mittels eines selbst erstellten Fragebogens
und qualitativen Interviews werden ferner die Unterschiede aufgezeigt, die durch den Einsatz
von Konfliktlösern entstanden sind. (ICI2)
[370-L] Rotermann, Ina; Köhler, Denis; Hinrichs, Günter:
Legalbewährung jugendlicher und heranwachsender Sexual- und Gewaltstraftäter: eine
Studie zur prädiktiven Validität von Risiko- und Schutzfaktoren, (Schriftenreihe Polizei &
Wissenschaft), Frankfurt am Main: Verl. für Polizeiwiss. 2009, 153 S., ISBN: 978-3-86676-055-4
INHALT: "Risikofaktoren werden schon seit längerer Zeit als empirisch fundierte Variablen für
die Einschätzung der Legalprognose bei jugendlichen und heranwachsenden Straftätern betrachtet. Zunehmend wird in diesem Zusammenhang aber auch die Bedeutung von Schutzfaktoren diskutiert. Die Heterogenität von Delinquenz und die multikausale Verknüpfung von
Risiko-und Schutzfaktoren über den Entwicklungsverlauf werfen die Frage auf, ob unterschiedliche Variablen, wie z.B. differentielle Entwicklungspfade, Risiko- und Schutzfaktoren,
die Legalbewährung von jungen Straftätern vorhersagen können. In der vorliegenden Arbeit
werden die genannten Variablen hinsichtlich der prädiktiven Validität prospektiv untersucht.
Erstmalig wurden dazu 153 jugendforensische Gutachten über Gewalt- und Sexualstraftäter
auf das Vorliegen bestimmter Risiko- und Schutzfaktoren sowie differentieller Entwicklungspfade ausgewertet und (prospektiv) miteinander hinsichtlich der Legalbewährung/Rückfälligkeit verglichen. Die Ergebnisse zeigten dass der größte Teil der Straftäter auch nach der Bezugstat weiterhin straffällig bleibt. Weiter ließ sich feststellen, dass rückfällige Sexual- und
Gewaltstraftäter in ihrem Entwicklungsverlauf mit vielfältigeren Risikofaktoren konfrontiert
waren als diejenigen Straftäter, die ihr delinquentes Verhalten wieder beendeten. Im Vergleich mit den nichtrückfälligen Straftätern entwickelte sich bei den Wiederholungstätern das
delinquente Verhalten bereits in der Kindheit und setzte sich bis in die Adoleszenz fort. Weiterhin unterstützen die Befunde die Annahmen, dass weniger einzelne Risikofaktoren in der
Entwicklung bedeutsam sind, sondern erst die Kumulation und die Wechselwirkungen vieler
biologischer, sozialer und psychologischer Risiken die Wahrscheinlichkeit einer persistierenden delinquenten Entwicklung erhöht. Der Vergleich der protektiven Faktoren von rückfälligen mit denen von legalbewährten Sexual- und Gewaltstraftätern bestätigte, dass neben den
bekannten Risikofaktoren besonders die Schutzfaktoren in der Entwicklung von Jugendlichen
und Heranwachsenden bedeutsam sind. Zusammenfassend weist die Studie darauf hin, dass
Rückfälligkeit ein sehr komplexes Phänomen ist. Die Legalbewährung kann nicht allein
durch die Analyse von einzelnen Faktoren erklärt werden, welche aus dem Gesamtzusammenhang extrahiert werden. Vielmehr scheint Rückfälligkeit aufgrund von bestimmten Risikokonstellationen und Bedingungsgefügen im Laufe der Entwicklung zustandezukommen.
Die Befunde unterstreichen aber, dass protektive Faktoren bei Risikoeinschätzungen, Behandlungsprognosen und Interventionsmaßnahmen unbedingt berücksichtigt werden müssen, da
sie offensichtlich wesentlich zu einer straffreien Entwicklung beitragen und somit die Prognose von jungen Straftätern verbessern." (Autorenreferat)
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[371-L] Sack, Fritz:
Symbolische Kriminalpolitik und wachsende Punitivität, in: Bernd Dollinger (Hrsg.) ;
Henning Schmidt-Semisch (Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität : Kriminologie und
Sozialpädagogik im Dialog, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 63-89
INHALT: Der Beitrag zur Jugendkriminalität skizziert im ersten Schritt zunächst den möglichen
Zusammenhang zwischen Wissenschaft und symbolischer Politik. Auf dieser Grundlage befasst sich der zweite Schritt mit der Frage, inwiefern und wodurch sich Auftrag und Aktivität
zur Erstellung der Analysen und Vorschläge zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt
als ein Beispiel symbolischer Politik betrachten lassen. Dazu wird ein Blick auf das theoretische Konzept der symbolischen Politik geworfen, wobei hier die Symboltheorie der Politik
von M. Edelman im Mittelpunkt steht. Im dritten Schritt wird anschließend die allgemeine,
deutsche Rezeption der politischen Symboltheorie beleuchtet, während der vierte Schritt die
deutsche Diskussion über das symbolische Strafrecht thematisiert. Der fünfte Schritt widmet
sich sodann dem Diskurs über das symbolische Strafrecht und Punitivität und beschreibt ferner die Ursachen der Punitivität. Die Ausführungen enden im sechsten Schritt mit einigen
Schlussbemerkungen zur Gesellschaftsstruktur und Struktur strafrechtlicher Kontrolle.
(ICG2)
[372-L] Schmidt, Victoria:
Orphan care in Russia, in: Social work & society, Vol. 7/2009, Iss. 1, o.A.
(nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0009-11-20295)
INHALT: "Current public opinion about the residential care system in contemporary Russia is extremely negative. A majority of Russians, both citizens and professionals, consider that family placement is the best arrangement for orphaned children. The year 2007 was announced as
the Year of the Child in Russia. The majority of officials interpreted it as the year of de-institutionalization of the residential care system for children in Russia. De-institutionalization is
mostly identified as reform focused on family placement instead of placement in institutions.
Vladimir Fridlyanov, the executive director of the Ministry of Science and Education, announced in May, 2007 that the government is going to transfer 120,000 children from institutions into families every year from 2007 until 2010 and reduce the number of residential care
institutions by one-third (Nesterova 2007). But the likelihood of family placement is small,
with the exception of the adoption of infants without serious pathologies, and the attempts of
precipitant de-institutionalization (when children's homes are closed and children are distributed among families) have failed (children were returned into children homes). According to
the opinion of the Ministry, the key obstacle to effective de-institutionalization is the lack of
professionals in adoption and foster care (Vazhdaeva 2006)." (author's abstract)|
[373-L] Schumann, Karl F.:
Jugenddelinquenz im Lebenslauf, in: Bernd Dollinger (Hrsg.) ; Henning Schmidt-Semisch
(Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität : Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 243-257
INHALT: Der Beitrag informiert über die Entwicklung des Forschungsstandes zu delinquenten
Lebensverläufen von Jugendlichen mit besonderem Blick auf Deutschland. Dabei gliedern
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sich die Ausführungen in folgende Punkte: (1) der Lebenslaufansatz in den Sozialwissenschaften, (2) die Age-graded Theory of Informal Social Control von J. Sampson und R. Laub
(1993), (3) weitere Ansätze der kriminologischen Lebenslaufforschung, (4) die Lebenslaufforschung über Jugenddelinquenz in Deutschland, (5) die Bremer Lebensverlaufsstudie von
Haupt- und Sonderschülern sowie (6) die künftige Relevanz der kriminologischen Lebensverlaufsforschung. (ICG2)
[374-L] Schwartz, Christine; Graf, Nikki:
Assortative matching among same-sex and different-sex couples in the United States, 19902000, in: Demographic Research, Vol. 21/2009, Art. 28, S. 843-878
(dx.doi.org/doi:10.4054/DemRes.2009.21.28)
INHALT: "Same-sex couples are less likely to be homogamous than different-sex couples on a
variety of characteristics, including race/ ethnicity, age, and education. This study confirms
results from previous studies using 1990 U.S. census data and extends previous analyses to
examine changes from 1990 to 2000. The authors find that same-sex male couples are generally the least likely to resemble one another, followed by same-sex female couples, differentsex cohabitors, and different-sex married couples. Despite estimated growth in the numbers
of same-sex couples in the population and the increasing acceptance of non-traditional unions, they find little evidence of diminishing differences in the resemblance of same- and different-sex couples between 1990 and 2000, with the possible exception of educational homogamy." (author's abstract)
[375-L] Seifert, Simone; Thyrolf, Anja:
Das Klima im Strafvollzug: eine Befragung von Gefangenen einer sozialtherapeutischen
Einrichtung, in: Neue Kriminalpolitik : Forum für Praxis, Recht und Kriminalwissenschaften, Jg.
22/2010, H. 1, S. 23-31
INHALT: Gegen eine Gefangenenbefragung in diesem Themenbereich wird gemeinhin eingewandt, dass gerade, wenn Inhaftierte nach Verbesserungsvorschlägen für den Strafvollzug gefragt werden, mit realitätsfernen und nicht umsetzbaren Wünschen zu rechnen ist. Bezug nehmend auf die Ergebnisse der Untersuchung wird diesem Vorbehalt entgegnet, dass die benannten Aspekte in der Regel nicht nur sehr konkret waren, sondern die Probanden durchaus
in der Lage schienen, ihre Situation und die Situation in der Anstalt reflektiert zu beurteilen.
Vor allem pädagogische und therapeutische Maßnahmen werden umso effektiver sein, je
mehr sie in die Gesamtstruktur der Anstalt eingebunden sind, denn die Behandlung endet
nicht an der Tür des Gruppentherapieraums. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Rahmenbedingungen im deutschen Strafvollzug, geprägt von überfüllten Haftanstalten, Personalknappheit, fehlenden Qualifizierungs- und Fortbildungsangeboten für das Fachpersonal und
die Vollzugsbediensteten sowie allgemeinen Sparmaßnahmen, aber auch von einem erhöhten
Sicherheitsanspruch der Gesellschaft beeinflusst, erscheinen vor allem sozialtherapeutische
Einrichtungen als ein Kleinod in der rauen Vollzugslandschaft. Sie versuchen, die Idee der
therapeutischen Gemeinschaft zu realisieren, indem sie Lebens- und Erfahrungsfelder sind sowie das Leben innerhalb und außerhalb der Anstalt einbeziehen. Zwar sind den vorgestellten
Ergebnissen zufolge die Rahmenbedingungen der Sozialtherapie besser als die des Normal-
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vollzugs, aber zwischen Therapiebeginn und Therapieende ist auch eine Bewertungsverschlechterung aus Sicht der Gefangenen zu konstatieren. (ICF2)
[376-L] Silkenbeumer, Mirja:
Jugendkriminalität bei Mädchen, in: Bernd Dollinger (Hrsg.) ; Henning Schmidt-Semisch
(Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität : Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog,
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 319-331
INHALT: Der Beitrag liefert im ersten Schritt zunächst einen Überblick über statistisch gewonnene Erkenntnisse sowie Ergebnisse aus Dunkelfeldforschungen zu geschlechtsbezogenen
Unterschieden in der Delinquenzbelastung. Auf dieser Grundlage werden im zweiten Schritt
ausgewählte Erklärungsansätze und empirische Befunde zum Verhältnis von Geschlecht, Gesellschaft und Delinquenz bei Mädchen seit den 1960er Jahren diskutiert und entsprechende
Forschungsdesiderate benannt. Die Ausführungen machen deutlich, wie vielschichtig und uneindeutig das Verhältnis zwischen Weiblichkeit, Adoleszenz und Kriminalität ist und in welcher Hinsicht Geschlecht als theoretische Kategorie in der Betrachtung von Mädchendelinquenz zu reflektieren ist. Nach Ansicht der Autorin ist von Seiten geschlechtertheoretisch
fundierter Jugendforschung der Zusammenhang allgemeiner adoleszenztypischer Krisenmomente und Transformationschancen mit Veränderungen kultureller Deutungsmuster von
Weiblichkeit näher zu untersuchen, bevor beliebte Trendaussagen eines Bedeutungsverlusts
der strukturierenden Wirkung der Kategorie Geschlecht formuliert werden. (ICG2)
[377-L] Simon, Bernd:
Respekt und Zumutung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte : Beilage zur Wochenzeitung Das
Parlament, 2010, H. 15/16, S. 27-32 (www.bpb.de/files/J32BRH.pdf)
INHALT: "Der Beitrag analysiert die konfliktträchtige Beziehung von Schwulen/ Lesben und
Muslimen und illustriert den exemplarischen Charakter der wechselseitig erhobenen Respektansprüche und empfundenen Zumutungen." (Autorenreferat)
[378-F] Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg -ifb-:
Gleichgeschlechtliche Lebensweisen in Deutschland
INHALT: Gleichgeschlechtliche Paare und Familien standen - insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland - zwar gelegentlich im Fokus der Sozialforschung, doch der Informationsstand ist noch immer unbefriedigend. Eine Untersuchung gleichgeschlechtlicher Paare mit
Kindern, vom Bundesministerium der Justiz in Auftrag gegeben, wurde vom ifb in Kooperation mit dem IFP durchgeführt. Die Studienergebnisse für gleichgeschlechtliche Paare, die mit
Kindern zusammenleben, liegen vor. In dieser Folgestudie werden nun die Lebensumstände
und Wünsche von den bislang nicht berücksichtigten Gruppen erforscht. Sie wendet sich somit an gleichgeschlechtlich orientierte Personen ohne Kinder, an lesbische und schwule Eltern, deren Kind(er) außerhalb des Haushaltes aufwachsen und an alleinerziehende lesbische
und schwule Eltern mit Kind(er) im Haushalt. Ein weiterer Grund für die Fortsetzung der Arbeiten ist, dass sich bei der Befassung mit der Thematik weitere wichtige Fragestellungen ergeben haben. Dabei geht es im Wesentlichen um folgende inhaltlichen Teilbereiche: 1. die
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Beschreibung und Analyse der Arbeitsteilung bei gleichgeschlechtlichen Paaren im Hinblick
auf die Übernahme von geschlechtsrollenspezifischen Aufgaben und deren Bedeutung für die
theoretischen Paradigmen der Aufgabenteilung; 2. die Untersuchung der Ausgestaltung und
Wahrnehmung der Elternrollen in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften (Umfang
und Aufteilung der Tätigkeiten); 3. Kinderwunsch und Realisierungsvorstellungen bei gleichgeschlechtlichen Paaren und Singles. GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
METHODE: Methodisch handelt es sich bei diesem Forschungsvorhaben um die Durchführung
verschiedener Primärerhebungen, auf der Basis eines erstmaligen repräsentativen Zugangs zu
Eingetragenen Lebenspartnerschaften sowie eines vorhandenen breit angelegten Zugangs zu
nicht-eingetragenen gleichgeschlechtlichen Personen. Dabei können unter Einbeziehung der
Daten, die in der bereits durchgeführten Studie gewonnen wurden, verschiedene Teilstichproben untersucht werden: 1. kinderlose Lebenspartnerschaften, Lebensgemeinschaften, Paare
und Singles; 2. Lebenspartnerschaften, Lebensgemeinschaften, Paare und Singles mit Kindern, die nicht mit ihnen zusammenleben; 3. alleinerziehende Lesben und Schwule (mit und
ohne externe Partnerschaft). Zudem wird in dieser Studie ein Methodentest durchgeführt, indem Unterschiede zwischen CATI-Befragungen und Online-Erhebungen systematisch überprüft werden. Die Folgestudie soll das Potenzial, das durch die bereits laufende BMJ-Untersuchung erschlossen wurde, nutzen und - basierend auf einem theoretisch fundierten Konzept
- vertiefende Fragestellungen bearbeiten.
ART: Eigenprojekt AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg -ifb- (Heinrichsdamm 4, 96047 Bamberg)
KONTAKT: Institution (Tel. 0951-96525-0, e-mail: [email protected])
[379-L] Steffens, Melanie Caroline:
Diskriminierung von Homo- und Bisexuellen, in: Aus Politik und Zeitgeschichte : Beilage zur
Wochenzeitung Das Parlament, 2010, H. 15/16, S. 14-20 (www.bpb.de/files/J32BRH.pdf)
INHALT: "Homosexuelle können Lebenspartnerschaften eingehen und Karrieren bis in die Spitzen von Politik und Medien machen. Dennoch kann eine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung in Gesetzgebung und Alltagspraxis konstatiert werden." (Autorenreferat)
[380-L] Stehr, Johannes:
Jugendgewalt - Skandalisierungskonzept und ideologische Kategorie, in: Otger Autrata
(Hrsg.) ; Bringfriede Scheu (Hrsg.): Jugendgewalt : interdisziplinäre Sichtweisen, Wiesbaden: VS
Verl. für Sozialwiss., 2009, S. 107-124
INHALT: Der Beitrag setzt aus soziologisch-kriminologischer Sicht mit einer begrifflichen Kritik
ein: Sowohl "Gewalt" als auch "Jugend" sind uneindeutig, der zusammengesetzte Begriffs Jugendgewalt verdoppelt die begriffliche Unschärfe und eröffnet so die Möglichkeit seiner Verwendung als "Skandalisierungskonzept". Dies lässt sich auch in der historischen Entwicklung
nachweisen, in der immer wieder Jugendstile und -kulturen mit negativen Konnotationen belegt wurden. Der Autor charakterisiert die gesellschaftliche Aufregung über Jugendgewalt als
"Moralpanik". Diese Herangehensweise an Jugendgewalt setzt den thematischen Akzent nicht
auf soziale Konfliktlagen von Jugendlichen, an denen zu arbeiten wäre; Jugendgewalt als
214
soFid Soziale Probleme 2010/2
7 Verschiedene Randgruppen
Konzept wird so zum Ansatzpunkt von repressivem Handeln. Auch für die Sozialarbeit werden Tendenzen konstatiert, sich mit Programmen solchen Kontrollpraxen anzuschließen. Insgesamt macht der moralisch aufgeladene Gewaltbegriff deutlich, dass "Jugendgewalt" im gesellschaftlichen Diskurs eine "soziale Zensur" darstellt, einer Kategorie der Denunziation und
moralischen Verurteilung, deren Funktion es ist, gesellschaftliche Positionen zuzuweisen und
zu legitimieren. Jugendgewalt ist dabei eine Zensur, die geeignet ist und dazu verwendet
wird, die noch normalisierbaren und integrierbaren Jugendlichen von denen zu unterscheiden,
die als "Gewalttäter" legitimiert ausgeschlossen werden dürfen. (ICA2)
[381-L] Stolpmann, Georg:
Psychiatrische Maßregelbehandlung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte : Beilage zur
Wochenzeitung Das Parlament, 2010, H. 7, S. 28-33 (www.bpb.de/files/8SQP4F.pdf)
INHALT: "Die Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus gemäß Paragraf 63 StGB gehört
zu den freiheitsentziehenden Maßregeln der Besserung und Sicherung. Über die Dauer entscheidet die vom Patienten ausgehende Gefährlichkeit." (Autorenreferat)
[382-L] Strömpl, Judit; Ilves, Kadi; Soo, Kadri:
Violence in focus: narrative analysis of the role of violence in teenagers' life, in: Jaan Mikk
(Hrsg.) ; Marika Veisson (Hrsg.) ; Piret Luik (Hrsg.): Teenagers in Estonia: values and behaviour,
Frankfurt am Main: P. Lang, 2009, S. 87-102
INHALT: "In this article we investigate minors' narratives on violence. The theoretical framework for the study shapes a social constructionist understanding of children and young people
as active social agents who "produce their own culture while simultaneously contributing to
the production of adult societies" (Corsaro, 2005, p. 4). Through story-telling, minors reproduce the phenomenon of violence by describing and interpreting their experiences. The methodological framework forms the narrative analysis that is retrospective meaning making.
The analysis is based on the empirical data of five studies. Teenagers reconstruct hierarchical
systems while communicating with each other, where norms and rules are established by
using different kinds of aggressive methods. The minors' relations are essentially influenced
by the adult-like relation manner; however, minors are stricter and their categorisation and assessment of people and events are more black and white. Therefore, their behaviour is wilder
but also more honest compared with adults'. The impact of adult culture is especially seen in
the reproduction of traditional stereotypes concerning gender, age and power. In addition,
young people reconstruct the most prevailing myths of rape and victim-blaming. It also appears that in the minors' narratives, adult people appear as passive bystanders or perpetrators
while the rote of supporters or helpers is almost invisible." (author's abstract)|
[383-F] Thies, Leonie, Dipl.-Psych. (Bearbeitung); Möller, Kurt, Prof.Dr. (Leitung):
Entstehung und Entwicklung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit bei Jugendlichen
mit und ohne Migrationshintegrund
INHALT: Das Forschungsprojekt untersucht bundesweit erstmalig qualitativ-längsschnittlich die
Entstehung und Entwicklung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im biographischen
soFid Soziale Probleme 2010/2
7 Verschiedene Randgruppen
215
Verlauf von in Deutschland lebenden Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund. Die
praxisbezogenen Ausgangspunkte des Projektes sind einerseits die aktuellen, aber empirisch
unzureichend unterfütterten gesellschaftlichen Debatten über Phänomene und Ursachen angeblich ausufernden dissozialen und aggressiven Verhaltens von Jugendlichen, andererseits
die Verunsicherungen über geeignete gesellschaftliche Bearbeitungsweisen, die sich auch in
den fachöffentlichen Diskussionen wiederfinden und im Spannungsfeld zwischen Vorschlägen wie "Verschärfung des Jugendstrafrechts", "rigorosere Abschiebepraxis" und "Verbesserung der Integration von Migranten" aufzufinden sind. Zentraler Wissenschaftlicher Anknüpfungspunkt ist das Forschungskonzept gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF), wie
es am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld
seit 2001 in einer jährlichen Bevölkerungsbefragung quantitativ-empirisch untersucht wird.
Das Konzept GMF umfasst feindselige Einstellungen, Diskriminierungsbereitschaften und
Verhaltensweisen gegenüber Angehörigen von gesellschaftlichen Gruppen, die als "fremd"
wahrgenommen werden. Als Teile des Syndroms gelten dabei Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Homophobie, Abwertung von "Behinderten", Obdachlosen und Langzeitarbeitslosen sowie Islamophobie, die Beanspruchung von Etabliertenvorrechten und Sexismus. Im Rahmen des Projekts sollen Formen und Entstehungsbedingungen von Haltungen
gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Jugendalter eruiert werden. Auch Faktoren der
Distanz und Distanzierung von diesen Haltungen sowie die Bedeutung von Gewalt im Spektrum der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit werden untersucht. Dabei soll vor allem
der Einfluss der Sozialisationsinstanzen wie Familie, Peers und Schule als auch die Bedeutung von individueller Kontrolle, Integration sowie der Selbst- und Sozialkompetenzen betrachtet werden. In Ergänzung und Unterscheidung zu bisherigen Untersuchungen, die sich
auf Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft ab dem Alter von 16 Jahren beziehen, fokussiert das eigene Forschungsvorhaben die 13- bis 16Jährigen, um erstmals Formen und Entstehungsbedingungen von Haltungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Jugendalter
eruieren zu können. Einbezogen werden Jugendliche deutscher Staatsangehörigkeit, deren Eltern in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und ebenfalls die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, Jugendliche, die als Aussiedler/innen bzw. als deren Kinder die deutsche
Staatsbürgerschaft besitzen und Jugendliche, die entweder selbst nach Deutschland eingewandert oder hier geboren sind, deren beide Elternteile aber nicht aus Deutschland stammen und
auch nicht per Geburt über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügen. Auf der Grundlage der
Studienergebnisse sollen in Zusammenarbeit mit dem Projektpartner Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendarbeit (LAGO) Baden-Württemberg und einem beratenden Begleitkreis
von Kooperationspartnern/innen aus der professionellen Jugendarbeit Handlungsperspektiven
und konkrete Entgegnungsstrategien zum Umgang mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und damit verbundener Gewalt unter Jugendlichen erarbeitet werden. GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland
METHODE: Das Vorhaben setzt an den theoretischen Grundlagen des GMF-Forschungszusammenhangs, vorrangig an seiner Definition von Menschenfeindlichkeit, der von ihm aufgegriffenen Theorie der sozialen Identität und dem Theorem der Integrations-/ Desintegrationsdynamik an und erweitert sie um sozialisations-, gender- und migrationstheoretische Bezugspunkte. In den analytischen Fokus des GMF-Ansatzes wird ein Spektrum an Haltungen gerückt, die man als Facetten eines Syndroms bewertet, als dessen verbindendes Element eine
"Ideologie der Ungleichwertigkeit" kenntlich gemacht wird. Diese Facetten stehen theoretisch
und empirisch nachweisbar in unterschiedlichen Intensitäten miteinander in Beziehung, verstärken sich wechselseitig und bedingen z.T. auch einander. Der Syndromkomplex wird explizit als entwicklungsoffen konzipiert, so dass neue Facetten, die bei bislang nicht einbezo-
216
soFid Soziale Probleme 2010/2
7 Verschiedene Randgruppen
genen Untersuchungsgruppierungen gefunden werden, eingearbeitet werden können. In seiner
Konzentration auf Gruppen, Gruppendefinitionen und Gruppenkonflikte orientiert sich der
GMF-Ansatz maßgeblich an der Theorie der sozialen Identität bzw. an den ihr vorausgehenden sozialpsychologischen Arbeiten der Stereotypenforschung und greift deren Modelle der
Entstehung von Vorurteilen auf. Die Bildung sozialer Orientierungen erfolgt danach unter
Bezug auf Gruppenzugehörigkeiten und -identifikationen. Eine weitere theoretische Folie bildet das Theorem der Integrations-/ Desintegrations-Dynamik. Diese Bezugnahme erfolgt,
weil deutliche empirische Hinweise auf soziale Desintegrationserfahrungen im Vor- und Umfeld einer Orientierung an menschenfeindlichen und rechtsextremen Haltungen vorliegen.
Wenn mithin anzunehmen ist, dass bestimmte Erfahrungen die Entstehung und Entwicklung
von Menschenfeindlichkeit begünstigen, so bedarf es eines sozialisationstheoretischen Verständnisses dieser Prozesse. Es kann gewonnen werden, indem mit dem Modell des "produktiv realitätsverarbeitenden Subjekts" davon ausgegangen wird, dass Sozialisation als ein (vor
allem in der Jugendphase identitätsbildender) Prozess zu verstehen ist, "in dessen Verlauf
sich der mit einer biologischen Ausstattung versehene menschliche Organismus zu einer sozial handlungsfähigen Persönlichkeit bildet, die sich über den Lebenslauf hinweg in Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen weiterentwickelt". Im Einzelnen geht es darum, a) individuelle Handlungsweisen so zu entwickeln, dass Kontrolle über das eigene Leben zu erleben und zu gewinnen ist, insbes. Orientierungsvermögen zu erwerben und zu behalten, Identität so zu entwickeln und zu stabilisieren, dass die Konsistenz, Kohärenz und Kontinuität des
Selbsterlebens erhalten bleibt, Selbstwirksamkeit und Handlungssicherheit zu verspüren, die
Beeinflussbarkeit und Planbarkeit der Lebensbedingungen mittels Partizipationsmöglichkeiten zu sichern sowie b) Integration in verständigungsorientierte Kommunikations- und Kooperationskontexte zu erfahren, insbesondere die Integrität der eigenen Person gewahrt zu
wissen, Zugehörigkeit zu empfinden, Teilhabemöglichkeiten zu erleben, Selbstwertbestätigungen (z.B. über emotionale Zuwendung, Anerkennung und kollektive Erfolge) zu erlangen,
die Gültigkeit moralischer Grundregeln, insbesondere von Gerechtigkeit und Fairness, bei Interessenverfolgung und -ausgleich sowie bei Konkurrenzsituationen und Konfliktregelungen
zu erfahren, sozialen Rückhalt zu erhalten und dabei c) die Selbst- und Sozialkompetenzen
für Realitätskontrolltätigkeiten einschließlich Integrationssicherung, also insbesondere Fähigkeiten zur Strukturierung von Erfahrungen wie u.a. Reflexivität gegenüber Sachverhalten, Beziehungen und den Haltungen der eigenen Person, Perspektivenwechsel, Empathie als einfühlender Perspektivenübernahme, verbaler Konfliktfähigkeit, Verantwortungsübernahme, Rollendistanz, Frustrations-, Ambivalenz- und Ambiguitätstoleranz sowie Affektkontrolle erwerben, einsetzen, sichern und ausbauen zu können. Methoden: Methodisch folgt die Untersuchung den Prinzipien der kommunikativ-aufklärerischen Variante einer am "interpretativen
Paradigma" orientierten qualitativen bzw. "rekonstruktiven" Sozialforschung. Sie basieren auf
der Grundannahme, dass soziale Realität nicht "an sich" als Konfiguration objektiver, d.h.
von subjektiven Deutungsleistungen unabhängiger Gegebenheiten aufgefasst werden kann,
sondern durch soziale Interaktion und die in sie eingeschlossenen Interpretations- und Reinterpretationsvorgänge konstruiert und stetig rekonstruiert wird. Die ProbandInnengruppe setzt
sich aus Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren zusammen. Grund dafür ist zum Ersten
der Befund der Sozialisationsforschung, dass das frühe Jugendalter im Hinblick auf die politisch-soziale Identitätsbildung eine hochgradig relevante formative Phase darstellt, in der das
politische Denken entscheidend ausgebildet wird. Zum Zweiten ist die auch durch eigene
Vorarbeiten zu rechtsextremistischen Orientierungen, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gut belegte Annahme zu nennen, dass die Spanne der frühen und mittleren
Jugendphase zumeist auch den biographisch relevanten Entstehungszeitraum von Syndromfa-
soFid Soziale Probleme 2010/2
7 Verschiedene Randgruppen
217
cetten menschenfeindlicher Haltungen beinhaltet, in ihrem Verlauf zudem schon Konsolidierungen erfolgen, bei einigen jungen Leuten aber auch bereits Distanzierungsprozesse beobachtet werden können. Zum Dritten macht die (internationale) Gewaltforschung in diesem
biographischen Zeitfenster in Dunkelfeldstudien eine "Gewalt-Spitze" aus. Zum Vierten sollen die Orientierungen gerade von jüngeren Jugendlichen deshalb untersucht werden, weil sozialwissenschaftliche Forschung und pädagogisch-sozialarbeiterische Praxis in der Einschätzung übereinstimmen, mit dieser Altersgruppe noch am aussichtsreichsten am Abbau entsprechender Orientierungen arbeiten zu können. Der zahlenmäßige Umfang der Untersuchungsgruppe soll mind. 40 (anfänglich aufgrund der zu erwartenden statistischen Mortalität ca. 50)
Personen betragen. Diese sollen über zwei Jahre hinweg forscherisch begleitet werden. Bislang vorliegende Befunde lassen eine Einteilung der ProbandInnengruppierung in die Teilgruppen der deutschen Jugendlichen ohne Migrationshintergrund (N=10), der Jugendlichen
mit Aussiedler-Hintergrund (N=10) und der Jugendlichen mit einem von ausländischer Herkunft geprägten Migrationshintergrund (N=10 mit muslimischer Prägung; N=10 mit christlicher Prägung) ertragreich erscheinen. Die Zusammensetzung der letztgenannten Gruppierungen nach religiöser Prägung folgt der Annahme, dass konfessionelle Zugehörigkeit bzw. Religiosität als subjektive Empfindung GMF-relevante Wertvorstellungen wie etwa Männlichkeitskonzepte und Gewaltakzeptanzen - im Übrigen: in geschlechtsspezifischer Variation deutlich moderiert. Die Geschlechtszugehörigkeiten sollen in allen Teilgruppen gleich verteilt
sein, um systematisch genderspezifische Auswertungen vornehmen und damit Interpretationsbezüge absichern zu können, die theoretisch und (nicht nur) nach den eigenen Vorarbeiten besonders ertragreich zu sein scheinen. Die angezielte Gruppengröße lässt dafür einerseits ausreichend Variationsbreite garantierende Fallzahlen erwarten, erscheint andererseits auch aufgrund von einschlägigen Erfahrungen mit ähnlich gelagerten Projekten unter auswertungstechnischen Aspekten mit den beantragten Kapazitäten forscherisch zu bewältigen. Die Auswahl der ProbandInnen soll generell nach Gesichtspunkten des "theoretical sampling" erfolgen. Dabei wird - auch um den Anwendungskontext des Projekts zu berücksichtigen - Hinweisen von MultiplikatorInnen aus dem Bereich von Polizei, Sozialer Arbeit und Pädagogik
auf Jugendliche nachgegangen, die sich nach deren Einschätzung im Vor- und Umfeld von
menschenfeindlichen Jugend-Szenen aufhalten oder aufgehalten haben. Die längsschnittliche
Anlage des Projekts ist unerlässlich, denn die Gewinnung politisch-sozialer Haltungen ist nur
als sozialisatorischer Prozess verstehbar. Unzweifelhaft bauen sich auch menschenfeindliche
Einstellungen und Verhaltensweisen individuell erst nach und nach aus. Sie in ihrem Entstehungskontext und ihrem Entwicklungsverlauf adäquat einzufangen, gelingt in dem Maße, wie
zeitnahe Forschung betrieben wird und retrospektive Verzerrungen durch die Begleitung eines biographischen Abschnitts vermieden werden können. Als Instrumentarien werden im
Sinne der "within-method" der Triangulation leitfadengestützte problemzentrierte Einzel-Interviews, begleitende Fragebögen zur Erhebung sozio-demographischer Angaben und - abhängig vom Informationsbedarf und geleitet vom Kriterium der "theoretischen Sättigung" Gespräche mit Milieuangehörigen und sonstigen Bezugspersonen der ProbandInnen eingesetzt. Daneben erfolgen durch die Praxispartner ExpertInnen-Gespräche (vornehmlich mit SozialarbeiterInnen, Angehörigen der Polizei und sonstigen szenenahen/ -kundigen Personen in
Form von mindestens 4 Gruppengesprächen im Rahmen der geplanten Workshops) sowie in
ausgewählten Fällen Milieuerkundungen in Bezug auf Szenen und Cliquen mit menschenfeindlicher Orientierung und ethnographische Feldstudien in professionellen Praxiszusammenhängen. Die Leitfaden-Interviews werden über die Gesamtgruppe hinweg zu zwei Erhebungszeitpunkten durchgeführt. Um zu vertieften Aussagen über Radikalisierungs- und ggf.
auch Fundamentalisierungsprozesse gelangen zu können, soll ein zusätzlicher dritter Erhe-
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soFid Soziale Probleme 2010/2
7 Verschiedene Randgruppen
bungsschnitt dieser Art für die Angehörigen einer Teilgruppe erfolgen, die menschenfeindliche Einstellungen mit Gewaltausübung verbinden. Zeitlich werden die anderen Instrumente
so eingesetzt, dass möglichst wenig 'Begleitungslücken' entstehen. Untersuchungsdesign: Panel DATENGEWINNUNG: Qualitatives Interview (Stichprobe: 40; 13-16jährige Jugendliche
mit/ ohne Migrationshintergrund; Auswahlverfahren: theoretical sampling). Feldarbeit durch
Mitarbeiter/-innen des Projekts.
ART: gefördert BEGINN: 2009-03 ENDE: 2011-02 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER:
Land Baden-Württemberg Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
INSTITUTION: Hochschule Esslingen, Fak. Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege (Flandernstr.
101, 73732 Esslingen)
KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 0711-3974544, e-mail: [email protected])
[384-F] Tietz, Lüder (Bearbeitung); Ellwanger, Karen, Prof.Dr.; Haller, Dieter, Prof.Dr. (Betreuung):
Two-Spirit: Schwul-les-bi-trans-inter-queeres Selbstverständnis im indigenen Nordamerika
INHALT: Ziel der Dissertation ist, die Selbstpositionierung indigener schwuler, lesbischer, bisexueller, intersexueller und transgeschlechtlicher AktivistInnen in Nordamerika zu untersuchen. Der Aufbau des bi-nationalen Netzwerkes der Two-Sprits wird als Empowerment in einem von Rassismus, Heteronormativität und Sexismus durchzogenen Feld verstanden. Aufgrund eigener Feldforschung stehen vielfältige biographische, politische, künstlerische und
wissenschaftliche Selbstzeugnisse zur Verfügung. Diese werden in einer quasi-dialogisch aufgebauten Ethnographie dargestellt, kommentiert und interpretiert. GEOGRAPHISCHER
RAUM: indigenes Nordamerika
ART: Dissertation BEGINN: 1998-01 ENDE: 2008-12 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Oldenburg, Fak. 03 Sprach- und Kulturwissenschaften, Kulturwissenschaftliches Institut - Kunst- und Textil-Medien (26111 Oldenburg); Universität Bochum,
Fak. für Sozialwissenschaft, Sektion Sozialpsychologie und Sozialanthropologie Lehrstuhl
Sozialanthropologie (44780 Bochum)
KONTAKT: Bearbeiter (e-mail: [email protected])
[385-F] Tralau, Tanja, Dipl.-Päd. (Bearbeitung); Böttger, Andreas, Prof.Dr. (Betreuung):
Schulische Gewaltprävention - Evaluation eines Praxismodells mit Mehr-Ebenen-Ansatz
(Arbeitstitel)
INHALT: keine Angaben
METHODE: keine Angaben DATENGEWINNUNG: Beobachtung, teilnehmend; Gruppendiskussion; Qualitatives Interview.
ART: Dissertation; gefördert AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Friedrich-EbertStiftung e.V.
INSTITUTION: arpos institut - Sozialwissenschaften für die Praxis (Noltestr. 9, 30451 Hannover)
KONTAKT: Betreuer (e-mail: [email protected])
soFid Soziale Probleme 2010/2
7 Verschiedene Randgruppen
219
[386-L] Wagner, Mathias:
Tolerierter Schmuggel: Interaktion zwschen Zöllnern und Schmugglern, in: WeltTrends :
Zeitschrift für internationale Politik, Jg. 18/2010, Nr. 71, S. 47-55 (Standort: UuStB Köln (38)LXE782; Kopie über den Literaturdienst erhältlich;
www.uni-potsdam.de/db/wtcms/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/wt71_mathias_wagner.pd
f)
INHALT: "Grenzen sind soziale Tatsachen, die sich räumlich manifestieren - etwa wenn
Schmuggler und Grenzschützer an Grenzübergängen aufeinandertreffen und in ritualisierter
Form Bedingungen und Möglichkeiten des Grenzübertritts aushandeln. Das Grenzgeschehen
wird in diesem Beitrag in soziologisch-ethnologischer Perspektive am Beispiel des Kaliningrader Grenzgebiets betrachtet." (Autorenreferat)
[387-L] Wahl, Klaus:
Aggression und Gewalt: ein biologischer, psychologischer und sozialwissenschaftlicher
Überblick, Heidelberg: Spektrum, Akad. Verl. 2009, X, 204 S., ISBN: 978-3-8274-2388-7
INHALT: "Ziel dieses Buches ist, einen aktuellen und interdisziplinären Überblick zu den Erscheinungsformen und Verursachungsebenen von Aggression und Gewalt zu geben. Insbesondere die naturwissenschaftlichen Forschungen zu diesem Thema sind derzeit eine Baustelle, auf der täglich neue Einsichten aufgetürmt werden. Dies gilt für die Genetik, die Epigenetik, das Zusammenwirken von Anlagen und Umwelt, die neurophysiologischen Abläufe und
Schaltkreise im Gehirn sowie die damit zusammenhängenden psychischen Prozesse, die zu
Aggression führen. Auf der makroskopischen Ebene stellt sich für die Sozialwissenschaften
parallel dazu nicht nur die öffentlich diskutierte Frage, inwieweit die neuen Medien Aggression fördern, sondern auch, welche sozialen Konstellationen in Familien, Kinder- und Jugendcliquen, in Subkulturen, Wohnmilieus und Bildungseinrichtungen und welche gesellschaftlichen Veränderungen Gewalt anregen - und wie man dem präventiv entgegentreten könnte."
(Textauszug)
[388-L] Walkenhorst, Philipp:
Jugendstrafvollzug, in: Aus Politik und Zeitgeschichte : Beilage zur Wochenzeitung Das
Parlament, 2010, H. 7, S. 22-28 (www.bpb.de/files/8SQP4F.pdf)
INHALT: "Das Angebot des Jugendstrafvollzugs steht im Widerspruch zu den durch die Zwangsunterbringung mitbedingten Gewalt- und Drogenproblematiken. Relativ hohe Rückfallquoten
machen die Übergangsbegleitung unabdingbar." (Autorenreferat)
[389-L] Zdun, Steffen:
Doing Social Problems der Polizei im Straßenkulturmilieu, in: Axel Groenemeyer: Doing
Social Problems : Mikroanalysen der Konstruktion sozialer Probleme und sozialer Kontrolle in
institutionellen Kontexten, Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2010, S. 246-271
INHALT: Der Autor beschreibt anhand des Konzepts der Straßenkultur zunächst die Einstellungen und Verhaltensweisen von Jugendlichen und Heranwachsenden aus sozial benachteiligten
220
soFid Soziale Probleme 2010/2
7 Verschiedene Randgruppen
Stadtteilen. Er geht anschließend auf die selektive Polizeiarbeit in diesen Stadtteilen ein, die
eine Seite des "Doing social Problems" ausmacht. Er thematisiert dabei sowohl die Stereotypen der Beamten als auch die Hintergründe der selektiven Polizeiarbeit. Die andere Seite des
"Doing social Problems" stellen die informellen Aushandlungsstrategien der Polizei dar. Der
Autor geht hierzu auf die Unterschiede zwischen dem Wach- und Wechseldienst und den Kriminalkommissariaten sowie auf die Beweggründe für die Anwendung informeller Lösungsstrategien ein. Die dargestellten Erkenntnisse beruhen auf der von 2001 bis 2004 durch die
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie "Polizisten im Konflikt mit ethnischen Minderheiten und sozialen Randgruppen". Hierzu wurden vergleichend in der Stadt
Duisburg empirische Untersuchungen zu zentralen Fragen der Polizeikultur mit Polizeibeamten und -beamtinnen verschiedener Diensteinheiten durchgeführt. Den Analysen wurden Teilstudien mit ethnischen Minderheiten und sozialen Randgruppen zu ihrem Verhältnis zur Polizei gegenübergestellt. Als Vertreter der Straßenkultur wurden vor allem junge Russlanddeutsche und Türken befragt. Zudem beinhaltete die Untersuchung Befragungen mit Asylbewerbern, Prostituierten, Obdachlosen und Drogenabhängigen. (ICI2)
Register
221
Hinweise zur Registerbenutzung
Sachregister
Grundlage für das Sachregister sind die Schlagwörter, die zur gezielten Suche der Literatur- bzw.
Forschungsnachweise in unseren Datenbanken SOFIS und SOLIS vergeben wurden.
Um eine differenzierte Suche zu ermöglichen, werden dabei nicht nur die Haupt-, sondern auch
Nebenaspekte der Arbeiten verschlagwortet.
●
Bei einem maschinell erstellten Verzeichnis wie dem obigen Sachregister führt das zwangsläufig zu einem Nebeneinander von wesentlichen und eher marginalen Eintragungen.
Manche Begriffe machen erst in Verbindung mit anderen Sinn oder wechseln ihren Sinn in Abhängigkeit vom jeweiligen Zusammenhang.
●
Solche Zusammenhänge gehen aber bei einem einstufigen Register typischerweise verloren.
Vermeintliche Fehleintragungen gehen fast immer aufs Konto eines dieser beiden Effekte, die sich
bei der maschinellen Registererstellung grundsätzlich nicht vermeiden lassen.
Personenregister
Aufgeführt sind
●
bei Literaturnachweisen: alle aktiv an dem Werk beteiligten Personen;
●
bei Forschungsnachweisen: alle als Leiter, Betreuer oder wissenschaftliche Mitarbeiter
(„Autoren“) eines Projekts angegebenen Personen.
Institutionenregister
Aufgeführt sind nur die forschenden Institutionen. Institutionelle Auftraggeber, Finanzierer, Förderer oder dergleichen sind zwar in den Forschungsnachweisen selbst aufgeführt, nicht jedoch im
Register.
Sortierung
Die Sortierung folgt den lexikalischen Regeln, d.h. Umlaute werden wie der Grundbuchstabe sortiert. Numerische Angaben (z.B. „19. Jahrhundert“) sind ganz ans Ende sortiert, also hinter Buchstabe Z.
Nummerierung
Alle in den Registern angegebenen Zahlen beziehen sich auf die laufenden Nummern der Literatur- und Forschungsnachweise.
Personenregister
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Personenregister
A
Abebe, Tatek 309
Adelsberger, Deborah 210
Adolphs, Stephan 60
Agra, Candido da 279
Aichele, Valentin 189
Aisenbrey, Silke 106
Akincigil, Ayse 157
Albani, Cornelia 83
Alber, Jens 1
Albrecht, Peter-Georg 121, 122
Allex, Anne 310
Amin, Shala 157
Ammann, Ruth 311
Amrhein, Ludwig 95
Anxo, Dominique 113
Autrata, Otger 312
B
Baier, Dirk 280
Bär, Stefan 211
Barkholdt, Corinna 123
Barnow, Sven 306
Barrientos, Armando 2
Barsch, Gundula 281
Bauer, Michael 3
Baumert, Jürgen 55
Bausch, Christiane 86
Bauschke, Rafael 124
Beck, Anja 96
Becker, Jens 4
Becker, Karina 162
Becker, Manfred 96, 109
Beetz, Stephan 163
Begenau, Jutta 212, 213
Belschak, Frank 348
Bender, Saskia-Fee 97
Bente, Gary 190
Benzenhöfer, Udo 214
Bereswill, Mechthild 313, 314, 315, 342
Berg, Philipp 44
Berger, Peter A. 9
Bergstreser, Michael 5
Bering, Robert 225
Berner, Frank 125
Bernstein, Sören 215
Berth, Hendrik 83
Bertram, Hans 6
Bescherer, Peter 7
Bessler, Cornelia 316
Bettinger, Frank 317
Beushausen, Ulla 221
Bichler, Michelle 8
Biermann, Ralf 126
Biewer, Gottfried 207
Bilke, Oliver 282
Birrer, José Matthias 318
Blaes-Hermanns, Nora 86
Bochow, Michael 278
Böcken, Jan 240
Bode, Ingo 164
Boehle, Mara 9
Boenisch, Jens 191
Boers, Klaus 298
Bögel, Jan 98, 99
Bogen, Cornelia 127
Böhnke, Petra 10, 11
Bollmann, Vera 128
Bonfert, Norbert 319
Borchert, Lars 165
Börsch-Supan, Axel 138
Bösl, Elsbeth 192, 193
Böttger, Andreas 65, 385
Bouhnik, Patricia 283
Boy, Peter 215
Brägger, Benjamin F. 316
Brähler, Elmar 83, 269
Brait-Poplawski, Lucimara 12
Brandt, Martina 170
Brauer, Kai 100
Brockmann, Hilke 106
Brüchert, Oliver 320
Brynner, John 13
Budowski, Monica 216
Burkart, Günter 166
Burkert, Carola 101
Büscher, Andreas 169
Busse, Stefan 14
Butterwegge, Carolin 15
Butterwegge, Christoph 16, 17
224
C
Cacciaglia, Raffaele 252
Campbell, Rose G. 284
Candeias, Mario 18
Canudas-Romo, Vladimir 218
Caprez, Christina 321
Cassidy, Thomas 134
Chassé, Karl August 19
Cheng, Yen-hsin Alice 217
Cierpka, Manfred 272
Cinar, Esma 322
Clemens, Wolfgang 100, 102
Cohen, Alan 218
Cornachione, María A. 160
Cöster, Anna Caroline 323
Cottino, Amedeo 285
Cremer-Schäfer, Helga 324
Crystal, Stephen 157
D
Damm, Oliver 219
Dammann, Rüdiger 167
Danker, Helge 269
Davids, Eugen 220
Decker, Oliver 83
Dege, Martin 20
Dehn-Hindenberg, Andrea 221
Dellwing, Michael 222
Demetrovics, Zsolt 286
Detka, Carsten 223
Dewilde, Caroline 21
Diewald, Martin 22
Dittmann, Volker 316
Dittrich-Wesbuer, Andrea 129
Dobbs, Christine 250
Doel, Marcus A. 250
Dölling, Dieter 350
Dollinger, Bernd 325, 326, 327
Donnerbauer, Susanne 103
Döring, Diether 130
Dörre, Klaus 23, 162
Dotter, Franz 194
Dragano, Nico 117, 253
Dreßke, Stefan 224
Dunker, Sibylle 225
Duprez, Dominique 287
Personenregister
E
Eberle, Andreas 226
Eder, Anselm 104
Eggeling, Tatjana 328
Eggen, Bernd 329
Egger, Andreas 131
Ehlert, Gudrun 14
Ehlert, Martin 1
Eick, Volker 24
Eifler, Stefanie 330
Eimeren, Birgit van 131
Eisemann, Martin 249
Ellwanger, Karen 384
Enders-Dragässer, Uta 25
Endreß, Alexander 3, 26
Engelhardt-Wölfler, Henriette
Entorf, Horst 331
Erben, Sayime 332
Ernst, Stefanie 27
Ernstmann, Nicole 247
Eßbach, Wolfgang 239
105
F
Fachinger, Uwe 149
Fasang, Anette 106
Fasching, Helga 207
Fegert, Jörg M. 235
Ferragut, Lilian 160
Fetchenhauer, Detlef 348
Fink, Daniel 316
Fischbach, Christian 168
Fischer, Judith 28
Flick, Uwe 29
Flor, Herta 245, 252
Föbker, Stefanie 129
Foraita, Ronja 226
Fountain, Jane 286
Frenzke-Kulbach, Annette 333
Frerichs, Frerich 98, 99, 103, 107, 113
Freudenschuss, Magdalena 30
Friedmann, Fabian 334
Friedrich-Gärtner, Lene 208
Frieling, Ekkehardt 98
Frietsch, Robert 290
Fröhlich, Christian 195
Fuchs, Sabine 335
Fuchs, Tatjana 31
Fuß, Susanne 227
Personenregister
G
Gabler, Jonas 336
Gansweid, Barbara 169
Gastpar, Markus 220
Gautschi, Thomas 288
Gawlas, Jana 318
Geber, Friedrich 32
Geldmacher, Jan 249
Gerlach, Jana 33
Geyer, Johannes 132
Geyer, Siegfried 230
Giesler, Jürgen M. 228, 229
Glaeske, Gerd 235
Glatzer, Wolfgang 34
Goerres, Achim 133
Goldstein, Joshua R. 134
Gonser, Nicole 135
Gothe, Miriam 303
Graebsch, Christine 337
Graf, Nikki 374
Granström, Kjell 345
Gredig, Daniel 363
Greiner, Wolfgang 219
Grell, Britta 1
Grenz, Sabine 338
Grewe, Norbert 221
Groenemeyer, Axel 287, 339
Gröhl, Kathrin 196
Gronemeyer, Reimer 136, 167, 181
Großegger, Beate 340
Grosser, Urte 230
Gruber, Johannes 35
Guillemard, Anne-Maria 113
Guillén, Ana M. 36
Gutiérrez Palacios, Rodolfo 36
Guzmán, Elena R. 160
H
Haase, Kristina 197
Haberkern, Klaus 170
Hacket, Anne 76
Hackmann, Tobias 171
Hager, Isabella 104
Hagestad, Gunhild O. 137
Hahn, Alois 231
Haller, Dieter 384
Haller, Reinhard 289
Hämäläinen, Juha 295
Hamm, Marion 60
225
Hangartner, Dominik 288
Hank, Karsten 138, 139
Happel, Hans-Volker 294
Hark, Sabine 37
Hartmann-Graham, Ursula 290
Hartung, Anja 140, 141, 156
Hautekeur, Gerard 38
Hebebrand, Johannes 210, 234, 256, 297
Heckmann, Wolfgang 291
Heeg, Rahel 341
Heekerens, Hans-Peter 39
Heindl, Andreas 124
Heisig, Jan Paul 1
Heitmeyer, Wilhelm 57, 58
Hellwig, Julia 342
Helmert, Uwe 40
Henkens, Kene 113
Hepp, Rolf-Dieter 41
Hermann, Anja 232
Hermann, Dieter 350
Herz, Andrea 96
Herz, Birgit 198, 343
Hess, Volker 292
Hinrichs, Günter 370
Hinrichs, Karl 142
Hitzler, Ronald 303
Hockerts, Hans Günter 42
Hofäcker, Dirk 116
Hoffarth, Florian 344
Hoffmann, Barbara 253
Hoffmann, Matthias 231
Hofmann, Roswitha 143
Holbach, Dirk 290
Hollander, Jutta 199
Hudler-Seitzberger, Michaela 104
Huster, Ernst-Ulrich 43
Hutchings, Hayley A. 250
Hylander, Ingrid 345
I
Ilves, Kadi 382
Issmer, Christian 346
J
Jäckel, Michael 144
Jahn, Detlef 241
Janhsen, Katrin 235
Janshen, Doris 233
Jeanmart, Caroline 293
226
Jehle, Jörg-Martin 289
Jensen, Per 113
Jerzembek, Gabi S. 250
Jochheim, Kai 234
Jöckel, Karl-Heinz 253
John, Dai N. 250
Jong-van den Berg, Lolkje T.W. de 235
Junge, Norma 172
K
Kalkan, Dietrich 310
Kämmerer, Annette 272
Karbach, Ute 247
Karl, Beatrix 145
Karl, Fred 146, 175
Kassis, Wassilis 347
Katzer, Catarina 348
Kaul, Thomas 208
Kelle, Udo 181
Keller-Pließnig, Anett 220
Kenten, Charlotte 349
Kern, Susanne 205
Kerner, Hans-Jürgen 350
Kessler, Ailine 351
Kiefer, Bernd 173
Kieselbach, Thomas 64, 72
Kilian, Christine 44
Kindervater, Ralf 249
Kis, Bernhard 236
Klaes, Lothar 186
Klein, Dietmar 115
Klein, Kaya 318
Kleres, Jochen 273
Klie, Thomas 174, 179, 180, 205
Klinger, Cornelia 237
Klusen, Norbert 238
Knauth, Peter 98
Knöpfel, Carlo 87
Koch, Max 45
Koenig, Oliver 207
Köhler, Denis 370
Kohler, Ulrich 1
Kolland, Franz 108
Körkel, Joachim 294
Kossek, Oliver M. 352
Köster, Jens 147
Kownatka, Cindy 109
Kraav, Inger 295
Krämer, Klaus 46
Personenregister
Kramer, Matthias 175
Kraus, Ludwig 286
Kreft, Ursula 176
Kreissl, Reinhard 353
Kreuzer, Arthur 177
Krickel, Pia 158
Krietsch, Ina 49
Kröger, Katharina 149
Kroker, Eduard J. M. 130
Krumm, Silvia 239
Kruse, Andreas 148
Kühl, Alexander 110
Kuhn, Joseph 240
Kuhnt, Susanne 269
Kuitto, Kati 241
Kulzer, Barbara 200
Kümpers, Susanne 178
Kunczik, Michael 354
Künemund, Harald 149
Kursawe, Janet 296
Kutzner, Stefan 47
L
Lamla, Jörn 48
Lamura, Giovanni 113
Landale, Nancy S. 217
Lange, Andreas 150
Langer, Phil C. 274
Langhoff, Thomas 49
Laubenthal, Klaus 355
Legewie, Joscha 356
Legge, Sandra 58
Lehmann, Diana 162
Leibetseder, Doris 357
Leßmann, Ortrud 50
Lichte, Rainer 118
Liebscher, Claudia 252
Limmer, Ruth 51
Lincke, Hans-Joachim 179, 180
Linden, Markus 86
Link, Sabine 290
Lipinski, Slawomira 252
Löbel, Anja 230
Loges, Frank N. 44
Lohmann, Henning 52
Lorenz, Stephan 53
Loretan, Janine 351
Lorey, Isabell 54
Luciak, Mikael 201
Personenregister
Luttmann, Sabine
227
226
M
Maaz, Kai 55
Mach, Bogdan W. 22
Mäder, Ueli 56
Mahs, Claudia 151
Malcherek, Patrick 297
Mansel, Jürgen 57, 58
Manske, Alexandra 59
Marchart, Oliver 60
Mariotti, Luca 298
Marotzki, Winfried 140
Masia, Maurizia 216
Matt, Eduard 358
Maute-Stephan, Carola 249
Mayer, Karl Ulrich 106
Meierkord, Sigrid 249
Meiler, Birgit 236
Mengel, Hans-Joachim 359
Menzel, Frank 208
Metelmann, Hans-Robert 241
Metz, Thomas 124
Meuffels, Bert 261
Meulemann, Heiner 152
Meusch, Andreas 238
Möhring, Katja 153
Moisset de Espanés, Gastón 160
Möll, Gerd 303
Möllenberg, Franz-Josef 5
Möller, Kurt 383
Molling, Luise 61, 62
Mollova, Mariya 230
Moog, Stefan 171
Moraal, Dick 115
Morcellini, Mario 154
Motel-Klingebiel, Andreas 125
Müller, Rolf 165
Müller, Tobias 63
Muller-Camen, Michael 116
Müller-Doohm, Stefan 275
Mümken, Sarah 64
Mund, Samuel 65
Munro, Vanessa E. 360
N
Naegele, Gerhard 123
Naplava, Thomas 361
Naue, Ursula 202
Nay, Eveline 321
Nees, Frauke 245
Neff, Daniel 2
Neuber, Anke 313
Neumann, Henning 241
Newbury, Stephen 250
Newerla, Andrea 181
Nideröst, Sibylle 363
Niechoj, Christoph 182
Niederbacher, Arne 303
Niehaus, Mathilde 208
Nollert, Michael 47
O
Oberwittler, Dietrich 362
Oelkers, Nina 66
Offe, Claus 67
Olk, Thomas 155
Ooyen-Houben, Marianne M. J. 299
Osier, Guillaume 68
Osterhage, Frank 129
Ostner, Ilona 69
P
Pabst, Sabine 127
Pahmeier, Iris 246
Papies, Udo 110
Parpan-Blaser, Anne 363
Paschke, Sven 364
Pearson, Geoffrey 300
Pelikan, Christa 365
Pena-Casas, Ramon 36
Perek-Bialas, Jolanta 113
Pfaff, Holger 247
Pfahl, Lisa 209
Pfeiffer, Sabine 76
Pfinder, Manuela 301
Pfister, Andreas 363
Pfundt, Katrina 276
Philipp-Metzen, Elisabeth 184
Pichl, Max 318
Pickel, Susanne 241
Pilgram, Roosmaryn 248
Platman, Kerry 113
Plutzer, Eric 70
Pohl, Gerd 5
Pohlabeln, Hermann 226
Pohlack, Sebastian 252
Poier, Klaus 145
228
Porzsolt, Franz 249
Powell, Justin J.W. 209
Pressel, Holger 249
Prina, Franco 285
Pühl, Katharina 59
R
Rabold, Susann 280, 302
Radenacker, Anke 1
Rapport, Frances 250
Rauch, Peter 366
Rauer, Valentin 277
Razum, Oliver 219
Reichertz, Jo 303
Reinecke, Jost 298
Reißmann, Wolfgang 156
Reiter, Herwig 71
Reuband, Karl-Heinz 304, 367, 368
Richter, Martina 66
Richter, Stefanie 251
Ridder, Stephanie 252
Riedel, Natalie 253
Ritter, Tobias 76
Rodler, Isolde Elisabeth 369
Rogge, Benedikt G. 72
Röhner, Cara 318
Röhnsch, Gundula 29
Romeu, Laura 125
Römhild, Regina 73
Roncaglia, Irina 111
Rosenbrock, Rolf 178
Rotermann, Ina 370
Rothgang, Heinz 165
Rudert, Bettina 183
S
Sack, Fritz 371
Sainsaulieu, Ivan 254
Sato, Hajime 284
Schacke, Claudia 184
Schaller, Anja 255
Schapfel-Kaiser, Franz 112
Schaub, Daniel Sebastian 74
Scheider, Alban 185
Scherr, Albert 75
Scheu, Bringfriede 312
Schimmelmann, Benno Graf 256
Schippers, Joop 113
Schmähl, Winfried 149
Personenregister
Schmidt, Axel J. 278
Schmidt, Christopher 114
Schmidt, Victoria 372
Schmidt-Semisch, Henning 325
Schmitt, Hanspeter 257
Schneider, Nils 258
Schömann, Klaus 106
Schönfeld, Gudrun 115
Schönwälder, Marion 259
Schorb, Bernd 156
Schröder, Heike 116
Schubert, Cornelius 212, 260
Schubert, Kirsten 215
Schüler, Gerhard 186
Schultheiss, Daniel 147
Schulz, Maike 162
Schulz, Peter 261, 262
Schumann, Karl F. 373
Schumpelick, Volker 263
Schute, Christel 112
Schütt, Petra 76
Schütte, Johannes 43
Schwartz, Christine 374
Seck, Sarah 351
Sedláková, Renáta 161
Seifert, Simone 375
Selke, Stefan 77, 78
Sellach, Brigitte 25
Senechal, Marcel 65
Siegel, Michele J. 157
Siegrist, Johannes 117
Sigle, Jörg M. 249
Silkenbeumer, Mirja 376
Simon, Bernd 377
Simons, Arno 356
Singer, Susanne 269
Slomczynski, Kazimierz M. 79
Sommerwerck-Weber, Peter 80
Soo, Kadri 382
Spanier, Wolfgang 81
Spellerberg, Annette 158
Sproß, Cornelia 101
Staetsky, Laura 159
Stark, Wolfgang 173, 183
Starke, Christian 49
Steffens, Melanie Caroline 379
Stehr, Johannes 380
Steil, Christian 236
Steiner, Silvia 316
Personenregister
229
Steiner, Viktor 132
Steinert, Heinz 82
Steinhusen, Constanze 184
Stöbel-Richter, Yve 83
Stock, Jürgen 305
Stolpmann, Georg 381
Stöppler, Thomas 203
Stopsack, Malte 306
Strasser, Hermann 80, 168, 182, 322
Straub, Jürgen 20
Strauß, Jürgen 118
Strömpl, Judit 382
Sulek, Karsten 264
Süß, Winfried 42, 84
T
Terwitte, Johannes 85
Tesch, Stefan 265
Tezcan-Güntekin, Hürrem
Thaa, Winfried 86
Thies, Leonie 383
Thyrolf, Anja 375
Tietz, Lüder 384
Tillinghast, John 218
Tillmann, Robin 216
Tralau, Tanja 385
Trautwein, Ulrich 55
Trower, Carol 250
Tschöpe, Tanja 115
Tucker, Ian 268
266, 267
U
Ullrich, Peter 269
Ulrich, Ines 306
Unterkofler, Ursula 307
Urrutia, Andrés I. 160
Uske, Hans 176
V
Varnholt, Renate Rhoda Mandy 270
Vidovicova, Lucie 161
Viebrok, Holger 119
Viehoff, Reinhold 127
Villiger, Simone 87
Vogd, Werner 212
Vogel, Bernhard 263
Voges, Wolfgang 88
Vogler, Fabienne 316
Völker, Susanne 37, 89
Volz, Jessica 187
Vries, Corinne S. de 235
W
Wacquant, Loic 90
Wagner, Mathias 386
Wahl, Hans-Werner 148
Wahl, Klaus 387
Wainwright, Paul 250
Waldschmidt, Anne 196, 204
Walkenhorst, Philipp 388
Walter, Gerd 110
Weber, Andreas 98
Wegner, Martina 205
Weinert, Barbara 282
Weis, Joachim 228, 229
Welti, Felix 188
Wenzel, Harald 33
Wessel, Armin 230
Wicking, Manon 252
Wiggert, Alexander 91
Wilk, Thomas 265
Wimmer, Tanja 104
Wingenfeld, Klaus 169
Winker, Gabriele 92
Wlachojiannis, Jannis 308
Wocken, Hans 206
Wolf, Bianca 271
Wollbrück, Dorit 269
Woltersdorff, Volker 93
Woratschek, Herbert 120
Wörz, Markus 1
Wüstendörfer, Werner 94
Z
Zank, Susanne 184
Zdun, Steffen 389
Zimmermann, Hildegard 112
Zimmermann, Johannes 272
Zipfel, Astrid 354
Zito, Julie Magno 235
Sachregister
231
Sachregister
A
abhängig Beschäftigter 117
Abschreckung 331
abweichendes Verhalten 75, 310, 312,
313, 314, 317, 325, 326, 330, 346,
361, 362, 364, 367, 368, 373, 376,
380
Abwertung 383
Adoleszenz 306, 315, 370
Adoption 210, 372
Adorno, T. 35
Affektivität 306
Afghanistan 225, 296, 305, 359
Aggregatdaten 298
Aggression 334, 341, 351, 369, 387
Aggressivität 348, 354
AIDS 273, 274, 275, 276, 277, 278, 300
Akteur 53, 67, 99, 148, 177, 179, 248,
250, 273, 318, 358, 386
Aktionsforschung 20
aktivierende Arbeitsmarktpolitik 4, 19,
24, 74, 100, 102
Aktivierung 24, 44, 66, 113
Akzeptanz 58, 100, 102, 271, 302, 377
Alkohol 386
Alkoholismus 197, 306
Alkoholkonsum 226, 280, 289, 291, 301,
302, 306, 331, 368
allein erziehender Elternteil 9, 61, 378
Allokation 249
Alltag 8, 111, 141, 166, 204, 250, 308,
347, 348
Alltagstheorie 211
Alltagswissen 204
alte Bundesländer 4, 106, 368
Altenarbeit 199
Altenheim 164, 165, 166, 176
Altenhilfe 14, 166, 168, 199
Altenpflege 164, 166, 170, 173, 174, 175,
176, 177, 181, 183, 187, 199
Altenpolitik 148, 158
Alter 95, 101, 102, 108, 109, 123, 124,
134, 151, 158, 167, 172, 199, 205
älterer Arbeitnehmer 97, 100, 101, 102,
104, 107, 109, 110, 112, 114, 115,
116, 118, 119, 130
alter Mensch 14, 61, 95, 96, 97, 98, 99,
100, 101, 102, 103, 104, 108, 113,
120, 121, 122, 123, 124, 126, 127,
128, 129, 130, 131, 132, 133, 134,
135, 136, 139, 140, 141, 143, 144,
145, 146, 147, 148, 150, 151, 153,
154, 155, 156, 157, 159, 160, 161,
163, 165, 166, 167, 170, 174, 177,
178, 179, 184, 186, 188, 199, 246,
253, 257
Altern 98, 99, 102, 107, 110, 113, 122,
137, 139, 141, 148, 151, 165, 167,
172
altersadäquater Arbeitsplatz 110
Altersgrenze 101
Altersgruppe 158
Alterskrankheit 168, 181, 182, 263
Altersrolle 136, 158
altersspezifische Faktoren 133, 158, 199
Altersstruktur 137, 288
Altersteilzeit 130
Altersversorgung 42, 125, 149
Altersvorsorge 125, 142, 149
ambulante Versorgung 162, 165, 186
Amerikanisierung 3
amtliche Statistik 240
Analyseverfahren 59, 330
Anamnese 213
Andenraum 272
Angst 39
Anomie 59
Anpassung 13, 380
Anschauung 277
Anthropologie 212
Antidiskriminierungsgesetz 100, 108
Antikapitalismus 7
Antike 214
Antisemitismus 58, 383
Apotheke 250
Arbeit 35, 53, 64, 69, 74, 93, 123
Arbeiterkammer 145
Arbeiterklasse 7
Arbeitgeber 73, 110
Arbeitgeberverband 99
232
Arbeitnehmer 103, 117, 119, 162
Arbeitsanforderung 35
Arbeitsangebot 119
Arbeitsbedingungen 13, 18, 35, 64
Arbeitsbelastung 35, 117, 181, 264
Arbeitsbeschaffung 24
Arbeitsförderung 290
Arbeitsgesellschaft 27, 53, 69, 74
Arbeitsgestaltung 98, 99
Arbeitsgruppe 220
Arbeitshaus 310
Arbeitskraft 64
Arbeitslosengeld 17
Arbeitslosengeld II 17
Arbeitslosenunterstützung 16
Arbeitsloser 24, 27, 61, 71, 236, 310
Arbeitslosigkeit 10, 16, 22, 27, 34, 43, 46,
47, 49, 57, 63, 68, 71, 72, 76, 83, 84,
91, 93, 101, 114, 142, 209, 234
Arbeitsmarkt 15, 28, 31, 41, 57, 63, 67,
74, 76, 101, 102, 103, 104, 108, 116,
145, 192, 207, 208, 209, 331
Arbeitsmarktentwicklung 36, 91
Arbeitsmarktpolitik 27, 36, 74, 92
Arbeitsmarkttheorie 63
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 76
Arbeitsorganisation 164
Arbeitsplatz 49
Arbeitsplatzverlust 64
Arbeitspolitik 67
Arbeitsrecht 18
Arbeitsschutz 162
Arbeitssituation 104, 264
Arbeitsteilung 30, 378
Arbeitsverhältnis 31, 35, 41, 89, 92, 93
Arbeitsvermittlung 236
Arbeitsvertrag 67
Arbeitsverweigerung 71
Arbeitswelt 27, 35, 41, 84, 123, 194
Arbeitszufriedenheit 254
Argentinien 352
Argumentation 206, 248, 318
Armut 2, 3, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 14, 15,
16, 17, 19, 21, 22, 23, 25, 26, 27, 28,
30, 34, 36, 37, 38, 39, 41, 42, 43, 44,
45, 46, 47, 48, 50, 51, 52, 53, 54, 56,
57, 58, 59, 61, 62, 65, 66, 67, 68, 70,
73, 74, 75, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 84,
86, 87, 88, 89, 90, 92, 93, 145, 153,
Sachregister
178, 209, 216, 309, 310
Armutsbekämpfung 2, 3, 12, 32, 47, 59,
61, 62, 70, 78, 81, 85, 309
Arzneimittel 235, 292
Arzt 177, 212, 232, 248, 259, 264, 266,
267, 268, 270
Arzt-Patient-Beziehung 212, 213, 223,
232, 237, 238, 248, 254, 259, 260,
264, 266, 267, 268, 269, 270
Asien 117, 159, 225, 284, 296, 300, 305,
359
Assoziation 252
Ästhetik 357
Ätiologie 289
Attentat 356
Aufenthaltserlaubnis 321
Aufmerksamkeit 220
Aufsichtsbehörde 177
Ausbeutung 23, 360
Ausbildung 176, 209
Ausbildungschancen 208
Ausbildungsplatz 49, 208
Ausgaben 91
Ausländer 86, 321, 341, 347, 355
Ausländerfeindlichkeit 58, 176, 383
Auslandseinsatz 225
außergerichtliche Einigung 365
außerschulische Bildung 198
Authentizität 48
Autismus 190
B
Baden-Württemberg 211, 350
Baltikum 71, 295, 382
Bayern 51, 205
Bedrohung 83
Bedürftigkeit 51, 78
Befragung 138, 349
befristetes Arbeitsverhältnis 103
Begriff 64, 82, 91, 169, 176, 193, 205,
236, 237, 270, 307
Begriffsbildung 82
Behindertenhilfe 197, 199, 200, 205
Behindertenorganisation 202
Behinderter 189, 193, 194, 195, 200, 202,
204, 206, 208, 209, 224
Behinderung 188, 189, 192, 193, 194, 195,
196, 198, 201, 202, 203, 204, 205,
206, 207, 209
Sachregister
Beihilfe 257
Belastbarkeit 231, 242
Belastung 117, 230, 383
Belegschaft 96, 109
Belgien 115, 287, 293
Benachteiligtenförderung 38
Benachteiligung 8, 10, 25, 38, 194, 209,
216, 301, 332, 389
Benjamin, W. 7
Beratung 110, 176, 203, 269, 351
Bericht 81
Berichterstattung 26, 34, 68, 240, 244,
277, 284, 321
Berlin 61, 74, 77, 338, 377
Beruf 87, 207, 211
berufliche Integration 101, 196, 207
berufliche Rehabilitation 193, 290
berufliche Reintegration 290
berufliche Weiterbildung 112, 115, 176,
186, 290
Berufsanfänger 207
Berufsaussicht 13, 208
Berufsbild 187
Berufsbildung 194, 209, 332
Berufserfahrung 71
Berufsgenossenschaft 99
Berufsgruppe 308
Berufswandel 9, 117, 149
Beschaffung 280
Beschäftigungsentwicklung 116
Beschäftigungsfähigkeit 13, 112
Beschäftigungsförderung 115
Beschäftigungsform 46, 49, 64, 103
Beschäftigungspolitik 22, 63, 101
Beschäftigungssituation 92, 104, 116, 208
Beschäftigungssystem 116
Bestandsaufnahme 205, 249, 259, 291,
308, 309, 331, 372, 381, 387
Best Practice 99
Betreuung 94, 168, 180, 205, 350, 388
Betreuungsrecht 180
Betrieb 31, 99, 104, 107, 112, 114, 115,
118, 149, 162
betriebliche Sozialpolitik 114
Betriebsrat 31, 118
Betroffener 44, 82, 299
Beurteilungskriterium 98
Bevölkerung 44, 134, 220, 379
Bevölkerungsentwicklung 14, 104, 107,
233
113, 130, 132, 134, 151
Bevölkerungsstatistik 134
Bevölkerungsstruktur 130, 134
Bewährung 370
Bewährungshilfe 350
Bewohner 44
Bewusstsein 69, 266, 286
Bewusstseinsbildung 189
Bezugsgruppe 341
Bildung 34, 44, 68, 81, 123, 157, 189, 198,
206, 374
Bildungsabschluss 15, 87, 157
Bildungsangebot 6, 203
Bildungsbedarf 112
Bildungsbeteiligung 203
Bildungseinrichtung 55, 387
Bildungsforschung 332
Bildungsniveau 75
Bildungspolitik 206, 209
Bildungsprogramm 55
Bildungstheorie 140
Bildungswesen 55, 194, 201
Biographie 89, 111, 123, 125, 140, 155,
160, 223, 239, 251, 264, 276, 315
biographische Methode 223
Biologie 148, 387
biologische Faktoren 245, 281
Biomedizin 281
Biopolitik 276
Biowissenschaft 353
Bisexualität 278, 379, 384
Boulevardpresse 380
Bourdieu, P. 7, 35, 126
Bremen 226, 373
Bundesagentur für Arbeit 91
Bundesgerichtshof 321
Bundesland 381, 388
Bundesverfassungsgericht 17
Bundeswehr 225
Bürger 73, 91, 127
bürgerliche Gesellschaft 62, 77
Bürgernähe 240
Bürgerrecht 318
bürgerschaftliches Engagement 3, 113,
121, 155, 174, 182
Bürgerversicherung 3
Burnout 242, 243
Bürokratie 260
234
C
Caritas 205
Chancengleichheit 75, 317
Chat 308, 348
chemische Industrie 118
Chile 272
Christentum 77, 237, 359
chronische Krankheit 29, 157, 223, 265
Computerspiel 126, 282, 308, 366
computervermittelte Kommunikation 271
Coping-Verhalten 25, 33, 111, 181, 228,
230, 251, 323
D
Dänemark 28, 115, 159
Daten 138, 235, 298
Datenaufbereitung 240, 277
Datenbank 240
Datenerfassung 26
Datengewinnung 240
Dauer 105
Dauerarbeitslosigkeit 27, 68
DDR 22, 368
Definition 169
Deliberation 86
Delikt 300, 353, 376
Delinquenz 75, 289, 313, 324, 325, 326,
327, 330, 346, 347, 353, 361, 367,
368, 370, 373
Demographie 134
demographische Alterung 101, 104, 113,
115, 117, 124, 130, 134, 145, 147,
158, 163, 165, 168, 171, 199, 238
demographische Faktoren 28, 129, 134,
148, 149, 227, 288
demographische Lage 134
Demokratie 133, 147
Denunziation 380
Depression 35, 83, 117, 167, 253, 263,
272
Deprivation 50, 58, 309
Deregulierung 13, 18, 74, 84, 103
Determinismus 353
Deutung 266, 303, 307
DFG 34
Diagnose 169, 263, 268
Dialektik 248
Didaktik 206
Dienstleistung 76, 164, 176, 254, 338
Sachregister
Dienstleistungseinrichtung 120
Dienstleistungsunternehmen 164
Differenzierung 8, 40, 67, 192
Digitalisierung 131, 147
Diskriminierung 23, 95, 97, 100, 102, 108,
120, 130, 189, 209, 310, 311, 332,
336, 348, 359, 379, 380
Diskurs 19, 60, 62, 73, 86, 143, 193, 204,
237, 255, 257, 268, 296, 320, 360,
380
Diskursanalyse 268
Distinktion 126
Doing Gender 344
Dominanz 347
Dorf 321
dritte Generation 332
Dritte Welt 5
Droge 279, 285, 286, 288, 289, 299, 388
Drogenabhängigkeit 281, 289, 300
Drogenberatung 294, 307
Drogenkonsum 197, 279, 280, 283, 286,
287, 293, 294, 295, 298, 299, 304,
331, 355, 367, 368
Drogenkriminalität 296, 302, 305
Drogenpolitik 285, 286, 287, 288, 289,
293, 296, 299, 300, 305
Drogenszene 285, 288
Druckmedien 131, 144, 161, 324
Dunkelziffer 305
Durkheim, E. 41
Dynamik 45, 132, 149, 314
E
Ehe 318
Ehepartner 374
Ehescheidung 216
Ehre 323
Ehrenamt 77, 168, 182
Eifersucht 351
Eigentumsdelikt 367
Ein-Eltern-Familie 9, 88
Einfluss 52, 96, 113, 125, 172, 216, 218,
225, 268, 354, 357
Einkommen 15, 36, 50, 56, 68, 87, 123,
132, 142, 157
Einkommenspolitik 32
Einkommensunterschied 4, 36
Einkommensverhältnisse 22, 36
Einkommensverteilung 50, 52, 68
Sachregister
Einnahmen 91
Einrichtung 205, 220, 236, 244, 288
Einstellung 4, 29, 58, 86, 96, 109, 126,
195, 241, 295, 304, 379, 382, 383
Einstellungsänderung 99
Einwanderung 90
Einzelhandel 89
Eisen- und Stahlindustrie 108
Elias, N. 352
Eltern 206, 230, 295, 306, 378
Elternhaus 347
Elternhaus-Schule 347
Eltern-Kind-Beziehung 242, 243, 341,
342
Emanzipation 192, 259
Emotionalität 273, 338
Empathie 160
Empirismus 277
Empowerment 200, 215, 365, 384
Engagement 44, 113, 121, 155, 174
Engels, F. 7
Entberuflichung 95, 259
Entfremdung 332
Entgrenzung 319
Entmündigung 180
Entscheidung 50, 99, 119, 255, 356
Entscheidungsfindung 238
Entscheidungskriterium 211
Entscheidungsspielraum 125
Entwicklungshilfe 12
Entwicklungsland 225, 272, 296, 305,
352, 359
Entwicklungspolitik 12, 359
Entwicklungspsychologie 291
Epidemiologie 197, 286
Erfahrung 33, 111, 122, 133, 136, 176,
251, 279, 315
Erfolg 38, 65
Erfolg-Misserfolg 370
Erinnerung 122
Erinnerungskultur 140
Erkenntnisinteresse 123
Erkenntnistheorie 240
Erklärung 15, 71, 167, 265, 281, 292, 356,
364
Erleben 251, 272
Ernährung 61, 62, 77, 226
Erosion 73
Erotik 328
235
Erwachsener 251
Erwartung 72, 83, 250, 266
Erwerbsarbeit 43, 46, 47, 56, 67, 76, 89,
93, 108, 113, 117, 132, 155, 192
Erwerbsbeteiligung 105, 209
Erwerbsbevölkerung 117
Erwerbsform 74, 103
Erwerbslosigkeit 209
Erwerbsphase 103
Erwerbstätiger 52, 117
Erwerbstätigkeit 30, 52, 101, 130, 149,
171
Erwerbsunfähigkeit 142
Erwerbsverhalten 105
Erwerbsverlauf 125
Erzählung 349, 366
Erziehung 198, 295, 306
Erziehungsheim 364
Erziehungshilfe 343
Erziehungsstil 347
Erziehungswissenschaft 55, 151
Eskalation 334
Essstörung 251
Este 295
Estland 295, 382
Ethik 231, 237, 257
ethnische Beziehungen 71
ethnische Gruppe 323, 332, 389
ethnische Herkunft 295, 302, 374
ethnische Struktur 302
Ethnographie 73, 140
EU 18, 32, 36, 45, 52, 64, 68, 73, 90, 113,
143, 170, 196, 304, 359, 386
EU-Politik 101, 196
Europa 10, 45, 52, 79, 90, 113, 115, 123,
142, 156, 170, 196, 262, 286, 287,
304, 352
Europäer 26
europäische Integration 26, 196
Europäische Kommission 64, 68
Europäisierung 73, 196
EU-Staat 36, 101
Euthanasie 152, 214
Evaluation 337
evangelische Kirche 183
Event 60
Exklusion 13, 17, 19, 21, 24, 25, 38, 45,
53, 56, 70, 72, 82, 84, 86, 143, 209,
217, 310, 355, 369, 380
236
Experiment 85
Experte 29, 96, 292
Export 296
externe Effekte 331
F
Fachkraft 107
familiale Sozialisation 8, 137, 302
Familie 6, 9, 21, 28, 43, 51, 66, 81, 89,
91, 92, 106, 123, 128, 129, 137, 170,
174, 242, 306, 309, 316, 323, 329,
341, 347, 362, 372, 387
Familie-Beruf 89, 123
Familienangehöriger 175, 232, 383
Familienarbeit 66, 155
Familienhilfe 43
Familienplanung 89
Familienpolitik 17, 43, 88, 92, 372
Familiensituation 301
Familienstand 40
Familienzyklus 106
Fan 334, 336
Farbiger 90
Fehlernährung 5
Feminismus 18, 37, 311, 321, 357, 360
Fernsehen 144, 147, 154, 161
Fettsucht 262
finanzielle Situation 61
Finanzierung 72, 165, 281
Finne 295
Finnland 39, 198
Fiskalismus 91
Fitness 246
Flexibilität 13, 35, 49, 64, 74, 89, 103,
204
Flüchtling 15
Föderalismus 293
Förderungsmaßnahme 203
Förderungsprogramm 81
Fordismus 23
Formalisierung 277
Forschung 34, 47, 76, 123, 138, 167, 233,
281
Forschungsansatz 15, 37, 54, 75, 76, 123,
124, 126, 135, 150, 286, 307, 326,
330, 337, 356, 361, 362, 373, 376
Forschungsdefizit 15, 59, 75, 324, 337,
363
Forschungsergebnis 35, 161, 324, 361,
Sachregister
373, 376
Forschungsgegenstand 59, 324, 326, 330,
361
Forschungsplanung 326, 337
Forschungsschwerpunkt 57
Forschungsstand 57, 59, 144, 150, 156,
161, 211, 308, 321, 330, 334, 362,
363
Forschungsumsetzung 326, 337
Forschung und Entwicklung 233
Fotografie 250
Foucault, M. 62, 276
Fragebogen 228
Frankfurter Schule 35
Frankreich 90, 117, 159, 254, 283, 287
Frau 25, 27, 30, 31, 64, 89, 92, 128, 145,
159, 160, 171, 226, 229, 233, 239,
241, 242, 251, 261, 311, 321, 323,
328, 335, 338, 344, 349, 351, 360,
365, 374, 379
Frauenbewegung 311, 321
Frauenbild 360
Frauenerwerbstätigkeit 30, 64, 92
Frauenforschung 321
Frauenpolitik 18
Freiheit 50, 257, 350
Freiheitsrecht 257
Freiheitsstrafe 315
Freiwilligkeit 121, 155, 174, 273
Freizeit 375
Freizeitbeschäftigung 340
Fremdbestimmung 259
Fremdbild 108
Fremdeinschätzung 122
Fremdheit 86, 377
Freud, S. 237
Freund-Feind-Bild 122
Freundschaft 321
Frieden 345
Fromm, E. 35
Führungskraft 107
Funktionswandel 9
Fürsorge 16, 77, 160, 307, 333
Fußball 328, 334, 336, 345, 352
G
ganzheitlicher Ansatz
Geburt 152
Gedächtnis 167
185
Sachregister
Gefährdung 271, 284, 292, 381
Gehirn 245
Gehörlosigkeit 194
Geisteswissenschaft 130
geistige Behinderung 168, 181, 182, 197,
263
Geld 303, 338
Gemeinde 163, 250
Gemeindearbeit 38, 250
Gemeindeforschung 38
Gemeinschaft 377
Gemeinwesen 38
Gemeinwesenarbeit 38, 44
Generation 110, 118, 126, 136
Generationenverhältnis 97, 118, 123, 128,
136, 137, 148, 150
Generationenvertrag 137
Genetik 245, 262, 387
Gerechtigkeit 4, 12, 40, 50, 67, 118
Gericht 318, 323
Gerontologie 123, 135, 138, 187
Gesamtschule 198
Gesamtwirtschaft 91
Geschichtsunterricht 180
Geschichtswissenschaft 180
Geschlecht 27, 30, 37, 54, 59, 68, 92, 313,
315, 338, 341, 344, 351, 362, 368,
374, 376
Geschlechterforschung 37, 59, 233, 313
Geschlechterverhältnis 30, 59, 89, 92
Geschlechtsrolle 59, 314, 328
geschlechtsspezifische Faktoren 25, 40,
42, 59, 151, 155, 178, 218, 226, 251,
280, 288, 313, 314, 347, 357
geschlossene Anstalt 355
Geschwister 128
Gesellschaft 3, 34, 46, 53, 77, 90, 130,
137, 171, 192, 195, 204, 231, 237,
249, 291, 316, 346, 347, 376, 377,
379
Gesellschaftsbild 48, 67
Gesellschaftskritik 18, 23, 122
Gesellschaftspolitik 18, 30, 34, 257
Gesetz 331
Gesetzgebung 91, 285, 318
gesetzliche Krankenversicherung 145,
187
gesetzliche Regelung 187, 257, 372, 379,
381
237
Gespräch 238, 248, 269
Gesprächsführung 248, 269
Gestaltung 62, 125
Gesundheit 3, 40, 44, 49, 64, 80, 87, 117,
145, 148, 151, 157, 172, 178, 215,
216, 223, 241, 242, 243, 246, 262,
266, 274, 278, 284
gesundheitliche Folgen 40, 49, 64, 87, 117,
216, 292, 301
Gesundheitsberuf 186, 221
Gesundheitsdienst 249
Gesundheitserziehung 275
Gesundheitspolitik 40, 87, 136, 178, 238,
240, 250, 261, 263, 285, 288, 292,
293
Gesundheitsschaden 292
Gesundheitsverhalten 87, 241, 261
Gesundheitsversorgung 238, 268
Gesundheitsvorsorge 44, 64, 99, 162, 241,
246, 249, 261, 262, 275
Gesundheitswesen 87, 187, 211, 238, 240,
249, 250, 259, 262, 339
Gesundheitszustand 29, 157, 211, 243, 253
Gewaltbereitschaft 58, 312, 313, 316, 334,
341, 346, 352, 366, 369, 380
Gewaltkriminalität 280, 291, 365, 370
Gewaltmonopol 312, 380
Gewerkschaft 99
Ghetto 90
Glaube 231
Gleichbehandlung 195, 321, 379
Gleichberechtigung 195
gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft 318, 321, 329, 378
Gleichheit 195, 206, 374
Gleichstellung 101, 196
globaler Wandel 9
Globalisierung 73, 90, 309
Glück 151
Glücksspiel 303, 308
Goffman, E. 71
Gouvernementalität 54, 62, 276
Governance 164
Gramsci, A. 7
Grenzgebiet 386
Griechenland 39
Großbritannien 42, 50, 84, 106, 116, 178,
250, 286, 300, 349, 352
Großstadt 129, 253, 261, 302
238
Großveranstaltung 345
Grounded Theory 111, 341
Grundsicherung 4, 32, 35, 74
Grundversorgung 85
Gruppe 220, 267, 341, 377, 383
Gruppentherapie 294
Gutachten 169, 370
H
Habermas, J. 35
Habitus 7, 89, 126
Hamburg 343
Handel 296, 299
Handlung 181, 266
Handlungsfähigkeit 13, 50, 221, 264
Handlungsorientierung 240
Handlungsspielraum 25, 358
Handlungstheorie 211, 334, 356
Hartz-Reform 16, 17, 19, 24, 57, 63, 74,
91, 93, 310
Harzregion 121
Hauptschule 373
Haushaltseinkommen 52
häusliche Gewalt 177, 184, 323, 351, 365
häusliche Pflege 170, 184, 215
Heidegger, M. 237
Heilung 281, 286
Heim 165, 177, 372
Heimbewohner 166, 200
Heimkind 372
Heimunterbringung 372
Heirat 216, 323
Herkunftsland 15
Hermeneutik 270
Herrschaft 37, 54, 313
Herzinfarkt 117
Herzkrankheit 223, 253, 263
Heterogenität 147
Hierarchie 87, 355
Hilfeleistung 29, 61, 78, 128, 170, 307
Hilfsbedürftigkeit 61, 78
Hilfsorganisation 51, 78, 177
Hirnschädigung 167
historische Analyse 159, 202, 321, 374
historische Entwicklung 1, 4, 12, 16, 23,
28, 32, 48, 50, 57, 76, 77, 79, 84, 87,
90, 180, 192, 193, 214, 240, 259,
279, 283, 287, 303, 304, 311, 357,
381, 386, 387
Sachregister
historischer Materialismus 7
Hochschule 220, 236, 368
Homosexualität 93, 274, 278, 311, 318,
321, 328, 335, 344, 349, 357, 359,
363, 374, 377, 379, 384
Hooligan 352
Hörbehinderung 194
Hörfunk 127, 161
Hospiz 145, 185, 231
Humanisierung 372
Hunger 5, 77
Hysterese 126
I
Idealtypus 277
Identifikation 72, 345, 357
Identität 38, 213, 224, 268, 313, 325, 332,
341, 344
Identitätsbildung 72, 274, 357
Ideologie 82, 380
Ideologiekritik 312
illegale Beschäftigung 360
illegale Einwanderung 73
Illegalität 279, 299
Impfung 241
Implementation 97, 176, 195
Inanspruchnahme 230
Index 225
indigene Völker 384
Indikator 247
Individualisierung 21, 48, 125
industrielle Beziehungen 118
Industrie- und Handelskammer 107
Infektionskrankheit 218, 275, 276, 278
Information 215, 267, 276
Informationsgesellschaft 141
Informationsgewinnung 267
Informationsmittel 176
Informationspolitik 262
Informationsquelle 261
Informationsstand 230, 266
Informationssystem 240
Informationstechnologie 140, 215
Informationsverhalten 146
Infrastruktur 121, 163
Inhaltsanalyse 284
Inklusion 38, 82, 86, 189, 192, 203, 206
innere Sicherheit 24, 296, 310, 371
Innovation 99, 233
Sachregister
Input 246
Input-Output-Analyse 246
Inserat 344
Institution 358, 360
Institutionalisierung 78, 358, 372
institutionelle Faktoren 1, 14, 52, 307,
339
institutioneller Wandel 9
Institutionstheorie 339
Instrumentalisierung 82
Instrumentarium 38, 115, 169
Inszenierung 13, 144, 320
Integration 72, 81, 122, 192, 195, 288,
358, 375, 383
Integrationskonzept 358
Integrationsstrategie 358
Intensivmedizin 214, 231
Interaktion 140, 177, 221, 248, 254, 270,
303, 313, 338, 353
Interaktionsmuster 215
interaktive Medien 126, 147, 282
Interdependenz 125
interdisziplinäre Forschung 135, 312, 387
Interessengruppe 124, 318
Interessenkonflikt 4, 250
Interessenlage 250
Interessenvertretung 86
internationale Politik 359
internationaler Vergleich 1, 10, 26, 32, 33,
39, 42, 50, 52, 106, 115, 155, 159,
170, 178, 182, 187, 196, 198, 202,
218, 254, 261, 262, 272, 280, 284,
287, 291
internationale Zusammenarbeit 289, 305
Internet 131, 141, 147, 154, 204, 238,
267, 271, 308, 344, 348
interpersonelle Kommunikation 191, 248
Intervention 53, 62, 72, 265, 281, 334
Intimität 128, 213
Invalidität 142
Inzidenz 253
Iran 296
Irland 286
islamische Gesellschaft 359
Italien 154, 170, 285, 287
italienischsprachige Schweiz 261
J
Japan
117, 159, 284
239
Journalismus 262
Jugend 75, 217, 312, 313, 317, 324, 325,
326, 327, 330, 337, 353, 361, 362,
367, 368, 371, 373, 376, 380
Jugendarbeit 312, 317, 325, 327
Jugendforschung 312
Jugendgericht 312
Jugendhilfe 14, 65, 317, 327, 333, 343
Jugendkultur 336, 382
Jugendlicher 14, 29, 39, 44, 49, 61, 71, 75,
155, 198, 203, 208, 217, 234, 235,
271, 275, 280, 282, 291, 295, 298,
300, 301, 308, 309, 314, 315, 316,
322, 332, 337, 340, 341, 347, 355,
361, 362, 366, 368, 370, 377, 382,
383, 387, 388, 389
Jugendsozialarbeit 14
Junge 280, 343, 347
junger Erwachsener 49, 208, 209, 217,
285, 295, 315, 370
Justiz 177, 317, 325, 358
Justizvollzugsanstalt 388
K
Kampagne 320
Kanada 254
Kant, I. 270
Kanton Basel-Stadt 347
Kanton Bern 311
Kanton Graubünden 321
Kanton Zürich 288
Kapital 45, 322
Kapitalismus 7, 18, 23, 35, 41, 46, 48, 59,
93, 136
Kärnten 369
Karriere 111
Kategorie 268
Kaufkraft 386
kaufmännischer Beruf 89
Kind 9, 39, 44, 61, 65, 80, 129, 191, 198,
203, 206, 210, 230, 235, 282, 301,
306, 308, 309, 329, 333, 340, 342,
372, 387
Kinderlosigkeit 9, 30
Kinderpflege 309, 372
Kinderschutz 309, 372
Kinderwunsch 89, 239, 378
Kindeswohl 206, 333
Kindheit 366, 370
240
Kirche 231
kirchliche Sozialarbeit 173
Klassengesellschaft 19
Klassenherrschaft 82
Klassifikation 37, 243, 277
Kleinbetrieb 107, 110, 115
Klient 213
Klima 375
Klimawandel 9
Kognition 194
Kohortenanalyse 218, 375
Kolonialismus 357
Kolonie 359
Kombilohn 32
Kommerzialisierung 259
Kommission 86
Kommunalpolitik 24, 81, 121, 122, 240,
310
Kommunikation 154, 215, 248, 254, 262,
270, 386
Kommunikationsfähigkeit 194
Kommunikationsforschung 126, 135, 150,
156
Kommunikationsraum 81
Kommunikationstechnologie 140
Kommunikationstheorie 270
Kommunikationsverhalten 248
kommunikative Kompetenz 221, 269
kommunikatives Handeln 221
Kommunitarismus 62
Kompensation 157
Kompetenz 155, 176, 215, 259
Konditionierung 252
Konfliktlösung 369
Konstrukt 101
Konstruktion 268
Konsum 36, 53, 69, 136, 154, 156, 285,
288, 294, 300, 338, 340
Konsumgesellschaft 53
Konsumverhalten 148
Kontrolle 279, 299, 303, 324, 371
Kontrolltheorie 373
Konvention 189, 203
Konvergenz 159
Konzentrationslager 310
Konzeption 12, 28, 36, 63, 72, 74, 112,
167, 176, 205, 275, 276, 281, 307,
309, 339
Kooperation 44, 212, 236
Sachregister
Körper 213, 217, 224, 338
Körperbehinderung 191, 224
Körpergewicht 217
körperliche Bewegung 246
Körperlichkeit 213
Kosten 91, 187, 219, 238, 260
Kosten-Nutzen-Analyse 249, 331, 356
Kraftfahrzeugindustrie 118
Krankenhaus 177, 211, 212, 224, 227, 230,
231, 236, 244, 254, 260, 264, 381
Krankenkasse 238, 246
Krankenpflege 162, 219
Krankenpfleger 254
Krankenschwester 264
Krankheit 44, 87, 117, 142, 151, 167, 178,
218, 223, 228, 237, 239, 241, 251,
253, 257, 261, 262, 263, 265, 266,
269, 273, 287, 288, 381
Krankheitsverlauf 223, 230, 256
Kreativität 73, 148, 151, 233
Krebs 219, 226, 228, 229, 232, 241, 261,
263, 264, 269
Kreis 58
Kreislaufkrankheit 253, 263
Krieg 237, 296, 387
Kriminalisierung 75, 79, 279, 283, 305,
310, 317, 324, 325, 326, 327, 367
Kriminalität 58, 75, 279, 280, 289, 291,
313, 316, 317, 320, 324, 325, 326,
327, 330, 331, 332, 337, 339, 346,
353, 361, 362, 364, 367, 368, 371,
373, 376, 388, 389
Kriminalpolitik 304, 317, 324, 325, 327,
337, 358, 361, 367, 371
Kriminalsoziologie 75, 317, 324, 325, 326,
327, 330, 337, 361, 371, 373
Kriminologie 75, 317, 324, 325, 326, 327,
330, 337, 353, 361, 362, 371, 373
Krise 5, 67, 69, 77, 89
Kritik 7, 167, 321, 372
Kultur 48, 167, 303, 319
Kulturangebot 154
kulturelle Faktoren 167, 170, 272, 295,
352
Kulturwandel 9
Kulturwissenschaft 326
Kundenorientierung 13
künstliche Befruchtung 152
Sachregister
L
Labeling Approach 364
Laie 215
Länderkompetenz 388
ländlicher Raum 121, 129, 163
Längsschnittuntersuchung 298
Lateinamerika 272, 352
Leben 74, 257, 319
Lebensbedingungen 8, 44, 46, 68, 89,
158, 163, 194, 332, 382
Lebenserwartung 68, 87, 105, 130, 134,
178, 194, 218, 249
Lebensgemeinschaft 216, 329, 379
lebenslanges Lernen 151, 189, 203
Lebenslauf 13, 21, 22, 25, 89, 95, 105,
123, 125, 137, 142, 155, 160, 166,
178, 216, 223, 327, 364, 373
Lebensmittel 61, 65, 77
Lebensperspektive 27, 199
Lebensqualität 6, 10, 26, 34, 35, 41, 145,
158, 166, 179, 199, 200, 249
Lebenssinn 151, 160, 199
Lebenssituation 10, 21, 25, 27, 29, 35, 88,
92, 135, 151, 158, 166, 199, 224,
323
Lebensstandard 194
Lebensstil 40, 151, 159, 194, 283, 292
Lebensunterhalt 386
Lebensweise 27, 37, 92, 93, 158, 199,
329, 378
Lebenswelt 44, 69, 81, 141, 176, 213, 340
Lebenszyklus 67, 105, 133, 160
Legalisierung 305, 318
Legitimation 78, 281, 380
Legitimität 40, 257
Lehrer-Schüler-Beziehung 347
Lehrmittel 221
Leiharbeit 18, 49, 103
Leistung 118, 164
Leistungsfähigkeit 104, 115
Leistungsgesellschaft 263
Leitbild 84, 95, 127, 143, 167, 238
Lernbehinderung 209
Lernen 364
Lernfähigkeit 112
Lernprozess 252
Lesen 154
Liberalisierung 18
Liebe 321
241
lineares Modell 68
Litauen 71
Logistik 176
Logopäde 221, 269
Lohn 67, 118
Lohnabhängiger 45
Lohnarbeit 19, 74, 76, 90
Lohnpolitik 22
lokale Öffentlichkeit 127
M
Macht
26, 37, 62, 96, 118, 124, 254, 276,
338, 351, 357
Mädchen 280, 341, 376
Makroebene 52
Managed Care 164
Management 98, 99, 107, 164, 183, 358
Managing Diversity 97, 109
Mann 27, 30, 31, 37, 75, 83, 92, 93, 226,
274, 278, 314, 328, 332, 338, 344,
349, 351, 363, 365, 379
Männlichkeit 30, 59, 83, 237, 313, 314,
328, 357, 363
Marginalität 79, 87, 90, 309, 310
Marketing 13, 97, 144
Markt 78, 117, 142, 174
Marktwirtschaft 13, 22, 93
Marx, K. 7
Marxismus 7
Masse 345
Massenkommunikation 156
Massenmedien 131, 161, 262
Maßnahme 120, 290, 333, 385
Maßregelvollzug 381
Mecklenburg-Vorpommern 241
Mediation 369
Medien 19, 127, 135, 140, 141, 144, 147,
150, 154, 156, 161, 262, 277, 316,
320, 321, 324, 340, 354, 366
Medienkompetenz 8, 127, 135, 141, 150,
154, 156
Medienkultur 140
Medienpädagogik 8, 127
Medienverhalten 131, 140, 340
medizinische Rehabilitation 228, 243
medizinische Versorgung 29, 178, 185,
186, 213, 224, 247, 250, 258, 259,
269, 381
medizinisch-technisches Personal 186
242
Medizinsoziologie 233, 269, 270
Medizintechnik 237
Mehrebenenanalyse 58, 92
Mehrgenerationenfamilie 150
Mensch 180, 257, 268, 328
Menschenbild 32, 62
Menschenhandel 360
Menschenrechte 5, 189, 203, 359, 360
Menschenrechtsverletzung 5
Menschenwürde 231, 257
Messung 50, 375
Methode 37, 50, 59, 68, 180, 249, 330,
337
methodologischer Individualismus 211,
334
Metropole 90
Migrant 15, 52, 75, 176, 178, 201, 332,
355, 377, 383
Migration 6, 15, 82, 242, 323
Migrationspolitik 15
Mikroebene 52, 132, 356
militärische Intervention 296
Minderheit 377, 379, 389
Mindesteinkommen 67
Mindestlohn 32
Mischarbeit 74
Misshandlung 333
Mitarbeiter 104
Mitgliedschaft 383
Mittelbetrieb 107, 110, 115
Mobbing 348
Mobilität 76, 129, 158
Modell 50, 345, 356, 374, 385
Modellversuch 51, 350
Moderne 167, 255, 292, 377
Moral 24, 85, 324, 326, 376
moralisches Urteil 85, 326
Morbidität 197
Motivation 48, 94, 122, 146, 236, 273,
358, 363
Mündigkeit 238, 270
Musik 357
Muslim 302, 377
Mutter 51, 242, 243, 342
Mythos 48
N
Nachbarschaft 38, 90
nachhaltige Entwicklung 81
Sachregister
Nachkriegszeit 76
Nachrichten 147
Nahost 296, 300
Nahrungsmittel 5, 51, 61, 77
nationale Politik 196, 202
Nationalismus 237
Nationalität 341
Nationalsozialismus 310
Nationalstaat 26, 73
Naturwissenschaft 233, 353
Neoliberalismus 3, 7, 18, 21, 32, 59, 62,
84, 93, 276
Neopositivismus 277
Netzwerk 44, 176, 283, 358
neue Bundesländer 4, 22, 89, 121, 122,
127, 368
neue Medien 156, 161
neue Technologie 154
Neurologie 167, 353
neuronales Netz 353
Neurophysiologie 190, 353
nichteheliche Lebensgemeinschaft 216
Niederlande 39, 115, 159, 261, 287, 299
Niedersachsen 65, 107, 302, 343
Niedrigeinkommen 9, 18
Niedriglohn 9, 39
Niedriglohnland 19
Niedrigqualifizierter 30, 39, 52, 75
Nordamerika 1, 33, 39, 70, 90, 117, 123,
144, 155, 156, 157, 159, 178, 187,
202, 238, 254, 262, 284, 318, 337,
351, 364, 366, 374, 384
Nordeuropa 170
Nordrhein-Westfalen 129, 219, 227, 389
Norm 118, 291, 328, 355, 364
Normalarbeitsverhältnis 27, 31, 41, 74, 82
Normalisierung 54, 59, 93, 193, 224, 276,
292
Normalität 25, 192, 200, 203, 204
Normativität 100, 108
Norwegen 142
Notlage 187
Nutzen 249
O
Obdachlosenhilfe 25, 310
Obdachlosigkeit 20, 25, 29, 94, 383
öffentliche Förderung 115
öffentliche Kommunikation 86, 255
Sachregister
öffentliche Meinung 2, 359
öffentliche Ordnung 24
öffentlicher Dienst 31
Öffentlichkeit 8, 271, 312, 320, 380
ÖGB 145
Okkultismus 319
Ökologie 5
Ökonomie 6, 260
ökonomische Entwicklung 28, 57
ökonomische Faktoren 58, 303, 331
ökonomischer Wandel 9, 149
Ökonomisierung 4, 62, 78, 259
Online-Medien 344
Ontologie 37
Operation 269
Opfer 177, 351, 355, 365
Organisationen 65
Organisationstheorie 164
organisatorischer Wandel 9
organisierte Kriminalität 289, 299, 305
Organtransplantation 223, 233, 237
Ostasien 117, 159, 284
Österreich 32, 47, 104, 108, 115, 145,
170, 201, 202, 289, 319, 340, 365,
369
Osteuropa 45, 79
P
Pädagoge 375
Pädagogik 206, 388
pädagogische Förderung 191
pädagogisches Konzept 208
Pädophilie 343
Pakistan 296
Palliativmedizin 185, 258
Paradigma 4, 38, 61, 192
Parallelgesellschaft 332
Parapsychologie 319
Partei 124
Partizipation 38, 41, 44, 124, 140, 179,
189, 199, 215, 233, 238, 242, 243
Partnerbeziehung 216, 365, 374
Partnerschaft 6, 216, 374, 378
Partnerwahl 344
Pathologie 292
Patient 72, 185, 211, 212, 214, 215, 219,
220, 221, 224, 227, 229, 232, 233,
244, 247, 248, 249, 250, 252, 254,
255, 259, 260, 262, 264, 265, 266,
243
267, 269, 270, 272, 273, 381
Patientenrecht 214
Peer Group 291, 341, 362
Pensionierung 106
Persistenz 9
Personal 110, 375, 388
Personalabbau 64
Personalbedarf 388
Personalentwicklung 99, 112, 115
Personalführung 99
Personalplanung 108
Personalpolitik 97, 114, 130
Personalwesen 97
Persönlichkeitsentwicklung 160, 291, 366
Perspektive 36, 80, 178, 318, 388
Pflege 145, 148, 158, 170, 171, 173, 174,
176, 181, 184, 187, 188, 238, 273,
372
Pflegebedürftigkeit 169, 170, 171, 188
Pflegeberuf 171, 187
Pflegedienst 162, 171, 176, 273
Pflegefall 171
Pflegefamilie 372
Pflegeheim 164, 165, 177, 181, 187
Pflegeperson 273
Pflegepersonal 171, 181, 215, 231, 232,
254, 264
Pflegeversicherung 174, 187
Phänomenologie 111
physiologische Faktoren 201
physische Belastung 162, 230
Pluralismus 203, 377
Polarisierung 14, 90
Polen 22, 386
Policy-Ansatz 240
Politik 192, 202, 299, 316
Politikwissenschaft 202
politische Einstellung 124, 284
politische Faktoren 311
politische Integration 196
politische Kommunikation 86, 147
politische Ökonomie 18
politische Partizipation 10, 86, 147, 189
politische Rechte 122
politischer Einfluss 86
politischer Wandel 9
politisches Handeln 371
politisches System 293
politische Struktur 202
244
politische Theorie 12, 371
politische Verfolgung 359
Polizei 177, 305, 325, 334, 339, 361, 368,
389
Polizeieinsatz 334, 389
Popmusik 357
Portal 140
Portugal 39, 279, 287
postindustrielle Gesellschaft 90
postkommunistische Gesellschaft 22, 45,
71, 73, 79, 237
postsozialistisches Land 22, 45, 71, 79,
161, 178, 195, 295, 372, 382, 386
Präferenz 247
Praktikum 49
Prävention 28, 64, 72, 75, 81, 148, 165,
177, 178, 184, 197, 198, 241, 278,
281, 288, 291, 312, 320, 322, 325,
331, 333, 334, 337, 343, 351, 363,
385, 387
Praxis 176, 248, 249
Prekariat 23, 60, 283
Prekarisierung 10, 31, 58, 60, 64, 69, 73,
74, 81, 89, 90, 283
Prestige 108
private Vorsorge 125
Privathaushalt 170, 216
Privatisierung 6, 24, 310
Privatsphäre 6, 213, 328
Privatwirtschaft 31
Proband 375
Problemgruppe 17, 354
Produktion 299
Produktivität 108, 160
Professionalisierung 14, 61, 78, 170, 259,
264, 273
Prognose 256
Programm 70, 81, 236, 294, 299
Proletariat 7
Prophylaxe 165, 230, 275
prosoziales Verhalten 160
Prostitution 338, 360, 363
Protest 192
Protestbewegung 60
Prozess 140, 229, 236
Psyche 338
Psychiatrie 205, 210, 212, 222, 234, 236,
268, 287, 381
psychiatrische Versorgung 381
Sachregister
psychische Belastung 49, 72, 83, 117, 162,
230, 252, 269
psychische Faktoren 49, 201, 243, 286
psychische Folgen 11, 63, 72, 216
psychische Gesundheit 49, 72, 83, 216,
236, 306
psychische Krankheit 35, 83, 91, 201, 222,
239, 245, 256, 268, 297
psychischer Konflikt 315
psychische Situation 222
psychische Störung 190, 210, 222, 234,
236, 252, 289, 297, 306
Psychodiagnostik 222, 272
Psychologe 375
Psychologie 148, 286
psychologische Beratung 269
psychologische Intervention 231
Psychometrie 228
Psychopathologie 245
Psychopharmaka 235, 256
Psychose 212, 256
psychosomatische Krankheit 242
psychosoziale Entwicklung 315
psychosoziale Faktoren 91, 227, 246, 274,
367
psychosoziale Störung 242
psychosoziale Versorgung 182, 227, 229
Psychotherapie 130, 197, 212, 236, 381
Public Health 240, 258
Q
Qualifikation 13, 27, 57, 112, 115, 186,
209, 273, 358
Qualifikationsanforderungen 186
Qualifikationsniveau 27, 30
Qualifikationswandel 9
qualitative Methode 111, 349
qualitatives Interview 270
Qualitätssicherung 173, 183, 187, 221,
233, 238, 244, 247
R
Rahmenbedingung 28, 43, 125, 148, 155,
181, 187, 303
Randgruppe 86, 310, 319, 340, 389
Rasse 374
Rassismus 58, 383
Rational-Choice-Theorie 211, 356
Rationalisierung 18
Sachregister
Rationalität 276, 356
Rauchen 226, 280, 300
Rawls, J. 12, 50
Recht 189, 360
rechtliche Faktoren 188, 351
Rechtsanspruch 189, 203
rechtsextreme Partei 122
Rechtsgrundlage 303, 318
Rechtspolitik 257, 293
Rechtsradikalismus 3, 14, 336
Rechtsstaat 371
Rechtsstreit 318
Rechtstatsache 388
Rechtstatsachenforschung 388
Reflexivität 8
Reform 63, 124, 132, 155, 372
Regelung 381
Regierung 62
Regime 66
Region 14, 26
regionale Entwicklung 6, 26, 129
regionale Faktoren 6, 58, 211
regionale Herkunft 211
regionaler Unterschied 163
regionaler Vergleich 129
Regionalwirtschaft 107
Regulierung 19, 66
Rehabilitationseinrichtung 224
Reichtum 19, 48, 81
Reinigungsberuf 64
Reintegration 331
Reizverarbeitung 245
Rekrutierung 363
Reliabilität 228
Religion 231, 237, 359, 387
Renaissance 259
Rente 105, 132, 198
Rentenanpassung 149
Rentenversicherung 110, 125, 132, 142,
145
Rentner 147
Reorganisation 64
Repräsentation 86, 161, 240
Repression 283, 380
Reproduktion 89, 92
Resozialisierung 331, 358, 364, 370, 375,
381, 388
Ressourcen 15, 72, 249
Revision 82
245
Rezeption 135, 147, 150, 156, 161
Rezipientenforschung 220
Rheinland-Pfalz 158, 290
Rhetorik 360
Risiko 1, 6, 15, 28, 40, 41, 52, 68, 89, 103,
142, 184, 209, 225, 226, 241, 245,
246, 253, 268, 278, 292, 306, 370
Risikoabschätzung 241, 370
Risikoverhalten 197, 274, 283, 317, 327,
330, 353, 361, 367, 376
Ritual 213, 319, 386
Rockmusik 357
Rolle 78, 111, 250, 266, 270, 308, 386
Rollenspiel 386
Rollenwandel 9, 111
Ruhestand 105, 106, 111, 114, 119, 123
Ruhrgebiet 176, 253
Russe 295
Russland 178, 195, 372, 386
S
Sachsen 14
Sachsen-Anhalt 127, 264
Salutogenese 172, 238
Sanktion 310, 364, 367, 371
Scham 213
Schätzung 68
Schizophrenie 268
Schreiben 349
Schulabschluss 209
Schulbildung 157, 332
Schuld 292
Schule 14, 55, 207, 316, 362, 366, 369,
385
Schüler 176, 201, 206, 346, 347, 348, 369
Schülerin 176, 206
Schulleistung 55
Schulweg 369
Schulwesen 201
Schwangerschaft 292, 301
Schwangerschaftsabbruch 152
Schwarzmarkt 305
Schweden 32, 142, 178, 202
Schweiz 47, 56, 87, 182, 216, 238, 257,
261, 262, 288, 311, 316, 321, 341,
347, 351, 363
Schweizer 341, 347
Seelsorge 231, 388
Segregation 57, 58, 81, 302
246
Sekundäranalyse 235
Selbständiger 45
Selbstbestimmung 151, 179, 188, 192,
199
Selbstbestimmungsrecht 152
Selbstbewusstsein 122
Selbstbild 108, 259, 272, 314, 341
Selbstdarstellung 13
Selbsteinschätzung 39, 228
Selbsterfahrung 349
Selbsthilfe 215, 267
Selbstmord 152, 257, 271, 356
Selbstorganisation 73, 215
Selbstreferenz 140
Selbststeuerung 228
Selbsttherapie 294
Selbstverantwortung 19, 215, 257
Selbstverständnis 311, 384
Selbstwirksamkeit 228
Selektion 273
selektive Wahrnehmung 277
Semantik 19, 277
Serbien 73
Sexismus 58, 383
Sexualdelikt 370
Sexualität 93, 217, 274, 308, 338, 349,
355, 360, 363, 374, 379
Sexualverhalten 217, 278, 338, 349, 363
sexuelle Orientierung 384
sexueller Missbrauch 343
Sicherungsverwahrung 331
Simmel, G. 338
Simulation 132
Skandal 312, 380
SOEP 34
Soldat 225
Solidarität 32, 71, 73, 78, 128, 137, 145,
160
Sonderforschungsbereich 34
Sonderpädagogik 201
Sonderschulbedürftigkeit 201
Sonderschule 191, 192, 201, 203, 206,
373
Souveränität 215
Sozialabbau 19, 21, 40
Sozialarbeit 14, 29, 39, 44, 66, 78, 94,
307, 308, 309, 312, 317, 325, 339,
351, 358, 363, 372
Sozialarbeiter 29, 307, 308, 388
Sachregister
Sozialbericht 34
soziale Anerkennung 118, 121, 274, 312,
377
soziale Bewegung 20, 60, 62, 77, 78, 180
soziale Beziehungen 38, 69, 128, 137, 150,
151, 158, 172, 217, 250, 272, 308,
321, 338, 362
soziale Chance 201
soziale Dienste 170, 177, 188, 309
soziale Differenzierung 6, 45, 56, 79, 201
soziale Einrichtung 166, 200, 309
soziale Einstellung 346, 382
soziale Faktoren 123, 172, 176, 216, 243,
253, 288, 326, 362, 367
soziale Folgen 11, 57, 63, 73, 79, 259, 301,
324, 330
soziale Frage 12, 23, 55, 77
soziale Gerechtigkeit 2, 4, 16, 32, 79, 145
soziale Herkunft 11, 82, 211
soziale Indikatoren 34
soziale Institution 1, 22, 364
soziale Integration 10, 13, 21, 56, 95, 137,
188, 195, 201, 204, 317
soziale Intervention 309
soziale Klasse 11, 23, 30
soziale Kompetenz 13, 155
soziale Konstruktion 78, 143, 268, 313,
320, 339
soziale Kontrolle 307, 313, 336, 339, 351,
361
soziale Kosten 331
soziale Lage 3, 136
soziale Norm 108, 314, 326, 335, 382
soziale Partizipation 11, 121, 127, 139,
207, 317, 340
soziale Position 195, 204, 254
sozialer Abstieg 10, 11, 27, 30, 33, 37, 54,
92
sozialer Aufstieg 82
sozialer Brennpunkt 302
soziale Rechte 18
sozialer Konflikt 314
sozialer Prozess 353
sozialer Raum 14, 57, 81, 203, 302, 303,
362
sozialer Status 6, 226
sozialer Wandel 6, 9, 21, 26, 32, 34, 43,
76, 108, 125, 137, 144, 329
soziale Schicht 30, 40, 79
Sachregister
soziale Schichtung 19, 40
soziale Schließung 56, 340
soziale Sicherung 1, 4, 16, 27, 32, 36, 41,
42, 54, 70, 74, 84, 85, 123, 125, 142,
149, 178, 196
soziales Milieu 301
soziales Netzwerk 95, 128, 172, 179, 242
soziales Problem 3, 24, 29, 46, 47, 75,
193, 195, 207, 224, 307, 313, 316,
317, 320, 324, 326, 327, 330, 339,
353, 361, 362, 367, 369, 373, 376,
389
Soziale Stadt 81
soziales Verhalten 190, 297, 353
soziale Umwelt 253
soziale Ungleichheit 1, 2, 3, 4, 8, 18, 19,
21, 22, 23, 42, 44, 46, 54, 55, 56, 68,
70, 75, 77, 78, 79, 84, 87, 92, 216,
301, 309, 317, 362
soziale Unterstützung 43, 70, 111, 170,
172, 198, 286, 307
soziale Wahrnehmung 161, 316, 320
Sozialforschung 138
Sozialgesetzbuch 169
Sozialhilfe 16, 17, 28, 50, 56, 61, 70, 84,
85, 187
Sozialhilfeempfänger 56
Sozialisation 8, 35, 133, 137, 341, 351,
354, 364
Sozialisationsbedingung 8, 43, 323, 340
Sozialismus 18
Sozialkapital 38, 168, 322
Sozialleistung 28, 192
Sozialmanagement 99
Sozialmedizin 233
Sozialpädagogik 14, 39, 203, 312, 325,
327
Sozialpartnerschaft 32
Sozialphilosophie 312
Sozialpolitik 4, 9, 17, 19, 24, 28, 32, 34,
36, 46, 47, 54, 62, 78, 84, 88, 93, 95,
125, 145, 148, 181, 187, 188, 192,
193, 195, 196, 209, 285, 309, 312,
327, 339
Sozialpsychiatrie 205
Sozialpsychologie 345
sozialpsychologische Faktoren 346
Sozialrecht 16, 95
Sozialstaat 1, 3, 4, 16, 32, 42, 45, 54, 61,
247
62, 67, 77, 93, 145, 193
Sozialstruktur 9, 26, 43, 45, 46, 302, 371
Sozialversicherung 91
Sozialwissenschaft 19, 281, 368, 373, 387
soziokulturelle Entwicklung 193
soziokulturelle Faktoren 286
Soziologie 34, 37, 53, 59, 76, 148, 185,
222, 277
soziologische Theorie 34, 54, 78, 222, 270,
330, 364
sozioökonomische Entwicklung 45
sozioökonomische Faktoren 138, 157, 226,
227, 241, 352
sozioökonomische Folgen 157
sozioökonomisches System 2
Spanien 39
Spätaussiedler 15, 355, 383
SPD 82
Spezialklinik 232
Spiel 147, 289, 303
Spielfilm 308
Spiritualität 319
Sport 226, 246, 328, 345
Sportler 328
Sportpsychologie 345
Sportwissenschaft 111
Sprachbarriere 194
Sprachbehinderung 191
Sprache 100, 194
Sprachgebrauch 344
Sprachwandel 9
Sprechen 269
Staat 22, 66, 71, 174, 189, 380
Staatsangehörigkeit 73
Staatsfunktion 71
Stabilität 228
Stadt 44, 58, 158, 253, 362
Stadtbevölkerung 158, 367
Stadtentwicklung 57, 158
Stadtgebiet 129, 362
Stadtrand 57
Stadtteil 44, 81, 283, 302, 389
Stadtteilarbeit 289
Stakeholder-Ansatz 249
stationäre Behandlung 232, 242
stationäre Versorgung 166, 173, 175, 181,
183
Statistik 180, 277
statistische Analyse 157
248
statistische Methode 50, 68
Steiermark 145
Sterbebegleitung 185, 214, 231
Sterben 185, 212, 231, 232, 237, 255,
257, 319
Sterblichkeit 40, 134, 159, 197, 218, 226,
237
Stereotyp 100, 101, 102, 108, 109, 268,
346
Steuern 52, 91
Steuerpolitik 36
Stichprobe 363
Stigma 217, 332
Stigmatisierung 90, 310, 346, 379, 380
Strafanzeige 344
Strafe 325
Strafentlassung 331, 350, 381
Straffälligenhilfe 350
Straffälliger 75, 346, 361, 370
Strafgefangener 286, 314, 315, 331, 342,
350, 355, 358, 375
Strafrecht 177, 279, 289, 310, 312, 324,
325, 327, 359, 367, 371
Straftat 287, 289, 332, 365, 370
Strafverfahren 367
Strafverfolgung 75, 316, 324, 325, 327,
361, 367, 368, 371
Strafvollzug 289, 314, 315, 325, 331, 342,
355, 361, 375, 381, 388
Strafzumessung 325, 327, 367
strategisches Management 142
Streetwork 29, 389
Stress 83, 181, 379
Strukturmodell 347
Strukturwandel 9, 21, 90, 123, 128, 187
Student 368
Studentin 368
Subjekt 30, 276
Subkultur 355, 387
Suburbanisierung 129
Subversion 357
Sucht 197, 281, 282, 289, 290, 291, 297,
308
Südamerika 272, 352
Südasien 225, 296, 305, 359
Symbol 277, 326
symbolische Politik 371
symbolischer Interaktionismus 270, 364
System 164
Sachregister
T
Tabak 386
Tabakkonsum 159, 284
Tageszeitung 284
Tanz 111
Täter 323, 347, 361, 367
Täter-Opfer-Beziehung 351
Tätigkeitswandel 9, 149
Tausch 338
technischer Wandel 9
Teilzeitarbeit 31, 41, 74
Terrorismus 305, 356, 366
tertiärer Sektor 120
Text 349
Theater 386
Theorie 50, 60, 155, 176, 218, 286, 307,
332, 334, 351
Theoriebildung 59, 60
Theorie-Praxis 14, 38, 53, 176, 240, 361
Therapeut 221
Therapie 191, 197, 221, 224, 232, 235,
263, 266, 269, 276, 282, 289, 341,
375, 381
Therapieerfolg 375
Thüringen 162
Tod 130, 152, 185, 212, 214, 216, 231,
237, 255, 319
Toleranz 176, 379
Tötungsdelikt 323, 366, 387
traditionelle Kultur 377
Training 176
Transferleistung 52, 57, 61
Transformation 22, 48, 73, 79, 276, 357
Transkulturalität 176
Transsexualität 384
Trauma 252
Trend 45, 159, 278, 309
Trinkverhalten 197
Tschechische Republik 161
Türke 332
Typologie 71, 277, 303
U
Überalterung 145
Übergewicht 217, 246
Überlebensstrategie 287
Überproduktion 77
UdSSR-Nachfolgestaat 71, 178, 195, 295,
Sachregister
372, 382, 386
Umverteilung 19, 48, 52, 77
Umweltbelastung 253
Umweltfaktoren 387
Umweltschaden 5
Ungleichheit 14, 55, 68, 159, 178, 201,
309, 374
UNICEF 39
UNO 189, 203, 359
Unterbeschäftigung 91
Unterdrückung 360
Unterernährung 5
Unterhaltung 303
Unternehmen 96, 98, 100, 101, 102, 107,
114, 130
Unternehmenspolitik 118
Unternehmer 73
Unterricht 176
Unterschicht 19, 82
Urbanisierung 129
Ursache 9, 47, 63, 280, 308, 312, 316
Urteil 17, 323
USA 1, 33, 39, 70, 90, 117, 123, 144, 155,
156, 157, 159, 178, 187, 202, 238,
262, 284, 318, 337, 351, 364, 366,
374
Utilitarismus 152
V
Validität 225, 228
Varianzanalyse 68
Vater 51, 242
Verantwortung 66, 257, 292
Verantwortungsethik 257
Verband 53, 328, 334
Verbraucher 69, 288, 300
Verbrechensbekämpfung 289, 305
Verein 334
Verfahren 169, 180
Verfassungswirklichkeit 32
Vergleich 4, 58, 195, 288, 347, 370, 374
vergleichende Politikwissenschaft 90
Verhalten 96, 109, 245, 251, 272, 291,
346, 355, 382, 383
Verhaltensänderung 99, 364
Verhaltensmuster 126, 355
Verhaltensstörung 198, 220, 297, 327,
343, 353
Verhaltenstherapie 294
249
Verkehr 158
Vernetzung 38, 177
Verpflegung 65
Versorgung 164, 182, 220, 250, 372
Verständnis 147, 353
Verstärkung 245
Verstehen 254
verstehende Soziologie 254, 386
Verteilung 48, 67
Verteilungskonflikt 4
Vertrauen 128, 212, 213
Verwaltung 212, 240, 260
Verwandtschaft 128, 175
Video 366
Viktimisierung 369
virtuelle Realität 348
Visualisierung 366
Völkerrecht 189, 359
Volkswirtschaft 91
volkswirtschaftliche Kosten 63, 91
Volontär 273
Vormundschaftsgericht 180
Vorort 90
Vorsorgeuntersuchung 241, 261
Vorurteil 176
W
Wachstum 48
Wahl 124
Wahlbeteiligung 124, 133
Wähler 124, 133
Wahlverhalten 133
Wahrnehmung 2, 4, 109, 130, 190, 241,
254, 272, 286, 296, 375
Wahrnehmungsstörung 286
Waise 309
Wanderungsrichtung 6
Ware 386
Website 215, 271
Weiblichkeit 59, 328, 335, 376
Weimarer Republik 16
Weiterbildung 107, 269, 290
Welt 359
Weltbank 12
Weltbevölkerung 5
Weltbild 62
Weltgesellschaft 5, 359
Werbung 144
Werkstatt 205
250
Wert 85, 152
Wertorientierung 118, 152, 231, 237, 276,
291, 295, 355, 382
Wertsystem 85
Wertwandel 9, 136, 368
Westeuropa 45, 90
WHO 64
Widerstand 7
Wiener Kreis 277
Wirkung 63, 223, 308, 353
Wirkungsforschung 354
Wirtschaft 13, 22, 90, 145, 386
wirtschaftliche Faktoren 153
wirtschaftliche Folgen 1
wirtschaftliche Lage 51
Wirtschaftlichkeit 238
Wirtschaftsentwicklung 14, 22, 58, 130
Wissen 69, 96, 111, 148, 213, 230, 241,
261, 338, 386
Wissenschaft 53, 233, 371
Wissenschaftler 269
Wissensgesellschaft 143
Wohlbefinden 10, 11, 26, 39, 153
Wohlfahrt 34, 70, 142, 170, 179
Wohlfahrtsökonomie 142
Wohlfahrtsstaat 1, 10, 21, 28, 32, 42, 52,
67, 84, 100, 108, 324
Wohlstandsgesellschaft 263
Wohnen 44, 94, 158
Wohnform 200
Wohngebiet 362
Wohnhaus 142
Wohnheim 200, 205
Wohnort 203
Wohnortwahl 129
Wohnumgebung 253
Wohnung 15
Work-life-balance 92, 155
Z
Zeit 142
Zeitarbeit 18
Zeitgeschichte 130
Zeitschrift 60, 277
Zertifizierung 98, 229
Zielgruppe 144, 147, 156, 246
Zielsetzung 43
Zivilgesellschaft 122, 167, 168, 174
Zivilisation 352
Sachregister
Zoll 386
Zufriedenheit 39, 51, 221, 244
Zukunft 39, 130, 238
Zumutbarkeit 377
Zuschauer 334, 345
Zwang 323
Institutionenregister
251
Institutionenregister
arpos institut - Sozialwissenschaften für die Praxis
Bundesinstitut für Berufsbildung -BIBB-
65, 385
112, 115
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung -DIW Berlin- Abt. Staat
Evangelische Fachhochschule Nürnberg
132
294
Fachhochschule Frankfurt am Main, FB 04 Soziale Arbeit und Gesundheit, Institut für Suchtforschung -ISFF- 294
Fachhochschule Hildesheim-Holzminden-Göttingen, Fak. Soziale Arbeit und Gesundheit Standort
Hildesheim 221
Fachhochschule Koblenz, FB Sozialwesen, Institut für Weiterbildung und angewandte Forschung
in der Sozialen Arbeit 290
Freie Universität Berlin, John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien Abt. Soziologie
33
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Fak. für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Institut für Soziologie Lehrstuhl für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie 162
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg, Fak. Sozialwissenschaften
51, 94
GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften Dauerbeobachtung der Gesellschaft
Hochschule Darmstadt, FB Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit
Hochschule Esslingen, Fak. Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege
Hochschule Wismar, Fak. für Wirtschaftswissenschaften
9
44
383
265
Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation -IQPR- GmbH an der Deutschen
Sporthochschule Köln 98
Jacobs University Bremen gGmbH, Jacobs Center for Lifelong Learning and Institutional Development 106
Karlsruher Institut für Technologie -KIT-, Fak. für Wirtschaftswissenschaften, Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion -IIP- 98
Klinik für Tumorbiologie an der Universität Freiburg Institut für Rehabilitationsforschung und
Prävention 228, 229
Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften
107
Medizinische Hochschule Hannover, Zentrum für öffentliche Gesundheitspflege, Forschungs- und
Lehreinheit Medizinische Soziologie 230, 242, 243, 244
Medizinische Hochschule Hannover, Zentrum für öffentliche Gesundheitspflege, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung Stiftungslehrstuhl Prävention
und Rehabilitation in der System- und Versorgungsforschung 258
Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V. -RISP- an der Universität Duisburg-Essen 176
252
Institutionenregister
SÖSTRA Institut für Sozialökonomische Strukturanalysen GmbH 110
Sozialforschungsstelle Dortmund -sfs- Zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Technischen
Universität Dortmund 118
Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg -ifb- 378
Streitkräfteamt Gruppe Wehrpsychologie
225
Universität Bamberg, Fak. Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Professur für Bevölkerungswissenschaft 105, 114
Universität Bayreuth, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für BWL VIII
Dienstleistungsmanagement 120
Universität Bielefeld, Bielefeld Graduate School in History and Sociology -BGHS301
266, 298,
Universität Bielefeld, Fak. für Gesundheitswissenschaften, Arbeitsgruppe 03 Epidemiologie & International Public Health 219
Universität Bielefeld, Fak. für Gesundheitswissenschaften, Arbeitsgruppe 05 Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement 219
Universität Bochum, Fak. für Sozialwissenschaft, Sektion Sozialpsychologie und Sozialanthropologie Lehrstuhl Sozialanthropologie 384
Universität Bochum, Fak. für Sozialwissenschaft, Sektion Sozialpsychologie und Sozialanthropologie Lehrstuhl Sozialtheorie und Sozialpsychologie 20
Universität Bremen, Zentrum für Sozialpolitik
119
Universität Bremen, Zentrum für Sozialpolitik -ZeS- Abt. Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung 88, 165, 215, 235
Universität Bremen, Zentrum für Sozialpolitik -ZeS- Abt. Theorie und Verfassung des Wohlfahrtsstaates 142
Universität Duisburg-Essen Campus Duisburg, Fak. für Gesellschaftswissenschaften, Institut für
Soziologie Forschungsgruppe Sozialkapital 80, 168, 182, 322
Universität Duisburg-Essen Campus Essen, Fak. für Bildungswissenschaften, Institut für Psychologie Labor für Organisationsentwicklung -OrgLab- 173, 183
Universität Duisburg-Essen Campus Essen, Medizinische Fakultät - Universitätsklinikum, Institut
für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie -IMIBE- 253
Universität Duisburg-Essen Campus Essen, Medizinische Fakultät - Universitätsklinikum, LVRKlinikum Essen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie 220, 236
Universität Duisburg-Essen Campus Essen, Medizinische Fakultät - Universitätsklinikum, LVRKlinikum Essen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
210, 234, 256, 297
Universität Düsseldorf, Medizinische Fakultät, Institut für Medizinische Soziologie
117, 253
Universität Freiburg, Philosophische Fakultät, Institut für Soziologie Professur für Kultursoziologie 239
Institutionenregister
253
Universität Halle-Wittenberg, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Wirtschaftswissenschaftlicher Bereich, Institut für BWL Lehrstuhl für BWL, insb. Organisation und
Personalwirtschaft 96, 109
Universität Hannover, Philosophische Fakultät, Institut für Sonderpädagogik Abt. Pädagogik bei
Verhaltensstörungen 198, 343
Universität Heidelberg, Fak. für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften, Deutsch-chilenisches Promotionskolleg "Interkulturelle Ätiologie- und Psychotherapieforschung am
Beispiel der Depression" 272
Universität Heidelberg, Juristische Fakultät, Institut für Kriminologie
350
Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät Heidelberg, Zentrum für Psychosoziale Medizin Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie 272
Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät Mannheim, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Institut für Neuropsychologie und Klinische Psychologie 245, 252
Universität Hildesheim, FB I Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Institut für Psychologie
221
Universität Kassel, FB 04 Sozialwesen, Institut für Sozialpädagogik und Soziologie der Lebensalter Fachgebiet Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit mit älteren Menschen 146, 175
Universität Kassel, FB 04 Sozialwesen, Promotionskolleg "Biographische Strukturierung als kulturelle Praxis" 342
Universität Kassel, FB 15 Maschinenbau, Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement Fachgebiet Arbeitspsychologie 98
Universität Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik und Rehabilitation Professur für Arbeit und berufliche Rehabilitation 208
Universität Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik und Rehabilitation Professur für Pädagogik für Menschen mit Beeinträchtigungen der körperlichen und
motorischen Entwicklung 191
Universität Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik und Rehabilitation Professur für Pädagogik und Didaktik hörgeschädigter Menschen 208
Universität Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik und Rehabilitation Professur für Soziologie, Politik der Rehabilitation, Disability Studies 196
Universität Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Psychologie Professur Sozialpsychologie II 190
Universität Köln, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft -IMVR- 247
Universität Köln, Medizinische Fakultät, Zentrum für Versorgungsforschung Köln -ZVFK-
247
Universität Köln, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Forschungsinstitut für Soziologie 138
Universität Köln, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Graduiertenkolleg SOCLIFE
153
254
Institutionenregister
Universität Magdeburg, Fak. für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, Institut für Erziehungswissenschaft Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik 140
Universität Mannheim, Fak. für Rechtswissenschaft und VWL, Mannheimer Forschungsinstitut
Ökonomie und demographischer Wandel -MEA- 138, 139
Universität Marburg, Graduiertenkolleg 884 "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit: Ursachen, Phänomenologie und Konsequenzen" 181, 346
Universität Münster, FB 03 Rechtswissenschaftliche Fakultät, Institut für Kriminalwissenschaften
298
Universität Oldenburg, Fak. 01 Bildungs- und Sozialwissenschaften, Institut für Sozialwissenschaften Arbeitsgruppe Kultur- und Kommunikationsforschung 275
Universität Oldenburg, Fak. 03 Sprach- und Kulturwissenschaften, Kulturwissenschaftliches Institut - Kunst- und Textil-Medien 384
Universität Rostock, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Institut für Soziologie und
Demographie Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, Makrosoziologie 9
Universität Siegen, FB 02 Erziehungswissenschaft und Psychologie, Fach Psychologie Lehrstuhl
Klinische Psychologie - Beratung, Gesundheit, Prävention 184
Universität Trier, FB III, Fach Politikwissenschaft Lehrstuhl für politische Theorie und Ideengeschichte 86
Universität Trier, SFB 600 Fremdheit und Armut - Wandel von Inklusions- und Exklusionsformen
von der Antike bis zur Gegenwart 86
Universität Tübingen, Juristische Fakultät, Institut für Kriminologie
Universität Vechta, Institut für Gerontologie
350
98, 99, 103, 107, 113
Universität Vechta, Zentrum Altern und Gesellschaft
98, 99, 103, 107, 113, 149, 246
Wissenschaftliches Institut der Ärzte Deutschlands e.V. -WIAD-
186
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH Schwerpunkt Bildung, Arbeit und Lebenschancen Abt. Ungleichheit und soziale Integration 1, 10
Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung an der Evangelischen Hochschule Freiburg
180, 205
179,
ANHANG
Hinweise
257
Hinweise zur Originalbeschaffung von Literatur
Die in der Datenbank SOLIS nachgewiesene Graue Literatur enthält nahezu vollständig einen Bibliotheksstandort zur Erleichterung der Ausleihe; dies gilt auch für einen Teil (40%) der nachgewiesenen Verlagsliteratur. In SOLIS nachgewiesene Zeitschriftenaufsätze sind zu über 60% mit
einem Standortvermerk versehen.
Beschaffung von Literatur über den Deutschen Leihverkehr
Die Standortvermerke in SOLIS (Kürzel, Ort und Sigel der besitzenden Bibliothek sowie Signatur
der Arbeit) beziehen sich auf Bibliotheken, die dem normalen Fernleihverkehr angeschlossen sind.
Sollte die gewünschte Arbeit bei Ihrer örtlichen Bibliothek nicht vorhanden sein, ersparen Ihnen
die Standortvermerke für die Fernleihe („Direktbestellung“) den u.U. sehr zeitraubenden Weg
über das Bibliothekenleitsystem.
Elektronische Bestellungen sind ebenfalls möglich, z.B. über subito - einen bundesweiten Dokumentlieferdienst der deutschen Bibliotheken für Aufsätze und Bücher.
Literaturdienst der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln
Aufsätze aus Zeitschriften, die für SOLIS ausgewertet werden und in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln vorhanden sind, können über den Kölner Literaturdienst (KÖLI) als Kopie bestellt
werden. Diese Aufsätze enthalten den Standortvermerk „UuStB Koeln(38) - Signatur der Zeitschrift“ sowie einen Hinweis auf den Kopierdienst. Die Bestellung kann mit gelber Post, per Fax
oder elektronisch erfolgen
Kosten für den Postversand bis zu je 20 Kopien pro Aufsatz betragen 8,- Euro, für Hochschulangehörige 4,- Euro (bei „Normalbestellung“ mit einer Lieferzeit von i.d.R. sieben Tagen); gegen
Aufpreis ist eine „Eilbestellung“ (Bearbeitungszeit: ein Arbeitstag) oder auch eine Lieferung per
Fax möglich.
Zur Benutzung der Forschungsnachweise
Die Inhalte der Forschungsnachweise beruhen auf den Angaben der Forscher selbst.
Richten Sie deshalb bitte Anfragen jeglicher Art direkt an die genannte Forschungseinrichtung
oder an den/die Wissenschaftler(in).
Das gilt auch für Anfragen wegen veröffentlichter oder unveröffentlichter Literatur, die im Forschungsnachweis genannt ist.
Dienstleistungsangebot der Abteilung
„Fachinformation für Sozialwissenschaften“
Das Dienstleistungsangebot der Abteilung Fachinformation dient der Verbreitung, Förderung und
Fundierung sozialwissenschaftlicher Forschungsergebnisse sowie dem Wissensaustausch auf nationaler wie internationaler Ebene. Gleichzeitig macht die Fachinformation die sozialwissenschaftliche
Forschung des deutschsprachigen Raumes international sichtbar.
Zentrale Aktivitäten sind Aufbereitung, Bereitstellung und Transfer von Wissen durch:
● Konzeption, Aufbau und Pflege von Datenbanken und Serviceangeboten zu Forschungsstrukturen, -aktivitäten und -ergebnissen in den Sozialwissenschaften im deutschsprachigen und östlichen europäischen Forschungsraum und zu wissenschaftsbezogenen chancengleichheitsrelevanten Themen im deutschsprachigen, europäischen und internationalen Rahmen
● Aufbau von und Beteiligung an kooperativen Informationssystemen (Portalen, Themenschwerpunkten, Kommunikationsplattformen und Netzwerken) zur Unterstützung der Wissenschaftskommunikation, insbesondere auf ost-westeuropäischer Ebene und zu wissenschaftsbezogenen
chancengleichheitsrelevanten Themen
● Kontinuierlicher Ausbau der Vernetzung von Informationsangeboten und Services durch Erweiterung und Einbeziehung kompetenter Partner auf nationaler wie internationaler Ebene
● Erstellung servicebasierter Publikationen und Informationsdienste zu ausgewählten Themen in
Kooperation mit der Wissenschaft
● Nationales Referenzzentrum für das Politikfeld „Gleichstellung in der Wissenschaft“ gegenüber
Wissenschaftsorganisationen, Bundes- und Landesministerien, Politik und Medien in Bezug auf
Konzept- und Programmentwicklung, Monitoring und Evaluation von Politiken und Maßnahmen
Basisprodukte der Abteilung sind Informationen über Forschungsstrukturen, -aktivitäten und -ergebnisse, die in Datenbanken aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden. Neben den nachfolgend skizzierten Datenbanken zu sozialwissenschaftlichen Forschungsprojekten und Publikationen
werden Datenbanken mit Informationen zu nationalen und internationalen sozialwissenschaftlichen
Forschungseinrichtungen, Zeitschriften, Netzwerken, Veranstaltungen und Internetquellen aufgebaut und gepflegt. Sie sind Bestandteil einer von GESIS entwickelten und zur Verfügung gestellten
integrierten Suche, die weitere internationale Informationssammlungen und solche externer Partner
mit einbezieht.
Datenbanken
Die von der Abteilung Fachinformation produzierten Datenbanken SOLIS und SOFIS bilden die
Grundlage für den sozialwissenschaftlichen Fachinformationsdienst soFid.
SOFIS (Forschungsinformationssystem Sozialwissenschaften)
Inhalt: SOFIS informiert über laufende, geplante und abgeschlossene Forschungsarbeiten der letzten zehn Jahre aus der Bundesrepublik Deutschland, aus Österreich und der Schweiz. Die
Datenbank enthält Angaben zum Inhalt, zum methodischen Vorgehen und zu Datengewinnungsverfahren sowie zu ersten Berichten und Veröffentlichungen. Die Namen der am Projekt beteiligten Forscher und die Institutsadresse erleichtern die Kontaktaufnahme.
Fachgebiete: Soziologie, Politikwissenschaft, Sozialpolitik, Sozialpsychologie, Psychologie, Bildungsforschung, Erziehungswissenschaft, Kommunikationswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Demographie, Ethnologie, historische Sozialforschung, Sozialgeschichte, Methoden der Sozialforschung, Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie weitere interdisziplinäre Gebiete der Sozialwissenschaften wie Frauenforschung, Freizeitforschung, Gerontologie, Sozialwesen oder Kriminologie.
Bestand der letzten 10 Jahre: rund 47.000 Forschungsprojektbeschreibungen
Quellen: Erhebungen bei Institutionen, die sozialwissenschaftliche Forschung betreiben. In
Deutschland wird die Erhebung von GESIS durchgeführt, in der Schweiz von FORS - der
Schweizer Stiftung für die Forschung in den Sozialwissenschaften. Für Österreich hatte bis
2001 die Universitätsbibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien diese Aufgabe inne; ab
2006/07 wurde diese vom Wiener Institut für Sozialwissenschaftliche Dokumentation und
Methodik - WISDOM - übernommen.
Die Ergebnisse der GESIS-Erhebung werden ergänzt durch sozialwissenschaftliche Informationen fachlich spezialisierter IuD-Einrichtungen sowie von Forschungsförderern; ein nicht
unerheblicher Teil an Ergänzungen wird schließlich durch Auswertung von Internetquellen
sozialwissenschaftlicher Forschungsinstitute gewonnen.
SOLIS (Sozialwissenschaftliches Literaturinformationssystem)
Inhalt: SOLIS informiert über die deutschsprachige fachwissenschaftliche Literatur ab 1945, d.h.
Aufsätze in Zeitschriften, Beiträge in Sammelwerken, Monographien und Graue Literatur
(Forschungsberichte, Kongressberichte), die in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich
oder der Schweiz erscheinen. Bei Aufsätzen aus Online-Zeitschriften und bei Grauer Literatur ist im Standortvermerk zunehmend ein Link zum Volltext im Internet vorhanden.
Fachgebiete: Soziologie, Politikwissenschaft, Sozialpolitik, Sozialpsychologie, Bildungsforschung,
Kommunikationswissenschaften, Demographie, Ethnologie, historische Sozialforschung,
Methoden der Sozialforschung, Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie weitere interdisziplinäre Gebiete der Sozialwissenschaften wie Frauenforschung, Freizeitforschung, Gerontologie oder Sozialwesen.
Bestand: Anfang 2010 ca. 400.000 Literaturnachweise
Jährlicher Zuwachs: zwischen 16.000 und 18.000 Dokumente
Quellen: Zeitschriften, Monographien einschließlich Beiträgen in Sammelwerken sowie Graue Literatur. SOLIS wird von GESIS in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, den Herausgebern der Zeitschrift
für Politikwissenschaft und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung hergestellt. Absprachen über einen regelmäßigen Datenaustausch bestehen darüber hinaus mit dem
Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation in Trier und mit dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt/Main.
Zugang zu den Datenbanken
An nahezu allen Hochschulstandorten sowohl in Deutschland als auch in Österreich und der
Schweiz sind SOLIS und SOFIS in der Bibliothek oder über Institutsrechner für die Hochschulangehörigen frei zugänglich. Des Weiteren stehen SOLIS und SOFIS über von GESIS betriebene Portale
für Recherchen zur Verfügung:
www.gesis.org/sowiport/
SOLIS und SOFIS können im sozialwissenschaftlichen Fachportal sowiport einzeln oder gemeinsam mit 14 weiteren Datenbanken durchsucht werden. sowiport enthält zurzeit folgende Datenbanken:
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Sozialwissenschaftliches Literaturinformationssystem SOLIS
Sozialwissenschaftliches Forschungsinformationssystem SOFIS
Social Science Open Access Repository SSOAR
Literaturdatenbank DZI SoLit des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen
Katalog der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
Katalog des Sondersammelgebietes Sozialwissenschaften der Universitäts- und Stadtbibliothek
Köln
Katalog der Bibliothek des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung
Datenbank GeroLit des Deutschen Zentrums für Altersfragen
Publikationen der Bertelsmann Stiftung
ProQuest-CSA-Datenbanken (im Rahmen von DFG-Nationallizenzen): Sociological Abstracts,
Social Services Abstracts, Applied Social Sciences Index and Abstracts, PAIS International,
Worldwide Political Science Abstracts, Physical Education Index
Fachinformationsführer SocioGuide mit Informationen zu Institutionen, Fachzeitschriften,
Sammlungen, Netzwerken und Veranstaltungen
Insgesamt sind in und über sowiport mehr als 2,5 Millionen Quellen zu Literatur, Forschungsprojekten, Institutionen, Zeitschriften, Veranstaltungen sowie Themenschwerpunkte und Links zu Portalen
erreichbar.
Auftragsrecherchen und Beratung bei der Datenbank-Nutzung
In Ihrem Auftrag und nach Ihren Wünschen führt GESIS kostengünstig Recherchen in den Datenbanken SOFIS und SOLIS durch. Darüber hinaus werden Informationen aus weiteren nationalen
und internationalen Datenbanken zu sozialwissenschaftlichen und/oder fachübergreifenden Themengebieten zusammengestellt.
Zur Unterstützung Ihrer eigenen Suche beraten wir Sie selbstverständlich jederzeit bei der Umsetzung sozialwissenschaftlicher Fragestellungen in effektive Suchstrategien in unseren Datenbanken.
Recherche Spezial und sowiport-dossiers: aktuelle Themen im Internet
Zu gesellschaftlich relevanten Themen in der aktuellen Diskussion werden in der Reihe „Recherche
Spezial“ Informationen über sozialwissenschaftliche Forschungsprojekte und Veröffentlichungen
zusammengestellt. In den Dossiers in sowiport werden solche Informationen darüber hinaus mit Internetquellen unterschiedlichster Art (aktuelle Meldungen, Dokumente, Analysen, Hintergrundmaterialien u.a.m.) angereichert. Alle Themen sind inhaltlich gruppiert zu finden unter www.gesis.org/
sowiport/themen.
Sozialwissenschaftlicher Fachinformationsdienst – soFid
Regelmäßige Informationen zu neuer Literatur und aktueller sozialwissenschaftlicher Forschung
bietet GESIS mit diesem Abonnementdienst, der sowohl in gedruckter Form als auch auf CD-ROM
bezogen werden kann. Ältere Jahrgänge stehen unter www.gesis.org/sofid zum kostenfreien Download zur Verfügung. Der Dienst ist vor allem konzipiert für diejenigen, die sich kontinuierlich und
längerfristig zu einem Themenbereich informieren wollen.
soFid ist zu folgenden Themenbereichen erhältlich:
● Allgemeine Soziologie
● Berufssoziologie
● Bevölkerungsforschung
● Bildungsforschung
● Familienforschung
● Frauen- und Geschlechterforschung
● Freizeit - Sport – Tourismus
● Gesellschaftlicher Wandel in den neuen
Bundesländern
● Gesundheitsforschung
● Industrie- und Betriebssoziologie
● Internationale Beziehungen / Friedensund Konfliktforschung
● Jugendforschung
● Kommunikationswissenschaft: Massenkommunikation – Medien – Sprache
● Kriminalsoziologie + Rechtssoziologie
● Kultursoziologie + Kunstsoziologie
● Methoden und Instrumente der Sozialwis●
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senschaften
Migration und ethnische Minderheiten
Organisations- und Verwaltungsforschung
Osteuropaforschung
Politische Soziologie
Religionsforschung
Soziale Probleme
Sozialpolitik
Sozialpsychologie
Stadt- und Regionalforschung
Umweltforschung
Wissenschafts- und Technikforschung
Informationstransfer von und nach Osteuropa
Der Bereich Informationstransfer Osteuropa fördert die Ost-West-Kommunikation in den Sozialwissenschaften. Er unterstützt die internationale Wissenschaftskooperation mit einer Vielzahl von Informationsdiensten.
Eine wichtige Informationsquelle für Kontakte, Publikationen oder Forschung bietet in diesem Zusammenhang auch der Newsletter „Social Sciences Eastern Europe - Infoservice", der viermal jährlich in englischer Sprache erscheint.
Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung – CEWS
Als integraler Bestandteil der Fachinformation bietet CEWS disziplinenübergreifend Zugänge zu
Themen, Informationen und aktuellen Fragen der Gleichstellung in der Wissenschaft. Durch das
Sichtbarmachen des Potentials hoch qualifizierter Wissenschaftlerinnen unterstützt die Datenbank
FemConsult die Erhöhung des Frauenanteils bei der Neubesetzung von Professuren und Führungspositionen in Wissenschaft und Forschung und die Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen.
Das CEWS-Themenportal (zu finden unter www.gesis.org/cews) integriert Informationen zu allen
gleichstellungsrelevanten Themen im Bereich Wissenschaft und Forschung (z.B. Statistik und
Gleichstellungsrecht an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen).
Internet-Service der GESIS
Umfassende Informationen zu GESIS und zum Angebot an Dienstleistungen finden Sie unter
www.gesis.org
GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Abteilung Fachinformation für Sozialwissenschaften
Lennéstraße 30
GESIS-Servicestelle Osteuropa
53113 Bonn
Schiffbauerdamm 19 • 10117 Berlin
Tel.:+49 (0)228-2281-0
Tel.:+49 (0)30-23 36 11-0
E-mail:[email protected]
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